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Presse   Mo, 22.04.19 Rückblick: Der Winter 2018/19  
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Hintersee   Der Winter 2018/19 bleibt bei Vielen wohl als ein Jahrhundertwinter in Erinnerung, obwohl es eventuell korrekter     
    wäre, den vergangenen Winter als Winter mit einem Jahrhundertereignis zu bezeichnen.       
WETTER        
Niederschlag   Bestimmend waren die extremen Schneefälle zu Jahresbeginn, die den Jänner mit einem neuen Monatsschnee-    
Temperatur   rekord von 500,5 cm zum schneereichsten Monat des Winters machten. Davon schneite es alleine schon binnen     
Prognosen   zwei Wochen soviel, wie in elf anderen Wintern unserer Messreihe (seit 1988) insgesamt nicht.    
Warnungen        
Gewitter   Am Ende stand mit einer Neuschneesumme von 783,5 cm und einem Zuwachs von +38,2% der schneereichste     
Winter   Winter seit den 885 cm aus dem Winter 2008/09. Vom Rekordwinter 2005/06 mit einer Schneesumme von 1.043     
Besonderes   cm blieben wir aber deutlich entfernt und der vergangene Winter errang immerhin den 6. Platz unserer     
    Messreihe.      
Rekorde        
Webcam   Gestartet war der Winter 18/19 mit dem ersten Zentimeter Neuschnee am 19. November eher spät, den letzten     
Freunde   Schneefall gab es mit 3 cm dafür am 27. März etwas früh. Insgesamt gab es durchschnittliche 58 Schneefalltage     
  (+1 Tag). Die Meisten davon mit einem neuen Bestwert in Form von 24 Schneefalltagen im Jänner. Die alte     
    Topmarke stammte mit 23 Tagen aus dem Dezember 2005. Die größte Neuschneemenge an einem Tag     
    schneite es am 5. Jänner mit 68 Zentimetern, die die fünfthöchste Menge der Stationsgeschichte darstellten.    
         
    Die Monatsmengen waren sehr unterschiedlich. Eigentlich schoss nur der Jänner mit der 4,5-fachen Neuschnee-    
    summe durch die Decke, der Dezember brachte noch eine solide Schneemenge zusammen, November, Februar     
    und März mussten deutliche Einbußen hinnehmen. Im Februar war dies bereits das sechste Mal in Folge der     
    Fall, der März endete zum neunten Mal en suite unterdurchschnittlich. Hier führte auch der heurige Winter die     
    Negativbilanz des aktuellen Jahrzehnts fort, indem vor allem Februar und März stark in ihren Schneemengen     
    nachgaben. Im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1988-2009 verloren in de Jahren 2010-2019 der März 64%,     
    der Februar 39% und der November 46%. Im Dezember ging die durchschnittliche Neuschneemenge um 20%     
    nach oben, der Jänner konnte, auch Dank des heurigen Jänners, um 129% zulegen. Oktober und April sind für     
    eine Winterbilanz nur von eher kosmetischer Relevanz und brachten im Winter 18/19 keinen Neuschnee.     
    Dennoch war es der erste schneelose April seit 2009.      
         
    Eine geschlossene Schneedecke hielt sich diesen Winter an 136 Tagen (+2 Tage) zwischen dem 19. November     
    und dem 15. April. Ihren Höchststand, den höchsten seit 1988, erreichte sie mit 240 cm am 10. Jänner.    
         
    Etwas überlagert von den Schneewerten mauserte sich der Winter 18/19 mit einer mittleren Temperatur von –    
    0,3°C und einer Abweichung von +1,9 Grad im klimatologischen Winter von Dezember bis Februar zum     
    drittwärmsten Winter unserer Messhistorie (seit 2002). Auch im Zeitraum November bis März sah es mit einem     
    Mittel von +1,3°C und der gleichen Abweichung nicht anders aus. Außer dem Jänner, der nur leicht zu mild war,     
    produzierten alle anderen Monate deutliche positive Ausschläge. Am kältesten war es am 26. Jänner mit –    
    10,5°C. Es gab nur mehr 15 Eistage und 92 Frosttage und damit nochmals weniger, als im Vorwinter.    
         
    Links: >> Wintervergleih  Neuschnee >> Wintervergleich Temperatur >> Winterstatistik  
     
     
           
    So, 21.04.19 Wetterjahr 2018 – Das Jahr des endlosen Sommers  
     
         
    2018 war ein Wetterjahr mit sehr vielen Facetten, aber zwei dominierenden Themen. Auf der einen Seite war     
    dies die lange herrschende Trockenheit, auf der anderen die enorme Erwärmung, die Hintersee nach nur 4     
    Jahren einen neuen Temperaturrekord brachte.      
         
    Das Jahr begann bereits mit dem wärmsten Jänner unserer Messreihe (seit 2002) und stolperte, vielleicht aus     
    Versehen, Ende Februar und Anfang März in eine markante kurze Kältewelle. Anschließend baute sich eine     
    Hochdruckdominanz auf, die mit sachten Unterbrüchen bis weit in den November hinein anhalten sollte und so     
    führten uns schon April und Mai mit den nächsten Temperaturrekorden quasi in den Sommer. Das sehr hohe     
    Temperaturniveau wurde im Hochsommer mit einer 2-wöchigen Hitzewelle bestätigt und große Trockenheit     
    setzte ein, welche der Herbst durch viele regenfreie Perioden nicht lindern konnte. Erst nach einem lokalen     
    Hochwasserereignis ging mit dem Martinisommer eine 7 ½ Monate andauernde Phase eines gefühlt endlosen     
    Sommers zu Ende und der Winter kehrte im Dezember mit viel Regen und Schnee ein.      
         
    „Das Wetterjahr 2018 – Das Jahr des endlosen Sommers“ bietet eine interessante Reise durch das     
    Wettergeschehen im letzten Jahr, berichtet von markanten Ereignissen im Detail und garniert dies mit vielen     
    Daten und Fakten zum Wetterjahr in Österreich und im Speziellen in der Gemeinde Hintersee. Es ist die     
    alljährlich zusammen fassende Schrift über die Arbeit der Wetterstation Hintersee in der Kleinklimaforschung in     
    deren Flachgauer Heimatort und Wirkungskreis.      
         
    Links: >> Das Wetterjahr 20178 - Das Jahr des endlosen Sommers    
     
     
           
    So, 31.03.19 Rückblick März: Launisch und sehr mild  
     
         
    + 173,5 l/m² Regen      
    + 17 Regentage      
    + 45,5 cm Neuschnee      
    + 3,1°C mittlere Temperatur      
           
    So wirklich entscheiden konnte sich der heurige März nicht und daher kam am Ende ein sehr launischer Monat     
    mit Aprilwetter heraus, der Dank seiner Wärme die Schneemassen aus dem Jänner weiter schmelzen ließ.     
    Selber war es jedoch ein März der modernen Sorte mit wenig Neuschnee und zu hohen Temperaturen.    
           
    Der März begann seine Launigkeit gleich mit Monatswechsel und eine sehr milde Westlage stellte sich ein, bei     
    der immer wieder Tiefs von den Britischen Inseln nach Osten zogen und abgeschwächte Frontsysteme in den     
    Alpenraum lenkten. Die Zwischenhochphasen blieben recht kurz gehalten. Um den ersten Dekadenübergang     
    machte das Azorenhoch über dem Ostatlantik ein wenig Boden gut und die herrschende Wetterlage wurde etwas     
    auf Nordwest verschoben, was am Charakter grundsätzlich aber nichts änderte. Nur die Temperatur ging auf ein     
    der Jahreszeit entsprechendes Maß zurück und gelegentlich mischte ein Adriatief mit. Erst mit dem zweiten     
    Dekadenwechsel konnte sich Hochdruck von den Briten her einmal für ein paar Tage durchsetzen und eine     
    Brücke nach Osten schlagen, die mit Einstand der letzten Märzwoche durch Vorstoß eines  neuen Troges von     
    Island her inklusive Italientief  für ein paar Tage wieder unterbrochen wurde. Dahinter folgte zum Monatsende hin     
    erneut Hochdruck aus Westen, der sich über Mitteleuropa legte.      
           
    In der Republik Österreich präsentierte sich der März sonnig und sehr mild. Mit einer Abweichung von +2,2°C     
    gehörte der März 2019 zu den 15 wärmsten in Österreich. Dabei lagen die Temperaturmittel in der Osthälfte des     
    Landes noch deutlicher im Plus, denn hier gab es ebenfalls um dis zu einem Drittel mehr Sonnenschein.     
    Bundesweit lag der Überschuss bei 10 Prozent. Sonnenreichster Ort war das Tiroler Silian mit 217 Stunden.     
    Ebenso ein West-Ost-Gefälle gab es beim Niederschlag, der die Westhälfte bis Oberösterreich und Kärnten     
    durchschnittlich bis leicht zu feucht bedachte, während sich östlich davon teils erhebliche Defizite, vor allem im     
    Südosten bis -85 %, auftaten. Gesamt gesehen war der März um 19 % zu trocken. Der niederschlagreichste Ort     
    lag In Vorarlberg mit Warth und 242 l/m².      
           
    Nicht ganz an diesen Wert heran kam unser feines Hintersee, das mit einer Niederschlagssumme von 228,5 l/m²     
    einen im Verhältnis eher feuchteren März zusammen brachte. Den meisten Niederschlag an einem Tag gab es     
    im Zuge einer Sturmtiefwarmfront am 15. März mit 64 l/m². Dafür blieb es von 20. bis 24. März fünf Tage am     
    Stück trocken.      
           
    Der Löwenanteil des Gesamtniederschlags entfiel dabei auf den Regen, der mit 173,5 l/m² ein Plus von 25     
    Prozent zum Schnitt erreichte und diesen März ins obere Mittelfeld unter den Märzen führte. Der regenreichste     
    Tag gab es am 15. März mit 56 l/m². Die restlichen 8 Liter dieses Tages entfielen auf sehr nassen Schnee.     
    Generell gab es 17 Regentage, um 7 mehr als im Durchschnitt und damit am zweitmeisten nach den 23     
    Regentagen 2001 in einem März.      
           
    Weniger gut sah die Bilanz in Sachen Neuschnee aus. Auch wenn es Viele nach dem Extremereignis im Jänner     
    vielleicht nicht so ganz wahrhaben wollen, so war der heurige März mit 45,5 cm Neuschnee und einem Minus     
    von 57 % der neunte, teils erheblich, unterdurchschnittliche März in Folge. Es ereigneten sich zwar mit 11     
    Schneefalltagen sogar um 2 mehr als im Mittel, aber die Neuschneemenge an den einzelnen Tagen blieb gering.     
    So war der 12. März mit 7 cm der schneereichste Tag im Monat. Die Schneedecke hielt sich alle 31 Tage an     
    unserer Wetterstation geschlossen, wobei sie nach dem Höchststand von 150 cm am 1. März fast kontinuierlich     
    absank und die am tiefsten gelegenen Gemeindegebiete in Oberasch am Monatsende schon begannen     
    auszuapern.      
           
    Zur Schneeschmelze ein großes Stück beitrugen die Temperaturen, die mit einer Abweichung von +1,6 Grad     
    und einem Monatsmittel von +3,1°C den März deutlich zu warm machten und dabei vom vorhanden sein einer     
    Schneedecke noch gebremst wurden. Sonst wäre sich vielleicht sogar ein neuer Monatsrekord ausgegangen. So     
    blieben 2017 (4,8°C) und 2014 (4,6°C) vorne und der diesjährige März landete mit dem aus 2012 auf dem 3.     
    Platz unserer Messreihe. Es zeigte sich vor allem das erste Drittel sehr warm, die Dekaden zwei und drei waren     
    leicht bis markant zu mild. Es gab keinen Eistag, 10 Frosttage und 17 kalte Tage. Das Minimum erreichten wir     
    am 21. März mit -3,2°C, das Maximum am 31. März mit +16,3°C.      
           
    Hätte die dicke Schneedecke mit ihrer Kühlfunktion die Temperaturen nicht im Zaum gehalten, so wäre der März     
    eigentlich ein ganz guter April geworden. Dennoch verband sich mit der voran schreitenden Schmelze auch das     
    Ausapern und das damit verbundene Auftauchen der noch verborgenen Schäden, die die Schneefälle im Jänner     
    hinterlassen haben. Die Palette reicht von zerdrückten oder umgeschobenen kleinen Bauten, die lange unter     
    dem Schnee versteckt waren, bis zu den zahlreichen gegipfelten Bäumen, die viel aufzuarbeitendes Schadholz     
    den Waldbesitzern zurück ließen. Ein ganzes Bild wird man allerdings erst haben, wenn die Wege auf die Almen     
    und die Forststraßen wieder schneefrei sind.      
           
    Quelle: www.zamg.ac.at      
           
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    Fr, 01.03.19 Rückblick Februar: Das Comeback der Blockadehochs  
     
     
    + 86 cm Neuschnee    
    + 49 l/m² Regen    
    + 0,9°C mittlere Temperatur    
    #NAME?    
     
    Nach einer West- bis Nordwestwitterung, die von Dezember bis Mitte Jänner anhielt, kehrte der Februar nach   
    einer Übergangsphase in der zweiten Jännerhälfte in die Muster des letzten Jahres zurück, indem er mit     
    blockierenden Hochdrucklagen und viel zu hohen Temperaturen um sich schmiss. Immerhin hätte der Februar   
    die Milde für einen durchschnittlichen März gehabt.    
     
    Der Februar begann mit einem Westeuropatrog, der Tiefdruck im Mittelmeerraum und ein Leetief über dem   
    nördlichen Mitteleuropa entstehen ließ. Doch noch ein paar Tagen setzte sich aus Südwesten Hochdruck durch,   
    der die Frontalzone erstmals weit nach Norden abdrängte und den Alpenraum fast von Störungseinfluss befreite.   
    Nach dem ersten Dekadenwechsel schlich sich allerdings ein Sturmtief von England her an und sorgte für     
    turbulentes Wetter. Dahinter schlug der Hochdruck bald wieder eine Brücke von Südwesteuropa bis Russland   
    und bezog hierbei auch den Alpenraum mit ein. Schließlich reichte die blockierende Hochbrücke zur Monatsmitte   
    von Marokko- bis zum Baltikum, während alleine über Skandinavien noch Tiefdruck zu finden war. Mit der steten   
    Ostverlagerung des Hochkomplexes schaffte es ein Nordseetief am letzten Februarwochenende eine Regenfront   
    bis in die Alpen voran zu bringen. Das Gastspiel blieb aber kurz, denn gleich darauf baute sich erneut Hochdruck   
    über dem Kontinent auf, flankiert von Tiefsystemen über dem Ostatlantik und Osteuropa, wodurch der Monat   
    ruhig und anhaltend mild zu Ende ging.    
     
    Die stabilen Hochdrucklagen ließen den Februar das Sonnendefizit des Jänners schnell wieder ausgleichen und   
    bundesweit zeigte sich die Sonne um 45 % mehr als normal. Dabei war es von Oberösterreich ostwärts mit   
    Überschüssen von bis zu 85 % am sonnigsten. Der Februar 2019 zählte damit zu den vier sonnenreichsten in   
    Österreich neben 1975, 1998 und 2008. Die meisten Sonnenstunden bekam die Villacher Alpe (Kärnten) mit 205   
    stunden ab. dem entsprechend war es erneut viel zu mild und die Temperaturen lagen um 3 Grad über dem   
    Durchschnitt. Auf den bergen war es einer der 6 wärmsten Februarmonate, die dortige Kälte des Jänners wurde   
    somit schon wieder ausgebügelt. Im Tal ereignete sich am 28. Februar ein neuer Temperaturrekord für     
    Österreich. Güssing (Burgenland) und Deutschlandsberg (Steiermark) erreichten mit +24,2°C als Höchstwert   
    sogar fast einen klimatologischen Sommertag. Bei diesen zahlen verwunderte es nicht ganz, dass die     
    Niederschlagsbilanz bundesweit unterdurchschnittlich ausfiel. Einem trockenen Osten mit bis zu 80 % weniger   
    stand ein nasser äußerster Süden mit einer Verdoppelung gegenüber. Der nasseste Ort befand sich mit dem   
    Loiblpass (Kärnten) und 291 l/m² ebenfalls dort.    
     
    Die Niederschlagsstatistik fiel in Hintersee mit 128 l/m² auch nicht gerade berauschend aus. Es blieb zudem vom   
    13. bis zum 21. Februar gleich 9 Tage hintereinander und vom 23. bis zum 28. Februar immerhin 6 Tage am   
    Stück ohne messbaren Niederschlag.    
     
    Nicht unbedingt viel gab es zum Beispiel an den 5 Regentagen (-1 Tag), die in Summe 49 l/m² an Regen     
    brachten und damit mit -27 % zum Schnitt im unteren Drittel der Rangliste angesiedelt waren. Den regen-    
    reichsten und zugleich nassesten Tag im Februar gab es am 22. Februar mit 39,5 l/m². Dies war immerhin die   
    achthöchste Tagesmenge an Regen in einem Februar.    
     
    Beim Neuschnee setzte sich die Negativentwicklung weiter fort und auch heuer gab es mit einer Neuschnee-  
    summe von 86 cm ein Minus von 33 % zum langjährigen Schnitt. Nachdem Wahnsinn im Jänner kamen wir also   
    wieder in der Realität an und hatten beinahe einen der 10 schneeärmsten Februare unserer Messgeschichte.   
    Die 5 Schneefalltage (-6 Tage) wurden nur von 1998 (1 Tag) und 2008 (4 Tage) noch unterboten. Den meisten   
    Neuschnee rieselte es am 11. Februar mit 32 Zentimetern. Die Schneedecke hielt sich nach der famosen     
    Vorarbeit im Vormonat alle 28 Tage und erklomm am 12. Februar mit 216 cm ihren Höchststand. Die größte   
    Schneehöhe im Februar seit 10 Jahren.    
     
    Das einzige und deutlichste Plus stand, wieder einmal, bei den Temperaturen, die mit einer Abweichung von   
    +2,9 Grad und einem Mittel von +0,9°C den viertwärmsten Februar unserer Messreihe hinter 2016 (+1,8°C),   
    2014 (+1,5°C) und 2017 (+1,2°C) hinterließen. Genau wie in diesen Jahren zuzüglich des Februars 2009 gab es   
    heuer keinen Eistag, dazu 20 Frosttage und 24 kalte Tage. Das Minimum von -8,5°C am 5. Februar fiel noch in   
    ein nur markant zu mildes erstes Monatsdrittel. Das Maximum von +12,8°C am 28. Februar vollendete zwei viel   
    zu warme weitere Drittel und war die vierthöchste Temperatur, die wir bisher an einem Februartag messen   
    konnten (Rekord +13,4°C vom 23.02.2017).    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Mo, 18.02.19 Der Schneefrosch plaudert im Radio  
     
     
    Mit dem im Land spürbaren Vorfrühling brachte das ORF Radio Salzburg eine kleine Interviewserie über Land,   
    Leute, Frühling und Winter. Einen guten Monat nach den starken Schneefällen in den ersten beiden     
    Jännerwochen wurde auch der hiesige Wetter- oder Schneefrosch zur Plauderei am Mikrophon gebeten. Dem   
    wurde gerne nachgekommen und das Ergebnis lief Montagfrüh kurz nach 8 Uhr in Guten Morgen Salzburg.   
    Nachzuhören unter dem folgenden Link (ab 0:55 min).    
     
    Links: >> Audio: 18.02.19 Interview ORF Radio Salzburg    
     
     
     
    Fr, 01.02.19 Rückblick Jänner: Zweimall 500, einmal Rekord  
     
     
    + 500,5 cm Neuschnee    
    + 502,5 l/m² Niederschlag    
    + 68 cm Tageshöchstwert    
    + 24 Schneefalltage    
    + -2,4°C mittlere Temperatur    
     
    Der erste Monat des Jahres 2019 brachte ein unglaubliches Schneefallereignis, von dem bereits ausführlich zu   
    lesen war, und welches man unter Umständen sogar als Jahrhundertereignis in unserer Gemeinde einstufen   
    konnte. Ein neuer Neuschneerekord stand im Laufe des Jänners schon fest und am Monatschluss überschritten   
    wir erstmals die 500er Marke.    
     
    Der Beginn des neuen Jahres wurde von einer intensiven Nordwestlage dominiert, die für zwei Wochen     
    massivste Stauniederschläge, meist in Schneeform, an der Alpennordseite auslöste. Über dem Ostatlantik hielt   
    sich stabiler Hochdruck und gleich nach Neujahr zog ein Tief in den baltischen Raum, wodurch die erste     
    Schneewelle eingeleitet wurde. Ein zweites Tief, das von Island über Skandinavien und dem östlichen     
    Mitteleuropa zog, verursachte die zweite Schneefront. Nach minimalster Wetterberuhigung durch Ausgreifen des   
    Atlantikhochs nach Skandinavien prolongierte Tiefdruckeinfluss von ebenda das Starkschneeereignis bis zur   
    Monatsmitte, ehe sich der Hochdruck erneut über Britannien ins Wikingerland ausdehnen konnte und für Ruhe   
    im Geschehen sorgte. An den Folgetagen breitete sich der Hochdruck bis ins östliche Mitteleuropa aus, um sich   
    mit dem zweiten Dekadenwechsel als kontinentaler Hochdruckblock von den Azoren bis zur Ukraine zu     
    formieren, der den Tiefdruck weit nach Nordosten und Westen abdrängte. Ein über Westeuropa ins Mittelmeer   
    vorstoßender Trog sorgte danach für hart näckige Tiefdrucktätigkeit im Mittelmeerraum, von der an der     
    Alpennordseite aber nur wenig zu merken war. Zum Monatsende hin schaffte es ein Schottlandtief dank eines   
    kurzen Aufrichtens dem Hochdruck über dem Ostatlantik Störungseinfluss in den Alpenraum zu bringen samt   
    kaum bedeutendem Italientief. Zum Schluss folgte aus Westen nach Zwischenhochdruck ein letzter schwächerer   
    Trog.    
     
    Die Schneefälle in den ersten beiden Jännerwochen waren dem entsprechend auch das bestimmende     
    Wetterthema in ganz Österreich im vergangenen Monat. Stellenweise fielen Neuschneerekorde, sodass man von   
    einem Jahrhundertschneefall sprechen durfte. Dies spiegelte sich auch in den Niederschlagszahlen, die im   
    Westen bis Salzburg bis zu 150 % mehr an Regen und Schnee brachten und somit einen der zehn nassesten   
    Jännermonate der letzten 160 Jahre.  Von Oberösterreich bis Wien immerhin noch bis +125 %, alleine im     
    Südosten war die Bilanz ausgeglichen. Bundesweit nassester Ort war Kössen (Tirol) mit 376 l/m². Die     
    Temperaturen waren ungleich verteilt. So war es im Westen leicht zu kühl, ab der Mitte ostwärts teils markant zu   
    mild und auf den bergen sogar der kälteste Jänner seit 1987 mit einer Abweichung von -3,6 Grad. Die Sonne   
    zeigte sich dagegen um durchschnittlich 20 Prozent seltener, am häufigsten noch mit 138 Stunden auf der     
    Kärntner Kanzelhöhe. Am größten war das Defizit in Salzburg und im Salzkammergut mit bis zu -65 Prozent. So   
    war die Stadt Salzburg mit nur 34 Stunden der relativ sonnenärmste Platz im ganzen Land.    
     
    In Hintersee wohltuend unauffällig waren für einmal die Temperaturen, die dies diesmal Rekordjagd anderen   
    überließen. Der Jänner war mit einem Mittel von -2,4°C um 0,3 Grad zu mild. Dabei fiel das erste Drittel zu warm,   
    das zweite durchschnittlich und die dritte Dekade einen Hauch zu frisch aus. Den Tiefstwert erreichten wir am 26.   
    Jänner mit für Jänner mageren -10,5°C, den Höchstwert gleich am Tag darauf mit +3,4°C am 27. Jänner. Es gab   
    11 Eistage und 28 Frosttage.    
     
    Unspektakulär fiel ebenso die Statistik in Punkto Regen aus. An 6 Regentagen (-1 Tag) plätscherte es 75,5 l/m²,   
    ein leichtes Minus von 11 %. Den meisten Regen gab es hierbei am 13. Jänner mit 32 l/m².    
     
    Einen neuen, schier unfassbaren, Rekord stellte unsere Wetterstation bei der Neuschneemenge auf. Die alte   
    Bestmarke von 469,5 cm aus dem Februar 2009 wurde fest zugeschneit und zum allerersten mal überboten wir   
    die 500er Marke und das gleich um einen halben Zentimeter. Mit einem Plus von 343 Prozent zu einer     
    durchschnittlichen Jännersumme setzte sich der Jänner 2019 an die Spitze der Rangliste. Selbstredend war es   
    zudem ein neuer Jännerrekord, die bisherigen 298 cm aus dem Jänner 2012 wurden weit abgehängt. Es gab im   
    Jänner 24 Schneefalltage (+13 Tage), was ebenso einen neuen Rekord bedeutete. Bisher lagen 2004 und 2015   
    mit 18 Schneefalltagen im Jänner voran, insgesamt gesehen war es der Dezember 2005 mit 23 Schneefalltagen.   
    An fünf der Schneetage im Jänner 2019 haute es über 40 cm Neuschnee vom Himmel. Die größte Menge fiel am   
    5. Jänner mit 68 cm, Platz 4 in der Rangliste unserer Station und Platz 2 in der Jänner-Hitliste.  Die Schneedecke   
    blieb an allen 31 Tagen des Monats geschlossen und erreichte am 10. Jänner mit 240 cm ihren Höchststand. So   
    hoch lag der Schnee in Hintersee seit dem März 1988 nicht mehr.    
     
    Die zweite 500 er Grenze überschritten wir beim Niederschlag. Mit 502,5 l/m² an regen und Schnee gelang dies   
    erst zum dritten Mal in der Stationsgeschichte. Nur im Juli 1997 mit 538 l/m² und im Jänner 2012 mit 531 l/m² gab   
    es noch mehr Niederschlag. Damit schuppste der Jänner 2019 den Hochwasser-August 2002 (497 l/m²) vom   
    Podest. Den meisten Niederschlag regnete und schneite es am 14. Jänner mit 71,5 l/m².    
     
    Bestünde der Winter nur aus der Schneesumme des Jänners, so hätte der heurige allein 4 Winter des aktuellen   
    Jahrzehnts hinter sich gelassen. Es war ein Monat, der unserem Dorf noch sehr lange in Erinnerung bleiben   
    wird.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Do, 17.01.19 Hintersee steht vor einem neuen Schneerekord  
     
     
    So formuliert es Journalistin Birgit Kaltenböck in der Überschrift zu ihrem Bericht über die massiven Schneefälle   
    in Hintersee, welcher heute auf Seite 4 und 5 in den Flachgauer Nachrichten erschien.  Dazu musste ich sogar   
    für das Titelblatt herhalten.     
     
    Eine ausführliche Zusammenfassung und Analyse des Ereignisses erfolgt auf dieser Seite zu einem etwas   
    späteren Zeitpunkt. Für das Interview mit den Flachgauer Nachrichten habe ich im Vorfeld aber bereits einige   
    Wetterinfos ermittelt, die man in dem Artikel nachlesen kann.    
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
     
    Links: >> Artikel: 17.01.19 Hintersee steht vor einem neuen Schneerekord    
     
     
     
    Mi, 16.01.19 4,5 m Schnee in 2 Wochen – ein Untergang in Weiß  
     
     
    Das Aufatmen war im Ganzen land zu hören, als die Schneefälle endlich aufhörten. Die gesamte österreichische   
    Alpennordseite von Vorarlberg bis Niederösterreich sowie das südliche Bayern kämpften eineinhalb Wochen mit   
    immensen Starkschneefällen. Weite Teile des Salzburger Landes waren betroffen und mittendrin bei heftigen   
    Schneefällen und Nordstaulagen war Hintersee, das ein schier unfassbares Ereignis erlebte, welches nicht nur   
    neue Rekorde brachte, sondern die Bewohner und Einsatzkräfte an ihre Grenzen trieb.    
     
    Der Start des neuen Jahres stand komplett im Zeichen des Schneechaos, das in drei Wellen mit nur kurzen   
    Pausen auf uns zu rollte, da die Großwetterlage eingerostet war, sodass es zu einer sehr ausgeprägten Staulage   
    kam, die in 14 Tagen rund 4,5 m Neuschnee brachte.    
     
     
    1. Welle ab Mittwoch, 2. Jänner    
     
    Über dem Ostatlantik bis zu den britischen Inseln hatte sich kurz vor Jahreswechsel Hochdruck aufgebaut,     
    sodass es zu einer stabilen Nordwestlage kam, auf welcher die Frontalzone um das Hoch herum und in den   
    Alpenraum geführt wurde. Bereits die letzten tage im alten Jahr waren durch ein von Island ins Baltikum     
    ziehende Tief nass. Nach vorübergehender Wetterberuhigung am Neujahrstag folgte die Kaltfront eines     
    aufhoben beschriebener Zugbahn nach Finnland gewanderten Tiefs, hinter dem mit einer nördlichen     
    Höhenströmung polare Kaltluft in den Alpenraum geblasen wurde, mit der durch lebhaften bis starken Wind viele,   
    teils kräftige Schneeschauer von Dienstagnacht bis zum Donnerstag niedergingen.     
     
    Zwischenzeitlich etablierte sich der Tiefdruckkomplex über Finnland und tagesgangbedingt traten in der     
    eingeflossenen Kaltluft ab Donnerstagnachmittag wieder vermehrt Schneeschauer auf, die am Abend durch   
    Aufgleiten von Warmluft aus Deutschland in Dauerschneefall übergingen, der während der Nacht erstmals stark   
    ausfiel. Am Freitag ließ die Intensität vorerst nach bevor am späten Freitagnachmittag der Aufgleitprozess im   
    Vorfeld einer Warmfront von neuem begann und mit den Abendstunden intensiver Dauerschneefall in anfänglich   
    abermaliger Begleitung vom lebhaften NW-Wind einsetzte. Die Warmfront legte sich Samstagfrüh an den     
    Alpennordrand und prolongierte den anhaltenden und intensiven Schneefall bis weit in den Sonntag hinein. Das   
    steuernde Tief verlagerte sich am Dreikönigswochenende vom baltischen Raum zur Ukraine.    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Samstagmittag    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Temperaturen in 1.500 m Höhe zu Sonntagmitternacht    
     
     
    Ein nachlaufender schwacher Randtrog verstärkte die Schneefälle in der Nacht zu Montag aber übergangsweise   
    wieder. Dem Trog gegenüber stand das Ostatlantikhoch, das sich nun von Britannien langsam nach Skandinavien   
    schob.     
     
     
    2. Welle ab Dienstag, 8. Jänner    
     
    Von Island via den Britischen Inseln nahm am Dienstag ein werdendes Sturmtief Kurs in Richtung Südskandi-  
    navien und in weiterer Folge südostwärts nach Polen und den Ostalpenraum (Donnerstag), bevor es am Freitag   
    über den Balkan abzog und den Einfluss auf Österreich verlor. Mit der vorlaufenden Warmfront des Tiefs setzten   
    Dienstagfrüh bald wieder Niederschläge gepaart mit lebhaftem Wind ein, dahinter folgte rasch die Kaltfront. Am   
    Mittwoch und Donnerstag gerieten wir an die Rückseite des Tiefs, wodurch weitere Randtröge herangeführt   
    wurden, und somit eine zweite Welle mit massiven Schneefällen am Plan stand. Die Höhenströmung drehte von   
    Nordwest langsam auf Nordost, weshalb es auch ein Stück kälter wurde und der Schnee erneut pulvrig vom   
    Himmel rieselte.     
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Dienstagmittag    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Wetterlage in Mitteleuropa zu Donnerstagmitternacht    
     
     
    Derweil schob sich ein Hochkeil von Britannien nach Skandinavien und streckte am Freitag seine Fühler in den   
    Alpenraum aus, um das Wetter vorübergehend zu beruhigen, ehe die dritte und letzte Welle des Ereignisses im   
    Anmarsch war.    
     
     
    3. Welle ab Samstag, 12. Jänner    
     
    Am Samstag legte sich eine schwache Warmfront eines Spitzbergentiefs an die Alpennordseite. Dahinter folgte   
    in der von Grönland über Skandinavien nach Osteuropa verlaufenden Frontalzone von Südskandinavien her ein   
    sich südostwärts verlagerndes Tief, dessen okkludierte Front am Samstagabend das Gemeindegebiet erreichte.   
    Bereits am Sonntag zog ein weiteres Tief von Südskandinavien zum Baltikum (Montag). Seine Warmfront kam   
    zu Sonntagmittag daher und die Niederschläge wurden erneut kräftiger, gingen aber in Schneeregen und später   
    in Regen über, da die Schneefallgrenze gegen 900 m anstieg. Erst zeitig am Montagmorgen schloss sich die   
    Kaltfront an, die unser Wetter bis Dienstag beeinflusste.     
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Sonntagmittag    
     
     
    Am Mittwoch konnte das blockierende Hoch, das sich wieder bis zu den Briten und Island ausgebreitet hatte,   
    Meter nach Mitteleuropa gut machen und für Wetterberuhigung sorgen, wodurch das extreme Schneefallereignis   
    beendet wurde.    
     
     
    452 cm Neuschnee in 14 Tagen    
     
    Nach den erwähnten ersten Schneefällen Ende Dezember und der Wetterberuhigung an Neujahr begann das   
    Starkschneeereignis, um welches wir uns nun kümmern wollen, am 2. Jänner und brachte in 3 Schüben extreme   
    Neuschneemengen nach Hintersee.     
     
    Die massivsten Schneefälle gingen gleich am Höhepunkt der ersten Welle nieder. Mit einer sich lang ausschnei-  
    enden Warmfront fielen am 4. Jänner 47 cm, am 5. Jänner 68 cm und am 6. Jänner nochmals 41 cm an     
    Neuschnee.     
     
    Die zweite Welle nahm gleich zur folgenden Wochenmitte Fahrt auf und nach etwas geringeren mengen zu   
    Wochenstart schneite es am 9. Jänner wiederum 49 cm und am 10. Jänner 55 cm Neuschnee. Die Schneedecke   
    erreichte an diesem Donnerstag mit 240 cm ebenso ihren Höchststand.    
     
    In den dritten Schub am zweiten Jännerwochenende wurde mehr mildere Luft eingebunden, sodass die täglichen   
    Neuschneemengen nicht mehr derart hoch ausfielen. Die Niederschlagstätigkeit blieb aber unvermindert groß   
    und der gefallene Schnee wurde durch Warmfrontregen von Sonntagmittag bis fast Montagfrüh mit 59 l/m² mit   
    Wasser durchtränkt bevor es wieder zu schneien begann.    
     
    An den 14 Tagen vom 2. bis zum 15. Jänner schneite es in Hintersee die unfassbare Summe von 452 cm und   
    damit durchschnittlich 33 cm pro Tag, davon alleine in der Woche vom 4. bis zum 10. Jänner 305 cm und damit   
    44 cm Neuschnee pro Tag.    
     
    Ganze fünfmal überboten wir an den 7 Tagen zwischen dem 4. und dem 10. Jänner die 40-Zentimeter-Marke,   
    was sonst durchschnittlich dreimal in einem ganzen Winter in unserer Gemeinde vorkommt. Die 68 cm vom 5.   
    Jänner waren dabei der zweitgrößte Schneefall in einem Jänner hinter den 70 cm vom 13. Jänner 1995 und   
    insgesamt der vierthöchste Tageswert unserer Messreihe. Nur der angesprochene Tag, der 28. März 1988 (70   
    cm) und der Stationsrekord vom 17. Februar 2009 (72 cm) waren noch schneeintensiver. Der 10. Jänner mit   
    seinen 55 cm schaffte es etwas dahinter auf den 17. Platz, zählte aber gemeinsam mit dem 9. Jänner (49 cm)   
    noch zu den zehn schneereichsten Tagen in einem Jänner.    
     
     
    Die größten Tagesneuschneemengen in Hintersee    
     
    1 17.02.2009 72,0 cm    
    2 28.03.1988 70,0 cm    
      13.01.1995 70,0 cm    
    4 29.01.1999 68,0 cm    
      05.01.2019 68,0 cm    
    weites        
    17 10.01.2019 55,0 cm    
    38 09.01.2019 49,0 cm    
    41 04.01.2019 47,0 cm    
    62 06.01.2019 41,0 cm    
    140 07.01.2019 30,0 cm    
         
         
         
    Die größten Tagesneuschneemengen im Jänner    
         
    1 13.01.1995 70,0 cm    
    2 29.01.1999 68,0 cm    
      05.01.2019 68,0 cm    
    4 22.01.2000 60,0 cm    
    5 24.01.2012 57,0 cm    
    6 10.01.2019 55,0 cm    
    7 03.01.2006 52,0 cm    
    8 17.01.2016 50,0 cm    
    9 09.01.2019 49,0 cm    
    10 05.01.2017 48,5 cm    
     
     
    Stärkste Schneefallperiode seit Jahrzehnten    
     
    Die Einordnung des zurück liegenden Ereignisses ist nicht ganz so einfach, weil keine ausreichend lange Datenreihe   
    für Hintersee zur Verfügung steht. Da es aber jedenfalls seit den 1960er Jahren keine vergleichbare Periode gab, die   
    in derart kurzer Zeit ähnlich massive Schneefälle brachte, kann von einem zumindest 50jährlichen, vielleicht sogar   
    von einem 100-jährlichen Ereignis ausgegangen werden. Sich annähernde Schneefallperioden sind zwar in den   
    Messreihen auffindbar, allerdings brauchte es zum Beispiel 1988 oder 2009 mehr Zeit für eine ähnliche Schnee-  
    menge  bzw. endeten diese wieder deutlich früher wie etwa 1995 oder 2006.    
     
    Im Februar und März 1988 schneite es vom 19.2. bis 13.3.88 505 cm. Davon fielen zwischen dem 7. und 13.3.   
    255 cm. Die Schneehöhe betrug damals deutlich über 2 m. An 24 Tagen fielen damals somit 22 cm Neuschnee   
    pro Tag. Es gab 6 Mal über 40 cm an Tagesneuschneesumme.    
     
    Vom 6.-23.2.1999 fielen 345 cm Schnee und damit in 18 Tagen durchschnittlich 19 cm, die 40-cm-Marke wurde   
    an keinem Tag erreicht. Diese Schneefälle waren dennoch Baustein für den zweitschneereichsten Winter in   
    Hintersee. Als historisches Ereignis ist das große Lawinenunglück von Galtür (Tirol) mit dieser Schneefallperiode   
    verbunden.    
     
    Im Februar 2009 brachten wir es vom 11.-27.2. auf 438,5 cm, was am Ende eine Schneehöhe von 2,17 m   
    bedeutete. An den 17 Tagen dieser Schneefallphase kamen durchschnittlich 26 cm vom Himmel, dabei ging es 4   
    Mal über die 40 cm an Tagesmenge.    
     
    Der Rekordwinter 2005/06 mit einer Schneesumme von 1043 cm zeichnete sich durch beständiges Schneien,   
    aber nicht durch ganz große Tagesmengen aus.  Vom 6. bis 11. Feber 2006 fielen 193 cm, was bei zweimaligen   
    Überschreiten der 40er Marke und einer Dauer von 6 Tagen einen Tagesschnitt von 32 cm bedeutete. Die   
    Schneehöhe stieg damals auf etwa 2,3 m.    
     
    Die 185 cm, die es von 10. bis zum 13. Jänner 1995 herunter haute, waren mit einem Schnitt von 46 cm in 4   
    Tagen und ebenso doppelten Übertreffen der 40er Marke das wohl giftigste kürzere Schneefallereignis in     
    unserer Gemeinde in jüngerer Vergangenheit.    
     
    Länger zurück liegen die Schneefälle aus dem Jänner 1954. Versucht man die Daten der Hydrografischen   
    Station Faistenau für Hintersee hochzurechnen, so schneite es zwischen dem 6. und 12. Jänner rund 200 bis   
    250 cm Neuschnee in unserer Gemeinde. Damals war Hintersee am Straßenweg nicht mehr erreichbar und   
    wurde durch die amerikanische Besatzungsmacht mit Hubschraubern aus der Luft versorgt. Prägend für dieses   
    Ereignis steht die Lawinenkatastrophe im Vorarlberger Blons.    
     
     
    Neue Schneerekorde in Österreich    
     
    Auch das offizielle bundesweite Messnetz hat das Problem zu weniger lange genug zurück reichender Stationen,   
    um das zurück liegende Ereignis gut einordnen zu können. Dennoch vielen in manchen Orten die alten Schnee-  
    bestmarken und es gab neue Rekorde, sodass man hier wohl von einem 100-jährlichen Ereignis sprechen   
    konnte. Anderswo handelte es sich, auch aufgrund der verschieden intensiven Schneefälle bzw. der unterschiedlichen Höhenlage, um 10- oder 50-jährliche Ereignisse.  
     
    So waren die 310 cm im Vorarlberger Schröcken auf rund 1.200 m Seehöhe, die zwischen dem 1. und dem 15.   
    Jänner fielen, nichts Außergewöhnliches (Messung seit 1926). Anders im Tiroler Hochfilzen, das mit 451 cm   
    Neuschnee und einem neuen Rekord als einziges mit Hintersee mithalten konnte (Messung seit 1971). Neue   
    Rekorde gab es in Tirol zudem in Seefeld mit 283 cm (Messung seit 1895) und in Kufstein mit 168 cm (Messung   
    seit 1923).     
     
    Eine neue Bestmarke eines steirischen Ortes gab es in Bad Mitterndorf mit 270 cm. Alle 30-50 Jahre passieren   
    Bad Aussee seine 300 cm Neuschnee (Messungen jeweils seit 1971).     
     
    Die 152 cm in oberösterreichischen bad Ischl kommen durchschnittlich alle 20 Jahre vor (Messung seit 1971).  
     
    Die Salzburger rekordorte waren Abtenau und Lofer. In der Tennengauer Gemeinde schneite es 240 cm     
    (Messung seit 1964), im Pinzgauer Ort 263 cm (Messung seit 1971).    
     
     
    Krisengebiet im Großteil Salzburgs    
     
    Kurz vor und mit der zweiten Welle der Schneefälle führten diese in immer mehr Regionen Salzburgs zu     
    Problemen. Vor allem die Nordstaulagen der Osterhorngruppe und des Lammertals waren alsbald betroffen.   
    Später spitzte sich die Situation auch Innergebirg zu.      
     
     
    Hintersee und St. Koloman – nichts geht mehr    
     
    Nach der ersten Schneewelle verschärfte sich die Situation vor allem in Faistenau, Hintersee und St. Koloman   
    rapidund hielt Bevölkerung und Einsatzkräfte gut eine Woche auf Trab.    
     
    Bereits mit den ersten starken Schneefällen kam es hauptsächlich im Raum Thalgau, Faistenau, Hintersee und   
    dem Lammertal zu ersten großflächigen Stromausfällen von durch den Schneedruck umgefallenen Bäumen, die   
    zahlreiche Stromleitungen abrissen. Am 5. Jänner wurde es gegen 23 Uhr bei uns in Hintersee finster und dies   
    blieb am darauf folgenden Feiertag noch bis gegen 12 Uhr so. An den Folgetagen gab es weitere Stromausfälle,   
    die aber kürzer ausfielen. Teils rissen, so wie in Fuschl, Stromleitungen direkt bei Wohnhäusern.    
     
    Am 7. Jänner veranlassten die vorhergesagten Neuschneemengen die ersten Einheimischen zum Abschaufeln   
    der Dächer bis zu Mittag die Meldung von der Sperre der Hinterseer Landesstraße die Runde machte. Die   
    einzige Hauptstraße und Verbindung talauswärts nach Faistenau musste nach dem Umstürzen von Bäumen   
    unter der Schneelast zwischen dem Recyclinghof in Faistenau und dem Fischerwirt im Ortsteil Vordersee     
    (Wörlehtal) komplett zugemacht werden. Eine Beseitigung der Bäume war nicht möglich, da weitere Bäume   
    unmittelbar umzufallen drohten. So war tags zuvor die Freiwillige Feuerwehr Hof bei einem Einsatz im Ortsteil   
    Hinterschroffenau bei Ebenau bei einen Einsatz von einem umstürzenden Baum überrascht worden. Zum Glück   
    wurden die Einsatzkräfte und das technische Gerät knapp verfehlt.    
     
    Da auch die alte Hinterseestraße gesperrt werden musste, blieb als letzte Verbindung zur Außenwelt noch die   
    Variante über den Ort Faistenau, Stegleiten und über die Seestraße weiter nach Vordersee. Allerdings konnten   
    diese Nebenstraßen nur von Allrad getrieben Fahrzeugen befahren werden oder mittels Schneeketten. Dabei   
    war stets unsicher, ob dieser Weg durchgehend offen gehalten werden konnte.    
     
    Beinahe im selben Atemzug gingen im Umkreis weitere Straßen zu. Die Tiefbrunnauer Landesstraße wurde   
    ebenso gesperrt wie die Wiestal Landesstraße vor und nach Ebenau, die Strubklammstraße, die Thalgauer-  
    straße, die Russenstraße, die Gaisbergstraße und am Montagnachmittag auch kurzzeitig die Wolfgangsee   
    Bundesstraße bei der Nesselgrabenbrücke.     
     
    Erst am Mittwochabend, den 9. Jänner, konnten die wichtigen Hauptverbindungen nach Hintersee und in die   
    Tiefbrunnau wieder freigegeben werden, wobei es am Donnerstag erneut zu stundenweisen Sperren kam.   
    Schließlich gelang es aber der Faistenauer Feuerwehr und den Soldaten des Bundesheeres die Befahrbarkeit   
    wieder herzustellen.    
     
    Während dessen kam ab dem 8. Jänner das öffentliche Leben bzw. der übliche Alltag in Hintersee zum erliegen.   
    Praktisch die gesamte Bevölkerung des Ortes war im Schneeräumeinsatz. Viele Hinterseer konnten nicht mehr   
    in die Arbeit kommen, Kindergarten und Volksschule blieben am 8. und 9. Jänner geschlossen. Die heimische   
    Feuerwehr und Soldaten sowie Trupps aus Einheimischen schaufelten nun pausenlos Dächer ab. Alle im Ort   
    befindlichen Schneeräumfahrzeuge, Traktoren mit Pflügen, Schaufeln und Fräsen, Baumaschinen und     
    Pistengeräte waren im Dauerbetrieb um der Schneemassen Herr zu werden. Schließlich musste nun selbst die   
    Landesstraße von den einheimischen geräumt werden, um wenigstens den ortsinternen Verkehr aufrecht zu   
    erhalten bis die Pflüge des Landes nach Straßenöffnung wieder in Aktion treten konnten.     
     
    Mit der zweiten Welle verschärfte sich die Lage in Hintersee zusehends und vor Anrücken der dritten     
    Niederschlagswelle wurden die Anstrengungen beim Abschaufeln der Dächer nochmals intensiviert. Dachdecker,   
    Zimmereien, Hausbesitzer und Trupps aus Einheimischen, die anderen zu Hilfe kamen, waren praktisch rund um   
    die Uhr im Einsatz, um die Häuser von den gröbsten Schneemassen zu befreien, da der angekündigte Regen   
    oder Nassschnee wohl mehreren Dachstühlen zum Verhängnis geworden wäre. Am 10. und 11. Jänner     
    konzentrierte sich die Freiwillige Feuerwehr Hintersee, die in diesen Tagen Unmenschliches leistete, auf die   
    Dachräumung des Feuerwehrhauses und des Gemeindezentrums, wodurch dieses samt Kindergarten und   
    Volksschule und Gemeindeamt am Freitag geschlossen blieb. Bei der Räumung des Feuerwehrhauses kam ein   
    privates Kranfahrzeug zum Einsatz, das Einiges an Schnee herunter holen konnte. Beim räumen des Gemeinde-  
    zentrums wurde der herab geschaufelte Schnee mit dem Loipenspurgerät über eine Rampe weggeschoben und   
    aufgetürmt. Tatkräftige Unterstützung bei diesen Arbeiten kam von den Freiwilligen Feuerwehren aus Anthering,   
    Bergheim (Löschzug Lengfelden), Bürmoos, Fuschl, Oberndorf und Strobl (Löschzug Abersee) sowie 8 Flücht-  
    lingen, welche sich bei der Diakonie freiwillig meldeten und am Freitag ausgestattet mit Schaufeln im Boden-  
    einsatz mithalfen.    
     
    Trotz der Bemühungen kam es zu Schäden an Gebäuden, da die Lasten doch sehr auf das Mauerwerk drückten   
    bzw. durch einseitige Gewichtsverteilung bei einem Einfamilienhaus der Dachstuhl verschoben wurde. Bei einem   
    Bauernhaus musste das Dach zusätzlich gestützt werden, um ein Einbrechen zu verhindern. Dazu gesellten sich   
    viele kleinere Schäden vor allem an Dächern wie zum Beispiel beschädigte Kamine oder Dachrinnen. Welche   
    Schäden die Schneefälle an den Alm- und Jagdhütten hinterlassen haben, wird sich erst im Frühjahr weisen.  
     
    Als schlussendlich alle im Ort erstmals richtig zum Durchatmen kamen, rief sich die weiterhin hohe Lawinengefahr in   
    Erinnerung und der durch den Regen nass und schwer gewordene Schnee sorgte im Talschluss von Lämmerbach für   
    zwei besorgniserregende Momente. In der Nacht auf den 14. Jänner ging etwa um Mitternacht in der Bärnau von den   
    Hängen des Feichtensteins eine Lawine bis ins bewohnte Gebiet ab und kam hinter dem Hinterbärnaubauern zum   
    stehen und verursachte so nur einen Schrecken und keine Schäden.  Ebenfalls fast bis ins Tal herunter schaffte es   
    eine Lawine wenig später, die vom Königsberghorn in den Schatzgraben abging und noch rechtzeitig vor dem   
    Talboden stoppte.    
     
    Die Schneekrise brachte abseits davon Hintersee eine sonst unbekannte mediale Aufmerksamkeit, was auch die   
    Wetterstation Hintersee durch die schlagartig gesteigerte Aktivität und den unzähligen Aufrufen ihrer Internet-  
    präsenzen und den Presseanfragen merkte, zudem berichteten Radio- und TV-Stationen in diesen Tagen aus   
    dem Schneeloch. Neben Beiträgen zu bester Sendezeit in den Nachrichtensendungen des ORF, war besonders   
    der Bericht in der Tagesschau der deutschen ARD um 20 Uhr am 8. Jänner bemerkenswert.    
     
    Über zu wenig mediale Aufmerksamkeit konnte sich auch unsere südliche Nachbargemeinde im Tennengau, St.   
    Koloman, nicht beklagen. Beklagenswert war die dortige Situation, die mit der in Hintersee vergleichbar war und   
    die Taugler vor eine große Herausforderung stellte.    
     
    Schon am 5. Jänner wurde die Bevölkerung von St. Koloman vom Bürgermeister aufgerufen, wenn irgendwie   
    möglich in den Häusern zu bleiben. Zwei spontane Lawinenabgänge auf die Horn- und die Tauglbodenstraße,   
    bei denen Fahrzeuge und Personen verschüttet wurden, es aber keine Verletzten gab, waren Auslöser für die   
    Vorsichtsmaßnahme.     
     
    Ein paar Tage darauf ging auch in St. Koloman nichts mehr und der Ort war nicht mehr erreichbar. Dazu wurden   
    weite Teile der Gemeinde nach Straßensperren abgeschnitten, die Schule musste geschlossen werden. Am 7.   
    Jänner konnten Urlauber, die bereits 3 Tage auf einer Alm eingeschneit waren, wohlauf gerettet werden.     
     
    Erst am 13. Jänner schafften es unsere Nachbarn die Straße zum Seewaldsee wieder frei zu räumen und die 40   
    abgeschnittenen Einwohner zu befreien. Bis zum 15. Jänner gelang dies dann auch mit der Tauglbodenstraße,   
    wo weitere 30 Taugler teils ohne Stromversorgung seit 10 Tagen von der Außenwelt abgeschnitten ausharrten.   
     
    Auch in St. Koloman reichte die Schneehöhe von 2 m im Dorf bis 2,4 m beim Seewaldsee.    
     
    Freude bereitete der viele Schnee wohl nur den Kindern, die oftmals noch ein paar Ferientage dazu bekamen,   
    da der Weg in die Schulen zu gefährlich oder einfach gar nicht mehr möglich war. Neben Hintersee und St.   
    Koloman hatten in der Region u. a. die Schulen und Kindergärten in Faistenau, Krispl und Hof sowie das     
    Werkschulheim Felbertal in Ebenau geschlossen. Letzteres sogar die ganze Woche nach den regulären     
    Weihnachtsferien.    
     
     
    Viele Orte und Personen abgeschnitten und stromlos    
     
    Bis zu 17 Orte und zahlreiche Ortsteile waren in ganz Salzburg aufgrund der Schneefälle und den damit     
    verbundenen Straßensperren, hervorgerufen durch Lawinensperren oder –abgingen bzw. mittels Schneedruck   
    umgestürzter Bäume, nicht mehr erreichbar. Bis zu 54.000 Personen, darunter rund 30.000 Urlauber, mussten   
    insgesamt in Lofer, Unken, St. Martin/L. Weißbach, Saalbach, Viehhofen, Mühlbach, Rauris, dem Großarltal,   
    Tweng, Muhr, in Obertauern, St. Martin/T., Rußbach, St. Koloman, Ebenau und Hintersee daheim bleiben. Dazu   
    kamen unzählige Ortsteile von Gemeinden, die zeitweise nicht erreichbar waren. Längere Probleme gab es zum   
    Beispiel in Taxenbach, St. Veit, Annaberg, Adnet und in Faistenau.    
     
    Für die Nacht vom 13. auf den 14. Jänner erging angesichts prognostizierten starken Windes der Appell der   
    Salzburger Landesregierung primär an die Bewohner von Häusern am Waldrand im Erdgeschoss zu nächtigen,   
    da akute Gefahr durch umstürzende Bäume herrsche.    
     
    Neben den lokalen gab es bis zu 29 teils überregionale Straßensperren gleichzeitig. So war die Verbindung über   
    den Katschberg und damit Obertauern sehr oft wegen Lawinengefahr abgeschnitten, selbst wenn die Straße   
    tagsüber wieder für einige Stunden geöffnet werden konnte. Lawinengefahr war auch der Sperrungsgrund bei   
    den Straßen über den Pass Gschütt, den Gerlospass, dem Felbertauernpass und der Salzachtal Bundesstraße   
    zwischen dem Pass Lueg und Tenneck. Lawinenabgänge machten dagegen den Pass Strub und das kleine   
    Deutsche Eck nicht mehr passierbar. Die Tauernautobahn musste aufgrund wiederholter Lawinensprengungen   
    bei Flachauwinkl ebenso immer wieder für Stunden gesperrt werden. selbst die Bahnverbindung durch das   
    Salzachtal musste durch die Lawinengefahr am Pass Lueg für Tage unterbrochen werden.    
     
    Wer eingeschneit war, hatte zudem öfter keinen Strom. Immer wieder gab es im ganzen Bundesland und hier in   
    erster Linie im Flach- und Tennengau teils großflächige Stromausfälle. Die Techniker der Salzburg AG kamen   
    beim Flicken der oft durch umstürzende Bäume abgerissenen Leitungen kaum hinter her und arbeiteten rund um   
    dir Uhr. Dennoch waren bis zu 2.800 Haushalte im Bundesland ohne Stromversorgung.    
     
    Für viele Schulkinder brachte das Schneechaos eine unerwartete Verlängerung der Weihnachtsferien, da     
    zahlreiche Schulen im Bundesland zumindest tageweise geschlossen blieben. In Spitzenzeiten gab es in 32   
    meist Volks- und Hauptschulen keinen Unterricht.    
     
     
    Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen    
     
    Nach Februar 1999 und Februar 2009 wurde diesmal in Salzburg die seltene sowie höchste Lawinenwarnstufe 5   
    ausgerufen. Die 700 Mitglieder der 90 Lawinenkommissionen stuften die Gefahr während der 2. Welle der   
    Schneefälle in den nördlichen Kalkalpen mit höchster Gefahr ein, mit der dritten Welle war dies dann im     
    südlichen Pinzgau der Fall.    
     
     
    3 Tote, 44 Verletzte und zahlreiche Sachschäden    
     
    Das ist alleine in Salzburg die betroffen machende Bilanz der Starkschneefälle, durch dessen folgen 3 Menschen   
    ums Leben kamen und 44 teils schwer verletzt wurden.    
     
    Traurige Gewissheit gab es am 7. Jänner über das Schicksal eines Jägerpärchens in Abtenau. Die zuvor schon   
    als vermisst geltenden Einheimischen wurden bei der Schindlmaisalm zwei Meter tief von einer Lawine     
    verschüttet und konnten von Bergrettung und Alpinpolizei nur mehr tot geborgen werden.    
     
    Am 14. Jänner wurden vier Arbeiter beim Dachabschaufeln eines Hauses im Faistenauer Ortsteil Vordersee,   
    nahe dem Hintersee, von einer Dachlawine rund 6 m mit in die Tiefe gerissen. 2 wurden leicht, 2 ganz     
    verschüttet. Zwei Kollegen wurden leicht, einer schwer verletzt. Für einen 47-jährigen kam dabei jede Hilfe zu   
    spät.     
     
    Die hohe Zahl an Verletzten war leider in erster Linie auf die Ignoranz und den Egoismus von Skitourengehern   
    und Variantenfahrern zurück zu führen, die trotz höchster Lawinengefahr, schlechtem Wetter und behördlicher   
    Warnungen zu Skitouren aufbrachen bzw. den gesicherten Pistenraum verließen und sich und ihre Retter in   
    Lebensgefahr versetzten. 436 Bergretter mussten in den zwei Wochen zu 46 riskanten Einsätzen ausrücken.  
     
    Bei einem Lawinenabgang auf eine gesicherte Skipiste in Neukirchen (Pinzgau) kamen am 9. Jänner 6     
    Jugendliche aus Deutschland großteils mit dem Schrecken davon. Ein Mädchen wurde mit leichten Verletzungen   
    ins Krankenhaus nach Mittersill gebracht.    
     
    In Koppl stürzte das Dach eines Gewächshauses der Gärtnerei Deisl aufgrund des Schneedrucks ebenso ein   
    wie kurz darauf das Dach einer Tankstelle in Golling. Von weiteren Gebäudeschäden im Ganzen land ist     
    auszugehen. Bei entlegenen Hütten bzw. Almen wird das Schadensausmaß erst mit Einkehr des Frühjahrs   
    wirklich sichtbar werden. Nicht anders verhält es sich mit den zu erwartenden Forstschäden durch Schneebruch   
    und Windwurf, die während des Ereignisses nur im Tal und damit wohl nur in geringem Umfang festgestellt   
    werden konnten. Unter den Schneemassen leidet auch das Wild, das in den nächsten Wochen nur mehr     
    erschwert oder gar nicht zu seinen Fütterungen kommt bzw. konnten diese von den Jägern nicht mehr erreicht   
    werden.    
     
     
    Tausende Hilfskräfte in Salzburg im Einsatz    
     
    Zu den Bergrettern gesellten sich noch 6.432 Einsatzkräfte der Feuerwehren und rund 400 Soldaten des Bundesheeres, die in Dienten, Maria Alm, St. Koloman, Faistenau und Hintersee im Assistenzeinsatz zum   
    Freimachen der Straßen und Abschaufeln der Dächer waren. Feuerwehren aus weniger oder gerade nicht   
    betroffenen Gemeinden leisteten dabei ihren Kameraden in den Krisenregionen wertvolle und grenz-    
    überschreitende Hilfe. Mit Hubschraubern des Bundesheers und privater Organisationen und Firmen wurden in   
    120 Einsatzstunden nicht nur die Mitglieder der Lawinenkommissionen zur Lagebeurteilung in die Berge     
    geflogen, sondern auch versucht, mit dem Wind der Rotorblätter den Schnee von jenen Bäumen zu blasen, die   
    an Straßenrändern auf die Fahrbahnen zu fallen drohten.    
     
     
    Alpennordseite erstickt im Schnee    
     
    Die immensen Schneefällen hielten neben Salzburg die gesamte Alpennordseite in Österreich in Atem und die   
    Lage wurde teils katastrophal, da bis zu 180 Straßen gleichzeitig gesperrt waren und zehntausende Menschen,   
    Einheimische und unzählige Urlauber, eingeschneit waren und mitunter ohne Stromversorgung ausharren     
    mussten. Regional blieben die Sperren und Stromausfälle tagelang ein Problem.     
     
    In Vorarlberg und Tirol wurde mit der dritten Welle die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Weite Teile     
    Vorarlbergs und der Westen Tirols, aber auch andere Gegenden, gerieten unter höchste Lawinengefahr. Prekär   
    war die Lage vom Kleinwalsertal über den Arlberg bis zur Silvretta. Schröcken, Warth, Lech, Zürs und Stuben   
    waren von der Außenwelt abgeschnitten. Selbst die Bahnstrecke musste gesperrt werden. Am 12. Jänner fanden   
    4 Urlauber, die eine Sperre ignoriert hatten, beim Skifahren abseits der gesicherten Piste den Tod.    
     
    In Ramsau in der Obersteiermark ging am 15. Jänner  um  1 Uhr früh die Eiskarlawine bis in den Ort ab, wodurch   
    vor allem zwei Hotels schwer beschädigt wurden, aber zum Glück keine Menschen zu Schaden kamen. Die   
    bekannte Lawine, die aber völlig unerwartet solche Ausmaße annahm und bis ins Dorf vordrang, kippte einen   
    Reisebus um und versetzte Autos und Kleinbusse. Zivile Einsatzkräfte und Soldaten halfen bei der Suche nach   
    eventuell Verschütteten und den Aufräumarbeiten.     
     
    Aus Sicherheitsgründen evakuiert und zum Katastrophengebiet erklärt wurde in Niederösterreich das Hochkar.   
    Bewohner und Urlauber wurden am 9. Jänner aufgrund der hohen Lawinengefahr aus ihren Häusern und Hotels   
    weggebracht, die Zufahrtsstraße für Tage abgeriegelt.    
     
    In Oberösterreich wurden im Salzkammergut Orte abgeschnitten, sonst waren hier vor allem die Stromausfälle   
    und Straßensperren, die von umgestürzten Bäumen verursacht wurden, das Thema für die Einsatzkräfte.    
     
    Neben über zehntausend Helfern von Feuerwehr, Bergrettung und Alpinpolizei waren auch rund eintausend   
    Soldaten des Bundesheeres im Assistenzeinsatz in ganz Österreich.    
     
    Quellen: www.orf.at, www.zamg.ac.at, www.facebook.com (Seiten der FF Hintersee und Faistenau), www.hintersee.eu,   
    ORF Radio Salzburg, Hydrografischer Dienst Salzburg    
     
    Links: >> Fotoalbum: 11.-17.01.19 Untergang in Weiß    
    >> Tagesniederschläge >> Tagessrangliste Schnee >> Winterstatistik  
     
     
     
    Mi, 02.01.19 Rückblick Dezember: Gib der Wüste Contra  
     
     
    + 462 l/m² Niederschlag    
    + 126,5 cm Neuschnee    
    + 0,6°C mittlere Temperatur    
    1 Gewitter    
     
    Der letzte Monat im Jahr versuchte zu retten, was noch zu retten war und ließ zahlreiche Tropfen und Flocken   
    auf den heißen Stein fallen. Zwar kühlte der Stein nicht aus, da auch der Dezember deutlich zu warm war,     
    dennoch bügelte er mit einem neuen Niederschlagsrekord die fürchterliche Bilanz von 2018 noch etwas aus.  
     
    Das Bügeleisen ausgepackt wurde bereits mit Beginn des Dezembers, da sich nach langer Zeit mal wieder eine   
    Westlage einstellte, wodurch man getrost von einem Dampfbügeleisen sprechen konnte. Der Dampf in Form von   
    Niederschlag wurde von rasch aufeinander folgenden Tiefs, die von Britannien ostwärts zogen, ins Land     
    gebracht. Recht milde Meeresluft gab es inklusive. Der Hochdruck hielt sich zu dieser Phase des Monats im   
    Nordosten Europas, von wo er mit Ausklang der ersten Dekade Abschied nahm, um darauf im Südwesten wieder   
    aufzutauchen. Derweil hatte sich das steuernde Tief über Skandinavien eingenistet, wurde aber alsbald von sich   
    über den Westen und Nordwesten des Kontinents hier hin aufwölbenden Hochdruck abgelöst. Der Trog     
    verlagerte sich nach Osteuropa, wodurch für ein paar Tage winterliches Flair samt passender Luftmasse aus No   
    in den Alpenraum kam. Zur Monatsmitte griff der Hochdruck auch bis zu uns aus und nur mehr ein kleines     
    Höhentief über den Alpen brachte einige Flocken. Danach versuchte atlantischer Tiefdruck mit Zentrum bei   
    Island die Hochblockade schon wieder aufzulösen, was nach Anlaufschwierigkeiten in Gestalt von     
    Frontsystemen schlussendlich mit dem zweiten Dekadenwechsel gelang und das übliche Weihnachtstauwetter   
    stand parat. Unter den Baum legten weitere aus Nordwesten heranziehende Tiefs massig Niederschlag. Der in   
    den Süden zurückgedrängte Hochdruck bäumte sich zu den Feiertagen aber langsam über den Ostatlantik nach   
    Norden auf, um in der letzten Woche des Jahres bei den Briten aufzuschlagen und selbst im Alpenraum das   
    Wetter zu beruhigen. Erst ganz am Ende erreichten neue Tiefs, die von Island her das Hoch umlaufen mit neuen   
    Niederschlägen Mitteleuropa    
     
    Mitten in Mitteleuropa liegt nach wie vor Österreich, dass einen Dezember der wärmeren Sorte in seiner 252-  
    jährigen Messgeschichte mit einer Abweichung von +2,0°c erlebte. Dabei war es besonders im Flachgau und im   
    Innviertel mit noch höheren Abweichungen am mildesten. Hohe Ausschläge nach oben gab es ausnahmsweise   
    diesmal auch bei den Niederschlägen, die an der Alpennordseite um die Hälfte bis zum Dreifachen des Üblichen   
    brachten. Hier war es einer der nassesten Dezember der letzten vier Jahrzehnte. Nur 1988 und 1991 konnten   
    mithalten. Der Süden und Südosten des Landes bekamen bis zu drei Viertel weniger. Der niederschlagreichste   
    Ort befand sich mit Warth und 379 l/m² im Ländle. Der sonnigste Ort lag dagegen in Kärnten auf der Villacher   
    Alpe mit 122 Sonnenstunden. Diese zeigte sich bundesweit um 15 Prozent, teils bis zur Hälfte seltener dabei von   
    Salzburg ostwärts.    
     
    Nicht gegen die Richtlinienkompetenz des Gesamtjahres richteten sich die Temperaturen, die auch ohne viel   
    Sonne, aber dafür mit mildem Westwind den zweitwärmsten Dezember in Hintersee fabrizierten. Mit einem Mittel   
    von +0,6°C und einer Abweichung von +2,4 Grad landeten wir ex aequo mit dem Dezember 2014 hinter dem   
    Dezember 2015 (Mittel +2,7°C) und prolongierten den Erwärmungstrend, der vor allem im ersten Drittel extrem   
    und im dritten Drittel noch mit einem deutlichen Überschuss ausfiel. Nur die Mitteldekade hielt sich an das     
    normale Mittel. Tagesminimum und –Maximum waren sich mit je 10,1 Grad sehr einig. Am 14. Dezember beim   
    Tiefstwert halt mit einem Minus davor und am 7. Dezember beim Höchstwert mit einem Plus als Vorzeichen. Der   
    7. Dezember produzierte mit +5,5°C zudem das höchste Tagesminimum in einem Dezember. Es kam nur zu 4   
    Eistagen und 20 Frosttagen sowie 30 kalten Tage.    
     
    Ein Überangebot anderer Natur gab es beim Niederschlag, der für Dezember oder generell für einen     
    Wintermonat heuer abnormal hoch ausfiel, denn mit einer Gesamtsumme von 462 l/m² war es noch nie in einem   
    Dezember so feucht in unserem Tal. Die hydrografische Station in Faistenau zeigte als nassesten Dezember in   
    den letzten sechs Jahrzehnten bisher den Dezember aus 1974 mit 381,3 l/m² und dem aus 1988 mit 377,8 l/m².   
    Diese Mengen übertrafen wir heuer also beiweiten, der Dezember landete in unserer Bestenliste sogar auf dem   
    7. Platz. Er war der niederschlagsreichste Monat seit dem Jänner 2012 (2. Platz mit 531 l/m². Einen großen   
    Beitrag zu diesen Niederschlagsmengen leisteten einige markante Ereignisse, die oftmals Regen und Schnee in   
    Kombination brachten. So auch am 10. Dezember, wo schlussendlich mit 71,5 l/m² der höchste Tagesnieder-  
    schlag im Dezember zusammen kam. Aber auch der 24.12. (64,5 l/m²), der 23.12. (63 l/m²), der 31.12. (46,5   
    l/m²) und der 30.12. (41 l/m²) waren nennenswerte Wasserlieferanten.    
     
    Am 24. Dezember läutete um 5:30 Uhr sogar ein Wintergewitter mit lebhaften und starken Regen sowie sogleich   
    starken Schneefall den Heiligen Abend ein.    
     
    Der erwähnte 23. Dezember mit seinen 63 Litern am Quadratmeter war zugleich der regenreichste Tag im   
    letzten Monat des Jahres, der eine akkumulierte Regensumme von 284 l/m² zusammen brachte, was eine     
    weitere Rekordmarke mit einem Plus von 272 Prozent bedeutete. Der bisher verregnetste Dezember aus 2002   
    mit 166 l/m² hatte eindeutig das Nachsehen. Das Geschütte verteilte sich dabei auf 16 Regentage, doppelt soviel   
    als üblich und ebenso noch nie da gewesen. In den Dezembern 1997 und 2011 gab es jeweils 13 Regentage.  
     
     
    Neuschnee gab es auch noch: Hier lagen wir 1 Flocke oder ganze 0,2 cm im Minus zum Durchschnitt, wo wir mit   
    einer Schneesumme von 126,5 cm ins Ziel kamen. Mittiger geht es eigentlich nicht mehr. Den Neuschnee     
    rieselte es hierbei an 15 Schneefalltagen (+3 Tage) vom Himmel. Am meisten Weiß gab es mit 34 Zentimetern   
    am 12. Dezember. Ebenfalls an jenem Tag erreichte die Schneedecke mit 60 cm ihren Höchststand im Monat,   
    an dem sie an unserer Station an 26 Tagen geschlossen zu beobachten war. Einzig zu Monatsbeginn hatte sie   
    ihre Probleme und der viele Regen im Rahmen des Weihnachtstauwetters setzte ihr ebenso zu. Es ging mit   
    weißen Weihnachten aber nochmal gut.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Di, 01.01.19 Raketen hinterm Schneeregen  
     
     
    Regen, Schnee oder einfach Niederschlag war, was dem alten Jahr über weite Strecken ja fehlte und so nutzte   
    es scheinbar am Ende noch jeden Tag und jede Stunde aus, um noch etwas aufzuholen. Entsprechend verliefen   
    die letzten Tage im Jahr 2018 trüb mit nassem Schneefall. Auch Silvester bot kein anderes Bild, nur dass mit   
    Heranschreiten des neuen Jahres der Schneefall in Schneeregen überging und sich bei +0,5 Grad zu Mitternacht   
    sich Hintersee in eine trübe Mischung aus Wolken und Nebel hüllte, wo sich Schneeflocken und Regentropfen in   
    das Blickfeld warfen. So blieb die Schau auf das heurige Feuerwerk über der Ladenbachmetropole eine ein wenig   
    verschleierte, sei aber dennoch wie zu jedem Jahreswechsel hergezeigt.    
     
    Links: >> Fotoalbum: 01.01.19 Raketen hinterm Schneeregen    
     
     
     
    Mo, 24.12.18 Weihnachtst(s)auwetter kriegt die weiße Kurve  
     
     
    Wie die jährliche Geburtstagsparty des Jesuskindes kommt auch meistens das Weihnachtstauwetter recht   
    pünktlich um diese Zeit ums Eck. Die von der Wetterküche eingeschlagene Westlage schickte sich genau an den   
    Tagen vor dem Fest an, die liegende weiße Pracht wieder wegzuräumen. Fast mit Erfolg.     
     
     
    Weihnachtstief „Tete“ bringt turbulentes Wetter    
     
    Zuvor zog aber bereits von Samstag auf Sonntag ein Tief über die Ostsee weiter nach Osten und sorgte am   
    Samstag für windiges Wetter mit Regenschauern. Der nachfolgende Trog, angereichert mit höhenkalter Luft,   
    rückte am Abend ein und labilisierte die hier liegende Luftmasse, sodass es über dem Norden Salzburgs     
    stellenweise zu Blitzentladungen kam. Verbunden damit waren Regenschauer, die in der Nacht zu Sonntag in   
    Hintersee in schauerartig verstärkten Dauerregen übergingen, welche erst am Morgen des 4. adventsonntags   
    wieder abklangen.    
     
    Das vierte Lichtlein konnte dann halbwegs entspannt leuchten, ehe sich am Abend die Warmfront von Tief „Tete“   
    mit einsetzenden mäßigen Dauerregen bemerkbar machte. Das kleine Tief entstand an der Vorderseite, des sich   
    von Südwesteuropa zu den Briten hin aufwölbenden Hochs und rutschte am Sonntag von der Nordsee über die   
    Benelux nach Mitteldeutschland und in der Nacht zu Montag weiter in den Osten Österreichs.     
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild. Großwetterlage zu Sonntagnacht    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Wetterlage in Mitteleuropa zu Sonntagnacht    
     
     
    Mit dem Eintreffen des Tiefs in Austria erreichte auch die Kaltfront den Alpenraum zeitig in der Früh und ging in   
    Hintersee um 5:30 Uhr durch. Dahinter folgte auf der Rückseite von „Tete“ rasch kältere Luft, sodass der     
    Niederschlag ungleich in Schneefall überging und ab den Mittagsstunden nur mehr in schauern auftrat.    
     
     
    Regen, Gewitter und Wind unterm Christbaum    
     
    Die Regenfälle Samstag- und Sonntagnacht sorgten in Hintersee in Verbindung mit dem Schmelzwasser, da die   
    Schneefallgrenze auf mittlere Höhen gestiegen war, für angeschwollene Gräben und Bäche, die Sonntagfrüh ein   
    leichtes Hochwasser führten. Von Samstag- bis Sonntagabend regnete es 63 l/m², den Großteil bereits in der   
    Nacht, und damit die drittgrößte Regenmenge in einem Dezember. Die sechstgrößte Menge fiel schließlich mit   
    43 l/m² von Sonntagabend bis Montagfrüh, wo die angesprochene Kaltfront mit starken Wind und starken Regen,   
    der alsbald in Schneefall überging, durchzog. Pünktlich zu Weihnachten schneite es am Vormittag noch teils   
    kräftig, danach nur mehr in Schauern und bis zum Abend kamen 7,5 cm Schnee zusammen, die eine     
    Gesamtniederschlagsmenge von 64,5 l/m² ergaben. Hatte der Regen zuvor die Schneedecke an unserer Station   
    von 38 cm am Freitag auf nur mehr 11 cm sinken lassen, so brachte das neue Weiß wieder weihnachtliche   
    Stimmung mit. Teile des Gemeindegebiets waren vorher bereits ausgeapert gewesen.    
     
     
    Sturm und Regen führen zu Feuerwehreinsätzen    
     
    In Hintersee hielten vereinzelt Bäume dem Wind nicht stand, im Flachgau und im Pinzgau mussten Montagfrüh   
    32 Feuerwehren zu 63 Einsätzen mit 580 Einsatzkräften ausrücken, um Schäden zu beseitigen. In St. Gilgen traf   
    ein umstürzender Baum ein haus, in Göming ein Umspannwerk. In Uttendorf, Zell am See und Saalbach war der   
    Regen für kleine Überflutungen und Wasserschäden verantwortlich.    
     
    Nachdem Sauwetter mit Regen, Wind und später Schnee konnten aber hoffentlich am Ende alle ein ruhiges   
    Weihnachtsfest verbringen.    
     
    Quelle: salzburg.orf.at    
     
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    Sa, 01.12.18 Rückblick November: Der Sommer geht (endlich)  
     
     
    + 40,5 l/m² Niederschlag    
    + 25 cm Neuschnee    
    + 4,1°C mittlere Temperatur    
    + 20,3°c Tageshöchstwert    
     
    Der November war der Abschluss des bisher wärmsten Herbstes in unserer Messreihe und setzte die viele Zeit   
    mit viel zu hohen Temperaturen noch zwei Wochen fort, ehe der Martinisommer dem Spätherbst wich. Was   
    blieb, war aber die Trockenheit.    
     
    Mit Einstand des Novembers baute sich rasch eine neue Blockadelage auf, indem der Rest eines vom Nordmeer   
    bis ins westliche Mittelmeer reichenden Trogs mit Skandinavientief von Hochdruck aus West und Ost platt     
    gedrückt wurde. Es verblieb ein Tief verloren über dem westlichen Mittelmeer, das sehr warme Luft in das Hoch   
    über dem Kontinent steuerte. Durch eine Austrogung über dem Ostatlantik und dem damit verbundenen     
    Entstehen eines Biscayatiefs setzte sich diese Lage nahtlos fort, auch wenn sich der Hochschwerpunkt bis zum   
    ersten Dekadenwechsel nach NO-Europa verschob. Der Tiefdruck am Ostatlantik konnte davon nur wenig   
    profitieren und blieb mit seinen Tiefs über Schottland bzw. wiederum der Biscaya hängen, wodurch Niederschlag   
    bis über die Monatshälfte hinaus bei uns ausblieb. Dafür wurde es nun aber kälter, denn das Hochzentrum   
    verlagerte sich mit Beginn der zweiten Monatshälfte nach Skandinavien und die Höhenströmung drehte auf   
    O/NO. Daraus resultierte eine Tiefdruckrinne von Westrussland bis in die Adria mit zwei Höhentiefs über dem   
    östl. Mitteleuropa und der Adria, welche zum Start in die dritte Dekade nach Westen wanderten. Letzteres     
    brachte zuvor noch den ersten zarten Winterhauch ins Land. Zur Mitte des dritten Drittels standen sich     
    Hochdruck im Norden des Kontinents und Tiefdruck im Mittelmeerraum gegenüber, welcher von Hochdruck aus   
    Südwesten zusätzlich in Bedrängnis kam und verschwand. Erst ganz zum Schluss konnte ostatlantischer     
    Tiefdruck die Hochdruckdominanz zögernd aufbrechen.    
     
    In Österreich schaffte es der heurige November unter die 10 wärmsten der 252-jährigen Messgeschichte mit   
    einer Abweichung von +2,1°C. Dabei gab es zu Beginn noch teils spätsommerliche Höchstwerte und so hatte   
    Salzburg/Freisaal mit 23,8°C am 5. November die bundesweit höchste Tagestemperatur in diesem Monat. Dazu   
    passte auch der Sonnenscheinüberschuss von 15 Prozent, der den November 2018 zu den fünf sonnenreichsten   
    gehören ließ. Das größte Plus gab es mit bis zu zwei Drittel mehr Sonne an der Alpennordseite, der Süden   
    musste dafür in dieser Größenordnung Einbußen hinnehmen. Sonnenreichster Ort war der Hahnenkamm (Tirol)   
    mit 169 Stunden. Umgekehrt verteilte sich der Niederschlag, der in weiten Teilen die Trockenheit fortsetzte. Am   
    krassesten war das Defizit mit drei Viertel bis fast einem kompletten Ausbleiben von Vorarlberg bis Salzburg, wo   
    es in Krimml nur 2 l/m² gab. Allein im Osten und Südosten waren die Werte ausgeglichen.    
     
    Auch im Herzen der Osterhorngruppe fiel der Rückgang beim Niederschlag radikal aus und mit nur 40,5 l/m² war   
    es der vierttrockenste November der letzten sechs Jahrzehnte in unserem Tal. Nur 1968 (32 l/m²), 2014 (30,5   
    l/m²) und die Nullnummer 2011 waren noch niederschlagsärmer. Den größten Tagesniederschlag regnete und   
    schneite es am 26. November mit 18,5 l/m². Vom 4. bis zum 18.11. blieb es gar 15 Tage am Stück ohne     
    messbaren Niederschlag.     
     
    Den höheren Anteil am geringen Niederschlag hatte noch der Schnee, der aber trotzdem mit 25 cm Neuschnee   
    im November um 62 Prozent hinter dem Normal zurückblieb. Zuletzt schneite es 2014 weniger, nämlich nichts.   
    Insgesamt gab es auch nur 3 Schneefalltage (-4 Tage), die am meisten am 27. November mit 14 cm brachten.   
    An diesem Tag erreichte zudem die Schneedecke mit 19 cm ihren Höchststand im Monat. Gesamt ließen sich 6   
    Schneedeckentage beobachten, den ersten gab es mit dem ersten Schneefall des Winters am 19. November.  
     
    Praktisch vergessenswert waren die 8 l/m² an Regen, die an immerhin noch 6 Regentagen (-4 Tage) vom     
    Himmel fielen und ein Minus von 92 % aufwiesen, welches nur im total trockenen November 2011 noch     
    unterboten wurde. Die höchste Regenmenge an einem Tag gab es am 26. November mit 3 l/m².    
     
    Ein deutliches Plus zeigte sich, wie könnte es auch fast anders sein, bei den Temperaturen, die mit einem Mittel   
    von 4,1°C und einer Abweichung von +2,0 Grad den viertwärmsten November an unserer Station zusammen   
    brachten. Dabei teilte sich der November relativ genau in zwei Hälften. Die erste Monatshälfte war extrem warm   
    und glich einen überdurchschnittlichen Oktober, der zweite Monatsteil hatte am Ende normale Temperaturen im   
    Angebot. Hier trat mit -5,5°C am 29. November auch der Tiefstwert des Monats auf. Hingegen war das Maximum   
    am 5. November mit 20,3°C fällig, was den zweitwärmsten Novembertag in Hintersee bedeutete. Platz 4 in   
    dieser Reihung schaffte der 1. November mit 18,9°C, Platz 6 ging an den 6. November mit 18,1°C. Der     
    November hatte 14 Frosttage und 17 kalte Tage.    
     
    Zum Abschluss dieses Rückblicks betrachten wir noch kurz den mit dem November ebenfalls zu Ende     
    gegangenen herbst, der in Österreich hinter dem Herbst 2014 (+2,2°C Abw.) und 2006 (+2,0°C Abw.) mit einer   
    Abweichung von +1,9 Grad der drittwärmste in der Messhistorie war. Dazu leistete die Sonne um 25 % mehr   
    Arbeitsstunden als im Normalfall und half mit, nicht nur einen der 5 sonnenreichsten herbste, sondern auch zwei-   
    bis dreimal so viele Sommertage als im Schnitt in dieser Jahreszeit zusammen zu bringen. Am längsten schien   
    die Sonne übrigens am Tiroler Hahnenkamm mit 594 Stunden. Sehr auffallend war die anhaltende Trockenheit,   
    die vor allem entlang der Alpennordseite regional bis zu 50 % weniger Niederschlag brachte. Nur im Süden und   
    Osten fiel die Bilanz leicht überdurchschnittlich, punktuell durch ein Hochwasserereignis auch nasser, aus.     
    Feuchtester Ort war daher Kötschach-Mauthen Kärnten mit 643 l/m² Niederschlag. Dennoch war es einer der 5   
    trockensten Herbste in Österreich mit -16 % Rückgang.    
     
    In Hintersee fiel die Niederschlagsmenge mit 444,5 l/m² noch komfortabel und im Durchschnitt aus, allerdings   
    entfiel fast ein Drittel der Herbstsumme auf ein lokales Starkregenereignis Ende Oktober. Abseits des     
    Statistikschöners war der Herbst 2018 auch bei uns trocken. Besser veranschaulichen ließ sich dieser umstand   
    am fehlen von Regen- und Schneefalltagen. Regen fiel nur an 29 Tagen (-7 Tage), was ausschließlich vom   
    Herbst 2011 mit 22 Regentagen unterboten wurde und Schnee rieselte an 3 Tagen (-5 Tage) vom Himmel. Hier   
    waren es nur 2014 (2) weniger Schneefalltage.    
     
    Ebenfalls den Herbst 2014 musste man heranziehen, wenn man bei den Temperaturen etwas Vergleichbares   
    finden wollte. Der Herbst 2018 hat den Temperaturrekord von 2014 mit einem Mittel für die Monate September,   
    Oktober und November von 8,9°C eingestellt und setzte sich mit einem Plus von 2,2 Grad an die Spitze dieser   
    Wertung.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Do, 01.11.18 Rückblick Oktober: Hoch, Hoch, Hochwasser  
     
     
    + 221,5 l/m² Regen    
    + 114 l/m² Tageshöchstmenge    
    + 16 trockene Tage am Stück    
    + 9,5°C mittlere Temperatur    
     
    Der zweite Herbstmonat des Jahres war ein Monat des Gegensatzes und er brachte neben einer halbewigen   
    Hochdruckdominanz ein Hochwasser, das unsere Gemeinde an dem Tag eigentlich für sich allein hatte, und am   
    Ende einen verdaulichen Föhnsturm.    
     
    Die ersten Oktobertage standen im Einfluss eines Genuatiefs und einem sich in den Nordwesten Europas   
    ausbreitenden Hochs über dem Ostatlantik, bevor ein Nordmeertief samt Kaltfront Anlauf auf den Alpenraum   
    nahm. Doch bereits bei den Britischen Inseln war der Anlauf des Tiefs wieder beendet, denn über Osteuropa und   
    Westrussland etablierte sich ein neues Blockadehoch, welches den Brückenschlag über Mitteleuropa zum   
    Azorenhoch im Sinn hatte, was Mitte der erste Dekade gelang. Ein abgeschnürtes Tief im westlichen Mittelmeer   
    sorgte zudem für Warmluftzufuhr. Auch um die Monatshälfte herum zeigte die Großwetterlage keinerlei     
    Veränderung und das blockierende Kontinentalhoch im Europa hielt der weit nach Nordeuropa abgedrängten   
    Frontalzone unvermindert stand, sodass Frontsysteme über Westeuropa hängen blieben und im Zuge des   
    Abtropfprozesses wiederholt Tiefdruckbildungen im westlichen Mittelmeer zur Folge hatten, die den Spätsommer   
    Dank aufrecht erhaltener Warmluftzufuhr aus Süden im Alpenraum prolongierten. Erst mit Einkehr der dritten   
    Oktoberdekade und einem neuen, aus Westen herein schwenkenden Hoch ließ der Höhenflug der Temperaturen   
    etwas nach und ein kleines Höhentief von der Ostsee her hatte zumindest einmal Wolken im Angebot. Während   
    dessen braute der über Skandinavien aufgebaute Tiefdruckkomplex ein Sturmtief zusammen, das zur     
    Dekadenmitte samt Frontsystem den Alpenraum erreichte und kräftigen Wind mit lokal hohen Regenmengen   
    brachte. Dahinter beruhigte Hochdruck von Britannien her das Wetter vorübergehend, ehe sich ein weiteres Tief   
    vom hohen Norden zur Ostsee einschlich und ein Kaltluftvorstoß via Westeuropa ein Sturmtief über dem Golf   
    von Genua entfachte, welches alpennordseitig zum Monatsausklang einen Föhnsturm aufbot.    
     
    Der Gegenentwurf zum Föhnsturm im Norden waren 75- bis 100-jährliche Niederschlagsmengen im Süden des   
    Landes, wo binnen drei Tagen riesige Regenmassen fielen und es schwere Schäden gab. Hier regnete es   
    innerhalb kürzester Zeit bis zum doppelten einer normalen Monatsmenge im Oktober. Dagegen war es vom   
    Flachgau nord- und ostwärts um 25-80 % zu trocken. Im Westen und in einem dünnen Streifen entlang der     
    Alpennordseite waren die Mengen ausgeglichen oder leicht überdurchschnittlich. Nassester Ort war im Oktober   
    Kötschach-Mauthen in Kärnten mit 471 l/m². In Opposition hierzu stand der 29-prozentige Sonnenscheinüber-  
    schuss, der im Westen um bis zu einem Drittel und im Osten um bis zur Hälfte mehr Sonne brachte als im     
    Durchschnitt. Sonnenreichste Station war der Hahnenkamm mit 213 Stunden. Es war in Österreich der sonnigste   
    Oktober seit 2006. Dies spiegelte sich auch bei den Temperaturen, die bundesweit um 2 Grad über dem Mittel   
    lagen und den Oktober zu einem der 10 wärmsten machten. Stellenweise gab es sogar noch bis zu 5 Sommer-  
    tage mit über 25 Grad, so wie dies in Salzburg/Freisaal der Fall war, das mit 26,9°C auch die höchste     
    Temperatur im Oktober verzeichnete.    
     
    Die siebtwärmsten Oktobertage an unserer Station gab es in Hintersee am 11. und 13. Oktober, wo mit je 22,3°C   
    die Tagesmaxima im Monat erreicht wurden. Das Minimum gab es am 22. Oktober mit 0,6 Grad. Eine leicht zu   
    milde erste Dekade, ein extrem warmes zweites Drittel und eine markant zu warme dritte Dekade sorgten nur   
    hauchdünn nicht für einen neuen Temperaturrekord. Der Oktober fiel am letzten Tag mit einem Mittel von 9,5°C   
    noch hinter dem Oktober 2001 (9,6°C) auf den 2. Platz zurück, blieb aber deutlich vor dem Oktober 2014 (9,2°C)   
    am dritten Rang. Luftfrost blieb aus, es gab auch nur 6 kalte Tage.    
     
    Fortgebliebene waren im Oktober 2018 auch Gewitter und der Schnee, der nur ein paar Mal von den bergen   
    grüßte, sich aber wie schon 2017 und 2015 (2016 war es auch nur 1 cm) nicht ins Tal verirrte. Durchschnittlich   
    fallen im Oktober an zwei Schneefalltagen zumindest 8 cm Neuschnee.    
     
    Gefallen war nur Regen und das mit gesamt 221,5 l/m² sogar um 37 Prozent mehr als im Normal, obwohl es bis   
    zum 23. Oktober überhaupt nicht danach aussah. Bis dahin regnete es nur 53 l/m² und vom 8. bis zum     
    angesprochenen 23. Oktober blieb es 16 Tage hintereinander gänzlich trocken, was in dieser Länge seit dem   
    Herbst 2015 nicht mehr vorkam, ehe eine markante Staulage den regenarmen Oktober noch in das erste Drittel   
    beim Niederschlag hievte. Mit der Tageshöchstmenge von 114 l/m² schüttete es am 24. Oktober die zweit-  
    höchste Niederschlagsmenge an einem Oktobertag nach dem 23. Oktober 2014 (124,5 l/m²) und den insgesamt   
    neunthöchsten Wert unserer Messreihe. Mit dem Ausregnen am 25. Oktober (35 l/m²) sammelten sich binnen 36   
    Stunden ganze 149 l/m², die ein Hochwasser in der Gemeinde verursachten, welches aber ohne bekannte   
    Auswirkungen verlief. Der restliche Regen verteilte sich auf 11 Regentage, zwei weniger als im Schnitt.    
     
    Am Ende stand ein Oktober, der über weite Strecken das Hochdruck- und Erwärmungswetter des Jahres     
    fortsetzte, aber dennoch am Schluss ein völlig anderes, wilderes Gesicht zeigte.     
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Di, 30.10.18 Föhnsturm dreht Licht aus und Bäume um  
     
     
    Der Herbst ist gerne Unwetterzeit im Mittelmeerraum, da erste Kaltluftvorstöße aus Norden über der noch recht   
    warmen See zu starken Tiefentwicklungen führen. Tief „Vaia“ war das aktuellste Beispiel für Wetter mit     
    Schadenspotential, das diesmal auch Österreich zu spüren bekam. Hochwasser im Südstau und Föhnsturm rund   
    herum waren die Folge.    
     
     
    Kräftige Genuesin     
     
    Am letzten Wochenende rutschte eine Fuhr Kaltluft polaren Ursprungs zwischen einem zum Baltikum gezogenen   
    Tief und einem Hoch über dem Ostatlantik in dem vom Nordmeer bis zur Iberischen Halbinsel reichenden Trog   
    weit nach Süden und entzündete so über dem Golf vom Genua eine kräftige Tiefdruckentwicklung, sodass es im   
    Südstau der Alpen bereits am Wochenende zu starken Niederschlägen kam. Seinen Höhepunkt erreichte Tief   
    „Vaia“ unter zusätzlichem Kaltluftnachschub via Island und Grönland und dem Ostatlantik südwärts dann zu   
    Beginn der neuen Woche, wo es sich von Montag auf Dienstag allmählich über die Westalpen nach Norden   
    schob und seine Kaltfront den Alpenraum von Südwesten her querte, was nicht wirklich eine alltägliche     
    Zugrichtung in unseren breiten darstellt. Bis Dienstag verlagerte sich das Tief weiter über die Beneluxstaaten bis   
    zur Nordsee, weshalb es im Laufe des Tages seinen Einfluss auf Österreich aufgeben musste.    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Dienstagmitternacht    
     
     
    Sintflutartiger Regen im Süden    
     
    Schier unbegreifliche Regenmengen ergossen sich teilweise in Kärnten und Osttirol. Von Samstag- bis     
    Dienstagfrüh fielen so etwa am Kärntner Plöckenpass 627 l/m², in Kötschach-Mauthen 444 l/m² und in Kornat   
    438 l/m². Der Regen griff dabei auch auf die Tauernregion aus und arbeitete sich bis in den Süden Salzburgs   
    vor, weshalb in Kolm-Saigurn (Gem. Rauris) am Fuße des Sonnblicks ebenfalls 318 l/m² schüttete und dies in   
    über 1.600 m Höhe, da die Schneefallgrenze um 2.500 m lag. Den meisten Niederschlag binnen 24 Stunden gab   
    es in Kötschach-Mauthen mit 209 l/m² von Samstag- auf Sonntagabend.    
     
     
    Regenmengen von Samstag- bis Dienstagfrüh in Österreich    
     
    Plöckenpass 627,0 l/m²   Nockeralm 207,7 l/m²    
    Kötschach-Mauthen 444,0 l/m²   Döllach   207,3 l/m²    
    Kornat   438,2 l/m²   st. Jakob/Def. 206,3 l/m²    
    Dellach   348,3 l/m²   Brenner   188,8 l/m²    
    Kolm-Saigurn 318,4 l/m²   Vennt   187,1 l/m²    
    Loiblpass   261,2 l/m²   Hintertux   179,7 l/m²    
    Obervellach 244,1 l/m²   Weißensee 163,6 l/m²    
    Sillian   226,9 l/m²   Spital   157,2 l/m²    
    Mallnitz   226,5 l/m²   Bad Gastein 154,3 l/m²    
    Lienz   223,9 l/m²   Obergurgl   144,1 l/m²    
     
     
    Höchste Tagesniederschläge in Österreich    
     
    28. Oktober   29. Oktober    
    Kötschach-Mauthen  209,1 l/m²   Kornat    146,0 l/m²    
    Kornat    180,5 l/m²   Kötschach-Mauthen  126,0 l/m²    
    Kolm-Saigurn  154,3 l/m²   Loibl    110,1 l/m²    
    Dellach    140,3 l/m²   Dellach    103,4 l/m²    
    Döllach    116,7 l/m²   Kolm-Saigurn  84,8 l/m²    
    Lienz    104,2 l/m²   Lienz    84,5 l/m²    
    St. Jakob/Def.  102,6 l/m²   Sillian    79,7 l/m²    
    Brenner    102,3 l/m²   Obervellach  79,1 l/m²    
    Sillian    97,4 l/m²   Mallnitz    65,0 l/m    
     
    30. Oktober    
    Loibl   95,4 l/m²    
    Flattnitz   73,9 l/m²    
    Ferlach   68,1 l/m²    
    Bad Eisenkappel 61,7 l/m²    
    Villacher Alpe 57,6 l/m²    
    Murau   57,5 l/m²    
    Kalwang   57,5 l/m²    
    Bad Bleiberg 56,3 l/m²    
    Kötschach-Mauthen 52,1 l/m²    
     
     
    Dem Regen folgt der Föhn    
     
    Mit Kaltfrontpassage am Montagabend und einer Druckwelle am Dienstagmorgen folgte auf den Regen im   
    Südstau ein Föhnsturm, der viele Teile Österreichs erfasste. So reichten die Spitzenböen an die Orkanstärke   
    heran und wurden in Brand (Vorarlberg) mit 116 km/h und den Leiser Bergen (Niederösterreich) mit 115 km/h   
    erzielt. In der Mitte Österreichs lagen die Windspitzen auf den Gipfeln mit 137 km/h am Feuerkogel     
    (Oberösterreich) und 133 km/h am Sonnblick sowie je 122 km/h auf der Loferer Alm und der Rudolfshütte. Die   
    unfeinste Kombination aus beiden Ereignissen gab es am Loiblpass (Kärnten), der nicht nur extrem viel regen   
    abbekam, sondern sich mit 105 km/h an Windspitze hier auch an vorderer Stelle einreihte.    
     
     
    Höchste Windgeschwindigkeiten in Österreich am Dienstag    
     
    Brand   116 km/h    
    Leiser Berge 115 km/h    
    Loibl   105 km/h    
    Windischgarsten 102 km/h    
    Mondsee   102 km/h    
    Hohe Wand 101 km/h    
    Lilienfeld   98 km/h    
    Mariazell   98 km/h    
    Semmering 98 km/h    
     
     
    Sturm aus falscher Richtung erwischt Salzburg    
     
    Sturmereignisse tragen sich in Salzburg im Normalfall mit Wind aus West bis Nordwest zu. Daher konnte man   
    meinen, der Blasius wehte diesmal aus der falschen Richtung, nämlich aus Süd und da es sich um einen     
    erwärmten Fallwind handelte, ließ sich das ganze als Föhnsturm klassifizieren. Auch wenn die Böen mit im   
    Durchschnitt 70 bis 90 km/h zwar Sturmstärke erreichten, aber nicht außergewöhnlich hoch waren, hinterließen   
    sie im Norden des Landes doch einiges an Schaden. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden in unserem   
    Bundesland am Flughafen mit 83 km/h, in Abtenau mit 79 km/h und in Salzburg/Freisaal sowie Mattsee mit je 72   
    km/h gemessen. Erwähnenswert zudem die Böen von 83 bzw. 102 km/h in den benachbarten St. Wolfgang und   
    Mondsee.    
     
     
    Windgeschwindigkeiten in Salzburg am Dienstag    
     
    Abtenau   79,0 km/h   Rudolfshütte ########    
    Bischofshofen 54,0 km/h   Salzburg/Fl. 83,0 km/h    
    Kolm-Saigurn 90,0 km/h   Salzburg/Fr.. 72,0 km/h    
    Kolomannsberg 72,0 km/h   Schmittenhöhe ########    
    Krimml   61,0 km/h   Sonnblick   ########    
    Lofer   58,0 km/h   St. Johann   40,0 km/h    
    Loferer Alm 122,0 km/h   St. Michael 61,0 km/h    
    Maria Alm   58,0 km/h   St. Veit   54,0 km/h    
    Mariapfarr   58,0 km/h   Tamsweg   32,0 km/h    
    Mattsee   72,0 km/h   Zell am See 68,0 km/h    
    Rauris   58,0 km/h    
     
     
    Sturm auf Festung gelingt    
     
    Was seit 1077 vergeblich versucht wurde, schaffte der Föhn Dienstagfrüh. Die Festung Hohensalzburg wurde   
    auf der Südseite voll getroffen und das Dach von Zeughaus und Schüttkasten abgetragen, auch Kamine stürzten   
    ein. Es entstand Sachschaden im 6-stelligen bereich.  Aufgrund herab fallender Teile von der Festung mussten   
    die unterhalb liegenden Gebiete gesperrt werden, so wie auch die Stadtberge, Parks und Friedhöfe in der Stadt   
    Salzburg aus Sicherheitsgründen abgeriegelt wurden. In der Landeshauptstadt wurden zahlreiche Dächer und   
    Kamine beschädigt sowie Bäume umgerissen. Selbst der Sitz der Landesregierung, der Chiemseehof, war   
    betroffen.    
     
     
    Windwürfe und Stromausfall in Hintersee    
     
    Das allgemeine Schadensbild, das sich vor allem im Flach- und Tennengau bot, war durch umgeworfene Bäume   
    und Stromausfälle gekennzeichnet. Viele Feuerwehren mussten deswegen ausrücken. Auch in Hintersee, das   
    sonst relativ gut davon kam, wurden Bäume umgeweht und am Montag spätabends kam es zu zeitweiligen   
    Stromausfällen. Dienstagvormittag beruhigte sich das Wetter aber bald wieder.    
     
     
    Hochwasseralarm in den Gebirgsgauen    
     
    Insgesamt rückten von Montagabend bis Dienstag rund 1.000 Feuerwehrleute zu 214 Einsätzen im ganzen   
    Bundesland aus. Während im Norden der Wind die Probleme verursachte, war es Innergebirg der aus Süden   
    übergreifende Regen, der primär in Muhr ein Bild der Verwüstung zurück ließ. Alleine hier waren 100     
    Einsatzkräfte zugange, um den von der Außenwelt abgeschnittenen Lungauer Ort wieder zugänglich zu machen.   
    Die über die Ufer getretene Mur löste am Montagabend sogar Zivilschutzalarm aus, da der Ortskern von Muhr   
    samt den dortigen Häusern und Straßen bis zu einem Meter unter Wasser standen. Murenabgänge sorgten in   
    bad Hofgastein und in Rauris für Schwierigkeiten. Der Katschbergtunnel musste nach einem Stromausfall     
    gesperrt werden.    
     
     
    Katastrophale Lage in Kärnten    
     
    Wie etwa in Muhr, allerdings im Großformat, stellte sich die Situation in Regionen von Kärnten dar, welche durch   
    die eingangs schon angeführten Regenmassen hervor gerufen wurden. Ein wohl 100-jährliches Ereignis sorgte   
    für Katastrophenalarm vor allem in Oberkärnten.    
     
    Am schlimmsten traf es hierbei das Drau-, Gail-, Möll- und Lesachtal. Insgesamt rückten hier rund 2.500     
    Einsatzkräfte der Feuerwehren zu 1.000 Einsätzen aus. 200 Soldaten des Bundesheeres wurden zum     
    Assistenzeinsatz heran gezogen. 5.000 Haushalte waren am Dienstag ohne Stromversorgung. Zahlreiche     
    Straßen und Bahnverbindungen in der Region mussten gesperrt werden, 2 Brücken wurden zerstört.    
     
    Im von der Außenwelt abgeschnittenen Gailtal wurde der Ort Rattendorf nach einem Dammbruch komplett     
    überflutet. 225 Häuser sowie die Pfarrkirche standen bis zu 2 m unter Wasser. Ebenfalls nicht erreichbar waren   
    die 4 orte im Lesachtal, wo es neben vielen umgestürzten Bäumen auch zahlreiche Erdrutsche gab, wodurch   
    Häuser und Straßen vermurt wurden. Im Lesachtal gab es auch 2 Verletzte.    
     
    Viele Muren, die zwei Wohnhäuser nur knapp verfehlten, aber die Straßen nicht, gingen ebenso in Rangersdorf   
    im oberen Mölltal ab, das genauso von der Außenwelt abgetrennt war. Dazu kamen durch den hier tobenden   
    Föhnsturm große Waldschäden. Muren und Überflutungen machten weiters den Menschen im Drautal zu     
    schaffen. 17 Ortschaften waren hier nicht mehr erreichbar.    
     
    Durch rechtzeitiges Absenken der Stauseen konnten in Kärnten noch größere Auswirkungen vermieden werden.   
    So kam zum Beispiel Lavamünd an der Drau mit einem blauen Auge davon.    
     
     
    Große Schäden in Osttirol    
     
    Die Straßensperren in Kärnten sowie die Sperren von Felbertauern und Glockner bewirkten auch in Osttirol, dass   
    der Bezirk von der Umwelt abgeschnitten war. Murenabgänge, umgestürzte Bäume und Überflutungen lösten   
    214 Einsätze der Feuerwehr im Bezirk und 363 im Bundesland Tirol aus. Hauptbetroffen war Sillian, wo die Drau   
    trotz eines 100-jährlichen Hochwassers gerade nicht über die Ufer trat. Dennoch hinterließ das Unwetter in Osttirol hohe Schäden an Straßen und der Wildbachverbauung.  
     
     
    Verbreitet Schäden durch Wind    
     
    Der Föhnsturm hatte nicht nur in den von Regen gebeutelten Regionen und in Salzburg seine Spuren     
    hinterlassen. Umgestürzte Bäume, Schäden an Dächern, Stromleitungen, Straßensperren usw. wurden aus   
    vielen teilen Österreichs gemeldet. Am meisten Einsätze gab es deswegen im Süden Oberösterreichs, in     
    Niederösterreich und in der Steiermark.    
     
    Quelle: www.orf.at, www.austrowetter.at, www.wetterzentrale.de, www.facebook.com (Seite der ZAMG), Servus TV  
     
    Links: >> Tagesniederschläge >> Tagestemperaturen    
     
     
     
    Do, 25.10.18 Siglinde schwemmt Trockenheit weg  
     
     
    Erst fiel über zwei Wochenlang kein Tropfen Regen und dann überraschte Tief „Sieglinde“ mit unerwartet hohen   
    Niederschlägen, sodass auf die wieder eingezogene Trockenheit ein Hochwasser folgte.    
     
     
    Sturmtief stürmt mit Regen    
     
    Die Großwetterlage hatte für dieses Jahr ausnahmsweise einmal Hochdruck im Westen Europas und dem   
    Ostatlantik zu bieten. Dem gegenüber stand ein Trog über Nordeuropa, indem sich über Südskandinavien am   
    Dienstag das Sturmtief „Sieglinde“ entwickelte.     
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage zu Mittwochmittag    
     
     
    Rasch zog das neue Tief über die Ostsee in Richtung Baltikum und dann weiter nach Westrussland, wo es   
    bereits am Donnerstag eintraf. Während dessen machte sich das schließlich okkludierende Frontensystem auf   
    den Weg nach Südosten und erreichte den Alpenraum in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch begleitet mit   
    starken bis stürmischen Windböen. In weiterer Folge stellte sich eine bis Donnerstagmorgen anhaltende     
    Staulage ein, die lokal recht viel Regen brachte.    
     
     
    Sturmtief fast ohne Sturm    
     
    Die heftigsten Böen von Tief „Sieglinde“ gingen östlich an Salzburg vorbei und belangten das Flachland im Osten   
    Österreichs und hier vor allem die freistehenden Bergstationen. So gab es am benachbarten Feuerkogel     
    (Oberösterreich) Spitzen bis 160 km/h. In Salzburg selber ereigneten sich Orkanböen mit bis zu 119 km/h nur am   
    Sonnblick. Der Kolomannsberg und die Rudolfshütte folgten mit je 90 km/h, dahinter kamen die Schmittenhöhe   
    mit 86 km/h und die Loferer Alm mit 76 km/h. Ebenso noch knapp Sturmstärke schaffte der Wind als Nordföhn in   
    St. Michael mit ebenfalls 76 km/h, dass damit der windigste Talort war. Abtenau brachte es auf 72 km/h,     
    Mariapfarr noch auf 65 km/h.    
     
     
    Selten gesehene Staulage    
     
    Viel interessanter als die Windgeschwindigkeiten waren bei diesem Ereignis allerdings die Gegensätze bei den   
    Niederschlagsmengen. Der starke, aber nicht zu starke Wind aus Nordwest bis West sorgte dafür, dass den   
    Regenwolken über dem Alpenvorland des Flachgaus relativ wenig Zeit blieb, sich auszuregnen. Sie wurden an   
    die Gipfel der Osterhorngruppe und später die des Tennengebirges gedrückt, wo sie regelrecht ausgepresst   
    wurden und daher in den typischen Nordstaulagen, wie Hintersee eine ist, ein Vielfaches mehr an Niederschlag   
    zusammen kam, als nur wenige Kilometer weiter nördlich. So verlief der Mittwoch etwa in der Stadt Salzburg mit   
    mageren 6,8 l/m² an Regen und Windböen bis 43 km/h recht unspektakulär. Auch in Mattsee kamen nicht mehr   
    als 7,8 l/m² zusammen.    
     
    Dagegen schüttete es verbunden mit dem kräftigen Wind in der Osterhornregion und im Lammertal von etwa   
    Mitternacht in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch weg durchgehend stark bis Mittwochabend bzw. Donnerstag-  
    früh. Während zum Beispiel der Dauerregen Abtenau am Abend schon eindeutig nachließ, regnete es bei uns in   
    Hintersee munter weiter. Erst am nächsten Morgen klang der Regen auch hier schließlich ab.    
     
    Abtenau war am Mittwoch somit mit 80,8 l/m² der nasseste Ort aller offiziellen Messstationen in Österreich.   
    Ebenso im Spitzenfeld fand sich die Rudolfshütte mit 68,6 l/m². Die anderen Salzburger Stationen schafften es   
    nicht ganz nach vorne. Auf der Loferer Alm regnete es 45,6 l/m², in Lofer 37,9 l/m² und auf der Schmittenhöhe   
    30,6 l/m². Alle weiteren Messorte blieben teils deutlich unter 30 l/m².    
     
     
    Tagesniederschläge in Österreich    
     
    24. Oktober   25. Oktober    
    Abtenau   80,8 l/m²   Irdning   27,7 l/m²    
    Irdning   78,4 l/m²   Weyer   27,1 l/m²    
    Präbichl   73,0 l/m²   Präbichl   23,9 l/m²    
    Bad Aussee 69,3 l/m²   Feuerkogel 22,9 l/m²    
    Rudolfshütte 68,6 l/m²   Hall bei Admont 22,7 l/m²    
    Bad Mitterndorf 64,0 l/m²   Lunz   19,9 l/m²    
    Mariazell   60,9 l/m²   Bad Aussee 17,7 l/m²    
    Feuerkogel 55,2 l/m²   Mooslandl   17,2 l/m²    
    Lunz   54,9 l/m²   Rax   14,1 l/m²    
     
     
    Längste Trockenperiode seit 3 Jahren    
     
    Bevor wir näher auf das Niederschlagsereignis in Hintersee eingehen, noch der Blick auf die voran gegangenen   
    Tage in unserer Gemeinde. Diese brachten mit 16 tagen am Stück, nämlich vom 8. bis zum 23. Oktober die   
    längste Phase ohne messbaren Niederschlag an unserer Station seit den 16 Tagen vom 24.10. bis 08.11.2015.   
    Allgemein war es mit einigen anderen Gleichwertigen die fünftlängste Trockenperiode unserer Messreihe, was   
    an den weit zurück gegangenen Wasserläufen gut sichtbar war. Der Ladenbach war im Ort nur mehr als     
    kleineres Rinnsal zu sehen und recht viel anders sahen die anderen Bäche auch nicht aus.    
     
     
    149 Liter binnen 1 ½ Tagen    
     
    Dichter werdende Wolken, auflebender Wind und erste Tropfen kündigten am Dienstagabend schließlich den   
    kommenden Wetterumschwung an. Das große Schütten begann dann rund um Mitternacht. Bis Mittwochmorgen   
    waren bereits 44 l/m² gefallen und es regnete ohne Unterbrechung weiter, sodass bis zum Abend nochmals 70   
    l/m² hinzu kamen. Zwischendurch fegten starke Windböen über das Gemeindegebiet. In Summe fielen am   
    Mittwoch satte 114 l/m², was den größten Niederschlag seit den 124,5 l/m² vom 23. Oktober 2014 bedeutete, die   
    wiederum der einzig höhere Wert waren, die an einem Oktobertag an unserer Messstation jemals vom Himmel   
    plätscherten. Insgesamt platzierte sich der heutige Tag auf dem neunten Platz unserer Messreihe, in der der 12.   
    August 2002 mit 175 l/m² weiterhin unangefochten auf Platz 1 weilt.    
     
     
    Die 10 höchsten Tagesniederschläge    Die 5 höchsten 48-h-Niederschläge     
     
    1 12. August 2002 175,0 l/m²   1 12.-13.08.2002 206,0 l/m²    
    2 02. Juni 2013 156,0 l/m²   2 22.-23.10.2014 200,5 l/m²    
    3 16. August 2005 128,5 l/m²   3 20.-21.03.2002 183,0 l/m²    
    4 23. Oktober 2014 124,5 l/m²   4 01.-02.06.2013 164,0 l/m²    
    5 07. August 2002 124,0 l/m²   5 06.-07.08.2002 162,0 l/m²    
    6 19. Juli 1997 118,0 l/m²   weiters        
    7 23. September 2004 117,0 l/m²   15 24.-25.10.2018 149,0 l/m²    
    8 06. Juli 1997 116,0 l/m²    
    9 24. Oktober 2018 114,0 l/m²    
    10 21. Oktober 1996 113,0 l/m²    
     
     
    Die 5 höchsten Tagesniederschläge im Oktober     
         
    1 23. Oktober 2014 124,5 l/m²    
    2 24. Oktober 2018 114,0 l/m²    
    3 21. Oktober 1996 113,0 l/m²    
    4 01. Oktober 1997 87,0 l/m²    
    5 22. Oktober 2014 76,0 l/m²    
     
     
    Doch es wollte auch in der Nacht auf Donnerstag noch weiterregnen und so sammelten sich abermals 35 l/m² im   
    Regenmesser bis der Regen am Donnerstagvormittag endlich aufhörte und die Wolken langsam auflockerten.   
    Gesamt brachte tief „Sieglinde“ bei uns damit stolze 149 l/m², welche immerhin die 15. größte Regenmenge   
    innerhalb von 48 Stunden war und selbst bundesweit keinen Meister mehr fand. Hier war Irdning mit 106,2 l/m²   
    der regenreichste ort vor Präbichl mit 96,6 l/m² und Bad Aussee mit 87 l/m² (alle Steiermark).     
     
     
    Vom Rinnsal zum Hochwasser    
     
    Die nach der langen Trockenphase klein gewordenen oder ausgetrockneten Bäche und Gräben zeigten rasch   
    ein anderes Gesicht und führten Hochwasser, das bei einer nasseren Vorgeschichte sicher stärker ausgefallen   
    wäre als es dann tatsächlich der Fall war. Der Tiefenbach schwoll bei unserer Messstelle an der Brücke von   
    wenigen Zentimetern auf einen Wasserstand von 106 cm an. Zu Überflutungen kam es im Gemeindegebiet zum   
    Glück nicht.    
     
    Quelle: wetter.orf.at, www.austrowetter.at, www.wetterzentrale.de    
         
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    Di, 02.10.18 Rückblick September: Der Sommer findet (k)ein Ende  
     
     
    + 182,5 l/m² Niederschlag    
    + 3 Gewitter    
    + 13,1°C mittlere Temperatur    
    + 5 Sommertage    
     
    Fünf Monate und einen Tag nachdem es heuer erstmals über 25 Grad gab und damit die Voraussetzung für   
    einen meteorologischen Sommertag erfüllt war, gab es am 21. September den (bisher) letzten Sommertag in   
    diesem außergewöhnlich warmen Jahr 2018. Schlussendlich kannte aber der September doch noch eine andere   
    Jahreszeit, den Herbst.    
     
    Der neunte Monat im Jahr begann mit einem nach Osten ziehenden Genuatief etwas unbeständig, ihm folgte   
    aber bereits in der ersten Woche von den britischen Inseln her Hochdruck, welcher vor dem zweiten     
    Wochenende von einem Nordseetief unterbrochen wurde. Gleich darauf etablierte sich von Südwesten her eine   
    neuerliche Hochdrucklage, die von Tiefdruck über der Iberischen Halbinsel Unterstützung bei der Warmluftzufuhr   
    erhielt. Mit Herannahen der Monatsmitte näherte sich auch die Kaltfront eines Skandinavientiefs, in dessen   
    Vorfeld es ausdauernde Gewitter gab. Dahinter stellte sich rasch wieder Hochdruck aus Südwesten ein, der in   
    der Folgewoche sehr warmen Vorderseiten von Islandtiefs, die ehemaligen Hurrikans eine Heimat boten, und   
    deren mehr oder weniger ausgeprägten Fronten die Klinke in die Hand gab, um sich diese sogleich wieder zu   
    nehmen. Am vorletzten Septemberwochenende brach die über Nordeuropa verlaufende Frontalzone schließlich   
    mit verflossener Tropensturmhilfe als Sturmtief auf den Kontinent durch , wodurch es nach Abzug rückseitig zu   
    einem ersten besuch von Kaltluft polaren Ursprungs kam und plötzlich der Herbst vor der Tür stand, um sich in   
    den letzten Tagen des Monats im erneut aus Nordwesten herein schwenkenden Hochdruck und Sonnenschein   
    sich zu aalen.    
     
    Die zahlreichen Hochdruckgebiete bescherten der Alpenrepublik wieder einen zu trockenen Monat, in dem   
    bundesweit 11 % an Niederschlag fehlten. Dabei war es nur im Nordosten bis Südosten des Landes zu nass bis   
    ausgeglichen. Abseits davon blieb bis zu einem Drittel des Normalwerts aus. Nassester Ort war Sulzberg in   
    Vorarlberg mit 171 l/m². Im selben Atemzug waren die Sonnenstunden mit 25 Prozent im Plus. In Vorarlberg, wo   
    am Rohrspitz mit 224 Stunden auch der sonnenreichste Ort zu finden war, sowie vom Innviertel ostwärts und   
    nördlich der Alpen wich die Sonnenscheindauer sogar um bis zu 50 % nach oben ab. Wenig überraschend   
    wichen auch die Temperaturen nach oben ab und lagen im Österreichmittel um 1,8 Grad über dem Durchschnitt.   
    Dabei gab es in der letzten Septemberwoche einen regelrechten Knick nach unten und der 26. September   
    brachte einen ungewohnt frostigen Morgen, bei dem, vor allem im Osten des Landes, etliche Stationen einen   
    neuen Negativrekord für September aufwiesen. Aber selbst in Mariapfarr wurde mit -5,0°C der Stationsrekord   
    eingestellt, St. Michael im Lungau fröstelte bei -4,0°C. Nur 5 Tage zuvor verzeichneten Weyer und Waidhofen/Ybbs  
    (Ober- bzw. Niederösterreich) noch Werte knapp über 30 Grad.    
     
    An der Hinterseer Wetterstation reichte es am 26. September gerade nicht für Luftfrost, Bodenfrost trat dennoch   
    verbreitet auf, trotzdem war es mit dem Monatsminimum von 0,1°C der kälteste Septembertag seit 10 Jahren.   
    Das Monatsmaximum gab es am 12. September mit 25,9°C. Es gab 5 Sommertage und 1 kalten Tag (25.   
    September). Die Mitteltemperatur betrug im September 13,1°C und lag bei uns 2,1 Grad über dem Normal, was   
    den 3. Platz hinter 2016 (13,7°C) und 2006 (13,3°C) bedeutete. Bis zur letzten Woche sah es lange nach einem   
    neuen Monatsrekord aus, der September korrigierte sich dann noch selbst von Hochsommer- auf Sommernivea.   
    Die ersten Dekade verlief dabei im normalen Schwankungsbereich zu warm, das zweite Drittel war massiv zu   
    mild und das dritte Drittel leicht zu warm.    
     
    In der sommerlichen Luft kamen auch sommerliche Gewitter, die zwar in der Menge mit 3 Zellen an drei     
    verschiednen Tagen keine Sommerwerte erreichten, aber in ihrer Qualität es dafür in sich hatten. Am 13.     
    September donnerte und blitzte es ab 19:30 Uhr dreieinhalb Stunden lang mit einem Naheinschlag und starken   
    Regen, wobei 42 l/m² zusammen brachte. Ein 20-minütiger Guss in Folge eines spätabendlichen Gewitters mit   
    starken Wind am 18. September sorgte für weitere 31 l/m² und Sturmtief „Fabienne“ blies zwar entgegen den   
    Erwartungen nicht mit Sturmstärke, markierte aber am 23. September ebenfalls zu später Abendstunde das dritte   
    markante Gewitter mit Starkregen und starken Wind.    
     
    Die angesprochenen Gewitter waren eigentlich Hauptlieferant für den Niederschlag im September, der mit 18,5   
    l/m² und einem Minus von 20 % unterdurchschnittlich ausfiel. Dieser verteilte sich insgesamt auf 12 Regentage   
    (-3 Tage). Letztmals weniger Regen gab es 2015 (144,5 l/m²). Der meiste Regen an einem Tag fiel im heurigen   
    September am 14. September mit 48 l/m², wobei hier das Gewitter am Vorabend einbeziehung fand. Nichts vom   
    Regen wissen wollten die jeweils 5-tägigen niederschlagsfreien Perioden vom 9. bis 13. und 26. bis 30. September.  
     
    Niederschlagsfrei war heuer auch ungewöhnlich oft das Sommerhalbjahr von April bis September. Mit einer   
    Summe von 836,5 l/m² war es das trockenste der letzten sechs Jahrzehnte in unserer Gegend. Nur 1973 kam   
    mit 861,5 l/m² an der Hydrografischen Station in Faistenau annähernd an diesen Wert heran. Damit fehlte rund   
    ein Drittel des üblichen Niederschlags. Für den Westen Österreichs sah die ZAMG sogar das trockenste     
    Sommerhalbjahr seit 1947.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Fr, 14.09.18 Marathongewitter verdoppelt Septemberregen  
     
     
    Nach drei Sommertagen mit über 25 Grad hinter einander kam es gestern Abend zu einem richtigen Marathon-  
    gewitter über 3 ½ Stunden. Dabei wurde die bisher im September gefallene Regenmenge praktisch verdoppelt.  
     
     
     
    Erst Sommer, dann Gewitter    
     
    In der ersten Hälfte des Septembers war es bisher, wie schon so lange und oft in diesem Jahr, weit überdurch-  
    schnittlich warm  und so gab es in dieser Wochenmitte weitere drei Sommertage mit über 25 Grad, da Hochdruck   
    aus Südwesten dominierte und mit Tiefdruck über der Iberischen Halbinsel sehr warme Luft herbei geführt     
    wurde. Die Frontalzone schickte ihre Tiefs im Norden Europas von Island über die Briten nach Skandinavien. Auf   
    dieser Zugbahn war nun auch diesmal ein Tief unterwegs, dessen Kaltfront am Freitagmorgen bei uns eintraf. Im   
    Vorfeld kam es am Donnerstagabend zu teils kräftigen Gewittern im Land Salzburg.     
     
     
    3 ½ Stunden Gewitter    
     
    Kurz nach 19:30 Uhr waren die ersten Donner von der Wetterstation aus vernehmbar. Es dauerte aber noch eine   
    knappe halbe stunde bis der Regenguss mit anfangs mittlerer Intensität einsetzte. Doch anstatt wieder     
    abzuklingen, blieb die Donner- und Blitzkulisse erhalten und gegen Viertel nach neun Uhr gab es einen zweiten   
    kräftigeren Regenguss. In dieser Zeit waren auch die stärksten Donner mit einem Naheinschlag hörbar. Um zehn   
    Uhr ging es langsam in das Finale und anhaltender starker Regen setzte allmählich ein. Bis fast 23 Uhr donnerte   
    und blitzte es noch unvermindert weiter, bevor dem ursprünglichen Gewitter und seinen Nachkommen endgültig   
    die Energie ausging. Eine gute halbe Stunde später klang dann auch der starke Regen ab. Während des     
    Marathongewitters regnete es 42 l/m² und damit wurde der bisherige Niederschlag im September von 50 l/m² fast   
    verdoppelt. Noch mehr Regen fiel in nördlichen Gemeindegebiet bzw. in Faistenau, wo von rund 65 l/m² berichtet   
    wurde.    
     
     
    Wieder Unwetter im Pinzgau    
     
    Am heftigsten trafen die Unwetter nach einigen Wochen wieder den Pinzgau. Vor allem im Mitter- und Oberpinz-  
    gau mussten die Feuerwehren wegen Überflutungen, voll gelaufener Keller und Hangrutschungen ausrücken. In   
    Saalbach wurde im hinteren Glemmtal die Straße erneut vermurt und die Saalach trat stellenweise über die Ufer.   
    In Mittersill verlegte eine Mure die Pass-Thurn-Straße. In Dienten wurde eine Baustelle überflutet. Weitere     
    Einsätze gab es in Saalfelden, Stuhlfelden und Maria Alm sowie auf der Gerlosstraße.     
     
    Die Stationen im Pinzgau zählten an diesem Abend zu den nassesten in Österreich. In Lofer wurden 45 l/m²   
    gemessen, auf der Schmittenhöhe 34,6 l/m², auf der Loferer Alm 32,9 l/m², in Saalbach 32 l/m² und in Zell am   
    See 29,4 l/m².     
     
    Quelle: salzburg.orf.at, wetter.orf.at      
     
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    Mo, 03.09.18 Rückblick August: Regen halbiert, Thermometer flambiert  
     
     
    + 128,5 l/m² Regen    
    + 17,5°C mittlere Temperatur    
    + 31,6°C Tageshöchstwert    
    + 7 Gewitter    
     
    Hintersee ist schön und so machte heuer der mediterrane Sommer bei uns Urlaub. Vor allem im August nahm er   
    sich lange Zeit, eine Hitzewelle und fehlender Regen ließen an der natur allerdings ihre Spuren zurück.    
     
    In den August ging es mit Hochdruckdominanz, die, ausgehend vom Azorenhoch, über den Südwesten bis in   
    den Nordosten Europas reichte. Die Verlagerung eines Hochkerns zu Beginn des Monats nach Südosteuropa   
    hievte die Temperaturen ordentlich nach oben. Zwar wurde der Hochdruck über Skandinavien in den ersten   
    Augusttagen wieder von Westen her abgehobelt, der Störungseinfluss konnte sich aber nicht bis in den     
    Alpenraum breit machen. Es baute sich erneut rasch Hochdruck von Südwesten zu den Briten auf, um an der   
    Vorderseite eines Islandtiefs nach Osten zu wandern und die Zufuhr heißer Luft aufrecht zu erhalten, ehe es mal   
    eine Kaltfront bis zu uns schaffte. Der erste Dekadenwechsel brachte schnell nachrückenden Hochdruck aus   
    Südwesten, mit Islandtiefeinfluss zur Monatshälfte und der Rückkehr zu Hochdruck gleich danach, sodass sich   
    wiederum eine Brücke vom westlichen Mittelmeerraum bis in den Nordosten Europas formierte und den     
    Tiefdruck im Nordwesten und Norden die warme Schulter zeigte. Erst am letzten Wochenende im August bohrte   
    der Tiefkomplex über Skandinavien eine Schneise via Mitteleuropa bis in die Adria, wodurch es nicht nur Regen,   
    sondern auch kühle Herbstgrüße aus dem hohen Norden gab. Dem folgte sogleich wieder Hochdruck, der die   
    Schneise schloss, bevor ein Islandtief am Monatsende eine Kaltfront mit Regen herein drehte.    
     
    Dennoch stellte die Sonnenscheinausbeute im August in Österreich satte Zugewinne von 20 Prozent. Nur lokal   
    im Westen und Süden des Landes war die Sonnenscheindauer ausgeglichen. Am längsten zeigte sie sich in   
    Schöngrabern (Niederösterreich) mit 325 Stunden. Wenig verwunderlich, dass die Temperaturen zu Höhenflügen   
    ansetzten und den fünftwärmsten August seit 1767 in der Alpenrepublik bzw. halt Donaumonarchie mit einer   
    Abweichung von +2,6 Grad fabrizierten. Nur 1807, 1992, 2003 und 2015 war es im August noch wärmer. Am   
    größten waren die Ausschläge nach oben mit bis zu Plus 4 Grad über Normal im Osten und Norden. Ausschläge   
    himmelwärts fanden sich, welch Überraschung, selbst beim Niederschlag, auch wenn sich diese auf Osttirol und   
    die Kärntner Südstaulagen begrenzten. Der Westen und Süden präsentierte sich allgemein leicht unterdurch-  
    schnittlich, während im Norden und Osten die Trockenheit mit Einbußen bis drei Viertel des Üblichen vorherr-  
    schte. Bundesweit regnete es 14 % zu wenig. Nasseste Station war Kolm-Saigurn in Rauris mit 294 l/m².    
     
    Wenig zu sehen vom Regen gab es bei uns in Hintersee. Das eingeschlafene Wachstum auf den Feldern,   
    manch abgeworfenes Laubblatt, der niedrige Wasserspiegel am See und verirrte Rinnsale in den Bächen waren   
    zeugen davon. Erst in der letzten Woche des Monats entspannte sich die Lage mit nennenswertem Niederschlag   
    abseits brütender Hitze etwas. Dennoch verblieb am Ende ein Defizit von 46 Prozent bei einer Menge von 128,5   
    l/m². Der August 2018 verstärkte damit das Duett mit der roten Laterne, das bisher aus dem August 2015 (129,5   
    l/m²) und dem August 2003 (127,5 l/m²) bestand, als Vorletzter. Der meiste Niederschlag an einem Tag fiel am   
    26. August mit 29,5 l/m². Insgesamt gab es 14 Regentage, drei weniger als üblich. Vom 16. bis zum 22. August   
    blieb es 7 Tage durchgehend niederschlagsfrei.    
     
    Der meist stabilen Witterung geschuldet war auch das oftmalige Ausbleiben von gewittern, denn es gab an 5   
    Gewittertagen nur 7  Gewitterzellen, die wir über dem Gemeindegebiet beobachten konnten. Wenig für einen   
    Sommermonat. Das heftigste Gewitter ging dabei am Nachmittag des 7. August mit 30-minütigen Starkregen, der   
    rund 20 l/m² brachte, und lebhaften Wind nieder.    
     
    Das Thema Nummer 1 waren in diesem August wie so oft die Temperaturen. Auch wenn es zur Nummer 1 nicht   
    ganz reichte, erlebten wir mit einem Mittel von 17,5°C den zweitwärmsten August unserer Messreihe (seit 2002)   
    und den insgesamt fünftwärmsten Monat in Hintersee. Auf der Eins thront der August 2003 mit 17,9°C, dahinter   
    folgen geteilt auf Rang 2 der Juni 2003, der Juli 2006 und der Juli 2015 mit je 17,7°C. Lange war der heurige   
    August sogar auf Rekordkurs. Der Start war außergewöhnlich und erstmals erreichten wir in unserem Ort für ein   
    Monatsdrittel mit 20,2°C eine gemittelte Temperatur von über 20 Grad. Die zweite Dekade verlief ebenso weit   
    überdurchschnittlich, erst das dritte Drittel war nur mehr leicht zu warm. Am Ende stand eine Abweichung von   
    +2,7 Grad.    
     
    Untermalt wurde dies auch durch die registrierten 20 Sommertage und die 4 heißen Tage, die im August nur im   
    Jahr 2003 überboten wurden (24/7). Einer von den vier Hitzetagen war der 1. August, der mit 31,6°C der     
    heißeste Tag des Monats war und der fünftheißeste Augusttag unserer Messhistorie. Dem gegenüber stand der   
    27. August mit einem Tiefstwert von 4,5°C als kältester Tag des Monats und fünftniedrigstes Minimum eines   
    Augusttages. Noch nie traten in einem August die Messung eines der 10 wärmsten und der 10 kühlsten     
    Augusttage gleichzeitig auf.    
     
    Mit dem August endete auch der Sommer 2018 und der viertwärmste Sommer der 250-jährigen Messgeschichte   
    in Österreich ging kurioser Weise mit dem ersten Wintergruß in den Salzburger Tauerntälern. Nebst dem     
    Osttiroler St. Jakob im Defereggental mit -0,9°C gab es dort am 27. August in Mariapfarr mit -0,6°C und St.   
    Michael im Lungau mit -0,3°C bereits Frost und die kälteste Augustnacht seit 1998. Dies war aber das einzig   
    berichtenswerte auf dieser Seite. Auf der Anderen verfehlte der heurige Sommer mit einer Abweichung von +2,0   
    Grad das Podest nur knapp, wo sich weiterhin der Sommer 2003 mit +2,8°C, 2015 mit +2,4°C und 2017 mit   
    +2,1°C befinden. Hinter 2018 folgen 1811 und 1992 mit +1,4°C, 1994 und 2012 mit +1,3°C, 2013 mit +1,2°C und   
    1807 mit +1,1°C. Die 2000er sind damit bereits in den Top 10 in der Überzahl. In doppelter bis dreifacher     
    Überzahl waren in diesem Sommer auch die Hitzetage in der Alpenrepublik, auch wenn dabei kein absoluter   
    Wüstentag heraus stach wurde Enns (Oberösterreich) mit 37,3°C am 9. August der Hitzepol des Landes. Die   
    schon aus dem Frühjahr teilweise herrschende Trockenheit verstärkte sich während des Sommers zusehends   
    und wurde schon problematisch. So fiel bundesweit um rund ein Fünftel weniger Regen, regional fehlte sogar die   
    Hälfte des Niederschlags. Nassester Ort war die Rudolfshütte mit 773 l/m². Ein Plus von 12 % brachte die     
    Sonnenscheindauer, die an der Alpennordseite um bis zu einem Viertel zulegte und nur im Süden ausgeglichen   
    war. Sonnenreichster Ort war Rohrspitz (Vorarlberg) mit 905 Stunden.    
     
    Der Sommer in Salzburg war bei den Ausschlägen etwas zurückhaltender. In unserem Bundesland regnete es   
    um 15 % zu wenig und die Sonne zeigte sich um 8 % länger. Am häufigsten mit 791 Stunden in Mattsee, die   
    Bremse zogen hier etwas die Gebirgsgaue. Die höchste Temperatur gab es am 1. August am Flughafen mit   
    34,8°C, in Salzburg/Freisaal dafür 34 anstatt durchschnittlicher 10 Tage mit mehr als 30 Grad.    
     
    In Hintersee landete der Sommer zweimal auf Platz 2. Von vorne bei den Temperaturen und von hinten beim   
    Niederschlag. Nach einem durchschnittlichen Juni folgten die deutlich zu regenarmen Juli und August. Die letzte   
    Augustwoche verhinderte die Blamage, den Sommer 2003 mit 433 l/m² als Letzten abzulösen und mit 479 l/m²   
    und einem Minus von 31 Prozent blieb der Sommer 2018 gerade noch Vorletzter. Unter Einbeziehung der     
    Hydrografischen Station Faistenau gab es ähnlich trockene Sommer noch in den Jahren 1967, 1973, 1992 und   
    1994. Der Regen verteilte sich heuer dabei auf 43 Regentage (-11 Tage), ebenso nur von 2003 mit 38 Tagen   
    unterboten.    
     
    Den Vorsommer als neuen Zweiten nach hinten verdrängte der heurige Sommer bei den Temperaturen. Mit   
    einem Mittel von 16,4°C und einer Abweichung von +1,6 Grad mussten sich Juni, Juli und August nur ihren   
    Kollegen aus 2003, wie könnte es anders sein, geschlagen geben.    
     
    Ein markanter Unterschied zu dem diesmal oft erwähnten Jahr 2003 sollte zum Schluss noch angeführt werden.   
    Blickt man nach zwei Dritteln des Jahres auf die Jahresmitteltemperatur so sind wir 2018 eindeutiger den je auf   
    neuem Rekordkurs mit einer aktuellen Abweichung von +1,7 Grad. Davon waren wir 2003 weit weg. Vor 15   
    Jahren kamen wir mit einem Mittel von 6,0°C ins Ziel. Heuer ist es realistisch, sieben Jahre nach dem     
    erstmaligen erreichen der 7-Grad-Marke schon die 8 Grad zu schaffen.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Fr, 10.08.18 Fast 2-wöchige Hitzewelle  
     
     
    Eine 13 Tage andauernde Hitzewelle setzte einer praktisch seit April herrschenden sehr warmen und mit     
    Ausnahme des Junis auch recht trockenen Phase das heiße Krönchen auf. Bei oftmaligen Temperaturen über 30   
    Grad schwitzten Mensch und Tier. Wald und Wiesen zeigten aufgrund der Trockenheit herbstliche Symptome.   
    Unter das übliche Grün schlich sich zusehends Braun.     
     
     
    Hochdruck von Afrika bis Skandinavien    
     
    Nach sachtem Störungseinfluss, der am 26. und 27. Juli schon trocken-warmes, aber noch nicht rein sonniges   
    Wetter, brachte, wurde dieser Trog nach Südosteuropa abgedrängt, denn eine mächtige Hochdruckzone baute   
    sich an den Tagen darauf auf. Das weit nach Nordosten ausgreifende Azorenhoch schaffte ab dem 28. Juli den   
    uneingeschränkten Brückenschlag über Mitteleuropa und schloss sich mit einem stabilen Hoch über Skandina-  
    vien und Westrussland zusammen. Mit Monatswechsel herrschte damit Hochdruck von Nordwestafrika bis in den   
    Nordosten Europas und hin zum Nordmeer. Das Islandtief und der dazu gehörige Trog über dem Nordostatlantik   
    waren komplett abgemeldet und Frontsysteme kamen nicht mehr auf den Kontinent voran. Zum Monatswechsel   
    schaffte es ein Randtrog nach Frankreich vorzudringen und verstärkte somit noch zusätzlich die großräumig   
    vorherrschende Zufuhr subtropischer Warmluft. Daraus resultierte am 1. August der erste Höhepunkt der Hitzewelle.  
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild. Großwetterlage am 1. August    
     
     
    In Richtung erstes Augustwochenende musste der Hochdruck zwar aus Skandinavien weichen, blieb aber über   
    Mitteleuropa stabil und eine neue Hochdruckzone formierte sich zu nächsten Wochenbeginn ausgehend von den   
    Azoren bis zu den Britischen Inseln, um in Folge ostwärts zu wandern. Dahinter griff das Islandtief rasch wieder   
    nach Süden bis nach Portugal aus, sodass um den 8. und 9. August mit einem Gruß der bis dahin über der   
    Iberischen Halbinsel liegenden Heißluft der 2. Höhepunkt der Hitzewelle sich anbahnte. Allerdings hatte diese   
    Luftmasse mehr Feuchte, darum verhinderte die nachmittägliche Quellwolkenbildung noch höhere Temperaturen   
    und es kam nach der trockenen Hitze zu teils kräftigen Gewittern. In der Nacht zu Freitag drehte die Strömung   
    auf West und die Hitzewelle fand mit Annäherung einer beschwächten Kaltfront des nun über Südskandinavien   
    und Frankreichen lagernden Tiefdrucks ein Ende.    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Großwetterlage am 9. August    
     
     
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Temperaturen der Luftmasse in 1.500 m Höhe am 9. August    
     
     
    Bis zu 31,6 Grad in Hintersee    
     
    Vom 28. Juli bis zum 9. August lagen die Höchstwerte in Hintersee zwischen 28,3°C und 31,6°C. Den heißesten   
    Tag hatten wir dabei am 1. August. Es war der 25. heißeste Tag in unserer Messreihe und der 5. wärmste   
    Augusttag. Insgesamt wurden an sechs Tagen in dieser Periode die 30-Grad-Marke an unserer Station über  
    -schritten. Der durchschnittliche Tageshöchstwert lag bei 29,7°C. Dank der verhältnismäßig kühlen Nächte, in   
    denen es auf durchschnittliche 15,6°C abkühlte, konnte zumindest zwischen den heißen tagen etwas     
    durchgeatmet werden.    
     
     
    Neuer Rekord einer Monatsdekade    
     
    Die ersten 10 Tage im August brachten trotz der Erfrischung am letzten Tag dieses Monatsdrittels mit einem   
    Temperaturmittel von 20,2°C die bisher wärmste in Hintersee gemessene Monatsdekade. Erstmals blieb ein   
    Mittelwert eines Monatsdrittels über 20 Grad. Bisher lagen hier die erste Augustdekade 2003 und die dritte   
    Julidekade 2006 mit je 19,2°C voran. Über den Zeitraum der Hitzewelle betrachtet lag das Mittel sogar bei   
    20,6°C. Die Temperatur der ersten Augustdekade wich um satte 4,4 Grad vom Augustnormal nach oben ab.  
     
     
    Hitze in Salzburg    
     
    Den einen richtigen Hitzetag gab es diesmal im Bundesland Salzburg nicht. Je nach Quellbewölkung oder   
    leichter Föhnunterstützung wurden die Höchstwerte zwischen dem 31.7. und dem 9.8. erzielt. Am heißesten war   
    es dabei in der Stadt Salzburg, wo in Freisaal am 4. und 8. August 34,7°C gemessen wurden und am 9. August   
    auch nochmal 34,6°C. Abtenau und Mattsee erreichten ihren Höchstwert von 33,3°C gemeinsam am 4. August,   
    St. Johan seine 33,2°C hingegen am 8. August und Zell am See seine 33,1°C bereits am 31. Juli. Abweichler   
    waren Bischofshofen mit 33,0°C am 1. August und Lofer mit 32,9°C am 9. August.    
     
     
    Höchsttemperaturen in Salzburg      
     
    Abtenau   33,3°C 4.8.   Rudolfshütte 18,9°C 31.7.    
    Bischofshofen 33,0°C 1.8.   Salzburg/Fr. 34,7°C 4.8.+8.8.    
    Kolomannsberg 28,5°C 9.8.   Sonnblick   11,5°C 31.7.    
    Krimml   29,8°C 31.7.   St. Johann   33,2°C 9.8.    
    Lofer   32,9°C 9.8.   St. Michael 29,1°C 1.8.    
    Maria Alm   32,8°C 4.8.   St. Veit   32,9°C 9.8.    
    Mariapfarr   29,0°C 31.7.   Tamsweg   30,9°C 4.8.    
    Mattsee   33,3°C 4.8.   Zell am See 33,1°C 31.7.    
    Rauris   30,9°C 31.7.    
     
     
    Höchsttemperaturen in Österreich    
     
    31. Juli   1. August    
    Innsbruck/Univ. 36,0°C   Bludenz   35,6°C    
    Bludenz   35,3°C   Innsbruck/Univ. 35,4°C    
    Bad Deutsch-Altenb. 35,1°C   Landeck   35,3°C    
    Langenlois 35,1°C   Schärding   35,0°C    
    Feldkirch   35,0°C   Braunau/Ranshofen 34,9°C    
    Hohenau   35,0°C   Vöcklabruck 34,9°C    
    Andau   34,9°C   Dellach im Drautal 34,9°C    
    Braunau/Ranshofen 34,8°C   Reichersberg 34,8°C    
    Wolkersdorf 34,7°C   Linz-Stadt   34,7°C    
             
    4. August       9. August        
    Wolkersdorf 34,8°C   Enns   37,3°C    
    Hohenau   34,8°C   Wieselburg 37,0°C    
    Salzburg-Freisaal 34,7°C   Amstetten   36,8°C    
    St. Pölten   34,6°C   Waidhofen an der Ybbs 36,7°C    
    Enns   34,5°C   Krems   36,6°C    
    Langenlois 34,5°C   Wien - Innere Stadt 36,3°C    
    Vöcklabruck 34,4°C   Langenlois 36,3°C    
    Krems   34,4°C   Bad Deutsch-Altenb. 36,2°C    
    Wieselburg 34,4°C   Hohenau   36,2°C    
     
     
    Heftige Gewitter am Wellenende    
     
    In der subtropischen Luftmasse, die zum Ende der Hitzewelle mit mehr Feuchtigkeit angereichert war, wurde es   
    nicht nur drückend schwül, sondern aus mächtigen Quellwolken wuchsen auch Gewittertürme empor. Am 7.   
    August ging am Nachmittag ein Gewitter mit 30-minütigen Starkregen über Hintersee nieder, das 20 l/m² an   
    Niederschlag brachte.     
     
    Ein breiteres Auftreten von Unwettern gab es tags darauf. Hunderte Feuerwehrleute mussten am Abend im Pinz-  
    , Pon- und Flachgau zu Einsätzen ausrücken. In den Gebirgsgauen waren Mittersill, Neukirchen, Wald,     
    Bramberg sowie Dorfgastein mit kleineren Überflutungen und Murenabgängen hauptsächlich betroffen. In Krimml   
    wurden 30,8 l/m² und in Lofer 24,5 l/m² gemessen.    
     
    Ein weiteres Unwetter zog mit Wolkenbruch und stürmischen Wind über den mittleren Flachgau und führte in   
    Wals-Siezenheim, Hallwang und der Stadt Salzburg zu Problemen. Die Feuerwehren wurden meist wegen   
    umgestürzter Bäume oder Überflutungen gerufen. Bei den Salzburger Festspielen musste ein Konzert im großen   
    Festspielhaus wegen durch das Dach eindringenden Wassers unterbrochen werden. Unterbrochen war nach   
    einem Blitzschlag und Stromausfall auch ein Fußballspiel der Champions League Qualifikation im Stadion   
    Kleßheim. Auch das Universitätsklinikum hatte mit Überflutungen zu kämpfen. In Salzburg/Freisaal schüttete es   
    53,5 l/m², am Kolomannsberg bei Thalgau 46 l/m².     
     
     
    Landwirtschaft und Wasserversorgung beeinträchtigt      
     
    Die Gewittergüsse konnten nicht darüber hinweg helfen, dass vor allem die Landwirtschaft unter der anhaltenden   
    Trockenheit, die durch die immense Verdunstung bei den herrschenden Temperaturen noch verstärkt wurde, litt.   
    Gras, Getreide, Bäume fuhren ihr Wachstum merklich zurück und manch Waldstück bekam erste Anzeichen des   
    Herbstes aufgrund der einsetzenden Blattverfärbung, wodurch Bäume auf das mangelnde Wasser reagierten.   
    Wassermangel machte auch den Almbauern zu schaffen, die ihr Vieh neben der fehlenden Weide auf den Almen   
    teils mit Wasser und Heu aus dem Tal versorgen mussten. In gleichem Maße erhöhte sich die Waldbrandgefahr   
    stark, in erster Linie im Norden des Landes. Manch kommunaler Wasserversorger bekam ebenfalls Probleme   
    und so wurde zum Beispiel in Thalgau bereits zur Sparsamkeit amtlich aufgerufen.    
     
    Quellen: wetter.orf.at, salzburg.orf.at, www.austrowetter.at, www.salzburg24.at, www.wetterzentrale.de    
     
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    Fr, 03.08.18 Rückblick Juli: Sehr trocken und heiß  
     
     
    + 95,5 l/m² Regen    
    + 3 Gewitter    
    + 16,7°C mittlere Temperatur    
    + 30,5°C Tageshöchstwert    
     
    Der siebte Monat des Jahres brachte einen richtigen Knick beim Niederschlag und war für die hiesigen Verhält-  
    nisse sehr trocken. Dazu setzte der Juli durch eine beginnende Hitzewelle am Monatsende die Reihe der viel zu   
    warmen Monate im heurigen Jahr fort.    
     
    Mit dem Start des zumindest kalendarischen Mittelpunkts des Sommers lag der Alpenraum noch im Einflussbereich eines Balkantiefs, das die einzig kühleren Tage im Monat verantwortete und als Teil einer   
    Omegalage mit dem Schwestertief bei der Iberischen Halbinsel und einem Britanienhoch fungierte. Zum ersten   
    Dekadenwechsel hin verlagerte der Hochdruck sein Zentrum wieder in Richtung Skandinavien, wo wir es in   
    diesem Jahr schon so oft hatten und der Osteuropatrog verlor zaghaft an Bedeutung. Zwischen die sich von der   
    Iberischen Halbinseln bis in den Nordosten des Kontinents aufgebaute Hochdruckzone verirrte sich zu Beginn   
    der zweiten Dekade ein kleines Tief von Irland her, welches für ein wenig Unbeständigkeit sorgte. Zur Einkehr   
    der zweiten Monatshälfte blieb der Hochdruck im Norden stabil, ließ aber wiederum einem Randtrog aus Osten   
    durchrutschen, sodass sich daraus eine sanfte Tiefdruckrinne bildete, die den Ostatlantik- mit dem     
    Südosteuropatrog verband. Die Wankelmütigkeit des bis dato herrschenden Juliwetters hielt sich damit weiter, da   
    sich auch mit dem Anfang des dritten Drittels der atlantische Trog überredete, sich langsam nach Osten zu   
    schieben. Im folgte aus Südwesten ein Ableger des Azorenhochs in der letzten Juliwoche, der nach Abzug eines   
    Höhentiefnachzüglers über dem Ostalpenraum sich über Mitteleuropa ausbreiten konnte und die Verbindung   
    zum Skandinavienhoch erneut herstellte. Zum Juliausklang begann unterstützt von einem Islandtief die erste   
    richtige Hitzewelle des Jahres.    
     
    Die einsetzende Hitze hievte die Temperaturen von leicht zu warm auf deutlich zu hoch und so zählte der Juli   
    2018 in Österreich mit einer Abweichung von +1,3 Grad zu den 15 wärmsten in der Messreihe seit 1767. Dazu   
    war es im Bundesgebiet viel zu trocken mit einem landesweiten Rückgang von 38 Prozent. Das größte Minus mit   
    50 bis 80 % hatten die Regionen von Vorarlberg bis Oberösterreich. Überdurchschnittliche Mengen gab es nur   
    im Nordosten Österreichs, der Rest des Landes präsentierte sich ausgeglichen bis unter Normal. Nassester ort   
    war die Rudolfshütte (Salzburg) mit 278 l/m². Mehr als üblich zeigte sich die Sonne mit +7 Prozent. Die     
    Verteilung des Sonnenscheins war dabei aber etwas unfair. So gab es im Süden bis zu einem Drittel weniger   
    Sonne und im Westen bis Oberösterreich und der Oststeiermark bis zu einem Viertel mehr. Die meisten     
    Sonnenstunden hatte allerdings das burgenländische Andau mit 302 Stunden.    
     
    Richtig trocken verlief der heurige Juli in Hintersee. Mit 95,5 l/m² und einem Minus von 64 % zum Schnitt war es   
    noch hinter 2013 mit 96 l/m² der niederschlagsärmste Jahressiebte in der Messhistorie der Wetterstation     
    Hintersee seit 1996. Für die letzten 6 Jahrzehnte wies auch die Hydrografische Station in Faistenau nur zwei   
    trockenere Julimonate 1994 mit 88,2 l/m² und 1983 mit 58,9 l/m² auf. Der wenige Regen verteilte sich dabei auf   
    13 Regentage (-6 Tage), wobei es hier 2001 mit 12 und 2013 mit 10 Regentagen zweimal niedrigere Marken   
    gab. Den größten Tagesniederschlag regnete es am 22. Juli mit 26 l/m².     
     
    Bekräftigen lies sich der Regenmangel auch daran, dass in diesem Juli nur 3 Gewitterzellen an drei Tagen über   
    Hintersee registriert werden konnten. Das Heftigste mit Starkregen ging hierbei am 25. Juli um 16:45 Uhr nieder   
    und begoss den Faistenauer Kirtag.    
     
    Dagegen blieb es zwischen dem 12. und dem 16. Juli fünf Tage und vom 27. Juli bis zum 1. August sechs Tage   
    hintereinander regenfrei.    
     
    Lange Zeit sah es ebenso in der Ladenbachmetropole nach einem etwas zu warmen Juli aus, bevor im dritten   
    Drittel, das hingegen ordentlich zu warm ausfiel, die durchschnittliche Monatstemperatur noch nach oben ging.   
    Analog zum Bundestrend lag in Hintersee die Abweichung bei +1,3 Grad und mit einem Mittel von +16,7°C war   
    es hinter 2006 und 2015 mit jeweils +17,7°C der drittwärmste Juli unserer Messreihe und insgesamt der     
    sechstwärmste Monat, den wir bisher messen konnten. Wir verzeichneten dabei neben 14 Sommertagen auch 2   
    heiße tage, die am 31. Juli mit +30,5°C den Höchstwert in diesem Monat brachten. Den Tiefstwert gab es am 2.   
    Juli mit +7,8°C.    
     
    Nach dem ersten Monat der zweiten Jahreshälfte verdichten sich die Zeichen, dass 2018 einen neuen Temperaturrekord bringen könnte. Stand jetzt liegen wir vor dem bisherigen Rekordjahr 2014 und leicht dahinter   
    folgt 2007. Das Jahresmittel weicht derzeit um 1,6 Grad nach oben ab.    
     
    Quellen: www.zamg.ac.at    
     
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    Fr, 27.07.18 Längste Mondfinsternis des Jahrhunderts  
     
     
    Der Freitagabend brachte ein himmlisches Schauspiel der Sonderklasse. Nach einem sehr warmen und sonnigen   
    Sommertag bildeten sich am Nachmittag Quellwolken, die sich lange bitten ließen, den Blick auf das Spektakel frei   
    zu geben.    
     
    Da im Tal von Hintersee die Osterhorngruppe im Weg steht, wurde als Beobachtungspunkt die Ladenbergalm   
    ausgewählt. In der lauen Almluft hieß es dann warten.    
     
    Die dabei und von der Mondfinsternis entstandenen Bilder gibt es unter dem folgenden Link.    
     
    Links: >> Fotoalbum: 27.07.18 Längste Mondfinsternis des Jahrhunderts    
     
     
     
    So, 08.07.18 Rückblick Juni: Das heiße Eisen kühlt ab  
     
     
    + 14,9°C mittlere Temperatur    
    + 30,6°C Tageshöchstwert    
    + 255 l/m² Regen    
    + 16 Gewitter    
     
    Nach der Trockenheit und den Wärmerekorden im April und Mai brachte der erste klimatologische Sommer-  
    monat einen Umschwung und konnte das Niederschlagsdefizit sowie die Rekordwärme abmildern.    
     
    Der Juni übernahm zu Beginn nahtlos die Wetterlage aus dem mai, die schwache Luftdruckgegensätze samt   
    einer sehr warmen und labilen Luftmasse über Mitteleuropa hinterließ. Der Hochdruck, der sein Regiment von   
    Island bis Skandinavien aufgeschlagen hatte, griff zwar bis in den Alpenraum aus, ließ aber Einfluss von     
    herumwabernden kleinen Höhentiefs zu. ein recht hartnäckiges hielt sich bei der Biscaya, welches nach dem   
    ersten Dekadenwechsel Gehilfen bei Schottland und über der Adria bekam. Dazu einen Trog über Osteuropa.   
    Bis zur Monatsmitte verlagerte sich der Höhentiefkomplex nach Südosten und sorgte bei uns für zusätzliche   
    Unbeständigkeit des Wetters, da es seinen Wirkungskreis auf Mitteleuropa ausdehnte und die Hochzellen im   
    Norden und Südosten unterwanderte. Dahinter folgte neuer Hochdruck aus Westen, wodurch sich am Beginn   
    der zweitem Monatshälfte eine Hochbrücke über Mitteleuropa aufschlug, die den Azorenhochableger im     
    Südwesten und ein Westrusslandhoch verband. Dagegen arbeiteten Tiefs im Nordwesten, an deren Vorderseite   
    nochmals sehr warme Luft aus Süden heran geführt wurde, bevor sich die bereits drei Monate andauernde zu   
    warme Phase verabschiedete. Denn mit Einkehr des dritten Drittels räumte eine Kaltfront die feucht-warme Luft   
    aus dem Alpenraum und der Hochdruck baute sich nun von der Iberischen Halbinsel über die Britischen Inseln   
    bis Skandinavien auf. In der letzten Juniwoche ritterte die Randlage des Alpenraums am Hochdruck mit dem   
    über dem Osten liegenden Trog um die Vorherrschaft. Der östliche Tiefeinfluss mit kühlen Temperaturen behielt   
    dabei eher die Oberhand und so klang der erste Sommermonat wechselhaft aus.    
     
    Trotz der Witterungsänderung während des Monats schaffte es der Juni in Österreich mit einer Abweichung von   
    +1,9 Grad unter die 10 wärmsten Junimonate der Messhistorie. Die mit -3 % praktisch ausgeglichene Nieder-  
    schlagsbilanz linderte die in vielen teilen Österreichs vorherrschende Trockenheit, in Ober- und Niederösterreich   
    ist diese dennoch weiterhin vorhanden. Mit minus 20-50 % war es diesmal im Westen und Süden zu regenarm,   
    plus 25-75 % mehr Niederschlag gab es am Alpennordrand der Osthälfte vom Traunviertel bis ins Burgenland.   
    Nassester Ort war in Folge eines heftigen Unwetters, das 100 Liter in drei Stunden brachte, Puchberg am     
    Schneeberg (NÖ) mit 304 l/m².  Die Sonnenkinder fanden sich im Juni ganz im Westen und zwar am Rohrspitz in   
    Vorarlberg mit 297 Sonnenstunden. Generell gab es im Westen und Süden bis zu einem Drittel mehr Sonne, im   
    Osten waren es bis zu 20 % weniger. Bundesweit gesehen war die Bilanz aber ausgeglichen.    
     
    In Hintersee war der heurige Juni mit 255 l/m² und einer Abweichung von +6 Prozent durchschnittlich nass. Der   
    Regen verteilte sich dabei auf 16 Regentage, 3 weniger als üblich. Am meisten Regen fiel am 13. und am 28.   
    Juni mit jeweils 52,5 l/m².    
     
    Ihren Anteil am Niederschlag hatten auch die 16 Gewitterzellen, die an 9 Gewittertagen über dem Gemeindege-  
    biet beobachtet wurden. Die meisten Gewitter an einem Tag gab es am 27. Juni mit 4 Zellen, eine davon brachte   
    um 12:45 Uhr Starkregen und kleinkörnigen Hagel. Das zweite Gewitter mit einigen kleinen Hagelkörnern und   
    mäßigen Regen ging am 22. Juni gegen 18 Uhr nieder.    
     
    Eine klare Abwärtsbewegung gab es bei den Temperaturen. Das erste Drittel zeigte noch jene Auswüchse nach   
    oben, die wir aus April und Mai kannten und auf einen nächsten Rekord hindeuteten, denn hier war nur der   
    Hitzejuni 2003 noch höher unterwegs. Mit dem Umbau der Großwetterlage änderte sich dies in der zweiten   
    Dekade und die Temperaturen waren nur mehr überdurchschnittlich im Sinne einer normalen Schwankung. Die   
    dritte Dekade brachte schlussendlich markant zu kühle Werte, die den Juni auf eine mittlere Temperatur von   
    +14,9°C herunterholten, sodass nur noch ein Plus von 0,8 Grad blieb, welches den Juni 2018 dennoch auf den   
    fünften Platz unserer Messreihe verhalf. Hinter dem Ausreißer 2003 zählte er trotzdem zu den wärmsten     
    Junimonaten in Hintersee.    
     
    Die höchste Temperatur gab es am 11. Juni mit 30,6°C, den Tiefstwert im Monat erreichten wir am 22. Juni mit   
    7,2°C. Dem einen heißen Tag standen 10 Sommertage zur Seite.    
     
    Nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 unterstreicht das aktuelle Jahresmittel das bisher Gescheh-  
    ene. Das heurige Jahr liegt derzeit mit dem Rekordjahr 2014 praktisch gleich auf und es könnte daher nach vier   
    Jahren bereits wieder einen neuen, noch höheren Temperaturrekord geben. Die Niederschlagsbilanz hat sich   
    dagegen erholt.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Fr, 01.06.18 Rückblick Mai: Unglaublich warm und trocken  
     
     
    + 13,4°C mittlere Temperatur    
    + 29,0°C Tageshöchstwert    
    + 104 l/m² Regen    
    + 9 Gewitter    
     
    Den Frühling suchte man im Jahr 2018 irgendwie vergebens. Nachdem der April nach Abtauen des Schnees mit   
    frühsommerlichen Wetter ums Eck kam, prolongierte der Mai den angebrochenen Sommer und nach Jänner und   
    April setzte es schon den dritten Temperaturrekord im heurigen Jahr.    
     
    Die Großwetterlage im mai betrieb einen Sitzkrieg und rührte sich den ganzen Monat über de facto nicht vom   
    Fleck. In den Mai ging es mit Hochdruckgrüßen, die sich von den Azoren über Mitteleuropa nach Skandinavien   
    ausbreiteten und sich dort etablierten. Dem gegenüber stand ein Westeuropatrog, der sein Zentrum bei der   
    Biscaya aufschlug und so die Zufuhr von recht warmer und teils feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum aufrecht   
    hielt. Zum ersten Dekadenwechsel zog sich das Skandinavienhoch etwas in Richtung Baltikum zurück und gab   
    den Einfluss in Mitteleuropa mehr dem Tiefdruck Preis, sodass sich ausgehend vom erwähnten Muttertrog   
    diverse kleine Höhentiefs über den Mittelmeerraum her bis in den Alpenraum und zum zweiten Dekadenwechsel   
    bis ins östliche Mitteleuropa breit machten, wodurch die Witterung weiterhin warm, aber schaueranfällig wurde   
    und beinahe täglich einen kleinen Regenguss fabrizierte. In der Mitte des dritten Drittels erhob der Hochdruck   
    über Skandinavien wieder mehr Anspruch auf Mitteleuropa und dem Höhentieftreiben wurde ein Ende gesetzt.   
    Der Tiefdruck zog sich wie zu Monatsbeginn auf den Westen Europas mit Kern bei der Biscaya retour und   
    dadurch folgten mit einer föhnigen Südströmung einige Hochsommertage zum Frühlingsausklang.    
     
    Den letzten Sommermai gab es im Jahr nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich, nämlich 1868. Der Mai   
    1811 und der Mai 1797 hielten verbissen Platz 1 und 3 bevor sich nun der Mai 2018 mit einer Abweichung von   
    +2,0 Grad als der viertwärmste in Österreich einstellte. Platz 5 hält nun 1841. Besondere Hitzetreiber waren   
    dabei die Regionen vom Flachgau bis ins Burgenland. Vom Norden Salzburgs bis ins Weinviertel und den   
    Südosten des Landes fehlte dafür der Niederschlag und es gab um die Hälfte weniger Regen als üblich. Im   
    Süden dagegen teils das 2,5-fache und so blieb bundesweit ein Plus von 10 Prozent. Am nassesten war es im   
    Kärntner Fladnitz mit 302 l/m². Ein Plus von 5 % wies die Sonnenscheinbilanz auf. Im Westen und Süden fiel   
    diese ausgeglichen, im Norden und Osten mit Überschüssen aus und so wurde Andau im Burgenland mit 309   
    Stunden wieder einmal die sonnenreichste Gemeinde des Landes.    
     
    Hintersee ordnete sich beim Niederschlag in die negative Reihe ein und erlebte mit nur 104 l/m² und einem   
    Minus von 53 % den trockensten Mai hinter 2002 (85 l/m²) und 2008 (53,5 l/m²). Dennoch verteilte sich der   
    Niederschlag dank der zahlreichen Schauer auf 18 Regentage, die dem Durchschnitt entsprachen. Den meisten   
    Regen an einem Tag gab es am 15. Mai mit 19,5 l/m².     
     
    An der mageren Regensumme änderten auch die 9 Gewitter, die an 8 Gewittertagen über die Gemeinde zogen,   
    nichts. Das Kräftigste ging dabei am Nachmittag des 12. Mai mit starken Regen und  2 Naheinschlägen nieder.   
    Leider gab es bei diesem Unwetter auch einen Blitzschlag beim Mayrlehenbauer, wo zum Glück Schlimmeres   
    verhindert werden konnte.    
     
    Die Temperaturen waren diesen Monat abermals ein großes Thema. Machte der Jänner auf März, der April auf   
    Mai, so schlüpfte der Mai einfach in das Kostüm des Junis und fixierte mit einem Mittel von 13,4°C und einer   
    Abweichung von +2,8 Grad mit deutlichen Abstand den dritten Monatsrekord in diesem Jahr. Die bisherige   
    Bestmarke hielt der Mai 2003 mit 12,1°C, dahinter folgte der Mai 2002 mit 11,9°C. Jedes Drittel in diesem Mai   
    lag über dem Normal. Das Erste sehr, das Zweite markant und das Dritte erbrachte einen neuen Dekadenrekord   
    mit einer mittleren Temperatur, die einem Julimittel gleich war.     
     
    Die Tageshöchsttemperatur maßen wir am 29. Mai mit 29,0°C, den Tiefstwert am 19. Mai mit 6,4°C. Es gab 5   
    Sommertage, aber keinen kalten Tag. Im Schnitt wären es sechs Tage mit maximal 10 Grad. Daran sah man,   
    dass dem heurigen Mai die kühlen Einschübe, welche zum Beispiel letztes Jahr am 2. Mai noch Schnee     
    brachten, komplett fehlten und es durchgehende Wärme auf sommerlichen Niveau gab. Die neuen     
    zweithöchsten Tagesminima für einen Mai mit je 13,3°C am 30. und 31. bestätigten dies zusätzlich.    
     
    Der zu Ende gegangene Mai schloss auch den klimatologischen Frühling des Jahres 2018. Ein normaler März   
    und die neuen Rekorde im April und Mai sorgten ebenso in dieser Wertung für einen neuen Bestwert. Der     
    Frühling war mit einem Mittel von 8,2°C und einem Plus von 2,2 Grad der bislang wärmste in Hintersee. 2011   
    (7,8°C) und 2007 (7,4°C) wurden auf die Plätze verwiesen.    
     
    Eine große Negativabweichung bot der Frühling in Punkto Niederschlag. Mit nur 277 l/m² war es der trockenste   
    Frühling bei uns seit 1971 (277 l/m²) bzw. 1968 (266 l/m²), wie die Messdaten der Hydrografischen Station   
    Faistenau verdeutlichten. Trotzdem gab es mit 37 Regentagen nur 2 weniger als üblich und mit 14 Schneefalltagen   
    sogar durchschnittlich viel.    
     
    Bundesweit errechnete sich ein Rückgang von 15 Prozent bei Regen und Schnee. Die trockene Alpennordseite   
    schlug sich hier mehr nieder als der feuchte Süden, der mit 607 l/m² am Kärntner Loiblpass auch den nassesten   
    ort Österreichs stellte. Die Sonne war um 10 % häufiger zu sehen. Am längsten schien sie in Neusiedl am See   
    im Burgenland mit 680 Stunden. Die Temperaturen bereiteten der Alpenrepublik nach 2007 (+2,1°C Abw.) mit   
    +2,0°C Abweichung den zweitwärmsten Frühling der Messgeschichte.    
     
    Quelle: www.zamg.ac.at    
     
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    Sa, 12.05.18 Blitzschlag bei Bauernhof  
     
     
    Am Samstagnachmittag ging ein eigentlich nicht allzu heftiges Gewitter über Hintersee nieder. Dennoch schlug   
    dabei ein Blitz in den Heuboden eines Bauernhofes ein.    
     
     
    Brodelnde Wetterlage    
     
    An der Südostflanke von Hochdruck im Nordosten Europas und im Vorfeld eines Westeuropatroges befand sich   
    der Alpenraum an diesem Samstag in der Zufuhr von feucht-warmer Luft, die von einem kleinen Tief über     
    Frankreich aus dem Mittelmeerraum herbei geschafft wurde. Schon über die Mittagsstunden begann die Luft   
    allmählich zu brodeln, was sich durch Bildung von Quellwolken bemerkbar machte. Auch wenn die Näherung   
    eines Frontsystems des Tiefs fehlte, reichten in der instabilen Luftmasse Sonneneinstrahlung und orographisch   
    bedingte Aufwinde zur Ausbildung der Quellungen und in weiter Folge zum Entstehen von Gewitterzellen,     
    welche in der schwachen Höhenströmung sich nur langsam vom Fleck bewegten.    
     
     
    Gewitter mit 2 Naheinschlägen    
     
    cGegen 16:15 Uhr Machte sich eine Gewitterzelle über dem Gemeindegebiet von Hintersee grummelnd     
    wahrnehmbar. Es dauerte aber ca. eine dreiviertel Stunde bis der Kern der Zelle mit kurzen starken Regen, der   
    4,5 l/m² Niederschlag brachte, sich über das Gemeindegebiet schob. An der Wetterstation wurden um etwa 17   
    Uhr auch 2 Naheinschläge verzeichnet. In etwa eine Stunde nach Beginn des Gewitters kehrte alsbald wieder   
    Ruhe ein und ein eigentlich nicht spektakuläres Ereignis war vorbei.    
     
     
    Brandalarm in Hintersee    
     
    Um 17:03 Uhr wurde die Hinterseer Feuerwehr zu einem Brandalarm gerufen. Einer der o. e. Naheinschläge traf   
    den Heuboden des Mayrlehenbauern im Ortsteil Lämmerbach. Der Blitz schlug ein Loch ins Dach, das     
    ausbrechende Feuer konnte von den Bewohnern, die den Einschlag beobachtet hatten, geistesgegenwärtig   
    rasch mit Feuerlöscher und Wassereimer bekämpft werden, sodass Gott sei Dank Schlimmeres verhindert   
    wurde. Den 27 Einsatzkräften oblagen das Löschen der Glutnester und die Brandwache. Die weiters     
    angerückten Polizei und Rettung brauchten nicht einzugreifen.    
     
     
    Kleiner Waldbrand in Unken    
     
    Am Abend gab es ebenso in Unken im Pinzgau einen Löscheinsatz von 3 Feuerwehren. Ein Blitzschlag hatte   
    beim Kniepass Bäume in unwegsamem Gelände in Brand gesteckt. Daher kamen neben den Feuerwehrleuten   
    auch Kräfte der Bergrettung sowie ein Polizei- und Bundesheerhubschrauber zum Einsatz, welcher erst     
    Sonntagabend beendet werden konnte.    
     
    Quelle: salzburg.orf.at, www. facebook.com (Seite der FF Hintersee)    
     
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    Di, 01.05.18 Rückblick April: Sommer im Frühling  
     
     
    + 10,0°C mittlere Temperatur    
    + 27,5°C Tageshöchstwert    
    + 71 l/m² Niederschlag    
    + 1 Gewitter    
     
    Der April tat es dem Jänner gleich und kopierte die Witterung eines anderen, eigentlich später im Lauf der   
    Jahreszeiten kommenden Monats. Der Jänner machte auf März, der April auf Mai oder schon ein bisschen Juni.   
    Jedenfalls gab es zum zweiten Mal im noch jungen Jahr einen neuen Temperaturrekord.    
     
    Nur ganz am Monatsanfang sorgten Tiefs, die von den Britischen Inseln nach Osten zogen, für wechselhaftes   
    Wetter mit den letzten Winterhustern. Dazwischen baute sich aber schon aus Westen durchschwenkender     
    Hochdruck auf, der vor dem ersten Dekadenwechsel bereits das Ruder übernahm und sich über Skandinavien   
    etablierte, sodass der Tiefdruck auf den Ostatlantik und dem Mittelmeer zum Nichtstun verdammt wurde. Außer   
    Saharastaub und warmer Luft lieferte dieser keinen Beitrag mehr im Alpenraum. Einen kurzen Unterbruch erfuhr   
    das trockene Wetter zur Monatsmitte, als aus dem über Westeuropa liegenden Trog ein Irlandtief ausbrach und   
    eine schwache Kaltfront an die Alpen lenkte und die südliche Warmluftzufuhr marginal störte. Denn schon im   
    Anschluss formierte sich von den Briten her bis zur Biscaya ein neues Hoch, das rund um den zweiten     
    Dekadenwechsel langsam via Mitteleuropa nach Osten sich verlagerte und für sommerliche Temperaturen   
    sorgte. Am Ausgang dieser Lage stand die erste markante Gewitterentwicklung des Jahres bedingt durch eine   
    ansonsten schwache Kaltfront eines Schottlandtiefs. Dahinter stellte sich zur Mitte des letzten Drittels schnell   
    wieder Hochdruck ein. Der Tiefdruck blieb über Westeuropa aber nah und dieser verschob sein Zentrum im   
    Laufe der letzten Tage von den Briten zur Biscaya, wovon ein über Frankreich ziehender Ableger erneut warme   
    Luft herbeiführte und den April sommerlich ausklingen ließ.    
     
    Die zahlreichen Wetterlagen mit südlicher Strömung, die der Alpenrepublik auch oft Saharastaub brachten,   
    verhalfen dem April 2018 mit einer Abweichung von