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Presse   So, 04.08.19 Rückblick Juli: Von der Hitze zum Hochwasser  
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Hintersee   + 252 l/m² Regen      
    + 109,5 l/m² Tageshöchstwert      
WETTER   + 16,5°C mittlere Temperatur      
Niederschlag   + 32,5°c höchste Temperatur      
Temperatur        
Prognosen   Der mittlere Sommermonat zeigte sich heuer von drei Seiten. Die bereits aus dem Juni bekannte Seite mit   
Warnungen   Trockenheit und Hitze behielt die Oberhand, dazwischen schummelte sich eine Phase mit durchschnittlichem   
Gewitter   Wetter bevor es am Ende mit einer Hochwasserlage nochmals ruppig herging.      
Winter        
Besonderes   Am Beginn des Monats stand die ausgehende zweite Hitzewelle, die neben dem Hitzehoch über dem     
    südöstlichen Mitteleuropa ein Tief über Ostskandinavien zu bieten hatte. An dem ersten Tagen gesellte sich ein   
Rekorde   weiteres über Nordwesteuropa hinzu und die Hitze wurde in hochsommerliche Wärme gewandelt, da sich erneut   
Webcam   über Mitteleuropa Hochdruck aus Nordwesten schob, der die Brücke zwischen Azoren und Nordmeer schloss. Im   
Freunde   Anschluss sorgte ein Tief über Nordosteuropa für eine kühlere Phase, ehe sich um die Monatsmitte mit     
  Hochdruckeinfluss vom Ostatlantik her gemäßigtes Sommerwetter einstellte. Nachdem zweiten Dekadenwechsel   
    wurde dieser von einem neuen Tief bei den Briten abgelöst, das sich nach Osten verlagerte und dort als rechte   
    Flanke, die linke war ein neuer Trog über dem Ostatlantik, für das nächste Aufwölben der Hitze parat stand. Zur   
    Mitte der dritten Julidekade dehnte sich mit heißer Luft gefüllter Hochdruck von den Azoren bis West- und     
    Mitteleuropa aus, um in den letzten Julitagen von den erwähnten Trögen in die Mangel genommen und nach   
    Skandinavien abgedrängt zu werden. Durch ein westwärts zur Nordsee wanderndes Höhentief und ein auf den   
    Balkan sich schiebendes Adriatief, das aus dem westlichen Trog abgetropft war, kam es zu einer markanten   
    Hochwasserlage. Der Monatsabschluss verlief hinter den abziehenden Höhentiefs in sachten Zwischenhocheinfluss.  
         
    Die Schütterei am Ende des Monats linderte zumindest im Westen des Landes von Vorarlberg bis Salzburg die   
    Trockenheit und sorgte dort für halbwegs ausgeglichene Niederschlagsbilanzen, die vom Traunviertel ostwärts   
    mit einem Defizit von bis zu drei Viertel abermals bedenklich ausfielen. Bundesweit blieben wir um 30 Prozent   
    unter dem Regensoll. Der nasseste Ort war die Rudolfshütte mit 255 l/m². Im Soll verweilte hingegen die Sonne   
    mit einem zarten Überschuss von 2 %, der nur an der östlichen Alpennordseite mit bis zum einem Drittel mehr   
    Sonnenschein übertroffen wurde. Sonnenreichster Ort war Zwerndorf (Niederösterreich) mit 277 Stunden. Das   
    Hauptaugenmerk lag aber erneut auf den zu hohen Temperaturen, die in Österreich eine Abweichung von     
    +1,7°C zum aktuellen Referenzmittel hatten und den fünften Juli der 2000er Jahre in die Top 10 der 253-jährigen   
    Messreihe brachten. Unter den ersten Zehn finden sich mit 1983, 1994 und 1995 drei weitere Julimonate aus   
    nicht allzu langer Vergangenheit.       
         
    Mit einem Mittel von 16,5°C und einer Abweichung von +1,0 Grad, bestehend aus einem markant zu warmen   
    ersten und dritten Drittel sowie einem etwas zu kühlen zweiten Drittel, landete der Juli 2019 in Hintersee auf den   
    4. Platz knapp hinter dem Juli des Vorjahres. Auffallend war, dass es mit 13 Sommertagen nur 2 mehr als üblich,   
    dafür mit 5 Hitzetagen gleich mehr als doppelt soviel wie im Durchschnitt gab. Die höchste Tagestemperatur   
    ereignete sich am 25. Juli mit 32,5°C, was zugleich die achthöchste Temperatur in der Hinterseer Messreihe war.   
    Zum Minimum kam es mit 7,7°C am 11. Juli.      
         
    Die stabilen lagen bzw. sanften Wetterwechsel ließen im Juli die Gewittertätigkeit für einen Sommermonat recht   
    marginal ausfallen. Es gab an 5 Gewittertage 6 Gewitter. Das heftigste war am Morgen des 7. Juli mit starken   
    Regen zu beobachten, der hier etwas länger anhaltend ausfiel.      
         
    Lange andauernder Starkregen sorgte am 29. Juli für Hochwasser und mit einer Regenmenge von 109,5 l/m² für   
    die höchste Tagessumme in diesem Juli und zugleich für die größte Juliregenmenge seit 22 Jahren. Mit diesem   
    Ereignis konnte die bis dahin gefallene Niederschlagsmenge des Monats binnen eines Tages verdoppelt werden,   
    sodass die Bilanz am Ende mit 252 l/m² nur mehr ein hauchdünnes Minus von gut 2 Prozent aufwies. Davor blieb   
    es vom 22. bis zum 26. Juli 5 Tage am Stück trocken, es gab insgesamt im Juli 16 Regentage (-3 Tage).    
         
    Trotz des Hochwassers ist das Niederschlagsdefizit des Sommers 2019 nach absolvierten 2 Drittel stark. Im Juni   
    und Juli regnete es bislang 41 % der durchschnittlichen Menge. Der August müsste hier extrem nass werden, um   
    noch halbwegs an das langjährige Mittel heran zu kommen. Ein zweiter trockener Sommer in Folge ist demnach   
    um Vieles wahrscheinlicher.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mo, 29.07.19 Das andere Unwetter mit H: Hochwasser  
     
         
    Es mag etwas weniger bekannt sein, dass überbordende Hitze auch als Unwetter zu klassifizieren ist, so ist dies   
    bei Hochwasser wohl allgemein klar. Von einem derartigen Wetterereignis wurde der heutige Montag geprägt,   
    denn seit Sonntag sind große Regenmengen an der Alpennordseite zusammen gekommen.      
         
         
    In der Klemme zweier Höhentiefs      
         
    Die von den beiden das ehemalige Hitzehoch flankierenden Trögen in Nordwest- und Osteuropa ausgebüchsten   
    Höhentiefs bescherten der Alpennordseite Österreichs und Deutschland von Sonntag auf Montag eine heftige   
    Regenlage.      
         
    Das aus Osten kommende Höhentief fand sich am Sonntag über der Nordsee und drehte bodennah bereits   
    kühlere und trockenere Luft aus westlicher Richtung in den betroffenen Raum. Während dessen etablierte sich   
    das aus dem ins westliche Mittelmeer abgetropften Trog entstandene zweite Höhentief, das sich bis Sonntag   
    über der Adria einfand und feucht-warme Luft aus südöstlicher Richtung in etwas höheren Schichten nach     
    Österreich steuerte.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Montagnacht      
         
         
    Durch die auf die kühlere Luft auflaufende feucht-warme Luft bildeten sich ab Sonntagnachmittag im Alpenvor-  
    land allmählich Regenschauer und Gewitter, die zahlreicher wurden und sich später zu einem Regengebiet   
    formierten, welches an die Alpen geschoben wurde.      
         
    Mit Verlagerung des Adriatiefs auf den Balkan änderte sich die Höhenströmung weiter auf eine nordwestliche   
    Richtung, sodass das entstandene Regengebiet, das zudem von Schauerzellen durchsetzt war, wodurch es im   
    schon kräftigen Dauerregen zu noch stärkeren Güssen kam, im Sinne einer Staulage an die Alpennordseite   
    gedrückt und ausgepresst wurde.      
         
    Mit dem Fortschreitenden Abzug des Adriatiefs und dem Abregnen des niederschlagbaren Wassers in der Luft   
    klangen die Regenfälle in den Mittagsstunden des Montags ab und es zogen nur noch einzelne schwache     
    Schauer durch.      
         
         
    Niederschlagsspitze um Mitternacht      
         
    Der Regenschwerpunkt lag Sonntag tagsüber erst im Westen Österreichs und verschob sich bis zum späten   
    Nachmittag langsam in den Salzburger Raum, was sich durch erste Schauer am Nachmittag auch bei uns in   
    Hintersee ankündigte. Der Vorabend gestaltete sich zunehmend nasser bis um etwa 19 Uhr starker Dauerregen   
    einsetzte, der mit den voran gegangenen Schauern bis zum Messtermin um 20 Uhr die ersten 16 l/m² des     
    Ereignisses zusammen brachte.      
         
    Da hatte es bereits stark zu schütten begonnen und dies wiederholte sich in Abwechslung mit normalen starken   
    Regen die Nacht über. Bis 23:30 Uhr waren weitere 39 l/m² gefallen, in der Stunde bis 0:30 Uhr erreichte die   
    Regenintensität ihren Höhepunkt und es goss alleine in dieser Stunde 21 l/m².       
         
    Das Hochwasser der Gräben und Bäche im Gemeindegebiet erreichte in den Stunden nach Mitternacht seinen   
    Höhepunkt, aufgrund der herrschenden Regenarmut des Sommers und den damit verbundenen weit zurück   
    gegangenen Wasserläufen blieb das Hochwasser zum Glück in Hintersee ohne nennenswerte Auswirkungen in   
    Form von Ausuferungen oder Überflutungen. Allerdings wurde einiges des im Winter entstandenen Schadholzes   
    mitgerissen und im Hintersee deponiert.       
         
         
    Entspannung in den Frühstunden      
         
    Nach dem Scheitelpunkt rund um den Tageswechsel ging die Regenstärke beständig zurück, sodass bis 3:30   
    Uhr nochmal 27,5 l/m² in den Regenmesser fielen, aber danach ein deutliches Nachlassen erkennbar war und   
    der restliche Tag bis zum Montagabend nur noch 22 l/m² brachte. Dabei verlief der Nachmittag bereits     
    weitgehend trocken.      
         
         
    109,5 Liter sind 3. Platz im Juli      
         
    Am 29. Juli summierten sich also 109,5 l/m², die die 13. höchste Niederschlagsmenge unserer Messreihe (seit   
    1996) darstellten. Platz 1 gehört hier weiterhin unangefochten dem Jahrhunderthochwasser vom 12.08.2002 mit   
    175 l/m².      
         
         
    Die 10 höchsten Niederschläge in Hintersee      
         
    1 12.08.2002 175,0 l/m²      
    2 02.06.2013 156,0 l/m²      
    3 16.08.2005 128,5 l/m²      
    4 23.10.14* 124,5 l/m²      
    5 07.08.2002 124,0 l/m²      
    6 19.07.1997 118,0 l/m²      
    7 23.09.2004 117,0 l/m²      
    8 06.07.1997 116,0 l/m²      
    9 24.10.2018 114,0 l/m²      
    10 21.10.1996 113,0 l/m²      
    weiters          
    13 29.07.2019 109,5 l/m²      
         
         
    Für Juli sieht die Sache etwas anders aus und der heutige 29.07.2019 war der drittnasseste Julitag unserer   
    Messhistorie, geschlagen nur mehr von den beiden Juli-Hochwassern im bisher feuchtesten Monat in Hintersee   
    am 19. Juli 1997 mit 118 l/m² und am 6. Juli 1997 mit 116 l/m².      
         
    Die Hydrografische Station in Faistenau zeigte für den Juli in den letzten 6 Jahrzehnten ebenso nur mehr einen   
    zusätzlichen Tag mit üppigerem Regen und zwar den 31.07.1977 mit 14,4 l/m².      
         
    Das ganze Ereignis akkumulierte in Hintersee von Sonntagnachmittag bis Montag eine Niederschlagsmenge von   
    125,5 l/m².      
         
         
    Verbreitet um 100 Liter       
         
    Hintersee reihte sich gut in die allgemeinen Regensummen ein, die zwischen dem Mitterpinzgau und dem Salz-  
    kammergut verbreitet um die 100 l/m² lagen. Selbst die Stadt Salzburg bekam eine derart große Regenmenge   
    ab. Die Stationen in diesem Bereich waren am Montag die Spitzenreiter der Niederschlagstabelle in Österreich.  
         
         
    Höchste Niederschläge in Österreich am 29. Juli      
         
    Salzburg/Flughafen   102,5 l/m²      
    Salzburg/Freisaal   99,1 l/m²      
    Bad Ischl   97,5 l/m²      
    Golling   91,4 l/m²      
    Bad Goisern   80,2 l/m²      
    Rudolfshütte   78,4 l/m²      
    Kufstein   72,5 l/m²      
    Lofer   68,1 l/m²      
    Kirchdorf   64,5 l/m²      
         
         
    Rußbach überschwemmt      
         
    Die gröbsten Auswirkungen hatte der Starkregen im Tennengauer Lammertal. In Abtenau gab es mehrere   
    kleinere Überflutungen, die neben Häusern auch die Stromversorgung in Mitleidenschaft zogen. Die     
    Postalmstraße wurde von einer Mure verschüttet. Einige Brücken und Stege im ganzen Lammertal wurden   
    weggerissen oder beschädigt.      
         
    Schwer getroffen wurde der Ortskern von Rußbach, der von dem gleichnamigen Bach teilweise bis zu einem   
    Meter unter Wasser gesetzt wurde. Um 6:20 Uhr musste in Rußbach aufgrund der massiven Überflutungen   
    Zivilschutzalarm ausgelöst werden, die Bevölkerung war aufgerufen sich in höher gelegene Räume zu begeben.   
    Erst mit Eintreten einer Entspannung der Situation konnte der Alarm zu Mittag aufgehoben werden.    
         
    Dennoch bleibt Rußbach bis auf Weiteres von Salzburg her nicht erreichbar, da die Neuhausbrücke weggerissen   
    wurde und zudem die Pass-Gschütt-Straße bei der Brücke auf einer Länge von rund 200 m ebenfalls abge-  
    brochen ist. Damit steht nur die Straßenverbindung vom oberösterreichischen Gosau zur Verfügung.    
         
    Am Dienstag sollen Pioniere des Bundesheeres zum Assistenzeinsatz anrücken, um eine Behelfsbrücke zu   
    errichten.      
         
         
    In Mittersill und Salzburg herrschte Wachsamkeit      
         
    In Mittersill starrte man gespannt auf den Pegel der Salzach, der auf 5 m anstieg, aber den neuen     
    Hochwasserschutz nicht überwand. In der Stadt Salzburg wurde der mobile Schutz aufgebaut, die Salzach   
    behielt sich aber vor, einzig die Unterführungen der Stadtbrücken zu waschen.      
         
    In Faistenau musste der Tunnel der Strubklammstraße trocken gelegt werden, da sich hier ein halber Meter   
    Wasser auf der Fahrbahn angesammelt hatte.      
         
    Insgesamt waren in Salzburg 39 Feuerwehren mit 723 Einsatzkräften bei 194 Einsätzen im Einsatz.    
         
    Quellen: www.orf.at, www.ff-faistenau.at, www.wetterzentrale.de      
         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Tagesrangliste Niederschlag    
     
     
           
    Sa, 27.07.19 Dritte Hitzewelle des Sommer  
     
         
    Die schon dritte Hitzewelle in diesem Sommer rollte ab Dienstag auf Österreich  zu und sorgte bis zum Freitag   
    für die nächsten Hitzetage. Dabei lag die Alpenrepublik noch auf der „kühleren“ Seite, denn der Westen Europas   
    und vor allem das nordwestliche Mitteleuropa wurden diesmal regelrecht gegrillt.      
         
         
    Wetterlages      
         
    Bereits am Dienstag waren die Spieler dieser Hitzewelle in Position gegangen. Ein lang gezogenes     
    Hochdruckgebiet namens „Yvonne“ zog sich vom westlichen Mittelmeerraum bis nach Mittelskandinavien.     
    Flankiert wurde es von einem Trog über dem Ostatlantik mit Zentrum bei Irland und einem zweiten Trog über   
    NO-Europa, der rund um den Baltikum bzw. Weißrussland seine Kreise drehte. Eine stabile Omegalage war   
    geboren, die sich am Mittwoch ein Stück nach Osten verlagerte, sodass der Hochdruck nun vom zentralen   
    Mittelmeerraum mit seiner Achse über das östliche Mitteleuropa bis in die Mitte Skandinaviens reichte.     
         
    Durch den bis zur Iberischen Halbinsel sich ausdehnenden Atlantiktrog wurde nun mit einer südwestlichen     
    Höhenströmung auf direktem Weg sehr heiße Luft in den Hochdruckschlauch belassen, wo die Hitze ungehindert   
    bis Donnerstag die Gebiete von Frankreich hin zu den Benelux und Westdeutschland fluten konnte.    
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Donnerstagmittag      
         
         
    Dabei entstand über Frankreich ein kleines Hitzetief, das für die Heißluftpumpe nicht unbedingt hinderlich war.   
    Der Hochkern lag am Donnerstag über der Ostsee und zog die nordafrikanische Luftmasse weit in den Norden.   
    Österreich bekam durch seine Position eher in der Mitte der Hochachse nur einen Streifschuss der ganz großen   
    Hitze ab. Dennoch stiegen auch bei uns die Thermometer wieder recht hoch.      
         
    Am Freitag begann der nach polen ausgreifende östliche Tiefkomplex den Hochdruck aufzuspalten, wodurch   
    sich der Hauptkern nach Skandinavien zurückzog und Mitteleuropa in einer zunehmend feuchter und damit auch   
    instabiler werdenden Luftmasse verblieb, die zwar die Hitze ein kleines Stück dämpfte, dafür setzte     
    aufkommende Schwüle die Hitzebelastung fort.      
         
         
    Dreimal über 30      
         
    Dreieinhalb Wochen nachdem die zweite Hitzewelle Anfang Juli zu Ende gegangen war, standen in Hintersee   
    die nächsten Dreißiger auf dem Programm. Am Dienstag blieben wir mit einem Höchstwert von 29,5°c noch   
    knapp darunter, doch schon am Mittwoch stieg das Thermometer auf 31,2°C. Den Höhepunkt erreichte die dritte   
    Welle des Sommers am Donnerstag, wo mit einem Maximum von 32,5°C der fünftwärmste Tag in einem Juli und   
    der achthöchste Wert in unserer Messreihe verzeichnet wurden. Schaffte es das Jahr 2019 bereits zum dritten   
    Mal unter die Top 10 unserer Allzeithitliste zu kommen. So oft, wie noch kein anderes Jahr unserer Messhistorie   
    zuvor.      
         
    Am Freitag folgten nochmals 31,6°C, ehe es am Samstag durch das allgemeine Nachlassen der Hitze und   
    zunehmender Quellbewölkung am Nachmittag um rund 5 Grad kühler blieb.      
         
         
    Die 10 wärmsten Tage in Hintersee      
         
    1 28.07.2013 35,1°C      
    2 14.06.2019 34,6°C      
    3 30.06.2019 34,5°C      
    4 13.08.2003 33,5°C      
    5 29.07.2005 33,0°C      
    6 23.07.2009 32,6°C      
      07.07.2015 32,6°C      
    8 16.07.2007 32,5°C      
      27.05.2008 32,5°C      
      29.05.2008 32,5°C      
      13.08.2015 32,5°C      
      25.07.2019 32,5°C      
    weiters      
    30 26.07.2019 31,6°C      
    40 24.07.2019        
         
         
    Verstreute Hitze in Salzburg      
         
    Mehrheitlich folgten die Salzburger Orte zwar der Auffassung, dass der 25. Juli der Höhepunkt der Hitzewelle   
    war, aber trotzdem lag die Streuung weiter und so erreichten einige Ecken am Freitag oder schon am Mittwoch   
    ihren Höchstwert.      
         
    Hitzepol im Bundesland war erneut der Pongau mit 34,6°C in St. Johann und 34,1°C in Bischofshofen sowie St.   
    Veit mit 33,7°C, alle erzielt am 25. Juli. Am 26. Juli erreichte Mattsee ebenfalls die 33,7°C, dahinter kam Zell am   
    See mit 33,6°C vom Donnerstag. Am 24. Juli erklomm bereits Lofer seine Höchstmarke mit 33,1°C.    
         
         
    Höchstwerte in Salzburg      
         
    Abtenau   33,5°C 25.7.   Rauris   32,5°C 24.7.    
    Bischofshofen 34,1°C 25.7.   Rudolfshütte 20,6°C 24.7.    
    Kolomannsberg 29,9°C 26.7.   Sonnblick   14,0°C 25.7.    
    Krimml   31,4°C 25.7.   St. Johann   34,6°C 25.7.    
    Lofer   33,1°C 24.7.   St. Michael 31,8°C 24.7.    
    Maria Alm   33,4°C 25.7.   St. Veit   33,7°C 25.7.    
    Mariapfarr   32,1°C 25.7.   Tamsweg   33,4°C 25.7.    
    Mattsee   33,7°C 26.7.   Zell am See 33,6°C 25.7.    
         
         
    36 Grad von West nach Ost        
         
    Die jeweiligen Tageshöchstwerte in Österreich bewegten sich um die 36Grad. Am Mittwoch ging die     
    Spitzenposition mit 36,7°c an die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Am Donnerstag war dann der Osten an   
    der Reihe und Wieselburg (Niederösterreich) war mit 35,8°C ganz vorne. Im gleichen Bundesland blieb der   
    Wanderpokal am Freitag, ging aber nach Tulln mit 36,2°C.      
         
         
    Neue Allzeitrekorde in drei Ländern      
         
    Die Hitzeblase erwischte den westlichen Teil des Kontinents am heftigsten und dort kam es zu extremer Hitze. In   
    Frankreich waren die 40 Grad mehrfach auffindbar. In Belgien und in den Niederlanden gab es neue Allzeitrekorde.   
         
    Brutale Hitze gab es auch in der Westhälfte Deutschlands. Dabei wurde der Allzeitrekord unserer Lieblingsnachbarn,   
    der bislang aus dem Juli 2015 bei 40,3°C in Kitzingen (Bayern) lag, am Mittwoch auf 40,5°C in Geilenkirchen (bei   
    Aachen, Nordrhein-Westfalen) verbessert und weil das noch nicht reichte ging es am  Donnerstag noch höher auf   
    unvorstellbare 42,6°C in Lingen (Niedersachsen). An diesem Tag kamen 25 Stationen in Deutschland über die   
    40-Grad-Marke. Die magische 40 wurde damit in Deutschland 2019 schon zweimal durchbrochen, was in der   
    gesamten jüngeren Klimageschichte des Landes bis dato insgesamt nur sechsmal passierte. Beinahe noch   
    unglaublicher an der Sache ist die Tatsache, wie weit nördlich das Auftreten solcher Temperaturen bereits möglich ist.  
         
         
    Unwetter in Rauris      
         
    Die Nacht auf Samstag brachte dem Pinzgauer Rauris ein heftiges Unwetter, das durch Starkregen drei Bäche   
    über die Ufer treten ließ. Eine Brücke wurde weggerissen, ein Haus beschädigt. Die Straße ins Seidlwinkltal auf   
    einer Länge von 200 Metern vermurt.      
         
    Quellen: www.orf.at, www.austrowetter.at, www.dwd.de, www.wetterzentrale.de      
         
    Links: >> Tagestemperaturen >> Tagesrangliste Temperaturen    
     
     
           
    So, 07.0.719 Rückblick Juni: Trocken-heißer Hitzewahnsinn  
     
         
    + 34,6°C Tageshöchstwert      
    + 7 Hitzetage      
    + 46 l/m² Regen      
    + 8 Gewitter      
         
    Das Jahr hat erst eine Halbzeit hinter sich und nach den unsagbaren Schneefällen im Jänner war der heurige   
    Juni ein Gigant, der Hitze- und Trockenheitsrekorde scheinbar mit Leichtigkeit wegfegte. Die geglaubte     
    Ausnahmestellung des Juni 2003 aus dem Sommer, der als Jahrhundertsommer in die jüngere Klimageschichte   
    einging, wurde vom Juni 2019 großteils in den Schatten gestellt.      
         
    Die Großwetterlage war im Juni von Anfang an von Hochdruck dominiert, der mit Start in den Monat von den   
    Azoren über Mitteleuropa bis Westrussland reichte. Ein Balkantief durfte noch weniger mitreden, als ein paar   
    Tage später ein Tief bei den Britischen Inseln, dessen Frontstreifschuss zur Dekadenmitte kaum erwähnenswert   
    war. Der über dem Ostatlantik hängen gebliebene Trog dehnte sich zum ersten Dekadenwechsel nach     
    Westeuropa aus und zapfte durch ein Abtropftief über der Bretagne nordafrikanische Heißluft an, die aus     
    Südwesten inklusive Saharastaub in den über Mittel- bis Nordeuropa liegenden Hochdruck geweht wurde.   
    Unterstützt durch Föhn nahm die erste Hitzewelle des Monats Fahrt auf. Die von den Briten bis zu den Pyrenäen   
    langende Tiefrinne blieb auch über die Monatsmitte hinaus von Bestand und die Zufuhr von sehr warmer und   
    feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum riss nicht ab, sodass über Mitteleuropa weiterhin Hochdruck bestimmend   
    war, der von aus Südwest durchlaufenden Randtrögen praktisch nicht gestört wurde. Nach Schwenk in das dritte   
    Drittel gelang es einem Islandtief über Frankreich ins Mittelmeer mit seinem Trog auszugreifen und dort Tiefdruck   
    zu indizieren, der dem Alpenraum für ein paar Tage sehr mildes, aber feuchteres Wetter brachte, ehe es ins   
    Monatsfinale und damit in die zweite Hitzewelle ging. Abermals blieben der Tiefdruck im Nordwest und dessen   
    Partner bei der Biskaya der Chef im Ring, wodurch neuerlich nordafrikanische Heißluft in den Südwesten     
    Europas und bis nach Mitteleuropa geblasen wurde, wo weiterhin über der Ostsee Hochdruck zu finden war. Das   
    Britanientief zog in der Mitte der letzten Dekade ostwärts und drückte dabei den Hochdruck kurzzeitig aus Mittel-   
    nach Nordwesteuropa, um eigentlich nur für einen Tag die große Hitze etwas zu unterbrechen. An den letzten   
    Tagen des Monats kehrte der Hochdruck von den Briten auf den Kontinent zurück und mit ihm kam auch die   
    Hitze noch mächtiger retour, womit der Juni mit dem Höhepunkt der zweiten Hitzewelle endete.      
         
    Österreich erlebte in seiner seit 1767 bestehenden Messreihe den mit Abstand heißesten Juni seiner modernen   
    Klimahistorie. War der Juni 2003 mit einer Abweichung von +4,1°C zum Referenzmittel 1981-2010, das ohnehin   
    die beginnende Erwärmungsphase umfasst, noch die unangefochtene Nummer eins, so übertrumpfte ihn der   
    Juni 2019 mit einer bundesweiten Abweichung von +4,7 Grad. Regional war die Abweichung noch deutlich höher   
    und betrug bis zu +6,3°C in Windischgarsten (Oberösterreich). Ein derartiger Ausschlag der mittleren     
    Monatstemperatur ist (normalerweise) am aller obersten Anschlag dessen, was in unserer Klimazone möglich ist.   
    Dagegen waren die -2,6°C des Mai ein laues Lüfterl. Österreichweit gab es ebenso neue Rekorde an Hitzetagen   
    mit mehr als 30 Grad und Tropennächten mit einem Minimum von zumindest 20 Grad. dazu war dies mit einem   
    Plus von 45 Prozent der sonnenreichste Juni seit dem flächigen Aufzeichnungsstart 1925. Auch hier wurde der   
    Juni 2003 mit plus 33% von der Spitzenposition abgelöst. Sonnigster Ort war Schwechat (Niederösterreich) mit   
    360 Sonnenstunden, etwa 80 Prozent des astronomisch machbaren. In einem viertel Jahrtausend noch nie in   
    einem Juni dagewesen war die Trockenheit, die bundesweit ein Niederschlagsdefizit von 57 Prozent produzierte.   
    Einzig die Junimonate aus 1887 und 1976 konnten mit -56 % eine ähnliche Regenarmut aufweisen. Am drastisc-  
    sten war das Minus in Salzburg und Oberkärnten und ab hier entlang der Niederen Tauern und lokal in     
    Ostösterreich mit Rückgängen von über drei Viertel des Monatsolls. Ausgeglichene Bilanzen gab es allein in der   
    Südsteiermark und im Weinviertel. Nassester Ort war Fischbach (Steiermark) mit 127 l/m².      
         
    Die Beständigkeit der hochsommerlichen Wetterlagen spiegelte in Hintersee die Statistik der niederschlagsfreien   
    Perioden wieder, die im Sommerhalbjahr generell kürzer ausfallen als in der kalten Jahreszeit, wo stabile     
    Hochdrucklagen öfter zu längeren Phasen ohne Niederschlag führen. Im Sommer kommt meistens hinzu, dass   
    auch bei eigentlichem Schönwetter Gewitter die 0 in der Niederschlagsstatistik vermeiden. Aber auch dies war in   
    diesem Juni, wo an 5 Gewittertagen 8 Zellen über dem Gemeindegebiet beobachtet wurden, anders, denn gleich   
    3 davon blieben ohne Niederschlag. Die beiden kräftigsten Gewitter gingen am 22. Juni am Nachmittag jeweils   
    mit Starkregen und 3 bzw. 2 Naheinschlägen über die Bühne.      
         
    Der 22. Juni war mit 30 l/m² zugleich der niederschlagsreichste Tag des Monats, in dem insgesamt nur 46 l/m²   
    fielen, was mit einem Minus von 81 Prozent den trockensten Juni seit mindestens 6 Jahrzehnten in unserem Tal   
    bedeutete. Bislang war der Juni 2014 mit 109 l/m² der trockenste seiner Zunft. Es gab mit 6 Regentagen um 13   
    weniger als im Schnitt und somit auch hier einen neuen Negativrekord, der bis dato vom Juni 2000 mit 11     
    Regentagen gehalten wurde.      
         
    Dem gegenüber stand die mit 8 trockenen Tagen am Stück vom 23. bis zum 30. Juni längste regenfreie Periode   
    unserer Messreihe in einem Junimonat. Vormals waren dies die 7 Tage vom 8. bis zum 14. Juni 2000. Heuer   
    blieb es außerdem vom 31. Mai bis zum 6. Juni weitere 7 Tage und vom 10. bis zum 15. Juni nochmals 6 Tage   
    hintereinander ohne Niederschlag.      
         
    Ein Plus von 13 verzeichneten sich hingegen bei den Sommertagen, von denen es im heurigen Juni gleich 21   
    Stück gab. Hinzu kamen ganze 7 heiße Tage, um 6 mehr als im Durchschnitt. Bei der Anzahl der Sommertage   
    schaffte der Juni alleine bereits zwei Drittel eines durchschnittlichen Kalenderjahres, Hitzetage haben wir heuer   
    schon um 2 mehr als das eigentlich in einem ganzen Jahr vorkommen sollte. Soviel Sommertage wie der Juni   
    2019 fanden sich nur mehr im Juni 2003, der es aber nur auf 3 Hitzetage brachte. Der Juni 2002 hatte 15     
    Sommer- und 5 Hitzetage, der Juni 2006 14 Sommer- und 4 Hitzetage.      
         
    Trotz dieser massigen Anzahl an Sommer- und Hitzetagen verpasste der heurige Juni mit einer mittleren     
    Temperatur von 17,6°C und einer Abweichung von +3,5°C hauchdünn den Junirekord aus 2003 mit 17,7°C,   
    denn der Juni 2019 stellte zwar nach einem deutlich zu warmen ersten Drittel neue Dekadenrekorde in     
    Monatsdrittel zwei und drei mit enormen positiven Abweichungen auf, die „Nachlässigkeit“ zu Monatsanfang   
    verhalf dem Juni 2003 aber seinen Titel zu verteidigen, weil dieser den Bestwert für die erste Dekade behaupten   
    konnte. Auf Platz 3 der Junimonate folgt mit Respektabstand der Juni 2017 mit einem Mittel von 15,6°C.    
         
    Insgesamt war der Juni 2019 der fünftwärmste Monat unserer Messreihe. Dabei landete er nur knapp hinter dem   
    Spitzenreiter August 2003 (17,9°C) und den sich Platz 2 teilenden Juni 2003, Juli 2006 und Juli 2015 (17,7°C).  
         
    Was beim Monatsmittel nicht gelang, ging bei der Höchsttemperatur eines Junitages gleich zweimal und das   
    auch noch mehr als deutlich. Am 14. Juni stellten wir mit einem Maximum von 34,6°C einen neuen     
    Temperaturrekord für Juni auf, der nur mehr vom absoluten Stationsrekord von 35,1°C vom 28. Juli 2013 in die   
    Schranken gewiesen werden konnte. Den zweitwärmste Junitag und zugleich den absolut dritthöchsten Wert   
    unserer Messreihe verbuchten wir am 30. Juni mit 34,5°C. Das Minimum von 7,8°C am 1. Juni ging da regelrecht   
    unter.      
         
    Damit lässt sich festhalten, selbst wenn man die Daten der Hydrografischen Station Faistenau seit 1961 hinzu   
    nimmt, dass sich 2 der 5 heißesten Tage der letzten 6 Jahrzehnte in diesem Juni binnen 16 Tagen ereigneten.   
    Die drei Toppositionen in den vergangenen 6 Jahrzehnten fallen in die derzeitige Dekade und erst dahinter   
    folgen der 27. Juli 1983 mit 34,0 Grad und der 13. August 2003 mit 33,5 Grad. Früher war es zwar auch heiß, so   
    waren sich der 29. Juli 1969 und der 29. Juli 1970 mit je 33,0°C als Spitzenreiter ihres jeweiligen Jahrzehnts   
    recht einig, nur passierte Hitze seltener und nicht ganz so extrem. So gab es zum Beispiel in den gesamten   
    1960er Jahren 26 Hitzetage mit einem Höchstwert von mehr als 30 Grad, in den 1970er Jahren waren es 12   
    Hitzetage und in den 1980er Jahren ebenso 12 Hitzetage. Die zu Ende gehenden 2010er Jahre brachten schon   
    42 Hitzetage (Stand 07.07.19).      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Di, 02.07.19 Eine Woche im Backofen  
     
         
    In die Backröhre schauten wir in der letzten Woche des Junis und am ersten Tag des Julis, den den Alpenraum   
    erfasste eine einwöchige Hitzewelle, die in vielen Teilen Österreichs die Hitzerekorde für Juni deutlich noch oben   
    schraubte. Selbst die Berge boten keine frische Luft mehr und es kam zu mehreren Waldbränden, und am Ende   
    zu regional heftigen Gewittern.      
         
         
    Erster Höhepunkt mit unsichtbarer Kaltfront      
         
    Die Ausgangssituation für die zweite Hitzewelle im Juni und deren ersten Höhepunkt zeigte am Dienstag, den   
    24. Juni Hochdruck in Form der aufziehenden Hitzeblase über dem westlichen Mittelmeerraum bis in die Alpen   
    reichend und ein zweites Hochzentrum über der Ostsee. dazu stützte ein Tief über dem Ostatlantik, dessen Trog   
    bis Frankreich reichte, die südwestliche Höhenströmung, mit der nordafrikanische Heißluft angezapft wurde.   
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Mittwochmittag      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Temperatur der Luftmasse in rund 1.500 m Höhe zu Mittwochmittag    
         
         
    Bis Donnerstag verlagerte sich das Tief über Mittelskandinavien hinweg zum Baltikum, die hinterlassene     
    Trogrinne quer über Frankreich beeinflusste unser Wetter nicht, da sie nach der Wochenmitte durch einen von   
    Mitteleuropa ausgehenden Hochvorstoß zu den Britischen Inseln überlaufen wurde. Während sich die Heißluft   
    von Südwesteuropa mehr in den Alpenraum ausbreiten konnte, ging die Kaltfront des Tiefs über dem nördlichen   
    Mitteleuropa an Land, um sich bis Freitag an die Alpennordseite voranzuschieben, weil zwischen dem Tief und   
    dem Hoch mit schottischen Kern die Höhenströmung langsam auf Nordwest drehte, wovon man am Donnerstag   
    in Österreich aber noch nichts merkte.       
         
    Mehr als ein Drehen des Windes merkte man von der Kaltfront am Ende auch nicht, den eigentlich blieb diese   
    inaktiv und brachte keine wirklichen Wettererscheinungen, schon gar keine, die mit Niederschlag in Verbindung   
    zu bringen waren, sondern bewirkte nur das Absinken der Temperaturen am Freitag auf ein normal hochsommerliches Niveau.  
         
         
    Zweiter Höhepunkt      
         
    Doch bereits am Samstag war die „Abkühlung“ längst wieder Geschichte und die Hitzewelle strebte eilig ihrem   
    zweiten Höhepunkt entgegen. Das Britanienhoch namens „Vera“ hatte in guter Tradition des 100-jährigen Kriegs   
    Frankreich erobert und wanderte am Wochenende mit seinem Schwerpunkt weiter nach Südosteuropa, wo es   
    den dort am Freitag noch befindlichen Trog aus dem Spiel nahm, dafür aber an seiner alten Wirkungsstätte über   
    Großbritannien einem neuen Tief die Tür öffnete.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Sonntagmittag      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Temperatur der Luftmasse in rund 1.500 m Höhe zu Sonntagmittag    
         
         
    Die Höhenströmung drehte wiederum auf Südwest retour und die am Freitag nach Norditalien und Südfrankreich   
    zurück gedrängte Heißluft schwemmte abermals und noch intensiver Mitteleuropa. Durch die Kombination aus   
    einer extrem heißen Luftmasse, föhnigen Effekten, ungehinderter Sonneneinstrahlung und der aufgrund der   
    anhaltenden Trockenheit (fehlende Kühlung durch Verdampfen von Bodenfeuchtigkeit) starken Hitzeentwicklung   
    purzelten zum Monatsende zahlreiche Rekorde.      
         
    Der Start in den Juli am Montag ging mit der Annäherung der Kaltfront des sich nach Skandinavien verlagernden   
    Tiefs einher, die zum Abend hin Österreich erreichte und einen nur wenig auffälligen Frontdurchgang brachte.   
    Deutlich bemerkbarer machten sich die Gewitter, die im Vorfeld der Kaltfront sich über Salzburg entluden.    
         
         
    Fast wieder neuer Juni-Höchstwert      
         
    Die Hitzewelle begann am Dienstag mit 31,7°C. Am Mittwoch erreichten wir 32,0°C und am Donnerstag folgten   
    abermals 31,3°C. Allesamt platzierten sich unter den Top 10 der heißesten Junitage unserer Messreihe. Die   
    sogenannte Abkühlung verhalf dem Freitag nur zu 27,7°C, ehe es am Samstag schon wieder auf 29,4°C nach   
    oben ging und am Sonntag mit 34,5°c der Gipfel erreicht wurde. Der Montag lag mit 30,9°C zum Abschluss   
    ebenso gut im Rennen.      
         
    Nach nur 16 Tagen wackelte also der erst am 14. Juni 2019 aufgestellte neue Junirekord gewaltig, am Ende   
    blieben wir nur ein Zehntel Grad am 30. Juni unter der neuen Bestmarke und haben aber dennoch den     
    vorherigen Topwert von 32,4°C vom 20.06.2013 ein zweites Mal um mehr als 2 Grad übertroffen.    
         
    Die erwähnten vier Junitage mit mehr als 30 Grad zählten somit zu den 10 heißesten Junitagen unserer     
    Messreihe. Auch unter Einbezug der Daten der Hydrografischen Station in Faistenau ließ sich in den letzten 6   
    Jahrzehnten einzig der 25.06.1967 finden, der mit 32,1°C in dieser Liga mitspielen konnte. Alle anderen     
    Junihöchstwerte vor den 2000er Jahren lagen nicht über 31 Grad.      
         
         
    Die 10 wärmsten Juni-Höchstwerte in Hintersee      
         
    1 14.06.2019 34,6°C      
    2 30.06.2019 34,5°C      
    3 20.06.2013 32,4°C      
    4 12.06.2003 32,0°C      
      23.06.2003 32,0°C      
      26.06.2019 32,0°C      
    7 19.06.2013 31,9°C      
    8 25.06.2019 31,7°C      
    9 10.06.2014 31,4°C      
    10 27.06.2019 31,3°C      
         
         
    Der 27. Juni war zudem für den zweithöchsten Tiefstwert eines Junitages mit einem Minimum von 16,3°C     
    verantwortlich. Milder blieb es nur am 23. Juni 2017 mit 16,5°C.      
         
         
    Drittheißester Tag der Hinterseer Messgeschichte      
         
    Was für Juni den 2. Platz bedeutete, war in absoluten Zahlen der drittheißeste Tag, den die Wetterstation     
    Hintersee bisher verzeichnen konnte hinter dem 28. Juli 2013 mit 35,1°c und dem 14. Juni 2019 mit 34,6°C. Die   
    Messreihe der hydrografischen Station zeigte dahinter noch den 27. Juli 1983 als viertheißesten Tag seit 1961 in   
    unserem Tal. Demnach haben wir die Hälfte der meteorologisch gesehen hitzigsten Tage seit 1961 in den letzten   
    gut 2 Wochen erlebt.       
         
         
    Top 10 Höchstwerte in Hintersee      
         
    1 28.07.2013 35,1°C      
    2 14.06.2019 34,6°C      
    3 30.06.2019 34,5°C      
    4 13.08.2003 33,5°C      
    5 29.07.2005 33,0°C      
    6 23.07.2009 32,6°C      
      07.07.2015 32,6°C      
    8 16.07.2007 32,5°C      
      27.05.2008 32,5°C      
      29.05.2008 32,5°C      
    weiters          
    14 26.06.2019 32,0°C      
    29 25.06.2019 31,7°C      
    38 27.06.2019 31,3°C      
    51 01.07.2019 30,9°C      
         
         
    Salzburger Junirekord zerbröselt      
         
    Lange hat sich der eigentlich nur sechs Jahre alte Junirekord für Salzburg mit 35,8°C, erzielt am 19.06.2013 in   
    Salzburg/Freisaal, gegen seine Ablöse gewehrt. Den zweiten Angriff der zweiten Hitzewelle des Junis 2019   
    konnte er allerdings nicht mehr standhalten und wurde am 30. Juni von gleich 6 Stationen zum Teil eindeutig   
    übertroffen. Zell am See stellte die alte Bestmarke noch ein, doch erneut Salzburg/Freisaal mit 36,2°C, Maria   
    Alm mit 36,5°C, Bischofshofen mit 36,7°C, Lofer mit 36,8°C, St. Veit mit 37,0°C und als neuer Rekordhalter St.   
    Johann mit 37,4°C setzten sich darüber hinweg.       
         
    Fast alle Stationen im Bundesland erreichten ihre Höchstwerte dieser Hitzewelle am Sonntag. Besonders     
    bemerkenswert waren dabei die extremen Werte in Orten über 1.000 m Seehöhe, wo zum Beispiel Krimml einen   
    Höchstwert von 35,1°c schaffte. Selbst der Lungau schwitzte diesmal gewaltig und hatte seine Hitzeschlacht   
    bereits am 26. Juni mit unglaublichen 34,2°C in Tamsweg und 33,2°C in St. Michael.      
         
         
    Rekordwärme in allen Höhen      
         
    Die herbei gewehte Luftmasse war nicht nur in tiefen und höheren Tallagen für neue Rekorde verantwortlich,   
    auch auf den bergen ging das Purzeln alter Bestmarken munter weiter. Auf der 1.975 m hohen Schmittenhöhe   
    bei Zell am See gab es erstmals in der seit 1933 geführten Messreihe einen meteorologischen Sommertag mit   
    25,0°C, welche am 26. Juni gemessen wurden. Vorher war der Allzeitrekord bei 24,6°C vom 30.08.1953.    
         
    Eine Etage höher zeigte sich am 7. Juni das gleiche Bild. Die seit 1961 bestehende Station bei der Rudolfshütte   
    in 2.304 m verbesserte ihren absoluten Temperaturrekord um ein Zehntel auf 21,8°C (bisher 21,7°C vom     
    27.07.1983).      
         
    Dauerhaftes Tauwetter gab es selbst im Hochgebirge, wo am 3.105 m hoch gelegenen Sonnblick Observatorium   
    am 30. Juni 14,2°C als Höchstwert registriert wurden. Die Nacht auf den 27. Juni war bei der seit 1886 erfassten   
    Messreihe die viertwärmste auf dieser Höhe. Nur zweimal im Juni 1983 und einmal im August 2012 war das   
    Übernachten am Sonnblick noch milder.      
         
         
    Höchstwerte in Salzburg      
         
    Abtenau   35,5°C 30.6.   Rudolfshütte 21,8°C 27.6.    
    Bischofshofen 36,7°C 30.6.   Salzburg/Fr. 36,2°C      
    Golling   35,2°C 30.6.   Schmittenhöhe 25,0°C      
    Kolomannsberg 29,5°C 30.6.   Sonnblick   14,7°C      
    Krimml   35,1°C 30.6.   St. Johann   37,4°C      
    Lofer   36,8°C 30.6.   St. Michael 33,2°C      
    Maria Alm   36,5°C 30.6.   St. Veit   37,0°C      
    Mariapfarr   32,1°C 30.6.   Tamsweg   34,2°C      
    Mattsee   35,6°C 30.6.   Zell am See 35,8°C      
    Rauris   34,4°C 30.6.      
         
         
    Hitze in ganz Österreich        
         
    Die Hitzewelle dauerte lange genug an, sodass jeder Ecke von Österreich zumindest einmal mehr als gut     
    eingeheizt wurde. Irgendwie ständig unzufrieden mit ihren Stadtrekord waren die Innsbrucker, da sie ihn binnen   
    einer Woche gleich viermal nach oben schoben, um am Ende am 30. Juni mit 38,5°C einen neuen Tiroler     
    Junirekord aufzustellen.        
         
    Die gleiche Temperatur, die nur 00,1°C unter dem österreichischen Junirekord von 38,6°C vom 20. Juni 2013   
    aus Waidhofen/Ybbs (Niederösterreich) lag, wurde am Sonntag ebenfalls in Krems erreicht und somit war dies   
    der heißeste Tag im land. Neben den 37,4°C in Bad Goisern für Oberösterreich gab es auch für die Steiermark   
    und Kärnten noch einen frischen Junirekord.      
         
         
    Höchstwerte in Österreich      
         
    25. Juni   26. Juni      
    Innsbruck/Univ. 36,7QC   Imst   37,5°C      
    Imst   36,5°C   Landeck   37,1°C      
    Landeck   36,0°C   Innsbruck/Univ. 37,0°C      
    Prutz   35,7°C   St. Pölten   36,9°C      
    Haiming   35,3°C   Wien - Innere Stadt 36,5°C      
    St. Johann im Pongau 35,2°C   Prutz   36,5°C      
    Mayrhofen   35,1°C   Tulln   36,4°C      
    Windischgarsten 34,9°C   Bad Goisern 36,3°C      
    Jenbach   34,8°C   Mayrhofen   36,3°C      
         
         
    27. Juni   30. Juni      
    Hermagor   38,1°C   Krems   38,5°C      
    Dellach im Drautal 38,0°C   Innsbruck/Univ. 38,5°C      
    Ferlach   37,8°C   Jenbach   38,0°C      
    Innsbruck/Univ. 37,5°C   Imst   37,9°C      
    Spittal an der Drau 37,4°C   St. Pölten   37,7°C      
    Graz-Universität 37,2°C   Bad Goisern 37,4°C      
    Klagenfurt   37,1°C   St. Johann im Pongau 37,4°C      
    Landeck   36,8°C   Innsbruck   37,3°C      
    Imst   36,8°C   Mooslandl   37,3°C      
             
             
    01.Jul        
    Krems   38,8°C      
    Stockerau   38,6°C      
    Tulln   38,6°C      
    Wien - Innere Stadt 38,4°C      
    Bad Deutsch-Altenburg 37,8°C      
    Mariabrunn 37,6°C      
    St. Pölten   37,6°C      
    Gänserndorf 37,5°C      
    Langenlois 37,5°C      
         
         
    Mehrere Waldbrände auf Bergen      
         
    Nachträgliche Sonnwendfeuer gab es während der Hitzewelle, die auch durch die herrschende Trockenheit   
    begünstigt wurden. Schon am Mittwoch mussten 70 Feuerwehrleute zu einem ersten Waldbrand am Sparber in   
    Strobl ausrücken. 3 Hubschrauber flogen Löschwasser vom Wolfgangsee herbei, um den Brand aus der Luft zu   
    bekämpfen.      
         
    Unweit der Salzburger Landesgrenze kam es am Sonntag am der Drachenwand benachbarten Almkogel bei St.   
    Lorenzen zu einem Waldbrand, der 1.200 m² erfasste bevor er von 40 Mann der Feuerwehr und Bergrettung   
    samt Hubschrauberunterstützung bis Montag erfolgreich bekämpft werden konnte.      
         
    Doch schon kurz darauf hieß es für die Florianijünger aus Kuchl und Golling mit einem Hubschrauber auf den   
    Schönbachkopf in Golling auszurücken, denn auch hier war ein kleiner Waldbrand ausgebrochen, der im     
    unwegsamen Gelände mit Hilfe der Bergrettung mit Löschrucksäcken gelöscht werden konnte.      
         
    Gleichzeitig hatten die Gollinger im Bluntautal zu tun, denn vom Kleinen Göll ging eine Gerölllawine bis ins Tal   
    ab und verschüttete den Bluntauweg und –bach. 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Pongauer Wasserretter, die   
    Polizei mit einer Suchhundestaffel und Rotes Kreuz waren Vorort, da im beliebten Wandergebiet verschüttete   
    Personen nicht ausgeschlossen werden konnten, was nach getaner Suchaktion aber schließlich doch möglich   
    war.      
         
         
    Unwetter verwüsten Uttendorf      
         
    Der letzte Tag der Hitzewelle am 1. Juli bot das Potential für Unwetter, zu denen es am Montagnachmittag auch   
    über Salzburg kam. Vom Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern aus überquerte in den Nachmittagsstunden   
    eine Gewitterlinie den nördlichen Teils Salzburgs, aber auch im Pinzgau ging es zur Sache.      
         
    Während die Linie in Hintersee ab etwa 14:30 Uhr mit starken Regen und lebhaften Wind durchzog, waren im   
    Großraum Salzburg kräftige Entladungen und Starkregen mit dabei. Dabei kam es leider zu einem Blitzschlag in   
    einen Bauernhof am Gaisberg nahe dem Hotel Kobenzl, das trotz Großeinsatz der Feuerwehren völlig     
    niederbrannte. Bewohner und Tiere überstanden den Brand unbeschadet, ein Feuerwehrmann wurde leicht   
    verletzt. Benachbarte Bauern fuhren mit Güllefässern Löschwasser herbei und halfen so maßgeblich bei den   
    schwierigen Löscharbeiten.      
         
    Schwer getroffen wurde der Ortskern von Uttendorf, wo gegen 18 Uhr nach einem Wolkenbruch ein Bach über   
    die Ufer trat und rund 90 Häuser überschwemmte. Rund 200 Feuerwehrleute aus dem ganzen Bezirk, 50 Mann   
    des Bundesheeres und zahlreiche private Helfer waren tagelang im Einsatz, um die gröbsten Schäden zu     
    beseitigen. Auch die Pinzgauer Lokalbahn wurde in diesem bereich unterspült, sodass sie gesperrt werden   
    musste.      
         
    Aufgrund der Unwetter waren am Montag 500 Feuerwehrleute in Salzburg im Einsatz.      
         
    Zu Problemen kam es auch in Saalbach, dass mit 46,5 l/m² ebenfalls Starkregen abbekam. In Maria Alm wurden   
    34,1 l/m² gemessen, in Zell am See 29,4 l/m², in Abtenau 29 l/m² und in Krimml 23 l/m².      
         
    Quellen: www.wetterzentrale.de, www.orf.at, www.austrowetter.at, www.wetterblog.at, www.zamg.ac.at     
         
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    Sa, 15.06.19 Mit Föhn zum Junirekord  
     
         
    Der letzte Schneefall ist gerade Mal 4 Wochen her und war relativ spät in einer Wintersaison, da stiefelte in dem   
    noch so jungen Sommer 2019 schon die erste knackige Hitzewelle daher und zertrampelte den alten Junirekord   
    mühelos und stieß auch fast noch den generellen Stationsrekord vom Thron. Noch nie war es in Hintersee so   
    zeitig im Jahr derart heiß. Zudem herrscht eine für einen Sommermonat unvergleichliche Regenarmut.    
         
         
    Wetterlage      
         
    Die vorherrschende Wetterlage hatte sich bereits an den Tagen zuvor eingegraben und wies mit Beginn der   
    Hitzewelle einen Trog vom Nordostatlantik bis nach Westeuropa auf. Das sich darin befindliche abgetropfte   
    Höhentief drehte am Dienstag über der französischen Betragne seine Kreise und sorgte somit für das Anzapfen   
    nordafrikanischer Heißluft, die gefüttert mit Staub aus der nördlichen Randzone der Sahara den Mittelmeerraum   
    querte und in einer Föhn verursachenden südlichen Strömung im Alpenraum eintraf, um über Mitteleuropa     
    Hochdruck zu stützen. Das Höhentief verlagerte sich am Mittwoch nur zaghaft nordostwärts.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Mittwochmittag      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Saharastaub wird heran transportiert      
         
         
    Die weitere Wanderung des Höhentiefs über Nordwesteuropa in das Seengebiet zwischen Britannien und Irland   
    verändert zum Donnerstag hin die Höhenströmung etwas mehr auf eine südwestliche Richtung mit einer     
    größeren westlichen Komponente, wodurch der Ursprung der in den Alpenraum geführten Luftmasse von     
    Nordafrika in die Ecke der Biscaya sich wandelte und im Vergleich zu den Vortagen kühlere, aber dennoch sehr   
    sommerlich temperierte, Luft herbei gelenkt wurde, welche zu einem leichten Durchatmen verhalf.    
         
    Durch Ausbildung eines Hochs über dem östlichen Mitteleuropa und der anhaltenden Verlagerung des     
    bekannten Höhentiefs über die grüne Insel hinweg nordostwärts nahm die Zufuhr heißer Luft zum Freitag hin   
    erneut fahrt auf. Diesmal kam diese direkt aus dem Mittelmeerraum und überströmte aus Süd die Alpen, wo der   
    Föhn wieder ansprang und mithalf über dem süddeutschen Alpenvorland ein Leetief zu formen, das seinerseits   
    aufgrund der Positionierung des Ostalpenraums an dessen Vorderseite einen ziehenden Effekt auf die Warmluft   
    ausübte und die Hitze dadurch verstärkte.       
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Freitagmittag      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Temperatur der Luftmasse in 1.500 m Höhe am Freitagnachmittag    
         
         
    Mit dem Höhepunkt der Hitzewelle am Freitagnachmittag war es dann getan. Das kleine Leetief schob sich zum   
    Samstag hin nach Ostdeutschland und später Polen, weshalb wir an dessen Kellerabteil kamen und in der Nacht   
    zu Freitag aus Westen Wolkenfelder herein geweht wurden. Überreste von Gewittern über dem süddeutschen   
    Raum. Zur Nacht auf Sonntag hin erreichte einer der bis dahin zahlreich um das Nordwesteuropatief aus     
    Südwest nach Nordost schwenkenden Randtröge Westösterreich mit kühlere Luft und die Hitzewelle wurde mit   
    Gewittern beendet.      
         
         
    Verstaubte erste 30er      
         
    Die Hitzewelle begann am letzten Dienstag. Der Saharastaub machte zwar den Himmel diesig, dennoch konnte   
    der Föhn die Temperaturen erstmals in diesem Jahr verbreitet über die 30-Grad-Marke treiben. So waren die   
    Höchstwerte des Tages auch in den typischen Föhnregionen zu suchen und St. Johann lag mit 31,8°C vor Lofer   
    mit 31,2°C und St. Veit mit 31,0°C.      
         
         
    Ruppige und tropische Föhnnacht      
         
    Der Südwind legte am Dienstagabend zu und erreichte in den Regionen zwischen dem Ennspongau über das   
    Lammertal und der Osterhorngruppe bis ins Mondseer Land stellenweise Sturmstärke. In Abtenau wurden 85   
    km/h gemessen, in Radstadt 77 km/h und in Mondsee 78 km/h. Dazu erlebten Orte wie Abtenau und die Stadt   
    Salzburg eine Tropennacht, bei der die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Selbst am Kolomannsberg in 1.114   
    m Höhe ging es sich mit einem Tiefstwert von 19,8°C fast aus.      
         
         
    Zweiter Hitzetag und Durchschnaufen      
         
    Der Mittwoch brachte einen weiteren Hitzetag und ein dezentes Nachlassen des Föhns. So verlagerte sich die   
    Region der größten Wärme in den Flachgau und die Stadt Salzburg mit 31,9°C und Mattsee mit 31,4°C hießen   
    die Spitzenreiter vor den föhnigen Abtenau und St. Johann mit je 30 Grad.      
         
    Der Donnerstag ließ die Daumenschrauben der heißen Luft etwas lockerer und so kamen die Temperaturen   
    verbreitet zwischen 25 und 30 Grad zu liegen.      
         
         
    Rekordverdächtiger Freitag      
         
    Den Höhepunkt erreichte die Hitzewelle am Freitag. Wiederum war der Föhn am Werk und trieb die     
    Temperaturen weit in die Höhe, sodass der Salzburger Junirekord von 35,8°C, aufgestellt am 20. Juni 2013 in   
    Salzburg/Freisaal, im gleichen malerischen Golling beinahe geknackt wurde. Am Ende fehlten Golling mit     
    35,6°C nur zwei Zehntel Grad. Einen neuen Junirekord gab es dagegen in Abtenau mit 34,7°C. Lofer und     
    Salzburg folgten mit 34,5°C, St. Johann komplettierte die Top 5 mit 34,1°C.      
         
    Mit dem abendlichen Bewölkungsaufzug ging es stellenweise in eine zweite Tropennacht. Der Samstag tat sich   
    etwas schwer die Wolkendecke aufzureißen und so konnten die Temperaturen nicht mehr das Niveau des   
    Vortags erzielen, obwohl es abermals einige 30er in Salzburg gab.       
         
    Im Laufe des Nachmittags entwickelten sich dann die Hitzewelle abschließende Gewitter, die teils nicht mal   
    einen Tropfen Regen brachten und anderswo mitunter kräftig ausfielen. So wurde das Freilichtmuseum in     
    Großgmain von der Stromversorgung befreit und ordentlich durchgewaschen. Die Station am Salzburger     
    Flughafen verzeichnete noch 17,1 l/m² Niederschlag. Auch in Faistenau waren Starkregen und Hagel am Werk,   
    während es in Hintersee relativ ruhig blieb.      
         
         
    Höchsttemperaturen in Salzburg      
         
    Abtenau   34,7°C 14.6.   Rauris   31,0°C 14.6.    
    Bischofshofen 33,8°C 14.6.   Rudolfshütte 16,6°C 14.6.    
    Golling   35,6°C 14.6.   Salzburg/Fr. 34,5°C 14.6.    
    Kolomannsberg 26,6°C 12.6.   Sonnblick   9,4°C 14.6.    
    Krimml   29,6°C 14.6.   St. Johann   34,1°C 14.6.    
    Lofer   34,5°C 14.6.   St. Michael 29,3°C 14.6.    
    Maria Alm   32,7°C 14.6.   St. Veit   33,8°C 14.6.    
    Mariapfarr   30,2°C 14.6.   Tamsweg   31,7°C 14.6.    
    Mattsee   31,4°C 12.6.   Zell am See 33,0°C 14.6.    
         
         
    Höchsttemperaturen in Österreich vom Freitag      
         
    Windischgarsten 35,8°C        
    Golling   35,6°C        
    Hall bei Admont 35,0°C        
    Bad Ischl   34,9°C        
    Bad Aussee 34,7°C        
    Abtenau   34,7°C      
    Lofer   34,5°C      
    Innsbruck/Univ. 34,5°C      
         
         
    Zweitheißester Tag ist neuer Junirekord in Hintersee      
         
    So wie bei unseren südöstlichen Nachbarn in Abtenau brachte der Freitag mit einem Höchstwert von 34,6°C   
    einen neuen Temperaturrekord im Juni. Bisher lag dieser bei 32,4°C vom 20. Juni 2013. Damit wurde die alte   
    Bestmarke mehr als eindeutig übertroffen. Dazu war der Höchstwert vom Freitag auch der zweitheißeste Tag,   
    der an unserer Messstation bis dato erreicht wurde. Den absoluten Stationsrekord von 35,1°C vom 28. Juli 2013   
    verfehlten wir um ein halbes Grad.      
         
    Bereits am Dienstag stieg bei uns das Thermometer, angefeuert durch den Föhn, auf 30,8°C und somit den   
    ersten heißen Tag im Jahr. Die folgende Nacht war für Hintersee unfassbar warm, denn der Föhn legte in der   
    ersten Nachthälfte an tempo zu und wehte vor allem rund um Mitternacht lebhaft bis stark. Zur Geisterstunde   
    lagen die Temperaturen immer noch bei 22 Grad. Nur durch das Nachlassen des Föhns entging die     
    Wetterstation einer Tropennacht und die Temperatur sank in der Früh auf 17,1 Grad. Jene Ortsteile, die der Föhn   
    die ganze Nacht über besser beglückte, erlebten wohl eine Tropennacht.      
         
    Am Mittwoch war der Föhnwind wieder zur Stelle und ließ die Temperatur erneut weit in die Höhe klettern und   
    mit 30,7°C kam es zum zweiten Hitzetag im Juni. Der Donnerstag gab mit einem Höchstwert von 26,6°C etwas   
    nach, ehe sich der Freitag mit seinem Backofen einstellte.       
         
    Die Nacht zu Samstag war, obwohl der Föhn diesmal deutlich zurückhaltender war, wieder außergewöhnlich lau.   
    Eine am Abend aufgezogene Wolkendecke verhinderte das nächtliche Auskühlen und am Morgen war die   
    Temperatur nur auf 18,3°C an unserer Station gesunken. Die jeweiligen Tagesminima von Mittwoch und     
    Samstag wurden dann jeweils erst in der Nacht zum Folgetag erzielt.      
         
         
    Die 10 wärmsten Junitage in Hintersee      
         
    1 14.06.2019 34,6°C      
    2 20.06.2013 32,4°C      
    3 12.06.2003 32,0°C      
      23.06.2003 32,0°C      
    5 19.06.2013 31,9°C      
    6 10.06.2014 31,4°C      
    7 19.06.2002 31,0°C      
      18.06.2002 31,0°C      
      25.06.2008 31,0°C      
      20.06.2006 31,0°C      
      09.06.2014 31,0°C      
         
         
    Die 10wärmsten Tagen in Hintersee      
         
    1 28.07.2013        
    2 14.06.2019        
    3 13.08.2003        
    4 29.07.2005        
    5 23.07.2009        
      07.07.2015        
    7 16.07.2007        
      27.05.2008        
      29.05.2008        
      13.08.2015        
    weiters      
    46 11.06.2019        
    47 12.06.2019        
         
         
    Gewitter regenfrei      
         
    Die für Samstag möglichen heftigen Gewitter fielen in Hintersee zahnlos aus. Zumindest an der Wetterstation   
    blieben die beobachteten Zellen um 15 Uhr und um 20 Uhr praktisch regenfrei. Einzig die Abendzelle sorgte für   
    ein klein wenig messbaren Regen.      
         
         
    Juni zur Halbzeit heiß und trocken      
         
    Die erste Hälfte des Junis ist vorbei und mit einer mittleren Temperatur von 17,0°C war sie die zweitwärmste   
    erste Junihalbzeit in unserer Messreihe hinter dem Junistart 2003 (18,5°C). Aber noch viel extremer ist das   
    herrschende Niederschlagsdefizit. An den ersten 15 Tagen regnete es in Hintersee nur 2 l/m², was nur knapp 1%   
    des durchschnittlichen Juniniederschlags bedeutete.       
         
         
    Schneeschmelze verursacht Innhochwasser      
         
    Neben den fast schon üblichen heftigen Gewittern, die bei einer solchen Hitze den Norden, Osten und Südosten   
    Österreichs ihre Aufwartung machten, erlebte Tirol eine fast schon groteske Situation. Sonne, Hitze, Föhn, kein   
    Regen und dennoch führte der Inn am Mittwoch und Donnerstag ein wahrscheinlich 50-jährliches Hochwasser.   
    Absurderweise konnte auch die aktuelle, eher wasserfeindliche Wetterlage, ein Hochwasser los treten, indem sie   
    den Winter mit ins Boot holte oder dessen auf den Alpenhauptkamm noch massenhaft liegende Hinterlassen-  
    schaft. Die enorm hohen Temperaturen in den Höhenlagen in Verbindung mit dem als „Schneefresser“     
    bekannten Föhn in Kombination mit gewittrigen Regenfällen im Schweizer Einzugsgebiet des Inns und der am   
    weißen Schnee abgelagerte Saharastaub vollbrachten eine derart rustikale Schneeschmelze, dass der Pegel   
    des Inns am Mittwoch bedrohlich anstieg. In Schwaz wurde Zivilschutzalarm ausgelöst, in Innsbruck der     
    Hochwasser-schutz montiert, um den auf 6,32 m gestiegenen Pegel des Inns um Mittwochmitternacht     
    abzuwehren (Höchstmarke 6,5 m). Vor allem im Unterland kam es zu einigen Überflutungen und Keller mussten   
    ausgepumpt werden, da der Grundwasserspiegel zu hoch geworden war. Rund 60 Feuerwehreinsätze wurden   
    gezählt. Größere Schäden blieben zum Glück aber aus.      
         
    In abgeschwächter Form vollzog sich das Phänomen auch in Salzburg. Über ein paar Tage konnte man in der   
    Stadt Salzburg eine wild rauschende Salzach beobachten, die durch die entlang des ganzen Flusslaufs     
    geöffneten Kraftwerksschleusen floss. Gefährliche Pegelstände so wie in Tirol gab es in unserem Bundesland   
    nicht, einzig in Mittersill erreichte die Salzach die Warngrenze.      
         
    Quellen: www.orf.at, www.sn.at, www.austrowetter.at, www.wetterzentrale.de, forecast.uoa.gr      
         
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    Mo, 03.06.19 Rückblick Mai: Einen ganzen Monat eisheilig  
     
         
    + 320,5 l/m² Niederschlag      
    + 23 cm Neuschnee      
    + 7,7°C mittlere Temperatur      
    + 1 Gewitter      
         
    Nass, kalt und grau oder eher weiß sind Attribute, die man mit dem Vollfrühlingsmonat Mai nicht unbedingt     
    verbindet. Überhitzt und trocken, so wie im Vorjahr, aber genauso wenig. Nach 13 übermäßig warmen Monaten     
    in Folge, die mit den Rekorden im April und Mai 2018 begannen, kam nun der überfällige Einbruch und der war     
    ordentlich inklusive eines richtigen Wintercomebacks.      
         
    Der Start in den Eismai war nach Abzug eines Adriatiefs von Skandinavien her leicht hochdruckdominiert. Ein     
    Trogvorstoß ausgehend vom Nordmeer über Skandinavien nach Mitteleuropa, drängte zur Mitte der ersten     
    Maidekade den Hochdruck nach Nordwesteuropa ab und brachte in Verbindung mit einem Italientief den Winter     
    zurück. Zwischenhocheinfluss aus Westen folgte, ehe sich zu den Eisheiligen hin erneut ein Nordseetief auf den     
    Weg ins mittlere Europa machte und mit einem Balkantief für eine recht ähnliche Wetterlage wie eineinhalb     
    Wochen davor sorgte, die am Ende nochmals schneien ließ, den im Nordwesten des Kontinents hatte sich     
    Hochdruck aufgebaut, der die Zufuhr kalter Luft unterstützte. Nur zaghaft verlagerte sich die Tiefdruckrinne über     
    den Alpenraum ostwärts und schwächte sich mit Beginn der zweiten Monatshälfte etwas ab. Was blieb, war ein     
    Tiefdrucksumpf, der vom Mittelmeerraum bis zu den Alpen reichte und in mehrere Kerne zersplittert war. Über     
    den Nordteil des Kontinents lag Hochdruck. Einer der erwähnten kleinen Tiefkerne positionierte sich an den     
    ersten Tagen nach Halbzeit über Süddeutschland, sodass es mit einer südwestlichen Anströmung ein paar     
    warme und freundliche Tage gab. Doch mit Start in die dritte Dekade veränderten die Höhentiefs wieder ihre     
    Verortung so, dass es zu neuen Regenfällen kam. Dahinter gelang es einem Ableger des Azorenhochs kurz bis     
    zu uns auszugreifen, da sich an der Vorderseite einer Trogbildung über dem Ostatlantik gerade die Gelegenheit     
    dazu bot. Wiederholte nach Osten wandernde Tiefbildungen rund um die Britischen Inseln brachten ab Mitte des     
    letzten Monatsdrittels erneut regnerisches Wetter daher, die nach einigen Anläufen auch zu einer Italientiefent-    
    wicklung verhalfen, die feuchte Luft aus Süden bis zum Aisklingen des Mai in den Alpenraum lenkte.    
         
    Die wiederholt auftretenden Zweispänner an Tiefdruckgebieten verhalfen ganz Österreich zu einem deutlich zu     
    nassen mai, der bundesweit um 53 Prozent mehr Niederschlag als üblich brachte. Bis zum Dreifachen des     
    Mainormals fiel ganz im Osten und Süden des Landes, entlang der Alpennordseite lagen die Abweichungen     
    meist drei bis fünf Viertel über dem Durchschnitt. Lokal, so wie in Bregenz mit 323 l/m², war es der zweitnasseste     
    Mai. Grundsätzlich wird der Mai 2019 als einer der 10 nassesten in die Statistik eingehen. Niederschlagsreichster     
    Ort war Alberschwende (Vorarlberg) mit 406 l/m². Durch den vielen Niederschlag zeigten sich auch die     
    Schneehöhen auf den bergen noch beachtlich. Die Salzburger Rudolfshütte verfehlte den alten Maihöchststand     
    von 374 cm Schneehöhe aus dem Jahr 1997 mit 363 cm heuer nur knapp. von den Wolken oft genug verdeckt     
    wurde die Sonne, die mit einem Minus von 35 % den trübsten mai seit 2010 hinterließ, der am Rohrspitz     
    (Vorarlberg) mit 183 Stunden Sonnenscheindauer den sonnenreichsten ort in Österreich fabrizierte. Eine Fabrik     
    ohne Dynamo war die Blitzproduktion, die im heurigen Mai mit nur 1.957 Entladungen die wenigsten seit     
    Messungsbeginn 1992 anfertigte. Scheinbar verdienter Urlaub nach den 31.264 Blitzen im letzten Mai. Frei     
    hatten heuer auch die heißen Temperaturen und so wurde es mit einer Abweichung von -2,6 Grad der kälteste     
    Mai seit 1991 (-4,2°C Abw.).       
         
    Prägendste Auswirkung der Großwetterlage im Mai war in Hintersee mit Sicherheit die Temperatur, die so gar     
    nicht der Jahreszeit entsprechen wollte. Waren wir vor einem Jahr bereits mitten im Sommer und auf Juniniveau,     
    so lag die mittlere Temperatur von +7,7°c heuer vielmehr an April oder Oktober. Der Mai 2019 produzierte eine     
    Abweichung von -2,9 Grad zum langjährigen Schnitt und blieb damit um fast 6 Grad hinter dem Rekordmai 2018     
    zurück, womit ihm in unserer Messreihe (seit 2002) der letzte Platz blieb. Der Mai 2004 (+8,5°C) konnte     
    unerwartet seine rote Laterne abgeben. Die Hydrografische Station Faistenau zeigte weitere kalte Maimonate in     
    1962 (+8,4°C), 1965 (+8,1°C) und 1987 (+7,8°C). Aus 1991 liegen für unsere Region leider keine Daten vor. Der     
    Mai 2019 setzte sich dabei aus einem viel zu kalten ersten und zweiten Drittel sowie einer markant zu kühlen     
    dritten Dekade zusammen. Dekade eins und zwei wurden jeweils die kältesten ihresgleichen, Nummer drei     
    schaffte dies nicht. Hier bleibt das letzte Maidrittel 2003 als absolut kältestes Maidrittel das Kellerkind. Erstmals     
    seit fünf Jahren gab es mit dem Tiefstwert von -0,2°c am 5. Mai wieder einen Frosttag, dazu gesellten sich 9     
    kalte Tage. Viermal guckten die Temperaturen knapp über die 20-Grad-Marke mit dem Höchstwert von +20,3°C     
    am 19. Mai. Erstmals seit dem Mai 2010 gab es keinen Sommertag.      
         
    Die erwähnten zwei Zehntel Grad minus waren am 5. Mai der Auftakt und Höhepunkt der beiden Winterein-    
    brüche im Mai. An diesem tag schneite es satte 15 cm und damit soviel wie seit 1985 nicht mehr an     
    einem Maitag. Am 6. und 15. Mai folgten weitere messbare Schneefälle, am 14. Mai blieb von den durchzieh-    
    enden Schneeschauern nichts liegen. Insgesamt kamen 23 cm Neuschnee zusammen, die das 46-fache einer     
    durchschnittlichen Schneemenge im Mai bedeuteten und den schneereichsten mai in unserer Messreihe (seit     
    1988) markierten, wodurch auch der bisherige Spitzenreiter, der Mai 2005, mit 11 cm Neuschneesumme     
    abgelöst wurde. Zuletzt mehr Schnee gab es im Mai 1970. Skurril war der Umstand, dass es heuer damit im mai     
    mehr Schnee gab als im April (23 zu 2 cm), was letztmals 2005 (11 zu 6 cm) der Fall war. Ebenso den Winter     
    2004/05 betreffend, wurde dieser durch die Schneefälle im Mai noch von Platz 5 in der Winterrangliste unserer     
    Wetterstation vom Winter 2018/19 um 2,5 Zentimeter verdrängt. Selbst die Schneedecke meldete sich für zwei     
    geschlossene Tage an unserer Station zurück und erreichte am 5. Mai mit 7 cm ihren Höchststand.    
         
    Zuwächse gab es ebenso an der Regenfront, die mit einer Regensumme von 284 l/m² um 33 Prozent mehr als     
    im Schnitt brachte und den Mai 2019 zum regenreichsten seit 2016 (311,5 l/m²) machte, woraus sich ein Platz in     
    der Topgruppe ergattern ließ. Den meisten Regen gab es am 22. Mai mit 47,5 l/m².      
         
    Die Summe an Niederschlag belief sich im Mai auf 320,5 l/m² und war damit deutlich überdurchschnittlich,     
    musste sich aber hinter den nassen Mai 2013 (395,5 l/m²) und 2014 (379,5 l/m²) anstellen. Der Regen verteilte     
    sich dabei auf 19 Regentage (+1 Tag) und der Schnee auf die schon aufgezählten 4 Schneefalltage (+4 Tage).     
    Im Vergleich zum Vorjahr gab es heuer drei Mal soviel Niederschlag. Für die diesjährig bereits gefallene     
    Niederschlagsmenge brauchten wir 2018 bis September. Der niederschlagsreichste Tag im Mai war der schon     
    angeführte 22. Mai.      
         
    Das Wetter im Mai war oft nicht sehr gewitterfreundlich und dennoch gelang es am 11. Mai endlich die     
    Gewittersaison zu eröffnen, indem es um 17:10 Uhr zu einem Gewitter mit mäßigen Regen und lebhaften Wind     
    kam. Damit ist die Gewittergeschichte des Mai aber auch schon wieder zu Ende erzählt.      
         
    Die Erzählung über den heurigen Frühling hat ebenfalls wenig mit Gewittern zu tun, den es gab mit rund 2.300     
    registrierten Blitzentladungen in Österreich um ein Vielfaches weniger als zum Beispiel im Vorjahr mit über     
    30.000. Mit Regen und Schnee entluden sich dagegen vor allem im mai oft die Wolken und sie glichen die     
    Defizite von März und April aus, sodass sich im Westen ein Plus von bis zu 40 Prozent ergab, in der Osthälfte     
    des Landes ausgeglichene bis leicht zu nasse Verhältnissen herrschte und der Süden etwas zu trocken ausfiel.     
    Nassester Ort war Sulzberg in Vorarlberg mit 653 l/m². Der Mai konnte zudem den Überschuss beim Sonnen-    
    schein aus den Vormonaten egalisieren und bundesweit blieb ein leichtes Minus von 5 Prozent. Sonnenreichster     
    Fleck war die Wiener Innenstadt mit 586 Sonnenstunden. Eine gleiche Erdung erfuhr die Temperatur, die am     
    Ende im langjährigen Schnitt lag und eine Abweichung von plus 0,4 Grad aufwies.      
         
    Einen hauch zu frisch war es im Frühling 2019 mit einem Mittel von +5,9°C und einer Abweichung von -0,2°C bei     
    uns in Hintersee. Der März war noch deutlich zu mild, der April nur leicht im Plus und vom kalten mai war oben     
    ausführlich zu lesen. Dennoch war es über die gesamte Jahreszeit betrachtet der erste zu kühle Frühling seit 6     
    Jahren. Im Vergleich zum Rekordvorjahr ging die Mittlere Temperatur um 2,3 Grad zurück.      
         
    Die 47 Regentage (+7 Tage) und 16 Schneefalltage (+2 Tage) machten den Frühling trotz einer sehr trockenen     
    Phase im April mit einer Niederschlagssumme von 642,5 l/m² am Ende zu nass. Wir befanden uns damit wieder     
    mehr am Frühling 2017 (661 l/m²) als am Frühling 2018 (277 l/m²).      
         
    Die tageweise Wiederkehr des Winters bis ins Tal und die generell kalte Witterung, die auf den Bergen das     
    Abschmelzen des Schnees stoppte und immer wieder für Neuschneezuwachs sorgte, stellt heuer Hüttenwirte     
    und Wanderer auf eine harte Probe, denn es heißt auch am Ende des Mai warten. Der Frühling und die     
    Vegetation hielten inne, die Berge präsentieren sich noch in Weiß, sodass die Almgebiete am Straßenweg     
    großteils noch nicht erreichbar sind. In Senkenlagen wie der Anzerbergalm liegen auf rund 1.200 m noch bis zu     
    2,5 Meter Schnee.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mi, 15.05.19 Maiwinter reloaded, die Eisheiligen sind pünktlich  
     
         
    Gut eine Woche nach dem heftigen Wintereinbruch standen laut Kalender die Eisheiligen an, die im heurigen     
    mai auf die Tage genau für das nächste Gastspiel kalter Luft und sogar für eine kurze Rückkehr des Winters     
    sorgten.      
         
         
    Wetterlage wiederholt sich      
         
    Ähnlich wie in der Vorwoche stieß diesmal am letzten Samstag ein Tief vom Ärmelkanal über die Benelux nach     
    Mitteldeutschland vor, um am Wochenende über dem östlichen Mitteleuropa zu landen. Dabei wurde an der     
    Tiefrückseite erneut Kaltluft aus dem Norden angezapft und über den Alpenraum hinaus nach Süden gelenkt,     
    wodurch sich wiederum über der Adria ein Höhentief bildete. Dadurch konnte abermals auf die kalte Luft nördlich     
    der Alpen aus Süden in einem Bogen um die Alpen herum feuchte Luft aufgeschoben werden und es kam zu     
    schauerartigem Wetter mit kurzen Auflockerungen zwischendurch.      
         
         
    Pankratius und Servatius nasskalt      
         
    Der erste der Eisheiligen, Pankratius am 12. Mai, brachte einen nassen und frischen Sonntag, bei dem im Tal     
    immer wieder Regen fiel und die Temperaturen nicht über +5,6°C hinaus kamen, was den 9. kältesten Maitag in     
    unserer Messreihe (seit 2002) zur Folge hatte.      
         
    Servatius hatte am Montag zu beginn noch weitere Regenschauer im Gepäck, ehe die Wolkendecke ein wenig     
    lockerer wurde und die trockenen Phasen überwiegten.       
         
         
    Bonifatius übt, Sophia bringt Schnee      
         
    Bonifatius ließ den Dienstag erst aufgelockert und teils auch sonnig starten, bevor dann auch begünstigt durch     
    die Sonneneinstrahlung in die kalte Luft ab der Mittagszeit mehr und mehr Schauer entstanden, die sich am     
         
    Nachmittag mit sonnigen Auflockerungen zwischendurch abwechselten. Durch die weitere Abkühlung der     
    Höhenluft in Vergleich zu den Vortagen sank die Schneefallgrenze am Nachmittag in den Schauern deutlich ab     
    und in Hintersee gab es den nächsten Schneefalltag zu vermerken. Jedoch ohne zählbares Ergebnis, den der     
    Schnee, der bei rund 2 Grad plus fiel, konnte keine Schneedecke ausbilden. Zwischen den Schauern zeigte sich     
    wieder kurz die im Mai schon kräftige Sonne, was den Wettercharakter eine etwas komische Note verpasste.    
         
    In der Nacht zu Mittwoch und damit dem Tag der letzten Eisheiligen, der Sophia am 15. Mai, kühlte es in 1.500 m     
    Höhe auf -3 Grad und im Tal bei unserer Station auf +0,8°C ab. Somit konnten die weiterhin durchziehenden     
    Schneeschauer nun auch etwas herunter werfen, was liegen blieb und so gab es am 15. Mai nochmals 2 cm     
    Neuschnee zu messen. Die leichten Schauer gingen tagsüber allmählich in Schneeregen über, da in der Höhe     
    sich zaghaft ein Stück mildere Luft aus Süden durchsetzte. Mit maximalem +3,9 Grad war der 15. Mai aber     
    dennoch der viertkälteste Tag in einem Mai.      
         
         
    Kalte erste Maihälfte      
         
    Bei soviel Gerede über Schnee und Kaltluft verwunderte es nicht, dass die erste Hälfte des Mais 2019 mit einem     
    Mittel von nur +5,8°C deutlich vor der ersten Hälfte des Mai 2005 mit +7,4°C die frischeste in unserer Messreihe     
    wurde. Im Vergleich zu einer mittleren Maitemperatur lag der Mai rund 5 Grad drunter und sogar ein wenig unter     
    einem Aprilmittel. Verglichen mit dem Rekordwärme Mai aus dem Vorjahr betrug der Unterschied schon 7 Grad.    
         
         
    Später Schnee oben und unten      
         
    Saß man im letzten Jahr schon im April gemütlich in der warmen Sonne und im Blütenstaub vor einer Almhütte     
    im Freien, so wird sich der Start des Almsommers heuer deutlich verzögern. Statt des weiteren Abschmelzens     
    hat die Schneedecke auf den Bergen nochmals etwa 30-50 cm Neuschneezuwachs erhalten, den die     
    Schneefallgrenze bewegte sich abseits des Ausreißers nach unten um 1.000 m und in den mittleren Höhen     
    liegen zirka 1 bis 1,5 Meter Schnee.      
         
    In Hintersee schneite es seit den 3 Zentimetern am 31. Mai 2006 nicht mehr so spät in einer Wintersaison so     
    weit herunter, sodass auch dort eine messbare Auflage hinterlassen wurde.      
         
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    Mo, 06.05.19 Wenn der Maibaum die falsche Deko hat  
     
         
    Anstatt des üblichen Behangs, wären dem Maibaum im Ort Lichterketten und diverser bunter Weihnachts-    
    schmuck besser zu Gesicht gestanden, stand dieser nämlich in einer Landschaft mit frischem Schnee. Hintersee     
    erlebte mit gesamt 21 Zentimeter Neuschnee den heftigsten Wintereinbruch in einem Mai seit vielen Jahren.    
         
         
    Nord und Süd helfen zusammen      
         
    Ausgangspunkt des Wintereinbruchs war ein steuerndes Tief über Skandinavien, dessen Trog am Samstag bis     
    zur Iberischen Halbinsel reichte. Darin eingebettet eine markante Kaltfront, die durch die Entwicklung eines     
    Randtiefs bei England noch gebremst wurde.       
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Samstagmittag      
         
         
    Im Vorfeld des Randtiefs glitt bereits feucht-milde Luft aus dem Mittelmeerraum über die an der Alpennordseite     
    liegende etwas kühlere Luft auf, sodass es bereits am Samstag zu ersten Regenfällen kam, die zum Abend hin     
    anhaltendem Charakter annahmen.      
         
    Mit Verlagerung des Randtiefs vom Ärmelkanal nach Mitteleuropa zog auch die Kaltfront schließlich am späten     
    Samstagabend in den Alpenraum. Hinter der Front floss zügig Kaltluft polaren Ursprungs an der Rückseite des     
    am Sonntag nach Tschechien weiter gewanderten Randtiefs nach. Mit dem Vorankommen der Kaltluft bis in den     
    Mittelmeerraum bildete sich dort über dem Golf von Genua ein weiteres Tief, das nun vermehrt feuchte Luft nach     
    Norden drehte, die in der eingeflossenen kalten Luft an der Alpennordseite für weitere Schneeschauer sorgte.    
         
         
    Winterlicher Sonntag      
         
    Samstag spätabends ging der Regen mit der hereinrückenden Kaltluft in Schneefall über, der bis Sonntagfrüh     
    anhielt und Hintersee ein Erwachen mit 12 cm Neuschnee brachte. Die Temperatur war Sonntagfrüh auf -0,2°C     
    gefallen, was den zehntkältesten Wert unserer Messreihe in einem Mai bedeutete. Seit 7 Jahren war es im Mai     
    nicht mehr so frisch gewesen. Die tiefe Temperatur deutete schon an, dass es sogar bis in die Stadt Salzburg     
    hinunter geschneit hatte. Dort gab es mit 2 cm die erste geschlossene Schneedecke im Mai seit 32 Jahren.    
         
    In Hintersee zogen am Sonntag tagsüber immer wieder Schneeschauer durch und der Tag verlief durchaus     
    winterlich. Die Temperatur kam über +2,6°C nicht hinaus, damit blieb es in unserer Messreihe nur einmal mit     
    +2,0°C am 8. Mai 2005 kälter.       
         
    Bis zum Tagesende hatte es schließlich 15 cm Neuschnee gegeben und wider erwarten kam für diesem Winter     
    ein nächster Schneedeckentag hinzu.       
         
         
    Nachschub am Montag      
         
    Bis zum Montagabend setzte sich das unbeständige Wetter fort und es zogen, wenn auch langsam weniger,     
    Schneeschauer durch, die nochmal 6 cm Neuschnee brachten und die Schneedecke einen zweiten Tag     
    festigten, ehe der Neuschnee im Laufe des Dienstags wieder weg schmolz.       
         
         
    Schnee wie seit 1985 nicht mehr      
         
    Die am heurigen 5. Mai gefallenen 15 cm Neuschnee waren für die Messreihe der Wetterstation Hintersee (seit     
    1988) ein neuer Tagesrekord für Mai und lösten die 9 cm vom 8. Mai 2005 von der Spitze ab. Gleich dahinter     
    setzten sich die 6 cm vom 6. Mai auf den 3. Platz.      
         
    Blickt man anhand der Daten der Hydrografischen Station Faistenau weiter zurück, so gab es zuletzt am 3. Mai     
    1985 15 cm Neuschnee in unserem Tal. Damals kam die Temperatur ebenfalls über +2 Grad nicht hinaus. Der 4-    
    tägige Wintereinbruch Anfang Mai 1979 brachte am 2. Mai 79 12 cm Neuschnee, insgesamt fielen 18 cm.     
         
    Davon unerreicht der Schneeschock vom 1. Mai 1970, wo bei einer maximalen Temperatur von +1 Grad rund ein     
    halber Meter Neuschnee fiel und vom dem bis heute im Ort erzählt wird. Der Wintereinbruch von vor 49 Jahren     
    suchte Seinesgleichen und war außergewöhnlich.      
         
    Generell ist Schneefall im Mai in Hintersee nicht ungedingt Standard, kommt aber immer wieder vor. Neben den     
    erwähnten Ereignissen von 1970, 1979 und 1985 gab es messbaren Neuschnee noch in den Jahren 1987, 1989,     
    1991, 2005, 2006 sowie 2017. 2011 und 2012 schneite es zwar auch, allerdings ohne messbaren Erfolg.    
         
    Quellen: www.wetterzentrale.de, www.zamg.ac.at      
         
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    Do, 02.05.19 Rückblick April: Mit dem Weißen gegen Wärme und Trockenheit  
     
         
    + 93,5 l/m² Niederschlag      
    + 2 cm Neuschnee      
    + 6,9°C mittlere Temperatur      
    + 2 Sommertage      
         
    Im April sah es lange danach aus, als wollte das Wetter des letzten Jahres zurückkehren und den trockensten     
    April seit über sechs Jahrzehnten hinlegen, doch mit einem komplett konträren Schlussspurt änderte sich die     
    Bilanz nochmal wesentlich.      
         
    Aus dem März heraus übernahm der April die vorherrschende Hochdrucklage mit einem neuen Hoch, das von     
    den Britischen Inseln nach Osten vorrückte. Dahinter stieß ein Trog bald von Island über Westeuropa in den     
    Mittelmeerraum vor, wodurch sich bei uns eine sehr milde und leicht später etwas unbeständige     
    Vorderseitenlage einstellte. Der Hochdruck konzentrierte sich auf den Osten Europas und bekam ein zweites     
    Zentrum über dem Nordmeer und Skandinavien, wohin sich kurz nach Dekadenwechsel Tiefdruck verirrte, aber     
    bald von sich ausdehnenden Nordmeerhoch vergessen gemacht wurde. Dieser bekam im Laufe der Karwoche     
    mehr Einfluss auf den Alpenraum, da sich der weiterhin im Mittelmeerraum ansässige Tiefdruck mit seiner     
    feucht-warmen Luft ein Stück nach Süden zurück ziehen musste. Eine Phase mit sonnigen Tagen startete.     
    Flankierende Tröge über Osteuropa und dem Ostatlantik blieben mit ihren Störungen außen vor, letzterer     
    brachte zur Mitte der dritten Aprildekade südliche Warmluft in den Hochdruck und damit die ersten Sommertage     
    des Jahres. Danach kippte das frühsommerliche Wetter zugunsten eines Irlandtiefs, das mit Unterstützung über     
    der Adria am Monatsende deutlich kühlere und feuchte Verhältnisse veranstaltete. Sogar Schnee war am     
    Aprilende nochmal ein Thema.      
         
    Trotz des Kippens war der heurige April mit einer Abweichung von +1,5°C einer der 25 wärmsten in Österreich.     
    In der Alpenrepublik bedeutete dies den 13. Monat seit April 2018 in Folge, der zu warm ausfiel. Eine derartige     
    Periode an durchgehend zu warmen Monaten gab es seit Aufzeichnungsbeginn 1767 noch nie. Den Umstand     
    bemerkte man auch an der Sonnenscheindauer, welche im Norden und Osten bis zu einem Drittel mehr an     
    Sonne brachte. Allein in den Südstaulagen von Osttirol und Kärnten gab es ein Defizit von bis zu 20 %.     
    Sonnenreichster Ort war diesmal die Wiener Innenstadt mit 248 Stunden. Eine Linderung der Trockenheit     
    konnten die Niederschläge am Monatsende im Norden und Osten eigentlich nicht wirklich herstellen. Hier     
    regnete es teils bis zu drei Viertel weniger als normal. Entlang und südlich des Alpenhauptkamms war die Bilanz     
    ausgeglichen, die sonnenarmen Regionen hatten dafür um bis zu drei Viertel mehr an Niederschlag zu bieten.     
    Knapp das Eineinhalbfache als Ausreißer hatte der nasseste Ort im land, das Kärntner Kötschach-Mauthen mit     
    221 l/m².      
         
    In Hintersee schaute es sehr lange nach einem neuen Rekorddefizit beim Niederschlag aus, das es seit vielen     
    Jahrzehnten in unserem Tal nicht mehr gegeben hatte. Schließlich hörte es am 27. März auf zu schneien und bis     
    zum 27. April fiel mit 20 l/m² auch kaum mehr Regen. Während andere Landstriche die beginnende Trockenheit     
    schon wieder zu spüren bekamen, sorgten bei uns die sich zurückziehende Schneedecke und das massige     
    Schmelzwasser von den Bergen für bewässerte Verhältnisse bzw. einfach einen anderen Eindruck. Die     
    Niederschläge am Monatsende vermochten somit über den eigentlichen Charakter des heurigen Aprils hinweg     
    täuschen.      
         
    Schlussendlich summierten sich im zweiten Frühlingsmonat 93,5 l/m² Niederschlag, der sich auf 11 Regentage (-    
    1 Tag) und 1 Schneefalltag (-3 Tage) verteilte. Am meisten Niederschlag fiel dabei am 30. April mit 46,5 l/m².     
    Dagegen blieb es von 28. März bis zum 4. April 8 Tage am Stück trocken und vom 16. bis zum 25. April gleich 10     
    Tage hintereinander.      
         
    Der 30. April war zugleich auch der regenreichste Tag des Monats und brachte mit 40 l/m² die vierthöchste     
    Regenmenge eines Apriltages und beinahe die Hälfte der Monatsregenmenge, die mit 87 l/m² sich auf ein Minus     
    von 14 Prozent noch herankämpfte, was den April 2019 noch ins Mittelfeld verhalf.      
         
    Ebenso am 30. April schneite es nach über einem Monat Pause doch nochmal in diesem Winter und der April     
    wurde nicht der erste schneefreie April seit zehn Jahren und konnte mit 2 cm Neuschnee die Neuschneemenge     
    des Vorjahres vervierfachen. Aber eigentlich bedeutete dies dennoch einen Rückgang von 92 Prozent oder von     
    22 Zentimetern zu einer durchschnittlichen Schneemenge im April. Für einen zusätzlichen Schneedeckentag     
    reichte es aber nicht, dieser wurde am 15. April verzeichnet. Den Höchststand hatte die Schneedecke am 1. April     
    mit 68 cm.      
         
    Die halbmonatige Anwesenheit der Schneedecke schützte aber nicht nur vor Austrocknung, sondern bewahrte     
    den April vor zu großen Höhenflügen bei den Temperaturen, die mit einer Abweichung von +0,6°C und einem     
    Mittel von +6,9°C nach dem Rekord im letzten Jahr merklich moderater ausfielen und den April 2019 immerhin     
    auf den 5. Platz brachten. Trotz Kühlungseffekt der Schneedecke war das erste Drittel markant zu warm,     
    Nummer zwei und drei bewegten sich im Schnitt. das Minimum gab es am 6. April mit 0,2°C, den Höchstwert mit     
    25,5°C am 25. April. Der zweite Sommertag war der 24. April mit 25,1°C. Dazu gab es 9 kalte Tage.    
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mo, 22.04.19 Rückblick: Der Winter 2018/19  
     
         
    Der Winter 2018/19 bleibt bei Vielen wohl als ein Jahrhundertwinter in Erinnerung, obwohl es eventuell korrekter     
    wäre, den vergangenen Winter als Winter mit einem Jahrhundertereignis zu bezeichnen.       
         
    Bestimmend waren die extremen Schneefälle zu Jahresbeginn, die den Jänner mit einem neuen Monatsschnee-    
    rekord von 500,5 cm zum schneereichsten Monat des Winters machten. Davon schneite es alleine schon binnen     
    zwei Wochen soviel, wie in elf anderen Wintern unserer Messreihe (seit 1988) insgesamt nicht.    
         
    Am Ende stand mit einer Neuschneesumme von 783,5 cm und einem Zuwachs von +38,2% der schneereichste     
    Winter seit den 885 cm aus dem Winter 2008/09. Vom Rekordwinter 2005/06 mit einer Schneesumme von 1.043     
    cm blieben wir aber deutlich entfernt und der vergangene Winter errang immerhin den 6. Platz unserer     
    Messreihe.      
         
    Gestartet war der Winter 18/19 mit dem ersten Zentimeter Neuschnee am 19. November eher spät, den letzten     
    Schneefall gab es mit 3 cm dafür am 27. März etwas früh. Insgesamt gab es durchschnittliche 58 Schneefalltage     
    (+1 Tag). Die Meisten davon mit einem neuen Bestwert in Form von 24 Schneefalltagen im Jänner. Die alte     
    Topmarke stammte mit 23 Tagen aus dem Dezember 2005. Die größte Neuschneemenge an einem Tag     
    schneite es am 5. Jänner mit 68 Zentimetern, die die fünfthöchste Menge der Stationsgeschichte darstellten.    
         
    Die Monatsmengen waren sehr unterschiedlich. Eigentlich schoss nur der Jänner mit der 4,5-fachen Neuschnee-    
    summe durch die Decke, der Dezember brachte noch eine solide Schneemenge zusammen, November, Februar     
    und März mussten deutliche Einbußen hinnehmen. Im Februar war dies bereits das sechste Mal in Folge der     
    Fall, der März endete zum neunten Mal en suite unterdurchschnittlich. Hier führte auch der heurige Winter die     
    Negativbilanz des aktuellen Jahrzehnts fort, indem vor allem Februar und März stark in ihren Schneemengen     
    nachgaben. Im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1988-2009 verloren in de Jahren 2010-2019 der März 64%,     
    der Februar 39% und der November 46%. Im Dezember ging die durchschnittliche Neuschneemenge um 20%     
    nach oben, der Jänner konnte, auch Dank des heurigen Jänners, um 129% zulegen. Oktober und April sind für     
    eine Winterbilanz nur von eher kosmetischer Relevanz und brachten im Winter 18/19 keinen Neuschnee.     
    Dennoch war es der erste schneelose April seit 2009.      
         
    Eine geschlossene Schneedecke hielt sich diesen Winter an 136 Tagen (+2 Tage) zwischen dem 19. November     
    und dem 15. April. Ihren Höchststand, den höchsten seit 1988, erreichte sie mit 240 cm am 10. Jänner.    
         
    Etwas überlagert von den Schneewerten mauserte sich der Winter 18/19 mit einer mittleren Temperatur von –    
    0,3°C und einer Abweichung von +1,9 Grad im klimatologischen Winter von Dezember bis Februar zum     
    drittwärmsten Winter unserer Messhistorie (seit 2002). Auch im Zeitraum November bis März sah es mit einem     
    Mittel von +1,3°C und der gleichen Abweichung nicht anders aus. Außer dem Jänner, der nur leicht zu mild war,     
    produzierten alle anderen Monate deutliche positive Ausschläge. Am kältesten war es am 26. Jänner mit –    
    10,5°C. Es gab nur mehr 15 Eistage und 92 Frosttage und damit nochmals weniger, als im Vorwinter.    
         
    Links: >> Wintervergleih  Neuschnee >> Wintervergleich Temperatur >> Winterstatistik  
     
     
         
    So, 21.04.19 Wetterjahr 2018 – Das Jahr des endlosen Sommers  
     
         
    2018 war ein Wetterjahr mit sehr vielen Facetten, aber zwei dominierenden Themen. Auf der einen Seite war     
    dies die lange herrschende Trockenheit, auf der anderen die enorme Erwärmung, die Hintersee nach nur 4     
    Jahren einen neuen Temperaturrekord brachte.      
         
    Das Jahr begann bereits mit dem wärmsten Jänner unserer Messreihe (seit 2002) und stolperte, vielleicht aus     
    Versehen, Ende Februar und Anfang März in eine markante kurze Kältewelle. Anschließend baute sich eine     
    Hochdruckdominanz auf, die mit sachten Unterbrüchen bis weit in den November hinein anhalten sollte und so     
    führten uns schon April und Mai mit den nächsten Temperaturrekorden quasi in den Sommer. Das sehr hohe     
    Temperaturniveau wurde im Hochsommer mit einer 2-wöchigen Hitzewelle bestätigt und große Trockenheit     
    setzte ein, welche der Herbst durch viele regenfreie Perioden nicht lindern konnte. Erst nach einem lokalen     
    Hochwasserereignis ging mit dem Martinisommer eine 7 ½ Monate andauernde Phase eines gefühlt endlosen     
    Sommers zu Ende und der Winter kehrte im Dezember mit viel Regen und Schnee ein.      
         
    „Das Wetterjahr 2018 – Das Jahr des endlosen Sommers“ bietet eine interessante Reise durch das     
    Wettergeschehen im letzten Jahr, berichtet von markanten Ereignissen im Detail und garniert dies mit vielen     
    Daten und Fakten zum Wetterjahr in Österreich und im Speziellen in der Gemeinde Hintersee. Es ist die     
    alljährlich zusammen fassende Schrift über die Arbeit der Wetterstation Hintersee in der Kleinklimaforschung in     
    deren Flachgauer Heimatort und Wirkungskreis.      
         
    Links: >> Das Wetterjahr 20178 - Das Jahr des endlosen Sommers    
     
     
         
    So, 31.03.19 Rückblick März: Launisch und sehr mild  
     
         
    + 173,5 l/m² Regen      
    + 17 Regentage      
    + 45,5 cm Neuschnee      
    + 3,1°C mittlere Temperatur      
           
    So wirklich entscheiden konnte sich der heurige März nicht und daher kam am Ende ein sehr launischer Monat     
    mit Aprilwetter heraus, der Dank seiner Wärme die Schneemassen aus dem Jänner weiter schmelzen ließ.     
    Selber war es jedoch ein März der modernen Sorte mit wenig Neuschnee und zu hohen Temperaturen.    
           
    Der März begann seine Launigkeit gleich mit Monatswechsel und eine sehr milde Westlage stellte sich ein, bei     
    der immer wieder Tiefs von den Britischen Inseln nach Osten zogen und abgeschwächte Frontsysteme in den     
    Alpenraum lenkten. Die Zwischenhochphasen blieben recht kurz gehalten. Um den ersten Dekadenübergang     
    machte das Azorenhoch über dem Ostatlantik ein wenig Boden gut und die herrschende Wetterlage wurde etwas     
    auf Nordwest verschoben, was am Charakter grundsätzlich aber nichts änderte. Nur die Temperatur ging auf ein     
    der Jahreszeit entsprechendes Maß zurück und gelegentlich mischte ein Adriatief mit. Erst mit dem zweiten     
    Dekadenwechsel konnte sich Hochdruck von den Briten her einmal für ein paar Tage durchsetzen und eine     
    Brücke nach Osten schlagen, die mit Einstand der letzten Märzwoche durch Vorstoß eines  neuen Troges von     
    Island her inklusive Italientief  für ein paar Tage wieder unterbrochen wurde. Dahinter folgte zum Monatsende hin     
    erneut Hochdruck aus Westen, der sich über Mitteleuropa legte.      
           
    In der Republik Österreich präsentierte sich der März sonnig und sehr mild. Mit einer Abweichung von +2,2°C     
    gehörte der März 2019 zu den 15 wärmsten in Österreich. Dabei lagen die Temperaturmittel in der Osthälfte des     
    Landes noch deutlicher im Plus, denn hier gab es ebenfalls um dis zu einem Drittel mehr Sonnenschein.     
    Bundesweit lag der Überschuss bei 10 Prozent. Sonnenreichster Ort war das Tiroler Silian mit 217 Stunden.     
    Ebenso ein West-Ost-Gefälle gab es beim Niederschlag, der die Westhälfte bis Oberösterreich und Kärnten     
    durchschnittlich bis leicht zu feucht bedachte, während sich östlich davon teils erhebliche Defizite, vor allem im     
    Südosten bis -85 %, auftaten. Gesamt gesehen war der März um 19 % zu trocken. Der niederschlagreichste Ort     
    lag In Vorarlberg mit Warth und 242 l/m².      
           
    Nicht ganz an diesen Wert heran kam unser feines Hintersee, das mit einer Niederschlagssumme von 228,5 l/m²     
    einen im Verhältnis eher feuchteren März zusammen brachte. Den meisten Niederschlag an einem Tag gab es     
    im Zuge einer Sturmtiefwarmfront am 15. März mit 64 l/m². Dafür blieb es von 20. bis 24. März fünf Tage am     
    Stück trocken.      
           
    Der Löwenanteil des Gesamtniederschlags entfiel dabei auf den Regen, der mit 173,5 l/m² ein Plus von 25     
    Prozent zum Schnitt erreichte und diesen März ins obere Mittelfeld unter den Märzen führte. Der regenreichste     
    Tag gab es am 15. März mit 56 l/m². Die restlichen 8 Liter dieses Tages entfielen auf sehr nassen Schnee.     
    Generell gab es 17 Regentage, um 7 mehr als im Durchschnitt und damit am zweitmeisten nach den 23     
    Regentagen 2001 in einem März.      
           
    Weniger gut sah die Bilanz in Sachen Neuschnee aus. Auch wenn es Viele nach dem Extremereignis im Jänner     
    vielleicht nicht so ganz wahrhaben wollen, so war der heurige März mit 45,5 cm Neuschnee und einem Minus     
    von 57 % der neunte, teils erheblich, unterdurchschnittliche März in Folge. Es ereigneten sich zwar mit 11     
    Schneefalltagen sogar um 2 mehr als im Mittel, aber die Neuschneemenge an den einzelnen Tagen blieb gering.     
    So war der 12. März mit 7 cm der schneereichste Tag im Monat. Die Schneedecke hielt sich alle 31 Tage an     
    unserer Wetterstation geschlossen, wobei sie nach dem Höchststand von 150 cm am 1. März fast kontinuierlich     
    absank und die am tiefsten gelegenen Gemeindegebiete in Oberasch am Monatsende schon begannen     
    auszuapern.      
           
    Zur Schneeschmelze ein großes Stück beitrugen die Temperaturen, die mit einer Abweichung von +1,6 Grad     
    und einem Monatsmittel von +3,1°C den März deutlich zu warm machten und dabei vom vorhanden sein einer     
    Schneedecke noch gebremst wurden. Sonst wäre sich vielleicht sogar ein neuer Monatsrekord ausgegangen. So     
    blieben 2017 (4,8°C) und 2014 (4,6°C) vorne und der diesjährige März landete mit dem aus 2012 auf dem 3.     
    Platz unserer Messreihe. Es zeigte sich vor allem das erste Drittel sehr warm, die Dekaden zwei und drei waren     
    leicht bis markant zu mild. Es gab keinen Eistag, 10 Frosttage und 17 kalte Tage. Das Minimum erreichten wir     
    am 21. März mit -3,2°C, das Maximum am 31. März mit +16,3°C.      
           
    Hätte die dicke Schneedecke mit ihrer Kühlfunktion die Temperaturen nicht im Zaum gehalten, so wäre der März     
    eigentlich ein ganz guter April geworden. Dennoch verband sich mit der voran schreitenden Schmelze auch das     
    Ausapern und das damit verbundene Auftauchen der noch verborgenen Schäden, die die Schneefälle im Jänner     
    hinterlassen haben. Die Palette reicht von zerdrückten oder umgeschobenen kleinen Bauten, die lange unter     
    dem Schnee versteckt waren, bis zu den zahlreichen gegipfelten Bäumen, die viel aufzuarbeitendes Schadholz     
    den Waldbesitzern zurück ließen. Ein ganzes Bild wird man allerdings erst haben, wenn die Wege auf die Almen     
    und die Forststraßen wieder schneefrei sind.      
           
    Quelle: www.zamg.ac.at      
           
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    Fr, 01.03.19 Rückblick Februar: Das Comeback der Blockadehochs  
     
     
    + 86 cm Neuschnee    
    + 49 l/m² Regen    
    + 0,9°C mittlere Temperatur    
    #NAME?    
     
    Nach einer West- bis Nordwestwitterung, die von Dezember bis Mitte Jänner anhielt, kehrte der Februar nach   
    einer Übergangsphase in der zweiten Jännerhälfte in die Muster des letzten Jahres zurück, indem er mit     
    blockierenden Hochdrucklagen und viel zu hohen Temperaturen um sich schmiss. Immerhin hätte der Februar   
    die Milde für einen durchschnittlichen März gehabt.    
     
    Der Februar begann mit einem Westeuropatrog, der Tiefdruck im Mittelmeerraum und ein Leetief über dem   
    nördlichen Mitteleuropa entstehen ließ. Doch noch ein paar Tagen setzte sich aus Südwesten Hochdruck durch,   
    der die Frontalzone erstmals weit nach Norden abdrängte und den Alpenraum fast von Störungseinfluss befreite.   
    Nach dem ersten Dekadenwechsel schlich sich allerdings ein Sturmtief von England her an und sorgte für     
    turbulentes Wetter. Dahinter schlug der Hochdruck bald wieder eine Brücke von Südwesteuropa bis Russland   
    und bezog hierbei auch den Alpenraum mit ein. Schließlich reichte die blockierende Hochbrücke zur Monatsmitte   
    von Marokko- bis zum Baltikum, während alleine über Skandinavien noch Tiefdruck zu finden war. Mit der steten   
    Ostverlagerung des Hochkomplexes schaffte es ein Nordseetief am letzten Februarwochenende eine Regenfront   
    bis in die Alpen voran zu bringen. Das Gastspiel blieb aber kurz, denn gleich darauf baute sich erneut Hochdruck   
    über dem Kontinent auf, flankiert von Tiefsystemen über dem Ostatlantik und Osteuropa, wodurch der Monat   
    ruhig und anhaltend mild zu Ende ging.    
     
    Die stabilen Hochdrucklagen ließen den Februar das Sonnendefizit des Jänners schnell wieder ausgleichen und   
    bundesweit zeigte sich die Sonne um 45 % mehr als normal. Dabei war es von Oberösterreich ostwärts mit   
    Überschüssen von bis zu 85 % am sonnigsten. Der Februar 2019 zählte damit zu den vier sonnenreichsten in   
    Österreich neben 1975, 1998 und 2008. Die meisten Sonnenstunden bekam die Villacher Alpe (Kärnten) mit 205   
    stunden ab. dem entsprechend war es erneut viel zu mild und die Temperaturen lagen um 3 Grad über dem   
    Durchschnitt. Auf den bergen war es einer der 6 wärmsten Februarmonate, die dortige Kälte des Jänners wurde   
    somit schon wieder ausgebügelt. Im Tal ereignete sich am 28. Februar ein neuer Temperaturrekord für     
    Österreich. Güssing (Burgenland) und Deutschlandsberg (Steiermark) erreichten mit +24,2°C als Höchstwert   
    sogar fast einen klimatologischen Sommertag. Bei diesen zahlen verwunderte es nicht ganz, dass die     
    Niederschlagsbilanz bundesweit unterdurchschnittlich ausfiel. Einem trockenen Osten mit bis zu 80 % weniger   
    stand ein nasser äußerster Süden mit einer Verdoppelung gegenüber. Der nasseste Ort befand sich mit dem   
    Loiblpass (Kärnten) und 291 l/m² ebenfalls dort.    
     
    Die Niederschlagsstatistik fiel in Hintersee mit 128 l/m² auch nicht gerade berauschend aus. Es blieb zudem vom   
    13. bis zum 21. Februar gleich 9 Tage hintereinander und vom 23. bis zum 28. Februar immerhin 6 Tage am   
    Stück ohne messbaren Niederschlag.    
     
    Nicht unbedingt viel gab es zum Beispiel an den 5 Regentagen (-1 Tag), die in Summe 49 l/m² an Regen     
    brachten und damit mit -27 % zum Schnitt im unteren Drittel der Rangliste angesiedelt waren. Den regen-    
    reichsten und zugleich nassesten Tag im Februar gab es am 22. Februar mit 39,5 l/m². Dies war immerhin die   
    achthöchste Tagesmenge an Regen in einem Februar.    
     
    Beim Neuschnee setzte sich die Negativentwicklung weiter fort und auch heuer gab es mit einer Neuschnee-  
    summe von 86 cm ein Minus von 33 % zum langjährigen Schnitt. Nachdem Wahnsinn im Jänner kamen wir also   
    wieder in der Realität an und hatten beinahe einen der 10 schneeärmsten Februare unserer Messgeschichte.   
    Die 5 Schneefalltage (-6 Tage) wurden nur von 1998 (1 Tag) und 2008 (4 Tage) noch unterboten. Den meisten   
    Neuschnee rieselte es am 11. Februar mit 32 Zentimetern. Die Schneedecke hielt sich nach der famosen     
    Vorarbeit im Vormonat alle 28 Tage und erklomm am 12. Februar mit 216 cm ihren Höchststand. Die größte   
    Schneehöhe im Februar seit 10 Jahren.    
     
    Das einzige und deutlichste Plus stand, wieder einmal, bei den Temperaturen, die mit einer Abweichung von   
    +2,9 Grad und einem Mittel von +0,9°C den viertwärmsten Februar unserer Messreihe hinter 2016 (+1,8°C),   
    2014 (+1,5°C) und 2017 (+1,2°C) hinterließen. Genau wie in diesen Jahren zuzüglich des Februars 2009 gab es   
    heuer keinen Eistag, dazu 20 Frosttage und 24 kalte Tage. Das Minimum von -8,5°C am 5. Februar fiel noch in   
    ein nur markant zu mildes erstes Monatsdrittel. Das Maximum von +12,8°C am 28. Februar vollendete zwei viel   
    zu warme weitere Drittel und war die vierthöchste Temperatur, die wir bisher an einem Februartag messen   
    konnten (Rekord +13,4°C vom 23.02.2017).    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Mo, 18.02.19 Der Schneefrosch plaudert im Radio  
     
     
    Mit dem im Land spürbaren Vorfrühling brachte das ORF Radio Salzburg eine kleine Interviewserie über Land,   
    Leute, Frühling und Winter. Einen guten Monat nach den starken Schneefällen in den ersten beiden     
    Jännerwochen wurde auch der hiesige Wetter- oder Schneefrosch zur Plauderei am Mikrophon gebeten. Dem   
    wurde gerne nachgekommen und das Ergebnis lief Montagfrüh kurz nach 8 Uhr in Guten Morgen Salzburg.   
    Nachzuhören unter dem folgenden Link (ab 0:55 min).    
     
    Links: >> Audio: 18.02.19 Interview ORF Radio Salzburg    
     
     
     
    Fr, 01.02.19 Rückblick Jänner: Zweimall 500, einmal Rekord  
     
     
    + 500,5 cm Neuschnee    
    + 502,5 l/m² Niederschlag    
    + 68 cm Tageshöchstwert    
    + 24 Schneefalltage    
    + -2,4°C mittlere Temperatur    
     
    Der erste Monat des Jahres 2019 brachte ein unglaubliches Schneefallereignis, von dem bereits ausführlich zu   
    lesen war, und welches man unter Umständen sogar als Jahrhundertereignis in unserer Gemeinde einstufen   
    konnte. Ein neuer Neuschneerekord stand im Laufe des Jänners schon fest und am Monatschluss überschritten   
    wir erstmals die 500er Marke.    
     
    Der Beginn des neuen Jahres wurde von einer intensiven Nordwestlage dominiert, die für zwei Wochen     
    massivste Stauniederschläge, meist in Schneeform, an der Alpennordseite auslöste. Über dem Ostatlantik hielt   
    sich stabiler Hochdruck und gleich nach Neujahr zog ein Tief in den baltischen Raum, wodurch die erste     
    Schneewelle eingeleitet wurde. Ein zweites Tief, das von Island über Skandinavien und dem östlichen     
    Mitteleuropa zog, verursachte die zweite Schneefront. Nach minimalster Wetterberuhigung durch Ausgreifen des   
    Atlantikhochs nach Skandinavien prolongierte Tiefdruckeinfluss von ebenda das Starkschneeereignis bis zur   
    Monatsmitte, ehe sich der Hochdruck erneut über Britannien ins Wikingerland ausdehnen konnte und für Ruhe   
    im Geschehen sorgte. An den Folgetagen breitete sich der Hochdruck bis ins östliche Mitteleuropa aus, um sich   
    mit dem zweiten Dekadenwechsel als kontinentaler Hochdruckblock von den Azoren bis zur Ukraine zu     
    formieren, der den Tiefdruck weit nach Nordosten und Westen abdrängte. Ein über Westeuropa ins Mittelmeer   
    vorstoßender Trog sorgte danach für hart näckige Tiefdrucktätigkeit im Mittelmeerraum, von der an der     
    Alpennordseite aber nur wenig zu merken war. Zum Monatsende hin schaffte es ein Schottlandtief dank eines   
    kurzen Aufrichtens dem Hochdruck über dem Ostatlantik Störungseinfluss in den Alpenraum zu bringen samt   
    kaum bedeutendem Italientief. Zum Schluss folgte aus Westen nach Zwischenhochdruck ein letzter schwächerer   
    Trog.    
     
    Die Schneefälle in den ersten beiden Jännerwochen waren dem entsprechend auch das bestimmende     
    Wetterthema in ganz Österreich im vergangenen Monat. Stellenweise fielen Neuschneerekorde, sodass man von   
    einem Jahrhundertschneefall sprechen durfte. Dies spiegelte sich auch in den Niederschlagszahlen, die im   
    Westen bis Salzburg bis zu 150 % mehr an Regen und Schnee brachten und somit einen der zehn nassesten   
    Jännermonate der letzten 160 Jahre.  Von Oberösterreich bis Wien immerhin noch bis +125 %, alleine im     
    Südosten war die Bilanz ausgeglichen. Bundesweit nassester Ort war Kössen (Tirol) mit 376 l/m². Die     
    Temperaturen waren ungleich verteilt. So war es im Westen leicht zu kühl, ab der Mitte ostwärts teils markant zu   
    mild und auf den bergen sogar der kälteste Jänner seit 1987 mit einer Abweichung von -3,6 Grad. Die Sonne   
    zeigte sich dagegen um durchschnittlich 20 Prozent seltener, am häufigsten noch mit 138 Stunden auf der     
    Kärntner Kanzelhöhe. Am größten war das Defizit in Salzburg und im Salzkammergut mit bis zu -65 Prozent. So   
    war die Stadt Salzburg mit nur 34 Stunden der relativ sonnenärmste Platz im ganzen Land.    
     
    In Hintersee wohltuend unauffällig waren für einmal die Temperaturen, die dies diesmal Rekordjagd anderen   
    überließen. Der Jänner war mit einem Mittel von -2,4°C um 0,3 Grad zu mild. Dabei fiel das erste Drittel zu warm,   
    das zweite durchschnittlich und die dritte Dekade einen Hauch zu frisch aus. Den Tiefstwert erreichten wir am 26.   
    Jänner mit für Jänner mageren -10,5°C, den Höchstwert gleich am Tag darauf mit +3,4°C am 27. Jänner. Es gab   
    11 Eistage und 28 Frosttage.    
     
    Unspektakulär fiel ebenso die Statistik in Punkto Regen aus. An 6 Regentagen (-1 Tag) plätscherte es 75,5 l/m²,   
    ein leichtes Minus von 11 %. Den meisten Regen gab es hierbei am 13. Jänner mit 32 l/m².    
     
    Einen neuen, schier unfassbaren, Rekord stellte unsere Wetterstation bei der Neuschneemenge auf. Die alte   
    Bestmarke von 469,5 cm aus dem Februar 2009 wurde fest zugeschneit und zum allerersten mal überboten wir   
    die 500er Marke und das gleich um einen halben Zentimeter. Mit einem Plus von 343 Prozent zu einer     
    durchschnittlichen Jännersumme setzte sich der Jänner 2019 an die Spitze der Rangliste. Selbstredend war es   
    zudem ein neuer Jännerrekord, die bisherigen 298 cm aus dem Jänner 2012 wurden weit abgehängt. Es gab im   
    Jänner 24 Schneefalltage (+13 Tage), was ebenso einen neuen Rekord bedeutete. Bisher lagen 2004 und 2015   
    mit 18 Schneefalltagen im Jänner voran, insgesamt gesehen war es der Dezember 2005 mit 23 Schneefalltagen.   
    An fünf der Schneetage im Jänner 2019 haute es über 40 cm Neuschnee vom Himmel. Die größte Menge fiel am   
    5. Jänner mit 68 cm, Platz 4 in der Rangliste unserer Station und Platz 2 in der Jänner-Hitliste.  Die Schneedecke   
    blieb an allen 31 Tagen des Monats geschlossen und erreichte am 10. Jänner mit 240 cm ihren Höchststand. So   
    hoch lag der Schnee in Hintersee seit dem März 1988 nicht mehr.    
     
    Die zweite 500 er Grenze überschritten wir beim Niederschlag. Mit 502,5 l/m² an regen und Schnee gelang dies   
    erst zum dritten Mal in der Stationsgeschichte. Nur im Juli 1997 mit 538 l/m² und im Jänner 2012 mit 531 l/m² gab   
    es noch mehr Niederschlag. Damit schuppste der Jänner 2019 den Hochwasser-August 2002 (497 l/m²) vom   
    Podest. Den meisten Niederschlag regnete und schneite es am 14. Jänner mit 71,5 l/m².    
     
    Bestünde der Winter nur aus der Schneesumme des Jänners, so hätte der heurige allein 4 Winter des aktuellen   
    Jahrzehnts hinter sich gelassen. Es war ein Monat, der unserem Dorf noch sehr lange in Erinnerung bleiben   
    wird.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Do, 17.01.19 Hintersee steht vor einem neuen Schneerekord  
     
     
    So formuliert es Journalistin Birgit Kaltenböck in der Überschrift zu ihrem Bericht über die massiven Schneefälle   
    in Hintersee, welcher heute auf Seite 4 und 5 in den Flachgauer Nachrichten erschien.  Dazu musste ich sogar   
    für das Titelblatt herhalten.     
     
    Eine ausführliche Zusammenfassung und Analyse des Ereignisses erfolgt auf dieser Seite zu einem etwas   
    späteren Zeitpunkt. Für das Interview mit den Flachgauer Nachrichten habe ich im Vorfeld aber bereits einige   
    Wetterinfos ermittelt, die man in dem Artikel nachlesen kann.    
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
     
    Links: >> Artikel: 17.01.19 Hintersee steht vor einem neuen Schneerekord    
     
     
     
    Mi, 16.01.19 4,5 m Schnee in 2 Wochen – ein Untergang in Weiß  
     
     
    Das Aufatmen war im Ganzen land zu hören, als die Schneefälle endlich aufhörten. Die gesamte österreichische   
    Alpennordseite von Vorarlberg bis Niederösterreich sowie das südliche Bayern kämpften eineinhalb Wochen mit   
    immensen Starkschneefällen. Weite Teile des Salzburger Landes waren betroffen und mittendrin bei heftigen   
    Schneefällen und Nordstaulagen war Hintersee, das ein schier unfassbares Ereignis erlebte, welches nicht nur   
    neue Rekorde brachte, sondern die Bewohner und Einsatzkräfte an ihre Grenzen trieb.    
     
    Der Start des neuen Jahres stand komplett im Zeichen des Schneechaos, das in drei Wellen mit nur kurzen   
    Pausen auf uns zu rollte, da die Großwetterlage eingerostet war, sodass es zu einer sehr ausgeprägten Staulage   
    kam, die in 14 Tagen rund 4,5 m Neuschnee brachte.    
     
     
    1. Welle ab Mittwoch, 2. Jänner    
     
    Über dem Ostatlantik bis zu den britischen Inseln hatte sich kurz vor Jahreswechsel Hochdruck aufgebaut,     
    sodass es zu einer stabilen Nordwestlage kam, auf welcher die Frontalzone um das Hoch herum und in den   
    Alpenraum geführt wurde. Bereits die letzten tage im alten Jahr waren durch ein von Island ins Baltikum     
    ziehende Tief nass. Nach vorübergehender Wetterberuhigung am Neujahrstag folgte die Kaltfront eines     
    aufhoben beschriebener Zugbahn nach Finnland gewanderten Tiefs, hinter dem mit einer nördlichen     
    Höhenströmung polare Kaltluft in den Alpenraum geblasen wurde, mit der durch lebhaften bis starken Wind viele,   
    teils kräftige Schneeschauer von Dienstagnacht bis zum Donnerstag niedergingen.     
     
    Zwischenzeitlich etablierte sich der Tiefdruckkomplex über Finnland und tagesgangbedingt traten in der     
    eingeflossenen Kaltluft ab Donnerstagnachmittag wieder vermehrt Schneeschauer auf, die am Abend durch   
    Aufgleiten von Warmluft aus Deutschland in Dauerschneefall übergingen, der während der Nacht erstmals stark   
    ausfiel. Am Freitag ließ die Intensität vorerst nach bevor am späten Freitagnachmittag der Aufgleitprozess im   
    Vorfeld einer Warmfront von neuem begann und mit den Abendstunden intensiver Dauerschneefall in anfänglich   
    abermaliger Begleitung vom lebhaften NW-Wind einsetzte. Die Warmfront legte sich Samstagfrüh an den     
    Alpennordrand und prolongierte den anhaltenden und intensiven Schneefall bis weit in den Sonntag hinein. Das   
    steuernde Tief verlagerte sich am Dreikönigswochenende vom baltischen Raum zur Ukraine.    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Samstagmittag    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Temperaturen in 1.500 m Höhe zu Sonntagmitternacht    
     
     
    Ein nachlaufender schwacher Randtrog verstärkte die Schneefälle in der Nacht zu Montag aber übergangsweise   
    wieder. Dem Trog gegenüber stand das Ostatlantikhoch, das sich nun von Britannien langsam nach Skandinavien   
    schob.     
     
     
    2. Welle ab Dienstag, 8. Jänner    
     
    Von Island via den Britischen Inseln nahm am Dienstag ein werdendes Sturmtief Kurs in Richtung Südskandi-  
    navien und in weiterer Folge südostwärts nach Polen und den Ostalpenraum (Donnerstag), bevor es am Freitag   
    über den Balkan abzog und den Einfluss auf Österreich verlor. Mit der vorlaufenden Warmfront des Tiefs setzten   
    Dienstagfrüh bald wieder Niederschläge gepaart mit lebhaftem Wind ein, dahinter folgte rasch die Kaltfront. Am   
    Mittwoch und Donnerstag gerieten wir an die Rückseite des Tiefs, wodurch weitere Randtröge herangeführt   
    wurden, und somit eine zweite Welle mit massiven Schneefällen am Plan stand. Die Höhenströmung drehte von   
    Nordwest langsam auf Nordost, weshalb es auch ein Stück kälter wurde und der Schnee erneut pulvrig vom   
    Himmel rieselte.     
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Dienstagmittag    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Wetterlage in Mitteleuropa zu Donnerstagmitternacht    
     
     
    Derweil schob sich ein Hochkeil von Britannien nach Skandinavien und streckte am Freitag seine Fühler in den   
    Alpenraum aus, um das Wetter vorübergehend zu beruhigen, ehe die dritte und letzte Welle des Ereignisses im   
    Anmarsch war.    
     
     
    3. Welle ab Samstag, 12. Jänner    
     
    Am Samstag legte sich eine schwache Warmfront eines Spitzbergentiefs an die Alpennordseite. Dahinter folgte   
    in der von Grönland über Skandinavien nach Osteuropa verlaufenden Frontalzone von Südskandinavien her ein   
    sich südostwärts verlagerndes Tief, dessen okkludierte Front am Samstagabend das Gemeindegebiet erreichte.   
    Bereits am Sonntag zog ein weiteres Tief von Südskandinavien zum Baltikum (Montag). Seine Warmfront kam   
    zu Sonntagmittag daher und die Niederschläge wurden erneut kräftiger, gingen aber in Schneeregen und später   
    in Regen über, da die Schneefallgrenze gegen 900 m anstieg. Erst zeitig am Montagmorgen schloss sich die   
    Kaltfront an, die unser Wetter bis Dienstag beeinflusste.     
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Sonntagmittag    
     
     
    Am Mittwoch konnte das blockierende Hoch, das sich wieder bis zu den Briten und Island ausgebreitet hatte,   
    Meter nach Mitteleuropa gut machen und für Wetterberuhigung sorgen, wodurch das extreme Schneefallereignis   
    beendet wurde.    
     
     
    452 cm Neuschnee in 14 Tagen    
     
    Nach den erwähnten ersten Schneefällen Ende Dezember und der Wetterberuhigung an Neujahr begann das   
    Starkschneeereignis, um welches wir uns nun kümmern wollen, am 2. Jänner und brachte in 3 Schüben extreme   
    Neuschneemengen nach Hintersee.     
     
    Die massivsten Schneefälle gingen gleich am Höhepunkt der ersten Welle nieder. Mit einer sich lang ausschnei-  
    enden Warmfront fielen am 4. Jänner 47 cm, am 5. Jänner 68 cm und am 6. Jänner nochmals 41 cm an     
    Neuschnee.     
     
    Die zweite Welle nahm gleich zur folgenden Wochenmitte Fahrt auf und nach etwas geringeren mengen zu   
    Wochenstart schneite es am 9. Jänner wiederum 49 cm und am 10. Jänner 55 cm Neuschnee. Die Schneedecke   
    erreichte an diesem Donnerstag mit 240 cm ebenso ihren Höchststand.    
     
    In den dritten Schub am zweiten Jännerwochenende wurde mehr mildere Luft eingebunden, sodass die täglichen   
    Neuschneemengen nicht mehr derart hoch ausfielen. Die Niederschlagstätigkeit blieb aber unvermindert groß   
    und der gefallene Schnee wurde durch Warmfrontregen von Sonntagmittag bis fast Montagfrüh mit 59 l/m² mit   
    Wasser durchtränkt bevor es wieder zu schneien begann.    
     
    An den 14 Tagen vom 2. bis zum 15. Jänner schneite es in Hintersee die unfassbare Summe von 452 cm und   
    damit durchschnittlich 33 cm pro Tag, davon alleine in der Woche vom 4. bis zum 10. Jänner 305 cm und damit   
    44 cm Neuschnee pro Tag.    
     
    Ganze fünfmal überboten wir an den 7 Tagen zwischen dem 4. und dem 10. Jänner die 40-Zentimeter-Marke,   
    was sonst durchschnittlich dreimal in einem ganzen Winter in unserer Gemeinde vorkommt. Die 68 cm vom 5.   
    Jänner waren dabei der zweitgrößte Schneefall in einem Jänner hinter den 70 cm vom 13. Jänner 1995 und   
    insgesamt der vierthöchste Tageswert unserer Messreihe. Nur der angesprochene Tag, der 28. März 1988 (70   
    cm) und der Stationsrekord vom 17. Februar 2009 (72 cm) waren noch schneeintensiver. Der 10. Jänner mit   
    seinen 55 cm schaffte es etwas dahinter auf den 17. Platz, zählte aber gemeinsam mit dem 9. Jänner (49 cm)   
    noch zu den zehn schneereichsten Tagen in einem Jänner.    
     
     
    Die größten Tagesneuschneemengen in Hintersee    
     
    1 17.02.2009 72,0 cm    
    2 28.03.1988 70,0 cm    
      13.01.1995 70,0 cm    
    4 29.01.1999 68,0 cm    
      05.01.2019 68,0 cm    
    weites        
    17 10.01.2019 55,0 cm    
    38 09.01.2019 49,0 cm    
    41 04.01.2019 47,0 cm    
    62 06.01.2019 41,0 cm    
    140 07.01.2019 30,0 cm    
         
         
         
    Die größten Tagesneuschneemengen im Jänner    
         
    1 13.01.1995 70,0 cm    
    2 29.01.1999 68,0 cm    
      05.01.2019 68,0 cm    
    4 22.01.2000 60,0 cm    
    5 24.01.2012 57,0 cm    
    6 10.01.2019 55,0 cm    
    7 03.01.2006 52,0 cm    
    8 17.01.2016 50,0 cm    
    9 09.01.2019 49,0 cm    
    10 05.01.2017 48,5 cm    
     
     
    Stärkste Schneefallperiode seit Jahrzehnten    
     
    Die Einordnung des zurück liegenden Ereignisses ist nicht ganz so einfach, weil keine ausreichend lange Datenreihe   
    für Hintersee zur Verfügung steht. Da es aber jedenfalls seit den 1960er Jahren keine vergleichbare Periode gab, die   
    in derart kurzer Zeit ähnlich massive Schneefälle brachte, kann von einem zumindest 50jährlichen, vielleicht sogar   
    von einem 100-jährlichen Ereignis ausgegangen werden. Sich annähernde Schneefallperioden sind zwar in den   
    Messreihen auffindbar, allerdings brauchte es zum Beispiel 1988 oder 2009 mehr Zeit für eine ähnliche Schnee-  
    menge  bzw. endeten diese wieder deutlich früher wie etwa 1995 oder 2006.    
     
    Im Februar und März 1988 schneite es vom 19.2. bis 13.3.88 505 cm. Davon fielen zwischen dem 7. und 13.3.   
    255 cm. Die Schneehöhe betrug damals deutlich über 2 m. An 24 Tagen fielen damals somit 22 cm Neuschnee   
    pro Tag. Es gab 6 Mal über 40 cm an Tagesneuschneesumme.    
     
    Vom 6.-23.2.1999 fielen 345 cm Schnee und damit in 18 Tagen durchschnittlich 19 cm, die 40-cm-Marke wurde   
    an keinem Tag erreicht. Diese Schneefälle waren dennoch Baustein für den zweitschneereichsten Winter in   
    Hintersee. Als historisches Ereignis ist das große Lawinenunglück von Galtür (Tirol) mit dieser Schneefallperiode   
    verbunden.    
     
    Im Februar 2009 brachten wir es vom 11.-27.2. auf 438,5 cm, was am Ende eine Schneehöhe von 2,17 m   
    bedeutete. An den 17 Tagen dieser Schneefallphase kamen durchschnittlich 26 cm vom Himmel, dabei ging es 4   
    Mal über die 40 cm an Tagesmenge.    
     
    Der Rekordwinter 2005/06 mit einer Schneesumme von 1043 cm zeichnete sich durch beständiges Schneien,   
    aber nicht durch ganz große Tagesmengen aus.  Vom 6. bis 11. Feber 2006 fielen 193 cm, was bei zweimaligen   
    Überschreiten der 40er Marke und einer Dauer von 6 Tagen einen Tagesschnitt von 32 cm bedeutete. Die   
    Schneehöhe stieg damals auf etwa 2,3 m.    
     
    Die 185 cm, die es von 10. bis zum 13. Jänner 1995 herunter haute, waren mit einem Schnitt von 46 cm in 4   
    Tagen und ebenso doppelten Übertreffen der 40er Marke das wohl giftigste kürzere Schneefallereignis in     
    unserer Gemeinde in jüngerer Vergangenheit.    
     
    Länger zurück liegen die Schneefälle aus dem Jänner 1954. Versucht man die Daten der Hydrografischen   
    Station Faistenau für Hintersee hochzurechnen, so schneite es zwischen dem 6. und 12. Jänner rund 200 bis   
    250 cm Neuschnee in unserer Gemeinde. Damals war Hintersee am Straßenweg nicht mehr erreichbar und   
    wurde durch die amerikanische Besatzungsmacht mit Hubschraubern aus der Luft versorgt. Prägend für dieses   
    Ereignis steht die Lawinenkatastrophe im Vorarlberger Blons.    
     
     
    Neue Schneerekorde in Österreich    
     
    Auch das offizielle bundesweite Messnetz hat das Problem zu weniger lange genug zurück reichender Stationen,   
    um das zurück liegende Ereignis gut einordnen zu können. Dennoch vielen in manchen Orten die alten Schnee-  
    bestmarken und es gab neue Rekorde, sodass man hier wohl von einem 100-jährlichen Ereignis sprechen   
    konnte. Anderswo handelte es sich, auch aufgrund der verschieden intensiven Schneefälle bzw. der unterschiedlichen Höhenlage, um 10- oder 50-jährliche Ereignisse.  
     
    So waren die 310 cm im Vorarlberger Schröcken auf rund 1.200 m Seehöhe, die zwischen dem 1. und dem 15.   
    Jänner fielen, nichts Außergewöhnliches (Messung seit 1926). Anders im Tiroler Hochfilzen, das mit 451 cm   
    Neuschnee und einem neuen Rekord als einziges mit Hintersee mithalten konnte (Messung seit 1971). Neue   
    Rekorde gab es in Tirol zudem in Seefeld mit 283 cm (Messung seit 1895) und in Kufstein mit 168 cm (Messung   
    seit 1923).     
     
    Eine neue Bestmarke eines steirischen Ortes gab es in Bad Mitterndorf mit 270 cm. Alle 30-50 Jahre passieren   
    Bad Aussee seine 300 cm Neuschnee (Messungen jeweils seit 1971).     
     
    Die 152 cm in oberösterreichischen bad Ischl kommen durchschnittlich alle 20 Jahre vor (Messung seit 1971).  
     
    Die Salzburger rekordorte waren Abtenau und Lofer. In der Tennengauer Gemeinde schneite es 240 cm     
    (Messung seit 1964), im Pinzgauer Ort 263 cm (Messung seit 1971).    
     
     
    Krisengebiet im Großteil Salzburgs    
     
    Kurz vor und mit der zweiten Welle der Schneefälle führten diese in immer mehr Regionen Salzburgs zu     
    Problemen. Vor allem die Nordstaulagen der Osterhorngruppe und des Lammertals waren alsbald betroffen.   
    Später spitzte sich die Situation auch Innergebirg zu.      
     
     
    Hintersee und St. Koloman – nichts geht mehr    
     
    Nach der ersten Schneewelle verschärfte sich die Situation vor allem in Faistenau, Hintersee und St. Koloman   
    rapidund hielt Bevölkerung und Einsatzkräfte gut eine Woche auf Trab.    
     
    Bereits mit den ersten starken Schneefällen kam es hauptsächlich im Raum Thalgau, Faistenau, Hintersee und   
    dem Lammertal zu ersten großflächigen Stromausfällen von durch den Schneedruck umgefallenen Bäumen, die   
    zahlreiche Stromleitungen abrissen. Am 5. Jänner wurde es gegen 23 Uhr bei uns in Hintersee finster und dies   
    blieb am darauf folgenden Feiertag noch bis gegen 12 Uhr so. An den Folgetagen gab es weitere Stromausfälle,   
    die aber kürzer ausfielen. Teils rissen, so wie in Fuschl, Stromleitungen direkt bei Wohnhäusern.    
     
    Am 7. Jänner veranlassten die vorhergesagten Neuschneemengen die ersten Einheimischen zum Abschaufeln   
    der Dächer bis zu Mittag die Meldung von der Sperre der Hinterseer Landesstraße die Runde machte. Die   
    einzige Hauptstraße und Verbindung talauswärts nach Faistenau musste nach dem Umstürzen von Bäumen   
    unter der Schneelast zwischen dem Recyclinghof in Faistenau und dem Fischerwirt im Ortsteil Vordersee     
    (Wörlehtal) komplett zugemacht werden. Eine Beseitigung der Bäume war nicht möglich, da weitere Bäume   
    unmittelbar umzufallen drohten. So war tags zuvor die Freiwillige Feuerwehr Hof bei einem Einsatz im Ortsteil   
    Hinterschroffenau bei Ebenau bei einen Einsatz von einem umstürzenden Baum überrascht worden. Zum Glück   
    wurden die Einsatzkräfte und das technische Gerät knapp verfehlt.    
     
    Da auch die alte Hinterseestraße gesperrt werden musste, blieb als letzte Verbindung zur Außenwelt noch die   
    Variante über den Ort Faistenau, Stegleiten und über die Seestraße weiter nach Vordersee. Allerdings konnten   
    diese Nebenstraßen nur von Allrad getrieben Fahrzeugen befahren werden oder mittels Schneeketten. Dabei   
    war stets unsicher, ob dieser Weg durchgehend offen gehalten werden konnte.    
     
    Beinahe im selben Atemzug gingen im Umkreis weitere Straßen zu. Die Tiefbrunnauer Landesstraße wurde   
    ebenso gesperrt wie die Wiestal Landesstraße vor und nach Ebenau, die Strubklammstraße, die Thalgauer-  
    straße, die Russenstraße, die Gaisbergstraße und am Montagnachmittag auch kurzzeitig die Wolfgangsee   
    Bundesstraße bei der Nesselgrabenbrücke.     
     
    Erst am Mittwochabend, den 9. Jänner, konnten die wichtigen Hauptverbindungen nach Hintersee und in die   
    Tiefbrunnau wieder freigegeben werden, wobei es am Donnerstag erneut zu stundenweisen Sperren kam.   
    Schließlich gelang es aber der Faistenauer Feuerwehr und den Soldaten des Bundesheeres die Befahrbarkeit   
    wieder herzustellen.    
     
    Während dessen kam ab dem 8. Jänner das öffentliche Leben bzw. der übliche Alltag in Hintersee zum erliegen.   
    Praktisch die gesamte Bevölkerung des Ortes war im Schneeräumeinsatz. Viele Hinterseer konnten nicht mehr   
    in die Arbeit kommen, Kindergarten und Volksschule blieben am 8. und 9. Jänner geschlossen. Die heimische   
    Feuerwehr und Soldaten sowie Trupps aus Einheimischen schaufelten nun pausenlos Dächer ab. Alle im Ort   
    befindlichen Schneeräumfahrzeuge, Traktoren mit Pflügen, Schaufeln und Fräsen, Baumaschinen und     
    Pistengeräte waren im Dauerbetrieb um der Schneemassen Herr zu werden. Schließlich musste nun selbst die   
    Landesstraße von den einheimischen geräumt werden, um wenigstens den ortsinternen Verkehr aufrecht zu   
    erhalten bis die Pflüge des Landes nach Straßenöffnung wieder in Aktion treten konnten.     
     
    Mit der zweiten Welle verschärfte sich die Lage in Hintersee zusehends und vor Anrücken der dritten     
    Niederschlagswelle wurden die Anstrengungen beim Abschaufeln der Dächer nochmals intensiviert. Dachdecker,   
    Zimmereien, Hausbesitzer und Trupps aus Einheimischen, die anderen zu Hilfe kamen, waren praktisch rund um   
    die Uhr im Einsatz, um die Häuser von den gröbsten Schneemassen zu befreien, da der angekündigte Regen   
    oder Nassschnee wohl mehreren Dachstühlen zum Verhängnis geworden wäre. Am 10. und 11. Jänner     
    konzentrierte sich die Freiwillige Feuerwehr Hintersee, die in diesen Tagen Unmenschliches leistete, auf die   
    Dachräumung des Feuerwehrhauses und des Gemeindezentrums, wodurch dieses samt Kindergarten und   
    Volksschule und Gemeindeamt am Freitag geschlossen blieb. Bei der Räumung des Feuerwehrhauses kam ein   
    privates Kranfahrzeug zum Einsatz, das Einiges an Schnee herunter holen konnte. Beim räumen des Gemeinde-  
    zentrums wurde der herab geschaufelte Schnee mit dem Loipenspurgerät über eine Rampe weggeschoben und   
    aufgetürmt. Tatkräftige Unterstützung bei diesen Arbeiten kam von den Freiwilligen Feuerwehren aus Anthering,   
    Bergheim (Löschzug Lengfelden), Bürmoos, Fuschl, Oberndorf und Strobl (Löschzug Abersee) sowie 8 Flücht-  
    lingen, welche sich bei der Diakonie freiwillig meldeten und am Freitag ausgestattet mit Schaufeln im Boden-  
    einsatz mithalfen.    
     
    Trotz der Bemühungen kam es zu Schäden an Gebäuden, da die Lasten doch sehr auf das Mauerwerk drückten   
    bzw. durch einseitige Gewichtsverteilung bei einem Einfamilienhaus der Dachstuhl verschoben wurde. Bei einem   
    Bauernhaus musste das Dach zusätzlich gestützt werden, um ein Einbrechen zu verhindern. Dazu gesellten sich   
    viele kleinere Schäden vor allem an Dächern wie zum Beispiel beschädigte Kamine oder Dachrinnen. Welche   
    Schäden die Schneefälle an den Alm- und Jagdhütten hinterlassen haben, wird sich erst im Frühjahr weisen.  
     
    Als schlussendlich alle im Ort erstmals richtig zum Durchatmen kamen, rief sich die weiterhin hohe Lawinengefahr in   
    Erinnerung und der durch den Regen nass und schwer gewordene Schnee sorgte im Talschluss von Lämmerbach für   
    zwei besorgniserregende Momente. In der Nacht auf den 14. Jänner ging etwa um Mitternacht in der Bärnau von den   
    Hängen des Feichtensteins eine Lawine bis ins bewohnte Gebiet ab und kam hinter dem Hinterbärnaubauern zum   
    stehen und verursachte so nur einen Schrecken und keine Schäden.  Ebenfalls fast bis ins Tal herunter schaffte es   
    eine Lawine wenig später, die vom Königsberghorn in den Schatzgraben abging und noch rechtzeitig vor dem   
    Talboden stoppte.    
     
    Die Schneekrise brachte abseits davon Hintersee eine sonst unbekannte mediale Aufmerksamkeit, was auch die   
    Wetterstation Hintersee durch die schlagartig gesteigerte Aktivität und den unzähligen Aufrufen ihrer Internet-  
    präsenzen und den Presseanfragen merkte, zudem berichteten Radio- und TV-Stationen in diesen Tagen aus   
    dem Schneeloch. Neben Beiträgen zu bester Sendezeit in den Nachrichtensendungen des ORF, war besonders   
    der Bericht in der Tagesschau der deutschen ARD um 20 Uhr am 8. Jänner bemerkenswert.    
     
    Über zu wenig mediale Aufmerksamkeit konnte sich auch unsere südliche Nachbargemeinde im Tennengau, St.   
    Koloman, nicht beklagen. Beklagenswert war die dortige Situation, die mit der in Hintersee vergleichbar war und   
    die Taugler vor eine große Herausforderung stellte.    
     
    Schon am 5. Jänner wurde die Bevölkerung von St. Koloman vom Bürgermeister aufgerufen, wenn irgendwie   
    möglich in den Häusern zu bleiben. Zwei spontane Lawinenabgänge auf die Horn- und die Tauglbodenstraße,   
    bei denen Fahrzeuge und Personen verschüttet wurden, es aber keine Verletzten gab, waren Auslöser für die   
    Vorsichtsmaßnahme.     
     
    Ein paar Tage darauf ging auch in St. Koloman nichts mehr und der Ort war nicht mehr erreichbar. Dazu wurden   
    weite Teile der Gemeinde nach Straßensperren abgeschnitten, die Schule musste geschlossen werden. Am 7.   
    Jänner konnten Urlauber, die bereits 3 Tage auf einer Alm eingeschneit waren, wohlauf gerettet werden.     
     
    Erst am 13. Jänner schafften es unsere Nachbarn die Straße zum Seewaldsee wieder frei zu räumen und die 40   
    abgeschnittenen Einwohner zu befreien. Bis zum 15. Jänner gelang dies dann auch mit der Tauglbodenstraße,   
    wo weitere 30 Taugler teils ohne Stromversorgung seit 10 Tagen von der Außenwelt abgeschnitten ausharrten.   
     
    Auch in St. Koloman reichte die Schneehöhe von 2 m im Dorf bis 2,4 m beim Seewaldsee.    
     
    Freude bereitete der viele Schnee wohl nur den Kindern, die oftmals noch ein paar Ferientage dazu bekamen,   
    da der Weg in die Schulen zu gefährlich oder einfach gar nicht mehr möglich war. Neben Hintersee und St.   
    Koloman hatten in der Region u. a. die Schulen und Kindergärten in Faistenau, Krispl und Hof sowie das     
    Werkschulheim Felbertal in Ebenau geschlossen. Letzteres sogar die ganze Woche nach den regulären     
    Weihnachtsferien.    
     
     
    Viele Orte und Personen abgeschnitten und stromlos    
     
    Bis zu 17 Orte und zahlreiche Ortsteile waren in ganz Salzburg aufgrund der Schneefälle und den damit     
    verbundenen Straßensperren, hervorgerufen durch Lawinensperren oder –abgingen bzw. mittels Schneedruck   
    umgestürzter Bäume, nicht mehr erreichbar. Bis zu 54.000 Personen, darunter rund 30.000 Urlauber, mussten   
    insgesamt in Lofer, Unken, St. Martin/L. Weißbach, Saalbach, Viehhofen, Mühlbach, Rauris, dem Großarltal,   
    Tweng, Muhr, in Obertauern, St. Martin/T., Rußbach, St. Koloman, Ebenau und Hintersee daheim bleiben. Dazu   
    kamen unzählige Ortsteile von Gemeinden, die zeitweise nicht erreichbar waren. Längere Probleme gab es zum   
    Beispiel in Taxenbach, St. Veit, Annaberg, Adnet und in Faistenau.    
     
    Für die Nacht vom 13. auf den 14. Jänner erging angesichts prognostizierten starken Windes der Appell der   
    Salzburger Landesregierung primär an die Bewohner von Häusern am Waldrand im Erdgeschoss zu nächtigen,   
    da akute Gefahr durch umstürzende Bäume herrsche.    
     
    Neben den lokalen gab es bis zu 29 teils überregionale Straßensperren gleichzeitig. So war die Verbindung über   
    den Katschberg und damit Obertauern sehr oft wegen Lawinengefahr abgeschnitten, selbst wenn die Straße   
    tagsüber wieder für einige Stunden geöffnet werden konnte. Lawinengefahr war auch der Sperrungsgrund bei   
    den Straßen über den Pass Gschütt, den Gerlospass, dem Felbertauernpass und der Salzachtal Bundesstraße   
    zwischen dem Pass Lueg und Tenneck. Lawinenabgänge machten dagegen den Pass Strub und das kleine   
    Deutsche Eck nicht mehr passierbar. Die Tauernautobahn musste aufgrund wiederholter Lawinensprengungen   
    bei Flachauwinkl ebenso immer wieder für Stunden gesperrt werden. selbst die Bahnverbindung durch das   
    Salzachtal musste durch die Lawinengefahr am Pass Lueg für Tage unterbrochen werden.    
     
    Wer eingeschneit war, hatte zudem öfter keinen Strom. Immer wieder gab es im ganzen Bundesland und hier in   
    erster Linie im Flach- und Tennengau teils großflächige Stromausfälle. Die Techniker der Salzburg AG kamen   
    beim Flicken der oft durch umstürzende Bäume abgerissenen Leitungen kaum hinter her und arbeiteten rund um   
    dir Uhr. Dennoch waren bis zu 2.800 Haushalte im Bundesland ohne Stromversorgung.    
     
    Für viele Schulkinder brachte das Schneechaos eine unerwartete Verlängerung der Weihnachtsferien, da     
    zahlreiche Schulen im Bundesland zumindest tageweise geschlossen blieben. In Spitzenzeiten gab es in 32   
    meist Volks- und Hauptschulen keinen Unterricht.    
     
     
    Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen    
     
    Nach Februar 1999 und Februar 2009 wurde diesmal in Salzburg die seltene sowie höchste Lawinenwarnstufe 5   
    ausgerufen. Die 700 Mitglieder der 90 Lawinenkommissionen stuften die Gefahr während der 2. Welle der   
    Schneefälle in den nördlichen Kalkalpen mit höchster Gefahr ein, mit der dritten Welle war dies dann im     
    südlichen Pinzgau der Fall.    
     
     
    3 Tote, 44 Verletzte und zahlreiche Sachschäden    
     
    Das ist alleine in Salzburg die betroffen machende Bilanz der Starkschneefälle, durch dessen folgen 3 Menschen   
    ums Leben kamen und 44 teils schwer verletzt wurden.    
     
    Traurige Gewissheit gab es am 7. Jänner über das Schicksal eines Jägerpärchens in Abtenau. Die zuvor schon   
    als vermisst geltenden Einheimischen wurden bei der Schindlmaisalm zwei Meter tief von einer Lawine     
    verschüttet und konnten von Bergrettung und Alpinpolizei nur mehr tot geborgen werden.    
     
    Am 14. Jänner wurden vier Arbeiter beim Dachabschaufeln eines Hauses im Faistenauer Ortsteil Vordersee,   
    nahe dem Hintersee, von einer Dachlawine rund 6 m mit in die Tiefe gerissen. 2 wurden leicht, 2 ganz     
    verschüttet. Zwei Kollegen wurden leicht, einer schwer verletzt. Für einen 47-jährigen kam dabei jede Hilfe zu   
    spät.     
     
    Die hohe Zahl an Verletzten war leider in erster Linie auf die Ignoranz und den Egoismus von Skitourengehern   
    und Variantenfahrern zurück zu führen, die trotz höchster Lawinengefahr, schlechtem Wetter und behördlicher   
    Warnungen zu Skitouren aufbrachen bzw. den gesicherten Pistenraum verließen und sich und ihre Retter in   
    Lebensgefahr versetzten. 436 Bergretter mussten in den zwei Wochen zu 46 riskanten Einsätzen ausrücken.  
     
    Bei einem Lawinenabgang auf eine gesicherte Skipiste in Neukirchen (Pinzgau) kamen am 9. Jänner 6     
    Jugendliche aus Deutschland großteils mit dem Schrecken davon. Ein Mädchen wurde mit leichten Verletzungen   
    ins Krankenhaus nach Mittersill gebracht.    
     
    In Koppl stürzte das Dach eines Gewächshauses der Gärtnerei Deisl aufgrund des Schneedrucks ebenso ein   
    wie kurz darauf das Dach einer Tankstelle in Golling. Von weiteren Gebäudeschäden im Ganzen land ist     
    auszugehen. Bei entlegenen Hütten bzw. Almen wird das Schadensausmaß erst mit Einkehr des Frühjahrs   
    wirklich sichtbar werden. Nicht anders verhält es sich mit den zu erwartenden Forstschäden durch Schneebruch   
    und Windwurf, die während des Ereignisses nur im Tal und damit wohl nur in geringem Umfang festgestellt   
    werden konnten. Unter den Schneemassen leidet auch das Wild, das in den nächsten Wochen nur mehr     
    erschwert oder gar nicht zu seinen Fütterungen kommt bzw. konnten diese von den Jägern nicht mehr erreicht   
    werden.    
     
     
    Tausende Hilfskräfte in Salzburg im Einsatz    
     
    Zu den Bergrettern gesellten sich noch 6.432 Einsatzkräfte der Feuerwehren und rund 400 Soldaten des Bundesheeres, die in Dienten, Maria Alm, St. Koloman, Faistenau und Hintersee im Assistenzeinsatz zum   
    Freimachen der Straßen und Abschaufeln der Dächer waren. Feuerwehren aus weniger oder gerade nicht   
    betroffenen Gemeinden leisteten dabei ihren Kameraden in den Krisenregionen wertvolle und grenz-    
    überschreitende Hilfe. Mit Hubschraubern des Bundesheers und privater Organisationen und Firmen wurden in   
    120 Einsatzstunden nicht nur die Mitglieder der Lawinenkommissionen zur Lagebeurteilung in die Berge     
    geflogen, sondern auch versucht, mit dem Wind der Rotorblätter den Schnee von jenen Bäumen zu blasen, die   
    an Straßenrändern auf die Fahrbahnen zu fallen drohten.    
     
     
    Alpennordseite erstickt im Schnee    
     
    Die immensen Schneefällen hielten neben Salzburg die gesamte Alpennordseite in Österreich in Atem und die   
    Lage wurde teils katastrophal, da bis zu 180 Straßen gleichzeitig gesperrt waren und zehntausende Menschen,   
    Einheimische und unzählige Urlauber, eingeschneit waren und mitunter ohne Stromversorgung ausharren     
    mussten. Regional blieben die Sperren und Stromausfälle tagelang ein Problem.     
     
    In Vorarlberg und Tirol wurde mit der dritten Welle die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Weite Teile     
    Vorarlbergs und der Westen Tirols, aber auch andere Gegenden, gerieten unter höchste Lawinengefahr. Prekär   
    war die Lage vom Kleinwalsertal über den Arlberg bis zur Silvretta. Schröcken, Warth, Lech, Zürs und Stuben   
    waren von der Außenwelt abgeschnitten. Selbst die Bahnstrecke musste gesperrt werden. Am 12. Jänner fanden   
    4 Urlauber, die eine Sperre ignoriert hatten, beim Skifahren abseits der gesicherten Piste den Tod.    
     
    In Ramsau in der Obersteiermark ging am 15. Jänner  um  1 Uhr früh die Eiskarlawine bis in den Ort ab, wodurch