B E R I C H T E  
                         
                         
    A K T U E L L E  B E R I C H T E    
       
Home                        
Über uns   << Home >> Berichte << >> Archiv            
Berichte                        
Galerie                        
Presse                        
Dichtung   Fr, 07.06.24 Rückblick Mai: Warmes Waschlwetter finalisiert Lenzrekord  
Links    
Kontakt                        
Hintersee   + 196 l/m² Niederschlag                  
    + 12,0 °C mittlere Temperatur                
WETTER   + 6 Gewitter                  
Niederschlag   + 8,8 °C Frühlingsmittel                  
Temperatur                        
Prognosen   Mit dem ausgehenden meteorologischen Frühjahr 2024 vollbrachten wir das Kunststück des dritten     
Gewitter   Temperaturrekordes für eine Jahreszeit in Folge. Der Herbst 2023, der Winter 2023/24 und schließlich der Lenz   
Winter   2024 waren die bislang wärmsten Vertreter ihrer Zunft in der Hinterseer Messreihe. Ganz gut temperiert war     
Buch   auch der dritte Frühlingsmonat, der Mai. Das Wetter zeigte sich oftmals von seiner wechselhaften Seite. Die     
    Statistik für den vergangenen Monat wies aber keine großen Besonderheiten auf.        
                         
    Der Beginn des dritten Frühlingsmonats stand unter dem Abzug von Hochdruck nach Nordosteuropa, weshalb   
    zu seinem Bruder über dem Südwesten des Kontinents ein Spalt aufging, welcher von einem Trog ausgefüllt     
    wurde. Dieser erstreckte sich während der ersten Dekade über die Britischen Inseln bis zum östlichen     
    Mittelmeerraum und mehrere kleine Tiefs wanderten etwas westlich des Alpenraums südostwärts, sodass sich   
    hierzulande eine sehr milde und wechselhafte Wetterlage einstellte. Zum ersten Dekadenwechsel verbanden   
    sich die beiden Hochdruckgebiete und der Alpenraum kam von Nordosten her in deren Einflussbereich. Trocken-  
    warme Luft ermöglichte einen klaren Blick in den Nachthimmel, der von 10. auf den 11. Mai ein spektakuläres   
    Schauspiel an Polarlichtern bot. Der stärkste Sonnensturm seit 2003 ließ den Himmel über Österreich in     
    verschiedensten Rottönen aufleuchten. Derweil versuchte der zum Nordostatlantik und nach Südosteuropa     
    abgedrängte Tiefdruck im zweiten Maidrittel wieder mehr Richtung Mitteleuropa vorzurücken. Zwischen dem     
    nordwärts ausgedehnten Azorenhoch und der weiterhin bestehenden Antizyklone über Skandinavien etablierte   
    sich nach Monatsmitte erneut die bekannte Troglage von Nordwesteuropa bis in den zentralen Mittelmeerraum.   
    Österreich kam dabei an der Vorderseite eines Tiefkomplexes über Westeuropa zu liegen, mit der es in feucht-  
    warmer Luft aus dem adriatischen Raum unbeständig weiterging. Die eingefahrene Großwetterlage blieb auch   
    während der dritten Maidekade stabil. Zahlreiche kleine Tiefs bewegten sich über Frankreich und Deutschland in   
    nördliche Richtung und brachten labile Luftmassen aus dem Mittelmeerraum fortan zu uns herbei. Auf der     
    Rückseite der Tiefs sorgte die herumgeholte Adrialuft zunehmend für größere Niederschläge über West- und   
    Südwestdeutschland. Die letzten Maitage standen im Zeichen einer beginnenden Vb-Lage mit einem nach     
    Frankreich ziehenden Nordseetief in Kombination mit einem Ablegertief über Oberitalien, das sich zum     
    Monatswechsel nordostwärts orientierte.              
                         
    In Österreich war der Mai ein durchaus nasser und teils trüber Geselle. Die Temperaturen lagen mit +1,0 °C     
    Abweichung zum Referenzmittel 1991-2020 über dem Schnitt.  Im Vergleich zur Normalperiode 1961-90             
    betrug das Plus 2,4 °C. Es war der 28. wärmste Mai der österreichischen Messgeschichte. Auf den Bergen     
    beliefen sich die Abweichungen auf +0,6 °C bzw. +2,1 °C. Ordentliche Überschüsse in der Niederschlagsbilanz   
    von bis zu drei Viertel zeigten sich vom Westen bis in den Südosten sowie im Inn- und Waldviertel. Dabei stach   
    der Süden mit teils dem 2,5-fachen des Üblichen heraus. Vom Norden Salzburgs bis Wien hingegen fielen die   
    Regenmengen um das langjährige Mittel aus, stellenweise war der Mai sogar bis gut ein Drittel zu trocken.     
    Bundesweit war es mit +41 % Abweichung der feuchteste Mai seit 5 Jahren. Nassester Ort war Laterns     
    (Vorarlberg) mit 332 l/m². Dafür reichten 258 Sonnenstunden Andau (Burgenland) zum lichtreichsten Ort in     
    diesem Monat. Die Gebiete vom Tennengau bis ins Nordburgenland bekamen durchschnittlich viel Sonne. Non   
    Vorarlberg bis zum Südburgenland betrug das Defizit bis zu einem Drittel, in Kärnten gab es Einbußen bis zur   
    Hälfte. Österreichweit schien die Sonne schließlich um 13 % weniger, ähnlich wie 2023 und 2020.    
                         
    Hintersee befand sich diesen Mai in der Region mit den relativ geringsten Niederschlägen. Demnach     
    akkumulierte sich im Mai an unserer Station eine Niederschlagssumme von 196 l/m², welche sich diesmal aus   
    Regen und ein paar Hagelkörnern zusammensetzte. Schnee fiel diesen Monat keiner mehr. Trotzdem lag die   
    Monatsmenge um 16 % unter dem langjährigen Schnitt. Letztmals mehr Niederschlag gab es im Mai 2021 (263,5   
    l/m²). Die höchsten Tagesmengen erzielten wir mit jeweils 25 l/m² am 3. und am 22. Mai. Insgesamt gab es 19   
    Niederschlagstage (-1 Tag). AM 2. Mai endete eine 7-tägige trockene Phase.        
                         
    Mangels flockigem Niederschlag war die Regensumme ident der Niederschlagsmenge. Einzig die Abweichung   
    fiel mit -8 % geringer aus. Der Mai 2024 platzierte sich im Mittelfeld unserer Messreihe. Mit 19 Regentagen gab   
    es durchschnittlich viele.                  
                         
    Die Gewittertätigkeit ließ im Mai an 5 Gewittertagen 6 Zellen über das Gemeindegebiet hinweg ziehen. Davon   
    waren zwei Gewitter mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel verbunden. Diese gingen an den Nachmittagen   
    des 13. Und 25. Mai nieder.                
                         
    Die Monatsmitteltemperatur bewegte sich mit 12,0 °C bei einer Abweichung von +1,5 °C zum langjährigen     
    Schnitt im Bereich der letzten beiden Maimonate. Zuvor war der Mai 3 Jahre etwas unterdurchschnittlich     
    gewesen. Der Mai 2024 rangierte sich dennoch auf dem 4. Platz unserer Messreihe ein. Er liegt somit im     
    Dachgeschoss des breiten Mittelfelds, welches mit dem Range von +/-1,6 °C zum langjährigen Schnitt den     
    Großteil aller Maimonate umfasst. Der Temperaturverlauf im heurigen Mai war recht konstant und so fielen die   
    ersten beiden Monatsdrittel markant zu warm aus. Die dritte Dekade war durchschnittlich temperiert.    
                         
    Das höchste Tagesmaximum erreichten wir mit 24,9 °C schon am 1. Mai. Die Minima mit je 5,2 °C dann am 4.   
    und 10. Mai. Dem entsprechend gab es weder Frost-, noch kalte oder Sommertage. In einem durchschnittlichen   
    Mai sollte aber zumindest noch einmal Luftfrost auftreten, es 5 kalte Tage und immerhin 3 Sommertage geben.  
                         
    Was es im meteorologischen Frühling normalerweise geben sollte, nämlich eine ungenierte Portion an Winter im   
    März und weniger werdende Kaltluftvorstöße im April und Mai, suchte man im heurigen Lenzterzett beinahe     
    vergebens. Die erste Hälfte des Frühlings 2024 war bestimmt von einer extremen Wärmeanomalie, die Mitte   
    April für eine Weile von Spätwinter unterbrochen wurde, ehe es von Ende April an wieder meist übertemperiert   
    weiterging.                     
                         
    In Hintersee schloss der Frühling mit einer Mitteltemperatur von 8,8 °C bei einer Abweichung von +2,6 °C mit   
    Respektabstand auf dem ersten Platz und damit einem neuen Stationsrekord. Die Frühlinge 2018 (Mittel: 8,2 °C   
    und 2011 (Mittel: 7,8 °C) wurden eindeutig nach hinten verdrängt.          
                         
    Dabei zeigte sich das diesmalige Frühjahr mit einer Niederschlagssumme von 602 l/m² mit +19 % relativ feucht   
    und entsprach der Nässe des Vorjahres. Die erwähnten 2018 (277 l/m²) und 2011 (351 l/m²) bilanzierten     
    hingegen recht trocken. Wir zählten heuer 44 Regentage (+3 Tage) und 15 Schneefalltage (+1 Tag).    
                         
    In Österreich war der Frühling mit einem Plus von 20 % auf der nasseren Seite. Der feuchteste Fleck lag mit     
    einer Niederschlagsmenge von 759 l/m² am Loiblpass (Kärnten). Am sonnigsten war es dagegen mit 661     
    Stunden in Andau (Burgenland). Bundesweit blieb die Sonnenscheinbilanz mit -9 % aber ein Stück unter dem   
    Normal. Weit weg von Normal waren wir heuer bei den Temperaturen. Mit einer Abweichung von +1,9 °C zum   
    Referenzmittel 1991-2020 war das Frühjahr 2024 im Tiefland das bislang wärmste in der österreichischen     
    Messgeschichte. Im Vergleich zum Klimamittel 1961-90 betrug die Abweichung satte +3,3 °C. Auf den Bergen   
    landete der diesjährige Frühling mit Abweichungen von +1,6 °C bzw. +3,1 °C auf dem 3. Platz. Nach dem     
    neuen Herbstrekord 2023 und dem zweitwärmsten Winter 2023/24 war es die dritte extrem warme Jahreszeit   
    in Folge.                    
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at, www.uwz.at                
                         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Frühlingsvergleich >> Frühlingsvergleich Temp.  
      >> Monatsrangliste Niederschl. >> Tagestemperaturen >> Klimatage  
      >> Monatsvergleich Regen >> Monatsvergleich Temp. >> Gewitterstatistik  
                     
                         
                         
    Di, 04.06.24 Abendlicher Starkregen bringt Hochwasser  
     
                         
    Das Ausklingen der primär für Teile Süddeutschlands zum Monatswechsel heftigen Hochwasserlage brachte am   
    Montag nun auch im Norden Salzburgs ein markantes Starkregenereignis, welches lokal für Hochwasser bzw. für   
    kleinere Überflutungen sorgte.                
                         
                         
    Wetterlage                  
                         
    Am Montag zeigte sich weiterhin eine von schwachen Druckgegensätzen geprägte Großwetterlage. Ausgehend   
    vom Azorenhoch stieß ein Hochkeil via Westeuropa bis in das nördliche Deutschland vor und drängte ein     
    Höhentief über Polen weiter ostwärts ab. Zudem drehte sich über Oberitalien ein Wirbel ein, welcher sich über   
    die Adria und den Balkan in Richtung Ungarn verlagerte.            
                         
    Dabei wurde an der Vorderseite des Italientiefs feuchte und milde Meeresluft um den Alpenbogen herumgeführt.   
    Die nun an der Alpennordseite der Ostalpen mit einer nordöstlichen Höhenströmung eintreffende feucht-labile   
    Luft glitt hier auf die bodennah mit einer nordwestlichen Komponente einströmenden kühlen Luft auf.    
                         
    Im Ergebnis bildeten sich in der labil geschichteten Luft im Laufe des Montags nach dem Abklingen leichter     
    nächtlicher Niederschläge eines Frontrestes am Montag tagsüber zusehends mehr Regenschauer.    
                         
                         
    Schauer verclustern zu Starkregengebiet              
                         
    Bereits am Nachmittag zog eine Gewitterzelle mit Wolkenbruch vom Innviertel über den nordöstlichen Flachgau   
    südwestwärts und hielt hier die Einsatzkräfte in Atem. Doch auch sonst bildeten sich jetzt im Norden des     
    Salzburger Landes zahlreiche Schauerzellen, die sich mit kräftigen Schüttern auf die Gebiete darunter ergossen.   
    Hierbei konnte das Potential des in der Luft gespeicherten Wassers sehr gut umgesetzt werden, da die Zellen   
    aufgrund der lahmen Höhenströmung nur ganz langsam vom Fleck kamen.        
                         
    Während des frühen Abends verclusterten sich die kriechenden Schauer allmählich zu einem regionalen     
    Starkregengebiet, das sich innerhalb der nächsten Stunden über den südöstlichen Flachgau schob und dort in   
    den Staulagen der Osterhorngruppe sowie dem angrenzenden Salzkammergut kräftigen Dauerregen brachte.  
                         
                         
    Abendlicher Starkregen in Hintersee              
                         
    Sonnig aufgeheiterte Phasen wechselten sich tagsüber in Hintersee mit kurzen, kräftigen Regenschauern ab.   
    Am späten Nachmittag zog ein weiterer Starkregenschauer im Schneckentempo über das Gemeindegebiet,   
    welchem bald neuerliche Schauerzellen folgten.              
                         
    Nach einer letzten Regenunterbrechung gegen 20 Uhr setzte schließlich schauerartig verstärkter Dauerregen   
    ein. Bis nach Mitternacht schüttete es nun kräftig und die Gräben und Bäche schwollen zu einem mittleren     
    Hochwasser an.                  
                         
    Innerhalb von 5 Stunden kamen 42 l/m² an Regen vom Himmel, ehe die Intensität des Niederschlags merklich   
    nachließ und dieser in der zweiten Nachthälfte gänzlich abklang.          
                         
    Über das gesamte Ereignis gesehen, waren es von Montagfrüh bis zum Dienstagmorgen in Summe 59,5 l/m² an   
    Regen bei unserer Station. 2 l/m² mehr als in St. Wolfgang im benachbarten Oberösterreich. Alle anderen     
    Stationen der Gegend hatten deutlich weniger Niederschlag bzw. entzog sich der Wolkenbruch im nordöstlichen   
    Flachgau mangels Messpunkt einer Mengendokumentation.            
                         
                         
    Feuerwehren im Nordostflachgau gefordert              
                         
    Der nachmittägliche Wolkenbruch über dem nordöstlichsten Zipfel Salzburgs forderte die dortigen Einsatzkräfte.   
    Der Schwerpunkt lag dabei in Bürmoos und Dorfbeuern, wo insgesamt gut 60 Keller ausgepumpt werden     
    mussten. In Bürmoos war der Kaiserbach ausgeufert und hatte eine Siedlung überschwemmt. In Dorfbeuern     
    wurde die Michaelbeuerer Landessstraße kleinräumig vermurt.          
                         
    In Oberndorf wurde die Salzburger Straße überflutet, in Dienten ein Weg vermurt. In Tiefgraben (Oberösterreich)   
    wurde ein Haus überflutet und der danebenliegende Weg vermurt.          
                         
    Nach den Regenfällen erreichte die Salzach in der Stadt Salzburg mit einem Wasserstand von 4,6 m zwar die   
    Warngrenze, blieb aber weit unter einer schadensträchtigen Wasserführung. Lediglich die Brückenunterführungen   
    mussten aufgrund von Überflutungen gesperrt werden.            
                         
    In Summe rückten 160 Feuerwehrleute zu 383 Schadstellen aus. Fast Ein gutes Viertel davon alleine in     
    Bürmoos.                    
                         
                         
    Großes Hochwasser in Süddeutschland              
                         
    An den Vortagen gingen starke Niederschläge von der Schweiz und Vorarlberg über Teile Baden-Württembergs   
    und Bayerns bis hinein nach Sachsen und Thüringen nieder.             
                         
    Vor allem in Württemberg und Schwaben fielen binnen 2 Tagen verbreitet zwischen 150 und 200 l/m² regen. Dort   
    kam es deswegen an kleineren und mittleren Fließgewässern zu einem Jahrhunderthochwasser und einige     
    Landkreise riefen den Katastrophenfall aus.              
                         
    Die Einträge der Nebenarme erzeugten dann auch an der Donau eine mittlere Hochwasserwelle, worauf sich die   
    Orte am Flusslauf an den Folgetagen rüsteten. Bedingt durch die Niederschläge am Montag, die durch den Inn in   
    die Donau gebracht wurden, strömten am Montag und Dienstag ab Passau (Bayern) zwei Scheitelwellen Lauf   
    abwärts. In Passau wurde kurz und knapp die 10-m-Marke beim Donaupegel erreicht, in Linz (Oberösterreich)   
    waren es rund 7,5 m. Der mobile Hochwasserschutz tat seinen Dienst und es kam nur zu kleinräumigen     
    Ausuferungen.                   
                         
    Quelle: www.orf.at, salzburg24.at, www.uwz.at              
                         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Tagesrangliste Regen    
                     
                         
                         
    Do, 02.05.24 Vorläufige Winterbilanz 2023/24  
     
                         
    Die abgelaufene Wintersaison brachte nur kurze Einschübe an richtigem Winterwetter und war von teils     
    extremen und lange anhaltenden Wärmephasen durchzogen. Dadurch kam es diesen Winter zu einem neuen   
    Temperaturrekord bei einem deutlichen Mangel an Neuschnee. Riesige Einbrüche gab es bei der Anzahl der   
    Frosttage sowie der Schneedeckendauer. Es fehlte zum zweiten Mal in Folge knapp die Hälfte des Schneesolls.   
    Die Schneedecke blieb 50 Tage unter den Erwartungen und gut 9 Wochen zu wenig Frost sorgten für ein Plus   
    von 3 Grad über Normal.                  
                         
    Der Winter brauchte nach einem rekordwarmen Herbst wenig überraschend länger, um mit dem ersten     
    Schneefall und zugleich Schneedeckentag am 17. November sein Stelldichein zu geben. Hinter einer kurzen     
    Atempause setzte sich die kalte Jahreszeit in der dritten Novemberdekade durch und bis Anfang Dezember     
    schneite es wiederholt und ein paar Mal auch mit markanten Schneemengen. Der November wurde gleich mit   
    einer Monatssumme von 91 cm der schneereichste Monat des Winters. Dies passierte auch in den Wintern     
    1995/96 und 2007/08. Allerdings summierten diese Winter final mit einer mehr als doppelt so hohen     
    Neuschneesumme.                  
                         
    Die größte Tagesmenge schneite es mit 42 cm am 2. Dezember. Tags darauf erreichte die Schneedecke mit 88   
    cm ihren Höchststand. Die Winterfreuden waren aber bald jäh vorbei und der weitere Dezember glänzte durch   
    nasses, mildes und windiges Westwetter.              
                         
    Der Jänner bekam nach dem ersten Mildeschub der Saison die Kurve und versöhnte Winterfreunde in seiner   
    Mitte mit frostigem Hochdruckwetter. In diese Zeit fiel auch die tiefste Temperatur, welche mit -10,4 °C am 13.   
    Jänner aber verhältnismäßig mild ausfiel. Gegen Ende des Monats begann eine exorbitante Wärmephase, die   
    sich mit neuen Rekorden durch Februar und März bis Mitte April hinzog.           
                         
    Der Winter verschwand für fast drei Monate komplett aus unserer Gemeinde und kehrte erst mit einem     
    Kaltluftvorstoß am Beginn der zweiten Aprilhälfte zurück. Nach einer ungewöhnlich langen Abstinenz blieb es für   
    1 ½ Wochen spätwinterlich mit kleinen, aber regelmäßigen Schneefällen. Den letzten Schneefall- und     
    Schneedeckentag gab es am 25. April.              
                         
    Der Winter 2023/24 schaffte es auf eine Neuschneesumme von 314,5 cm, was ein Minus von 43,7 % zum     
    langjährigen Schnitt bedeutete. Er folgte damit dem Vorwinter 2022/23 (333,5 cm) als Sechster unter den     
    schneeärmsten Wintern in Hintersee seit 1988. Mit dem Winter 2019/20 (227,5 cm) befinden sich unter den     
    unrühmlichen 7 nun drei Winter aus den letzten Jahren.            
                         
    Die beste Monatsleistung vollbrachte mit 91 cm der November, der Dezember kam noch auf 84 cm, im Jänner   
    waren es klägliche 60 cm, Februar mit 16 cm und März mit 9,5 cm waren praktisch Totalausfälle, der April konnte   
    mit 54 cm für seine Verhältnisse recht gut bilanzieren. Der April war mit einer Verdoppelung seiner     
    durchschnittlichen Schneemenge der relativ Erfolgreichste, der November lag um die Hälfte über dem Soll. Dies   
    konnte die Einbrüche in den übrigen Monaten aber nicht ausbügeln. Das Minus betrug zwischen 32 und 91 %.  
                         
    Die Zahl der Schneefalltage lag mit 45 (-12 Tage) gleich auf wie im Vorwinter und jenem aus 2001/02. Davon   
    entfielen auf April und Dezember 10, auf den November 9 und den Jänner 8, auf den Februar lediglich 5 sowie   
    den März geringe 3.                  
                         
    Die Schneedeckenzeit dauerte zwar vom 17. November bis zum 25. April, jedoch war sie während dieses     
    Zeitraums die Hälfte abwesend. Die längste Schneedeckenperiode an unserer Station konnte man zwischen   
    dem 24. November und 25. Jänner beobachten. Im Anschluss zog sie sich für fast drei Monate, ausgenommen   
    einzelne Tage im Rahmen von Schneefällen, zurück und kam erst vom 17. Bis zum 25. April für ein spätes     
    Gastspiel ins Tal retour. In Summe ermittelte sich mit 79 Schneedeckentagen (-50 Tage) im Winter 2023/24 ein   
    neuer Tiefststand in dieser Kategorie. Es waren nochmal 10 Tage weniger als im Winter 2022/23. Einzig im     
    Dezember hielt sich am Beobachtungspunkt durchgängig eine geschlossene Schneedecke, im Jänner brach die   
    Schneedeckendauer nach 25 Tagen ab. April und November (je 9) boten zumindest an einem Drittel des Monats   
    eine Schneebedeckung auf. Februar (3) und März (2) gingen beispiellos und de facto aper vorbei.    
                         
    Historisch war das Ausbleiben von Kälte in diesem Winter. Sinnbildlich hierfür war der unfassbare Rückgang an   
    Frosttagen, die mit 52 (-65 Tage) die mit Abstand geringste Anzahl unserer Messreihe aufboten. Der bisherige   
    Negativrekord von 75 Frosttagen aus dem Winter 2015/16 wurde eindeutig unterlaufen. Selbst die sehr milden   
    Winter 2022/23 (80 Tage) und 2019/20 (89 Tage) brachten viel mehr Frost als die diesmalige Wintersaison. Vor   
    allem im Februar und März ereignete sich fast kein Frost mehr, aber auch die anderen Monate war die Zahl der   
    Frosttage zu niedrig.                  
                         
    Das es bei den Eistagen keine geschichtsträchtige Nullnummer gab, war der Kältephase Mitte Jänner zu     
    verdanken. Dennoch blieb der Winter 2023/24 mit nur 12 Eistagen (-21 Tage) um zwei Drittel unter dem Soll und   
    wurde Viertletzter. Allein die Winter 2019/20 (1 Tag) sowie 2013/14 und 2015/16 (8 Tage) hatten noch weniger   
    Eistage.                    
                         
    Einen neuen Bestwert in die andere Richtung vermochten die Temperaturen. In den meteorologischen     
    Wintermonaten Dezember bis Februar betrug die Mitteltemperatur in Hintersee 1,8 °C und lag damit 2,9 °C über   
    dem Normal. Damit wurde der Winter 2015/16 (Mittel: 1,4 °C) als mildester Winter unserer Messreihe abgelöst.   
    Auf Platz 3 reihte sich nun der Winter 2019/20 (Mittel: 1,2 °C) ein vor den beiden Viertplatzierten aus 2013/14   
    und 2022/23 (Mittel: 0,7 °C). Die fünf mildesten Winter sind demnach alle in den letzten 10 Jahren aufgetreten.  
                         
    Erweitert man das Wintermittel noch um die Monate November und März, so wird die Abweichung mit +3,2 °C   
    bei einem Mittel von 3,1 °C noch eklatanter. Auch hier wurden die Winter 2015/16 (Mittel: 2,5 °C) und 2019/20   
    (Mittel: 2,2 °C) eine Position nach hinten verdrängt.            
                         
    Links: >> Wintervergl. Neuschnee >> Wintervergleich Temp. >> Winterstatistik  
                     
                         
                         
    Mi, 01.05.24 Rückblick April: Der Kniefall des Aprilsommers  
     
                         
    + 235,5 l/m² Niederschlag                
    + 54 cm Neuschnee                  
    + 8,0 °C mittlere Temperatur                
    + 28,4 °C Tageshöchstwert                
                         
    Der zweite meteorologische Frühlingsmonat setzte in der ersten Monatshälfte die exorbitante Wärmeanomalie,   
    die seit Ende Jänner das aktuelle Jahr bestimmte, nahtlos fort und erschien temperaturmäßig in Badelaune. Den   
    frühesten Sommertagen in Hintersee folgte Mitte April ein furioser Absturz in eine spätwinterliche Episode mit   
    Schneefällen, die den April wieder ein Stück zurechtrückte. Dazu fiel er ziemlich nass aus und bot das 15. Jahr in   
    Folge etwas Weiß.                  
                         
    Der April begann mit dem zweiten Osterfeiertag und einer saftigen Ladung Saharastaub, die von     
    Algerien/Tunesien nach Mitteleuropa geführt wurde. Dies geschah im Rahmen eines Föhnsturms, der am     
    Monatsersten mit bis zu 114 km/h in Zell am See blies. Dadurch wurden subtropische Luftmassen im Vorfeld   
    eines Troges zum Alpenraum befördert. Neben dem Zentraltief vor den Britischen Inseln zog ein Biscayatief     
    nordostwärts. Beide Drucksysteme samt einem Folgetief über den Britischen Inseln gestalteten die ersten     
    Apriltage sehr mild und wechselhaft. Danach etablierte sich ein Sturmtief zwischen Island und Schottland,     
    wodurch an der Vorderseite des zugehörigen Troges erneut Subtropikluft inklusive einer geringeren Portion     
    Saharastaub aus Nordwestafrika advehiert wurde. Vom Mittelmeerraum über Mittel- und Osteuropa stand ein   
    Hoch, unter dessen Einfluss es im Alpenraum zu einem für die Jahreszeit außergewöhnlichen Wärmeereignis   
    kam. Die mit der südwestlichen Höhenströmung herbeigeführte Luftmasse erreichte in 1.500 m Höhe Werte bis   
    zu 21 °C und bewegte sich auf Hochsommerniveau. Unterstützung fand die Wetterlage durch ein Ablegertief     
    über der Biscaya, welches der Strömung eine zusätzliche Südkomponente verpasste. Der Hochkern hatte sich   
    strömungsgünstig nach Südosteuropa verschoben. Zahlreiche Temperaturrekorde waren die Folge. Nach     
    Dekadenwechsel zogen schlussendlich die Tiefsysteme ostwärts ab und sorgten für eine Pause im     
    sommerlichen Wetter. Jenes stellte sich aber vor der Monatsmitte rasch mit Hochdruck von Südwesten her     
    wieder ein. Mit Schwenk in die zweite Aprilhälfte stand der über dem Mittelmeerraum und Zentraleuropa liegende   
    Hochdruck mit warmer Luft vor dem Aus. Ein zum Baltikum wanderndes Tief brachte nochmals mit einer     
    südwestlichen Strömung recht warme Luft herbei, doch verhalf der wartenden Kaltfront ein nächstes Tief bei den   
    Britischen Inseln endgültig zum Durchbruch. An der Vorderflanke des über dem Ostatlantik zum Nordmeer sich   
    ausbreitenden Azorenhochs glitt polare Kaltluft via Grönland und Skandinavien direkt nach Mitteleuropa und     
    leitete hier einen herben Witterungswechsel ein. Mit Drehung der Strömung auf nördliche Richtungen ging die   
    historische Wärmeanomalie, die seit dem letzten Jännerdrittel vorherrschend war, vorbei. Erst ein Italientief,     
    später südostwärts ziehende Tiefs über der Nordsee und final ein weiteres Italientief machten den     
    spätwinterlichen Abschnitt mit Schneefällen perfekt. Die Mitte der dritten Aprildekade brachte allerdings mit     
    Aufbäumen des Hochdrucks über Skandinavien und Ost-/Nordosteuropa eine Abkehr und mit einem Biscayatief   
    die Rückbesinnung der Höhenströmung auf eine aus Südwest. Unter dieser Konstellation der neuerlichen     
    Trogvorderseite ging der April föhnig und warm in die Zielgerade.          
                         
    Trotz des gravierenden Temperaturrückgangs zur Aprilmitte behielt die Wärme im zentralen Frühlingsmonat in   
    Österreich die Oberhand. Mit einer Abweichung von +1,2 °C zum aktuellen Referenzmittel 1991-2020 in den     
    Niederungen schaffte es der heurige April dennoch auf den 13. Platz der Messreihe. Im Vergleich zum     
    Klimanormal der Periode 1961-90 betrug die Abweichung +2,7 °C. Auf den Bergen lag das Wärmeplus bei 1,8   
    bzw. 3,4 °C. Der Sommereinbruch zwischen dem 7. Und 9. April sorgte mit genau 30 °C in Bruck/Mur     
    (Steiermark) für den frühesten Hitzetag in der österreichischen Aufzeichnungsgeschichte. Dieser trat um 10 Tage   
    früher auf als noch beim alten Rekord aus 1934. Eine Woche später folgten weitere Hitzetage. Insgesamt erzielte   
    rund ein Drittel aller Stationen im Land neue Aprilrekorde. Darunter waren Landeshauptstädte wie Innsbruck     
    (30,7 °C, Tirol) und Graz (30,5 °C, Steiermark) sowie Bergstationen am Feuerkogel (20,9 °C in 1.618 m,     
    Oberösterreich), die Villacher Alpe (15,0 °C in 2.117 m, Kärnten) oder die Schmittenhöhe (17,7 °C in 1.956 m).   
    Die höchste Apriltemperatur gab es übrigens in Deutschlandsberg (Steiermark) mit 31,7 °C. Die       
    Niederschlagsbilanz zeigte im April in Österreich ein Plus von 15 %. Oftmals bewegten sich die Monatsmengen   
    um das vieljährige Mittel. Im Bregenzerwald, stellenweise in Osttirol und Kärnten sowie im Ostalpenraum vom   
    südlichen Oberösterreich bis ins Südburgenland gab es bis zu drei Viertel mehr an Regen und Schnee. Lokal   
    waren es im Nordburgenland und dem angrenzenden Niederösterreich um die doppelte Menge aufgrund von   
    Gewittern und besagter Italientiefs. Bis zur Hälfte weniger an Niederschlag gab es im Norden sowie im Tiroler   
    Oberland. Nassester Ort war Alberschwende (Vorarlberg) mit 187 l/m². Mit +1 % marginal war die Abweichung   
    bei der Sonnenscheindauer. Dabei schien die Sonne im Südosten bis zu einem Viertel mehr, dafür ganz im     
    Westen bis zu einem Drittel weniger. Sonnigster Ort war Güssing (Burgenland) mit 230 Sonnenstunden.    
                         
    Zum dritten Mal in Folge präsentierte sich der April in Hintersee recht nass. Heuer akkumulierten sich mit 235,5   
    l/m² um 88 % mehr als im Schnitt. Hinter 2023 (280,5 l/m²) und 2017 (252,5 l/m²) landete der April 2024 auf dem   
    3. Platz vor 2022 (169,5 l/m²). Den meisten Niederschlag gab es am 20. April mit 40 l/m² aus nur wenigen     
    Zentimetern sehr nassen Schnees. Wir zählten 16 Niederschlagstage (+1 Tag). Am 26. April begann eine     
    zumindest 5 Tage andauernde niederschlagsfreie Phase.            
                         
    Eine aufziehende Kaltfront gab diesen Monat auch den Startschuss für die Gewittersaison. Am Abend des 15.   
    Aprils donnerte eine Entwicklung mit starkem Regen als erste und einzige Zelle des Monats über das Gemeindegebiet.  
                         
    Einen ausgewogenen Monat wies der Blick auf die Regenstatistik aus. Mit 98 l/m² bei einem Minus von 4 %     
    landete der heurige April im guten Mittelfeld. Der meiste Regen fiel mit 31 l/m² am 16. April. Es war die     
    neunthöchste Tagessumme in einem April. Zuletzt mehr regnete es im April mit 33,5 l/m² vor genau einem Jahr.   
    Das Flüssige verteilte sich auf 10 Regentage (-2 Tage), welche primär in der ersten Monatshälfte auftraten.    
                         
    Die zweite Aprilhälfte gehörte vom 16. Bis zum 25. April dem Spätwinter. AN diesen 10 Tagen schneite es (+6   
    Schneefalltage), wobei an 2 Tagen nichts Messbares liegen blieb. Insgesamt brachte es der April auf eine     
    Schneesumme von 54 cm bei einer Abweichung von +105 %. Beinahe gleich auf wie die Aprilmonate aus 2001,   
    2015 und 2002 schaffte er hinter diesen den Sprung auf den 9. Platz unserer Messreihe. Am meisten schneite es   
    mit 13 cm am 18. April. Die Zahl der Schneefalltage war gemeinsam mit 2001 und 2021 die höchste in einem   
    April. Profitieren konnte davon auch die Schneedecke, die sich vom 17. April an unserer Station für 9 Tage     
    geschlossen halten konnte. Ihren Höchststand erreichte sie mit 11 cm am 24. April. Auf den Großteils schon     
    ausgeaperten Bergen kamen zwischen einem halben und einem Meter Schneehöhe hinzu.      
                         
    Der Temperaturverlauf im April war durchaus sonderbar und brachte genau zur Monatsmitte einen fulminanten   
    Absturz. War die erste Aprilhälfte noch mit einer Abweichung von +6,6 °C rekordwarm, blieb die zweite     
    Aprilhälfte um 3 °C unterkühlt. Es ging demnach von Durchschnittswerten, wie sie Ende Mai üblich wären, zwei   
    Monate retour. Für den gesamten April ermittelte sich daher bei einer mittleren Temperatur von 8,0 °C eine     
    Abweichung von +1,8 °C. Es war somit der fünftwärmste April unserer Messreihe. Vom Rekord aus 2018 (Mittel:   
    10,0 °C) blieben wir deutlich entfernt, jedoch war es der erste überdurchschnittliche April seit 2020. Der     
    Rückgang des Temperaturniveaus spiegelte sich auch in den einzelnen Dekadenmitteln, welche im ersten     
    Aprildrittel mit einer Abweichung von +6,7 °C den nächsten Dekadenrekord brachten. Das Mitteldrittel lag noch   
    um 1,5 °C über Normal, die dritte Aprildekade dagegen um 2,8 °C unter Schnitt.        
                         
    Die Tagesmaxima erklommen am 7. April das frühste Mal in unserer Messreihe die Marke eines Sommertages   
    und unterboten den alten Bestwert aus 2007 um 6 Tage. Am 8. April folgte mit einem Höchstwert von 28,4 °C der   
    wärmste Tag des Monats und zugleich der zweitwärmste Apriltag in Hintersee. Bis Aprilende kamen zwei weitere   
    Einträge unter den ersten Zehn hinzu. Einen neuen Rekord erzielten wir am 8. April mit einem Tiefstwert von     
    10,4 °C bei den mildesten Aprilminima. Auch die 10,0 °C vom 15. April übertrafen die bisherige Bestmarke. Unter   
    den 10 mildesten Tiefstwerten platzierten sich gleich fünf aus dem heurigen April. Die tiefste Temperatur im April   
    2024 gab es mit -0,8 °C am 26. April. Es war einer von 2 Frosttagen (-5 Tage). Weiters ereigneten sich 11 kalte   
    Tage (+1 Tag) und 4 Sommertage (+3 Tage), was die Einstellung des Sommertagerekordes aus 2018     
    bedeutete.                    
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                  
                         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Monatsvergleich Schnee >> Klimatage  
      >> Monatsrangliste Niederschl. >> Tagestemperaturen >> Winterstatistik  
      >> Monatsvergleich Regen >> Monatsvergleich Temp. >> Gewitterstatistik  
                     
                         
                         
    Di, 09.04.24 Frühester Sommereinbruch als Dreierpack  
     
                         
    Nicht einmal eine ganze Woche nach der Rekordserie an 20ern, die es zu Ostern gab, setzte das Wetter zu     
    neuen Höhenflügen an. Von Sonntag bis Dienstag brach der Sommer vollends aus und wir erlebten die     
    frühesten meteorologischen Sommertage mit mehr als 25 °C. Subtropikluft sorgte für die bisher größte     
    Wärmephase derart früh im Jahr und zugleich für den frühesten Hitzetag in Österreich.      
                         
                         
    Subtropikluft auf Europaurlaub                
                         
    Ausgangspunkt für die nächste Wärmerekordjagd im jungen 2024 war am Wochenende ein quasi stationäres   
    Sturmtief mit einem minimalen Kerndruck von ca. 955 hPa im Seegebiet zwischen Island und Schottland. Der   
    zugehörige Trog griff dabei über dem Ostatlantik weit südwärts bis zur Iberischen Halbinsel aus und beförderte   
    an seiner Vorderseite in einer südwestlichen Höhenströmung sehr warme Subtropikluft aus Marokko nordostwärts.  
                         
    Die unentwegte Warmluftzufuhr stützte ein Hochdruckgebiet, das vom zentralen Mittelmeerraum über Mittel- und   
    Osteuropa bis nach Nordwestrussland reichte. Das Hochzentrum lag dabei erst über Mitteleuropa und später   
   
über Südosteuropa.
                   
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
   
 
  Bild. Großwetterlage zu Sonntagmitternacht          
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
        Bild: Temperatur der Luftmasse in 1.500 m Höhe zu Sonntagmitternacht    
                         
                         
    Am Montag verstärkte sich der atlantische Trog nochmals und es konnte sich über der Biscaya ein Randtief     
    ausbilden. Dieses zog bis zur Nacht auf Dienstag rasch nordostwärts bis zum Ärmelkanal und drückte     
    schlussendlich die bereits über dem Nordwesten Deutschlands und den Benelux seit Sonntag als     
    Luftmassengrenze lagernde Kaltfront ostwärts.              
                         
    Einhergehend setzte sich auch das Sturmtief nach Nordskandinavien in Bewegung und der Trog des Komplexes   
    erreichte nach der Kaltfront von Dienstag auf Mittwoch final den Alpenraum. Dabei verlor die Front allerdings     
    schon vorher an Wetterwirksamkeit und machte sich hauptsächlich durch Drehung und Auffrischen des Windes   
    auf West bemerkbar. Einige Regenschauer folgten und es kühlte markant in allen Höhenlagen um etwa 20 °C   
    ab.                    
                         
    Mit der Randtiefentwicklung kam mit Aufsteilen der Höhenströmung auf Südsüdwest an der Alpennordseite     
    wiederum eine Föhnsituation in Gang, die diesmal aber bei weiten nicht so ruppig war als noch eine Woche     
    zuvor und am Dienstagnachmittag endete.              
                         
    Mit dem Föhn erreichte die Zufuhr der Warmluft am Montag ihren Höhepunkt und die Temperaturen stiegen auf   
    den Bergen auf ein Niveau, das selbst im Hochsommer nur bei Hitzewellen auftritt und für die Jahreszeit ein     
    Novum darstellte.                  
                         
    In die Höhenströmung eingepackt war auch diesmal eine Portion Saharastaub. Die Staubwolke nahm dabei Kurs   
    von Marokko über Spanien und Frankreich bis Deutschland und ging demnach mit ihrer höchsten Konzentration   
    nordwestlich an Österreich vorbei. Dennoch trübte der Staub hierzulande die Luft und der Sonnenschein konnte   
    seine Kraft nicht ganz entwickeln. Am Osterwochenende war die Staubwolke noch auf direktem Weg über das   
    Mittelmeer und Italien in den Alpenraum gezogen.            
                         
                         
    Zweitwärmster Apriltag in Hintersee              
                         
    Die maximale Wärme gab es in Hintersee durch sanfte Föhnunterstützung am Montag. Hier stieg das     
    Thermometer an unserer Station auf 28,4 °C. Es war nach dem Rekord von 29,6 °C vom 28. April 2012 der     
    zweitwärmste Apriltag in unserer Messreihe.              
                         
    Trotz schon gedämpften Sonnenscheins kletterte die Temperatur am Dienstag vor Föhnende nochmals auf 27,4   
    °C. Es handelte sich um den fünftwärmsten Apriltag in Hintersee.           
                         
    Einen neuen Rekord gab es hingegen bei den Tiefsttemperaturen. Am Montag sank die Temperatur nicht unter   
    10,4 °C ab. Erstmals blieb damit ein Tagesminima im April bei uns zweistellig und löste den alten Bestwert von   
    9,4 °C, aufgestellt am 25. April 2020, ab. Neuer Dritter ist der Samstag, der mit einem Minimum von 9,3 °C     
    diesen Platz eroberte.                  
                         
                         
    Höchste Aprilmaxima in Hintersee   Höchste Aprilminima in Hintersee    
                         
    1 28.04.2012 29,6 °C   1 08.04.2024 10,4 °C    
    2 08.04.2024 28,4 °C   2 25.04.2020 9,4 °C    
    3 27.04.2012 27,6 °C   3 06.04.2024 9,3 °C    
    4 20.04.2018 27,5 °C   4 23.04.2018 9,1 °C    
    5 09.04.2024 27,4 °C   5 30.04.2010 8,8 °C    
    09.04.2024 30.04.2003 27,0 °C     24.04.2018 8,8 °C    
    7 21.04.2018 26,4 °C     19.04.2020 8,8 °C    
    8 26.04.2013 26,3 °C   8 07.04.2024 8,5 °C    
    9 13.04.2007 26,0 °C   9 08.04.2011 8,4 °C    
      26.04.2012 26,0 °C   10 24.04.2011 8,3 °C    
                29.04.2018 8,3 °C    
                         
                         
    Frühester Sommertag der Messreihe              
                         
    Bereits am Sonntag, den 7. April war es mit einem Höchstwert von 25,5 °C soweit und wir erlebten im Tal von   
    Faistenau und Hintersee den frühesten Sommertag. Bislang stand diese Marke beim 13. April aus dem Jahr   
    2007.                    
                         
    Wie oben beschrieben, folgten am Montag und Dienstag zwei weitere Sommertage, die den Dreierpack perfekt   
    machten. Ein sommerliches Dreierlei hintereinander in einem April gab es bisher nur vom 26. Bis 28. April 2012,   
    wo sich auch der Temperaturrekord für April ereignete und vom 20. Bis 22. April 2018 mit einem Maximum von   
    27,5 °C am 20. April.                  
                         
                         
    Sommertage verschieben sich weit nach vor              
                         
    Mit den erwähnten drei Tripple Packs an Aprilsommertagen 2012, 2018 und 2024 sind schon die Hälfte aller   
    Sommertage, die es seit den 1960er Jahren in unserem Tal überhaupt gab, aufgezählt. Daran sieht man gut, wie   
    selten so ein Ereignis im April ist. In der ersten Aprildekade kam dies bisher nicht einmal vor. Mit Ausnahme von   
    2007 und 2018 traten alle Aprilsommertage erst im letzten Monatsdrittel auf.        
                         
    Die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau zeigten ebenso, dass sich der durchschnittliche Zeitpunkt   
    des Auftretens eines meteorologischen Sommertages bei uns weit nach vorne verschoben hat.      
                         
    Selbstverständlich hängt der erste 25er eines Jahres primär von der aktuell vorherrschenden Wetterlage ab und   
    unterliegt starken Schwankungen. Über die Jahrzehnte ist aber ein klarer Trend ersichtlich.      
                         
    In der Klimareferenzperiode 1961-90 ereignete sich der erste Sommertag bei uns durchschnittlich am 31. Mai.   
    Den frühesten gab es am 26. April 1969, den spätesten am 13. Juli 1974.        
                         
    Seit das neue Jahrhundert angebrochen ist hat sich das durchschnittliche Auftreten des ersten Sommertages auf   
    den 9. Mai, also um 3 Wochen, nach vorne verschoben. Die Messreihe unserer Station zeigt nun den ersten     
    Sommertag für den 7. April und den spätesten am 18. Juni, aufgetreten erst im Vorjahr.      
                         
    Auffällig ist, dass der April den Juni zusehends ablöst. Gab es im betrachteten Zeitraum bis vor dem Millennium   
    (Anm.: Keine Daten für die Jahre 1991-97) einzig 1969 den ersten Sommertag schon im April, so sind in den   
    2000ern gleich 8 erste Sommertage im zentralen Frühlingsmonat vorgekommen. Anders herum musste man   
    beispielsweise 1974 und 1989 sogar bis in den Juli warten, wogegen es seit dem Jahrhundertwechsel nur     
    dreimal noch bis zum Juni dauerte.                
                         
                         
    Frühester Hitzetag in Österreich                
                         
    Was für Hintersee die Sommertage, sind für das gesamte Österreich die meteorologisch heißen Tage oder auch   
    Hitzetage mit einem Höchstwert von zumindest 30 °C. Diese kamen in der Normalperiode 1961-90     
    durchschnittlich das erste Mal am 30 Mai vor und haben sich in den drei Folgejahrzehnten auf den 19. Mai nach   
    vorne geschoben. Den ersten Sommertag sieht Österreich durchschnittlich übrigens am 18. April.    
                         
    Den frühesten 30er gab es bis diesen Samstag am 17. April, erreicht im Jahr 1934 in der Stadt Salzburg.     
    Salzburg/Freisaal hielt auch den zweitfrühesten Hitzetag am 20. April aus 2018.        
                         
    Heuer wurde dieser alte Rekord von den 30,0 °C am Sonntag in Bruck an der Mur (Steiermark) um 10 Tage     
    nach vorne verlegt. Knapp dran waren auch Dellach (Kärnten) und Reichenau an der Rax (Niederösterreich) mit   
    jeweils 29,8 °C.                  
                         
    Gleich am Montag ging es in Schönau/Enns (Oberösterreich) mit 30,3 °C abermals über die 30-Grad-Marke.   
    Leicht darunter blieben die Stationen in Waidhofen/Ybbs (Niederösterreich) mit 29,9 °C sowie Weyer     
    (Oberösterreich) und Salzburg/Freisaal mit 29,8 °C.            
                         
    Am Dienstag verpasste Mooslandl (Steiermark) den Hitzetag mit 29,7 °C als wärmster Ort Österreichs nur     
    knapp. Dahinter folgte Graz/Straßgang mit 28,9 °C (Steiermark)vor Windischgarsten (Oberösterreich) mit 28,6 °C   
    und Weyer mit 28,5 °C.                  
                         
    Nicht gefallen sind die absoluten Aprilrekorde. Dieser liegt für Österreich weiterhin bei 32,0 °C vom 28. April     
    2012 in Waidhofen/Ybbs bzw. für Salzburg bei 31,5 °C vom 27. April 2012 in Salzburg/Freisaal.      
                         
                         
    Höchstwerte in Österreich                
                         
    7. April       8. April            
    Bruck an der Mur 30,0 °C   Schönau/Enns 30,3        
    Dellach im Drautal 29,8 °C   Waidhofen/Ybbs 29,9 °C        
    Reichenau an der Rax 29,8 °C   Weyer   29,8 °C        
    Leoben   29,7 °C   Salzburg-Freisaal 29,8 °C        
    Weyer   29,4 °C   St. Pölten   29,5 °C        
    Weitra   29,3 °C   Feldkirch   29,4 °C        
    Bischofshofen 29,2 °C   Bad Ischl   29,4 °C        
    Litschau   29,1 °C   Klausen-Leopoldsdorf 29,3 °C        
    Langenlois   29,1 °C   Bregenz   29,2 °C        
                         
                         
    Aprilrekorde auf Bergen                
                         
    Die Höchsttemperaturen im Bundesland Salzburg schrammten während dieses Ereignisses zwar knapp an der   
    30-Grad-Marke vorbei, lagen aber dennoch für die Jahreszeit in ungewöhnlicher Höhe. Auf den Bergen fielen   
    auch manch Aprilrekorde, da dort eine Luftmasse vorherrschte, die eigentlich zu sommerlichen Hitzewellen     
    anwesend sein sollte.                  
                         
    So stieg am Sonntag auf der Schmittenhöhe bei Zell am See (1.956 m) die Temperatur auf 16,9 °C, womit der   
    alte Bestwert vom 18. April 1934 um ein halbes Grad überboten wurde. Die Messreihe besteht hier seit 1895. Am   
    Dienstag erzielte der Feuerkogel (1.618 m) bei Bad Ischl mit 20,9 °C einen neuen Aprilrekord. Der Alte war     
    gerade einmal einen Tag alt. Gemessen wird hier seit 1930.            
                         
    Am Montag kletterte das Thermometer am Kolomansberg (1.114 m) auf warme 24,2 °C und war damit nicht     
    mehr weit von einem Sommertag entfernt. Beeindruckend waren die Minima am Kolomansberg von Sonntag und   
    Montag. Selbst in der Nacht verblieben hier die Temperaturen auf ~18 °C. Am Feuerkogel und der gleich hoch   
    gelegenen Loferer Alm zeigten die Stationen ein Minimum von ~13,5 °C. Auf der Schmittenhöhe waren es gut 11   
    °C, auf der Rudolfshütte (2.304 m) ~7 °C und selbst am Sonnblick (3.105 m) blieb die Temperatur leicht über   
    dem Gefrierpunkt.                  
                         
                         
    Talsommer von Süd nach Nord                
                         
    In den Talorten arbeitete sich die Wärme in Salzburg von den Gebirgsgauen nordwärts. Am Sonntag lagen die   
    Spitzenwerte im Pinz- und Pongau, am Montag zeigten der Flachgau und das angrenzende Salzkammergut auf.  
                         
                         
    So siegte am Sonntag Bischofshofen mit 29,2 °C vor Lofer mit 28,6 °C und St. Johann mit 28,5 °C. Der Montag   
    brachte in unserem Bundesland den Höhepunkt der Wärme mit einem Höchstwert von 29,8 °C in       
    Salzburg/Freisaal. Fast heiß wurde es mit 29,4 °C auch in Bad Ischl. Mattsee und St. Wolfgang erreichten 28,5   
    °C. Der Dienstag hatte im Innergebirg keinen Sommertag mehr zu bieten. Jedoch stiegen die Temperaturen im   
    Norden föhnbedingt nochmals bis 28,4 °C in Bad Ischl, 27,1 °C in Abtenau und 26,9 °C in St. Wolfgang sowie   
    26,4 °C in der Stadt Salzburg.                
                         
                         
    Höchstwerte in Salzburg                
                         
    Abtenau   27,1 °C 7.+8.4.   Rudolfshütte 13,7 °C 7.4.    
    Bad Hofgastein 27,7 °C 7.4.   Salzburg/Flughafen 29,8 °C 8.4.    
    Bischofshofen 29,2 °C 7.4.   Salzburg/Freisaal 16,9 °C 7.4.    
    Kolomansberg 24,7 °C 8.4.   Schmittenhöhe 5,9 °C 7.4.    
    Krimml   25,5 °C 7.4.   Sonnblick   28,5 °C 7.4.    
    Lofer   28,6 °C 7.+8.4.   St. Johann   25,8 °C 7.4.    
    Loferer Alm   19,3 °C 8.4.   St. Michael 27,8 °C 7.4.    
    Mariapfarr   23,8 °C 7.4.   St. Veit   28,5 °C 8.4.    
    Mattsee   28,5 °C 8.4.   Tamsweg   26,0 °C 7.4.    
    Rauris   26,4 °C 7.4.   Zell am See 26,4 °C 7.4.    
                         
                         
    Quelle: wetter.orf.at, www.austrowetter.at, www.zamg.ac.at, www.wetterzentrale.de, www.facebook.com (Seiten   
    der Geosphere Austria und der österreichischen Unwetterzentrale)          
                         
    Links: >> Tagestemperaturen      
                     
                         
                         
    Fr, 01.03.24 Rückblick Februar: Ja, so wars bei den alten Rittersleut  
     
    So, 07.04.24 Rückblick März: Das Wärmesuperlativ geht weiter  
     
                         
    + 170,5 l/m² Niederschlag                
    + 9,5 cm Neuschnee                  
    + 6,5 °C mittlere Temperatur                
    + 21,8 °C höchste Tagestemperatur                
                         
    Das erste Quartal des Jahres 2024 ist vorbei und man muss sich fragen, wo dieses Jahr mit uns hin will? Seit   
    Ende Jänner hat es den Wärmevorschlaghammer ausgepackt und zerhaut einen Rekord nachdem anderen. War   
    der Februar fast der wärmste März, wurde der tatsächliche März als durchschnittlicher April mit Abstand der     
    wärmste in der Messgeschichte. Die anhaltende Zufuhr von warmen Luftmassen und die geschichtsträchtige     
    Abwesenheit einer Schneedecke sorgten für einen Negativausbruch an Frosttagen und vielen Wärmeanomalien.   
    Es gab fast keinen Neuschnee. Die Niederschlagsmenge war dafür ähnlich hoch wie im Jänner und Februar.    
                         
                         
    Mit Beginn des März schob sich ein blockierendes Hoch von Westrussland nach Skandinavien, wo es erst mit   
    Schwenk in die zweite Monatsdekade ein Stück weiter nordwärts abrückte. Das Hochdruckgebiet Flankierten   
    Tröge über dem Ostatlantik und Osteuropa, wobei die atlantischen Tiefdruckgebiete ihren Wirkungskreis in der   
    ersten Märzwoche in den Mittelmeerraum verlagerten. Zum Ende des ersten Märzdrittels brachte ein Biscayatief   
    eine Föhnlage, um in den Folgetagen nach Mitteleuropa zu wandern und dort in einen Tiefdrucksumpf     
    aufzugehen. Nach der Monatsmitte stieß ein Hoch aus Südwesten vor und drehte die Höhenströmung auf     
    Nordwest. Tiefs bei Irland und Island gewannen Einfluss auf den Alpenraum, ehe sich das ausgedehnte     
    Azorenhoch mit dem weiterhin über dem Nordmeer tätigen Hoch verbinden konnte. Recht stabil war die Brücke   
    aber nicht und so schlich sich rasch wieder ein Tief zur Ostsee. Ihm folgte zum Palmsonntag ein nächstes und   
    für kurze Zeit gelangte frische Luft aus Nordwest bis in den Alpenraum. Die finale Märzwoche brachte anfangs   
    noch nachlassenden Tiefdruckeinfluss, später baute sich von Süden her Hochdruck auf. An der Vorderseite     
    eines Tiefdruckkomplexes bei den Britischen Inseln kam es am Monatsende zu einer Zufuhr subtropischer     
    Luftmassen und Saharastaubes aus Nordafrika.              
                         
    Nach einem historischen Februar folgte in Österreich im März der nächste Temperaturrekord. Mit einer     
    Abweichung von +3,4 °C zum Referenzmittel 1991-2020 war der März um 0,6 °C wärmer als der bisherige     
    Rekord aus 2017. Im Vergleich zur alten Normalperiode 1961-90 betrug die Abweichung sogar +4,7 °C. Nicht   
    ganz so ausgeprägt war der Wärmeüberschuss auf den Bergen, wo der heurige März mit einer Abweichung von   
    +2,4 bzw. +3,7 °C auf dem 9. Platz landete. In der Aufzeichnungsgeschichte Österreichs seit 1767 waren bis     
    zum letzten Herbst zwei Monatsrekorde hintereinander unbekannt. Nun erlebten wir dies nach September und   
    Oktober 2023 bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit. Beim Niederschlag hielt sich der März mit einem     
    Prozent über dem Schnitt fast exakt an das langjährige Mittel. Dennoch war es der nasseste März seit 15 Jahren.   
    In weiten Teilen von Vorarlberg bis ins Burgenland pendelte die Niederschlagssumme ebenso um das Normal.   
    Lokale Ausnahmen gab es in Niederösterreich und im Burgenland, wo es Zugewinne bis zu drei Viertel gab.     
    Markante Negativabweichungen zeigten sich mit einem Minus bis zu zwei Drittel in Oberösterreich, dem Norden   
    Salzburgs und der Obersteiermark. Mit Überschüssen bis zum 2,5-fachen war es entlang und südlich des     
    Alpenhauptkamms von Tirol über Kärnten bis in den Südosten am feuchtesten. In dieser Region fand sich mit   
    einer Monatssumme von 281 l/m² am Loiblpass (Kärnten) auch der niederschlagsreichste Ort in Österreich. Die   
    Sonne schien im März um 14 % weniger als üblich. Die größten Defizite von einem Drittel bis knapp der Hälfte   
    gab es im Süden und Südosten. Von Vorarlberg bis ins westliche Oberösterreich waren die Einbußen mit bis zu   
    einem Drittel geringer. Als ausgeglichen erwies sich die Sonnenbilanz im Osten. Gänserndorf (Niederösterreich)   
    war mit 172 Sonnenstunden der sonnenreichste Platz in Österreich.          
                         
    In Hintersee bilanzierte der März beim Niederschlag mit 16 % etwas im Plus. 170,5 l/m² waren nur um 7 l/m²     
    weniger als im Vorjahr. Der Niederschlag verteilte sich dabei auf 17 Niederschlagstage (+3 Tage). Am meisten   
    fiel mit 33 l/m² am 21. März.                
                         
    Dieser Tag war zugleich der regenreichste des Monats. An Flüssigen Sammelten sich 147,5 l/m² und damit um   
    13 % mehr als im Schnitt. Mehr Regen gab es letztmals im März 2019 (173,5 l/m²). Wir zählten 15 Regentage   
    (+5 Tage).                    
                         
    Sehr ernüchternd fiel die Neuschneesumme aus, die mit 9,5 cm fast einen Totalausfall produzierte. Bei einem   
    Minus von 91 % wäre es nach 2022 beinahe die zweite Nullnummer geworden. Ebenso weniger Schnee gab es   
    im März 1994 und 2011 (5 cm). AM meisten schneite es heuer mit 6 cm am 25. März. Es waren 5 Schneefalltage   
    (-4 Tage), die aber keinen messbaren oder nur ganz wenig Schnee brachten.        
                         
    Darunter litt natürlich die Schneedecke, welche lediglich an 2 Tagen (24. Und 25. März) mit einer jeweiligen     
    Schneehöhe von 2 cm beobachtet werden konnte. In unserer Messreihe waren bisher 10 Schneedeckentage   
    aus dem März 2020 das Minimum. Durchschnittlich sollte es im März noch an 26 Tagen eine geschlossene     
    Schneedecke an unserer Station geben. Die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau zeigten für die     
    letzten 6 Jahrzehnte nur im März 1972 einen ähnlichen Tiefststand (2 Schneedeckentage). Allerdings sind die   
    Messdaten dort mehr mit den Verhältnissen im Ortsteil Oberasch vergleichbar und nur bedingt mit jenen am     
    Standort der Wetterstation Hintersee.                
                         
    Unvergleichlich waren im März die Temperaturen. Mit einem Monatsmittel von 6,5 °C bei einer Abweichung von   
    +4,7 °C war es in Hintersee der mit Abstand wärmste März der Messreihe. Der alte Bestwert von 4,8 °C aus     
    2017 wurde ganz klar überboten. Der März war heuer sogar um 0,3 °C wärmer als ein durchschnittlicher April.   
    Auch die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau zeigten für unser Tal keinen derart warmen März in den   
    letzten 6 Jahrzehnten. Mit einer Abweichung von +3,4 °C lag hier der März 1977 vor dem aus 1990 (Abw. +3,0   
    °C) voran. Selbst in der seit den 1840er Jahren bestehenden Messreihe der Stadt Salzburg gab es keinen in   
    dieser Dimension überwärmten März (maximale Abw.: 1994 mit +3,3 °C. Selbstredend waren die Abweichungen   
    in den einzelnen Monatsdekaden extrem, wobei diese im Laufe des März etwas nachgaben. Dennoch erzielten   
    wir in den beiden ersten Dritteln neue Dekadenrekorde. Das Startdrittel 2019 (Abw.: +3,2 °C)) wurde gleich um 2   
    °C übertrumpft. Die Mitteldekade 2014 musste sich um 0,7 °C geschlagen geben. Nur das Schlussdrittel 2017   
    (Abw.: +4,2 °C) behielt knapp seine Spitzenposition.            
                         
    Das Ausbleiben jeglicher Kälte sah man gut am Fehlen von Eistagen (-2 Tage), dem Einbruch und bisher     
    niedrigsten Wert von Frosttagen (3 Tage, -16 Tage) und der zweitgeringsten Zahl an kalten Tagen (10 Tage, -10   
    Tage). Weniger kalte Tage gab es nur im März 2014 (9 Tage).          
                         
    Die tiefste Temperatur diesen Monat verzeichneten wir mit -2,0 °C am 8. März. Es war der einzige Tag, an dem   
    das Tagesminimum unter dem durchschnittlichen Wert für März lag. An allen anderen Tagen lagen die     
    Tagesminima um bis zu 9,5 °C über dem Schnitt. Wenig verwunderlich, dass der Rekord für das mildeste     
    Märzminima heuer gleich dreimal verbessert wurde und nun bei 7,9 °C vom 31. März liegt. Unter den 10     
    mildesten Märzminima befinden sich nun 5 aus dem März 2024. Ähnlich gestaltete sich die Situation bei den   
    Tageshöchstwerten, welche an 28 Tagen über dem Märzschnitt lagen. Am wärmsten wurde es dabei mit 21,8 °C   
    am 30. März, dem zugleich drittwärmsten Märztag unserer Messreihe. Dieser fiel in eine außerordentliche     
    Wärmewelle, die die Temperaturen zwischen dem 27. Und 31. März gleich viermal über 20 °C steigen ließ.     
    Diese 4 Tage fanden alle Eingang in die Top 10 der wärmsten Märztage und verdoppelten die Anzahl der bisher   
    aufgetretenen 20er.                  
                         
    Das erste Drittel des Jahres 2024 war mit einer Abweichung von +3,9 °C das mit Abstand wärmste in der     
    Messreihe. Mit diesem enormen Überschuss ist ein neuer Jahresrekord wahrscheinlich. In den bisherigen 9     
    Monatsdritteln gab es 5 neue Dekadenrekorde und 2 zweite Plätze.           
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                  
                         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Monatsvergleich Schnee >> Klimatage  
      >> Monatsrangliste Niederschl. >> Tagestemperaturen >> Winterstatistik  
      >> Monatsvergleich Regen >> Monatsvergleich Temp.    
                     
                         
                         
    Mo, 01.04.24 Osterhase bringt Dauerföhnwärme  
     
                         
    Trotz des frühen Termins Ende März verliefen die heurigen Kar- und Osterfeiertage alles andere als winterlich   
    angehaucht. Von Mittwoch bis zum Ostermontag herrschte mit andauerndem Südföhn eine außergewöhnlich     
    warme Witterung, die nur am Gründonnerstag kurz von einer Kaltfront unterbrochen wurde. Die Schneeflocken,   
    die vor der Feier des letzten Abendmals vom Himmel rieselten, wirkten wie Exoten inmitten einer Wärmewelle,   
    welche für Hintersee bisher Bekanntes alt aussehen ließ. Noch nie war es seit Aufzeichnungsbeginn in einem   
    März über so viele Tage so warm. Zudem gab es neue Rekorde für die mildesten Tagestiefstwerte.    
                         
                         
    Wetterlage                  
                         
    Den Ausgangspunkt dieser österlichen Wärmewelle markierte bereits am Mittwoch ein praktisch ortsfester     
    Tiefdruckkomplex namens „Nadja“ knapp westlich der Britischen Inseln. Der zugehörige Trog griff über den     
    Ostatlantik und die Iberische Halbinsel bis nach Nordafrika aus. Vom algerisch-/tunesischen Raum wirbelte der   
    Tiefdruck eine mächtige Saharastaubwolke auf, die ein paar Tage später in Mitteleuropa eintreffen sollte.    
                         
    Doch zuvor gelangte mit Drehung der Höhenströmung auf Südwest eine Fuhr subtropischer Warmluft über das   
    Mittelmeer in den Alpenraum, wo es am Mittwoch ein erstes Mal für die Jahreszeit ungewöhnlich warm wurde.   
    Ein Leetief nördlich der Alpen verstärkte zudem die föhnige Strömung.          
                         
    Mit Abwanderung des Minitiefs nordostwärts drehte die Höhenströmung am Donnerstag vorübergehend auf West   
    bis Nordwest und eine markante Kaltfront drang in den trogvorderseitigen Hochdruck über Mitteleuropa ein.    
                         
    Schon am Freitag war die Störungszone wieder abgezogen und die Strömung wandte sich erneut der     
    Warmluftzufuhr aus südlichen Regionen zu.              
                         
   
Der Trog rückte dabei etwas näher an Westeuropa heran und zum Samstag hin zog ein Randtief von 
                   
    Nordostspanien via Frankreich und den Benelux zur Nordsee, wo es am Samstagnachmittag eintraf. Dadurch   
    steilte die Strömung im Alpenraum auf Süd auf und unter Verstärkung setzte entlang des Hauptkamms und an   
    der Alpennordseite eine stürmische Föhnlage ein.            
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
   
 
                   
                         
                         
        Bild: Großwetterlage zu Samstagmitttag           
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
                         
        Bild: Temperatur der Luftmasse in 1.500 m zu Samstagmittag      
                         
                         
    Während des Samstags traf außerdem der Kern der Saharastaubwolke ein. Weiters wurde ein neuerliches     
    Randtief an der Trogvorderseite von Frankreich über Südwestdeutschland nordostwärts zur Ostsee gelenkt, was   
    die Föhnlage am Samstag prolongierte.              
                         
    Am Sonntag wiederholten sich die Abläufe des Vortages. Nach einer kurzen Föhnabschwächung in der     
    Osternacht trieben zwei weitere Randtiefs die Warmluftzufuhr erneut an. Das erste sonntägliche Randtief     
    verlagerte sich dabei von der Iberischen Halbinsel über die Biscaya zum Ärmelkanal. Das zweite Druckminimum   
    wählte abermals eine östlichere Zugbahn, welche es von Sonntag auf Montag von den Pyrenäen via Frankreich   
    nach Nordostdeutschland führte.                
                         
    Mit dem letzten Randtief ging eine Verschärfung des Druckgradienten über Mitteleuropa einher, sodass sich in   
    der Sonntagnacht und am Montagvormittag der Höhepunkt der Föhnsturmlage am Alpenhauptkamm und über   
    Ostösterreich einstellte.                   
                         
    Zugleich verlor das steuernde Tiefzentrum „Nadja“ über England langsam an Wirkungskraft und gab sein Zepter   
    in Folge an das oben erwähnte Randtief „Patricia“ weiter. Am Montag querte schlussendlich mit Winddrehung auf   
    West die zugehörige Kaltfront samt Trog den Alpenraum und es kam nach Donnerstag zum zweiten     
    Temperatursturz.                  
                         
                         
    Föhn, Front, Föhn, Föhn und wieder Front              
                         
    Das vergangene Ereignis begann in Hintersee am Mittwoch mit einer sonnigen und für die Jahreszeit recht     
    warmen Föhnlage. Die Temperatur stieg an unserer Station auf 21,3 °C und damit den fünfthöchsten Märzwert   
    der Messreihe.                  
                         
    Am Gründonnerstag hielt zuerst die Föhnlage noch abgeschwächt an, doch am Nachmittag zog eine Kaltfront   
    mit kräftigen Regenschauern und lebhaften bis starken Westwind durch. Mit dem Regen und dem     
    Luftmassenwechsel kühlte es rapid ab und die Temperatur sank am Abend bis auf 1,2 °C.       
                         
    Einhergehend sank auch die Schneefallgrenze bis ins Tal und für kurze Zeit konnten wir sehr nassen Schneefall   
    beobachten. Messbares hinterließ er an unserer Station nicht. Jedoch ab ca. 850 m konnte sich eine dünne     
    Schneedecke ausbilden, welche in den Stunden darauf aber schon wieder abschmolz.      
                         
    Von Karfreitag bis Ostersonntag kannten die Temperaturen wiederum nur einen Weg: Den nach oben. Mit Föhn   
    wurde es abermals ungewöhnlich lange sehr warm für Ende März.          
                         
    Den Gipfel des Wärmeberges erreichten wir am Karsamstag mit 21,8 °C, dem bislang drittwärmsten Märztag in   
    den heimischen Aufzeichnungen. Dies geschah trotz der massiven Trübung durch Saharastaub, dessen     
    Konzentration am Tag der Grabesruhe Christi am höchsten war. So schien die Sonne am Samstag äußerst     
    gedämpft durch die Staubschicht und die Luftqualität ließ auch bodennah zu wünschen übrig.       
                         
    Mehr Sonne gab es zuvor noch am Karfreitag, wo das Tagesmaxima mit 20,6 °C den sechstwärmsten Wert     
    eines Märztages erreichte. In der zweiten Tageshälfte traf hier allerdings dann die Staubwolke ein und dimmte   
    den Sonnenschein.                  
                         
    Die Bewölkung durch Wüstensand verhinderte in der Nacht von Karfreitag auf Karsamstag eine übliche     
    Auskühlung und der Tiefstwert verblieb auf 7,4 °C. Es war das zweitmildeste Märzminimum in Hintersee, denn   
    der neue Rekord in dieser Statistik folgte in der Osternacht.            
                         
    Die Bedeckung des Himmels sorgte nicht nur für eine dunkle, sondern auch für eine außergewöhnlich milde     
    Märznacht. So fiel das Thermometer am Ostersonntag auf 7,9 °C, was das mildeste Minimum für einen März   
    bedeutete. Nachdem erst zwei Wochen davor der Bestwert am 16. März auf 6,3 °C gehoben wurde,     
    verbesserten wir den ohnehin erst einen Jahr alten Rekord heuer gleich dreimal hintereinander.      
                         
    Das österliche Hochfest am Sonntag brachte eine Abnahme der Staubkonzentration und neuerlichen Föhn,     
    wodurch die Tagestemperatur erneut auf 20,5 °C anstieg. Platz 7 unter den 10 wärmsten Märzwerten,    
                         
                         
    Das Finale des Föhns gab es schließlich am Ostermontag. Schon in den Frühstunden war es gruselig warm mit   
    beispielsweise 17,8 °C um halb sieben Uhr. Der Föhn hielt sich noch bis Mittag und hob die Temperatur     
    nochmals auf knapp über 20 °C, ehe es mit einer Kaltfront, Regenschauern und Westwind um gut 15 °C bergab   
    ging.                    
                         
                         
    Höchste Märzmaxima in Hintersee   Höchste Märzminima in Hintersee    
                         
    1 31.03.2016 22,8 °C   1 31.03.2024 7,9 °C    
      31.03.2017 22,8 °C   2 30.03.2024 7,4 °C    
    3 30.03.2024 21,8 °C   3 16.03.2024 6,3 °C    
    4 20.03.2014 21,7 °C   4 24.03.2023 6,1 °C    
    5 27.03.2024 21,3 °C   5 19.03.2014 5,3 °C    
    6 29.03.2024 20,6 °C   6 10.03.2024 5,2 °C    
    7 31.03.2024 20,5 °C   7 30.03.2017 5,1 °C    
    8 23.03.2023 20,3 °C     25.03.2023 5,1 °C    
    9 21.03.2014 19,9 °C     18.03.2024 5,1 °C    
    10 22.03.2014 19,6 °C   10 19.03.2017 4,9 °C    
                31.03.2017 4,9 °C    
                    7,4 °C    
                    6,3 °C    
    Zahl der Märzzwanziger verdoppelt              
                         
    Der absolute Stationsrekord für März mit 22,8 °C vom 31. März 2016 und 2017 fiel zwar nicht, dennoch erlebten   
    wir für den ersten klimatologischen Frühlingsmonat, der in Hintersee eigentlich noch recht winterliche Züge     
    aufweisen sollte, eine sehr außergewöhnliche Wärmewelle.            
                         
    Das Erreichen der 20-Grad-Marke in März kommt natürlich vor, jedoch sollte dies statistisch gesehen in     
    Hintersee nur alle 5 Jahre der Fall sein.               
                         
    Gab es bisher in unserer genauen Temperaturmessreihe (seit September 2001) 4 Märztage, an denen ein     
    Höchstwert von mehr als 20 °C erzielt wurde, so verdoppelten wir heuer schlicht diese Zahl binnen 5 Tagen     
    geschah also das, was bisher gut 2 Jahrzehnte gebraucht hat.          
                         
    Geht man anhand der Daten der Hydrografischen Station in Faistenau noch 4 Jahrzehnte zurück, so kommen   
    lediglich 5 weitere Zwanziger hinzu. Von den 1960er bis 90er Jahren war ein Zwanziger im März schon fast ein   
    Jahrzehntereignis.                  
                         
    Demnach gab es in unserem Tal auch noch keine derartig lange Wärmephase so früh im Jahr, wo es innerhalb   
    von 6 Tagen (27. März bis 1. April) ganze 5-mal bzw. von Karfreitag bis Ostermontag 4-mal en Suite über die 20-  
    Grad-Marke ging.                  
                         
    Ähnliche Wärmevorkommnisse mit zumindest einem Zwanziger ereigneten sich vom 28. bis 31. März 1968     
    (Höchstwert: 20,2 °C am 30. März), vom 22. bis 24. März 1977 (Höchstwert: 21,0 °C am 24. März), vom 28. bis   
    31. März 1989 (Höchstwert: 22,3 °C am 28. März), vom 20. bis 22. März 2014 (Höchstwert: 21,7 °C am 20.     
    März) und vom 30. März bis 2. April 2017 (Höchstwert: 22,9 °C am 1. April).        
                         
                         
    Ostern voller 20er in Salzburg                
                         
    Hintersee spielte mit seinem Maximum von 21,8 °C im Bundesland Salzburg diesmal vorne mit. Von Mittwoch bis   
    Ostermontag wurde, mit Ausnahme des Gründonnerstages, täglich die 20-Grad-Marke überboten. Die einzelnen   
    Stationen erreichten ihre Wärmehöhepunkte allerdings an recht unterschiedlichen Tagen. Föhn und die Trübung   
    durch Saharastaub fanden hier ihren Niederschlag. Ein einheitlicheres Bild zeigte sich auf den Bergen. Hier     
    wurden die höchsten Werte am Ostermontag gemessen. Ausgenommen auf der Rudolfshütte (2.304 m), wo es   
    mit 3,2 °C schon am Karfreitag so weit war. An den anderen Tagen lag das Maximum hier um 2 °C. Auf der     
    Schmittenhöhe (1.956 m) stieg das Thermometer am zweiten Osterfeiertag auf 8,7 °C und lag sonst um 8 °C.   
    Auf der Loferer Alm (1.623 m) zeigte das Quecksilber meist um 11 °C, am Ostermontag 12,1 °C. Am Feuerkogel   
    (Oberösterreich, 1.618 m) gab es um 12 °C, am Ostermontag jedoch als Maximum 14,5 °C. Am Kolomansberg   
    (1.114 m) waren es um 18 °C, die mit 18,3 °C am 1. April ihren Höhepunkt fanden. Damit war es am     
    Kolomansberg wärmer als in so manchem Talort im Innergebirg. Allein am Sonnblick (3.105 m) verblieb die     
    Temperatur im negativem Bereich und stieg auf maximale -3,3 °C, sonst um -4 °C.        
                         
    In den Tallagen wurde es mit 23,7 °C in der Landeshauptstadt, gemessen am 1. April, am wärmsten. Dahinter   
    folgten Mattsee mit 22,5 °C vom Karfreitag sowie der Flughafen mit gleicher Temperatur am Ostermontag. Am 4.   
    Platz fand sich Lofer mit 21,7 °C vom Mittwoch. Ebenfalls noch über 20 °C kamen Abtenau (20,8 °C),     
    Bischofshofen (20,6 °C) und St. Johann (20,3 °C), alle erzielt am 27. März.        
                         
                         
    Höchstwerte in Salzburg                
                         
    Abtenau   20,8 °C 27.3.   Rudolfshütte 3,2 °C 29.3.    
    Bad Hofgastein 18,1 °C 30.3.   Salzburg/Flughafen 22,5 °C 1.4.    
    Bischofshofen 20,6 °C 27.3.   Salzburg/Freisaal 23,7 °C 1.4.    
    Kolomansberg 18,3 °C 1.4.   Schmittenhöhe 8,7 °C 1.4.    
    Krimml   17,2 °C 27.3.   Sonnblick   -3,3 °C 1.4.    
    Lofer   21,7 °C 27.3.   St. Johann   20,3 °C 27.3.    
    Loferer Alm   12,1 °C 1.4.   St. Michael 14,5 °C 30.3.    
    Mariapfarr   14,3 °C 30.3.   St. Veit   19,7 °C 31.3.    
    Mattsee   22,5 °C 29.3.   Tamsweg   16,3 °C 30.3.    
    Rauris   17,9 °C 30.3.   Zell am See 19,4 °C 31.3.    
                         
                         
    Wärmekaiser wandert von West nach Ost              
                         
    Am Mittwoch war Kössen (Tirol) mit 23,7 °C vor der Stadt Salzburg (23,5 °C) und Mattighofen (23,2 °C) noch an   
    der Spitze. Schon am Karfreitag ging der Titel des wärmsten Ortes in Österreich nach Bad Vöslau     
    (Niederösterreich) mit 24,5 °C. Am geteilten zweiten Platz fanden sich Ostermiething (Oberösterreich) und     
    Waidhofen/Ybbs (Niederösterreich) mit je 24,2 °C. Am Karsamstag war es schließlich soweit und es gab den   
    ersten meteorologischen Sommertag in Österreich. In Oberndorf an der Melk (Niederösterreich) und Schärding   
    (Oberösterreich) wurden jeweils 25,0 °C gemessen. Auf Platz 3 folgte Linz (Oberösterreich) mit 24,8 °C. Ein     
    Sommertag Ende März ist verhältnismäßig bald im Jahr. Den frühesten Sommertag gab es übrigens am 18.     
    März 2004.                    
                         
    Am Ostersonntag war es mit 24,2 °C in Linz am wärmsten, dahinter folgte Waidhofen an der Ybbs mit 24,1 °C   
    vor Wels (Oberösterreich) mit 23,9 °C. Mit Abstand am wärmsten wurde es aber am Ostermontag. In Wien auf   
    der Hohen Warte (28,5 °C) und in der Inneren Stadt (28,4 °C) zeigten die Thermometer noch nie so früh im Jahr   
    einen so hohen Wert an. Langenlebarn (Niederösterreich) mit 28,3 °C und Bad Vöslau mit 28,0 °C schlossen   
    sich mit Sommer an.                  
                         
                         
    Höchste Tagestemperaturen in Österreich              
                         
    27. März     29. März     30. März        
    Kössen   23,7 °C Bad Vöslau 24,5 °C Schärding   25,0 °C    
    Salzburg-Freisaal 23,6 °C Ostermiething 24,2 °C Oberndorf/Melk 25,0 °C    
    Mattighofen   23,2 °C Waidhofen/Ybbs 24,2 °C Linz-Stadt   24,8 °C    
    Kufstein   23,0 °C Wien - Innere Stadt 24,0 °C Wels   24,5 °C    
    Linz-Stadt   22,7 °C Gumpoldskirchen 23,8 °C Ostermiething 24,5 °C    
    Ostermiething 22,5 °C Bregenz   23,8 °C Krems   24,5 °C    
    Salzburg-Flughafen 22,5 °C Aspach   23,5 °C Klausen-Leopoldsd. 24,5 °C    
    Schärding   22,3 °C Klausen-Leopoldsd. 23,5 °C Waidhofen/Ybbs 24,4 °C    
    Wels   22,3 °C Feldkirch   23,4 °C Ranshofen   24,3 °C    
                         
    31. März     1. April              
    Linz-Stadt   24,2 °C Wien-Hohe Warte 28,5 °C          
    Waidhofen an der Ybbs 24,1 °C Wien - Innere Stadt 28,4 °C          
    Wels   23,9 °C Langenlebarn 28,3 °C          
    Enns   23,8 °C Bad Vöslau 28,0 °C          
    Linz-Hörsching 23,7 °C Klausen-Leopoldsd. 27,9 °C          
    St. Pölten   23,6 °C Mariabrunn 27,8 °C          
    Altmünster   23,4 °C Gumpoldskirchen 27,8 °C          
    Oberndorf/Melk 23,4 °C Brunn/Gebirge 27,6 °C          
    Kremsmünster 23,3 °C Wiener Neustadt 27,4 °C          
                         
                         
    Anhaltende Föhnsturmlage                 
                         
    Mit Unterbrechung am Gründonnerstag ging die Wärmewelle mit einer von Mittwoch bis zum Ostermontag     
    andauernden Föhnlage einher. Entlang der Alpennordseite und zum Abschluss auch im Flachland des Ostens   
    fegte diese recht lange dauernde Föhnlage immer wieder mit Sturmböen durch. Auf den Bergen wehte der Föhn   
    mit Orkanstärke.                  
                         
    Den Auftakt markierte am Mittwoch Umhausen (Tirol) mit 104 km/h. Die einzige Orkanböe eines Talortes     
    verzeichnete am Karfreitag Brand (Vorarlberg) mit 117 km/h. Brand schaffte am Karsamstag mit 108 km/h     
    ebenfalls den Sprung über die 100er-Marke. Spitzenreiter an diesem Tag war aber Achenkirch (Tirol) mit 114   
    km/h. Gleiches galt für Zell am See am Ostermontag mit 114 km/h vor Gumpoldskirchen (Niederösterreich) mit   
    104 km/h und Mariazell (Steiermark) mit 101 km/h. Am Ostersonntag blieben die Windspitzen zweistellig. Es   
    lagen Bad Gastein mit 94 km/h und Zell am See mit 90 km/h voran.          
                         
    Für Bad Gastein ereignete sich wie für Zell das Windmaximum mit 97 km/h aber erst am Ostermontag. AM     
    selben Tag wurde am Flughafen mit 94 km/h die dritthöchste Geschwindigkeit des Ereignisses gemessen. Am   
    Karsamstag zog in Abtenau eine Böe mit 91 km/h durch. Die Spitzenböen der restlichen Stationen bewegten   
    sich Großteils zwischen 60 und 90 km/h.              
                         
    In Hintersee griff der Föhn samstags und sonntags zu Mittag mit starken bis steifen Böen durch, verblieb aber   
    sonst im nicht nennenswerten Bereich.              
                         
    Die Windspitzen auf den Salzburger Bergen betrugen am Sonnblick 130 km/h, auf der Rudolfshütte 127 km/h,   
    auf der Loferer Alm 125 km/h, auf der Schmittenhöhe 99 km/h und am Kolomansberg 85 km/h. Der benachbarte   
    Feuerkogel erreichte 107 km/h.                
                         
                         
    Windspitzen in Salzburg und Österreich              
                         
    27. März     29. März     30. März        
    Umhausen   104 km/h Brand   117 km/h Achenkirch   114 km/h    
    Leiser Berge 100 km/h Innsbruck   97 km/h Brand   108 km/h    
    Kernhof/St. Aegyd 90 km/h Rohrspitz   94 km/h Rohrspitz   98 km/h    
    Bad Gastein 89 km/h Leiser Berge 91 km/h Leiser Berge 95 km/h    
    Neustift   88 km/h Innsbruck/Univ. 90 km/h Abtenau   91 km/h    
    Mariazell   86 km/h Innsbruck   87 km/h Lilienfeld   85 km/h    
    Haiming   81 km/h Retz   84 km/h Saalbach   83 km/h    
    Krimml   81 km/h Krimml   83 km/h Bad Gastein 83 km/h    
    Innsbruck/Univ. 78 km/h Achenkirch 82 km/h Gaschurn   82 km/h    
                         
    31. März     1. April              
    Bad Gastein 94 km/h Zell am See 114 km/h          
    Zell am See 90 km/h Gumpoldskirchen 104 km/h          
    Brand   85 km/h Mariazell   101 km/h          
    Krimml   84 km/h Bad Goisern 98 km/h          
    Abtenau   81 km/h Ferlach   98 km/h          
    Kernhof/St. Aegyd 81 km/h Bad Gastein 97 km/h          
    Leiser Berge 80 km/h Brand   96 km/h          
    Wörterberg   80 km/h Salzburg-Flughafen 94 km/h          
    Lilienfeld   79 km/h Enns   91 km/h          
                         
                         
    Föhn sorgt für Feuerwehreinsätze              
                         
    In Salzburg mussten aufgrund des Föhnsturms insgesamt 780 Feuerwehrleute zu 61 Einsätzen ausrücken. Die   
    meisten Ausrückungen gab es dabei im Pinzgau und Tennengau. Viel beschäftigt waren die Feuerwehren in     
    Abtenau, Golling, Schwarzach, Neukirchen und Bad Gastein. In erster Linie waren umgeworfene Bäume der     
    Hauptgrund für die Einsätze. In Zederhaus wurde ein Stallgebäude abgedeckt.        
                         
    Am Ostermontag sorgte der Föhnsturm vor allem in Kärnten und der Steiermark für gesamt 160       
    Feuerwehreinsätze, bei denen neben Gebäudeschäden hauptsächlich umgestürzte Bäume von Straßen und     
    Stromleitungen entfernt werden mussten. Rund 7.000 Haushalte waren in beiden Bundesländern vorübergehend   
    ohne Stromversorgung. Die fehlende Elektrizität stoppte auch den Bahnverkehr in der Obersteiermark. In der   
    Oststeiermark traf ein umfallender Baum ebenso wie in Unken ein Auto. Im Pinzgau wurden dabei die beiden   
    Insassen verletzt, im anderen Fall getötet. Zu Feuerwehreinsätzen kam es ebenfalls im südlichen Oberösterreich   
    mit ähnlichen Ausrückungsgründen. Am Attersee musste ein verantwortungsloser Surfer von der Wasserrettung   
    geborgen werden.                  
                         
    Quellen: wetter.orf.at, www.austrowetter.at, www.wetterzentrale.de, www.uwz.at, www.facebook.com (Seite der     
    Geosphere Austria), www.standard.at, ooe.orf.at, www.salzburg24.at, www.lfv-sbg.at        
                         
    Links: >> Tagestemperaturen      
                     
                         
                         
    Fr, 01.03.24 Rückblick Februar: Ja, so wars bei den alten Rittersleut  
     
                         
    + 179,5 l/m² Niederschlag                
    + 16 cm Neuschnee                  
    + 3 Schneedeckentage                  
    + 4,6 °C mittlere Temperatur                
                         
    Wer sich im Fasching des Februars 2024 als edler Ritter verkleidete, passte sich der Witterung in diesem Monat   
    an, welche sich zeitweise als April und dann wieder als sehr warmer März ausgab. Die Zeitreihe der     
    instrumentellen Messgeschichte reicht nicht aus, um die historische Dimension des eben Erlebten wirklich     
    einzuordnen. Der zweite Monat des Jahres brachte nach einem ohnehin schon recht mild verlaufenden Winter   
    2023/24 einen kaum fassbaren Wärmeüberschuss, der selbst in höheren Tallagen die Vegetation in Gang setzte.   
                         
    So konnten wohl die eingangs erwähnten Männer in eisen den heurigen Februar besser nachvollziehen,     
    geschah dies zu Zeiten des mittelalterlichen Klimaoptimums in Mitteleuropa im 12. Und 13. Jahrhundert     
    vermutlich einige Male pro Jahrhundert. 1158 fingen im Flachland im Februar die Vögel an zu brüten, 1274     
    blühten im Feber nach einem feucht-milden Winter und einer kurzen Kaltphase im Jänner die Blumen. Solche   
    Beispiele der Klimageschichte verschwanden mit dem 14. Jahrhundert und dem Beginn der sogenannten kleinen   
    Eiszeit wieder und kehrten vorübergehend im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts zurück. Demnach blühten 1521   
    in München im Februar schon die Kirschbäume und 1530 blieb das Vieh den Winter über draußen.    
                         
                         
    Am Eingang des Februars stand die Verortung des Alpenraums an der sehr milden Südseite der Frontalzone.   
    Wiederholt zogen Tiefs von Nordwesteuropa herbei und trieben an ihrer Vorderseite Subtropikluft nach     
    Österreich. Zudem wölbte sich am ersten Feberwochenende Hochdruck über Westeuropa auf, der die Fronten   
    zusehends von uns abdrängte und zwischendurch nach Mitteleuropa auskeilte. Dadurch blieb die extrem milde   
    Witterung bestehen. Dies änderte sich auch nicht durch das Auftreten eines Islandtiefs zum ersten     
    Dekadenwechsel. Dessen Kaltfront brachte das erste Paar Zentimeter Neuschnee in die Gemeinde und packte   
    den Alpenraum mit Durchschwenken des zugehörigen Troges für kurze Zeit in spätherbstliches Wetter mit ganz   
    leichtem Frost. Mit einem neuen Tief bei Irland kam allerdings bald darauf wieder eine sehr milde     
    Südwestströmung in Gang, die nach einer Warmfront den subtropischen Wärmehöhepunkt des Februars zur     
    Monatsmitte einläutete. Mit Abzug des Tiefs zum Baltikum ging es am Beginn der zweiten Feberhälfte wieder in   
    eine wechselhafte Phase aus kurzen Zwischenhochs mit südwestlicher Strömung und vorbeistreifenden     
    Islandtiefs. Eines jener Druckminima brachte nach neuerlicher Föhnmilde eine markante Kaltfront in den     
    Alpenraum, die unter Mithilfe eines Italientiefs einen dezenten Wintergruß fabrizierte. Für die Hochlagen der     
    Alpensüdseite und die Tauerntäler Salzburgs war dies ein nennenswertes Schneefallereignis. Die letzten Tage   
    des Monats vergingen unter sanften Hochdruckeinfluss in einer weiterhin recht milden Südwestströmung, die     
    vom anhaltenden Tiefdruck über dem westlichen Mittelmeerraum gespeist wurde. Ansonsten stellte sich     
    zwischen dem Blockadehoch über Osteuropa und dem Azorenhoch eine Beruhigung ein, da der Tiefdruck nach   
    Nordeuropa abgelenkt wurde.                
                         
    In Österreich dominierten das ganze Monat über sehr hohe bis extrem hohe Temperaturen. Der Februar 2024   
    wurde mit einer Abweichung von +5,5 °C zur Klimanormalperiode 1991-2020 der mit großem Abstand wärmste   
    Februar der heimischen Messgeschichte seit 1767. Zum Referenzmittel 1961-90 lag das Plus im Tal mit +6,4 °C   
    noch höher. Noch nie hatte ein Monat in Österreich eine derart große Abweichung nach oben. Den maximalen   
    Wärmeüberschuss gab es dabei im Wiener Becken mit Abweichungen bis zu +7,5 °C. In Wien war es diesen   
    Februar wärmer als beispielsweise in Rom oder Madrid. Den alten Bestwert hielt bis heuer der Februar 1966 mit   
    +3,8 °C Abw. In der Bundeshauptstadt und in Bregenz blieb der Februar komplett frostfrei. Auch in der Stadt     
    Salzburg sank das Thermometer nur einmal kurz unter null. Ein neuer Tiefstwert, denn bisher waren es 2000 und   
    2020 zumindest 6 Frosttage in der Landeshauptstadt gewesen. Auf den bergen betrugen die Abweichungen +5,0   
    °C bzw. +5,9 °C. Beim Niederschlag zeigte die bundesweite Auswertung ein leichtes Plus von 7 %. In     
    Ostösterreich fiel teils bis zur Hälfte weniger Niederschlag als erwartbar. Entlang des Alpenhauptkamms und   
    südlich davon war es mit einem Viertel bis zum lokal zweieinhalbfachen des Normals ein nasser Feber. Im Rest   
    des Landes bewegten sich die Niederschlagsmengen um das vieljährige Mittel. Nassester Ort war der Loiblpass   
    (Kärnten) mit 329 l/m². Eine Negativbilanz von -20 % zur Referenzperiode ermittelte sich bei der       
    Sonnenscheindauer. Einzig im Osten erfüllte die Sonne ihr Stundensoll und das Burgenland konnte sogar mit   
    einem Plus von bis zu 20 % aufwarten. Im jüngsten Bundesland Österreichs lag mit Kleinzicken und 140     
    Stunden wenig überraschend auch der sonnenreichste Ort im Februar.          
                         
    Die unauffälligste Bilanz im Februar war in Hintersee jene des Niederschlags. Mit einer Akkumulation von 179,5 l/m² war   
    der zweite Monat des Jahres um 21 % feuchter als im Schnitt und gleich niederschlagsreich wie der erste Jahresmonat 2024.   
    Den größten Tagesniederschlag gab es mit 33 l/m² aus Regen und Schneefall am 23. Februar. Es kam zu 13 Niederschlags-  
    tagen, einer mehr als üblich. Ab dem 24. Februar stellte sich eine 5 Tage lange niederschlagsfreie Periode ein.  
                         
    Ein sattes Plus von 119 % wies die Regenstatistik auf, die mit einer Summe von 153 l/m² immerhin am 5. Platz unserer   
    Messreihe landete. Der Abstand zum topplatzierten Februar 2020 (179 l/m²) war dabei gar nicht so groß. Die höchste   
    Tagesmenge regnete es mit 28 l/m² am 19. Februar. Wir zählten gesamt 12 Regentage (+6 Tage) und somit die zweitgrößte   
    Anzahl hinter den 13 Regentagen aus 2007.              
                         
    Grauenhaft sah das Ergebnis beim Schnee aus. Mit mageren 16 cm Neuschnee war der heurige Februar einer der 4   
    schneeärmsten in Hintersee. Nur 1998 (3 cm), 2011 (15,5 cm) und 2014 (15 cm) machten bei der Schneeausbeute noch   
    einen schlankeren Fuß. Den meisten Neuschnee an einem Tag schneite es mit 12 cm am 23. Februar. Es war einer von   
    insgesamt 3 Schneefalltagen (-8 Tage). Allein 1998 war diese Zahl noch niedriger. Im damaligen Februar gab es nur einen   
    einzigen Schneefalltag.                  
                         
    Historisch war der Ausfall der Schneedecke im Februar 2024. AN unserer Station gab es 3 Tage mit geschlossener   
    Schneedecke. An allen anderen Tagen gab es maximal Schneereste zu beobachten, die meiste Zeit des Febers verging jedoch   
    komplett aper. Normalerweise sollte im Februar durchgehend eine Schneedecke vorhanden sein. Seit der genauen   
    Schneepegelerfassung an unserer Station ab dem Winter 2007/08 war im Februar noch kein Tag Ausfall zu dokumentieren   
    gewesen. Auch in den seit den 1960er Jahren vorliegenden Daten der Hydrografischen Station in Faistenau fand sich im   
    Februar kein derartiger Schneedeckenmangel. Die geringste Zahl an Schneedeckentagen stammte mit 14 aus den Jahren   
    1990 und 1998.                  
                         
    Neben der praktisch dauerhaft abwesenden Schneedecke war die ständige Zufuhr von Luftmassen aus Südwest bis West die   
    Ursache für einen geschichtsträchtig hoch temperierten Februar. Wiederkehrende Westlagen sind grundsätzlich keine   
    untypische Witterung und oft genug Grund für Wintermilde. Mit reiner Milde hatte dieser Februar jedoch wenig zu tun, es   
    war eigentlich schon ein astreiner Frühlingsmonat. Die herbeigeführten atlantischen Luftmassen waren für die Jahreszeit   
    oftmals sehr bis extrem mild, teils sogar schon richtig warm. Verantwortlich hierfür war eben nicht nur die Großwetterlage   
    allein, sondern vielmehr der rekordwarme Nordatlantik, wo sich die Luft ungewöhnlich weit aufwärmen konnte. Die   
    Meerestemperaturen lagen im heurigen Februar auf einem Niveau, welches durchschnittlich dem Mitte Mai entsprach. In   
    Kombination mit verminderter Rückstrahlung der Sonnenenergie aufgrund fehlender Schneebedeckung des Bodens trieb es   
    vor allem die Nachttemperaturen hinauf. Feuchte Luft mit Wasserdampf als wirksamem Treibhausgas tat ihr Übriges dazu.  
                         
                         
    In Hintersee betrug das Monatsmittel am Ende 4,6 °C bei einer neuen Rekordabweichung von +5,9 °C. Es war mit   
    gewaltigem Abstand vor dem Februar 2020 (Mittel: 2,3 °C) ein neuer Stationsrekord. Der Februar 2024 wäre sogar der   
    zweitwärmste März geworden. Geschlagen nur vom März 2017 (Mittel: 4,8 °C). Sogar der April war 2003, 2006, 2008 und   
    2021 gleich temperiert bzw. kühler als dieser Februar. Unschwer zu erraten, dass es im ersten und zweiten Feberdrittel mit   
    Abweichungen von +6,9 °C bzw. +6,4 °C neue Dekadenrekorde gab. Bei solchen Wärmeüberschüssen kann jede   
    sommerliche Hitzewelle Baden gehen. Das letzte Feberdrittel landete mit einer weniger enormen Abweichung auf dem 2.   
    Platz.                    
                         
    Es gab im Februar keinen Eistag (-6 Tage), was aber durchaus schon öfter vorkam. Ein Novum sind die mageren 5 Frosttage   
    (-18 Tage), welche den alten Negativwert von 13 Frosttagen aus dem Februar 2021 pulverisierten. Aus dem gleichen Jahr   
    stammte die Minusleistung an kalten Tagen, die mit 18 (-12 Tage) heuer eingestellt wurde.      
                         
    Die höchste Tagestemperatur im Februar zeigte das Thermometer mit 15,5 °C am 16. Februar. Es war die zweithöchste   
    Tagestemperatur in einem Feber in unserer Messreihe. Unter die 30 mildesten Februarmaxima schafften es insgesamt 7   
    Tageshöchstwerte aus dem Feber 2024. Kein einziges der heurigen Tagesmaxima lag unter dem langjährigen Schnitt.   
    Vielmehr waren alle Tageshöchsttemperaturen zwischen 1 und 12 Grad darüber. Noch weitaus auffällig verhielt es sich bei   
    den Tiefstwerten. Das Februarminimum erzielten wir mit -1,3 °C am 24. Und 25. Februar. Am 17. Februar fiel die   
    Temperatur nicht unter 5,1 °C, was das bislang mildeste Feberminima unserer Messreihe bedeutete. Gesamt schafften 15   
    Tage aus dem Feber 2024 den Sprung unter die 30 mildesten Tagesminima im Februar. Die ersten drei Plätze gingen   
    allesamt an den Feber 2024. Unter den Top 10 sind nur mehr 3 Einträge aus anderen Jahren (2020 und 2023). Alle   
    diesjährigen Tiefstwerte im Februar lagen 3 bis 9,5 Grad über dem vieljährigen Minimaschnitt.      
                         
    Um die Mitteltemperatur des Februars 2024 noch ein Stück besser einordnen zu können, lohnt sich wiederum der Blick auf   
    die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau. Der dort bisher wärmste Februar war, wie schon im Kapitel über   
    Österreich erwähnt, der Februar 1966 mit einem Mittel von 3,6 °C (Abw.: +4,9 °C) vor dem Februar 1990 (Mittel: 2,7 °C;   
    Abw.: +4,0 °C).                   
                         
    Auch für die Stadt Salzburg war es heuer mit einem Mittel von 6,9 °C (Abw. +5,7 °C) der wärmste Februar in deren   
    Messgeschichte seit 1843. Hier wurde der Feber 1869 (Mittel: 6,2 °C) vor dem Februar 1966 (Mittel: 5,9 °C) sowie dem   
    Februar 1990 (Mittel: 5,7 °C) auf die Plätze verdrängt.            
                         
    Mit dem abgelaufenen Monat war es nun schon das dritte Mal in eineinhalb Jahren, dass ein neuer Temperaturrekord   
    aufgestellt wurde. Oktober 2022, September 2023 und Februar 2024 verbesserten die alten Bestwerte nicht nur ein bisschen,   
    sondern stießen das Tor zu bedenklichen Entwicklungen weit auf.          
                         
    Quelle: www.zamg.ac.at                  
                         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Monatsvergleich Schnee >> Klimatage  
      >> Monatsrangliste Niederschl. >> Tagestemperaturen >> Winterstatistik  
      >> Monatsvergleich Regen >> Monatsvergleich Temp.    
                     
                         
                         
    Sa, 17.02.24