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Presse   Sa, 03.10.20 Wärmster Oktobertag seit 14 Jahren  
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Hintersee   Genau vor einer Woche grüßte noch der Winter mit den ersten Zentimetern die Gemeinde und diesen Samstag   
    ging es beinahe zurück in den Sommer. Der Herbst zeigte seine beiden Gesichter in kurzer Zeit und mit einem   
WETTER   markanten Föhnereignis erlebten wir in Hintersee den wärmsten Oktobertag seit 14 Jahren.      
Niederschlag        
Temperatur        
Prognosen   Französische Wärmepumpe "Brigitte"      
Warnungen        
Gewitter   Nicht nur hiesige Unternehmen vertreiben Wärmepumpen, das Wetter macht das schon lange. Diesmal in Form   
Winter   eines kräftigen Höhentiefs über Frankreich, an dessen Vorderseite der Alpenraum am Freitag in eine stärker   
Besonderes   werdende Südwestanströmung geriet, welche in der Nacht auf Samstag bis etwa Samstagmittag ihren     
Rekorde   Höhepunkt unter Veränderung der Windrichtung mehr auf Südost fand. Während die Alpenregionen Frankreichs   
Webcam   und Oberitaliens teils sintflutartige Regenmengen bekamen, lag der Alpenraum an der föhnigen Seite und an der   
Freunde   westlichen Alpennordseite wurde es von Vorarlberg bis Oberösterreich turbulent.      
       
         
    23 Grad in Hintersee      
         
    In Hintersee wehte der milde Südwind bereits am Freitag teils lebhaft. In der Nacht zu Samstag griff er dann   
    noch besser durch und die Temperaturen an unserer windgeschützten Station stiegen auf 15 Grad an. Trotz des   
    beinahe dauerhaft stark bewölkten Himmels kletterte das Thermometer am Samstag dann weiter bis in den   
    Nachmittag hinein, wo wir um 14:11 Uhr 23,3 Grad verzeichneten, ehe der Wind mehr auf eine westliche     
    Richtung drehte und die abgeschwächte Kaltfront des Tiefs mit etwas Regen ins Land zog. Am Abend kühlte es   
    hinter der Front dann weiter ab.      
         
    Der lebhafte bis starke Südföhn bescherte Hintersee damit den wärmsten Oktobertag seit dem 3. Oktober 2006   
    (24 Grad), was in unserer Messreihe den Bestwert darstellt. Dazwischen liegt noch der 8. Oktober 2001 (23,5   
    Grad).      
         
         
    Sommer in Salzburg und Lofer      
         
    Einen meteorologischen Sommertag hatten die Stadt Salzburg mit 25,3 und Lofer mit 25,1 Grad. Bischofshofen   
    (24,3°C) und Zell am See (23,9°C) blieben ebenso mit ihren Höchstwerten vor Hintersee wie Mattsee (23,8°C)   
    und Abtenau (23,7°C). Knapp hinter dem heimischen Wert kamen St. Veit (23,2°C) und St. Johann (23,1°C).   
         
    Deutlich wärmer als in Salzburg war es im benachbarten Oberösterreich, wo St. Wolfgang mit 26,4°C zu den   
    Hotspots Österreichs gehörte, geschlagen nur von Enns (26,5°C, ebenfalls OÖ), Waidhofen/Ybbs (26,6°C),   
    Wieselburg (26,7°C) und Amstetten (27,0°C, alle drei Niederösterreich).      
         
         
    Föhnsturm beschäftigt Feuerwehren      
         
    Abseits der Berge, wo der Föhn mit 177 km/h am Tiroler Patscherkofel, 158 km/h auf der Rudolfshütte, 150 km/h   
    auf der Loferer Alm und 144 km/h am Sonnblick, Orkanstärke erreichte, kam es im Tal zu maximal schweren   
    Sturmböen, welche in Saalbach mit 104 km/h, in Abtenau und Golling mit 97 km/h und in Zell am See mit 93   
    km/h die höchsten Spitzen im Bundesland fixierten. Vielerorts lagen die Windgeschwindigkeiten sonst zwischen   
    50 und 80 km/h.      
         
    Die Folge waren umgestürzte Bäume, gerissene Stromleitungen und abgedeckte Dächer, die die Feuerwehren   
    hauptsächlich im Pinzgau und Tennengau forderten. Dabei waren am Zeller See zwei jugendliche Segler in   
    Seenot geraten. Die Bahnstrecke zwischen Eben und Bischofshofen war nach einem Oberleitungsschaden für   
    einige Stunden unterbrochen. Insgesamt rückten 550 Einsatzkräfte zu 32 Einsätzen aus.       
         
    Quellen: www.orf.at, www.austrowetter.at       
         
    Links: >> Tagestemperaturen      
     
     
           
    Mi, 30.09.20 Rückblick September: Ein Monat mit drei Jahreszeiten  
     
         
    + 214,5 l/m² Niederschlag      
    + 2 cm Neuschnee      
    + 5 Gewitter      
    + 12,9°C mittlere Temperatur      
         
    Der neunte Monat im Jahreskreis hatte das Wetter von fast allen Jahreszeiten zu bieten. Allerdings war die   
    Aufteilung mehr als unausgewogen. Der Sommer bekam 24 Tage, der Winter eine Nacht und der Herbst musste   
    sich im eigentlich ersten Herbstmonat mit dem Rest begnügen.       
         
    Am Eingang des Septembers stand der Alpenraum in der Mitte von Tiefs über der Nordsee und der Adria in einer   
    feuchten Grenzlage, die bald von Hochdruck von Westeuropa her abgelöst wurde. Tiefdruck aus Nordwesten   
    versuchte dabei Störungen nach Mitteleuropa voran zu bringen, was am ersten Wochenende auch gelang, da   
    sich das Kernhoch nach Nordosteuropa mit schwacher Brücke zur Iberischen Halbinselverlagert hatte. Um den   
    Dekadenwechsel stabilisierte sich der Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa und die Frontalzone wich ins     
    Nordmeer aus. Dort verblieben die ersten Ausläufer der amerikanischen Hurrikansaison auch über die     
    Monatsmitte hinaus. Über dem Kontinent domminierte Hochdruck vom Ostatlantik bis Südwestrussland. An der   
    Vorderseite eines Troges im Nordwesten mit Ablegertief bei der Biscaya kam es zur Bildung eines Hochs über   
    Osteuropa, welches die Warmluftzufuhr außerdem anheizte. Ein Nordseehoch schaufelte vor dem zweiten     
    Dekadenwechsel hingegen kühlere Luft aus Nordost mit wechselhaftem Wetter herbei. Mit Schwenk in das letzte   
    Monatsdrittel hielt sich der Hochdruck über dem nördlichen Mitteleuropa weiter. Tiefdruck bei der Biscaya sorgte   
    erneut für eine Anströmung durch warme Luftmassen, während sich im Ionischen Meer und am Nordostatlantik   
    Sturmtiefs tummelten. Ein neues kräftiges Tief brachte zum letzten Septemberwochenende hin den Durchbruch   
    nach Mitteleuropa und etablierte dort eine Troglage mit Höhentiefs nördlich und südlich des Alpenraums.     
    Hierdurch wurde der bis dahin andauernde Spätsommer recht ruppig durch erste Wintergrüße abgelöst. Unter   
    dem sich abschwächenden Höhentiefkomplex klang der September kühl und nass aus.      
         
    Österreich erquickte sich dreieinhalb Wochen lang an einem Sommernachschub mit 2-3 Mal so vielen     
    Sommertagen wie es in einem September durchschnittlich geben würde. Darum wurde der September 2020 mit   
    einer Abweichung von plus 1,4 Grad trotz des Wetterumschwungs am Schluss der 24. wärmste der     
    Messgeschichte seit 1767. Bemerkenswert war neben der andauernden Wärme auch der Absturz danach, der   
    am Morgen des 26. September an der Alpennordseite Schnee bis rund 800 m herunterbrachte. Regional sank   
    die Schneefallgrenze noch tiefer und so hatte neben Rauris und dem angezuckerten Abtenau auch     
    Bischofshofen eine 2 cm dicke Schneedecke auf nur 550 m Seehöhe zu bieten. Ein Umstand, der in Österreich   
    in selber Höhenlage bislang nur drei Vermerke einer Schneedecke im September hinterließ und dies am 23.   
    September 1931 in Kufstein (Tirol) sowie am 22. September 1979 in Bürs und Feldkirch (beide Vorarlberg). Mit   
    der kühlen Witterung steigerte sich die lange hinterher hinkende Niederschlagsbilanz noch auf ein Plus von 25   
    Prozent, wobei es in Niederösterreich, Wien sowie Teilen der Steiermark, Kärntens und Tirols mit bis zu drei   
    Viertel mehr am feuchtesten war. Der Rest präsentierte sich ausgeglichen. Nassester Ort war Lunz am See   
    (Niederösterreich) mit 261 l/m². Einen Zehner weniger, nämlich 251, gab es in Stunden am sonnenreichsten Ort   
    des Landes, in Güssing (Burgenland). Es lag in dem Teil Österreichs nördlich von Inn und Tauern, der bis zu   
    einem Drittel mehr Sonne abbekam. Nördlich der Donau war es sogar bis zur Hälfte mehr an Sonnenstunden,   
    welche bundesweit um 15 Prozent häufiger als im Schnitt zu verzeichnen waren.      
         
    Zumindest noch nie in den Aufzeichnungen der Wetterstation Hintersee in Sachen Schnee seit den späten 80er   
    Jahren zu finden war Schneefall im September, den es heuer zur großen Überraschung am 25. mit 0,5 und am   
    26. September mit 1,5 cm gab. Mit den ersten 2 Zentimetern Neuschnee des Winters 20/21 war es der früheste,   
    den 6. Oktober 1994 und 2003 ablösende, Auftakt in die Wintersaison. Selbstredend, dass es der bislang   
    schneereichste September unserer Messreihe war.      
         
    Beim Regen bilanzierten wir mit einer Summe von 210,5 l/m² und einem leichten minus von 5 Prozent genau im   
    Mittelfeld. Am meisten regnete es dabei am 26. September mit 63,5 l/m². Soviel Nass kam seit den 64 Litern vom   
    11. September 2007 nicht mehr an einem Septembertag vom Himmel. Der Regen verteilte sich auf 13     
    Regentage (-1 Tag).      
         
    Hingegen 8 Tage am Stück trocken blieb es vom 9. bis zum 16. September und weitere 5 Tage en suite ohne   
    Niederschlag vom 18. bis zum 22. September. Vier Tage war die Anzahl jener mit Gewittern, die im September   
    die Beobachtung von 5 Zellen zuließen. Am gewittrigsten war es in der Nacht vom 16. auf den 17. September,   
    wo gegen halb sieben Uhr morgens eine finale Zelle mit mäßigen Regen durchzog.       
         
    Eher konzentriert trat der Niederschlag am Anfang und am Ende des Monats auf und akkumulierte hierbei die   
    durchschnittliche Menge von 214,5 /m². Den Löwenanteil gab es am 26. September mit 66,5 l/m², zusammen   
    gemischt aus Regen, Schneeregen und Schnee.      
         
    Einen waren Höhenflug erlebten die Temperaturen in der Mitte des Monats, wodurch die zweite Dekade mit   
    einem durchschnittlichen Julimittel zur wärmsten bisher gemessenen an unserer Station wurde, gemeinsam mit   
    dem ersten Septemberdrittel 2008 und knapp vor dem Mitteldrittel 2018. Drittel 1 fiel leicht zu warm und Drittel 3   
    genau im Normalbereich aus, sodass der September 2020 mit einer mittleren Temperatur von 12,9°C und einem   
    Plus von 1,8°C auf dem 5. Platz abschloss. Der Kälteeinbruch kurz vor Schluss, wo mit je 1,1°C am 25. und 27.   
    September auch der Tiefstwert im Monat erreicht wurde, verhinderte damit einen neuen Rekord. Das Maximum   
    gab es am 14. September mit 26,1°C. Es war einer von zwei Sommertagen, die von 2 kalten Tagen begleitet   
    wurden. Beides durchschnittliche Werte.      
         
    Im Erwartbaren liegt nach drei Viertel des Jahres 2020 übrigens die Niederschlagsbilanz. Dagegen steuern wir   
    aktuell auf das zweitwärmste Jahr hinter 2018 zu.       
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Sa, 26.09.20 Wintereinbruch bis ins Tal  
     
         
    Weiße Almwiesen und Berge sind im September durchaus nichts Ungewöhnliches. Schnee bis ins Tal bei   
    passender Wetterlage in den Tauerntälern von Pinzgau und Pongau eigentlich normal. Neuschnee bis ganz   
    herunter wie diesmal bei uns in Hintersee eine Seltenheit, die es schon einige Jahrzehnte nicht mehr gegeben   
    hat.      
         
         
    Wetterlage      
         
    Erste, den Herbst ankündigende, Kaltluftvorstöße gehören zum September genauso wie warme Spätsommer-  
    tage. Über Westeuropa nach Süden vorstoßende Kaltluft führt dort zu einer Italientiefentwicklung, deren     
    Niederschläge alpennordseitig in kühle Luft fallen und so gerne direkt nördlich des Alpenhauptkamms zu ersten   
    Wintergrüßen bis ins Tal führen. In den nördlichen Kalkalpen Salzburgs und damit auch in Hintersee kommt vom   
    italienischen Niederschlag oft nichts an, sodass wir uns mit dem geringeren Niederschlag der durchgezogenen   
    Kaltluft begnügen müssen. Dieser ist dann meist schon abgeklungen, wenn die Luft kalt genug wäre, um Schnee   
    bis weit herunter zu ermöglichen. Diesmal war es jedoch ein wenig anders, darum die kurze Vorrede.    
         
    Eingeklemmt zwischen stabilen Hochs über dem Ostatlantik und Osteuropa zog ein Tief am Donnerstag von den   
    Britischen Inseln über die Nordsee südostwärts. An seiner Vorderseite war es am Rupertitag nochmals     
    spätsommerlich warm, ehe sich über Nacht mit Bewölkung der Wetterumschwung bemerkbar machte. Am   
    Freitag erreichte das oben erwähnte Tief die Benelux und seine Kaltfront nahm Kurs in Richtung Alpennordseite,   
    wo sie am Freitagnachmittag eintraf.       
         
    Zusätzlich entwickelten sich nun ein zweites Höhentief über Oberitalien und ein kleines Randtief bei Polen, auf   
    dessen Rückseite ein Niederschlagsgebiet mit einer nordwestlichen Höhenströmung an die Alpen gedreht   
    wurde.       
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Freitagmitternacht      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Temperatur der Luftmasse in rund 1.500 m zu Freitagmitternacht    
         
         
    Während sich das steuernde Höhentief nach Südwestdeutschland schob, wanderte das Randtief weiter nach   
    Südschweden. Doch über dem Ostalpenraum formierte sich bereits in der Nacht zu Samstag das nächste kleine   
    Randtief, welches sich am Samstag via Polen langsam nach Norddeutschland verlagerte. So blieben die     
    Stauniederschläge an der Alpennordseite weiter erhalten bis sich das zentrale Höhentief zum Sonntag hin in den   
    Ostalpenraum schob und mit dem Höhentief über Italien ein Tandem bildete, wodurch aber bei uns Beruhigung   
    einsetzte.      
         
         
    In 29 Stunden von Sommer auf Winter      
         
    Den Landesfeiertag konnte man noch bei freundlichem Wetter und einem Höchstwert von plus 20 Grad am   
    Nachmittag begehen. Mit Bewölkungsaufzug und dem beginnenden Regen blieb die Nacht zu Freitag auch noch   
    recht mild für die Jahreszeit. Am Nachmittag setzte sich die Kaltluft aber mehr und mehr durch und die     
    Temperatur ging mit kaltem Nordwestwind merklich zurück. Dafür wurde der Regen ab etwa 15 Uhr langsam   
    stärker und anhaltend.       
         
    Bis etwa 19 Uhr war die Temperatur in 1.500 m auf gut -1 Grad gesunken und bei windschwachen Verhältnissen   
    konnte der Niederschlag die Kälte nach unten ziehen, sodass wir an unserer Station nur mehr 2 Grad und     
    Schneeregen hatten. Mit dem andauernden Niederschlag ging der Schneeregen schließlich bald in nassen   
    Schneefall über, der bis zum Messtermin um 20 Uhr einen halben Zentimeter am Messbrett hinterließ. Ins     
    gesamt waren am Freitag 37 l/m² gefallen.      
         
    Bis zur Geisterstunde sank das Thermometer noch ein bisschen weiter auf 1,1°C ab. Der Kolomannsberg bei   
    Thalgau (1.114 m) meldete -0,5°C. Der Niederschlag hielt an und mit ihm auch der nasse Schneefall, der sich   
    auf dem warmen Boden aber nur sehr schwer halten konnte. So kamen bis zum Morgen trotz der 25 l/m²     
    Niederschlag nur 1,5 cm Neuschnee zusammen. Zu dem Zeitpunkt war die Temperatur in allen Höhen schon   
    wieder im Begriff ganz leicht anzusteigen, wodurch der Schneefall bald in Schneeregen und später in Regen   
    überging. Bis zum Abend kamen gesamt 66,5 l/m² zusammen. In summe waren es an beiden Tagen immerhin   
    103,5 l/m² und damit das nasseste Ereignis in einem September seit dem 5. und 6. September 2007 (150 l/m²).   
         
    Die dünne Schneedecke, die am Morgen bei der Wetterstation lag, löste sich bis zum frühen Nachmittag auf. Da   
    die Schneefallgrenze aber nur gegen 1.000 m anstieg, blieb der Schnee dort liegen und auf den bergen kehrte   
    der Winter mit über einem halben Meter Neuschnee ordentlich ein. Auf der Genneralm (1.300 m) schneite es 40 cm.  
         
    Die Temperatur kam am Samstag zudem nicht über 4,2 Grad hinaus, was den insgesamt sechstkältesten     
    Septembertag bezogen auf die Tageshöchstwerte unserer Messreihe ergab und den frischesten seit 12 Jahren.  
         
         
    Erster Wintereinbruch seit 2011      
         
    Den letzten derartigen Wintereinbruch gab es in den Gebirgsgauen am 19. September 2011, wo allein im     
    Gasteiner Tal 30-40 cm Neuschnee fielen. In Hintersee reichte es bei einer Schneefallgrenze von 900 m für   
    Schneeregen im Tal und etwa 20-30 Zentimetern auf den Bergen, da es hier deutlich weniger Niederschlag gab.   
         
    Eine Auflage von 10-20 cm bei einer Schneefallgrenze um 1.000 m und Schneeregen im Tal gab es vom 15. bis   
    16. September 2008.       
         
    Genau umgekehrt zu 2011 und bereits anfangs des Monats verhielt es sich beim Wintereinbruch am 5. und 6.   
    September 2007, der dem aktuellen Ereignis wohl am nächsten kam. Mit massig Niederschlag und einer     
    Schneefallgrenze bei 900 m versanken unsere Berge in bis zu 70 cm Neuschnee, was die Almbauern damals vor   
    massive Probleme stellte.      
         
    Am 24. und 25. September 2002 lief es nach dem Motto „Kaltluft dreht den Niederschlag ab“ und so blieb für den   
    Zeitpunkt der kältesten Luft nicht mehr fiel übrig, sodass der Schneeregen oder nächtliche nasse Schneefall trotz   
    des mit 1,5 Grad Höchstwert bisher kältesten Septembertages keine messbaren Spuren fabrizierte.    
         
         
    Frühester Schneefall seit?      
         
    Ja, seit wann eigentlich. Die älteren Hinterseer werden sich an Schneefälle im August und September wohl noch   
    erinnern. Als messbare Größe haben sie weder in den Daten der hydrografischen Station in Faistenau in den   
    letzten 6 Jahrzehnten, noch in den Aufzeichnungen der Wetterstation Hintersee eine Marke hinterlassen. Den   
    bislang in der Stationsgeschichte frühesten aufgezeichneten Schneefall gab es am 6. Oktober 2003. An einem   
    6.10. schneite es auch noch 1994.      
         
         
    Schneepremiere in B´hofen      
         
    Die erste messbare Schneedecke seit Messungsbeginn hatte es in Bischofshofen, wo es bei minimal 0,9 Grad 2   
    cm Neuschnee am Samstagmorgen auf rund 550 m Höhe gab. Generell schneite es in den Gebirgsgauen bis   
    ganz herunter und damit noch weiter als bei uns. Am kältesten wurde es dabei in Bad Gastein mit -0,2°C,     
    Radstadt mit 0,3°C, Bad Hofgastein mit 0,4°C und Abtenau mit 0,6°C. Selbst in der Stadt Salzburg waren es nur   
    mehr 3,8°C.       
         
    Der meiste Niederschlag fiel am Samstag allerdings abseits von Hintersee bundesweit im angrenzenden     
    Oberösterreich mit je 51 l/m² in Mondsee und Unterach sowie 47 l/m² in St. Wolfgang. Die 41 l/m² am Feuerkogel   
    und 38 l/m² in Bad Ischl waren noch erwähnenswert. Innergebirg waren es in Salzburg dann nur mehr 10-20 l/m².   
         
    Etlichen Bäumen wurde der Neuschnee aber zu schwer und so mussten rund 100 Feuerwehrleute in Abtenau,   
    Krispl, Maria Alm, Mühlbach, St. Michael, Unternberg und der Stadt Salzburg ausrücken, um, sowie am     
    Gaisberg, abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume von Straßen zu entfernen.      
         
    Quellen: www.orf.at, www.austrowetter.at, www.wetterzentrale.de www.wetterblog.at      
         
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    Fr, 04.09.20 Rückblick August: Heizen, waschen und wieder heizen  
     
         
    + 306 l/m² Regen      
    + 16,4°C mittlere Temperatur      
    + 30,4°C Tageshöchstwert      
    + 7 Gewitter      
         
    Der dritte Sommermonat des Jahres scherte aus dem Charakter seiner beiden Vorgänger aus und brachte   
    richtiges Dampfkuchlwetter, indem er deutlich zu warm, aber auch zu nass ausfiel. Mit seinem schwül-warmen   
    Wesen veränderte der August zudem die Sommerbilanz, die Juni und Juli noch mit schon fast ungewohnter   
    Allerweltskost bestückt hatten.      
         
    Die Wetterlage präsentierte sich am Anfang des Monats über weiten Teilen Europas von Hochdruck domminiert,   
    außer im Nordwesten. Von dort schwenkte ein Trog durch, dessen adriatisches Ablegertief die erste     
    Regenphase verursachte. Doch schon zur Mitte der Startdekade schob sich vom Ostatlantik breiter Hochdruck   
    nach Nordeuropa, welcher den Kontinent großteils unter Beschlag nahm. Mit Ausnahme des Nordwestens. Von   
    dort drängte sich vor Monatsmitte eine Tiefdruckrinne nach Mitteleuropa und spaltete den Hochdruck in Nord und   
    Süd auf. Prolongiert durch ein von der Biscaya nach Britannien waberndes Tief hielt die Instabilität der     
    Luftmasse auch in Richtung des zweiten Dekadenwechsels an. Nach einem kurzen Hitzeintermezzo im Vorfeld   
    des sich wieder verstärkenden Tiefdrucks über Nordwesteuropa, verlief das dritte Monatsdrittel unter dem   
    Wechselspiel von Fronten des sich über Britannien und Skandinavien haltenden Tiefdrucks sowie südwestlichen   
    Hochvorstößen. In der Tonart ging der August zu Ende, wobei ein Italientief zum Schluss der Alpensüdseite noch   
    eine zweite Regenlage brachte.      
         
    Die Tiefdrucksituation am Anfang und Ende des Monats sorgte mit einem Plus von 45 Prozent für einen der 15   
    nassesten Augustmonate in der österreichischen Messgeschichte und den immerhin regenreichsten seit 10   
    Jahren. Regional gab es dazu große Gewitterniederschläge. Von Vorarlberg bis Niederösterreich kamen bis zu   
    drei Viertel mehr Regen zusammen, im Süden waren es stellenweise bis zum 2,5-fachen. Eine ausgeglichene   
    Bilanz zeigte sich nur rund um Wien. Wenig verwunderlich war der nasseste Ort Österreichs in Kärnten zu finden   
    mit 392 l/m² am Weißensee. Praktisch eine Punktlandung fabrizierte die Sonne. Sie stürzte zwar nicht auf die   
    Erde (gravitativ ohnehin schwierig), sondern schien 1% mehr als im Schnitt und mit 267 Sonnenstunden in   
    Güssing (Burgenland) am längsten. Nicht allzu lange warten musste man auf einen ähnlich warmen August, der   
    mit einer Abweichung von +1,7°C zu den acht wärmsten in Österreich zählte, nämlich nur genau ein Jahr.     
    Übertrumpft wurde der heurige August zudem nur von den Jahren 1807, 1992, 2003, 2015, 2017 und 2018.  
         
    In der Messreihe von Hintersee kam der August 2020 mit einer mittleren Temperatur von 16,4°C und einer   
    Abweichung von plus 1,4 Grad auf den vierten Platz hinter 2003, 2018 und 2015. Im ersten und dritten Drittel war   
    der August mäßig, in der mittleren Dekade deutlich zu warm. Die Zahl der 12 Sommertage und der 2 Hitzetage   
    fiel ebenso überdurchschnittlich aus. Die Maxima des Monats erreichten wir am 1. und 21. August mit jeweils   
    30,4°C, wobei der zweite Wert nur zweimal noch später in einem Jahr bisher überboten wurde und zwar mit   
    30,9°C am 26. August 2011 und 1. September 2015. Den Tiefstwert gab es mit 8,8°C ganz zum Schluss am 31.   
    August.      
         
    Hoch waren in Hintersee aber nicht nur die Temperaturen, es regnete für einen derart warmen August auch   
    ungewöhnlich viel. Mit 306 l/m² und einem Plus von 31 Prozent war es hier genauso der vierte Platz. Letztmals   
    mehr Regen fiel vor 14 Jahren (466 l/m²). Die größten Tagesniederschläge waren die 69 l/m² vom 18. August   
    und die 68 l/m² vom 3. August. Beide Werte kamen unter die Top 10 der stärksten Augustregenfälle und waren   
    zugleich die höchsten Tagesmengen seit 2014. Die Anzahl der Regentage hielt sich mit 17 dennoch genau im   
    Normalbereich. Der August schaffte es sogar vom 6. bis zum 12. August eine 7-tägige regenfreie Periode   
    hinzulegen.       
         
    Weniger regenfrei war das Gewitter am späten Nachmittag des 14. August, das mit Starkregen 25 l/m² ansamm-  
    elte und das heftigste unter den 7 Gewittern im abgelaufenen Monat war, welche sich auf 6 Gewittertage     
    verteilten.      
         
    Mit dem August neigte sich zudem der meteorologische Sommer, der die Monate seit Juni umfasste, in sein   
    Finale und irritierte scheinbar das subjektive Empfinden über die erwartbare Qualität eines mitteleuropäischen   
    Sommers infolge zweier heiß-trockener Sommer hinter einander und dem befremdlichen medialen Hitzefanat-  
    ismus etwas. Durch die Bank blieb das Sommerwetter in Österreich heuer wechselhaft, ausgedehnte Hitzewellen   
    samt begleitender Regenarmut fehlten.      
         
    In der Alpenrepublik war der Sommer 2020 mit einer Abweichung von +0,9 Grad der 14. wärmste der     
    österreichischen Messgeschichte, gemeinsam mit 2016. Die Abweichung klingt wenig, da sie sich auf, dass   
    Referenzmittel der Klimaperiode 1981-2010, welche bereits einen Teil der jüngsten Erwärmung beinhaltet,   
    bezieht. So verwundert es dann weniger, dass nun 12 der 15 wärmsten Sommer seit 1767 in Österreich aus den   
    letzten 3 Jahrzehnten stammen. Darunter der Löwenanteil aus dem letzten Jahrzehnt. Die höchste Tagestemp-  
    eratur gab es am 28. Juli mit 37,2°C in Wien/Innere Stadt. Hitzetage wie jener waren heuer im Vergleich zu den   
    Vorsommern deutlich reduziert, entsprachen aber dem Normalmaß. Mit einem Plus von 25 Prozent gestaltete   
    sich der Sommer 2020 feucht. Am meisten Niederschlag fiel dabei mit 878 l/m² auf der Rudolfshütte. Die     
    Sonnenscheindauer hingegen war genau im Mittel und die Sonne zeigte sich in Neusiedl am See (Burgenland)   
    mit 767 Stunden am längsten.      
         
    In Salzburg schien die Sonne um unbedeutende 2% kürzer, sonnenreichste Station war Mattsee mit 658     
    Stunden. An Regen gab es um 13 Prozent mehr, die Temperaturen waren mit +1,0 Abweichung ebenso     
    überdurchschnittlich. Am heißesten war es dabei mit 33,1°C am 21. August in Salzburg/Freisaal.    
         
    Das Sommermaximum erreichten wir in Hintersee schon am 10. Juli mit 30,7 Grad. Insgesamt gab es im     
    heurigen Sommer 4 heiße Tage (-1 Tag) und 26 Sommertage (-3 Tage). Im Vergleich zum Vorsommer waren es   
    allerdings um knapp die Hälfte weniger. Die mittlere Temperatur betrug diesmal 15,2°C, um zwei Zehntel Grad   
    über dem langjährigen Schnitt und dennoch das niedrigste Mittel seit dem Sommer 2016. Zwischen 2015 und   
    2019 erlebten wir dagegen 4 Hitzesommer, die allesamt und gemeinsam mit dem damaligen Jahrhundertsommer   
    2003 unter den ersten Fünf der Hinterseer Messreihe liegen. 2020 folgt auf Platz 6. Den Weg dorthin hatte der   
    heurige Sommer dem August und seinem Wärmeüberschuss zu verdanken, Juni und Juli fielen durchschnittlich   
    aus.      
         
    Ausgefallen durchschnittlich war mit 732,5 l/m² und einem sachten Plus von 5 Prozent ebenso die Nieder-    
    schlagsbilanz, welche nach vier teils sehr zu trockenen Sommern den regenreichsten seit 2016 aufwies. Es gab   
    59 Regentage (-5 Tage). Wiederum ein Normalwert, zum sparsamen 2019er Sommer aber gleich um 20 mehr.  
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Di, 18.08.20 Unerwartetes Morgenschütten  
     
         
    Zu einem unerwarteten Starkregenereignis kam es Dienstagmorgen in Hintersee, das scheinbar die aufgestaute   
    hohe Luftfeuchtigkeit einmal auswaschen wollte. Bodenwäsche inklusive.      
         
         
    Waschküchenwetter      
         
    Seit Längerem liegt im Alpenraum eine sehr feuchte und warme Luftmasse unter geringen Luftdruckgegensätzen   
    in mehr oder weniger Sonneneinstrahlung. Mangels Dynamik in der Zirkulation entwickelte die Luftmasse ein   
    brodelndes Eigenleben, was die Prognostizierbarkeit nicht gerade einfacher machte.      
         
    Am Dienstag stellte sich die Wetterlage so dar, dass einem sich ostwärts zurückziehenden Hoch, welches von   
    Skandinavien über Osteuropa lag, ein Tief bei Schottland gegenüberstand, dessen Trog mit vorgelagerter   
    Kaltfront sich von Nordwesten Mitteleuropa näherte.      
         
    Die im Vorfeld der Kaltfront angedachten Gewitter am Montag blieben Dank zäher Bewölkung über Westöster-  
    reich aus und konzentrierten sich wiederholt auf den Osten und Südosten des Landes. Auch die Nacht über   
    gingen in Hintersee nur harmlose Regenschauer nieder, ehe in den Frühstunden die eigentlich schwache Front   
    eintraf.      
         
         
    Schütten zum Frühstück      
         
    Kurz vor 5 Uhr früh zog ein erster starker Regenschauer zu uns ins Tal. Nach einer Erholungspause begann es   
    wenig später erneut zu regnen und diesmal kam es zu für einige Stunden anhaltenden Dauerregen, der kräftige   
    eingelagerte Güsse mit sich brachte. Am stärksten schüttete es dabei zwischen 8 und 9 Uhr am Morgen, als   
    binnen 60 Minuten rund 30 l/m² zusammenkamen. Anschließend ließ die Intensität dann wieder nach und bis   
    zum späten Vormittag war der große Zauber vorbei. Am Nachmittag zeigte sich bereits die Sonne.    
         
         
    69 Liter in wenigen Stunden      
         
    Innerhalb von gut 5 Stunden fielen in Hintersee 69 l/m² an Niederschlag, was immerhin die achtgrößte     
    Regensumme für einen Augusttag und der meiste Regen seit den 70,5 l/m² vom 4. August 2014 war.    
         
    Die Bäche und Gräben schwollen unmittelbar an. Für kleinere Rinnsale war die Wassermenge Zuviel und sie   
    uferten ein wenig aus. Bei unserer Messstelle am Tiefenbach kam es mit einem Pegel von 65 cm zu einer     
    erhöhten Mittelwasserführung.      
         
         
    Umgebung hält sich raus      
         
    Keine Beteiligung erfuhr Hintersee am dem Ereignis durch seine Umgebung. Abgesehen von unergiebigen   
    Schauern passierte nicht viel und allein in der Stadt Salzburg summierten sich lediglich 6,5 l/m². Auch     
    bundesweit gab es keine Konkurrenz und Windischgarsten mit 44 l/m², Bad Ischl (beide Oberösterreich) mit 37   
    l/m² und Mariazell mit 36 l/m² blieben mit ihren Tagesmengen deutlich dahinter.      
         
    Quelle: wetter.orf.at      
         
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    Di, 04.08.20 Regengrüße aus Italien  
     
         
    Während sich noch am Wochenende zuvor Kilometer lange Blechkolonnen nach Süden wälzten, kamen die   
    italienischen Grüße doch ganz von selbst in den Alpenraum und sorgten nach der ersten kleinen Hitzewelle des   
    Sommers für Nässe und eine Erfrischung.      
         
         
    Hochwasserlage nur im Ansatz      
         
    Nachdem Abzug des Hochs der Vorwoche kam der Alpenraum in den Einflussbereich des Islandtiefs, dessen   
    Kaltfront samt Trog aus Nordwesten herein schwenkend von Sonntag auf Montag unser Land erreichten. Die für   
    Sonntag im Vorfeld erwarteten Gewitter blieben aufgrund mangelnder Sonneneinstrahlung durch die dichte   
    Bewölkung, welche als Reste der Gewitter des Vortags noch über dem land lag, aus und der Sonntag verlief   
    recht ruhig und fast niederschlagsfrei.      
         
    Mit dem Ankommen der Front samt folgendem Trog kam es Montagvormittag zum ersten Niederschlagsmaximum, dem eine nachmittägliche Wetterberuhigung folgte. Derweil war die in den Trog   
    eingelagerte subpolare Kaltluft über Südostfrankreich ins Mittelmeer vorgestoßen und bewirkte dort die Bildung   
    eines Ablegertiefs im Laufe des Montags.       
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Montagmitternacht.      
         
         
    Bis zur Nacht auf Dienstag war das neue Tief entwickelt und steuerte nun ostwärts über Mittelitalien hinweg.   
    Zeitgleich führte es dabei sehr feuchte Luft in den Alpenraum. Tagsüber nahm der Einfluss des weiter ziehenden   
    Tiefs dann wieder ab, auch die einstige Kaltfront war zu diesem Zeitpunkt bereits abgezogen.      
         
    Im Unterschied zu einer wirklich gefährlichen großen Hochwasserlage, wie es sie zuletzt im Juni 2013 gab, zog   
    diesmal das Ablegertief nicht in einem Bogen um die Ostalpen ins östliche Mitteleuropa, sondern geradlinig in   
    Richtung des südlichen Balkans, was der Lage von vorn herein die Brisanz nahm.      
         
         
    Die Vormittage sind zum Schütten da      
         
    Wie oben erwähnt, verlief der Sonntag selbst noch unauffällig und erst in der Nacht zu Montag gingen nennens-  
    werte Regenschauer nieder, die sich in den Frühstunden verstärkten und für eine Dauerregenphase bis etwa   
    Mittag sorgten. Der Nachmittag brachte Beruhigung und nur mehr leichte Schauer zwischen trockenen Phasen.   
         
    Mit Ankunft der Nacht zu Dienstag kamen wieder mehr Schauer auf, deren Intensität aber noch mäßig blieb. Mit   
    Tagesanbruch verhielt es sich wie am Vortag und für einige Stunden gab es kräftigen Regen, der ab der     
    Mittagszeit in schauerartigen leichten Regen überging und zusehends schwächer wurde, womit das Ereignis für   
    beendet erklärt werden konnte.      
         
         
    122,5 l/m² ohne richtigen Staueffekt      
         
    Aufgrund der Konstellation musste das sonst oft Stau begünstigte Hintersee für einmal ohne die großen     
    Differenzen zur Umgebung auskommen. Im Gegenteil, wie wir später noch lesen werden. Das Schütten am   
    Montagvormittag war an unserer Station das Erfolgreichere und brachte immerhin 68 l/m² zusammen. Der     
    Dienstag gestaltete sich dann schon etwas zahmer und erreichte noch 54,5 l/m², wodurch in Summe binnen 48   
    Stunden 122,5 l/m² an Regen fielen.       
         
    Die Regenfälle waren für unseren Ort zwar markant, sind in der Größenordnung aber im Schnitt einmal jährlich   
    zu erwarten und kamen zuletzt vom 28. bis 29. Juli 2019 vor (125 l/m²). Die Bäche und Gräben reagierten mit   
    einer erhöhten Mittelwasserführung.       
         
    Die Kaltfront am Montag bewirkte mit ihrer Schaueranregung und dem bodennahen Nordwestwind im Rücken   
    noch, dass sich Hintersee von den anderen Orten im Bundesland absetzen konnte. Mit Einsetzen der Zufuhr   
    feuchter Warmluft aus Südwest in mittleren Höhen durch das Italientief und der langsamen Drehung des     
    Bodenwindes auf eine nordöstliche Richtung zeigte sich ein anderes Verhalten der Niederschlagsverteilung.   
    Diese fiel merklich flächiger aus und brachte zudem andere Stationen hervor, die auf eine solche Anströmung   
    dank ihrer geografischen Lage besser anschlagen. So hatte der Salzburger Flughafen mit einer 2-Tagessumme   
    von 168 l/m², davon alleine am Dienstag 103 l/m², sogar bundesweit die Nase vorn. Auch Mondsee im     
    benachbarten Oberösterreich konnte hier kräftig punkten und schaffte 145 l/m².      
         
    Einen lokalen Ausreißer gab es mit 180 l/m² am Gaisberg, dafür wurden auch die Gebirgsgaue auf breiter   
    Strecke mit rund 50-100 l/m² bei einer über 3.000 m hoch liegenden und damit nicht relevanten Schneefallgrenze   
    beregnet. Der Schwerpunkt der Niederschläge verschob sich vom Montagabend im Süden nach Norden Dienstag-  
    vormittag.      
         
         
    Landesweit Feuerwehren im Einsatz      
         
    Der für die Stadt Salzburg und das direkte Umland ungewohnt hohe Niederschlag hielt am Dienstag hier die   
    Feuerwehren auf Trab. Es kam zu kleineren Bachausuferungen und zahlreichen vollen Kellern. Am Abend davor   
    mussten die gesamt gut 1.300 Feuerwehrleute im Pinz-, Pon- und Lungau ausrücken, um kleinere Schäden zu   
    beseitigen oder wie in Mittersill, Hollersbach und Neukirchen den mobilen Hochwasserschutz aufzubauen. In   
    Muhr verlegte ein Erdrutscht die Landesstraße. Insgesamt waren 54 Feuerwehren zu 458 Einsätzen unterwegs.  
         
         
    Stellenweise Hochwasser      
         
    Punktuell gab es bereits im Oberlauf der Salzach das Erreichen der Hochwasserwarnstufe. Der Abfluss aus den   
    Gebirgsgauen verflachte sich aber wieder ein Stück weit und erst der Eintrag der Regenmengen aus dem   
    Norden hob die Salzach in der Stadt Salzburg wieder auf Warnniveau. Der Pegel stieg auf schließlich auf wenig   
    kritische 536 cm, ganze 3 m unter dem Höchststand von vor 7 Jahren. Der Zufluss der Saalach machte die   
    Situation für Oberndorf merklich interessanter, zu Überflutungen kam es aber erwartungsgemäß nicht.    
         
    Quellen: www.orf.at, www.wetterzentrale.de, www.facebook.com (Seite Feuerwehrverband Salzburg)    
         
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    Fr, 31.07.20 Rückblick Juli: Alles im Lot  
     
         
    + 215,5 l/m² Regen      
    + 15,5°c mittlere Temperatur      
    + 2 heiße Tage      
    + 9 Gewitter      
         
    Die so genannte neue Normalität hat heuer zwar Babyelefant und Co. aus dem Hut gezaubert, aber     
    ausgerechnet dass in den letzten Jahren zunehmend aus der Reihe tanzende Wetter spielt für einmal in diesem   
    Sommer, zumindest bisher, nicht mit und demnach verlief auch der zweite Monat der wärmsten Jahreszeit sehr   
    ausgeglichen.      
         
    Der Juli begann unter Einfluss eines ostatlantischen Tiefs, das alsbald vom einem Ableger des Azorenhochs aus   
    Südwesten abgelöst wurde. Doch der Tiefdruck blieb in der ersten Dekade nicht weit entfernt und ausgehend   
    vom Islandtief brachten nach Skandinavien wandernde Tiefdruckgebiete Fronten in den Alpenraum, denen   
    Zwischenhochs folgten. Mit Wechsel in die zweite Dekade wiederholte sich das Spiel und zur Monatsmitte kam   
    nach einem durchgezogenen Britanienhoch wieder das Islandtief auf den Plan, welches in Verbindung mit einem   
    sich ins östliche Mitteleuropa schleichenden Ablegertief die zweite Halbzeit regnerisch einläutete. Zwischenhoch-  
    druck von Britannien her und der sachte Einfluss eines Nordmeertiefs bestimmten den Schwenk in das letzte   
    Drittel. Das Wechselspiel aus einem Azorenhochkind, das von Westeuropa nach einer Front ostwärts zieht und   
    dem Durchzug von Fronten des lenkenden Tiefdrucks bei Island erhielt sich bis zum Ende des Julis, wobei die   
    Hochdruckphasen allmählich die Oberhand gewannen und länger andauerten als noch zu Monatsbeginn. So   
    blieb auch Zeit das subtropische Warmluftlager des Mittelmeerraums an zu zapfen.      
         
    In Österreich gestaltete sich der Juli in Sachen Temperaturen mit einer Abweichung von +0,5 Grad zur     
    Referenzperiode 1981-2010 durchschnittlich warm, wird aber trotzdem zum obersten Fünftel der über 250-  
    jährigen Messgeschichte gehören, weil das oben angeführte Referenzmittel bereits einen Teil der seit Ende der   
    1980 er Jahre zunehmenden Erwärmung enthält. Mit plus 3 Prozent war auch beim Niederschlag bundesweit nur   
    ein minimaler Ausschlag zum Normal zu sehen, der nur regional markante Ausreißer bot, So regnete es im   
    Tiroler Oberland und im Weinviertel teils nur die Hälfte des Erwartbaren, im Süden dafür stellenweise bis zu drei   
    Viertel mehr. Der Kärntner Loiblpass war mit 303 l/m² der nasseste Ort in Österreich. Ganz im äußersten     
    Westen, im Vorarlberger Rohrspitz schien hingegen mit 291 Stunden am längsten die Sonne. Bundesweit zeigte   
    sie sich mit +7% ein stück weit öfter als im langjährigen Schnitt.      
         
    In Hintersee ging der zweite Sommermonat unspektakulär ins Land und schloss mit einer Niederschlagsmenge   
    von 215,5 l/m² und einem Minus von 16 Prozent ein bisschen zu trocken. Am meisten regnete es am 17. Juli mit   
    40 l/m². Der Rest verteilte sich auf 21 Regentage, 2 mehr als im Schnitt.      
         
    Etwas lau präsentierte sich die Gewittertätigkeit im Juli, wobei die Zahl der Gewitter im Vergleich zum ersten   
    Sommermonat doch anstieg und an 7 Gewittertagen immerhin 9 Gewitter beobachtet werden konnten. Das   
    Kräftigste unter ihnen trat am 10. Juli abends mit Starkregen auf.      
         
    Die Temperaturen brachten der Ladenbachmetropole mit einem Mittel von 15,5°C und einem Hauch von     
    negativer Abweichung von -0,1 Grad einen durchschnittlich temperierten Juli. Den letzten zu kühlen Juli (Mittel   
    14,7°C) gab es 2012, danach folgten 2013, 2015, 2018 und 2019 gleich vier der fünf heißesten Julimonate   
    unserer Messreihe. Das heurige Mittel bilanzierte dabei aus einem durchschnittlichen ersten Drittel, einer leicht   
    zu kühlen zweiten und einer um selbiges zu warmen dritten Dekade. Am höchsten kletterte das Thermometer am   
    10. Juli mit 30,7°C, einem von 2 heißen tagen. Dazu gesellten sich noch 10 Sommertage, beide Werte     
    entsprechen dem langjährigen Normal. Am kühlsten war es am 17. Juli mit 7,6°C.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Fr, 31.07.20 Freut euch des Sommers  
     
         
    Auf der Suche nach Stimmen zum heurigen Sommer besuchte ORF-Salzburg-Mann Georg Hummer gestern   
    auch die Wetterstation Hintersee, um sich die Eindrücke des hiesigen Quaxis für seinen Radiobericht einzuholen.   
    So unterhielten wir uns in der Mittagssonne ein wenig im Freien über die Halbzeitbilanz nach bereits zwei Dritteln   
    des (zumindest) meteorologischen Sommers. Coronakonform, versteht sich. Der fertige Beitrag kann unter dem   
    folgenden Link nachgehört werden.      
         
    Links: >> Interview: 31.07.20 ORF Radio Salzburg    
         
     
         
    Di, 30.06.20 Rückblick Juni: Kleiner Stotterstart in den Sommer  
     
         
    + 211 l/m² Regen      
    + 59,5 l/m² höchster Tagesniederschlag      
    + 13,6°C mittlere Temperatur      
    + 1 Gewitter      
         
    Etwas holprig verlief der Start in den Sommer 2020. Der heurige Juni zeigte sich von seiner wechselhaften Seite   
    und brauchte einige Zeit, um die ersten sehr warmen Tage zu produzieren, verlief aber in vielen Dingen     
    unauffällig mittelmäßig und damit relativ normal.      
         
    Der erste Sommermonat brachte von Beginn an feucht-mildes Wetter, indem wir im Einflussbereich eines     
    Höhentiefkomplexes in den Monat starteten und auf ein Hoch über Skandinavien schauten. Tiefdruck aus     
    Nordwesten ging in einen bei Nord- und Ostsee über, wobei das Ausgreifen zur Iberischen Halbinsel und die   
    südwestliche Grundströmung jeweils erhalten blieb. Um den ersten Dekadenwechsel wurde der Nordwesten von   
    Hochdruck zurück erobert und die Tiefdrucktätigkeit verlagerte sich in den Mittelmeerraum. Zur Monatsmitte war   
    das stabile Skandinavienhoch wieder da und von Britannien aus hielt sich ein Trog über Westeuropa, wodurch   
    eine diffuse Tiefdrucklage mit mehreren kleinen Höhentiefs entstand, die sich vom Mittelmeerraum über das   
    östliche Mitteleuropa bis zur Ostsee aufbaute und schwierig vorhersagbar miteinander agierte. Höhentiefkerne im   
    östlichen Mitteleuropa blieben bis kurz vor Monatsende bestimmend und konnten weder von einem Vorstoß des   
    Azorenhochs aus Südwesten, noch von einem Sturmtief am Nordostatlantik abgelöst werden. Erst steigender   
    Druck an der Vorderseite eines Schottentiefs brachte am letzten Wochenende des Junis hochsommerliche   
    Temperaturen und im Anschluss mit einer Kaltfront Regen und die Abkehr der bis dato herrschenden Wetterlage.  
         
    Die kleinräumige, aber rege, Tiefdrucktätigkeit sorgte im Juni in Österreich für das größte Defizit an     
    Sonnenstunden seit 11 Jahren. Bundesweit schien die Sonne um 13% weniger, am längsten dabei noch in   
    Güssing (Burgenland) mit 214 Stunden. Dies bot mehr Platz für Bewölkung und so war die Niederschlagsbilanz   
    um 30 Prozent erhöht, wobei es die höchsten relativen Abweichungen ganz im Nordosten und Osten mit teils um   
    das Doppelte mehr gab. Je weiter ins Landesinnere, desto geringer wurde der Regenüberschuss. Die Mitte   
    zeigte sich schon ausgeglichen. Nassester Ort war Laterns (Vorarlberg) mit 394 l/m². Die Temperaturen ließen   
    nach dem Österreichrekord im letzten Jahr zwar erheblich nach, der Juni 2020 war dennoch in der Alpenrepublik   
    um 0,5 Grad im Vergleich zum Referenzmittel 1981-2010 etwas zu mild und zählte zu den 40 wärmsten der 250-  
    jährigen Messgeschichte. Im Vergleich zur Klimaperiode 1961-1990, die noch Großteils ohne die moderne   
    Erwärmung auskam, war der diesjährige Juni sogar um 1,5 Grad zu warm und entsprach damit wohl nicht dem   
    subjektiven Eindruck vieler Menschen.      
         
    In Hintersee summierte sich mit 211 l/m² eine um sachte 9 Prozent unter dem langjährigen Schnitt liegende   
    Niederschlagsmenge, die sich auf 21 Regentage (+3 Tage) aufteilte. Am meisten regnete es dabei am 15. Juni   
    mit 59,5 l/m², was immerhin die achtgrößte Tagesmenge in einem Juni an unserer Station und der höchste   
    Juniregen seit 7 Jahren war.       
         
    Nur einen unwesentlichen Beitrag zur Regensumme lieferten die Donnerwetter oder besser gesagt nur das eine   
    Gewitter, das am späten Abend des 27. Juni mit leichten Regen niederging. Damit war es der gewitterärmste   
    Juni seit unseren genauen Aufzeichnungen (2008) und unterbot die 4 Gewitter aus den Junimonaten2009 und   
    2014 klar.      
         
    Einen vermeintlich tiefen fall gab es bei den Temperaturen, die im Vergleich zum Fast-Rekord im Vorjahr im   
    Mittel um 4 Grad zu niedrig ausfielen. Allerdings waren wir mit einem Monatsmittel von 13,6°C und einem     
    leichten Minus von 0,7 Grad zum Stationsnormal im üblichen Bereich angesiedelt. Das erste Drittel war leicht,   
    das zweite markant zu kühl und die dritte Dekade wenige Zehntel Grad zu mild. Die Tatsache, dass es der erste   
    leicht unterdurchschnittliche Juni seit 2013 war, mag das Empfinden auch hier sicher beeinflusst haben. Die   
    höchste Temperatur erzielten wir am 28. Juni mit 28,1°C, am tiefsten sank das Thermometer am 7. Juni mit   
    7,4°C. Es gab somit keinen Hitzetag und mit 4 halb so viele Sommertage. 2019 lagen wir noch um das     
    Zweieinhalbfache über dem Schnitt.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mi, 03.06.20 Rückblick Mai: Wechselhafte Durchschnittskost  
     
         
    + 181,5 l/m² Niederschlag      
    + 9,8°C mittlere Temperatur      
    + 1 Schneefalltag      
    + 6 Gewitter      
         
    Der dritte Frühlingsmonat des Jahres präsentierte sich, wenn auch beiweiten nicht so herb wie im Vorjahr, als   
    scheinbar letzte Bastion gegen die dauerhaft zu hohen Temperaturen, die in den vergangenen 25 Monaten nur   
    mehr zwei Schlenker nach unten zuließen. Die aufgekommene Trockenheit versuchte der Mai mit Mist     
    machendem Kleinvieh zu lindern und zeigte sich dabei als ziemlich normaler Wonnemonat.      
         
    Der Auftakt in den mai brachte Tiefdruck über Skandinavien und dem nördlichen Mitteleuropa, der in Verbindung   
    mit Tiefdruck im Mittelmeerraum stand. Hochdruck wanderte von den Britischen Inseln südostwärts und kappte   
    den Trog kurz, ehe nach dem ersten Dekadenwechsel der Tiefdruck von Skandinavien erneut über den Alpen-  
    raum hinweg zur Iberischen Halbinsel ausgreifen konnte. Mit einem Hoch bei Island drehte die Höhenströmung   
    auf eine nördliche Richtung und die Eisheiligen stellten sich recht pünktlich mit ein paar Schneeflocken ein. Zur   
    Monatsmitte hin blieb der Alpenraum im Bereich einer Luftmassengrenze im instabilen Wetter, das vom Tiefdruck   
    über Südwesteuropa beeinflusst wurde. Den abgezogenen Druckgebilden im Norden folgte zu dieser Zeit ein   
    Tiefdruck bei den Britischen Inseln. Mit einem Hoch über Westeuropa, das sich nur zögernd bis zu uns     
    ausdehnte, wurden die Tiefzentren etwas östlich verlagert. Nach einem neuerlichen Tiefvorstoß aus Nordwesten   
    nach Christi Himmelfahrt, folgte diesem, ausgehen von der Biscaya, Hochdruck bei den Briten, welcher sich noch   
    ins nördliche Mitteleuropa voran schieben konnte. Der Tiefdruck richtete es sich in der letzten Maiwoche mit   
    mehreren Zentren in einem Osteuropatrog ein. da der Alpenraum am vorderen Rand des Hochs blieb, verlief der   
    Mai hinten hinaus wechselhaft und kühl.      
         
    Für die Alpenrepublik ergab dies mit einer Abweichung von -0,7 Grad einen durchschnittlich temperierten Mai   
    und den ersten Monat seit genau einem Jahr mit einer negativen Abweichung zum Referenzmittel. Gegenüber   
    den sehr sonnigen Vormonaten büsste diesmal die Sonnenscheindauer 14 Prozent der üblichen Stunden ein,   
    wobei es mittig im land teils Rückgänge von über einem Drittel gab. Ausgeglichen zeigte sich diese Bilanz nur   
    ganz im Westen mit dem sonnenreichsten Ort in Vorarlberg, am Rohrspitz mit 266 Sonnenstunden. Der Westen   
    und Süden Österreichs blieben beim Niederschlag mit bis zur Hälfte des Erwartbaren unter dem Schnitt,     
    hingegen war es ganz im Nordosten stellenweise doppelt so nass. Ausgewogen präsentierte sich die Mitte   
    Österreichs und hier war mit 208 l/m² auf der Rudolfshütte auch der feuchteste Fleck zu finden.      
         
    Die auffallendste Leistung gelang dem Mai in Hintersee bei den Temperaturen, indem er nicht auffiel. Nach den   
    Ausschlägen hinauf und hinunter, die 2018 und 2019 zwischen Rekord- und Kellerniveau schwankten, erreichte   
    der Mai 2020 mit einem Mittel von 9,8°C und einem leichten Minus von 0,7°C einen relativ durchschnittlichen   
    Bereich. Es war nach einer Reihe teils weit überwärmter Monate der erste leicht zu kühle Monat seit eben genau   
    einem Jahr. Davor hatte die Erwärmung gleich 13 Monate angedauert. Der heurige Mai gliederte sich in zwei   
    dem langjährigen Schnitt entsprechende erste Drittel und eine markant zu kühle dritte Dekade. Mit einem     
    Minimum von 0,8°C am 12. Mai gab es keinen Frost mehr, hinzu kamen aber auch nur 3 kalte Tage. Fast einen   
    Sommertag brachte das Maximum am 11. Mai mit 24,6°C.      
         
    Kurz zuvor ging am 9. Mai abends das heftigste Gewitter des Monats mit Starkregen, lebhaften Wind, leichten   
    kleinkörnigen Hagel und zwei Naheinschlägen nieder. Es war eines von 6 Gewittern an 4 Gewittertagen.    
         
    Weiteren festen Niederschlag in Form von Neuschnee rieselte es nicht mehr. Allerdings ereignete sich am 12.   
    Mai der durchschnittlich eine Schneefalltag in einem Mai. Richtig weiß wurde es ab etwa 800 m.    
         
    Beim Regen, der sich auf 21 Regentage und damit um 3 mehr als normal, verteilte, bilanzierte der Mai 2020 mit   
    181,5 l/m² und einer Abweichung von -16% ein kleines bisschen unter den Erwartungen. Den meisten Regen   
    gab es am 25. Mai mit 32,5 l/m².      
         
    Weil der Schneefall nichts Messbares zurückließ, fiel die Niederschlagssumme gleich aus wie die Regenmenge   
    und blieb etwas unter Normal.      
         
    Hinten anstellen musste sich auch die Niederschlagsmenge des Frühlings 2020, die in Hintersee mit 358 l/m² um   
    24 Prozent unter dem Schnitt schloss und die damit abseits von 2018 (277 l/m²) die niedrigste seit neun Jahren   
    war. Der Niederschlag fächerte sich hierbei auf 10 Schneefalltage (-4 Tage(und 42 Regentage (+1 Tag) auf, wo   
    vor allem der Mai die Regentagebilanz noch deutlich aufbesserte. Bei den Temperaturen konnte der     
    durchschnittliche Mai die sehr warmen März und April nicht mehr ausgleichen und mit einem Mittel von 7,4°C   
    und einer Abweichung von +1,3 Grad war es in unserer Gemeinde der mit 2007 geteilt drittwärmste Frühling   
    hinter 2018 (8,2°C) und 2011 (7,8°C).      
         
    Österreichweit verhielten sich die drei Monate ähnlich, allerdings kam bei den Temperaturen keine so große   
    Abweichung zustande, sodass der Frühling bundesweit um 0,8 Grad zu mild endete. Alle Frühlingsmonate   
    hatten aber gemeinsam, dass sie teils deutlich zu trocken waren und die Jahreszeit des Erblühens um 30% zu   
    wenig Niederschlag bekam, was für Österreich der trockenste Frühling seit 2003 war. Im Osten fehlte die Hälfte   
    des Niederschlags, allein im Süden war es stellenweise ausgeglichen und lag mit dem Kärntner Loiblpass und   
    450 l/m² auch der nasseste Platz Österreichs. Mit nur 4.300 Blitzen war der Frühling 2020 recht arm an Gewittern   
    und wurde diesbezüglich ausschließlich vom Vorjahr noch unterboten. Ein sattes Plus von 19 Prozent gab es   
    bundesweit bei der Sonnenscheindauer, die sich mit 791 Stunden am längsten in Zwerndorf (Niederösterreich)   
    zeigte. Hier gab es im Nordosten und Westen des Landes große Überschüsse, einzig in Salzburg schien die   
    Sonne am Ende durchschnittlich lang.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Fr, 01.05.20 Rückblick April: Die Sonne lacht das Virus weg  
     
         
    + 53 l/m² Regen      
    + 1,5 cm Neuschnee      
    + 9,2°C mittlere Temperatur      
    + 3 Gewitter      
         
    Sonne satt und viele warme, teils frühsommerliche Tage bot der zweite Monat des Frühlings, der April und die   
    Zeit erinnerte stark an 2018, wo wie heuer im März eine schier endlose Hochdruckphase anfing. Wärme und   
    Trockenheit waren die Merkmale eines überhaupt nicht launischen Aprils 2020.      
         
    Der April erlaubte sich an seinem ersten Tag einen spätwinterlichen Scherz mit der rückseitig eingeflossenen   
    Kaltluft eines abgezogenen Skandinavientiefs, die gleich unter Hochdruckeinfluss kam, welcher anfangs Zentren   
    über West- und Osteuropa und in Richtung Ostern über dem nördlichen Mitteleuropa und dem Adriaraum     
    aufwies. Ein Biscayatief steuerte zu den Feiertagen feucht-warme Luft aus Südwest herbei, wodurch die dezent   
    angeregte Schauertätigkeit den ersten Niederschlag des Monats brachte. Ein Skandinavientief schob zur     
    Monatsmitte eine Kaltfront mit dem zweiten Winterscherz in den Alpenraum. Dahinter breitete sich von den Briten   
    her sogleich wieder Hochdruck bis auf den Balkan aus. An den Folgetagen wanderte der Hochschwerpunkt in   
    den skandinavischen Raum und mit der Warmluftpumpe eines neuen Biscayatiefs wurde es fast schon     
    sommerlich. Nach kurzem Störungsdurchzug eines Tiefkomplexes über Westrussland drehte die Höhenströmung   
    mit dem zweiten Dekadenwechsel auf eine östliche Richtung und die Temperaturen gingen trotz anhaltender   
    Hochdominanz zurück. Am letzten Wochenende zog sich der Hochdruck langsam nach einem wiederholten   
    Lebenszeichen des Russentiefs mehr nach Nordeuropa und dem Ostatlantik retour, um auch dort in den     
    abschließenden Apriltagen die Herrschaft zu verlieren, sodass der Monat durch Tiefs, die von den Britischen   
    Inseln Fronten heran brachten, wechselhaft endete.      
         
    Der Alpenrepublik verpasste die Sonne mit einem Plus von 55% den zweitsonnigsten April hinter 2007. Im   
    Sonnenschein suhlen konnten sich die Bewohner von Hohenau (Niederösterreich) mit 325 Sonnenstunden. Der   
    Nachteil solcher Auswüchse war die Trockenheit, die weite Teile Österreichs erfasste und immer wieder kleinere   
    Flur- und Waldbrände auslöste. Besonders von Oberösterreich bis in den Südosten folgte auf einen trockenen   
    März ein noch trockenerer April. Bundesweit lag das Defizit bei 60 Prozent und Breitenegg (Kärnten) war mit nur   
    71 l/m² der niederschlagsreichste Ort Österreichs. Wie auch schon die Vormonate erlebten die Temperaturen   
    einen Höhenflug und produzierten mit einer Abweichung von +2,1°C einen der wärmsten Aprilmonate der     
    österreichischen Messgeschichte. Je weiter im Westen des Landes, umso größer waren die Abweichungen nach   
    oben und oben, nämlich auf den Bergen, war der April der 4. wärmste mit plus 3,4 Grad zum Vergleichsmittel.   
    Die Ironie wollte es, dass es zu Monatsbeginn im Osten und Süden des Landes lokale Kälterekorde für April gab.   
         
    Hintersee lag bei den Temperaturen seiner geografischen Lage entsprechend über dem Bundesergebnis und   
    bilanzierte mit einer Abweichung von +2,9°C und einer mittleren Temperatur von 9,2 Grad mit dem drittwärmsten   
    April seiner Messreihe hinter dem April 2018 (10,0°C) und dem April 2011 (9,3°C). Dabei boten das erste und   
    das dritte Drittel hohe, die Mitteldekade sehr hohe Überschüsse an Wärme an. Die höchste Temperatur an   
    einem Apriltag gab es heuer am 17. April mit +24,1°C. Den Tiefstwert am 1. April mit -5,9°C, was zugleich der   
    beachtliche niedrigste Wert seit 2012 und zugleich der achtkälteste Aprilwert an unserer Station war. Dennoch   
    summierten sich am Ende nur 4 Frosttage und 3 kalte Tage. Am 25. April gab es mit einem Minimum von 9,4°C   
    den bislang mildesten Tiefstwert eines Apriltages. Hinter dem alten Rekord (9,1°C vom 23.4.2018) rangiert der   
    19. April mit 8,8°C schon auf dem geteilten dritten Platz.      
         
    Die Jahresmitteltemperatur liegt damit nach einem Drittel des Jahres um 2,8 Grad über Normal und mit dem Jahr   
    2014 inklusive eines ordentlichen Vorsprungs auf Platz 1.       
         
    Die Niederschlagsausbeute konnte von einer derartigen Übersättigung nur träumen und mit 54,5 l/m², was ein   
    Minus von 52 Prozent bedeutete, war der April trotz des Aufbesserns am Ende trocken. Zuletzt weniger     
    Niederschlag fiel 2013 (45 l/m²). Die größte Tagessumme gab es am 14. April mit 19,5 l/m². Hingegen blieb es   
    vom 21. bis zum 26. April 6 Tage am Stück und vom 1. bis zum 12. April gleich 12 Tage hinter einander trocken.   
    Dies war nach den 17 Tagen vom 31.3-16.4.2009 und den 16 Tagen vom 16.4.-1.5.2011 die längste     
    niederschlagsfreie Phase in einem April.      
         
    Auch die Gewittersaison versuchte in die Gänge zu kommen und es gingen im April 3 Gewitter an ebenso vielen   
    Tagen nieder. Das Markanteste war das Gewitter vom Abend des 28. April mit mäßigen Regen.    
         
    Regen war im abgelaufenen Monat kein weit verbreitetes Gut. So akkumulierten sich 53 l/m², ein Minus von 48   
    Prozent und die geringste Menge seit 7 Jahren. Am meisten regnete es am 14. April mit 18 l/m². Regentage gab   
    es 8 und somit um 4 weniger als üblich.      
         
    Sogar Neuschnee fand sich. Der 14. April war auch für die einzigen 1,5 cm des Monats verantwortlich. Es fehlten   
    drei Schneefalltage und 94% Schneemenge zum Durchschnitt. Der heurige gehörte damit zu dem einen Drittel   
    jener Aprilmonate, die keinen oder fast keinen Neuschnee zusammen brachten und platzierte sich genau     
    zwischen den Vorjahren weit hinten.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Do, 16.04.20 Der Regen macht es heuer wie der Schnee  
     
         
    Er kommt nicht. Gekommen ist dagegen ein Artikel in der Lokalausgabe der Salzburger nachrichten zur aktuellen   
    Wettersituation und die damit aufgetauchte Trockenheit, welche in Salzburg die Waldbrandgefahr erhöht und   
    mancherorts den Grundwasserspiegel gesenkt hat. Über die neueste Errungenschaft zur Langfristvorhersage bei   
    Niederschlägen an der ZAMG berichtet Bernhard Niedermoser. Einige Worte zur derzeitigen Lage und dem   
    vergangenen Winter an der Hinterseer Wetterwarte hat der hiesige Quaxi im Interview gefunden.    
         
    Links: >> Artikel: 16.04.20 SN: Der Regen macht es heuer wie der Schnee    
         
     
         
    Di, 07.04.20 Vorläufige Winterbilanz 2019/20  
     
         
    Der abgelaufene „Godot-Winter“ 2019/20, an dessen grundsätzlicher Bilanz auch kurze Wintergrüße im April   
    oder Mai nichts mehr Entscheidendes ändern würden, machte seiner Namensvorlage aus dem bekannten   
    Theaterstück alle Ehre, indem er Freunde und Publikum dauerhaft auf sich warten ließ und nie wirklich selber   
    kam.      
         
    So verging die Zeit von November bis in den April hinein als schleichender Übergang vom einem langen     
    Spätherbst, zarten Frühwinteransätzen im Jänner und dem mit Februar einkehrenden Vorfrühling. Satte     
    Einbrüche in sämtlichen Schneesummen der Monate des Winterhalbjahres standen durchgehend zu hohen   
    Temperaturen gegenüber.      
         
    Der Winter 2019/20 begann mit 2 cm Neuschnee und dem ersten Schneefalltag unauffällig am 9. November.   
    Schon vier Tage später, sollte es am 13. November mit 20 Zentimetern die größte Tagesneuschneemenge des   
    Winters geben, der mit den 4,5 cm vom 31. März womöglich recht früh den letzten Schneefalltag brachte.     
    Insgesamt addierten sich 46 Schneefalltage, um 11 weniger als üblich. Die meisten Tage mit Schneefall gab es   
    mit 15 im Jänner.      
         
    Die zwar unterdurchschnittlich, aber dennoch im Rahmen ausfallende, Anzahl der Schneefalltage sagte nur   
    bedingt etwas über die dahinter stehende Neuschneemenge aus, die heuer nach einem Rückgang von 60,7%   
    zum langjährigen Schnitt von 1988-2019 den mit 226 cm zweit schneeärmsten Winter unserer Messreihe ergab.   
    Einzig der Winter 1989/90, der als Tiefpunkt von drei schneearmen Wintern rund um den damaligen Dekaden-  
    wechsel stand, bilanzierte mit 140 cm noch schlechter. Nachdem Hoch von 808,5 cm im Vorwinter, das sich   
    großteils auf die Schneekatastrophe im Jänner stützte, war dies nach 2013/14 (283 cm) der nächste massive   
    Absturz. Auch im Lee der schneereichen Winter 2004/05 und 2005/06 war dies im Winter 2006/07 schon zu   
    beobachten.      
         
    Die Neuschneemengen im heurigen Winter brachten in allen relevanten Monaten von November bis März     
    Rückgänge zwischen 47 und 78 Prozent, wodurch der Feber mit 67,5 cm den meisten Neuschnee verzeichnete.   
    Im Februar war das bereits zum siebten Mal, im März schon zum zehnten Mal in Folge auftretende teils deutliche   
    Minus ein Alarmzeichen. Die diesmalige Wintersumme wurde alleine in 22 verschiedenen Monatsmengen   
    anderer Winter überboten, zuletzt eben im Jänner 2019 (500,5 cm).      
         
    Unter der Schneearmut litt natürlich auch die Schneedecke, die nur an 94 Beobachtungstagen (-39 Tage) in   
    geschlossener Form an unserer Station vorhanden war, was seit dem genauen Aufzeichnungsbeginn dieses   
    Parameters im Winter 2007/08 noch nie der Fall war. Bislang hatte der Winter 2015/16 mit 100 Schneedecken-  
    tagen die rote Laterne hängen. Zu einem durchschnittlichen Winter fehlten heuer damit rund fünfeinhalb Wochen   
    mit einer Schneedecke, die sich auch zwischen ihrem ersten Auftreten am 9. November und dem letzten am 31.   
    März ausschließlich im Jänner den ganzen Monat lang durchgehend anwesend zeigte. Am 29.1. erreichte sie mit   
    35 cm ihren Höchststand.      
         
    Bei den Temperaturen verhielt es sich genau anders herum und der klimatologische Winter, der aus den     
    Monaten Dezember, Jänner und Februar besteht, schaffte es mit einem Mittel von +1,2°C und einer Abweichung   
    von plus 3,3 Grad hinter dem Rekordhalter 2015/16(Mittel +1,4°C) auf den zweiten platz. Dies deutlich vor der   
    neuen Nummer drei 2013/14 (+0,7°C) und 2018/19 (-0,3°C) sowie 2006/07 (-0,4°C). Demnach sind nun 4 der 5   
    wärmsten Winter unserer Messreihe (seit 2002) in den letzten sechs Jahren aufgetreten. Hieraus verfestigt sich   
    der Trend zu einer rapiden Erwärmung, die in den letzten Jahren vor allem in den Wintermonaten messbar ist.   
    Die Ausschläge von der durchschnittlichen Mitteltemperatur nach oben wurden in dieser Art nicht mal in den   
    bekannten Hitzesommern wie  2003 oder 2019 erreicht.      
         
    Betrachtete man die mittlere Temperatur von November bis März, so war bei einem Mittel von +2,1°C und einer   
    Abweichung von plus 2,6 Grad die Erwärmung gedämpfter, aber dennoch stark vorhanden.      
         
    Ein weiterer Indikator für die Wärme des heurigen Winters war die außergewöhnlich niedrige Zahl an Frost- und   
    Eistagen. Mit nur einem einzigen Eistag (-38 Tage), den es am 29. Dezember gab, und 85 Frosttagen (-35 Tage)   
    fehlten uns diesen Winter ganze 5 Wochen mit Dauerfrost. Im Winter 2015/16 gab es mit 75 nur einmal weniger   
    Frosttage als heuer, der Tiefststand an Eistagen war bislang mit 8 aus den Winter 13/14 und 15/16.    
         
    Hinzu kam noch das mit -7,7°C am 23. Jänner gemessene mildeste Minimum eines Winters in unserer     
    Messgeschichte.      
         
     
         
    Sa, 04.04.20 Rückblick März: Winterfeindliche Wärme und Viren  
     
         
    + 82 l/m² Regen      
    + 23 cm Neuschnee      
    + 3,1°C mittlere Temperatur      
    + 10 Schneedeckentage      
         
    Der dritte Monat des Jahres wurde schon bald nach Beginn von nur mehr einem Thema bestimmt. Das Wetter   
    war es nicht, obwohl die anhaltenden Wärmeauswüchse über zwei Drittel des Monats und die neuerliche     
    Schneearmut auch einer Beachtung wert gewesen wären. Die Schau stahl allerdings ein kleines Virus.     
         
    Auch wenn der März Dank des Schaltjahres einen Tag später begann, blieb aus dem Februar bekannte     
    atlantische Westlage noch etwas erhalten. Bis in die ersten Tage des zweiten Monatsdrittels dominierten     
    Tiefdruckgebiete, die von Island her ostwärts zogen und in schwächer werdender Form in Verbindung mit kurzen   
    Zwischenhochs einen wechselhaften, aber anhaltend deutlich zu warmen Wettercharakter produzierten. Über   
    Westeuropa abtropfende Tröge sorgten zudem für einige Tiefentwicklungen im Mittelmeerraum. Nachdem   
    föhnigen Temperaturhöhepunkt des März versank der Alpenraum zur Monatsmitte unter einer von Südwest-   
    nach Osteuropa reichenden Hochdruckbrücke, die die bis dahin herrschende Großwetterlage nachhaltig     
    beendete. Denn die Hochdrucklage über dem Kontinent wurde mit Schwenk in die dritte Märzdekade von     
    Hochdruck über weiten Teilen Nordeuropas abgelöst, der sich ausgehend von den Britischen Inseln bis in den   
    Baltikum erstreckte. unterhöhlt wurde der Hochdruck vom nordosteuropäischen Tiefdruck, dessen Trog mit   
    spätwinterlicher Kaltluft im Keller des Hochs in den Alpen- und Adriaraum vorstieß. Nach Rückeroberung dieser   
    Regionen durch den Hochdruck blieb dieser, sich von Island bis Südosteuropa erstreckend, bis zum Monatsende   
    vorherrschend. Allerdings schaffte es Tiefdruck im fernen Nordwesten Russlands kurz vor Märzende nochmals   
    via Skandinavien mit einem Kaltluftvorstoß nach Mitteleuropa.       
         
    Die Kaltluftbesuche, die Österreich in der letzten Märzdekade erreichten und die frühreifen Obstkulturen heim-  
    suchten, dämpften am Ende merkbar den bis dahin angehäuften Wärmeüberschuss, sodass die Alpenrepublik   
    mit einer Abweichung von +1,0°C im März nur mäßig zu mild blieb. Kurioserweise gab es am 31. März mit –  
    23,5°C am Sonnblick die tiefste Temperatur in Winterhalbjahr 2019/20. Ein reges Plus von 16 Prozent gab sich   
    auch bei der Sonnenscheindauer, die im Norden und Osten mit Zugewinnen von einem bis drei Viertel am   
    längsten schien. Je weiter südlich und westlich, desto geringer fiel das Plus aus. Sonnenreichster Ort war     
    Gänserndorf in Niederösterreich mit 218 Stunden. Ein dickes Minus stand hingegen bei der Niederschlagsbilanz,   
    die zum siebten Mal in Folge unterdurchschnittlich ausfiel. So gab es bundesweit um 27 Prozent zu wenig Regen   
    und Schnee. Vor allem im Norden und Osten war der Rückgang mit bis zu 80 % erheblich und problematisch.   
    Allein im Süden des Landes war der März mit bis zu drei Viertel mehr Niederschlag zu feucht. Niederschlagr-  
    eichster Ort war der Kärntner Loiblpass mit 273 l/m².      
         
    Nicht mal die Hälfte davon erreichten wir in Hintersee, wo wir mit 122 l/m² Niederschlagssumme im März ein   
    Minus von 19 Prozent aufwiesen. Am meisten Regen und Schnee fiel am 3. März mit 20,5 l/m². Dafür blieb es   
    vom 25. bis zum 29. März 5 Tage nach einander trocken.      
         
    Der Großteil des Niederschlags kam in flüssiger Form vom Himmel und so summierten sich 82 l/m² an Regen,   
    was mit -43 % nur einen Platz im unteren Drittel bedeutete. Zwar gab es mit 13 um 3 mehr Regentage, aber die   
    höchste Tagesmenge blieb mit 16 l/m² am 21. März relativ niedrig.      
         
    Mit -78 % noch deutlich trostloser ist die Schneebilanz im März, die mit einer Neuschneesumme von mageren 23   
    Zentimetern zum 10. Mal in Folge unterdurchschnittlich resultierte. Vergleicht man die durchschnittliche Schnee-  
    menge im März der Jahre 1988-2010 mit den von 2011-2020 so stellt sich heraus, dass die Neuschneemengen   
    im März um ganze 70% (!) eingebrochen sind. Die größte Tagesmenge gab es heuer am 7. März mit 9 cm, dies   
    war zugleich mit einer Schneehöhe von 7 cm der Tag mit der höchsten Schneedecke. Die Schneefalltage waren   
    mit 8 Tagen (-1) nur marginal weniger. Dagegen gab es an unserer Station nur mehr 10 Tage mit geschlossener   
    Schneedecke. Die wenigsten in einem März seit Start der täglichen Schneepegelmessung im Winter 2007/08   
    (bisher 14 Tage im März 2014).      
         
    Die Temperaturen im März waren mit einem Mittel von +3,1°C um markante 1,5 Grad zu hoch, was mit 2012 und   
    2019 den geteilten dritten Platz bedeutete. Dabei waren di ersten beiden Monatsdrittel teils deutlich zu warm,   
    das letzte Drittel im normalen Schwankungsbereich zu kalt. Daraus ergab sich auch, dass der Tiefstwert im März   
    mit -6,5°C am 24. und der Höchstwert mit +18,8°C am 12. März erzielt wurde. Es kam zu keinem Eistag, 13   
    Fristtagen und 21 kalten Tagen.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mo, 02.03.20 Rückblick Februar: Ein Sturmlauf zum Wärmerekord  
     
         
    + 2,3°C mittlere Temperatur      
    + 14,4°C höchste Tagestemperatur      
    + 67,5 cm Neuschnee      
    + 179 l/m² Regen      
         
    Ob „Petra“, „Sabine“, „Yulia“ oder „Bianca“, der Februar war eindeutig der Monat der Frauen oder vielmehr   
    zahlreicher Wasser, Wind und Wärme bringender Tiefs, die heuer halt zufällig wieder weibliche Vornamen   
    erhalten. Davon abgesehen präsentierte sich der Februar 2020 als milder März durch und durch unwinterlich und   
    stürmte im wahrsten Sinne zu einem neuen Temperaturrekord.      
         
    Der zweite Monat des Jahres wurde durchgehend von der atlantischen Westdrift dominiert, die über alle 4     
    Wochen hinweg für die Jahreszeit zu milde bis außergewöhnlich warme Luft in den Alpenraum wehte. Und   
    geweht hat es im Februar oft, denn die Großwetterlage glich sich hinfort. So zeigte sich schon am Beginn des   
    Febers eine ausgeprägte Frontalzone, die wiederholt Tiefdruckgebiete vom Nordostatlantik über     
    Nordwesteuropa ostwärts führte und durch ständigen Störungseinfluss das Wetter unbeständig gestaltete. Gleich   
    zu Monatsbeginn büchste ein erstes kräftiges aber kleinräumiges Tief von den Briten ins östliche Mitteleuropa   
    aus, wodurch es bei uns recht nass wurde. Nach einer Woche Wechselhaftigkeit gab es zum ersten Dekaden   
    Wechsel für ein paar Tage Hocheinfluss vom Ostatlantik her, ehe Orkan „Sabine“ von Schottland ostwärts     
    wandernd ins Geschehen eingriff. Aprilartiges Rückseitenwetter folgte samt aus Westen durchschwenkendem   
    Zwischenhoch um die Monatsmitte. Der nächste Orkan bei Schottland, „Victoria“, hielt sein Schadenpotential von   
    Mitteleuropa zwar fern, war aber im Nordwesten sowie Norden Europas sehr aktiv und erreichte mit rund 920   
    hPa einen der fünf tiefsten Kerndrücke, die bei außertropischen Stürmen bisher beobachtet wurden. Im     
    Alpenraum blieb es, für einmal am südlichen Rand der Frontalzone liegend, weiterhin unbeständig. Nach einem   
    Zwischenhochgruß wurde es in der letzten Februarwoche zum Faschingshöhepunkt erneut turbulent mit zwei   
    rasch auf einander folgenden kleinen Sturmtiefs namens „Yulia“ und „Bianca“, die von Britannien kommend sich   
    zur Reise über das nördliche Mitteleuropa in den Ostalpenraum entschlossen.      
         
    Die markant bis teils enorme positive Temperaturabweichung verhalf dem Februar 2020 mit einem Plus von   
    bundesweit 4,1 Grad zum mit 2002 geteilten zweiten Platz hinter dem Februar 1966 (Abweichung +4,5°C). An   
    dutzenden Stationen wurden entweder neue Rekorde bei Tageshöchstwerten im Februar erzielt oder neue   
    Bestmarken beim Monatsmittel aufgestellt.  Auf den Bergen traten nach ein bisschen Kälte zu Monatsbeginn, die   
    den Feber mit einer Abweichung von „nur“ +3,1°C den  11. Platz der Bergwertung bescherten, später absurd   
    warme, weil eigentlich sommerliche, Luftmassen auf. So gab es am Sonnblick in 3.109 m mit +3,9°C am 17.   
    Februar (bisher +3,6°C vom 23.02.1940) einen neuen Februarrekord genauso wie auf der Loferer Alm (1.623 m)   
    mit +13,8°C. Beim Niederschlag war die Bilanz ungleich verteilt. Demnach blieb es im Süden und Südosten mit   
    bis zu -75 % relativ trocken. An der Alpennordseite brachten die atlantischen Fronten ein Mehr von bis zu 170   
    Prozent, was sich vor allem auf die Nordstaulagen in Salzburg und Oberösterreich konzentrierte. Entlang des   
    Alpenhauptkamms und im Osten waren die Werte ausgeglichen. Trotz des vorhandenen Niederschlags     
    verhinderten die hohen Temperaturen viel zu oft das Absinken der Schneefallgrenze selbst in höhere Tallagen   
    und der Winter verblieb meist im Mittel- oder sogar Hochgebirge. Das Flachland und Teile des Alpenvorlands in   
    ganz Österreich verharrten den gesamten Monat über mitunter ganz ohne Schnee. Die größte Niederschlags-  
    summe fiel in Mittelberg (Vorarlberg) mit 367 l/m². Die Sonne schien bundesweit mit plus 5 Prozent etwas länger   
    als üblich. Bis zu einem Drittel weniger Sonne gab es dabei in Landstrichen Tirols und Salzburgs bis hinein ins   
    Salzkammergut. Im Osten des Landes wiesen einige Flecken lokale Überschüsse von bis zu 50 % auf.     
    Sonnenreichster Ort war Klagenfurt mit 184 Sonnenstunden.      
         
    In Hintersee erlebten wir einen praktisch beispiellos warmen Februar (der Februar 1966 dürfte noch milder   
    gewesen sein, allerdings liegen hierfür keine Messdaten auf) und pulverisierten mit einem Mittel von +2,3°C und   
    einer Abweichung von +4,1 Grad den bisherigen Rekord aus dem Feber 2016 (Mittel +1,8°C) mehr als klar.   
    Dahinter folgen 2014 (+1,5°C), 2017 (+1,2°C) und 2019 (+0,9°C). Schon an den Mittelwerten der anderen unter   
    den ersten Fünf liegenden Jahre sieht man die Außergewöhnlichkeit des heurigen Februars und auch erkennbar   
    ist, dass die 5 wärmsten Februare nun seit 2014 an unserer Messstelle aufgetreten sind. Die Wärme verteilte   
    sich dabei auf ein sehr mildes erstes Drittel, und zwei weitere extrem milde weitere Dekaden, die zudem neue   
    Dekadenrekorde aufboten. Die dritte Dekade war mit einem Mittel von +3,1°C die bislang auch wärmste     
    Februardekade unserer Station (bisher +3,0°C in der dritten Dekade Februar 2017). Der Feber war damit hier auf   
    einem kühlen Aprilniveau unterwegs und entsprach mit seinem Monatsmittel einem leicht zu milden März. Die   
    komplett fehlende Kälte ließ sich auch am Ausbleiben der Eistage ablesen, Frosttage gab es nur 17, kalte Tage   
    24. Eine derart magere Bilanz fand sich nur mehr in ähnlicher Weise im Februar 2016 (0/14/25).     
         
    Beinahe hätte es zudem einen neuen Rekord bei den Tageshöchstwerten im Februar gegeben, doch die erst 3   
    Jahre alte Bestmarke von +15,4°C hielt Stand und die +14,4°C vom 23. Februar waren nur der zweitwärmste   
    Tag eines Februars in Hintersee. Dafür brachte der abgelaufene Monat mit +13,2°C am 17. und 24. Februar mit   
    den drittwärmsten Tagen gleich 3 Tage unter die Top 10. Noch eindringlicher präsentierte sich die herrschende   
    Milde bei der Nachtabkühlung. Der Tiefstwert von -6,2°C vom 6. Februar war das kühlste der Gefühle. Hingegen   
    blieb das Tagesminimum am 23. Februar bei +3,8°C stecken, was den mildesten Tiefstwert eines Februartages   
    zur Folge hatte. Da dem nicht genug, gab es heuer gleich 6 der 10 höchsten Tagesminima aller Februartage   
    unserer Messreihe.      
         
    Bei so unwinterlichen Temperaturen hatte selbst die sonst so verlässliche Schneedecke wenig Lust im Tal zu   
    verbleiben und vor allem Oberasch zeigte sich oft aper. Vom Ort Tal einwärts kämpften meist nur wenige     
    Zentimeter die Zeit bis zum nächsten Minischneefall nieder. An unserer Station wurden dem Schaltjahr sei Dank   
    am Ende doch noch 28 Schneedeckentage beobachtet, der 25. Februar ließ dabei aus. Die maximale Schnee-  
    höhe gab es am 5. Februar mit nur 25 Zentimetern.      
         
    Auf Nachschub von oben wartete man vergebens, denn mit einer Neuschneesumme von 67,5 cm und einem   
    Minus von 47 Prozent blieb der Februar 2020 wie auch schon Jänner, Dezember und November ordentlich   
    schneearm. Es gab zwar mit 15 Schneefalltagen 4 mehr als im Schnitt, dafür war mit 18 cm am 28. Februar die   
    höchste Tagesmenge entsprechend gering.      
         
    Deutlich beliebter war im Februar die flüssige Form und mit 179 l/m² an Regen und einem Plus von 170 %   
    erzielten wir auch in dieser Statistik einen neuen Bestwert. Der bislang regenreichste Feber war der aus 2000   
    (169 l/m²). Es regnete an 11 Tagen und somit an 5 Tagen öfter als durchschnittlich. Den meisten Regen in     
    diesem Februar und zugleich den zweitmeisten in unserer Messreihe schüttete es am 3. Februar mit 81 l/m².   
         
    Die finale Niederschlagsbilanz zeigte schlussendlich mit 286 l/m² und einem Plus von 103 % den nassesten   
    Februar seit vier Jahren. Der niederschlagreichste Tag war hierbei der schon erwähnte 3. Februar, bei dem sich   
    82 l/m² aus viel Regen und ein bisschen Schnee akkumulierten.      
         
    Der Februar war in der Rückschau also nicht nur ein sehr windiger Monat, sondern es gipfelte der bisherige   
    Nicht-Winter in einem neuen Wärmerekord, der Hintersee den durchschnittlichen Februar von Wien und die dritte   
    Rekordverbesserung seit 2014 bescherte inklusive einer wiederholten Schneearmut, welche seit dem gleichen   
    Jahr 6 von 7 Mal zu wenig Schnee im Feber fallen ließ.      
         
    Quellen: www.zamg.ac.at, www.wetterblog.at, www.dwd.de      
         
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    Fr, 28.02.20 "Bianca", ein Blizzard im Kleinformat  
     
         
    Die atlantische Westdrift, die ihre Frontalzone schon seit Längerem nach Mitteleuropa lenkt, hatte sich zu Beginn   
    dieser Woche entschlossen, doch noch ein letztes Sturmtief für diesen Monat hervor zu bringen und das     
    vielleicht eher nur deswegen, weil der Februar trotz Bonustag einfach bald vorbei ist.      
         
         
    Bianca auf ähnlicher Bahn      
         
    Wie das Vorgängertief „Yulia“ entwickelte sich auch das kleinräumige Tief „Bianca“ entlang der Frontalzone in   
    einem Trog bei den Britischen Inseln am Mittwoch und verlagerte sich dann recht rasch nach Südosten über den   
    Ärmelkanal, sodass die Benelux-Staaten am Donnerstag als Erstes in den Genuss des sich zum Sturmtief   
    aufschwingenden Druckgebildes kamen. Zügig ging die Wanderung über Westdeutschland weiter in die     
    Südhälfte des gleichen Landes, wo es über Baden, Franken und Bayern am Donnerstagabend in den Norden   
    Österreichs gelangte, um sogleich im den frühen Stunden des Freitags bis zur Ukraine voran zu kommen und so   
    seinen Einfluss auf den Alpenraum schon wieder aufzugeben.       
         
         
    Erst Sturm, dann Schneesturm      
         
    Das kleinräumige Starkwindfeld von „Bianca“ erreichte am Donnerstagabend aus dem süddeutschen Raum   
    kommend gegen 22 Uhr mit ersten stürmischen Windböen Salzburg und damit auch das Gemeindegebiet von   
    Hintersee. Die Temperatur stieg zu später Stunde nochmals auf 4,8°C an, um in Richtung Mitternacht durch   
    vorübergehend nachlassenden Wind und der nahenden Kaltfront geschuldet wieder zurück zu gehen. Nach   
    Mitternacht waren mit Frontdurchgang wieder kräftige Böen am Werk. Zudem begann es ordentlich zu schneien,   
    was bis in die frühen Morgenstunden in Verbindung mit den weiterhin lebhaft bis stark durchgreifenden     
    Windböen und sehr eingeschränkter Sicht zu den einem kleinen Blizzard gleichenden Verhältnissen führte.   
    Binnen weniger Stunden schneite es an unserer Station immerhin 18 cm Neuschnee, die zusätzlich kräftig   
    verweht wurden. Aber schon im Laufe des Vormittags setzte Beruhigung ein und die Wolken lockerten auf. So   
    ging auch dieses Windereignis glimpflich an Hintersee vorbei und brachte hingegen für kurze Zeit richtiges   
    Winterwetter herbei.      
         
         
    In Salzburg stürmisch, aber nicht tragisch      
         
    Der Sturm, der vom Bregenzer Wald entlang der Alpennordseite bis in den Flachgau und das angrenzende   
    Oberösterreich hinein seinen Höhepunkt erfuhr, sorgte demnach primär in den beiden nördlichen Gauen     
    Salzburgs für rund 100 Feuerwehreinsätze, die die 600 Einsatzkräfte zumeist umgestürzte Bäume beseitigen   
    ließen. Hauptbetroffen waren Berndorf, Bürmoos, Eugendorf, Göming, Hallwang, Koppl, die Stadt Salzburg,   
    Seekirchen und St. Georgen, wo Bäume auf die Oberleitung der Lokalbahn fielen, die daraufhin einige Stunden   
    außer Betrieb war. Am Wildkogel bei Bramberg verirrten sich am Donnerstagabend zwei Schneeschuhwanderer   
    und mussten von der Bergrettung ins Tal geleitet werden.      
         
    Die höchsten Windgeschwindigkeiten im Bundesland wurden am Kolomannsberg mit 113 km/h und am     
    Flughafen mit 104 km/h verzeichnet. Oberhalb von etwa 600 m herrschten für ein paar Stunden mit dem bereits   
    angesprochenen Schneesturm heuer ungewohnt winterliche Verhältnisse. Innergebirg blieb es generell relativ   
    ruhig.      
         
    Aufgrund des angekündigten Ereignisses wurde das für Donnerstagabend angesetzte Fußballspiel in der Europa   
    League zwischen Salzburg und Frankfurt aus Sicherheitsgründen auf den nächsten Tag verschoben.    
         
         
    Sturm geht im Osten ein      
         
    Die größten Windspitzen in Österreich gab es in Tannheim (Tirol) mit 116 km/h und Sulzberg (Vorarlberg) mit   
    115 km/h sowie in Vöcklabruck (Oberösterreich) mit 112 km/h. Auf den Bergen war dies am Feuerkogel     
    (Oberösterreich) mit 163 km/h und am Patscherkofel (Tirol) mit 149 km/h der Fall. Weiter ostwärts verlor der   
    Sturm schnell an Fahrt und für den Osten des Landes blieb nur ein besseres Lüfterl noch übrig.      
         
    Die Ausrückungen der Feuerwehren aufgrund von Sturmschäden konzentrierten sich daher auf Oberösterreich,   
    wo auch bis zu 1.200 Haushalte ohne Strom waren. Im Mühlviertel sorgte der Schneesturm in der Nacht     
    ebenfalls für einen Blizzard in der Kleinausgabe.      
         
    Quelle: www.orf.at,       
         
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    Mo, 24.02.20 "Yulia" wärmt den Winter weg  
     
         
    Die Serie an Sturmtiefs, die unsere Region tangierten, setzte sich am Sonntag und Montag fort. Jedoch war   
    diesmal nicht der Wind das große Thema, vielmehr kam es mit Annäherung des kleinräumigen Tiefs „Yulia“ am   
    gestrigen Abend zu ungewöhnlich hohen Temperaturen, die einen Tagesausklang mitten im Winter beinahe   
    frühsommerlich lau machten und die bisherigen Rekordwerte in Hintersee ganz schön durcheinander brachten.  
         
         
    Kleiner Giftzwerg      
         
    Entlang der von Nordwest- nach Mitteleuropa verlaufenden Frontalzone bildete sich am Wochenende ein kleines   
    Randtief bei den Britischen Inseln, das bis zur Nacht auf Montag über die Benelux weiter nach Mitteldeutschland   
    zog.       
         
    Dem sich auf verhältnismäßig begrenzten Raum sich entwickelnden und verstärkenden Tief namens „Yulia“   
    voran gestellt war ein Warmsektor, der am Sonntag allmählich den Alpenraum erfasste. Mit der Winddrehung auf   
    West wurde für die Jahreszeit ungewöhnlich warme atlantische Luft heran geweht, welche die Temperaturen am   
    Abend enorm ansteigen ließ.      
         
    Mit der weiteren Verlagerung des Tiefs nach Polen drückte es auf der Rückseite schließlich die Kaltfront in den   
    Alpenraum und der Wind erreichte seinen Höhepunkt.       
         
         
    Fast Februarrekord und höchste Minima      
         
    Mit dem Warmsektor am gestrigen Sonntag und dem Sonnenschein verlief der Tag bereits für die Jahreszeit   
    außergewöhnlich mild und wir erreichten um 14 Uhr den vermeintlichen Höchstwert von 13,4°C. Dies wäre allein   
    schon der zweitwärmste Tag eines Februars in unserer Messreihe geworden, doch am Abend setzten die   
    Temperaturen mit dem aufkommenden Westwind nochmals zu einem Höhenflug an und ab etwa 20 Uhr ging es   
    spürbar nach oben, sodass es sich fast schon frühsommerlich anfühlte. Um 22:23 Uhr schließlich zeigte das   
    Thermometer 14,4°C, was den späten Tageshöchstwert bedeutete.  So blieben wir am Ende nur mehr ein Grad   
    unter dem Februarrekord von 15,4°C von vor genau drei Jahren.      
         
    Da die Kaltfront erst gegen halb ein Uhr eintraf verharrten die Temperaturen noch eine Weile auf diesem hohen   
    Niveau und mit 13,2°C kurz vor Eintreffen der Front gesellte sich der Montag als mit dem 2. Februar geteilt   
    drittwärmster Februartag mit auf das Stockerl. Beide Beinahe Rekorde bewirkten, dass der Samstag mit seinem   
    11,5°C aus den Top Ten rutschte.      
         
    Der 23. Februar schaffte es dafür mit einem Minimum von 3,8°C den mildesten Tiefstwert eines Februartages   
    unserer Messhistorie zu produzieren. Zuvor war dies bereits dem 17. Februar mit 3,4°C gelungen und auf dem   
    dritten Platz folgt der 2. Februar mit 3,1°C. Unter den ersten 10 der höchsten Februarminima sind nun 6 Tage   
    aus dem Februar 2020!      
         
         
    Rundum Tauwetter      
         
    Bei solchen Werten wunderte es nicht mehr, dass vor allem am Sonntag und Montag in allen Höhen im     
    Gemeindegebiet starkes Tauwetter eintrat, das die Wasserstände der Gräben und Bäche ansteigen ließ.     
    Ergänzend brachte die Kaltfront anfangs neben lebhaften bis starken Wind auch kräftige Regenschauer bis weit   
    hinauf, erst am Vormittag sank die Schneefallgrenze kurzzeitig bis ins Tal und es gab einen Ehrenzentimeter   
    (Niederschlagssumme 23,5 l/m²).      
         
    Der längst angeschlagenen Schneedecke tat diese Witterung recht weh und am Montag war im Tal vom See bis   
    in den Ort praktisch alles aper. Weiter Tal einwärts ist die Schneedecke ebenfalls am Rückzug, an unserer   
    Messstelle ist die Null eingezogen, die flächige Betrachtung erlaubt aber noch das Notieren einer geschlossenen   
    Schneedecke. Der Eindruck gleicht trotzdem viel mehr dem Mitte oder Ende April als zur selben Zeit im Februar.  
         
         
    Teils Biergarten-Feeling      
         
    Die Temperaturen in Salzburg brachten zwar keinen neuen Bundeslandrekord, aber dennoch sind Werte von   
    knapp 20 Grad plus im Winter nicht (oder noch nicht) alltäglich. So konnte man in Golling bei 19,6°C, in     
    Salzburg/Freisaal bei 19,4°C und am Flughafen bei 19,2°C schon von Gastgartenambiente sprechen.    
         
    Eigentlich noch erstaunlicher waren hingegen die Werte in den höheren Orten. Krimml (1.009 m) erzielte satte   
    16,8°C, St. Michael (1.050 m) 16,1°C und Tamsweg (1.022 m) 15,8°C.      
         
    Am wärmsten in ganz Österreich war es in Innsbruck mit 20,7°C.      
         
         
    Höchstwerte in Salzburg am Sonntag      
         
    Abtenau   16,0°C   Rudolfshütte 6,5°C      
    Bischofshofen 9,4°C   Salzburg/Fl. 19,2°C      
    Golling   19,6°C   Salzburg/Fr. 19,4°C      
    Kolomannsberg 11,8°C   Schmittenhöhe 7,9°C      
    Krimml   16,8°C   Sonnblick   -0,5°C      
    Lofer   16,9°C   St. Johann   17,9°C      
    Loferer Alm 9,6°C   St. Michael 16,1°C      
    Maria Alm   14,7°C   St. Veit   17,8°C      
    Mariapfarr   14,1°C   Tamsweg   15,8°C      
    Mattsee   15,9°C   Zella m See 6,5°C      
    Rauris   16,0°C          
         
         
    Höchstwerte in Österreich am Sonntag      
         
    Innsbruck/Univ. 20,7°C      
    Innsbruck   20,5°C      
    Mattersburg 20,1°C      
    Pottschach 20,0°C      
    Eisenstadt 19,8°C      
    Wiener Neustadt 19,7°C      
    Golling   19,6°C      
    Reichenau/Rax 19,4°C      
    Neusiedl am See 19,3°C      
         
         
    Orkan im Osten und auf Bergen      
         
    Salzburg war vom Windfeld von „Yulia“ nicht wirklich betroffen und die Windspitzen erreichten kaum Sturmstärke   
    im Tal. Auf den Bergen waren die Schmittenhöhe mit 104 km/h und der Kolomannsberg mit 103 km/h die Führer.   
         
    Anders sah es im Nordosten und Osten Österreichs aus. Seibersdorf (Niederösterreich) mit 122 km/h und Podersdorf (Burgenland) mit 121 km/h verzeichneten Orkanböen. In diesen Bundesländern gab es auch Schäden und es kam zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen.  
         
    Noch ungemütlicher war es auf exponierten Berggipfeln. Hier wurden auch die mit Abstand höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen, die aufgrund der stabilen Schichtung der Luftmassen im Warmsektor nicht   
    bis zum Boden herunter gemischt wurden. So gab es am Buchberg (Niederösterreich) 151 km/h, am Feuerkogel   
    (Oberösterreich) schon 172 km/h und am Schneeberg (NÖ,) 250 km/h. Der Messwert vom Schneeberg     
    entstammte allerdings keiner offiziellen Station.      
         
    Quellen: wetter.orf.at, www.austrowetter.at, www.uwz.at      
         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Tagestemperaturen    
     
     
         
    Di, 11.02.20 "Sabines" doppelter Orkanstreifer  
     
         
    Nichts Gutes erwarten ließen die Prognosen mit dem Herannahen von Orkan „Sabine“. Während sich für den   
    Süden Deutschlands, den Norden Österreichs und Tschechien die Befürchtungen bestätigten, kam Salzburg und   
    damit auch Hintersee mit einem blauen Auge davon und hier war „Sabine“ ein normaler Wintersturm, der öfter   
    einmal durch das Land zieht. Der aktuelle Orkan stellte sich zwar nicht in die „Tradition“ deutlich gefährlicherer   
    Orkane in den letzten Jahrzehnten, war aber dennoch für weite Teile Mittel- und Nordeuropas ein hervor zu   
    hebendes Wetterereignis.      
         
         
    Es war einmal ein Schneesturm      
         
    Das queren von einst amerikanischen Tiefsystemen ist einem größeren Publikum wohl eher nur bei Hurrikans   
    bekannt, die im Herbst nach ihrer Reise über den Atlantik sich als außertropisches Tiefdruckgebiet in den     
    europäischen, gemäßigten Breiten bemerkbar machen. Dies geht aber auch im Winter und das werdende   
    Orkantief „Sabine“ zeigte es vor.      
         
    Am Donnerstag, den 6. Februar, war das Tief noch als normaler Schneesturm nahe der Labradorhalbinsel im   
    Nordosten Kanadas aktiv. Auf den offenen Nordatlantik hinaus wandernd schwächte sich das Tief bei seinem   
    Weg über das Meer langsam ab und war am Samstag als unspektakuläres Tief im Begriff den äußersten     
    Nordwesten Europas zu erreichen.       
         
    Dort traf das nun auf den Namen „Sabine“ getaufte Tief auf das südwestlich von Island wirbelnde Orkantief   
    „Ruth“, das mit einem Kerndruck von rund 935 hPa am Höhepunkt seines Lebens war und relativ ortsfest die   
    Fische bei Island umrührte.      
         
         
    „Sabine“ wird zum Orkan      
         
    Tief „Sabine“ konnte bei der Begegnung mit „Ruth“ kräftig Schwung holen und verstärkte sich bis zum Sonntag   
    massiv und kam am 9. Februar als ausgewachsenes Orkantief mit einem Kerndruck von rund 950 hPa in     
    Richtung Schottland voran, wo es nun am Zenit seiner Entwicklung anklopfte.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage an  Montagmitternacht      
         
         
    Kaltfront und Starkwindfeld werkten da bereits über den Britischen Inseln und marschierten sich aufplusternd in   
    Richtung Festland weiter, wo sie in Frankreich, den Niederlanden und dem Nordwesten Deutschlands an Land   
    gingen. Bis Sonntagabend hatte die Kaltfront den Nordwestteil Deutschlands gequert und nutzte die folgende   
    Nacht um sich bis in die Südhälfte voran zu arbeiten. Die Front verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits über eine   
    Ausdehnung von den Schweizer Westalpen bis nach Südschweden und hatte die Hälfte Frankreichs, die     
    Benelux, Dänemark und Deutschland auf seiner Abschussliste.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Temperaturen in rund 1.500 m Höhe an Montagvormittag      
         
         
    Das Eintreffen in Österreich      
         
    In dem der Kaltfront vorgelagerten schmalen Warmsektor drehte der Wind sonntagabends auf Südwest und für   
    die Nacht setzte eine kurze Föhnphase ein, die bis zum Eintreffen der Kaltfront am Vormittag anhielt. Am späten   
    Vormittag war es dann soweit und die Front erreichte mit schweren Sturmböen bzw. Orkanböen den absoluten   
    Westen und Nordwesten Österreichs als Erstes.       
         
    In Vorarlberg und insbesondere vom Inn-, über das Mühl- bis ins Waldviertel griff der Wind am heftigsten durch.   
    In diesen Gebieten sowie am angrenzenden Alpenvorland von Baden-Württemberg, Bayern und Tschechien   
    entfachte „Sabine“ Dank des den Wind durch Ablenkung an den Alpen beschleunigenden Leitplankeneffekts sein   
    größtes Schadenspotential, indem in diesen Regionen vermehrt orkanartige oder Orkanböen auftraten.    
         
    Weiter im Osten Österreichs verlor der Orkan schnell an Kraft und zum Beispiel für Wien wurde es zwar ein recht   
    windiger Tag, aber sonst ein wenig bedeutendes Ereignis. Abseits der Nordföhnregionen war dies auch im   
    Süden des Landes der Fall.       
         
         
    Salzburg erst bei 2. Welle im Blickpunkt      
         
    Die Kaltfront von „Sabine“ gelangte schließlich am Montag gegen 10 Uhr vormittags in den Norden Salzburgs   
    und schob sich bis Mittag mit kräftigen Regen- und Graupelschauern sowie starken bis stürmischen Windböen   
    bis in die Gebirgsgaue voran, wo die Front aber schon deutlich abgeschwächt daher kam.      
         
    Nach etwas Wetterberuhigung, die am Montagnachmittag langsam einsetzte, schwenkte in der zweiten Nacht-  
    hälfte zum Dienstag ein zu „Sabine“ gehörender Kurzwellentrog durch, der die Luftmasse durch Herbeiführen   
    von in der Höhe kühlerer Luft labilisierte und so für ein aufleben der Schauer und des Windes sorgte, da     
    aufgrund des zu dieser zeit über Mitteleuropa in hohen Luftschichten verlaufenden Jetstreams und das in     
    schauern erfolgende Heruntermischen der dort vorhandenen hohen Windgeschwindigkeiten zum Thema wurde.   
    So gingen nicht nur die Schauer bis etwa 600 m in Schnee über, sondern es wurden in der Nacht bis in den   
    Dienstagfrüh hinein in Salzburg die höheren Windspitzen registriert als beim eigentlichen Frontdurchgang am   
    Montag.      
         
    Der Dienstag verlief dann mit weiteren Schauern wechselhaft und der Wind frischte noch stark bis stürmisch auf.   
    Der Höhepunkt der Sturmlage war aber damit auch in Salzburg überstanden.      
         
    Die Windgeschwindigkeiten waren wie erwähnt am Montag etwas entgegen den Erwartungen in Salzburg nichts   
    Außergewöhnliches und überhaupt nur Maria Alm mit 81 km/h und Mattsee mit 79 km/h bekamen als Talstat-  
    ionen Sturmböen ab. Auf den Berggipfeln gab es hingegen dennoch Orkanböen, die auf der Loferer Alm mit 147   
    km/h und dem Gaisberg (133 km/h) am heftigsten auftraten. Die Schmittenhöhe (120 km/h), der Sonnblick (119   
    km/h) und die Rudolfshütte (116 km/h) erzielten ebenso noch Böen in Orkanstärke.      
         
    Am Dienstag hatten zwar auch die Bergstationen die Nase vorn und der Sonnblick (142 km/h), die Schmittenhöhe (141 km/h) und der Kolomannsberg (120 km/h) lagen hier deutlich in Front, aber diesmal griff der   
    Wind auch in den Tallagen des Flach- und Tennengaus besser durch und der Salzburger Flughafen sowie     
    Mattsee erreichten Windspitzen bis 108 km/h. In Abtenau (91 km/h) und Salzburg/Freisaal (79km/h) gab es   
    weitere Messungen mit Sturmstärke.      
         
         
    Höchste Windgeschwindigkeiten in Salzburg      
         
    Abtenau   91 km/h 11.2.   Rudolfshütte 116 km/h 10.2.    
    Bischofshofen 41 km/h 11.2.   Salzburg/F. 108 km/h 11.2.    
    Gaisberg   133 km/h 10.2.   Salzburg/Fr. 79 km/h 11.2.    
    Kolomannsberg 120 km/h 11.2.   Schmittenhöhe 141 km/h 11.2.    
    Krimml   63 km/h 10.2.   Sonnblick   142 km/h 11.2.    
    Lofer   64 km/h 10.2.   St. Johann   89 km/h 11.2.    
    Loferer Alm 147 km/h 10.2.   St. Michael 69 km/h 10.2.    
    Maria Alm   81 km/h 10.2.   St. Veit   48 km/h 10.2.    
    Mariapfarr   53 km/h 11.2.   Tamsweg   41 km/h 11.1.    
    Mattsee   108 km/h 11.2.   Zell am See 55 km/h 11.2.    
    Rauris   55 km/h 10.2.          
         
         
    126 km/h österreichische Spitze        
         
    Die schnellsten Orkanböen im Tal traten im Mühlviertel in Oberösterreich auf. In Rohrbach wurde mit 126 km/h   
    am Montag die größte Windgeschwindigkeit des Ereignisses in Österreich gemessen. Dahinter folgten Sulzberg   
    (Vorarlberg) mit 114 km/h am Montag, Tannheim (Tirol) mit 112 km/h am Montag und Wolfsegg (Oberösterreich)   
    mit ebenfalls 112 km/h, aber am Dienstag.       
         
    Unter den Bergstationen war der Feuerkogel (Oberösterreich) mit 149 km/h am Montag am erfolgreichsten.  
         
         
    Höchste Windgeschwindigkeiten in Österreich      
         
    10. Februar   11. Februar      
    Rohrbach   126 km/h   Kolomansberg 120 km/h      
    Sulzberg   114 km/h   Wolfsegg   112 km/h      
    Tannheim   112 km/h   Salzburg-Flughafen 108 km/h      
    Waizenkirchen 107 km/h   Mattsee   108 km/h      
    Linz-Hörsching 105 km/h   Rohrspitz   108 km/h      
    Gallspach   105 km/h   Tannheim   107 km/h      
    Kollerschlag 105 km/h   Ramsau/Dachstein 105 km/h      
    Wolfsegg   104 km/h   Ostermiething 103 km/h      
    Retz   104 km/h   Kremsmünster 102 km/h      
         
         
    Ungewöhnlich warm      
         
    Im Vorfeld der Sturmfront wurde es am Montag im Warmsektor kurzzeitig für die Jahreszeit sehr mild. In     
    Hintersee erreichten wir föhnige 7,4°C. Merklich höher waren die Messwerte in Mattsee mit 13,8°C sowie in der   
    Stadt Salzburg und Rauris mit je 11,5°C. Aber sogar am Kolomannsberg in 1.114 m Höhe zeigte das Thermo-  
    meter satte 11,8 Grad plus.      
         
    Frühlingshaft ging es im Osten Österreichs zu und in Seibersdorf (Niederösterreich) wurden sogar 18,1°C     
    gemessen.      
         
         
    Höchste Temperaturen in Österreich      
         
    Seibersdorf 18,1°C      
    Andau   17,9°C      
    Gumpoldskirchen 17,8°C      
    Eisenstadt 17,7°C      
    Mattersburg 17,6°C      
    Neusiedl am See 17,3°C      
    Wiener Neustadt 17,3°C      
    Güssing   17,3°C      
    Lutzmannsburg 17,3°C      
         
         
    Schnee schmilzt und Äste fliegen      
         
    Der erst föhnige, dann starke und später stürmische Wind knabberte in Hintersee an der ohnehin schon dünnen   
    Schneedecke. Dazu bildeten sich nach den kräftigen Regenschauern direkt beim Frontdurchgang kleinere   
    Lacken auf den Feldern. Mit 17 l/m² blieb es dennoch bei einem überschaubaren Niederschlag. Die Nacht zu   
    Dienstag brachte dann wie erwähnt kräftigere Böen aus Nordwest und neben Astwerk knickte es auch einzelne   
    Bäume um. Gröbere Schäden blieben aufgrund der Randlage unseres Ortes zum Geschehen aber     
    glücklicherweise aus.      
         
         
    Auswirkungen in Salzburg begrenzt      
         
    Während am Montag nur einige Flugverbindungen von und nach Salzburg aufgrund des Orkans in den anderen   
    Ländern ausfielen, blieben die Folgen von „Sabine“ auch am Dienstag im Rahmen. Vor allem im nördlichen   
    Flachgau, der Stadt Salzburg, vereinzelt im Tennengau und in Saalfelden rückten rund 500 Feuerwehrleute zu   
    70 Einsätzen aus, um hauptsächlich umgestürzte Bäume zu entfernen, Baustellenzäune und Mülltonnen     
    einzusammeln und kleinere Schäden an Gebäuden zu beseitigen. In Salzburg/Parsch deckte der Wind das Dach   
    eines Wohnblocks ab und ein Baum fiel auf ein geparktes Auto. In Krispl kamen zwei Fahrzeuge von der Straße   
    ab und mussten geborgen werden. Die Lokalbahn zwischen Oberndorf und Lamprechtshausen war nach einem   
    Oberleitungsschaden unterbrochen, in der Nacht hatten 550 Haushalte in den nördlichen landesteilen     
    vorübergehend keinen Strom.      
         
         
    Schäden in Bundesländern und International      
         
    Das Hauptangriffsziel des Orkans war nicht Salzburg, nördlich von uns tobte der Orkan schadensträchtiger. So   
    waren vor allem das Inn-, Mühl- und Waldviertel, aber auch andere Landesteile von Ober- und Niederösterreich   
    sowie Teile der Steiermark (Bez. Deutschlandsberg) und der Norden Vorarlbergs betroffen. Alleine in     
    Oberösterreich waren bis zu 40.000 Haushalte ohne Strom und 5.500 Feuerwehrleute mussten zu 1.300     
    Einsätzen ausrücken. Darunter wurden acht Personen aus von umstürzenden Bäumen eingeschlossenen Autos   
    befreit. Im Mühl- und Waldviertel wurden Bahnstrecken blockiert.       
         
    Zu Sturmschäden kam es auch in Großbritannien, Nord- und Ostfrankreich, Belgien, dem Nordwesten und     
    Süden Deutschlands, der Schweiz, Tschechien und Polen. In Polen wurden zwei Frauen von herab fallenden   
    Dachziegeln erschlagen. Zwei weitere Personen wurden in einem Skigebiet verletzt. In Frankfurt stürzte der   
    Ausleger eines Krans auf den Dom und beschädigte diesen.      
         
    Quellen: www.wetterzentrale.de, www.orf.at, www.austrowetter.at, www.paragleiter.com      
         
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    Di, 04.02.2020 Die regenfreudige Petra  
     
         
    Die atlantische Tiefdruckmaschine läuft auf Hochtouren und die Frontalzone vom Nordatlantik über Island und   
    die Britischen Inseln nach Skandinavien ist voll ausgeprägt. So war es eine Kombination aus zwei Tiefs, die seit   
    Sonntagabend nicht nur für die Jahreszeit ungewöhnlich mildes, sondern auch feuchtes Wetter in der flüssigen   
    Form brachte.      
         
         
    Ottilia und Petra am Werk      
         
    Während das Sturmtief „Ottilia“ am Sonntag bei Schottland seine Kreise drehte und seine Warmfront bis zum   
    späten Nachmittag die Alpennordseite erreichte, musste die kleine „Petra“ als eigenständiges Tief erst geboren   
    werden.      
         
    Im Laufe des Sonntags wickelte sich also eine Frontalwelle zu einem weiteren, verhältnismäßig kleinen,     
    Sturmtief namens „Petra“ bei der Bretagne ein, um bis Montag entlang einer ausgeformten Luftmassengrenze   
    nach Westdeutschland voran zu kommen.       
         
         
   
 
     
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
      Bild: Großwetterlage zu Montagmittag      
         
         
    Bis Montagabend querte „Petra“ südostwärts die Südhälfte Deutschlands, was die ursprünglich von der großen   
    Schwester „Ottilia“ stammende Kaltfront bremste und somit begann die Niederschläge in den Staulagen der   
    Alpen zu intensivieren und in die Länge zu ziehen.      
         
    Mit Einbruch der Nacht zu Dienstag kassierte schließlich „Petra“ die Kaltfront und zog unter weiterer Verstärkung   
    in Richtung tschechisches/österreichisches Grenzgebiet (Dienstagfrüh).       
         
    Mit dem Vorrücken des Sturmtiefs in den Ostalpenraum drückte es die Kaltfront schlussendlich zeitig am     
    Dienstagmorgen durch Salzburg und mit ihm kam ein regional beschränktes Starkwindfeld, das in den nördlichen   
    Gauen für Probleme sorgte. Jedoch war mit Frontdurchgang die Regenlage endgültig vorbei.      
         
         
    Regen und Tauwetter      
         
    Der Regen setzte in den Abendstundendes sonntags ein und bis zum Messtermin um 20 Uhr hatte es 17 l/m²   
    geregnet. Mit auflebendem Wind im Warmsektor stieg die Temperatur am Abend kurz nach neun Uhr dann noch   
    auf den Tageshöchstwert von +8,4°C. Dabei hatte bereits mäßiger, teils starker Dauerregen begonnen, der   
    praktisch bis in den Montagnachmittag hinein durchhielt und erst danach langsam abnahm.       
         
    Bereits Montagmorgen waren Gräben und Bäche angeschwollen, die Schneefallgrenze war ins Mittelgebirge   
    angestiegen,  sodass in vielen Höhenlagen Tauwetter herrschte und der Regen die Schneeschmelze befeuerte   
    und zu markanten Abflüssen führte.      
         
    Durch Einsickern kühlerer Luft wurde das Regenereignis Montagmittag von einem Absinken der Schneefall-  
    grenze bis ins Tal und einem Ehrenzentimeter unterbrochen, bevor sich der Schneefall nach kurzer Dauer wieder   
    über 1.000 m zurückzog.      
         
         
    Zweitmeister Regen eines Februartages      
         
    Die 81 l/m², die es am Montag regnete, waren an unserer Station       
    hinter den 83 l/m² vom 1.  Februar 2016 die zweithöchste Regenmenge an einem Tag im Februar. Weiter zurück   
    liegend wurde dieser Wert nur am 28. Februar 1987 mit 91 l/m² an der Hydrografischen Station Faistenau   
    übertroffen. Dahinter folgt der 21.02.2016 mit 61,5 l/m².      
         
         
    Teilweise aper      
         
    Während der starke bis stürmische Wind Dienstagfrüh außer bei ein paar abgerissenen Ästen keine Erwähnung   
    fand, ließ der Regen am Montag das heuer nur dünn verschneite Hintersee teilweise sogar ausapern. Weite   
    Teile des Ortsteils Oberasch waren grün geworden bzw. hatten nur noch Schneereste zu bieten.    
         
         
    Ähnliche Werte bei Regen und Wind      
         
    Der Hinterseer Messwert zeigte den Schwerpunkt der Regenmengen im Nordstau ganz gut. Allerdings blieben   
    die restlichen Mengen in Salzburg deutlich zurück. St. Wolfgang (85,5 l/m²) und Mondsee (77,2 l/m²) im     
    angrenzenden Oberösterreich konnten aber vergleichbare Werte aufbringen. Am nassesten war es mit 99,6 l/m²   
    aber in Mittelberg (Kleinwalsertal, Vorarlberg).      
         
    Beim Wind verzeichneten der Salzburger Flughafen mit 85 km/h und Mattsee mit 90 km/h Sturmstärke. Höhere   
    Geschwindigkeiten gab es auf den Bergen mit 116 km/h am Kolomannsberg bei Thalgau.      
         
         
    Mönchsbergmürchen und einige Sturmschäden      
         
    Der Regen verursachte in der Stadt Salzburg am Montag einen kleinen Erdrutsch, der von Mönchsberg beim   
    Klausentor auf ein geparktes Auto abging.       
         
    Es war einer von 30 Einsätzen, zu den 386 Feuerwehrleute in Salzburg ausrückten, um hauptsächlich am     
    Dienstagmorgen die handelsüblichen Vorkommnisse bei Sturm zu beseitigen. In Zell am See verlagerte der Wind   
    das Dach eines Bootshauses auf die Westbahnstrecke, die daraufhin 2 Stunden gesperrt werden musste. In   
    Wals stürzte ein Baum auf ein Auto. Von Stromausfällen waren bis zu 1.500 Haushalte in den Gemeinden Lofer,   
    Hallwang, Hof, Faistenau, St. Gilgen, Puch und im Wiestal betroffen. Der Schwerpunkt der Einsätze konzentrier-  
    te sich dabei auf den Flach- und Tennengau.      
         
    Quellen: www.wetterzentrale.de, www.orf.at      
         
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    Di, 04.02.2020 Mit dem Regenmesser zur Klimaforschung  
     
         
    In der Lokalbeilage der Salzburger Nachrichten erschien heute ein Artikel über die Wetterstation Hintersee, den   
    dahinter stehenden Wetterfrosch und die damit verbundene Arbeit in der Hinterseer Kleinklimaforschung.    
         
    Ausgehen von dem vor drei Wochen veröffentlichten Jahresbericht zum Wetterjahr 2019 und dem aktuellen   
    Monatsrückblick für Jänner durfte ich beim Interview über die Wetterkapriolen der jüngsten Vergangenheit in   
    unserer Gemeinde berichten.      
         
    Ich danke Thomas Auinger für das nette Gespräch und den gelungenen Artikel, den es zum Nachlesen unter   
    dem folgenden Link zu finden gibt.       
         
    Beigefügt auch das Interview in Radio Salzburg vom November.      
         
    Links: >> Artikel: 04.02.20 SN: Mit dem Regenmesser zur Klimaforschung    
    >> Interview: 13.11.19 ORF Radio Salzburg    
    >> Das Wetterjahr 2019 - Zugeschneit, eingeheizt und weggewaschen    
         
     
         
    Sa, 01.0.22020 Rückblick Jänner: Sehr mild und schneearm  
     
         
    + 126,5 l/m² Niederschlag      
    + 66,5 cm Neuschnee      
    + 0,0°C mittlere Temperatur      
    + 0 Eistage      
         
    Ein neues Jahr, ein neues Jahrzehnt und vielleicht auch eine neue Form des Hochwinters gab es im ersten   
    Monat des Jahres. Der Jänner 2020 präsentierte sich als das totale Kontrastprogramm zum Jänner des     
    Vorjahres. Kaum Schnee, viel Sonne und fast durchgehend zu mild waren seine Merkmale.      
         
    Der Jänner fing mit dem weichenden Hochdruck aus dem Vormonat sanft an. Die darauf folgende sachte     
    Wechselhaftigkeit, bei der Tiefs über Skandinavien und von Island abgeschwächte Fronten in den Alpenraum   
    brachten, zeigte schon gut an, worin es in diesem Jänner gehen sollte. Denn auch bereits die unbeständige   
    Phase wurde von Zwischenhochs aus Westen und im Südosten durchzogen. Zum ersten Dekadenwechsel ließ   
    eine breite Hochdruckbrücke, die von der Iberischen Halbinsel bis ins Baltikum reichte, die Fronten des     
    steuernden Islandtiefs nach Norden ungerührt abprallen. Nur milde Luft aus südwestlicher Richtung wurde     
    angenommen. Vor dem Schwenk ins dritte Monatsdrittel schaffte es ein Skandinavientief wieder mit seiner Front   
    bis zu uns vorzudringen und für einmal kam auch ein Schwall der Jahreszeit angepasster Luft daher. Doch diese   
    versank sogleich wieder unter dem vom Nordostatlantik herein rückenden Hochdruck, der mit seinem Kollegen   
    über dem Balkan die nächste sonnige Periode über weiten Teilen des Kontinents einleitete. Zumindest konnte   
    sich die eingeflossene frische Luft einige Tage halten bevor es wieder milder wurde. Dafür sorgte der lange   
    südliche Atem eines Sturmtiefs im westlichen Mittelmeer, das Spanien teils große Niederschläge brachte. Nach   
    dem letzten Wochenende im Jänner meldete sich der Atlantik wieder zurück ins Geschehen. Zahlreiche Tiefs,   
    die ausgehend von Island ostwärts zogen, hatten den Hochdruck zurück gedrängt und eine markante Kaltfront   
    sorgte im Norden Salzburgs verbreitet für Wintergewitter. Später folgte noch etwas Neuschnee und die     
    neuerliche Milderung mit ein wenig Regen.      
         
    Die Niederschläge am Ende konnten den mit -56 % trockensten Jänner seit 2002 in Österreich auch nicht mehr   
    verhindern. Vor allem im Süden gab es teilweise sogar Totalausfälle wie zum Beispiel in Lienz, wo es nach dem   
    Niederschlagsrekord für November diesmal gar keinen Niederschlag gab. Das Minus verteilte sich über das   
    gesamte Bundesgebiet, einzig regional in Niederösterreich wurden annähernd ausgeglichene Werte erreicht. Der   
    nasseste Ort im Jänner war die Rudolfshütte mit 113 l/m².  Dem gegenüber stand der mit einem Plus von 45   
    Prozent sonnigste Jänner der österreichischen Messreihe seit 1925 und damit die Ablösung des bisherigen   
    Spitzenreiters aus 2006 (+35 %). Während das Flachland im Norden und Osten aufgrund des Hochnebels nicht   
    ganz soviel Sonne ab bekam, trumpfte hier neben dem Rheintal der Süden auf, wo die Villacher Alpe (Kärnten)   
    mit 189 Stunden der sonnenreichste Ort in Österreich wurde. Durch die zahlreichen Hochdruck- und die damit   
    verbundenen Inversionslagen resultierte eine völlig verdrehte Temperaturbilanz. Während das Flachland und die   
    inneralpinen Täler ihre privaten Kaltluftseen bewahrten und so die Bundesmittel drückten, ging das Temperatur-  
    niveau mit steigender Seehöhe nach oben und die Bergregionen steuerten einen satten Wärmeüberschuss bei.   
    Mit einer Abweichung von +3,6°C war es auf den Bergen der zweitwärmste Jänner hinter 1989 (+4,0°C) und   
    gleich mit 1998. Beispielsweise war der Feuerkogel (Oberösterreich, 1.618 m) mit einer mittleren Temperatur von   
    +0,2°C und einer Abweichung von +4,4°C der relativ gesehen wärmste Ort in Österreich. In Salzburg war der   
    Kolomannsberg (1.114 m) mit gemittelt +2,2°C sogar der absolut wärmste Platz. Die Temperaturumkehr sichtbar   
    machte dazu Radstadt mit -4,6°C. Für Österreich ergab sich schließlich ein Mittel, das mit einer Abweichung von   
    +1,8°C den heurigen Jänner immer noch unter die ersten 30 brachte.      
         
    Da Hintersee nur bedingt eine Muldenlage ist und mehr den milden atlantischen Luftmassen offen steht, gehörte   
    unsere Gemeinde im Jänner zu den gröberen Abweichlern bei den Temperaturen und mit einem Mittel von   
    genau 0,0°C und einem Plus zum Schnitt von 2,6°C war es bei uns der drittwärmste Jänner unserer Messreihe   
    hinter 2018 (+1,3°C) sowie 2014 (+0,8°C) und gleichzeitig der dritte Jänner, der keine negative Mitteltemperatur   
    zusammen brachte. Die herrschende Milde war über den gesamten Monat präsent, sodass sich in allen     
    Monatsdritteln die gleichen Wärmeüberschüsse ergaben. Das Maximum erreichten wir am 31. Jänner mit     
    +5,9°C, den Tiefstwert zeigte das Thermometer am 23. Jänner mit -7,7°C. Es gab erst zum zweiten Mal nach   
    2018 in einem Jänner keinen Eistag (durchschnittlich 13) und nur 23 Frosttage.      
         
    Der viele Hochdruck sorgte neben der dauerhaften milde auch in Hintersee für ein deutliches Minus beim     
    Niederschlag, der mit einer Summe von 126,5 l/m² und einem Rückgang von 56 Prozent den trockensten Jänner   
    seit 2010 (97,5 l/m²) fabrizierte. und nur ein Viertel des Vorjahreswertes brachte. Am meisten Regen und Schnee   
    fiel mit 31 l/m² am 5. Jänner. Dagegen blieb es vom 29. Dezember bis 2. Jänner 5 Tage lang, vom 12. bis zum   
    17. Jänner 6 Tage und vom 21. bis zum 27. Jänner ganze 7 Tage am Stück ohne Niederschlag.    
         
    Dafür wurde die Gewittersaison bereits früh eröffnet und beim Kaltfrontdurchgang am 28. Jänner kam es mittags   
    mit kurzem starkem Schneefall und lebhaften Wind zu einem Wintergewitter.      
         
    Mager sah es beim Neuschnee aus. Nach den immensen Schneefällen im Jänner 2019 wirkte der heurige   
    Jänner beschämend unwinterlich. Mit einer Schneesumme von 66,5 cm bei einem Minus von 47 % war es der   
    schneeärmste Jänner seit 2009 (39,5 cm), dessen Monatssumme sogar von der größten Tagesmenge im Jänner   
    2019 (68 cm am 5. Jänner 2019) überboten wurde. Heuer hingegen waren 16,5 cm am 29. Jänner der größte   
    Schneefall an einem Tag. Es gab 9 Schneefalltage (-3 Tage).      
         
    Mit Ach und Krach hielt sich an der Wetterstation den ganzen Monat über eine geschlossene Schneedecke, die   
    mit 35 cm am 29. Jänner ihren Höchststand erzielte.      
         
    An 8 Tagen (+1 Tag) regnete es, aber dies mit einer Summe von 44 l/m² und -48 % zum langjährigen Schnitt   
    ebenfalls zu wenig, sodass es wie beim Neuschnee nur einen Platz im untersten Mittelfeld für den Jänner 2020   
    gab. Der meiste Regen fiel dabei am 4. Jänner mit 25 l/m².      
         
    Die Differenzen im selben Monat innerhalb eines Jahres hätten also wie im Vergleich von 2019 auf 2020 fast   
    nicht größer sein können und klangen im Text bereits an.       
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Monatsvergleich Neuschnee >> Klimatage  
    >> Monatsrangliste Niederschlag >> Tagestemperaturen >> Winterstatistik  
    >> Mantsvergleich Regen >> Monatsvergleich Temperatur >> Gewitterstatistik  
     
     
         
    So, 12.01.20 Wetterjahr 2019 – Zugeschneit, eingeheizt und weggewaschen  
     
         
    Das Wetterjahr 2019 war in Hintersee durch mehrere Einzelereignisse geprägt, die sich in bleibende Erinnerung   
    zu verwandeln mochten. Allen voran stand im Jänner gleich zu Beginn des noch jungen Jahres die Schneekatas-  
    trophe, die unsere Gemeinde in weißen Massen untergehen ließ. Dem folgten aber bald wieder von Hochs   
    dominierte Wetterlagen, die mit sanften Unterbrüchen über den Februar hinaus bis Ende April andauerten. Im   
    Mai schlossen sich die in den letzten Jahren ausbleibenden Eisheiligen zusammen und gestalteten den Monat   
    ungewohnt kalt und nass mit zwei Wintereinbrüchen. Der Juni brachte anhaltende Hitze ins Land und war der   
    trockenste seit Jahrzehnten. Juli und August änderten die Hitze- langsam in einen Hochsommer und wir     
    finalisierten die wärmste Jahreszeit mit zwei heftigen Unwettern. Der September ging ruhig vorbei, auch der   
    Oktober hatte goldenes Wetter zu bieten. Der November verstrich ebenso gelassen und im Dezember hieß es   
    weiter auf den richtigen Winterstart zu warten.      
         
    „Das Wetterjahr 2019 – Zugeschneit, eingeheizt und weggewaschen“ bietet eine interessante Reise durch das   
    Wettergeschehen im letzten Jahr, berichtet von markanten Ereignissen im Detail und garniert dies mit vielen   
    Daten und Fakten zum Wetterjahr in Österreich und im Speziellen in der Gemeinde Hintersee. Es ist die     
    alljährlich zusammen fassende Schrift über die Arbeit der Wetterstation Hintersee in der Kleinklimaforschung in   
    deren Flachgauer Heimatort und Wirkungskreis.      
         
    Links: >> Das Wetterjahr 2019 - Zugeschneit, eingeheizt und weggewaschen    
         
     
         
    Mi, 01.01.20 Rückblick Dezember: Viel Wärme, wenig Winter  
     
         
    + 233 l/m² Niederschlag      
    + 42 cm Neuschnee      
    + 14,9°C höchste Tagestemperatur      
    + 1,3°c Temperaturmittel      
         
    Im Endspurt des Wetterjahres war das Warten auf den endgültigen Start des Winters angesagt. Allerdings   
    passierte mit dem zweitwärmsten Dezember und neuen Tageshöchstwerten für einen Dezembertag in Hintersee   
    eher das Gegenteil. Schnee blieb dabei Mangelware und das Weihnachtsfest wurde grün und verregnet.    
         
    Der abschließende Monat des Jahres und eines ganzen Jahrzehnts begann in den ersten Tagen mit sachtem   
    Tiefdruckeinfluss von der Biscaya her, der von Zwischenhochs davor und danach flankiert wurde. Mit dem     
    Nikolaus stellte sich eine bis zur Monatsmitte anhaltende abgeschwächte West- bis Nordwestlage ein, welche mit   
    von den Briten ostwärts ziehenden Tiefs, die zum Ausklang dieser Phase auch Ableger bei Italien entwickelten,   
    Fronten mit nur wenig Niederschlag in den Alpenraum führte. Das sich um den ersten Dekadenwechsel sich   
    aufbauende Ostatlantikhoch zog sich bis zur Monatsmitte wieder nach Süden zurück und so bekam der     
    steuernde Tiefdruck bei Island austrogenden Zugriff auf diesem Bereich, sodass sich mit einem neuen     
    Biscayatief und weiterem Tiefdruck über dem Mittelmeer eine außergewöhnlich warme Südwestlage einstellte,   
    die für neue Temperaturrekorde an unserer Station sorgte. Erst am vierten Adventwochenende war die     
    Föhnphase zu Ende und aus Nordwesteuropa herein ziehende Tiefs übernahmen wieder das Kommando,   
    sodass es, auch mit Unterstützung eines Adriatiefs, vor und über die Feiertage recht niederschlagsreiches und   
    teilweise windiges Wetter gab. Ein nachweihnachtliches Zwischenhoch vom Ostatlantik schwenkte schnell durch,   
    doch die Rückkehr in eine feuchte Witterung fand nicht mehr statt. Die letzten Tage von 2019 verliefen im     
    Einfluss eines von Skandinavien nach Südosteuropa wandernden Hochs sonnig und ruhig.      
         
    Viel Sonne brachte der Dezember in ganz Österreich mit rund einem Viertel mehr an Sonnenstunden, die auf der   
    Kärntner Kanzelhöhe mit 121 am zahlreichsten im Bundesgebiet auftraten. Die größten Zugewinne gab es dabei   
    von Oberösterreich bis in die Südoststeiermark mit stellenweise sogar dem Doppelten an Sonnenausbeute. Gut   
    ausgebeutet wurden im Lungau sowie im Süden des Landes die Wolken, die dort ein bis drei Viertel mehr an   
    Niederschlag abluden, wobei der Loiblpass in Kärnten mit 282 l/m² wiederholt zum nassesten Ort in Österreich   
    wurde. In Teilen Ober- und Niederösterreichs gab es hingegen um etwa ein Drittel weniger an Regen und     
    Schnee, wodurch der Dezember bundesweit dennoch um 10 Prozent feuchter ausfiel als im Schnitt. Öfter     
    ausgefallen, vor allem in deren Höhe, waren die Temperaturen, die dem Dezember 2019 mit einer Abweichung   
    von plus 2,4 Grad unter die 15 wärmsten in Österreich verhalfen. Salzburg bekam mit 20,1°C vom Flughafen am   
    17. Dezember einen neuen Bundeslandrekord, Feldkirch in Vorarlberg mit einem Minimum von 13,9°C die   
    wärmste Dezembernacht Österreichs.      
         
    Einen neuen Temperaturrekord für einen Dezembertag verzeichnete auch unsere Station in Hintersee, die am   
    besagten 17. Dezember mit 14,9°C die Bestmarke verbesserte. Auch der 19. Dezember mit 13,9°C und der 20.   
    Dezember mit 13,5°C übertrumpften die 13 Jahre alte Höchstmarke, weshalb gleich alle drei wärmsten Dezem-  
    bertage unserer Messreihe nun aus dem gleichen Jahr kommen. Die Rekordjagd fiel in das zweite, extrem milde   
    Monatsdrittel, dem ein ausgeglichenes voraus ging und ein markant zu warmes folgte Entsprechend war der   
    heurige Dezember mit einem Mittel von +1,3°C und einer Abweichung von plus 3,0 Grad hinter dem Dezember   
    2015 (+2,7°C) der zweitwärmste Dezember in Hintersee. Auf dem geteilten dritten Platz reihen sich die Dezem-  
    ber aus 2014 und 2018 mit einem Mittel von je +0,6°C. Negative Zahlen gab es nur wenige, der Tiefstwert von –  
    6,8°C am 29. Dezember war so eine und der Rückgang an aufgetretenen Eistagen von 9 auf heuer nur einen   
    Einzigen eine andere. Dazu kamen 21 Frosttage und 28 kalte Tage.      
         
    Den Höhenflug der Temperaturen mitverantwortet hatte auch das reduzierte Vorhandensein der Schneedecke,   
    die an unserer Station an nur 19 Tagen geschlossen verfügbar war und am 12., 14. und 15. Dezember mit 11 cm   
    bereits ihr Höhenmaximum erreichte.       
         
    Mit einer Neuschneemenge von 42 cm, die einen Einbruch von -67 Prozent bedeuteten, war es auch kaum   
    anders möglich und der diesjährige Dezember zählte zu den schneeärmsten seiner Gilde. Letztmals weniger trat   
    2016 mit 33,5 cm auf und zuvor verbrachten wir in den mit Schneemangel bestückten Dezembern 2015 und   
    2002 genau wie heuer das Weihnachtsfest im Grünen. Dabei verteilte sich der Neuschnee auf 10 Schneefalltage   
    (-2 Tage), die am 27. Dezember mit 10 Zentimetern den meisten Schnee an einem Tag rieseln ließen.    
         
    Hingegen frohlockten zum Fest die Regentropfen, die im Dezember an 12 Regentagen (+4 Tage) uns ihre   
    Aufwartung schenkten. Am 25. Dezember regnete es mit 47 l/m² die fünftgrößte Regenmenge an einem     
    Dezembertag und die höchste Summe im Dezember 2019. Insgesamt sammelten sich 177 l/m² an Regen, was   
    mit +108$ mehr als einer Verdoppelung des Normals gleich kam. Nur im Vorjahr regnete es mit 284 l/m² noch   
    mehr, 2002 waren es immerhin 166 l/m².       
         
    Keine Begeisterung für Niederschlag jeglicher Art konnten die 6 Tage am Stück vom 15. bis zum 20. Dezember   
    aufbringen, sie blieben daher als längste Phase im Monat trocken. Dennoch akkumulierte sich im Dezember mit   
    233 l/m² aus Regen, Schneeregen und Schnee eine ordentliche Niederschlagsmenge, deren größten Beitrag der   
    schon erwähnte Christtag mit einer Summe von 55 l/m² aller aufgetretenen Niederschlagsformen lieferte.    
         
    Die Lieferung sämtlicher Daten und Fakten für den Wettermonat Dezember ist nun beendet und es schließt sich   
    damit ein turbulentes Jahr 2019 aus meteorologischer Sicht.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mi, 01.01.20 Sternenklar ins neue Jahrzehnt  
     
         
    Was wäre der erste Tag des Jahres ohne das Neujahrskonzert, das Neujahrsspringen und dem schon     
    traditionellen Novizenbericht der Wetterstation Hintersee zu Beginn eines jeden Jahres, der ausnahmsweise nur   
    bedingt etwas mit dem Wetter zu tun hat?       
         
    Die Antwort schuldig bleibend heißen wir gleich ein neues Jahrzehnt willkommen und sagen allen Wetter-    
    freundinnen und Wetterfreunden Prosit Neujahr in Verbindung mit den besten Wünschen für ein gutes neues   
    Jahr!      
         
    Bei nur leichter Schneebedeckung und sternenklaren Himmel samt winterlicher -2,2°C hielten wir auch diesmal   
    das Feuerwerk über Hintersee fest, um es euch als unseren ganz speziellen Gruß in gewohnter Form zu     
    präsentieren.      
         
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