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Dichtung   Fr, 30.09.22 Rückblick September: Ein Monat mit zwei Gesichtern  
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Hintersee   + 270 l/m² Niederschlag                
    + 20 Regentage                  
WETTER   + 10,9°C mittlere Temperatur                
Niederschlag   + 3 Gewitter                  
Temperatur                        
Prognosen   Im September sind wir praktisch mit unserem heißen Hintern, den uns die Witterung seit dem Mai präsentierte,   
Warnungen   binnen weniger Tage auf den Boden des Vollherbstes gefallen. Kein Wunder, dass da manch überwärmte Seele   
Gewitter   groß „Au“ geschrien hat. Schließlich ging es vom Sommerniveau eines durchschnittlichen Spätaugusts auf   
Winter   direktem Weg in das Normal einer Oktobermitte. Einher ging dies mit einer verregneten Woche, die den     
Buch   Almsommer beendete und den ersten Schnee bis auf rund 1.300 m herabfallen ließ. Ins Tal verirrten sich einige   
Rekorde   herbstliche Graupel, die vom Beginn der kühlen Jahreszeit zeugten.          
                         
    Der erste meteorologische Herbstmonat begann mit einer spätsommerlichen Witterung. Breiter Hochdruck vom   
    Nordmeer bis Osteuropa setzte das recht warme Wetter aus dem August fort. Unterstützt wurde die südwestliche   
    Anströmung von einem Irlandtief, welches mit seinem Trog zur Auskehr der ersten Monatsdekade über die Mitte   
    Europas hinweg zog. Dahinter stellte sich alsbald neuer Hochdruck von den Britischen Inseln her ein. Dazu   
    schaufelte ein Tief vor der Iberischen Halbinsel, das aus dem Ex-Hurrikan „Danielle“ übriggeblieben war,     
    nochmals subtropische Warmluft aus dem Mittelmeerraum in unsere Region. Der Tiefdruck hatte sich derweil   
    über Skandinavien und dem Baltikum eingenistet. Mit dem Näherrücken der Monatsmitte stellte sich die     
    Großwetterlage nachhaltig auf eine kühlere Witterung um. Ein Ableger des Azorenhochs griff weit nordwärts auf   
    die Britischen Inseln und den Nordostatlantik aus, sodass an dessen Vorderseite ein Tief über dem östlichen   
    Skandinavien maritime Polarluft bis in den Alpenraum voranbringen konnte. Die Tage bis zum Wechsel in das   
    letzte Monatsdrittel verblieben wir unter Trogeinfluss, der vom baltischen Raum bis nach Mitteleuropa und dem   
    Balkan reichte. Kleinere Tiefs über der Nord- bzw. Ostsee schickten ebenfalls ihre Frontsysteme in den     
    Alpenraum. Auf den Bergen kam es zum ersten Wintereinbruch bis in mittlere Höhen herab. Die Schauer-  
    anfälligkeit ließ zur Mitte der dritten Dekade etwas nach und sachter Zwischenhocheinfluss zog von Nordwesten   
    her durch. Mit einem neuerlichen Trogvorstoß aus Westen mit mehreren Tiefkernen gelangte kurzzeitig feucht-  
    milde Luft herbei, die allerdings wieder zur Unbeständigkeit beitrug. Den Ausklang fand der September mit einem   
    Islandtief und wiederholt ins Land ziehenden, aber schwachen Regenfronten.        
                         
    In Österreich ging es diesen September vom Sommer in den Vollherbst zurück und er war mit einer Abweichung   
    von -0,6°in den Tallagen zum Referenzmittel 1991-2020 der erst zweite Monat des Jahres mit einer etwas   
    unterdurchschnittlichen Temperaturbilanz. Seit Mai gab es in Österreich eine praktisch durchgehend zu warme   
    Witterung ohne nennenswerte Abkühlung zwischendurch. Im Vergleich zur Periode 1961-1990 war der heurige   
    September um 0,2°C zu kühl. Auf den Bergen betrug die Abweichung jeweils -1,1°C. Nach einem recht sonnigen   
    Jahr machte sich auch die Sonne diesen September rar und zeigte sich um 23% kürzer als im Schnitt. Dabei   
    herrschte von Salzburg bis zum Waldviertel mit Abweichungen bis zu -40% die größte Sonnenarmut. Die meisten   
    Sonnenstunden bekam mit 180 Stunden Klagenfurt (Kärnten) ab. Die Niederschlagsbilanz fiel bundesweit mit –  
    8% im Bereich der normalen Schwankungsbreite aus. Ganz im Westen sowie in Oberösterreich regnete es dabei   
    bis zu drei Viertel mehr. Nassester Ort war Alberschwende (Vorarlberg) mit 335 l/m². Am trockensten blieb mit   
    Rückgängen bis zur Hälfte der Süden und Südosten. In diesen Regionen setzte sich der gravierende     
    Niederschlagsmangel fort.                
                         
    Hintersee hatte indes mit einer Regenmenge von 270 l/m² bei einem Plus von 25% den niederschlagsreichsten   
    September seit 2014 (291,5 l/m²). Der heurige September schaffte es zudem knapp unter die besten 10 der   
    nassesten ersten Herbstmonate. Beachtlich war mit 20 (+6 Tage) auch die hohe Anzahl an Regentagen, die nur   
    2001 (24 Regentage) noch höher lag. Den meisten Tagesregen gab es dabei mit 37,5 l/m² am 18. September.   
    Vom 14. Bis zum 21. September fiel an jedem Tag Regen. Damit lag der September 2022 im klaren Gegensatz   
    zum zweittrockensten aus dem Vorjahr.              
                         
    Die Gewittertätigkeit ließ im September erwartbar nach. Es zogen an 2 Gewittertagen noch 3 Zellen über das   
    Gemeindegebiet. Dabei gab es am Abend des 3. Septembers Starkregen mit lebhaftem Wind und einigen   
    Naheinschlägen. Weiters hatten die Gewitter am Abend des 14. Septembers ebenso kräftige Güsse zur     
    Ankündigung des kommenden Wetterumschwungs mit im Gepäck.          
                         
    Die Temperaturen schwenkten auch in unserer Gemeinde zur Monatsmitte merkbar nach unten. Verliefen die   
    ersten beiden Dekaden gemittelt noch markant zu warm, so gestaltete sich das finale Monatsdrittel doch um   
    Einiges zu frisch. Über den gesamten Monat gesehen bilanzierte der September mit einer mittleren Temperatur   
    von 10,9°C bei einer dünnen Abweichung von -0,4°C zum langjährigen Schnitt nur unwesentlich zu kühl. Er lag   
    damit gleich auf wie der September 2015 und war der kühlste erste Herbstmonat seit 2017. Die fünf September   
    dazwischen fielen alle teils deutlich zu warm aus und belegten allesamt Plätze unter den 8 wärmsten     
    Septembern. Es gab 6 kalte Tage (+2 Tage) und 1 Sommertag (-1 Tag). Dieser ereignete sich mit dem     
    Monatshöchstwert von 25,3°C am 7. September. Am tiefsten sank das Thermometer am 22. September, nämlich   
    auf 1,8°C.                     
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Di, 06.09.22 Neues Buch: SCHNEEHEIMAT - Von groben Wettern im kleinen Dorf  
     
                         
    Vor einem Jahr feierte die Wetterstation Hintersee ihren 25. Geburtstag. Anlass genug, um eine ausführliche   
    Retrospektive über das Wetter und Kleinklima in unserem Hintersee und darüber hinaus zu halten.    
                         
    Begleitet mich in meinem neuen Buch „SCHNEEHEIMAT – Von groben Wettern im kleinen Dorf | 25 Jahre   
    Wetterstation Hintersee 1996-2021“ auf einer spannenden Reise durch die Ereignisse dieser Zeit. Gewitter,   
    Stürme, Hochwasser und Schnee sind genauso Thema wie Hitze, Kälte und Trockenheit. Dazu sehen wir uns die   
    ersten Ergebnisse und Trends der Kleinklimaforschung in Hintersee an und schauen in die Klimavergangenheit   
    und -zukunft.                  
                         
    Weitere Informationen hierzu gibt es unter dem folgenden Link.          
                         
    Links: >> Buch: SCHNEEHEIMAT      
                         
                         
                         
    Do, 01.09.22 Rückblick August: Sehr warm und lange Zeit trocken  
     
                         
    + 192 l/m² Niederschlag                
    + 16,6°C mittlere Temperatur                
    + 7 Gewitter                  
    + wärmster Sommer nach 2003                
                         
    Der August präsentierte sich drei Wochen lang sehr niederschlagsarm und stabil überwärmt. In Ostösterreich   
    verschärfte sich dadurch die Dürresituation, dazwischen kam es zu schweren Unwettern und der Westen wurde   
    durchgewaschen. Ruhiger verlief der dritte Sommermonat in Hintersee, wo er zum viertwärmsten August der   
    Messreihe wurde. Mit dem August ging auch der meteorologische Sommer zu Ende. Es war der zweitwärmste   
    und fünfttrockenste Sommer in unserer Gemeinde.            
                         
    Der Monatsbeginn brachte nach einem Miniunterbruch am Juliende die sofortige Rückkehr der subtropischen   
    Heißluft aus dem Mittelmeerraum. Tiefs bei Island und den Britischen Inseln liefen praktisch vergebens gegen   
    den Hochdruck über N-/NO-Europa an. Ihre Fronten verkümmerten über Kontinentaleuropa. Zur Mitte der ersten   
    Augustdekade reichte es allerdings, um über dem Pinz- und Pongau schwere Gewitter auszulösen. Diese   
    entluden sich über den Tauerntälern. Anschließend wurde die Frontalzone gänzlich nordwärts abgedrängt, denn   
    auch die Briten verschwanden unter Hochdruck, welcher nun den Großteil des Kontinents erobert hatte.     
    Wechselnde Höhenströmungen sorgten für die Fortsetzung des hochsommerlichen Wetters. Erst mit Einkehr der   
    zweiten Augustdekade untergrub ein kleines Tief von SO-Europa her die stabilen Verhältnisse für ein paar Tage.   
    Die Monatsmitte verhalf dem Hochdruck, welcher sich vom mittleren Nordatlantik bis Nordwestrussland     
    ausgebreitet hatte, zu einer verbesserten Durchsetzung im Alpenraum. Jedoch wiederholten sich in den beiden   
    erwähnten Gebirgsgauen die kräftigen Gewitter in der weiterhin feuchten und labilen Luft. Folgend geriet der   
    Alpenraum an die Vorderseite eines Biscayatiefs, mit welcher die Zufuhr von Heißluft abermals intensiviert wurde   
    und sich die Hitze vor allem in der Osthälfte Österreichs ausdürrend hielt. Das genannte Tief trat via Frankreich   
    den Weg ins Ligurische Meer an. Die Ostverlagerung zur Adria brachte eine Aufsplittung des Wirbels in zwei   
    eigenständige Druckgebiete. Während ein Kern geradewegs auf den Balkan zusteuerte, wanderte der     
    nördlichere Teil nordostwärts und kam nördlich Österreichs zu liegen. Dadurch und bereits im Vorfeld ereigneten   
    sich von Kärnten bis Niederösterreich schlimme Unwetter, die 5 Todesopfer forderten sowie zeitverzögert   
    Starkregen mit extremen Niederschlagsmengen über Vorarlberg. Den Wechsel in die dritte Augustdekade   
    finalisierte nach turbulenten Unwettertagen das Frontsystem eines Islandtiefs. Ein Ostatlantikhoch sowie der   
    zweite Kern des einstigen Mittelmeertiefs, der nun östlich von Österreich lungerte, stritten in den Folgetagen um   
    das Wetter. Der Hochdruck behielt als Brückenschlag zu Seinesgleichen über NW-Russland die Oberhand. In   
    der schwül-warmen Luftmasse zeigte sich die Witterung jedoch etwas instabil. Die letzten Augusttage waren im   
    Vorfeld eines neuen Islandtiefs spätsommerlich warm, ehe ein kleines Mitteleuropatief das Monatsende     
    verregnete.                  
                         
    In der Alpenrepublik bot sich in Sachen Temperatur zwar ein merkbares Ost-West-Gefälle, dennoch war es in   
    allen Regionen Österreichs deutlich zu warm. In der 256-jährigen Messhistorie landete der heurige August auf   
    Platz 6. Dabei war es in den Tallagen im Vergleich zum Referenzmittel 1991-2020 um 1,2°C zu warm, auf den   
    Bergen betrug die Abweichung +0,8°C (Platz 15). Im Verhältnis zur Periode 1961-1990 gestalteten sich die   
    Abweichungen mit +3,0°C bzw. +2,6°C signifikant höher. Der Unterschied liegt in der rapiden Erwärmung   
    innerhalb der beiden Vergleichsperioden begründet. Die Niederschlagsbilanz wies im August große Variabilität   
    auf. Bundesweit fiel um 15% zu wenig Regen. Der August prolongierte damit das seit September 2021     
    vorherrschende Defizit in Österreich. Die lokalen Unterschiede waren diesen Monat allerdings beträchtlich.   
    Während vom Wiener Becken bis Kärnten sowie Tirol zwischen einem Viertel und zwei Drittel weniger an   
    Niederschlag fiel, verdoppelten sich in Vorarlberg die Monatssummen aufgrund eines Starkregenereignisses am   
    18. und 19. August. So stellte Bregenz mit 212 l/m² innerhalb von 24 Stunden einen neuen Rekord für Vorarlberg   
    auf. Die Hauptstadt des Ländles war zugleich mit 355 l/m² der nasseste Ort in Österreich. Quasi als Ausgleich   
    befand sich der Sonnenkaiser mit 295 Stunden in Rohrspitz ebenfalls am Bodensee. Der Westen produzierte   
    markante Sonnenüberschüsse, im Osten und Süden schien sie weniger als üblich. Bundesweit lag die     
    Sonnenscheindauer um 5% unter Normal.              
                         
    Die Regenausbeute fiel in den ersten beiden Monatsdekaden auch in Hintersee sehr mager aus und es stellten   
    sich Anzeichen von Dürre in der Natur ein und die Wasserversorgung auf den Almen ging teils zu Neige. Bis zum   
    19. August fielen lediglich 30 l/m² und damit nur 12% der durchschnittlichen Monatsmenge. Es war der     
    trockenste Auguststart in der Messreihe der Wetterstation Hintersee. In der dritten Dekade konnten 4 markante   
    Regenfälle die Monatsbilanz jedoch noch deutlich auf 192 l/m² aufbessern. Ein Minus von 20%. Der August 2022   
    zählte trotzdem zum niederschlagsärmsten Drittel unter Seinesgleichen. Weniger regnete es zuletzt 2018 (128,5   
    l/m²). Die größte Tagesmenge gab es in Folge eines nächtlichen Starkregens mit 42,5 l/m² am 21. August. Wir   
    zählten insgesamt durchschnittliche 17 Regentage.            
                         
    Die Gewittertätigkeit im dritten Sommermonat fiel mit 7 Gewittern an 4 Tagen eher moderat aus. Das     
    markanteste Wetter war am Abend des 27. Augusts mit ein paar Naheinschlägen und Starkregen verbunden.  
                         
    Bei den Temperaturen zeigte sich der August meist hochsommerlich warm bis heiß. Es gab keine kühlen Phasen   
    und über alle drei Dekaden verteilt war die positive Abweichung praktisch gleich hoch. Im Mittel erreichten wir   
    16,6°C bei einer Abweichung von +1,6°C, womit es hinter 2003 (17,9°C), 2018 (17,5°C) und 2015 (17,0°C) der   
    viertwärmste August in unserer Messreihe war. Die Maximumtemperatur erzielten wir am 4. August mit 30,2°C,   
    das Minimum folgte am 13. August mit 9,4°C. Die 16,6°C am 5. August waren zudem der achtmildeste     
    Tagestiefstwert in einem August. Die Zahl der Sommertage lag mit 11 leicht über Normal, hinzu gesellte sich der   
    durchschnittlich eine Hitzetag.                
                         
    Mit dem August endete auch wieder die Trilogie der Sommermonate. Hitze, Dürre und Unwetter waren zwischen   
    Juni und August die bestimmenden Themen, wenn es um die heurige Sommerwitterung ging. So bestätigte die   
    wärmste Jahreszeit auch 2022 den simulierten Klimatrend zu beständigeren Wetterlagen mit gehäuften     
    Gastspielen heißer Luft und konzentrierter auftretenden Niederschlagsereignissen.       
                         
    In Österreich erlebten wir hinter 2003, 2019 und 2015 den viertwärmsten Sommer der 256-jährigen Messreihe   
    vor 2017 und 2018. Damit liegen unter den 15 wärmsten Exemplaren mittlerweile nur mehr 3 aus dem 19.   
    Jahrhundert, 2 weitere aus den 1990er Jahren und 10 Sommer, die sich seit 2003 ereignet haben. Die rapide   
    Erwärmung ist unverkennbar. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 war der Sommer 2022 um 3,4°C zu   
    warm, im Verhältnis zum Klimamittel 1991-2020 ebenso um 1,6°C. Die höchste Temperatur wurde am 5. August   
    mit 38,7°C in Seibersdorf (Niederösterreich) gemessen. Die Niederschlagsbilanz zeigte aufgrund der primär   
    vorherrschenden konvektiven Ereignisse ein recht unterschiedliches Bild. Lokal gab es hohe Regensummen,   
    anderswo verstärkte sich die seit einem Jahr vorliegende Niederschlagsarmut zu problematischer Dürre.   
    Bundesweit betrug das Defizit dieses Sommers 15%. Nassester Ort war die Rudolfshütte mit 699 l/m². Dagegen   
    bot die Sonnenscheindauer einen Überschuss von 6%. Sonnenreichster Ort war Andau (Burgenland) mit 875   
    Stunden.                    
                         
    In Salzburg rissen die anderen Gaue den Flachgau, der zu den trockensten Regionen Österreichs zählte, etwas   
    heraus und so ergab sich eine Niederschlagsabweichung von -6%. Die Sonne schien um 7% häufiger, am   
    meisten am Flughafen mit 769 Stunden. Das Temperaturmittel lag um +1,7°C über der Periode 1991-2020. AM   
    heißesten war es am 27. Juni mit 35,2°C in St. Veit.            
                         
    In Hintersee kletterte diesen Sommer das Thermometer am 20. Juli mit 32,2°C am höchsten hinauf. Es war einer   
    von sechs Hitzetagen (+1 Tag). Hinzukamen 36 Sommertage (+7 Tage). Es fehlten aber auch 3 kalte Tage.   
    Darin zeigte sich ebenso in unserer Gemeinde das gänzliche Ausbleiben von kühlen Witterungen im gesamten   
    Sommer. Das Temperaturniveau war in allen drei Monaten recht ähnlich und damit durchgehend zu hoch.   
    Sowohl Juni (11.), Juli (8.) und August (10.) belegten Spitzenplätze in der Rangliste der wärmsten Monate in   
    Hintersee. Mit einer Mitteltemperatur von 16,6°C bei einer Abweichung von +1,6°C war es der zweitwärmste   
    Sommer an unserer Messstation, gemeinsam mit dem Sommer 2019 und hinter dem Sommer 2003 (17,3°C).   
    Auf den Rängen 4 und 5 folgen 2018 (16,4°C) und 2015 (16,3°C). Unter den Top 10 findet sich mit dem Sommer   
    2002 nur mehr ein zweites Exemplar aus den 2000er Jahren.           
                         
    Beim Niederschlag ging es nach einem ausgeglichenen Juni in den Folgemonaten doch deutlich ins Negative.   
    So summierte sich mit 551 l/m² bei einem Minus von 24% die fünftkleinste Regenmenge eines Sommers.   
    Weniger boten nur jene Sommer, die sich nebst 2022 auch unter den wärmsten Fünf befanden. Die Zahl der   
    Regentage betrug 48 (-6 Tage).                
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    So, 21.08.22 Vorläufiges Trockenheitsende und ringsum Unwetter  
     
                         
    Die vergangenen Tage verliefen wettertechnisch in Österreich teilweise sehr turbulent. Von schweren Gewittern   
    bis hin zu enormen Regenmengen war alles dabei. Dazwischen klemmte Hintersee, das glücklicherweise vom   
    Gröbsten verschont wurde. Dennoch fand die, sich in den letzten Wochen ausbreitende Trockenheit, mit einem   
    kleinen Hochwasser ein Ende oder zumindest einen Unterbruch.           
                         
                         
    Vom Islandtief zur Vb-Lage                
                         
    Am Donnerstag zeigte die Großwetterlage über Europa das steuernde Tief „Lavinia“ bei Island, ein weiteres   
    Druckminimum über Polen („Karin“) sowie das Hoch „Piet“ mit Zentrum über der Biscaya. Über Osteuropa und   
    Westrussland dominierte zudem ein großes, blockierendes Hoch. Der zu Tief „Lavinia“ gehörende Trog war   
    bereits nach Westeuropa vorgestoßen. An seiner Vorderseite glitt ein Schwall heißer Subtropikluft aus dem   
    Mittelmeerraum nordostwärts in das zentrale Europa, wo sich dadurch zur Wochenmitte vorderseitiger     
    Hochdruck hielt. Am Donnerstag war das Wetter in Österreich zweigeteilt. Während im Westen neben Föhn und   
    Bewölkung auch Trübung durch Saharastaub herrschte, gab es im Osten des Landes wiederholt Sonnenschein   
    und Hitze bei Temperaturen bis zu 37°C in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich).       
                         
    Zu dieser Zeit löste sich aus dem Trog des Islandtiefs heraus ein Ablegertief (International als „Diana“     
    bezeichnet) über Südfrankreich in Richtung des Löwngolfs. Quasi im Kellergeschoss des Abtropfvorgangs   
    formierte sich von Mittwoch auf Donnerstag eine Gewitterfront über dem Ligurischen Meer.       
                         
    Im Laufe des Donnerstags wanderte das Ablegertief weiter über Oberitalien zur Adria. Dort vollzog sich eine   
    Aufsplittung in zwei separate Tiefkerne. Der erste Tiefkern querte am Freitag die Alpen nordwärts und schloss   
    sich im Raum Bayern/Tschechien der Tiefdruckrinne von „Karin“ an. Der zweite Tiefkern nahm eine östliche   
    Zugbahn auf den Balkan.                 
                         
    Während „Karin“ unter Abschwächung langsam in Richtung Ostsee Platz machte, drehte sich der, nördlich der   
    Ostalpen liegende Teil, des einstigen Ablegertiefs bis zur Auflösung am Samstag dort weiter. An ihm stichelte   
    bereits ein Keil des Hochs „Piet aus Westen. Doch anstatt einer Wetterbesserung folgte in der Nacht zu Sonntag   
    schlussendlich die okkludierende Front des Ausgangstiefs „Lavinia“, ehe sich der Hochdruckeinfluss am Sonntag   
    mit Schönheitsfehlern durchsetzen konnte.              
                         
                         
    Gewitterfront fordert Todesopfer              
                         
    Die im synoptischen Ablauf schon erwähnte Gewitterfront, die sich über dem Ligurischen Meer ausbildete, zog   
    eine lange Spur der Verwüstung. Sie brachte den betroffenen Regionen Orkanböen und Großhagel.    
                         
    Zuerst traf die Unwetterlinie Donnerstagfrüh auf die französische Mittelmeerinsel Korsika. Hagelgeschosse bis 10   
    cm Durchmesser und extreme Windböen bis 224 km/h verursachten vor allem im Nordteil der Insel schwerste   
    Sachschäden und forderten 5 Todesopfer und 20 Verletzte. Unter den Opfern befand sich auch ein 13-jähriges   
    Mädchen aus Österreich.                
                         
    Die Gewitterfront schob sich weiter über Sardinien und das Tyrrhenische Meer in Richtung Oberitalien. Auch dort   
    gab es im Laufe des Donnerstags aufgrund Orkanböen und Hagel Verletzte.         
                         
    In der nordöstlichen Höhenströmung an der Vorderseite des Ablegertiefs nahm die Front nun Kurs über die Adria   
    auf Slowenien und Südösterreich. Hier fanden die Gewitterzellen mit heißer und trockener Luft einen sehr guten   
    Nährboden, um die Ausprägung von hohen Windspitzen wieder anzukurbeln.        
                         
    Am Donnerstagnachmittag erreichte die Böenfront schließlich Kärnten und zog nordostwärts weiter über die   
    Steiermark nach Niederösterreich. Mit Einzug des Abends und nach über 1.000 km Wegstrecke ging die Reise   
    der Gewitterfront über Tschechien zu Ende.              
                         
                         
    Sturm verursacht große Schäden              
                         
    Die Spitzenböen waren für österreichische Verhältnisse am oberen Anschlag. Mit Orkanstärke wehte der Wind   
    am heftigsten in der Steiermark. Neumarkt mit 139 km/h, Mooslandl mit 124 km/h und Leoben mit 119 km/h   
    erzielten die größten Windspitzen. Begleitet wurde der Sturm auch von großem Hagel und Starkregen. Letzterer   
    spielte aufgrund der hohen Zuggeschwindigkeit aber keine Rolle.          
                         
    Dem entsprechend stellte sich das Bild in der West- und Obersteiermark dar. Hier lag der Schwerpunkt der   
    Schäden, die es in dieser Dimension in dem Bundesland seit Langem nicht mehr gegeben hatte. Eine Vielzahl   
    von Dächern wurden beschädigt, Bäume und Strommasten geknickt. Diese versperrten wiederum Straßen und   
    brachten den Zugsverkehr großflächig zum Erliegen. Die Feuerwehren rückten in der Steiermark zu rund 1.400   
    Einsätzen aus. Bis zu 85.000 Haushalte waren ohne Strom. Die Reparaturarbeiten werden noch wochenlang   
    andauern.                    
                         
    In Kärnten wurden am St. Andräer See im Lavanttal durch umstürzende Bäume 2 kleine Mädchen getötet und 16   
    weitere Personen zum teil schwer verletzt. Am meisten betroffen waren die Bezirke Wolfsberg, Feldkirchen,   
    Klagenfurt Land, St. Veit/Glan und Völkermarkt. Hier gab es zahlreiche Sachschäden an Fahrzeugen und   
    Gebäuden sowie unzählige Windwürfe. Die Feuerwehren mussten zu rund 500 Einsätzen ausrücken. Straßen-   
    und Zugsverbindungen mussten gesperrt werden bzw. fielen aus. Umfallende Bäume rissen ebenso Stromleitungen und zwischendurch waren bis zu 20.000 Haushalte ohne Strom.  
                         
    3 weitere Todesopfer gab es in Niederösterreich. In Gaming wurde eine Wandergruppe vom Unwetter getroffen.   
    Dabei riss der Sturm Bäume um, die drei Wanderinnen erschlugen.          
                         
                         
    Starkregen im Westen                
                         
    Durch das Überschreiten der Ostalpen am Freitag stellte sich eine komplizierte Wetterlage mit unterschiedlichen   
    Strömungsrichtungen in sehr labil geschichteter und feuchter Luft ein. Die Vorhersagemodelle schwankten in   
    ihren Simulationen hin und her, sodass sich die Lage auch kurz vor Eintreten diffus präsentierte. Im Vorfeld des   
    über die Alpen ziehenden kleinen Tiefs wurde am Donnerstag feucht-warme Luft aus SW bis SO herbeigeführt.   
    Am Freitag befand sich die Osthälfte Österreichs weiterhin in dieser Strömung, während weiter westlich diese   
    durch herumführen um das Tief auf NO drehte. Dazu kam bodennah eine nordwestliche Anströmung, die sich an   
    der Tiefrückseite bzw. an der Vorderseite des Hochkeils einstellte. Schlussendlich passte die Kombination in   
    Vorarlberg am besten, um hier sintflutartigen Regen zu produzieren. Ab Tirol ostwärts blieb es, abgesehen von   
    kleineren Schauern oder Gewittern, ohne nennenswerten Niederschlag.        
                         
                         
    Regenrekorde in Vorarlberg                
                         
    Am Freitag hieß es vom Rheintal bis in den vorderen Bregenzerwald Land unter. In diesen Regionen fielen   
    Rekordregenmengen. Verbreitet schüttete es dort zwischen 130 und 230 l/m² binnen eines Tages, wovon der   
    Großteil des Niederschlags innerhalb von 6-12 Stunden zu Boden kam. Konvektive Einlagerungen sorgten auch   
    innerhalb der betroffenen Gebiete für teils erhebliche Unterschiede in den Regensummen. Der Schwerpunkt des   
    Regens verlagerte sich dabei vom oberen Rheintal am Freitagvormittag hin ins untere Rheintal am     
    Freitagnachmittag. Im Laufe des Abends ließen die Niederschläge hier allerdings nach und sie verschoben sich   
    unter Abschwächung in den Bregenzerwald und das Kleinwalsertal hinein bis ins Tiroler Land.    
                         
    Die gewaltigsten Regenmengen gab es am Freitag in Rankweil/Brederis mit 231 l/m² vor Dornbirn/Forach mit   
    217 l/m², Bregenz mit 213 l/m², 209 l/m² in Lauterach und 207 l/m² in Götzis.        
                         
    Folgerichtig kam es zu massiven Überflutungen und Unterspülungen von Straßen, Plätzen, Eisenbahnstrecken   
    und Gebäuden. Zudem gab es mehrere Erdrutsche. Die Feuerwehren wurden praktisch im Sekundentakt zu   
    1.500 Ausrückungen gerufen. Am schlimmsten betroffen war Wolfurt, wo das komplette Ortszentrum unter   
    Wasser gesetzt wurde. Ebenso hatten Bregenz, Dornbirn, Götzis, Kennelbach, Röthis und Schwarzach mit den   
    Wassermassen zu kämpfen. Während des Starkregens brach der Verkehr stundenlang zusammen und es kam   
    zu langen Staubildungen. Erst in der Nacht auf Samstag entspannte sich die Situation. Personen kamen zum   
    Glück nicht zu Schaden. Das Hochwasser ließ den Bodenseespiegel um 21 cm ansteigen.      
                         
                         
    Trockenheit in Salzburg                
                         
    Von den Kapriolen ringsum blieb Salzburg weitestgehend verschont und während andere Regionen Österreichs   
    von Sturm und Hochwasser getroffen wurden, gab es hierzulande außer viel Bewölkung und einigen     
    Regenschauern nicht viel zu berichten. Der mögliche Starkregen am Freitag hatte sich deutlich weiter westlich   
    entladen und kam in der Folge nur mehr abgeschwächt bis Samstag ostwärts voran. Das wetterbestimmende   
    Tief nordöstlich von uns war in seiner Auflösung begriffen.            
                         
    Dies half demnach nur wenig gegen die sich seit Wochen aufgrund des Niederschlagsmangels und der     
    durchgehend zu warm bis heißen Witterung zuspitzenden Trockenheit. Vor allem in Norden des Bundeslandes   
    sowie den angrenzenden Regionen fraß sich die Trockenheit schon bis ins Grundwasser voran und ließ den   
    Spiegel erheblich absinken. Bereits im Winter und Frühjahr konnten keine ausreichenden Grundwasserreserven   
    gebildet werden. Stellenweise fehlen 50% der normalen Niederschlagsmenge. Als Auswirkung versiegen nicht   
    nur Brunnen und so manche kommunale Wasserversorger bekamen, wie etwa im nördlichen Flachgau, Probleme und riefen zur Sparsamkeit auf. Außerdem wirkte sich die Trockenheit negativ auf die Vegetation aus.   
                         
                         
    Trockenheitssignale auch in Hintersee              
                         
    Zwar tut sich unsere Gemeinde aufgrund der allgemein höheren Niederschlagsmengen leichter, solche     
    Witterungen zu verkraften, allerdings kann sich auch Hintersee nicht komplett abkoppeln. Die       
    Niederschlagsmenge für 2022 lag vor dem kommenden Ereignis bei rund -28% und ist damit vergleichbar mit   
    dem letzten Trockenheitsjahr 2018.              
                         
    Der Regenmangel hinterließ aber auch in unserer Gemeinde Spuren. Gräben und teilweise Bachläufe trockneten   
    aus. In anderen Bächen ging die Wasserführung bis auf ein Minimum zurück. Auf den Almen versiegten zum teil   
    die Quellen, sodass bewirtschaftete Hütten aus dem Tal mit Wasser versorgt werden mussten.    
                         
                         
    Bislang trockenster August                
                         
    Bis inklusive des 19. Augusts waren an unserer Station nur 30 l/m² gefallen. Das sind rund ein Achtel einer   
    normalen Augustmenge. Für den Vergleichszeitraum der ersten beiden Augustdrittel zeigte sich seit Beginn   
    unserer Messreihe noch kein derartiges Defizit wie heuer. Bislang waren die ersten zwei Augustdekaden 2018   
    mit 47,5 l/m² und 2003 mit 56,5 l/m² die trockensten Exemplare.          
                         
    Hätte es Ende Juli nicht eine markante Regenmenge gegeben, sehe die Lage auch in Hintersee merklich   
    angespannter aus. Schließlich fiel schon der gesamte Juli deutlich zu warm und niederschlagsarm aus.    
                         
                         
    Nächtliches Kirtagshochwasser              
                         
    Ob die gute Feierlaune beim 184. Bartholomäuskirtag am Sonntag durch die notwendigen Regenfälle ausgelöst   
    wurde, ist unbekannt. Wie dem auch sei, taten diese der Natur sehr gut.        
                         
    So brachte schon der Samstag dank zahlreicher Schauer eine Regenmenge von 38,5 l/m². Dabei zeigten sich   
    die Mengen aber im Vergleich zu Vorarlberg recht bescheiden.          
                         
    Erst die nachlaufende Okklusionsfront von Tief „Lavinia“, das sich derweil zum nördlichen Skandinavien verlagert   
    hatte, sorgte in der Nacht auf Sonntag für ein berichtenswertes Ereignis. Während es am Samstagabend noch   
    kurze Regenschauer gab, kam es in der zweiten Nachthälfte zu Starkregen.        
                         
    Dieser ergoss sich über ein par Stunden auf das Gemeindegebiet und ließ die leeren Wasserläufe wieder voll   
    werden. Gegen fünf Uhr flaute der Guss ab und anschließend regnete es nur mehr ganz leicht. In Summe kamen   
    42,5 l/m² zusammen, wovon fast alles in der nächtlichen Starkregenphase von etwa 2 Stunden gefallen war.  
                         
                         
    Ein kleineres Hochwasser transportierte das Regenwasser unmittelbar ab und füllte auch den Hintersee wieder   
    merklich auf. Bis zum Kirtag waren die Pegelstände schon deutlich zurückgegangen und es konnte das Dorffest   
    in aller Ruhe und mit frisch gewässerten Wäldern und Wiesen begangen werden.        
                         
    Quellen: www.orf.at, www.uwz.at, www.wettering.at            
                         
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    Mo, 01.08.22 Rückblick Juli: Erst Mittelmaß, dann trocken und heiß  
     
                         
    + 143 l/m² Regen                  
    + 16,8°C mittlere Temperatur                
    + 3 Hitzetage                  
    + 9 Gewitter                  
                         
    Viel Wärme und Sonne brachte der zweite Sommermonat des Jahres. Ging die erste Julihälfte noch halbwegs an   
    den langjährigen Mittelwerten bei Temperatur und Niederschlag orientiert einher, so verlief die zweite Hälfte   
    deutlich trockener und sehr warm bis heiß. Erst ein vernünftiger, gewittriger Guss am Monatsende verhinderte   
    einen neuen Negativrekord beim Regen.               
                         
    Mit dem Juli stellte sich Tiefdruck über Skandinavien ein, der die schwüle Luft aus dem Vormonat ausräumte und   
    kurzzeitig sogar frische Luft herbeischaffte. Gleich darauf folgte von Westen her ein Zwischenhoch, ehe sich von   
    den britischen Inseln erneut Störungseinfluss für einige Tage bemerkbar machte. Den ersten Dekadenwechsel   
    bestimmte schließlich wieder Hochdruck, der vom Ostatlantik bis zu den Briten vorstieß. Ihn umkreiste ein   
    nordatlantisches Tief in Richtung Nordskandinavien, wodurch ein Ableger den Osteuropatrog füttern konnte. Der   
    Einfluss auf den Alpenraum war begrenzt. Dieser kam dieser Tage mehr unter den, sich aus Nordwesten   
    nähernden, Hochdruck. Dadurch änderte sich die nordwestliche Höhenströmung nachhaltig und die etwas   
    wechselhafte und moderat warme Witterung ging mit der ersten Julihälfte Vorbei. Nach der Monatsmitte befand   
    sich ein Hochzentrum südöstlich von uns, aber auch von der Iberischen Halbinsel stieß Hochdruck bis nach   
    Nordwesteuropa vor. Dazu gesellte sich vor Westeuropa ein Tief. Mit dieser Konstellation gelangte afrikanische   
    Heißluft, die bereits wochenlang den Mittelmeerraum Dürre und Hitze verpasste, bis nach England hinauf. Dort   
    sowie in Frankreich wurde die 40-Grad-Marke erreicht und es purzelten zahlreiche Rekorde. Für Großbritannien   
    war es die größte Hitze in der modernen Messgeschichte. Der Alpenraum entging der Rekordhitze, dennoch   
    wurde es auch bei uns sehr heiß. Hinter dem Schwenk ins dritte Drittel beendete das von Westeuropa zur   
    Nordsee gezogene Tief die Hitze, jedoch verblieb eine schwüle Luftmasse bei uns. Dahinter etablierte das heuer   
    mächtige Azorenhoch zügig wieder ein Hoch über NW-Europa, das sich flott nach Mitteleuropa verlagerte.   
    Zwischen ihm und einem Tief bei Irland floss zur Mitte der dritten Dekade erneut heiße Luft aus dem     
    Mittelmeerraum nach Österreich. Der Monat ging schließlich mit einem weiteren Wechselspiel zwischen Hochs   
    und Tiefs, die sich von den britischen Inseln her näherten zu Ende. Eines zog dabei bis ins östliche Mitteleuropa   
    und sorgte zum Abschluss für die gewittrige Aufbesserung der mageren Niederschlagsbilanz.    
                         
    Die konvektiven Ereignisse brachten Österreich in Sachen Niederschlag einen Fleckerlteppich. So waren die   
    Abweichungen kunterbunt über das Land gestreut und reichten von Rückgängen bis zu zwei Drittel etwa im   
    Bregenzerwald, im Flachgau und Innviertel, und dem Großraum Wien bis hin zu Überschüssen von einem   
    Fünftel entlang der Tauern und im Grenzgebiet von Ober- und Niederösterreich. Bundesweit war der Juli um   
    30% zu trocken und damit einer der 20 niederschlagsärmsten in der österreichischen Messreihe. Nassester Ort   
    war der Dachstein (Oberösterreich) mit 259 l/m². Die Sonne schien in Österreich um 10% länger als normal und   
    verhalf dem heurigen Juli unter die ersten 25 der Messreihe. Sonnenreichster Ort war Andau (Burgenland) mit   
    318 Stunden. Die Temperaturen hatten meist ein hochsommerliches Niveau und brachten praktisch keine kühlen   
    Phasen. Vor allem im Flachland des Ostens gab es überdurchschnittlich viele Hitzetage. In Verbindung mit der   
    herrschenden Trockenheit ging dies dort zu Lasten der Vegetation und des Wasserhaushaltes. Österreichweit   
    lag die Mitteltemperatur im Juli in den Tallagen um 1,4°C über dem Normal der Referenzperiode 1991-2020. Es   
    war somit der sechstwärmste Julimonat in Österreich. Auf den Bergen betrug die Abweichung +1,5°C und dort   
    landete der Juli auf Platz 7. Im Vergleich zum Klimanormal der Jahre 1961-1990 waren die positiven     
    Abweichungen im Tal und auf den Bergen sogar bei +3,1°C.          
                         
    Auch in Hintersee schlugen sich die hohen Temperaturen, die es im Laufe des Julis gab, in der Monatsbilanz   
    nieder. Mit einem Temperaturmittel von 16,8°C war es bei einer Abweichung von +1,2°C der drittwärmste Juli an   
    unserer Messstation. Allerdings mit Respektabstand zu den beiden Spitzenreitern aus 2006 und 2015 (Mittel   
    17,7°C). Insgesamt war es der achtwärmste Monat in unserer Messreihe. Dabei ging das erste Drittel noch   
    minimal unterdurchschnittlich ins Land. Doch die beiden Folgedekaden brachten markante bis große positive   
    Abweichungen. Wir zählten gut durchschnittliche 12 Sommertage und 3 Hitzetage. Es gab im Juli jedoch keine   
    nennenswerten kühlen Phasen. Lediglich der Monatstiefstwert von 8,5°C vom 2. Juli stach als einziges     
    einstelliges Minimum heraus. Dem gegenüber stand das sechsthöchste Tagesminimum in einem Juli, das mit   
    16,6°C am 21. Juli verzeichnet wurde. Tags zuvor kletterte das Thermometer auf den Monatshöchstwert von   
    32,2°C. Platz 8 unter den heißesten Julitagen in Hintersee.          
                         
    Ebenso den dritten Platz, allerdings von unten, belegte der Juli 2022 beim Niederschlag. Mit einer Regensumme   
    von 143 l/m² bei einer Abweichung von -45% war es nach 2013 (96 l/m²) und 2018 (95,5 l/m²) der trockenste   
    Julimonat in unserer Messreihe. Am meisten Regen fiel dabei am 30. Juli mit 48,5 l/m². Es war einer von nur 12   
    Regentagen (-7 Tagen). Dies war hinter den 10 Regentagen im Juli 2013 die geringste Zahl. Zwischen dem 16.   
    Und dem 20. Juli blieb es außerdem 5 Tage am Stück niederschlagsfrei.        
                         
    Die Gewittertätigkeit pausierte in der ersten Monatshälfte weitestgehend und kam mit der sehr warmen Witterung   
    zurück. Insgesamt beobachteten wir an 7 Gewittertagen 9 Zellen über unseren Gemeindegebiet. Rund 1,5   
    Stunden ließ sich ein Gewitter am späten Abend des 22. Julis Zeit. Das heftigste Gewitter des Monats gab es   
    hingegen am 29. Juli mit lebhaftem Wind und Starkregen pünktlich zur besten Fernsehzeit.      
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Fr, 01.07.22 Rückblick Juni: Sonnig und heiß mit Gewitterspeis  
     
                         
    + 216 l/m² Regen                  
    + 16,4°C mittlere Temperatur                
    + 31,5°C Tageshöchstwerte                
    + 20 Gewitter                  
                         
    Wie man dem Rückblick in Hausmannskost im aktuellen amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde Hintersee   
    entnehmen konnte, war der Juni laut dem Bürgermeister sehr schön mit ausreichend Regen. Dem Detailblick   
    widmen wir uns jetzt, denn der Juni 2022 war es mit seinem Wärmeüberschuss und einem neuen Rekord an   
    Gewittern wert, genauer hinzusehen. Teile der Alpenrepublik von Kärnten bis Ober- und Niederösterreich, aber   
    auch in anderen Bundesländern hatten mit den Folgen der subtropischen Witterung in Form von Trockenheit,   
    Hitze und schweren Unwettern zu kämpfen. Es war sozusagen ein schöner, sonnenreicher Sommermonat mit   
    „Nebenwirkungen“.                  
                         
    Die Großwetterlage zu Beginn des Monats zeigte schon die für den Juni maßgebliche Konstellation an. Über   
    dem nahen Ost Atlantik hielt sich von den Britischen Inseln hinunter bis zur Iberischen Halbinsel Tiefdruck, an   
    dessen Vorderseite sehr warme und feuchte Luft in das von Hochdruck dominierte Mittel- und Nordeuropa floss.   
    Zu den Pfingstfeiertagen kam es durch das Vorrücken des Troges zur ersten Schwergewitterlage des Jahres. Im   
    Einflussbereich des von Skandinavien bis in den Mittelmeerraum reichenden Tiefdrucks kühlte es für einen Tag   
    einmal erwähnenswert ab. Mit Schwenk in das zentrale Junidrittel zog sich der Tiefdruck auf Nordeuropa bis   
    Grönland hinauf zurück und darunter etablierte sich von den Azoren ausgehender Hochdruck bis weit nach Ost-  
    /Südosteuropa. Durch das Aufplustern des Hochdrucks über der Osthälfte des Kontinents wurde der Tiefdruck   
    erneut auf den Ostatlantik hinausgedrängt. Von dort zog ab der Monatsmitte ein Islandtief zur Nordsee und ein   
    Tief bei der Iberischen Halbinsel wanderte in Richtung Biscaya. Mit zeitgleicher Verlagerung eines Hochkerns   
    von der Nordsee nach Osteuropa war die Rampe für die Zufuhr tropischer Heißluft aus Nordafrika gelegt und es   
    kam zum Ende der zweiten Dekade zum ersten Hitzehöhepunkt. Zuvor wurde der Südwesten Europas bereits in   
    der Heißluft gebraten, wodurch es in Frankreich einen neuen Allzeithitzerekord gab. In der Folge blieb die   
    Großwetterlage in weiten Zügen aufrecht und mit ihr ebenso die Advektion von meist recht feuchter und sehr   
    warmer bis heißer Luft aus dem Mittelmeerraum. Bis zum Monatsende hielt sich vom Nordosten bis in den   
    zentralen Mittelmeerraum Europas stabiler Hochdruck, der von einem Trog über dem Ostatlantik/Westeuropa   
    unentwegt belästigt wurde. Dabei strandeten die Tiefs aus Nordwesten im Bereich der Britischen Inseln und der   
    Nordsee, weiters wurde auch der Tiefdruck vor den Toren Frankreichs am Leben erhalten. Die dabei über dem   
    Alpenraum laufenden Störungen sorgten für eine rege Gewittertätigkeit in der sehr schwülen und teils heißen   
    Luft. Im Monatsfinale kam es schließlich zu einem zweiten Hitzehöhepunkt, dem eine schwere Unwetterlage in   
    der Osthälfte Österreichs folgte, da auch ein kleines Italientief seine Finger im Spiel hatte.       
                         
    Die teils so schweren Unwetter, die am Monatsende Österreich heimgesucht haben, waren u. a. ein Kind der   
    vorherrschenden Subtropikluft, die praktisch den gesamten Juni dominierte und eigentlich keinen Raum für   
    richtige Abkühlung ließ. So bilanzierte der erste Sommermonat in der Alpenrepublik mit einem     
    Wärmeüberschuss von 2,3°C im Vergleich zum Referenzmittel 1991-2020. Der heurige Juni kam damit auf den   
    mit 2017 geteilten 4. Platz und zwängte sich zwischen die Junimonate aus 2021 und 1811. IN Führung liegen   
    weiterhin der Juni 2019 vor dem Juni 2003. In den Top 10 der wärmsten Juni in der österreichischen     
    Messgeschichte seit 1767 finden sich mittlerweile überwiegend Junimonate der letzten beiden Jahrzehnte. Im   
    Verhältnis zur Periode 1961-1990 war der Juni 2022 sogar um 4,2°C zu warm. Auf den Bergen betrugen die   
    Abweichungen +2,8°C bzw. +4,7°C. Dort war es der drittwärmste Juni der Messreihe. Ein guter Marker für die   
    rapide Erwärmung ist übrigens die Anzahl der Hitzetage mit über 30 Grad Höchstwert. In der Stadt Salzburg gab   
    es davon in der Zeit von 1961-90 durchschnittlich nur einen Tag pro Juni, 1991-2020 lag der Schnitt bei 2,7   
    Tagen und der Juni 2022 brachte in der Landeshauptstadt 5 heiße Tage. Deutlich ungleicher verteilte sich der   
    Niederschlag, der bundesweit um 9% über dem langjährigen Schnitt bilanzierte. Mangels flächigen Landregens   
    sorgten die Gewitter für lokale Unterschiede. In Teilen Tirols, Salzburgs, Kärntens und Oberösterreichs gab es   
    Zugewinne bis zum Doppelten, im Südosten Rückgänge um bis zur Hälfte. Der Rest bewegte sich um den   
    Mittelwert. AM nassesten war es mit 315 l/m² in Windischgarsten (Oberösterreich, begünstigt auch hier durch   
    kräftige Gewittergüsse am Monatsende. Sonnenbaden konnte man diesen Juni ebenfalls genug. Mit +16%   
    Abweichung war es einer der 10 sonnenreichsten Junimonate in Österreich. Die meisten Sonnenstunden   
    ergatterte Andau (Burgenland) mit 317, relativ sonnenreichster Ort war Rauris mit einem Plus von 31% (206   
    Stunden).                    
                         
    Gewitter sind nun das Stichwort, um auf die Rückschau für Hintersee zu biegen. Die Anzahl der im heurigen Juni   
    an unserer Station beobachteten Gewitterzellen brachte mit 20 Zellen einen neuen Monatsrekord, weit vor den   
    16 Zellen aus dem Juni 2018. Durchschnittlich ziehen in einem Juni 9 Zellen über das Gemeindegebiet. Der   
    diesjährige Bestwert verteilte sich auf 9 Gewittertage, worin am 24. Juni mit 4 Zellen die meisten in Erscheinung   
    traten. Von schadensbringenden Entwicklungen blieb Hintersee glücklicherweise verschont. Die stärksten   
    Gewitter zogen bei uns am 5. Und 30. Juni mit lebhaften bis kräftigen Wind sowie Starkregen durch. Die Front   
    am Monatsletzten war zudem mit einer sehr hohen Blitzaktivität und mehreren Naheinschlägen verbunden.  
                         
    Die konvektiven Ereignisse waren im Juni hierzulande auch die Niederschlagsbringer. Mit einer Regensumme   
    von 216 l/m² landeten wir mit einem dezenten Minus von 4% im Mittelfeld. Der nasseste Tag war mit 30,5 l/m²   
    der 29. Juni. Insgesamt bekamen wir durchschnittliche 19 Regentage (+1 Tag).         
                         
    Das Vorhandensein von ausreichend Niederschlag war heuer ein auffälliger Unterschied zu den anderen deutlich   
    zu warmen Junimonaten, die wir bislang in Hintersee hatten. Diese gingen mit einen ordentlichen Regendefizit   
    einher.                    
                         
    Der Juni 2022 zeigte sich nämlich durchgehend überwärmt, wobei die Überschüsse sich von 1,5 Grad im ersten   
    Drittel auf 2,4 Grad in der dritten Dekade steigerten. Unter dem Strich ergab dies eine Mitteltemperatur von   
    16,4°C und eine Monatsabweichung von +2,0°C. Es war somit hinter 2003 (17,7°C) und 2019 (17,6°C) der   
    drittwärmste Juni unserer Messreihe, ex aequo mit dem Juni 2021. Damit traten drei der vier wärmsten     
    Junimonate seit 2019 auf. Wir zählten 13 Sommertage (+4 Tage) und 2 heiße Tage (+-0 Tage). Hierin zeigte sich   
    die oftmalige Anwesenheit sehr warmer Luft, wobei sich daraus nur kurze Hitzespitzen herauskristallisierten.   
    Diese brachten am 19. Und 27. Juni mit 31,5°C die Höchstwerte des Monats und zählten zu den geteilt     
    neuntwärmsten Tageswerten in einem Juni. Am 20. Juni sank die Temperatur nicht unter 16,8°C, was das bisher   
    mildeste Juniminimum darstellte. Den Tiefstwert gab es diesen Monat mit 9,0°C am 14. Juni.      
                         
    Mit dem Ausklang des Junis sind wir auch bei der Jahreshälfte angelangt. Zur Halbzeit führt die Wärme eindeutig   
    vor dem Niederschlag. 2022 ist bisher um 1,1 Grad zu warm und käme auf den 5. Rang. Regen und Schnee   
    hinken um 16% hinterher und tummeln sich dagegen im Tabellenkeller.        
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Fr, 01.07.22 Famose Blitzshow finalisiert Gewitterjuni  
     
                         
    Der gestrige Donnerstag war nicht nur der letzte Tag des Monats, sondern er stand durchaus sinnbildlich für die   
    über weite Strecken des Junis herrschende Witterung. Nach einem freundlichen Tag mit Sonnenschein und   
    sommerlichen 27 Grad ging es am Nachmittag in der schwülen Luft in die übliche Quellwolkenbildung. Hieraus   
    zogen im Laufe des Abends sehenswerte Gewitter aus Westen auf und beendeten den Monat hell und lautstark.  
                         
                         
                         
    Wetterlage                  
                         
    Tiefdruck bei den Britischen Inseln, der in einen langen Trog, welcher von Grönland bis in den westlichen     
    Mittelmeerraum reichte, eingebettet war, beförderte an seiner Vorderseite zum ungezählten Male in diesem   
    Monat sehr warme und feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa. Dort wurde die Luftmasse durch   
    die Sonneneinstrahlung tagsüber zum brodeln gebracht, denn von Nordosteuropa bis zur Adria befand sich   
    breiter Hochdruck.                  
                         
    Im Vorfeld der nun über Frankreich heranrückenden Kaltfront gingen ab den späten Nachmittagsstunden erste   
    Gewitterzellen im Westen Österreichs an den Start, um sich in den Folgestunden weiter ostwärts auszubreiten.  
                         
                         
                         
    Gewitterlinie formt sich über Tirol                
                         
    Den Ausgangspunkt nahmen die Gewitter über dem Tiroler Außerfern. Ferner entwickelten sich weitere Zellen   
    über dem westlichen Nachbarbundesland und brachten auf ihrem Weg beispielsweise schon dem Inntal     
    Starkregen und Hagel samt orkanartiger Böen bis 112 km/h in Innsbruck.         
                         
    Schließlich schossen auch in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein die Gewitter in die Höhe und formten sich nun   
    zu einer Linie, die sich nordostwärts nach Bayern und Salzburg verlagerte.        
                         
                         
    Gewittriger Abend in Salzburg                
                         
    Zuerst erwischte es logischerweise den Pinzgau, dann zog die Linie auf die anderen Gaue zu. Ausgespart blieb   
    diesmal der Lungau. Aufgrund der langsamen Zuggeschwindigkeit dauerte es bis in die Nacht hinein, ehe die   
    Gewitter das Bundesland gequert hatten. Mit im Gepäck waren dabei Starkregen, Hagel und Sturmböen, welche   
    in Lofer 86 km/h und in Golling 80 km/h erreichten.            
                         
                         
    Helle Nachtstunde in Hintersee                
                         
    Die ersten Donner, der aus Südwesten aufziehenden Gewitterlinie, waren in Hintersee gegen 21:20 Uhr zu   
    vernehmen. Es vergingen aber noch ca. 40 Minuten bis das Machwerk richtig einsetzte. Lebhafter bis kräftiger   
    Wind kam auf und wehte den fallenden starkregen durch die Gegend. Das Feld des größten Niederschlags war   
    allerdings bald über uns hinweg gezogen und es regnete in einem verträglichen Maß noch Weiter. In Summe   
    fielen 12,5 l/m².                  
                         
    Beeindruckender war vielmehr die hohe Blitzaktivität, die den Himmel über Hintersee in alle Richtungen beinahe   
    im Sekunden Takt aufleuchten ließ und in unverminderter Intensität in etwa eine dreiviertel Stunde anhielt.   
    Mehrere recht nahe Entladungen waren vom Beobachtungspunkt aus wahrnehmbar und lauter Donner dröhnte   
    im Anschluss.                   
                         
                         
    Einige Feuerwehren im Einsatz                
                         
    Während es in Tirol aufgrund des Starkregens zu einigen Murenabgängen und Straßensperren kam, hinterließ   
    die Gewitterfront in Salzburg merkbar weniger Arbeit. In Saalfelden und Bischofshofen mussten umgestürzte   
    Bäume weggeräumt werden, in Hallein und Wals gab es überflutete Keller auszupumpen.      
                         
                         
    Neuer Gewitterrekord für Juni                
                         
    Das beschriebene Gewitter war bereits das 20., was in diesem Juni an unserer Station verzeichnet werden   
    konnte. Seit dem genauen Aufzeichnungsbeginn 2008 gab es noch nie in einem Juni derart viele Zellen in   
    Hintersee. Die bisherige Bestmarke für Juni stammte aus dem Jahr 2018 mit 16 Gewittern vor dem Juni     
    2008 mit 15 Gewittern. Am letzten Platz fand sich der Juni 2020 mit einem einzigen Gewitter.      
                         
    Quelle: wetter.orf.at, www.krone.at                
                         
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    Di, 07.06.22 Gewitterfront zu Pfingsten  
     
                         
    Die Niederkunft von Feuerzungen auf Auserwählte war ja einst anlassgebend für das dieser Tage begangene   
    christliche Hochfest. In der modernen Version und im Zeitalter der Elektrizität brauchte es kein Feuer mehr,   
    sondern zahlreiche Blitze zuckten am und vom Himmel über der sogenannten Insel der Seligen. Allerdings kam   
    diesmal anstatt des Heiligen Geistes eine Fuhr an Wasser, Eiskugeln und Wind von oben herab, welche vor   
    allem am Pfingstsonntag schadensträchtig in vielen Teilen Österreichs wirkte.        
                         
                         
    Wetterlage                  
                         
    Ein steuerndes Tief bei den Britischen Inseln hatte bereits an den Vortagen zusehends feuchte und warme Luft   
    aus dem Mittelmeerraum in einer südwestlichen Höhenströmung herbeigeführt. Zum Pfingstsonntag hin näherte   
    sich dieses Tief nun allmählich dem Ärmelkanal und die Zufuhr der angesprochenen Subtropikluft erreichte am   
    ersten Pfingstfeiertag im Alpenraum ihren Höhepunkt.            
                         
    Unterstützt wurde der Prozess durch die Bildung eines Ablegertifs namens „Maya“, das am Sonntag über Belgien   
    sich eindrehte und eine nordöstliche Zugbahn einschlug. Den Tiefs gegenüber stand ein Hochdruckgebiet,   
    welches von Island bis ins Baltikum reichte und sich mit seinem Zentrum von der Nordsee auf die Ostseeregion   
    zurückgezogen hatte.                   
                         
    Mit dem Einfließen der sehr feuchten und warmen Luft stellte sich am Sonntag bei sommerlichen Temperaturen   
    eine große Schwüle ein. Die Sonneneinstrahlung erhöhte zudem den Energiegehalt der labilen Luftmasse,   
    welcher sich im Vorfeld der nahenden Kaltfront von Tief „Maya“ ab den Nachmittagsstunden über Österreich   
    entladen sollte. Durch die hohe vorhandene Feuchtigkeit und die gute Windscherung war eine Schwe-    
    rgewitterlage vorprogrammiert. Ein kleines Leetief über Süddeutschland kam noch verstärkend hinzu.    
                         
                         
    Die Front nimmt Fahrt auf                
                         
    Im Laufe des Nachmittages entwickelten sich erste scharfe Gewitterzellen über der Schweiz und Baden-    
    Württemberg. Diese brachten sogleich Vorarlberg heftige Gewitter mit Starkregen und stellenweise rund 40 l/m²   
    an Niederschlag im Bodenseeraum. Im angrenzenden Allgäu auf deutscher Seite waren die Gewitter schon mit   
    großen Hagelschlag verbunden.                 
                         
    In weiterer Folge griffen die Unwetter nun auch auf Tirol und Bayern über. Teils mit Wolkenbruch, Großhagel und   
    Orkanböen einhergehend formierte sich daraus unter ständiger Neubildung von Zellen eine kräftige     
    Gewitterlinie., die sich ost-/nordostwärts bewegte.             
                         
    Zeitgleich erwuchs aus einzelnen Gewitterzellen über der Steiermark und Osttirol eine zweite Gewitterfront, die   
    sich langsamer mit der gleichen Zugrichtung voranschob und sich am Abend schließlich mit der schnelleren Linie   
    an der Alpennordseite zusammenschloss. Diese breite Front querte schließlich bis zum Tagesende die Osthälfte   
    Österreichs und schwächte sich erst ganz im Osten des Bundesgebiets allmählich ab.      
                         
                         
    Hintersee kommt glimpflich durch              
                         
    Die Gewitterlinie zog gegen 18 Uhr nun auch in Oberösterreich und Salzburg, vom Innviertel bis zum Pongau   
    reichend, auf. Dabei zeigten die verschiedenen Zellen entlang der Front eine unterschiedliche Stärke.     
                         
    Hintersee erwischte ein weniger kräftiges Segment der Linie. Erstes Grollen war gegen 18:20 Uhr vom     
    Beobachtungspunkt aus zu vernehmen. Etwa 10 Minuten später kam lebhafter bis starker Wind auf und     
    Starkregen setzte ein. Beides klang nach etwa einer viertel Stunde wieder ab. Nur kurze Zeit danach, gegen   
    18:55 Uhr, konnte eine zweite Zelle vermerkt werden, die, anscheinend nach hinten anbauend, mit deutlich   
    höherer Blitz- und Donneraktivität gemütlich das Gemeindegebiet überquerte. Als Begleiterscheinungen traten   
    nochmals lebhafter Wind und leichter bis mäßiger Regen auf. Aufgrund der Länge des Gewitters (bis ca. 20:45   
    Uhr) konnte man hier auch von gewittrig durchsetztem Regen sprechen.  Im weiteren Verlauf klang auch dieser   
    ab und die restliche Nacht verging ruhig.              
                         
    Die Niederschlagssumme verblieb mit 21,5 l/m² über das Ereignis betrachtet an unserer Station im markanten   
    Bereich. Der Wind brach einige Äste ab.              
                         
                         
    Fast 200 Feuerwehreinsätze in Salzburg              
                         
    Teils wolkenbruchartiger Starkregen und Sturm sorgten im Bundesland Salzburg in allen Bezirken mit Ausnahme   
    des Lungaus für knapp 200 Einsätze der Feuerwehren. Meist waren es umgestürzte Bäume oder kleinere   
    Brände an Trafostationen oder aufgrund gerissener Stromleitungen, welche abgearbeitet werden mussten.   
    Beinahe die Hälfte der Ausrückungen entfiel allerdings auf Saalfelden und Leogang. In Leogang musste ein   
    Baukran mit einer Drehleiter gesichert werden, da er auf die benachbarten Häuser umzustürzen drohte. Deren   
    Bewohner wurden kurzzeitig evakuiert. In Saalfelden überschwemmte der Starkregen Straßen und Keller, der   
    Sturm beschädigte Dächer.                
                         
    Die Regenmengen fielen, wie immer bei solchen Ereignissen, recht unterschiedlich aus und können abseits der   
    vorhandenen Stationen auch deutlich höher gewesen sein. Verbreitet brachte die Gewitterfront zwischen 10 und   
    30 l/m². Der Wind blies am Kolomannsberg mit 111 km/h und am Flughafen mit 101 km/h. am stärksten.     
                         
                         
    Hunderte Ausrückungen in anderen Bundesländern            
                         
    Eine Kombination aus Wolkenbruch und Wind machte auch 250 Feuerwehren in Oberösterreich zu schaffen, die   
    zu 760 Einsätzen gerufen wurden. Wie in Salzburg mussten die Feuerwehrleute ebenso unzählige überflutete   
    Keller, Häuser und Straßen vom Nass befreien, Windwürfe beseitigen, beschädigte Dächer abdichten und   
    Kleinbrände an der Stromversorgung löschen, welche für rund 30.000 Haushalte am Sonntagabend ausfiel. In   
    Schwertberg geriet ein Gasthaus in Brand, eine Mure schob ebenda ein Fahrzeug samt Lenker von der Straße.   
    Spitzenreiter beim Wind waren in Oberösterreich Kremsmünster mit 116 km/h, Altmünster mit 99 km/h und   
    Reichersberg mit 93 km/h. Letzteres bekam mit 44 l/m² genauso wie Gallspach und Ried (46 l/m²) den meisten   
    Regen ab.                    
                         
    In den beiden westlichsten Bundesländern verzeichneten die Einsatzkräfte ebenfalls Ausrückungen aus den   
    erwähnten Gründen. In Schruns (Vorarlberg) wurde ein Baugerüst bei einem Hotel umgeworfen und ein Kran   
    drohte es ihm gleich zu tun. In Imst hielt das Dach des Bahnhofs nicht stand und in Kössen (beide Tirol) warf der   
    Wind ein Zelt um. In der Tiroler Landeshauptstadt traf ein umfallender Baum ein geparktes Auto. Dort wurden   
    innerstädtisch orkanartige Böen bis 112 km/h registriert, an einer exponierten Messstelle sogar 143 km/h. Im   
    Achental gab es den heftigsten Hagelschlag mit Korngrößen bis zu 7 cm. Auch im Außerfern und im Oberland   
    trat Hagel mit mittlerer Größe auf.                
                         
                         
    Unwetter am Montag im Oberpinzgau              
                         
    Zwar hatte sich die großräumige Lage nach Durchzug der ersten Kaltfront in der Nacht auf den Pfingstmontag   
    entspannt und dieser verlief zeitweise durchaus mit freundlichem Wetter, so zeichnete sich für die Gebirgsregionen   
    für den Montagabend eine neuerliche Unwettergefahr ab.            
                         
    Das in Richtung Dänemark gezogene Tief „Maya“ vereinigte sich dort mit dem Höhentief, das via Ärmelkanal in   
    die Nordsee gewandert war. Dabei drehte sich an der Vorderseite des über Frankreich hereinschwenkenden   
    Trogs eine nächste Kaltfront am Abend des Pfingstmontags zum Alpenraum.         
                         
    Mit dieser Front ging über dem Oberpinzgau ein heftiges Gewitter mit Starkregen nieder, das vor allem in   
    Bramberg, Hollersbach und Mittersill für 20 Feuerwehreinsätze aufgrund Überflutungen und Murenabgängen   
    sorgte. Die B165 zwischen Hollersbach und Mittersill wurde auf einer Länge von 500 m von einem ausufernden   
    Bach überschwemmt. Die Felbertauernstraße auf 700 m von einem Erdrutsch verlegt, der dort einige Fahrzeuge   
    abschnitt und benachbarte Wohngebäude traf. Ebenso in Mittersill wurden bei einem Murgang im Bereich des   
    Felberbaches 2 Personen verletzt.                
                         
    Quellen: www.orf.at, www.uwz.at                
                         
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    Mi, 01.06.22 Rückblick Mai: Pünktliche Heißheilige und frühe Schafskälte  
     
                         
    + 151 l/m² Niederschlag                
    + 12,1°C mittlere Temperatur                
    + 29,9°C Tageshöchstwert                
    + 6 Gewitter                  
                         
    Im dritten Monat des meteorologischen Frühlings, der in Hintersee adäquat temperiert und auffallend trocken zu   
    Ende ging, gab es zur Maimitte einen Vorgeschmack auf den Sommer mit Gewittern und sehr warmen     
    Temperaturen. Die Wettersingularität der Eisheiligen wurde konterkariert und musste auf das Monatsende   
    ausweichen, wo sie als verfrühte Schafskälte ins Land zog. So gelang noch der Abbau eines höheren     
    Wärmeüberschusses und ein Aufholen in der bis dahin mageren Niederschlagsbilanz.      
                         
    Der Mai begann mit mildem und unbeständigem Wetter, das von einem Tiefkomplex über dem Mittelmeerraum,   
    dem Ergebnis von skandinavischen Trogeinfluss zum Monatsanfang, gestaltet wurde. Über Nordwesteuropa lag   
    Hochdruck, der im Laufe der ersten Dekade von Tiefdruck abgelöst wurde und rund um den primären     
    Dekadenwechsel selbiges wieder umkehrte, sodass der Hochdruck sich schließlich vom Baltikum bis zur   
    Iberischen Halbinsel reichend, auch im Alpenraum ausbreiten konnte. Vor der Monatsmitte zog wiederum ein   
    Trog aus Nordwesten durch, weshalb der Hochdruck in seinem Vorfeld nach Osteuropa gedrängt und die Zufuhr   
    recht warmer Luft prolongiert wurde. Hinter der Monatsmitte etablierte sich rasch neuer Hochdruck über     
    Nordeuropa, der nach Süden hin Zuwachs bekam. Denn die zweite Monatsdekade schwang sich an der     
    Vorderseite neuen Tiefdrucks über dem Nordostatlantik mit einer für die Jahreszeit ungewöhnlich warmen   
    Höhenströmung zu einer beinahe schon hochsommerlichen Phase auf. Mit einhergingen durch kleine     
    Höhentiefentwicklungen über dem nordwestlichen Mitteleuropa die ersten ordentlichen Gewitterlagen des   
    Jahres. Nach Durchzug des Haupttroges am Übergang in das finale Maidrittel setzte sich für einige Tage   
    Zwischenhochdruck durch. Dahinter folgte erneut Tiefeinfluss aus Nordwesten und ihm folgender sachter     
    Hochdruck. Dabei wurde anhaltend feucht-warme Luft aus dem Mittelmeerraum herbeigeführt, welche sich bei   
    Hochdruck ebenso hielt und ihre Schaueranfälligkeit ausspielte. Erst zum Monatsende hin konnte sich ein   
    Tiefkomplex über Skandinavien durchsetzen und kurzzeitig frische Luft bis nach Mitteleuropa lenken. Der   
    unbeständige Charakter blieb erhalten, jedoch das Temperaturniveau sank merklich ab.      
                         
    In der Auswertung für ganz Österreich waren in diesem Mai die Temperaturen am auffälligsten. Mit einer     
    Abweichung von +1,8°C zum aktuellen Referenzmittel 1991-2020 bzw. +3,2°C zur Periode 1961-1990 war der   
    heurige Mai im Tiefland Österreichs der siebtwärmste in der Messhistorie. Auf den Bergen betrug die     
    Abweichung sogar +2,2°C bzw. +3,7°C und der dritte Frühlingsmonat war in diesen Regionen die Nummer 5.   
    Dabei gab es ein deutliches West-Ost-Gefälle, wodurch der Westen regional zu neuen Mairekorden kam.   
    Erstmals kein negatives Monatsmittel wurde am Sonnblick erzielt, wo es mit einem Mittel von 0,0°C einen neuen   
    Bestwert gab (bisher -0,5°C vom Mai 1958 und 2018). Auch bei den Tageshöchstwerten schaffte Bludenz mit   
    33,7°C am 20. Mai einen neuen Bundeslandrekord für Vorarlberg. Westlich des Arlbergs sowie Großteils im   
    Norden des Landes verlief der Mai mit Rückgängen bis zur Hälfte des Normals auf der eher trockenen Seite. Von   
    Tirol bis zur Steiermark waren die Niederschlagsmengen meist ausgeglichen. Dies ergab eine bundesweite   
    Abweichung von -7% und damit einen halbwegs durchschnittlichen Mai. Nassester Platz war die Rudolfshütte mit   
    196 l/m². Die meiste Sonne tanken konnte man dagegen in Hohenau an der March (Niederösterreich) mit 265   
    Stunden. Die Sonne schien österreichweit mit -3% durchschnittlich lang. Mit Ausnahme des Südens, wo es bis   
    zu -20% gab, hielten sich die Sonnenscheinbilanzen des Landes an das langjährige Mittel.      
                         
    Die Niederschlagsausbeute in Hintersee blieb indes mit einer Summe von 151 l/m² um 38% unter dem     
    Durchschnitt. Es war der trockenste Mai seit 4 Jahren. Die höchste Tagesmenge gab es am 21. Mai mit 25,5   
    l/m². Der Niederschlag verteilte sich dabei auf 19 Niederschlagstage (-2 Tage).        
                         
    Aufgrund keines Schneefallereignisses wechseln wir direkt zur Bilanz des Regens über und sehen hier mit   
    ebenfalls einer Menge von 151 l/m² einen Rückgang von 31% zum langjährigen Mittel. Der regenärmste Mai seit   
    2018 (104 l/m²) platzierte sich damit am Beginn des unteren Drittels unserer Messreihe. Der nasseste Tag wurde   
    bereits erwähnt und auch die Anzahl an Regentagen belief sich auf deren durchschnittliche 19 Tage.    
                         
    Darunter waren 3 Tage als Gewittertage zu vermerken, an denen 6 Zellen über dem Gemeindegebiet gezählt   
    wurden. Gleich die Hälfte davon am 20. Mai, wo es am späten Abend zu zwei markanten Gewittern mit starken   
    Regen, lebhaften Wind und ein paar Naheinschlägen kam.          
                         
    Die Temperaturen erlebten in der Monatsmitte eine hochsommerliche Höhenfahrt und fabrizierten mit einem   
    Mittel von 14,7°C (+4,8°C) die mit Abstand wärmste zweite Maidekade an unserer Station. Allein das dritte Drittel   
    2018 fiel noch wärmer aus. Vor 4 Jahren stellten wir zudem den neuen Monatsrekord (Mittel 13,4°C) auf. Dies   
    war heuer zwar außer Reichweite, dennoch landete der Mai dank zweier durchschnittlicher weiterer Drittel mit   
    einer Mitteltemperatur von 12,1°C bei einer Abweichung von +1,7°C ex aequo mit dem Mai 2003 auf dem 2.   
    Platz. Die höchste Tagestemperatur gab es mit 29,9°C am 20. Mai, dem insgesamt achthöchsten Maiwert in   
    Hintersee. Am gleichen Tag sank das Thermometer nicht unter 12,3°C, was das sechstmildeste Tagesminimum   
    bedeutete. Den Tiefstwert erreichten wir spät im Monat, nämlich am 30. Mai mit 2,8°C. Frost gab es demnach   
    keinen mehr, am 29. Mai ereignete sich der einzige kalte Tag (-5 Tage). Mit 3 zählten wir außerdem eine   
    durchschnittliche Anzahl an Sommertagen.              
                         
    Ein moderater März, ein zu kühler April und ein zu warmer Mai machten den meteorologischen Frühling 2022 in   
    Hintersee mit einem Temperaturmittel von 6,4°C und einer Abweichung von +0,3°C genauso ausgeglichen   
    temperiert, wie die Lenze aus 2002 und 2009. Vorbilder aus den Jahren 2011 und 2020 suchte sich das heurige   
    Frühjahr beim Niederschlag, indem es mit einer Summe von 349,5 l/m² mit -31% markant zu trocken ausfiel.   
    Niederschlagsärmer war es zuletzt 2018 (277 l/m²). Am deutlichsten widerspiegelte sich das Fehlen von     
    Niederschlag bei der Schneebilanz, die mit nur 55 cm, welche alleine auf das Konto des Aprils gingen, sehr   
    mager ausfiel. Wir registrierten mit 7 Schneefalltagen die Hälfte des Normals und die viertkleinste Anzahl unserer   
    Messreihe. Im Frühling 2021 gab es hingegen noch einen neuen Rekord. Die Regentage zeigten mit 38     
    (-2 Tage) keine Auffälligkeit.                
                         
    Die Frühlingsbilanz für Österreich ergab für den Lenz 2022 ein klares Niederschlagsdefizit von 25%. Damit zählte   
    er zu den 20 trockensten in der heimischen Messreihe. Nassester Platz war der Feuerkogel (Oberösterreich) mit   
    344 l/m². Die Temperaturen verhielten sich im Vergleich zum Referenzmittel 1991-2020 im Tal ausgeglichen und   
    im Verhältnis zu 1961-1990 mit +1,5°C markant zu mild, was den diesjährigen Mai knapp an die Top 30     
    heranbrachte. Auf den Bergen waren die Abweichungen mit +0,7°C bzw. +2,1°C merklich höher und dort war es   
    einer der fünfzehn wärmsten Frühlinge. Die Sonnenscheinbilanz fiel nach dem außergewöhnlich sonnigen März   
    um 10% über dem Schnitt aus. Sonnenreichster Ort war Klagenfurt (Kärnten) mit 718 Stunden.    
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Sa, 21.05.22 Krachendes Finale des Maisommers  
     
                         
    Lautstark ging gestern Abend eine ungewöhnlich warme Phase inmitten eines Frühlingsmonats in ihr Finale.   
    Zuvor erreichten wir eine der höchsten gemessenen Temperaturen für einen Maitag an unserer Station.    
                         
                         
    Subtropische Luft kocht hoch                
                         
    An der Hinterseite eines Hochdruckgebiets über Osteuropa wurde an den letzten Tagen zunehmend feuchte und   
    sehr warme, subtropische Luft aus dem Mittelmeerraum nach Norden geführt. Im Übergangsbereich zum     
    Tiefdruck über Nordwesteuropa bildete sich dabei am Freitag ein kleines Tief namens „Emmelinde über     
    Nordfrankreich. Dieses zog im Tagesverlauf weiter über die Benelux und den Norden Deutschlands bis zur   
    polnischen Ostseeküste am Samstagmorgen.              
                         
    An der Südflanke des Tiefs verstärkten sich somit die Druckgegensätze und zur Feuchtigkeit der Luftmasse samt   
    gestiegenen Energiegehalt durch die Sonneneinstrahlung kamen nun auch kräftige Höhenwinde hinzu, welche in   
    Summe sehr gute Voraussetzungen für eine Schwergewitterlage über der Mitte Deutschlands schafften. Aber   
    auch in den südlichen Landesteilen unserer Nachbarn sowie im angrenzenden Österreich stieg die     
    Gewittergefahr vor der nahenden Kaltfront des Tiefs am Freitagabend markant an.      
                         
                         
    Hochsommer mit fast 30 Grad.                
                         
    Die herbeigeführte Luftmasse sorgte davor in Verbindung mit der kräftigen Sonneneinstrahlung schon am   
    Donnerstag für einen Höchstwert von 27,4°C an unserer Station. Die darauffolgende Nacht brachte nur mehr   
    eine Abkühlung auf 12,3°C, was das sechsthöchste Tagesminimum in einem Mai bedeutete. Nur die letzten   
    Maitage in den Jahren 2008 und 2018 boten noch höhere Minima auf. Noch nie blieb es aber so früh im Jahr   
    derart mild. Vergleichbar einzig mit dem Minimum von 12,1°C vom 11. Mai des Vorjahres.      
                         
    Am Freitag legte das Thermometer noch eine Schippe drauf und mit 29,9°C erreichten wir fast einen     
    klimatologischen Hitzetag. Es war der achthöchste Wert für einen Maitag in Hintersee, wo solche Wärme zu   
    dieser Jahreszeit bislang nur selten anzutreffen war. Schließlich lagen nur die 30er vom 5. Und 6. Mai 2003   
    sowie vom 10. Mai 2021 noch zeitiger im Jahreskreis. Der Mairekord stammt wie die restlich besser platzierten   
    Tage von einem Monatsende (32,5°C am 29. Mai 2008).            
                         
                         
    Abendliche Gewitterfront                
                         
    Während zu diesem Zeitpunkt bereits schwere Unwetter über dem Westen Deutschlands niedergegangen   
    waren, formierten sich am Freitagabend dann auch Zellen über dem Südosten des Bundesgebiets und zogen am   
    späten Abend schließlich von Bayern nach Salzburg und Oberösterreich als Gewitterlinie mit Starkregen und   
    Sturmböen herein.                  
                         
    In Hintersee war das Donnern der ersten Zelle gegen 22:25 Uhr zu vernehmen. Nach kurzer Anlaufphase kam   
    teils lebhafter bis starker Wind auf und starker Regen setzte ein. Die hohe Zuggeschwindigkeit der Gewitter ließ   
    die Zelle in angemessenem Tempo über das Gemeindegebiet hinweg ziehen. Der Übergang zur zweiten, in die   
    Gewitterfront eingelagerten, kräftigeren Zelle, war fließend. Die Intensität von Blitz und Donner nahm etwa gegen   
    23:20 Uhr wieder deutlich zu und auch kurzer Starkregen ging nieder. Bemerkenswert waren die heftigen   
    Blitzentladungen, die den Himmel über Hintersee erleuchteten und 4 Naheinschläge inklusive sehr lauter Donner   
    vermerken ließen.                  
                         
    Die zweite Nachthälfte verlief von Gewittern befreit ruhiger, dennoch kam es zu weiteren Regenschauern, welche   
    in Summe eine Niederschlagsmenge von 25,5 l/m² zusammenbrachten. Dies passte zu den anderen auf der   
    Zugbahn liegenden Stationen. In St. Wolfgang gab es 27,0 l/m², in Bad Ischl 26,2 l/m² und am Feuerkogel 22,3   
    l/m² (alle Oberösterreich). Die Loferer Alm hatte 22,9 l/m².             
                         
                         
    Sturm erledigt Maibaumumschneiden              
                         
    Die an der Gewitterfront auftretenden Sturmböen mit Spitzen bis 94 km/h in Golling und 87 km/h in St. Veit   
    erledigten in der Pongauer Gemeinde und in Grödig das Umschneiden des Maibaums, indem sie ihn umwarfen.   
    Die beiden Holzstämme wurden von den Feuerwehren ebenso beseitigt wie einige Windwürfe in Saalfelden.   
    Ansonsten wurden die Einsatzkräfte zum Glück nicht gebraucht.          
                         
                         
    Tornados und Verletzte in Deutschland              
                         
    Die von den katastrophalen Unwettern im letzten Sommer gezeichneten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und   
    Rheinland-Pfalz wurden erneut zum Schauplatz. Mehrere Superzellen trieben hier ihr Unwesen und es kam in   
    Paderborn, Lippstadt und Höxten zu mindestens 3 Tornados, welche dort große Sachschäden anrichteten und   
    über 40 zum Teil schwer Verletzte forderten. Weitere Tornadoverdachtsfälle müssen noch geprüft werden.   
                         
                         
    Neben Großhagel und Starkregen kam es auch zu lokalen Überflutungen. In Rheinland-Pfalz starb ein Mann, als   
    er beim Betreten seines überfluteten Kellers einen Stromschlag erlitt. In Mittelfranken stürzte eine Hütte ein, in   
    der Wanderer vor dem Gewitter Schutz gesucht hatten. Einige Personen wurden verletzt.      
                         
                         
    Wärmste Maimitte in Hintersee                
                         
    Abseits der Tagesaktualität zeichneten die sommerlichen Temperaturen, die am 11. Mai mit einem Höchstwert   
    von 26,0°C das mittlere Drittel des Mais einleiteten, für eine eher unscheinbare Bestmarke verantwortlich. Mit   
    einem Temperaturmittel von 14,7°C und einer Abweichung von +4,8°C zum langjährigen Normal war die heurige   
    zweite Maidekade die bislang wärmste in Hintersee und löste die alte Marke von 12,7°C aus dem Mitteldrittel   
    2017 ab. Über den Gesamtmonat betrachtet war auch nur das dritte Drittel im Mai 2018 mit einem Mittel von   
    15,6°C noch wärmer.                  
                         
    Quellen: wetter.orf.at, salzburg.orf.at, www.dwd.de, www.tagesschau.de        
                         
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    Mi, 04.05.22 Klimaforschung im Laufe der Zeit  
     
                         
    Der Salzburger Kaufmann Anton Korbinian Rauchenbichler hat es vor 200 Jahren niedergeschrieben, Rüdiger   
    Glaser von der Universität Freiburg wertet solche historischen Aufzeichnungen aus und ein Hobbymeteorologe   
    aus den Osterhornbergen misst und dokumentiert heutzutage seit 25 Jahren das Wetter in der Flachgauer   
    Gemeinde Hintersee.                  
                         
    Aus diesem Grund nahm ORF-Salzburg-Redakteurin Verena Bauer die Klimaepochen und Menschen, die sich   
    damit befasst haben und befassen, in ihrem Beitrag für die abendliche Nachrichtensendung des Landesstudios,   
    Salzburg heute, unter die Lupe. Hierzu besuchte sie mit einem Kamerateam vor einer Woche auch die     
    Wetterstation Hintersee, um zum Interview zu bitten.            
                         
    Der TV-Beitrag kann mittels des untenstehenden Links nachgesehen werden. Weiters auch der Verweis zum   
    begleitenden Artikel auf der Webseite des ORF Salzburg.            
                         
    Links: >> TV-Beitrag Salzburg heute    
      >> Artikel: Frühere Klimawandelepochen unter der Lupe        
                         
                         
                         
    So, 01.05.22 Rückblick April: Reichhaltig gedecktes Wetterbuffet  
     
                         
    + 169,5 l/m² Niederschlag                
    + 55 cm Neuschnee                  
    + 1 Eistag                    
    + 2 Gewitter                  
                         
    Brachte der März mit einer Flut an Sonnenschein, die meist nur durch die hereinbrechende Nacht unterbrochen   
    werden konnte, eine schlicht anmutende Wetterkost, so verwöhnte uns der zweite Frühlingsmonat des Jahres   
    mit einer abwechslungsreichen Auswahl an meteorologischen Speisen. In das österliche Weihkörberl konnte   
    man Frostluft und frühlingshafte Wärme ebenso packen wie wiederholte Regengüsse und schneeige     
    Wintergrüße. Einige Tage mit windiger Witterung und die ersten Hagelkörner würzten das Ganze schmackhaft   
    ab. Der April präsentierte heuer das weitgefasste Angebot an Erscheinungen, die eine Übergangsjahreszeit so   
    interessant machen. Selten stimmte der Ausdruck Aprilwetter passender.         
                         
    Die Witterung stellte sich mit Beginn des zweiten Frühlingsmonats nachhaltig um und der April bot gleich an   
    seinen ersten Tagen die Rückkehr des Winters auf. Tiefdruck über Skandinavien und Italien zapfte polare Kaltluft   
    an, die hier nach langer Pause wieder für Schneefall sorgte. Hochdruck bei den Britischen Inseln schaffte kurze   
    Beruhigung und tiefe Temperaturen, ehe sich Tiefs von Island her über Skandinavien und dem Baltikum     
    ausbreiteten und für eine unbeständige und windige Phase verantwortlich waren. Ein von Frankreich nach   
    Mitteleuropa ziehendes Tief brachte am Palmsonntag eine für die Jahreszeit ordentliche Portion Neuschnee.   
    Dahinter breitete sich der Hochdruck von den Britischen Inseln über Westeuropa südwärts und später ostwärts   
    aus, sodass die Karwoche mit freundlichem und zusehends warmem Wetter anfing. Nach einem kurzen     
    Störungsdurchzug aus Nordwesten verliefen die Osterfeiertage unter nordischen Hochdruck. In der zweiten   
    Monatshälfte etablierte sich eine Tiefdruckzone von NW-Russland bis in den Mittelmeerraum und darüber lagerte   
    sich breiter Hochdruck vom Baltikum bis nach SW-Europa. Beide Systeme wichen in der Osterwoche langsam   
    ein Stück westwärts, wodurch der Alpenraum mehr in den Störungseinfluss aus dem zentralen Mittelmeerraum   
    und dem Balkan geriet. Auch in der letzten Aprilwoche blieb der Hochdruck im Nordwesten und Norden erhalten,   
    wurde jedoch von mehreren kleinen Tiefs unterwandert bzw. zum Monatsende hin aus Nordwesten tangiert, da   
    sich die Hochzone in Richtung Nordmeer zurückgezogen hatte.          
                         
    Die von Trockenheit geplagten Regionen Österreichs konnten im April erstmals ein wenig aufatmen, denn die   
    Niederschlagsbilanz fiel mit einem sachten Minus von 3% durchschnittlich aus. Dabei ergaben sich im Norden   
    und Osten des Landes stellenweise Überschüsse bis zu drei Viertel. Dagegen blieb es vom Tiroler Unterland bis   
    hinein in den Pongau lokal mit Rückgängen bis zur Hälfte deutlich zu trocken. Nassester Ort war Lunz am See   
    (Niederösterreich) mit 147 l/m². Ähnlich verteilte sich auch der Sonnenschein, welcher im Norden und Osten bis   
    zu einem Drittel häufiger anzutreffen war und im Westen und Süden sich ausgeglichen zeigte. Bundesweit ergab   
    sich eine Bilanz von -10%. Sonnenreichster Ort war Klagenfurt (Kärnten) mit 214 Stunden. Die gemittelten   
    Temperaturen verblieben im April im Vergleich zum Referenzmittel 1991-2020 in den Tallagen um 1,2 Grad unter   
    dem Schnitt. Im Verhältnis zur Vorperiode 1961-1990 war der heurige April jedoch um 0,3 Grad zu mild. Für die   
    Bergregionen lag die Abweichung bei -0,9°C bzw. +0,7°C.          
                         
    Die gemittelte Temperatur des Aprils in Hintersee betrug 5,0°C und lag damit um 1,3°C unter dem langjährigen   
    Schnitt. Der Monat setzte sich aus einer deutlich zu kühlen ersten Dekade und zwei weiteren leicht bis markant   
    zu niedrigen Dritteln zusammen. Da es bereits im Vorjahr (Mittel 4,0°C) zu frisch war, gab es erstmals seit 16   
    Jahren wieder zwei unterkühlte Aprilmonate hintereinander. Zudem erlebten wir heuer am 2. April einen Eistag,   
    den erst vierten in einem Aprilmonat nach 2 Eistagen 2003 und einem 2017. Die Zahl der Frosttage war mit 12   
    verdoppelt, die der kalten Tage mit 10 auf Normalmaß. Das Temperaturminimum von -6,2°C am 4. April schaffte   
    den Sprung unter die 5 tiefsten Tagesminima eines Aprils. Die höchste Temperatur erzielten wir am 13. April mit   
    22,0°C.                    
                         
    Die Niederschlagsbilanz wies in Hintersee mit einer Summe von 169,5 l/m² ein Plus von 56% auf, welche sich an   
    20 Niederschlagstagen (+6 Tage) ansammelte. Es war damit der feuchteste April seit 5 Jahren. Der nasseste   
    Tag war mit einer Menge von 20,5 l/m² der 9. April.            
                         
    Der April brachte auch die beiden ersten richtigen Gewitter. Das kräftigere der Zwei ging am Nachmittag des 24.   
    Aprils mit starken Regen und kleinkörnigen Hagel nieder.            
                         
    Die größte Regenmenge an einem Tag fiel hingegen am 8. April mit 19 l/m². Im gesamten Monat akkumulierten   
    sich 120 l/m², was einer Abweichung von +25% entsprach. Letztmals mehr regnete es in einem April 2017 (141,5   
    l/m²). Alle anderen der 8 besser platzierten Aprilmonate sind aus den 1990er und 2000er Jahren. Der Regen   
    verteilte sich heuer auf 16 Regentage (+4 Tage).            
                         
    Nachdem neuen Stationsrekord für April war der heurige zweite Frühlingsmonat in Punkto Neuschnee ebenso   
    nicht untätig. Mit immerhin 55 cm und einem Plus von 116 Prozent konnte der April den Totalausfall des März   
    noch ein wenig korrigieren. Gemeinsam mit dem April 2015 war es die siebthöchste Neuschneesumme für einen   
    Aprilmonat. Schnee fiel an 7 Tagen (+3 Tage). Den meisten Schnee an einem Tag gab es am Palmsonntag, den   
    10. April, mit 22 cm, was der neuntbeste Tageswert unserer Messreihe war.        
                         
    Die Schneedecke hielt sich noch tageweise zum Beobachtungstermin an unserer Station geschlossen.     
    Insgesamt verzeichneten wir 8 Schneedeckentage, wobei die Schneehöhe ihr Maximum mit 15 cm am 10. April   
    erreichte. Den voraussichtlich letzten Schneefall- und Schneedeckentag des Winters gab es am 19. April.  
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Mo, 04.04.22 Winterrückkehr nach 5 Wochen  
     
                         
    Fast genau 5 Wochen nach dem letzten kleinen Schneefall am 27. Februar und einem immer wärmer werdenden   
    März mit unzähligen Sonnenstunden, kickte uns der beginnende April zurück in den Spätwinter. 23 cm     
    Neuschnee, der erst vierte Aprileistag und das fünftkälteste Minimum unserer Messreihe waren das Salz in der   
    Wintergrußsuppe.                  
                         
                         
    Wetterlage                  
                         
    Der im März wie einbetoniert scheinende Hochdruck über Europa bekam zum Monatswechsel Kopf- und   
    Fußschmerzen. Vom Nordmeer her eroberte Tiefdruck Skandinavien und stieß von da aus mit Kaltluft polaren   
    Ursprungs im sich nach Mitteleuropa ausweitenden Trog vor. Ein Hoch vor Irland unterstützte die nördliche   
    Höhenströmung.                  
                         
    Auf der anderen Seite grub sich der zweite Tiefkomplex über dem westlichen Mittelmeerraum nordostwärts voran   
    und produzierte in Zusammenarbeit mit der von Norden hervorstoßenden Kaltluft ein Ablegertief namens „Lotte“   
    über dem Golf von Genua. Dieses zog im Laufe des Wochenendes über Oberitalien hinweg ostwärts auf den   
    Balkan.                     
                         
    Den Ostalpenraum erreichte somit von Süd/Südost her etwas feuchte Luft, die hierzulande auf die von Norden   
    eingeflossene kalte traf. Der daraus resultierende Aufgleitniederschlag sorgte an den ersten Apriltagen damit für   
    leichte bis mäßige Schneefälle und spätwinterlich anmutendes Wetter.        
                         
    Ein sich vom Skandinavientief    nach Mitteleuropa verlagernder Randtrog erhielt auch am   
    Sonntag die dichte Bewölkung über unserem Land und es gab weitere leichte Schneeschauer. Erst in der Nacht   
    auf Montag schob sich ein folgender Keil des Irlandhochs bis in den Alpenraum und lockerte die Wolken auf.  
                         
                         
    23 cm Neuschnee                  
                         
    Während es am Freitag noch zu mild für Schnee bis ganz herunter war, machte sich spätabends dann die   
    einfließende Kaltluft bemerkbar und über Nacht kamen die ersten wenigen Zentimeter Neuschnee vom Himmel.   
                         
    Am Samstag zogen immer wieder, meist leichte, Schneeschauer durch, die im Laufe des Tages ein bisschen an   
    Intensität gewannen. Bis zum Abend sammelten sich 9,5 cm Neuschnee am Messplatz an.      
                         
    Die Nacht auf Sonntag brachte nochmals einen Schub kälterer Luft samt einigen Schneeschauern. AM Sonntag   
    selber schneite es in weniger werdenden Schauern noch schwach weiter und zur abendlichen Messung     
    akkumulierten sich weitere 10,5 cm.               
                         
    Die Nacht auf Montag brachte vor der Aufheiterung der Wolken noch letzte 3 cm Pulverschnee, wodurch sich   
    insgesamt 23 cm Neuschnee summierten und das durchschnittliche Schneeaufkommen im April fast schon   
    erreicht wurde.                  
                         
    Durch den bereits erwärmten Boden schmolz der gefallene Schnee, wie im April üblich, trotz frostiger Luft rasch   
    und sonntagabends betrug die Schneehöhe 12 cm. Dennoch war es im ganzen Ort wieder durchgehend Weiß   
    geworden. Am Montag hatte die Aprilsonne dann nur mehr in den abschattigen Ecken Erbarmen mit dem   
    frischen Schnee, der sonst überall wieder wich.            
                         
                         
    Erst 4. Aprileistag im 21. Jahrhundert              
                         
    Von einem Eistag spricht man dann, wenn die Tageshöchsttemperatur an einer Messstation nicht über den   
    Gefrierpunkt hinaus ansteigt, also maximal 0 Grad beträgt. Aufgrund des tiefen Sonnenstandes sind Eistage im   
    Winter nichts Besonderes (oder sollten es zumindest nicht sein. Im April, wo die Sonne schon vielmehr Kraft hat,   
    kann sie auch eine für die Jahreszeit kalte Luftmasse tagsüber gut erwärmen. Es braucht da schon eine dicke   
    Wolkendecke, damit das Thermometer im Frostbereich verharrt. Dadurch sind Eistage im April eher selten   
    anzutreffen.                  
                         
    Mit einem Tagesmaximum von genau 0,0°C war es am Samstag erst zum vierten Mal in unserer Messreihe   
    soweit und wir notierten nach dem 6. und 7. April 2003 (Maximum -1,0°C bzw. –3,0°C) sowie dem 19. April 2017   
    (-0,1°C) einen Eistag im April. Am darauffolgenden Sonntag verpassten wir das Ziel mit einem Tageshöchstwert   
    von +0,1°C nur ganz knapp. Es war dennoch eines der 10 frischesten Tagesmaxima unserer Messreihe.    
                         
    Die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau zeigten weitere Eistage in den Aprilmonaten 1969, 1970,   
    1979, 1980, 1981 und 1986. Aber auch hier maximal zwei Eistage pro April und Jahr.       
                         
    Als Draufgabe sank die Temperatur Montagfrüh nach dem Aufklaren dann noch ordentlich in den Keller und kurz   
    vor 7 Uhr zeigte das Thermometer mit -6,2°C einen für April sehr zapfigen Wert an. Es war das fünftkälteste   
    Minimum in einem April an unserer Station. Das Tiefste seit 10 Jahren.        
                         
                         
    Top 10 niedrigste Tagesmaxima im April   Top 10 Tiefstwerte im April      
                         
    1 07.04.2003 -3,0°C   1 08.04.2008 -9,0°C    
    2 06.04.2003 -1,0°C   2 07.04.2003 -8,0°C    
    3 19.04.2017 -0,1°C   3 08.04.2003 -7,0°C    
    4 02.04.2022 0,0°C     07.04.2006 -7,0°C    
    5 03.04.2022 0,1°C   5 09.04.2012 -6,2°C    
    6 06.04.2021 0,3°C     04.04.2022 -6,2°C    
      07.04.2021 0,3°C   7 07.04.2002 -6,0°C    
    8 08.04.2012 0,8°C   8 10.04.2003 -6,0°C    
    9 01.04.2013 1,1°C   9 01.04.2020 -5,9°C    
    10 20.04.2017 1,3°C   10 09.04.2003 -5,5°C    
                         
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    Sa, 02.04.22 Rückblick März: Endloser Sonnenschein und staubtrocken  
     
                         
    + 29 l/m² Niederschlag                
    + 0 cm Neuschnee                  
    + 2,0°C mittlere Temperatur                
    + 18,9°C höchste Temperatur                
                         
    Sonnenhungrige müssen in diesem März regelrecht adipös geworden sein, sooft wie unser Zentralgestirn von   
    einem meist wolkenlosen Himmel strahlte. Große und stabile Hochdruckgebiete machten den März 2022 zum   
    trockensten März seit 50 Jahren, der in den vorhandenen Messreihen erstmals überhaupt komplett ohne     
    Neuschnee blieb. Trotz völlig konträrer Witterungen waren März 2021 und 2022 dennoch ident temperiert.   
                         
    Der März brachte über weite Teile des Monats und des Kontinents eine dauerhafte Hochdruckdominanz. Bereits   
    im ausgehenden Februar stellte sich über Mitteleuropa ein Hochdruckgebiet ein, das sich langsam nordostwärts   
    ausdehnte und eine kalte Höhenströmung aus selbiger Richtung in den Alpenraum lenkte. Gleich nach     
    Monatsbeginn verstärkte ein weiteres Hochzentrum von Nordwesteuropa her die antizyklonale Herrschaft,   
    welche alsbald von der Biscaya bis zum Baltikum reichte. Atlantische Tiefs mussten auch bald Nordeuropa   
    aufgeben und wurden weit nordwärts abgelenkt. Als Gegenpart unterhöhlte den kontinentalen Hochdruck ein   
    lang gestreckter Trog von Russland bis in den Mittelmeerraum mit Zentralkomplex über Südosteuropa. Zum   
    ersten Dekadenwechsel hin hatte ein Hochzentrum über den Balkan den Trog in die Mangel genommen und in   
    Zusammenarbeit mit einem mächtigen Hoch über Südskandinavien setzte sich die sonnige Phase mit sehr   
    trockener und langsam milderer Luft aus östlichen Richtungen fort. Um die Monatsmitte verfrachtete zuerst ein   
    kräftiges Tief bei Marokko eine große Fuhr an Saharastaub über die Iberische Halbinsel nordostwärts, welcher   
    schließlich auch den Alpenraum erreichte und hierzulande für ein gelb-orange-rotes Farbspiel am Himmel sorgte.   
    Ein Tief bei den Britischen Inseln bohrte sich im Anschluss kurz mit einem Ablegertief über Mitteleuropa in den   
    Hochdruck hinein und es gab Regen. Doch die Visitation war nur von recht kurzer Dauer. Der Hochdruck     
    eroberte sein Refugium rasch wieder zurück und die nächsten beiden Märzwochen verstrichen mit viel     
    Sonnenschein. Ein riesiges Hoch mit einen für Europa sehr respektablen Kerndruck von 1.050 hPa blähte sich   
    vor dem zweiten Dekadenwechsel über der Nordsee bis hin zum Baltikum auf und versenkte wiederum weite   
    Teile Kontinentaleuropas unter seinem Einfluss. Dabei drehte ein Minitief, ausgehend vom Schwarzen Meer,   
    eine Runde um das große Hoch. Dieses verlagerte seinen Schwerpunkt allmählich nach Nordosteuropa und   
    später auf den Balkan, wodurch mit der auf Südost drehenden Höhenströmung weiterhin recht trockene, aber für   
    die Jahreszeit warme Luft in den Alpenraum geweht wurde. Im Tandem mit einem neuen Hoch bei den     
    Britischen Inseln vergingen die Tage des dritten Monatsdrittels unter Hochdruck. Der Tiefdruck blieb weit im   
    hohen Norden und erstreckte sich andererseits durch den Mittelmeerraum in den anatolischen Raum hinein. Ein   
    Tief über dem westlichen Mittelmeer führte einige Tage vor Monatsende eine zweite Portion Saharastaub bis in   
    den Alpenraum. Zu dieser Zeit hatte der Hochdruck über dem Nordwesten und Skandinavien schon weichen   
    müssen. Wiederholte Tiefs zogen hier durch, schafften aber noch nicht den Vorstoß bis in den Alpenraum. Dies   
    gelang einem Italientief am letzten Märztag mit etwas Regen.          
                         
    Dieser Niederschlag ganz zum Schluss verhinderte einen neuen Negativrekord in Österreich für einen März. So   
    war es dennoch mit einem Minus von 73% gemeinsam mit 2003 der dritttrockenste März seit dem flächigen   
    Aufzeichnungsbeginn 1858. Noch weniger Niederschlag gab es 1921 (-81%) und 1929 (-82%). In     
    Westösterreich, von Vorarlberg bis Oberösterreich und Kärnten, war es mit Abweichungen bis zu -95 Prozent   
    stellenweise sogar der trockenste März überhaupt. Feldkirch (12 l/m², Vorarlberg), Innsbruck (5 l/m², Tirol) und   
    Zell am See (3 l/m²) verzeichneten neue Trockenheitsrekorde. Die anderen landesteile im Norden und Osten   
    trugen ein Defizit von bis zu drei Viertel davon, der Südosten und äußerste Süden immerhin bis zur Hälfte. Aber   
    vor allem in diesen Regionen setzte sich eine seit September letzten Jahres beinahe durchgehend anhaltende   
    Niederschlagsarmut fort. Das bundesweite Defizit für die vergangenen 7 Monate betrug rund 30 Prozent. Der   
    März war dabei seit 2010 nur ein einziges Mal (2013) nicht unterdurchschnittlich feucht. Nassester Platz in   
    diesem Monat war der Feuerkogel (Oberösterreich) mit 43 l/m². Diese schon länger bestehende Bergstation   
    erreichte mit einer Sonnenscheindauer von 242 Stunden auch einen Stationsrekord. Ebenso gelang dies mit 255   
    Stunden auf der Schmittenhöhe bei Zell am See und am Sonnblick mit 268 Stunden. Der österreichweit     
    sonnigste Platz lag am Tiroler Brunnenkogel mit 290 Stunden. Auf den Bergen war es mit einem Plus von 56%   
    der sonnenreichste März in der Messgeschichte. In den Niederungen mussten wir trotz eines Überschusses von   
    51 Prozent wie 1948 nur dem März 1953 (+57%) vorbei lassen. Die Sonnenkönige waren in Österreich von   
    Vorarlberg bis ins Burgenland mit Abweichungen von bis zu plus 80% zu finden. Allein in Osttirol und     
    Oberkärnten gab es nur bis zu 20% mehr an Sonne. Generell war das Winterhalbjahr 21/22 (Oktober bis März)   
    mit +21% an Sonnenschein das zweitsonnigste in Österreich hinter 89/90 (+29%). Für einmal keine Schlagzeilen   
    produzierten die Temperaturen, die in Österreich im Großen und Ganzen den Werten des Vorjahres     
    entsprachen. Der März startete frisch und erwärmte sich stetig. Recht auffallend waren die enormen     
    Temperatursprünge, welche es beispielsweise am 23. März in Orten Niederösterreichs gab. Gut 28 Grad   
    zwischen Tagestiefst- und Höchstwert registrierte man in Österreich nicht mehr seit 1972. Im Tal war der März   
    heuer im Vergleich zum Referenzmittel 1991-2020 um 0,4 Grad zu kühl. Im Verhältnis zur Periode 1961-90   
    allerdings um 0,9 Grad zu mild. Auf den bergen waren die Abweichungen +0,8°C bzw. +2,1°C.    
                         
    Einen netten Temperaturhüpfer von 18 Grad gab es auch bei uns in Hintersee am 23. März. Das absolute   
    Monatsminimum erzielten wir jedoch schon am 8. März mit -8,6°C. Den Monatshöchstwert gab es zwanzig Tage   
    später mit +18,9°C, was zugleich der achtwärmste Messwert in einem März für unsere Reihe war. Wir     
    verzeichneten noch einen Eistag (7. März), 20 Frosttage und 15 kalte Tage. Das erste Monatsdrittel war zu kalt,   
    das zweite lag am langjährigen Schnitt und das finale Drittel war deutlich zu warm. Daraus ergab sich mit einem   
    Temperaturmittel von 2,0°C ein durchschnittlicher März mit einer Abweichung von +0,3°C. Das heurige Mittel   
    entsprach jenem aus dem Vorjahr.                
                         
    Die Niederschlagsbilanz fiel mit einer Monatssumme von lediglich 29 l/m² bei einer Abweichung von -81%   
    außergewöhnlich niedrig aus. Dieser Niederschlag verteilte sich auf 3 Niederschlagstage (-12 Tage). Den   
    Löwenanteil gab es am 16. März mit 20 l/m². In unserer Messreihe war es der mit Abstand trockenste März. Die   
    Daten der Hydrografischen Station in Faistenau zeigen einen noch niederschlagsärmeren März vor 50 Jahren   
    mit 23 l/m² im März 1972.                 
                         
    Bemühte man die Langzeitdatenreihe der ZAMG, so fanden sich seit den 1850er Jahren für Bad Ischl nur   
    Einträge aus den Märzmonaten 1862, 1919 und eben 1972, an denen es eine ähnliche negative Abweichung   
    zum Mittel wie heuer gab. Der März 72 war dort ebenfalls mit 23 l/m² Niederschlag der trockenste der ganzen   
    Messreihe. Für die Stadt Salzburg wiesen die Zahlen für den März 1972 15 l/m² auf. Sehr trockene Märzmonate   
    mit rund nur einem Fünftel des durchschnittlichen Niederschlags gab es in der Landeshauptstadt noch zusätzlich   
    in den Jahren 1924, 1921, 1892, 1862 und 1856, wo es mit 11 l/m² der niedrigste Wert war. Die Abweichungen   
    beziehen sich auf das aktuelle Referenzmittel 1991-2020. Angemerkt sei, dass der Schnitt dieser Periode um   
    rund ein Drittel über dem Langzeitmittel des gesamten Zeitraumes liegt. Trockenere Märzmonate also bis vor   
    einem halben Jahrhundert öfter auftraten. Dafür lagen die Temperaturmittel beispielsweise 1862 und 1892 um   
    gut 4 Grad unter dem Mittel der erwähnten Periode. Das wäre uns heutzutage wie ein Eismärz vorgekommen.  
                         
                         
    Die Akkumulation an reinem Regen entsprach der Niederschlagssumme, da es keinen Neuschnee gab. Die 29   
    l/m² Regen bedeuteten einen Rückgang von 78 Prozent. Nur 2004 (25 l/m²) und 2016 (19,5 l/m²) regnete es   
    noch weniger. Wir registrierten 3 Regentage (-7 Tage). Damit wurde der alte Negativrekord von 4 Regentagen   
    aus 2004 und 2016 unterboten. Den meisten Regen gab es wie erwähnt am 16. März mit 20 l/m².    
                         
    2004 und 2016 hatten im Unterschied zu heuer wenigstens Schnee im Angebot. In dieser Hinsicht war der März   
    2022 womöglich ein absolutes Novum, weil es sich beim Neuschnee um einen Totalausfall handelte. Der   
    durchschnittlich eine Meter Neuschnee, den es im März hier gibt, blieb uns diesmal versagt. Die bisher     
    niedrigsten Neuschneesummen für März zeigten 1994 und 2011 mit je 5 cm. Unsere Messreihe wies zwar   
    außerdem 1989 und 91 als Nullnummern aus, jedoch kann aufgrund der damals geringeren Datenqualität davon   
    ausgegangen werden, dass es dennoch schneite. Die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau hatten für   
    89 und 91, wenn auch wenig, Schnee zu bieten. In der dortigen Reihe fand sich in den letzten Jahrzehnten kein   
    schneefreier März. Selbst 1972 gab es ein paar Zentimeter. Selbstredend ließen sich daher im März auch keine   
    Schneefalltage zählen (-9 Tage).                
                         
    Die Schneedecke hielt sich im Bereich der Wetterstation noch an allen 31 Tagen des Monats, während sie sich   
    in den tiefer und sonniger gelegenen Gemeindeteilen schon zum Teil gänzlich zurückgezogen hat. Ihren     
    Höchststand erreichte sie bei uns gleich am 1. März mit 73 cm.          
                         
    Bei so wenig an Regen und Schnee, was es in diesem März zu verteilen gab, waren die niederschlagsfreien   
    Perioden recht lange. Mit 15 Tagen am Stück ohne einen Tropfen oder Flocke schafften es der 28. Februar bis   
    14. März zur längsten Trockenphase, die sich überwiegend in einem März befand. Auf Platz 2 folgen sogleich die   
    14 Tage vom 17. Bis zum 30. März. Bislang waren die 12 Tage vom 17. Bis zum 28. März 2003 das höchste der   
    Gefühle. Wieder auf die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau zurückgegriffen, blieb es vom 7. Bis zum   
    25. März 1972 einmal schon 19 Tage in einem März ohne Niederschlag.        
                         
    Auch wenn die Witterung nicht viel hergab, hatte dieser Monat also doch eine ganze Menge zu bieten. Man   
    muss sich schon tief ins Archiv graben, um den heurigen März gut einordnen zu können.      
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at, www.ehyd.gv.at              
                         
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    Mi, 02.03.22 Rückblick Februar: Sturm auf Europa  
     
                         
    + 183,5 l/m² Niederschlag                
    + 99,5 cm Neuschnee                  
    + 0,7°C mittlere Temperatur                
    + 1 Gewitter                  
                         
    Was die ersten drei Wochen des Februars nur meteorologische Bedeutung hatte, wandelte sich am schwarzen   
    Donnerstag, den 24. Februar 2022, auf das Allerschlimmste, den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.  
                         
    Die Witterung im Februar war grundsätzlich durch atlantische Tiefdruckgebiete geprägt, die dem Alpenraum   
    einige mehr oder weniger stärkere Windereignisse brachten. Hintersee wurde von den Sturmtiefs eher am Rande   
    tangiert und es kam zu keinem besonderen Einzelvorkommnis. Der Charakter des Febers 2022 war bei uns sehr   
    mild, windig und wechselhaft. Der Norden und Osten des Landes hatte da schon vielmehr mit schaden-    
    bringenden Sturm zu tun. Am heftigsten war es am 17. Februar, wo in den Niederungen mit 120 km/h in Enns die   
    höchste Windspitze im Tal und am gleichen Tag mit 167 km/h am Feuerkogel (beide Oberösterreich) Selbiges für   
    die Gipfel gemessen wurde.                
                         
    Der zweite Monat des Jahres begann mit zwei von NW-Europa über das östliche Mitteleuropa südostwärts   
    ziehenden Tiefs, die gleich zu Beginn eine markante Portion Neuschnee brachten. Danach ging die Schau an ein   
    isländisches Sturmtief mit Ableger bei Norwegen, welche die feuchte und windige Witterung bis zum ersten   
    Dekadenwechsel fortsetzten. Der Hochdruck über dem Ostatlantik vermochte sich dann nach Osten zu schieben   
    und mit einer gedrehten Strömung zogen vorfrühlingshafte Temperaturen ein. Ganz ohne Unterbrechung von   
    nordwesteuropäischen Tiefs ging aber auch das nicht. Hinter der Monatsmitte wurde die Tieftätigkeit über dem   
    Nordostatlantik wieder deutlich aktiver und es zogen praktisch im Tagesrhythmus neue Sturmtiefs und ihre   
    Fronten durch. Mit den Orkanen „Ylenia“, „“Zeynep“ und „Antonia“ erreichte die stürmische Phase bis kurz nach   
    dem zweiten Dekadenwechsel ihren Höhepunkt und sorgte vor allem im Nordteil Europas, von den Britischen   
    Inseln bis Skandinavien und Norddeutschland, für große Sachschäden und Todesopfer. Anschließend baute sich   
    der Hochdruck über dem Ostatlantik weiter nordwärts auf, sodass die folgenden Tiefs etwas abgedrängt wurden.   
    In Kombination mit Hochdruck über Südosteuropa erklommen die Temperaturen nochmals ein recht hohes   
    Niveau. An den letzten Febertagen hinterließ ein nach Russland abgezogenes einstiges Islandtief eine     
    Hochdruckbrücke vom Südwesten bis in den Nordosten des Kontinents mit einer Abkühlung.      
                         
    In der Alpenrepublik setzte sich die Reihe der deutlich zu warmen Februare auch heuer fort. Im Vergleich zum   
    Referenzmittel 1961-90 ging der Februar 2022 mit einer Abweichung von +3,2°C ins Ziel. Es war seit 2014   
    bereits der sechste Februar, welcher eine Abweichung von zumindest plus 2 Grad aufwies. Im Verhältnis zur   
    aktuellen Vergleichsperiode 1991-2020 war der Februar um 2,3°C zu warm und landete in der österreichischen   
    Messreihe auf dem 13. Platz. Um ein Grad weniger ausgeprägt war die positive Abweichung auf den Bergen, wo   
    der Feber auf dem 42. Rang schloss. Die Niederschlagsbilanz fiel mit einem Plus von 6% relativ ausgeglichen   
    aus, wobei entlang der Alpennordseite von Vorarlberg bis Niederösterreich und der Obersteiermark es Zuwächse   
    bis zu drei Viertel des Normals gab. In ähnlicher Höhe blieb es im Süden und dem Weinviertel zu trocken. Der   
    Rest waberte um das klimatologische Mittel. Der nasseste Ort war Schröcken (Vorarlberg) mit 241 l/m². Die   
    Sonnenscheinausbeute lag bundesweit gemittelt bei +15%. Dabei zeigte sich der Westen meist ausgeglichen mit   
    lokalen Defiziten. Von Oberösterreich bis Kärnten ostwärts lagen die positiven Abweichungen um den     
    Bundeswert. Zwischen der Weststeiermark und dem Nordburgenland schien die Sonne sogar bis zu 50%   
    häufiger. Sonnigster Platz war die Kanzelhöhe (Kärnten) mit 182 Sonnenstunden.        
                         
    In Hintersee summierten die zahlreichen Fronten eine Niederschlagsmenge von 183,5 l/m² auf, welche um ein   
    knappes Drittel über dem Üblichen lag. Zwar bilanzierten die Monatssummen an Regen und Schnee negativ, das   
    Wasseräquivalent im gefallenen Schnee sorgte jedoch für die überdurchschnittliche Niederschlagsmenge. Ein   
    Gemisch aus beiden Arten waren die 45 l/m², die am 7. Februar die größte Tagesmenge des Monats markierten.  
                         
    An Regen akkumulierten sich im Feber 50,5 l/m², ein Minus von 29% und ein Platz im Mittelfeld, wo schon viele   
    Februare in etwa diese Menge erreichten. Es gab 10 Regentage (+4 Tage). Der meiste Regen fiel am 23.   
    Februar mit 14,5 l/m².                  
                         
    Die Neuschneemenge belief sich auf 99,5 cm bei einem Rückgang von 19%. Wie beim flüssigen Niederschlag   
    blieb es auch hier bei der Einordnung im Mittelfeld. Damit hielt der heurige Februar den eindeutigen     
    Abwärtstrend bei der Schneesumme nicht auf, denn seit 2014 erzielte einzig der Feber 2018 (127,5 cm) eine   
    durchschnittliche Menge. Die diesjährige Monatssumme verteilte sich auf 16 Schneefalltage (+5 Tage). Den   
    größten Batzen schneite es gleich zu Beginn am 1. Februar mit 37,5 cm.        
                         
    Tags darauf, am 2. Februar, ereignete sich mittags ein Wintergewitter mit Schneefall und lebhaften Wind. Es war   
    das erste Gewitter im heurigen Jahr.              
                         
    Der Monatserste war zudem der Tag mit der maximalen Schneehöhe des Monats. Die an 28 Tagen     
    geschlossene Schneedecke erreichte hier mit 102 cm ihren Höchststand im Februar.      
                         
    Bei den Temperaturen lehnte sich die Ladenbachmetropole an die Bundesvorgaben an und hatte bei einem   
    Mittel von +0,7°C eine Abweichung von +2,2°C zu bieten. Für Hintersee war es der siebtwärmste Februar in   
    unserer Messreihe. Somit stammten die 7 wärmsten Feber allesamt aus Jahren seit 2014. Das heurige     
    Temperaturmittel errechnete sich aus zwei viel zu warmen Dekaden und einem gemäßigt zu milden letzten   
    Monatsdrittel. Den Tagestiefstwert erzielten wir am 28. Februar mit -7,1°C. Das Maximum zeigte das     
    Thermometer am 24. Februar mit +13,9°C. Genauso mild war es am gleichen Tag des Vorjahres. Beide teilen   
    sich daher den siebten Rang unter den höchsten Februartemperaturen. Dahinter liegt übrigens der 24. Februar   
    2020 mit +13,2°C. Es gab im heurigen Feber nur einen Eistag, 24 Frosttage und 22 kalte Tage.    
                         
    Der Februar 2022 hielt uns eindrucksvoll in der Nordhälfte des Kontinents die Gewalt des Wetters vor Augen, die   
    Menschenleben forderte. Aber dies ist Nichts im Vergleich zu den Menschen, die durch ihre Gewalt unzählige   
    Leben fordern.                  
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Sa, 05.02.22 Rückblick Jänner: Weiße Mitte, warme Ränder  
     
                         
    + 195 l/m² Niederschlag                
    + 172,5 cm Neuschnee                
    + 24 l/m² Regen                  
    + -1,1°C mittlere Temperatur                
                         
    Neues Jahr, altes Wetter. Das konnte man sich am Jahresbeginn durchaus denken, denn das neue Jahr 2022   
    begann mit einer ungewöhnlichen Wärmewelle, die an den Weihnachtsfeiertagen eingesetzt hatte. Die Mitte des   
    Jänners präsentierte sich dann jahreszeitlich passend mit Sonne und Neuschnee. In Richtung Ausgang setzte   
    sich allerdings eine unbeständige, windige und recht milde Witterung durch.        
                         
    Der Start in das neue Jahr begann im Einfluss des abtziehenden Hochdrucks, der uns mit einer ehemals     
    subtropischen Luftmasse in der Höhe eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Wärmewelle hinterließ. Der in der   
    Folge aufkeimende Tiefdruck von den Britischen Inseln her prolongierte zu Beginn des Jänners das zu milde   
    Wetter. Kurzzeitig kamen wir auch in den Genuss eines Italientiefs, ehe sich der über dem Ostatlantik haltende   
    Hochdruck zum ersten Dekadenwechsel hin nach Norden und Osten ausweitete und den Brückenschlag zum   
    Bruderhoch über Nordosteuropa schaffte. Die Frontalzone wurde so nach Nordeuropa abgedrängt. Die     
    Freundschaft mit dem östlichen Hoch hielt aber nicht allzu lange. Dem stabilen Wetter tat dies allerdings keinen   
    Abbruch, da das ostatlantische Hoch nun allein bis nach Mitteleuropa reichte und hier bis über die Monatsmitte   
    hinaus schließlich dominant war. Störungen mussten vom Nordmeer bis nach Osteuropa herunter ausweichen.   
    Erst mit dem Wechsel in die dritte Dekade wich der Hochdruck vom Kontinent nach Nordwesten auf den Bereich   
    zwischen den Britischen Inseln und Island zurück. Die von Grönland in Richtung Skandinavien wandernden Tiefs   
    brachten für den Alpenraum die frontalen Prozesse wieder retour. Unterbrochen wurde dies zur Mitte des letzten   
    Drittels von einem Ablegerhoch aus Westen, das für ein paar Tage recht freundliches Wetter bot. Den Abschluss   
    des Jänners markierte eine windige Nordwestlage, die ein zum Baltikum ziehendes Tief mit sich brachte. Die   
    finalen Jännertage waren damit von stürmischen Wind, Schnee und Regen geprägt.      
                         
    Der Warmlufteinbruch zum Jahresbeginn zeichnete sich deutlich in einer um 1,4°C zu milden Jännerbilanz in   
    Österreich bei den Temperaturen im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 ab. Im Verhältnis zum Mittel der   
    Jahre 1961-90 war der heurige Jänner gleich um satte 2,9°C zu warm. Er platzierte sich damit auf dem 24. Rang   
    in der 255-jährigen Messgeschichte Österreichs. Auf den Bergen war es mit einem Plus von 0,6°C zum aktuellen   
    Referenzmittel nicht ganz so mild. Außerdem hat Österreich seit dem 1. Jänner einen neuen Temperaturrekord   
    für einen Neujahrstag. Dieser steht nun bei +18,8°C in Köflach (Steiermark) und löste die +18,0°C aus 1984 in   
    Wr. Neustadt ab. Keine Bestwerte gab es beim Niederschlag, der bundesweit um 35% zu gering ausfiel. Dabei   
    waren der Flachgau, das Salzkammergut, das Mühlviertel und das zentrale Kärnten mit ausgeglichenen     
    Statistiken noch die feuchtesten Regionen. Hier war mit 123 l/m² am Feuerkogel (Oberösterreich) auch der   
    nasseste Fleck im Jänner zu finden. Großteils regnete und schneite es um bis zur Hälfte weniger, stellenweise   
    im Südosten auch bis zu drei Viertel. Dafür bekamen der Süden und Osten massig Sonne ab und lagen zum Teil   
    bis zu zwei Drittel über dem Normal. Am sonnigsten war es auf der Villacher Alpe (Kärnten) mit 204     
    Sonnenstunden. Bis zu einem Drittel unterbelichtet blieben hingegen die Regionen vom Norden Salzburgs bis in   
    Teile Niederösterreichs. Der Rest bewegte sich um die bundesweite Abweichung von +22%, die einen der fünf   
    sonnigsten Jänner der letzten 3 Jahrzehnte in Österreich bedeuteten.          
                         
    Der Premierenmonat des Jahres 2022 brachte für die Ladenbachmetropole eine Niederschlagsmenge von 195   
    l/m², welche um 26 Prozent unter dem Durchschnitt lag und dennoch dem Wert aus dem Vorjahr (197,5 l/m²)   
    entsprach. Den meisten Niederschlag gab es in Form von Schnee am 22. Jänner mit 33 l/m².      
                         
    Aus den 33 Litern Wasser produzierten wir am angesprochenen 22. Jänner 44 cm Neuschnee, die größte Menge   
    in diesem Jänner. Insgesamt sammelten sich gute 172,5 cm an, die mit einem Plus von 37% den siebtbesten   
    Wert eines Jänners in unserer Messreihe bedeuteten. 2022 folgte in der Rangliste damit gleich 2021 (212 cm).   
    Die gefallene Menge verteilte sich hierbei auf 16 Schneefalltage (+4 Tage).        
                         
    Die Schneedecke hielt sich an unserer Station, wenn auch mit Ach und Krach, über sämtliche 31 Tage den   
    ganzen Monat über geschlossen. Ihren Höchststand erreichte sie am 28. Jänner mit 95 cm. AM 4. Jänner war sie   
    bereits auf magere 11 cm gesunken.              
                         
    Die Ursache für das Minus beim Monatsniederschlag erklärte sich aus dem 71-prozentigen Rückgang der   
    Regenmenge, die mit 24 l/m² eine der geringsten in einem Jänner und die niedrigste seit 2010 (13,5 l/m²) war.   
    Mehr als die Hälfte davon, nämlich 13 l/m², regnete es am 30. Jänner. Es gab 5 Regentage (-2 Tage).    
                         
    Bei den Temperaturen verhielt es sich in Hintersee wie schon in ganz Österreich. Mit einem Monatsmittel von –  
    1,1°C war der Jänner 2022 auch bei uns um 1,4 Grad zu warm. Dabei fiel das erste Drittel mit einer ordentlichen   
    Überwärmung aus der Reihe. Die zweite Dekade brachte durchschnittliche Werte und das finale Drittel war   
    erneut markant zu mild. Mit einer Anzahl von 5 fehlten fast zwei Drittel der zu erwartenden Eistage. Die Zahl der   
    Frosttage lag mit 27 im Schnitt. Die höchste Temperatur erzielten wir am 3. Jänner mit +8,6°C. Den     
    Monatstiefstwert gab es zehn Tage später mit -9,9°C.            
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    So, 16.01.22 Das Wetterjahr 2021 - Wärmeknick bringt Schnee zurück  
     
                         
    Das Wetterjahr 2021 brachte für das beschauliche Hintersee und seine nun ein viertel Jahrhundert alte     
    Wetterstation wieder viele interessante Witterungen und Messungen.           
                         
    An Niederschlag und Temperatur recht nahe bei den langjährigen Durchschnittswerten liegend, ist ein genauer   
    Blick doch lohnenswert. So fehlte dem Jahr 2021 bis April und vor allem später im Herbst der flüssige Nieder-  
    schlag und dadurch ergab sich eines der vier regenärmsten Jahre der Messreihe. Kompensiert wurde dieser   
    Umstand durch ungewöhnliche Schneefälle ab Mitte März, die ein wichtiger Baustein für das schneereichste Jahr   
    seit gut einem Jahrzehnt waren.                
                         
    Überraschend eindeutig fiel der Knick bei der in den letzten Jahren steil nach oben zeigenden Kurve der Temp-  
    eraturentwicklung aus und 2021 endete als kühlstes Jahr seit 2013.          
                         
    Das Jahr begann mit der Rückkehr der Jahreszeit Winter, die in 2020 schon vermisst wurde, mit einem normal   
    temperierten und verschneiten Jänner. Im Februar folgte eine massive Wärmewelle, die bis Mitte März anhielt   
    und einen neuerlichen Temperaturrekord im zweiten Monat des Jahres nur aufgrund eines kurzen Kältegast-  
    spiels verpasste.                   
                         
    Rechtzeitig zum Start des kalendarischen Frühlings kehrte allerdings für Viele überraschend der Winter mit   
    einem kräftigen Lebenszeichen zurück und die Zeit bis Mitte April wurde zur schneereichsten des Jahres.   
                         
    Auch im Anschluss verhielt sich die Witterung kühl und so vermochte der kurze Hitzeeinbruch zum ersten     
    Dekadenwechsel im Mai irgendwie gar nicht ins Bild zu passen. Hochsommerliche Wärme samt dem heißesten   
    Tag des Jahres bot der Juni, der zudem sehr trocken ausfiel.          
                         
    Seine beiden Brüdermonate im klimatologischen Sommer zeigten eine schwül-warme Witterung, die die bis   
    dahin schlafende Gewittertätigkeit aufweckte. Schwere, schadensträchtige Unwetter, welche es beispielsweise   
    unweit in Hallein gab, blieben Hintersee zum Glück erspart.          
                         
    Den warmen, trockenen und sonnenreichen Herbst konnte man getrost als „Entschädigung“ für die zahlreichen   
    Regengüsse in den Vormonaten anführen, bevor sich im November die stabile Hochdruckwitterung wieder   
    umstellte.                    
                         
    Mit der Adventzeit ging es in einen winterlichen Abschnitt, der Neuschnee und ein paar kalte Tage brachte, ehe   
    das Jahr mit einer nassen Wärmewelle ab den Weihnachtsfeiertagen ausklang.        
                         
    Den gesamten Rückblick auf das abgelaufene Wetterjahr in Österreich und ganz im Speziellen bei uns in   
    Hintersee gibt es unter dem folgenden Link. Die Wetterstation Hintersee wünscht eine angenehme Lektüre beim   
    Eintauchen in eine Jahresschau, die ohne das ungeliebte C-Wort auskommt.        
                         
    Links: >> Das Wetterjahr 2021 - Wärmeknick bringt Schnee zurück    
                         
                         
                         
    So, 02.01.22 Rückblick Dezember: Vom Adventwinter ins Weihnachtstauwetter  
     
                         
    + 269 l/m² Niederschlag                
    + 123,5 cm Neuschnee                
    + -0,8°C mittlere Temperatur                
    + 7,5°C Höchsttemperatur                
                         
    Im Dezember ging es in den ersten Wintermonat und dieser verlief während der Adventzeit auch standesgemäß.   
    Schneefälle sorgten für eine herrliche weiße, stimmungsvolle Landschaft. Nach ein paar frostigen Tagen setzte   
    sich ausgerechnet zu Weihnachten eine nachhaltige Milderung durch, welche bis zum Jahresende eine beinahe   
    frühlingshafte Witterung etablierte. Nach der starken Überwärmung der letzten drei Dezember, die allesamt unter   
    die ersten Fünf kamen, gingen die Temperaturen heuer im Mittel hinunter.        
                         
    Der Finalmonat von 2021 startete nach erfolgter Wetterumstellung im November frühwinterlich. Hochdruck hielt   
    sich während der ersten Dekade relativ stabil im Südwesten und Nordosten des Kontinents. Von Nordeuropa her   
    erstreckte sich ein Trog via Mitteleuropa in den Mittelmeerraum, der durch Tiefvorstöße über die Britischen Inseln   
    stets regeneriert wurde. Dabei konnte kühle Luft angezapft werden und wiederholt zogen Fronten herbei, die   
    anfangs noch etwas Regen, später Neuschnee brachten. Mit Wechsel in das Mitteldrittel wanderte der bislang   
    herrschende Trog langsam dauerhaft ostwärts ab. Der westliche Hochdruck baute sich über die Biscaya zur   
    Nordsee auf und die nordwestliche Strömung modifizierte sich auf die Zufuhr milder Luft. Atlantische Tiefs waren   
    aus dem Spiel genommen und nach der Monatsmitte dominierte von Marokko bis Island kräftiger Hochdruck bis   
    hinein in den Alpenraum. Zum zweiten Dekadenübergang hin wich der Hochdruck allerdings ein wenig westwärts   
    zurück und der Tiefkomplex über Nordosteuropa konnte für einige Tage kalte Luft bis ins östliche Mitteleuropa,   
    den Ostalpenraum streifend, voran bringen. Das Gastspiel war nur von kurzer Dauer und genau vor Weih-  
    nachten zog sich der Osteuropatrog auch dorthin wieder retour. Zu den Feiertagen verlief die Grenze zwischen   
    kalter und milder Luft exakt über dem Osten Österreichs, sodass der Westen des Landes bereits voll von der   
    atlantischen Frontalzone erfasst war. Bis zum Jahresende zogen mehrere Tiefs über die Britischen Inseln   
    südostwärts und lenkten ihre Fronten mit zusehends milder Luft an die Alpennordseite, die dann endgültig vom   
    kontinentalen Kälteblock aufgegeben wurde. Hochdruck blieb weiterhin, von den Azoren auf den O-Atlantik und   
    Westeuropa ausgreifend, dominant und sorgte für den Transport subtropischer Warmluft hinauf in die Frontalz-  
    one, welche von dieser in den Alpenraum samt Niederschlägen geführt wurde.        
                         
    Das äußerst milde Wetter ab den Weihnachtsfeiertagen und insbesondere zum Jahresschluss, der zum wärmste   
    Silvestertag Österreichs wurde, ließ den Dezember in der Alpenrepublik mit einer Abweichung von +1,7°C zum   
    Referenzmittel 1961-90 zum elften Mal in Folge zu warm ausfallen. Auch im Vergleich zum Mittel 1991-2020 fiel   
    der Dezember um 0,6°C zu mild aus. Er reihte sich damit auf dem 50. Platz in der österreichischen Messhistorie   
    seit 1767 ein. Ein leichtes Minus von 6% ergab sich bei der Sonnenscheindauer, die auf der Kärntner Kanzel-  
    höhe mit 135 Stunden den sonnenreichsten Ort des Landes fand. Im Südosten war es generell mit bis zu einem   
    Drittel mehr an Sonne am sonnigsten, während es vom Rheintal entlang der Alpennordseite bis ins Waldviertel   
    um bis zu einem Drittel weniger an Sonnenstunden gab. Diese Regionen bekamen dafür im Dezember bis zu   
    zwei Drittel, lokal bis zum Doppelten, mehr an Niederschlag ab. Stellenweise in Tirol sowie im Süden     
    schwächelte die Niederschlagsbilanz um bis zur Hälfte unter dem Durchschnitt. Bundesweit regnete und schneite   
    es um 6% mehr Nassester Ort war Sulzberg (Vorarlberg) mit 216 l/m².          
                         
    In Hintersee betrug die Niederschlagsmenge im heurigen Dezember 269 l/m² und lag damit um 34 Prozent über   
    dem Schnitt. Zuletzt nasser war es 2018 (462 l/m²). Der niederschlagsreichste Tag war der 30. Dezember mit 46   
    l/m².                    
                         
    Der 30. Dezember wurde zugleich mit derselben Summe der verregnetste Tag des Monats, der an reinem Regen   
    eine Menge von 177,5 l/m² akkumulierte. Mit plus 103 Prozent zum langjährigen Schnitt gab es um gut das   
    Doppelte mehr als erwartbar und nur mehr 2018 (284 l/m²) überbot diese Monatssumme. 2019 (177 l/m²) wich   
    auf den dritten Platz zurück. Wir zählten 14 Regentage (+6 Tage).          
                         
    Wirklich sehr ausgeglichen präsentierte sich die Neuschneemenge, die mit 123,5 cm nur 1% über dem     
    Durchschnitt lag und uns den schneereichsten Dezember seit 2018 brachte. Am meisten schneite es mit 32 cm   
    am 9. Dezember. Insgesamt kamen 11 Schneefalltage zusammen (-1 Tag).        
                         
    Die Schneedecke hielt sich an unserer Station an allen 31 Tagen im Dezember. Ihren Höchststand hatte sie am   
    11. und 12. Dezember mit 90 Zentimetern. Zum Monatsende aperten die am tiefsten gelegenenTeile des   
    Ortsteils Oberasch allerdings aus.                
                         
    Bei den Temperaturen begann der Dezember im ersten Drittel markant zu frisch, die beiden folgenden waren   
    dann aber wieder eindeutig zu mild. So endete der letzte Monat des Jahres mit einer Mitteltemperatur von -0,8°C   
    um 0,6 Grad über dem Normal. Dennoch war es der kühlste Dezember seit vier Jahren. Den Tiefstwert     
    verzeichneten wir am Tag der Wintersonnenwende am 22. Dezember mit -11,4°C. Den Höchstwert zeigte das   
    Thermometer am 31. Dezember mit +7,5°C. Es gab 7 Eistage und 26 Frosttage.        
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                
                         
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    Sa, 01.01.22 Frühlingshafte Jahreswende  
     
                         
    Willkommen im neuen Jahr und Prosit 2022 sagt die Wetterstation Hintersee!        
                         
    Das übliche Weihnachtstauwetter hat sich zum Jahresende von 2021 zu einem richtigen Frühlingseinbruch   
    ausgewachsen und Hintersee den mildesten Silvestertag seit 15 Jahren gebracht. Zuvor arbeiteten zwei     
    Warmfronten am Niedergang der Schneedecke.            
   
 
                   
                         
    Atlantische Warmluft weht herbei              
                         
    Die atlantische Tiefdruckmaschine hatte sich pünktlich zu Weihnachten in gang geschmissen. Ein, das das über   
    dem Ostatlantik nordwärts aufgerichtete Hoch, umlaufende Tief namens „Ronald“ nahm in der Nacht zu Mittwoch   
    mit seiner Warmfront Kurs an die Alpennordseite. Nach Abzug dieses Tiefs folgte von den Britischen Inseln her   
    gleich das nächste seiner Art, „Sebastian“, und lenkte auf seiner Wanderung Richtung Skandinavien eine zweite   
    Warmfront nach Mitteleuropa. Es brachte einen Schwall noch milderer Luft herbei, die im Laufe des Donnerstags   
    langsam unter Hochdruckeinfluss kam, auch wenn sich das regnerische Wetter bis in die Abendstunden     
    fortsetzte. Die an der Vorderseite des aus Westen nachrückenden Hochs herrschende Nordwestströmung   
    presste die Wolken an den Alpen aus und sorgte daher für die erwähnte Verlängerung der Niederschläge bis   
    sich schlussendlich in der Nacht zu Freitag Wetterberuhigung durchsetzte. Mit der um das Hoch herumgeführten   
    subtropischen Warmluft wurde der Silvestertag trotz vermeintlich kühler Anströmung aus Nordwest für die   
    Jahreszeit ungewöhnlich mild.                
                         
                         
    Regen und Tauwetter                
                         
    Am Mittwoch kamen mit der ersten Warmfront bereits 37 l/m², die in Verbindung mit dem Westwind die Schnee-  
    decke ordentlich aufweichten. Die Schneefallgrenze stieg ins Mittelgebirge an. Nach einer Übergangsphase am   
    Mittwoch tagsüber mit einigen Schauern, erreichte am Abend die nächste Warmfront unser Land und mit   
    auflebendem Westwind regnete es über Nacht mäßig bis stark. Zeitig in der Früh wurde die Maximaltemperatur   
    des Tages mit 6,8 Grad geschafft. Schnee war auf den hiesigen bergen somit kein Thema mehr und zur     
    Abflussmenge der insgesamt 46 l/m² gesellte sich Schmelzwasser aus höheren Lagen, welches ein leichtes   
    Hochwasser ergab. Der Donnerstag verging mit wiederholten Regenfällen, die am Donnerstagabend allmählich   
    abklangen.                   
                         
    Markante Regenfälle zu dieser Zeit gab es schon bei der (vor-) weihnachtlichen Schläderei 2018 und am   
    Christtag 2019. Die 47 Liter vom diesjährigen 30. Dezember stellten die sechstgrößte Regenmenge eines   
    Dezembers dar.                  
                         
                         
    Drittwärmster Silvestertag                
                         
    Fast so mild wie im Ron des 4. Jahrhunderts als Papst Silvester zu Zeiten der Konstantinischen Wende Bischof   
    der christlichen Minderheit in der ewigen Stadt war, war es heuer am Altjahrstag in Hintersee. Über Nacht   
    verzogen sich die Wolken der Warmfronten, geblieben war die eingeflossene sehr milde Luftmasse, die sich in   
    der Sonne noch ein Stück aufwärmen konnte. Zu Mittag zeigte das Thermometer mit dem Maximum von 7,5   
    Grad den dritthöchsten Wert eines Silvestertages in unserem Tal. Einzig an den Jahresausklängen 1971 und   
    2006 war es mit jeweils 8 Grad noch milder, wie sich anhand der eigenen und der Daten der Hydrografischen   
    Station Faistenau ermitteln ließ.                
                         
    Im Eiskeller ins neue Jahr feierte man dagegen zu Silvester 1968, wo es von -24 Grad am Morgen nur auf   
    klirrende -13 Grad als Höchstwert ging. An Silvester 1976 zitterte man bei uns bei -21 Grad Tiefst- und -6 Grad   
    Höchstwert.                  
                         
    Einen rapiden Temperatursturz binnen 24 Stunden gab es zum Jahreswechsel 1978/79. Zu Mittag des     
    Altjahrstags 78 zeigte das Thermometer milde 6 Grad, zur selben Zeit am Neujahrstag 79 fand sich das     
    Quecksilber bei -10 Grad wieder.                 
                         
    Reinste Frühlingstemperaturen herrschten auf unseren Bergen. Am Wieserhörndl in 1.567 m Höhe kletterte das   
    Quecksilber auf außergewöhnliche plus 12 Grad.            
                         
    Der Schneedecke ging es damit nicht nur in den Gebirgslagen an den Kragen, sondern auch im Tal, das sich   
    zum Jahreswechsel in Teilen von Oberasch schon aper präsentierte. An unserer Messstelle sank die     
    Schneehöhe auf 24 cm ab.                
                         
                         
    Es heizt in der Höhe                  
                         
    Unser heimisches Wieserhörndl bildete keine Ausnahme. Der wärmste Ort in Salzburg war am Silvestertag 2021   
    der Katschberg mit 13,2°C vor Mattsee mit 13,1°C und dem Kolomannsberg mit 13°C. Dahinter folgten die Stadt   
    Salzburg und das benachbarte St. Wolfgang mit 11,7°C. Die Regionen um 1.600 m schafften es neben dem   
    Katschberg mit der Loferer Alm und 11,6°C nochmals unter die Besten des Landes. Selbst auf der Rudolfshütte   
    (2.304 m) war es mit 8,1°C wärmer als in vielen Salzburger Orten. Sogar am Sonnblick lagen die Temperaturen   
    mit 1,2 Grad in 3.105 m noch im positiven Bereich.            
                         
                         
    Österreichischer Silvesterrekord              
                         
    Das Jahr ging außerdem mit einem Wärmerekord für einen 31. Dezember in Österreich zu Neige. Im     
    niederösterreichischen Berndorf gab es frühlingshafte 18,3°C. So warm war es am Jahresende in der     
    Alpenrepublik seit 1767 noch nie.                
                         
    Am Schluss dieses Artikels bleibt nur mehr der dezente Hinweis auf die unten verlinkten Bilder des diesjährigen   
    kleinen Feuerwerks über der Ladenbachmetropole.            
                         
    Quelle: noe.orf.at, www.austrowetter.at, www.gaissauhintersee.at          
                         
    Links: >> Fotoalbum: 01.01.22 Frühlingshafte Jahreswende    
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