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Dichtung   Mo, 06.09.21 25 Jahre Wetterstation Hintersee  
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Hintersee   „Fr, 6.9.stark bewölkt, zeitweise Regen, Früh 8°C, nachmittags nur bewölkt. Ab heute haben wir einen     
    Regenmesser, es regnete 4 l/m².“       
WETTER        
Niederschlag   Der Eintrag in das Wetteraufzeichnungsheft aus dem Jahr 1996 erinnert uns heute an den Kauf und die     
Temperatur   Aufstellung des ersten Messbechers bei einem kleinen Haus in Hintersee vor exakt 25 Jahren.    
Prognosen        
Warnungen   Es war der Auftakt des täglichen Festhaltens der Niederschlagsmengen von Regen und Schnee. Was acht Jahre   
Gewitter   zuvor noch mit ersten unregelmäßigen Schneemessungen während der Winter sowie einem rudimentären   
Winter   Dokumentieren des Wettergeschehens begann, wuchs sich über die Jahre zu einem dauerhaften Projekt voller   
Buch   Herzblut aus, welches viel Zeit und Idealismus erfordert.      
Rekorde        
  Mit den Jahren wurde die einstige Messreihe von Regen und Schnee um weitere Parameter ergänzt, sodass   
    mittlerweile eine genaue Ermittlung des gesamten Niederschlages, der Temperaturverlauf, eine detaillierte   
    Gewitterstatistik und Schneepegel die Datensammlung auffüllen und so allmählich ein gutes Bild des Kleinklimas   
  in unserer Heimatgemeinde ergeben.      
         
    Zudem ging vor 15 Jahren die Webseite der Wetterstation online, um Interessierten den Zugang auf unsere   
    Messdaten frei zu ermöglichen. Erweitert wurde das Internetangebot seit da an mit ausführlichen Berichten über   
    aktuelle Ereignisse, lokalen Vorhersagen und Warnungen, der Publikation von Monats- und Jahresreports sowie   
    Wissenswertem zu unserer Heimatgemeinde.      
         
    Wir danken allen Freundinnen und Freunden der Wetterstation Hintersee für die Treue Begleitung durch ein   
    ganzes viertel Jahrhundert und feiern heute mit euch unseren Geburtstag.      
         
    Links: >> Radiogruß an alle Wetterfreunde    
     
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
     
           
    Mi, 01.09.21 Rückblick August: Aus der Dampfküche in den Frühherbst  
     
         
    + 312,5 l/m² Regen      
    + 24 Regentage      
    + 14,1°C mittlere Temperatur      
    + 7 Gewitter      
         
    Der August fabrizierte mit den schweren Unwettern in der Monatsmitte sicher keine allzu freundlichen     
    Erinnerungen. Der Witterungscharakter mit nur wenigen Tagen ohne Regenguss sprach auch dagegen, obwohl   
    der dritte Sommermonat erst durch die frühherbstliche Lage im letzten Drittel zu feucht und zu kühl wurde. Das   
    Resümee des heurigen Sommers fällt mit ein bisschen zu wenig Regen und ein bisschen zu viel Wärme     
    durchaus gut aus, wenn man nicht von einer der zahlreichen Unwetterlagen betroffen war.      
         
    Die Großwettersituation des Augusts sah zu Beginn die Fortsetzung der hochsommerlich temperierten und   
    schwülen Witterung, da an den Vorderseiten der von den Britischen Inseln ostwärts ziehenden Tiefs wiederholt   
    subtropisch warme und recht feuchte Luftmassen aus dem aufgeheizten Mittelmeerraum herbeigeführt wurden.   
    Im Süden und Südosten Europas herrschte dagegen stabiler Hochdruck und teils brennende Hitze. Nur     
    zwischenzeitlich konnte sich dieser auch in Österreich bemerkbar machen und nach dem ersten     
    Dekadenwechsel stabileres Wetter bringen. Doch dies war nur von kurzer Dauer und die Gegensätze zwischen   
    der unverändert über Nordeuropa verlaufenden Frontalzone und dem Hochdruck über Südwesteuropa     
    verschärften sich bis zur Monatsmitte hin, sodass ein Tiefkomplex bei den Britischen Inseln die äußerst labile   
    Luft im Alpenraum zum Kochen brachte und es in Österreich zu teils schweren Unwettern kam. Bis zum zweiten   
    Dekadenwechsel beruhigte sich das Wetter, da die schwüle Luft nun ausgeräumt werden konnte und kühlere   
    aus Nordwesten unter sachten Zwischenhocheinfluss leicht wechselhafte Verhältnisse anstimmte. Der sich im   
    Norden Europas danach aufbauende Hochdruck sorgte für ein Abdriften der Tiefs von den Britischen Inseln   
    südostwärts und mit dem Schwenk in das letzte Augustdrittel stellte sich die Wetterlage auf eine feucht-kühle um.   
    Eingeklemmt zwischen Hochdruck im Norden und dem kontinentalen Osten Europas blieb die Tiefdrucktätigkeit   
    bis zum Monatsende über dem östlichen Mitteleuropa hängen und prolongierte die Witterung.      
         
    Durch das stetige Nachlassen der Temperaturen ab der Monatsmitte ging auch das österreichische Flächenm-  
    ittel hinunter und mit einer Abweichung von -1,3°C war es der kühlste August seit 2014. Im Vergleich zum   
    Referenzmittel 1961-90 bilanzierte der achte Monat des Jahres hingegen ausgeglichen. Den subjektiven   
    Eindruck der Unsommerlichkeit verursachte wohl der Mangel an Sonnenstunden, die um ein Viertel niedriger   
    waren als im Schnitt und damit die geringste Zahl seit 7 Jahren aufwiesen. Allein vom Flachgau bis nach     
    Niederösterreich lag das Sonnenscheindefizit bei 30-45 Prozent. Am längsten schien die Sonne in Klagenfurt   
    (Kärnten) mit 249 Stunden. Ganz im Süden war rund um die Nockberge auch der einzig zu trockene Fleck im   
    August anzutreffen. Entlang der Alpennordseite vom Tiroler Unterland ostwärts gab es bis zu 50% mehr an   
    Regen, im Nordosten stellenweise um das Doppelte mehr. Ansonsten blieben die Niederschlagsmengen   
    ausgeglichen, bundesweit ergab sich dennoch ein Überschuss von 15 Prozent. Am nassesten war es in Bregenz   
    (Vorarlberg) mit 352 l/m².      
         
    In Hintersee sorgten die wiederholten Regenfälle für eine mit 312,5 l/m² um 32 Prozent über dem Normalwert   
    liegende Regensumme, die vom August 2020 den 4. Platz unter den nassesten Augustmonaten übernahm. Die   
    Top 3 schafften aber alle über 400 l/m² und waren doch noch ein Stück weit weg. Am meisten regnete es am 16.   
    August mit 33 l/m². Insgesamt verteilte sich der Niederschlag auf 24 Regentage, hinter 2006 (28) und 2014 (25)   
    immerhin die drittgrößte Zahl und 7 Tage über dem Schnitt.      
         
    Die höchste Tagesregenmenge entsprang zwei Gewittern am Abend des 16. August, die mit lebhaften Wind und   
    starken Regen verbunden waren. Ebenfalls Starkregen und ein paar kleine Hagelkörner gab es bei einer Zelle   
    am Nachmittag des 3. August. Gesamt ließen sich an 5 Gewittertagen 7 Gewitter beobachten. Eine Zelle dabei   
    mit Hagel.      
         
    Bei den Temperaturen zeigte sich erstmals seit 7 Jahren ein zu frischer August, der mit einem Mittel von 14,1°C   
    um 1 Grad unter dem Durchschnitt blieb. Dabei startete er markant zu kühl, wobei das Mitteldrittel im selben   
    Ausmaß zu warm war. Die dritte Dekade schloss deutlich zu kalt und lag bereits auf Septemberniveau. Hier   
    ereignete sich mit einem Minimum von 8,2°C am 29. August auch der Monatstiefstwert. Am 15. August war es   
    mit 29,5°C am wärmsten, ein Hitzetag ging sich aber nicht aus. An Sommertagen zählten wir 7 Stück. In beiden   
    Kategorien daher eine leicht unterdurchschnittliche Zahl.      
         
    Mit dem Ende des Augusts kann man auch auf die Saisonbilanz des Sommers 2021 blicken. In Punkto     
    Temperatur starteten wir in Österreich mit dem drittwärmsten Juni, danach komplettierten ein durchschnittlicher   
    Juli und ein etwas zu kühler August den heurigen Sommer, der der achtwärmste in der 255-jährigen     
    Messgeschichte des Landes wurde. 9 von 10 der wärmsten Sommer Österreichs haben wir in den letzten 3   
    Jahrzehnten erlebt, denn hinter den topplatzierten 2003 und 2015 folgen 2019, 2017, 2018, 1992, 1811 und auf   
    Platz 8 gleichauf 1994, 2012 und jetzt 2021. Da es in den abgelaufenen drei Jahrzehnten eine markante     
    allgemeine Erwärmung gab, würden im Vergleich zum aktuellen Referenzmittel 1991-2020 nur durchschnittliche   
    Sommermonate schon einen Spitzenplatz bedeuten. Die Zahl der Hitzetage mit Höchstwerten von über 30 Grad   
    war im Süden und Osten überdurchschnittlich hoch, im Westen und Norden ausgeglichen bis leicht     
    unterdurchschnittlich. Im Vergleich zu 1961-90 hätte es in Österreich in dieser Kategorie aber in vielen Regionen   
    neue Rekorde gegeben. Den heißesten Tag gab es am 8. Juli mit +37,5°C in Bad Deutsch-Altenburg     
    (Niederösterreich). Ebenso in Niederösterreich lagen die höchsten Abweichungen beim Niederschlag, der mit   
    seinem Plus an der Alpennordseite den zu trockenen Süden und Osten ausglich, sodass sich bundesweit nur   
    +5% ausgingen. Am nassesten war es auf der Rudolfshütte mit 918 l/m². Eine ähnliche, wenn auch weniger   
    ausgeprägte Verteilung hatte die Sonnenscheindauer, die es in Österreich auf ein kleines Plus von 4 Prozent   
    brachte. Am sonnigsten war es in Neusiedl am See (Burgenland) mit 937 Stunden.      
         
    Das Sonnenfleckerl Nummer 1 war in Salzburg der Flughafen mit 715 Stunden. Die Sonnenbilanz mit +1% total   
    im Soll. Dafür gab es um 11% mehr Niederschlag, der nasseste Ort fand ja bereits Erwähnung. Die höchste   
    Temperatur wurde mit 34,1°C am 6. Juli in Golling gemessen. Das Mittel wich um 0,6 Grad nach oben ab.  
         
    Die mittlere Temperatur des Sommers 2021 betrug in Hintersee 15,4°C und lag damit um 0,4 Grad über dem   
    langjährigen Schnitt. Der heurige Sommer verdrängte dadurch seinen Vorgänger aus 2020 vom 6. Platz der   
    wärmsten Sommer in unserer Gemeinde. Hierbei baute der zu kühle August den deutlichen Wärmeüberschuss   
    vom Juni wieder ab und der Juli bilanzierte ohnehin ziemlich in der Mitte. Wir hatten 25 Sommertage (-4) und 4   
    heiße Tage (-1(. Die höchste Tagestemperatur gab es bereits am 19. Juni mit 31,3°C.      
         
    Das Regendefizit des Junis konnte danach nicht mehr ganz ausgeglichen werden und so schloss der Sommer   
    mit einer Niederschlagsmenge von 685 l/m² und einem Minus von 6% etwas zu trocken. Die Anzahl der     
    Regentage lag mit 57 um 3 Tage leicht im Plus.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Di, 17.08.21 Gewittrige Augustmitte  
     
         
    Nur dabei statt mittendrin war Hintersee bei den Unwettern, die an den letzten Tagen über Salzburg und weite   
    Teile Österreichs hinweg zogen. Einen Dreierpack musste der Oberpinzgau verkraften, den Pongau traf es am   
    Montag heftig.       
         
         
    Schwüle Suppe kocht über      
         
    Die schon länger dominierende Großwetterlage sah den Alpenraum an diesem Wochenende im Übergangs-  
    bereich zwischen einem mächtigen Hochdruckgebiet im Südwesten Europas und der über Nordeuropa     
    verlaufenden Frontalzone. Dabei wurde im Vorfeld eines von der Irischen See zu den Britischen Inseln     
    ziehenden Tiefs sehr warme und feuchte Luft mit einer südwestlichen Höhenströmung aus dem Mittelmeerraum   
    zu uns geführt. In der instabilen Luftmasse kam es bereits am Samstagabend zu schweren Gewittern, die am   
    Sonntag linienförmig auftraten. Tief „Luciano“ zog unterdessen weiter zur Ostsee und seine Kaltfront erreichte   
    die Alpennordseite von Montag auf Dienstag, sodass es am Montag erneut zu einer unwetterträchtigen     
    Gewitterlage kam.      
         
         
    Auftakt am Samstagabend      
         
    Während es im Großteil Salzburgs am Samstagabend in eine unangenehm schwüle Nacht ging, traf den     
    Oberpinzgau bereits eine erste kräftige Gewitterzelle, die vor allem in den Gemeinden Wald und Krimml für   
    wolkenbruchartigen Starkregen sorgte. Die Station in Krimml verzeichnete 80 l/m². Daraufhin gingen in dem   
    Gebiet zahlreiche Muren ab und es kam zu Überschwemmungen. Ein Erdrutsch stieß durch einen Graben in die   
    Krimmler Ache vor, wodurch diese verklauste und ausuferte. Aufgrund einer zu befürchtenden Flutwelle wurde in   
    Wald der Zivilschutzalarm ausgelöst und aus dem betroffenen Ortsteil Vorderkrimml 110 Personen evakuiert.   
         
         
    Erste breite Gewitterfront am Sonntag      
         
    Der Sonntag verlief im gesamten Bundesland erneut sehr warm und schwül. In Hintersee erreichten die     
    Temperaturen 29,5°C. Schon am Nachmittag waren an diesem Tag durch den Süden Österreichs heftige   
    Gewitter gewalzt. Später formierte sich dann auch über dem Tiroler Unterland und Bayern eine breite     
    Gewitterlinie, die sich mit dem beginnenden Abend in Salzburg ankündigte. Die bayrische Linie verdunkelte   
    gegen 19 Uhr den Himmel über unserer Gemeinde, da sie nun auf den Flach- und Tennengau traf. 20 Minuten   
    danach kam zusehends starker bis stürmischer Wind auf und die ersten Donner waren vernehmbar. Dazu kam   
    noch ein bisschen Regen. Die über Hintersee ziehende Zelle blieb aber bis auf den auffrischenden Wind relativ   
    harmlos, dafür allerdings sehr ausdauernd. Immer wieder baute die Linie nach hinten an und so blitzte und   
    donnerte es noch bis gegen 21 Uhr niederschlagsfrei weiter. Nach einer etwa dreiviertelstündigen Pause querte   
    noch eine weitere Zelle mit einigen Donnern und leichten Regen das Gemeindegebiet, bevor schließlich die   
    Nachtruhe einkehrte.      
         
         
    Wind im Norden, Sturm und Regen im Süden      
         
    Die beiden nördlichen Gaue hatten es am Sonntag in erster Linie  mit den folgen des stürmischen Winds zu tun,   
    weshalb einige Feuerwehren meist zum Wegräumen von umgestürzten Bäumen gerufen wurden. Am Wolfgang-  
    see geriet eine Person in Seenot. Sie hatte die Sturmwarnleuchten ignoriert. In Ebensee (Oberösterreich) stürzte   
    ein Paragleiter in Folge des Gewittersturms ab und verunglückte tödlich.      
         
    Im Oberpinzgau unterbrach das aufziehende Gewitter die begonnenen Aufräumungsarbeiten und wiederholte in   
    abgeschwächter Form die Ereignisse des Vortages. Umgestürzte Bäume und gerissene Stromleitungen sorgten   
    für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren und Stromausfälle. Am Krimmler Wasserfall musste eine Person   
    gerettet werden.       
         
    Der Wind blies mit Spitzen bis jeweils 97 km/h am Kolomannsberg und in Zell am See. Den meisten Regen   
    bekam Abtenau mit 28 l/m² ab, bei uns in Hintersee waren es während der sonntäglichen Gewitter lediglich 5,5   
    l/m². Insgesamt rückten 600 Einsatzkräfte zu 50 Einsätzen aus.      
         
         
    Unwetter werkt Innergebirg      
         
    Der Montag zeigte im Vorfeld der sich nähernden Kaltfront erst ein bewölktes Bild, da sich die Restbewölkung   
    der abendlichen Gewitter noch über dem Land hielt. Weiterhin hielt sich auch die sehr schwüle Luft, die am   
    Nachmittag zudem von der sich durchsetzenden Sonne mit Energie gefüttert wurde und so ließen die nächsten   
    Gewitter nicht allzu lange auf sich warten. Schon am Nachmittag wuchs eine Gewitterlinie vom Tiroler Zillertal bis   
    nach Bayern reichend empor und zog in weiterer Folge unter Verstärkung ost-/nordostwärts über Salzburg und   
    Oberösterreich hinfort.       
         
    An unserer Station registrierten wir gegen 17:20 Uhr die ersten Donner und lebhafte Windböen der aufziehenden   
    Gewitterlinie. Etwas danach setzte starker Regen ein, der während des Durchzugs der ersten Zelle in unter-  
    schiedlicher Intensität anhielt und sich nach Aufzug des zweiten Gewitters gegen 19 Uhr nochmal verstärkte.   
    Anschließend liest der Regen langsam nach und über Nacht folgten nur mehr leichte Schauer. In Summe fielen   
    in Hintersee durch die Gewitter und die folgende Front 45 l/m², das meiste davon natürlich im Zuge der Gewitter.   
    Die Bachläufe schwollen zwar hierzulande an, gröbere Auswirkungen hatte die Gewitterlinie aber nicht.    
         
    Dagegen mussten im mittleren Flachgau einige Feuerwehren wegen Überschwemmungen ausrücken. Der   
    überwiegende Teil der fast 500 Einsätze wurde von den rund 1.400 Einsatzkräften aber im Pinz- und Pongau   
    geleistet. Hier rückten sehr viele Feuerwehren aus, um Muren, Überflutungen und Sturmschäden in den eigenen   
    Gemeinden zu beseitigen oder den Kameraden in den am schlimmsten getroffenen Orten zu Hilfe zu kommen.   
    Ausrückungen gab es auch im Tennengau.      
         
         
    Viele Schäden im Pinz- und Pongau      
         
    Und wie schon an den beiden Tagen zuvor begann das Unheil im Oberpinzgau seinen Lauf zu nehmen. Die   
    Gewitter aus dem Zillertal brachten hier abermals Starkregen und ließen in Wald und Krimml zahlreiche Muren   
    abgehen. Dabei wurden die Krimmler und die Gerlosstraße sowie der Krimmler Bahnhof der Pinzgaubahn samt   
    einer Zugsgarnitur verschüttet und schwer beschädigt. Krimml war am Straßenweg nicht mehr erreichbar. Von   
    Murgängen und Überschwemmungen waren im Ober- und MItterpinzgau zahlreiche Ortschaften betroffen. Selbst   
    die Pinzgauer Bundesstraße wurde von einer Mure verlegt. Am Oberlauf der Salzach wurde der mobile     
    Hochwasserschutz aufgebaut, nachdem in Mittersill die 5-m-Pegelmarke erreicht und die Hubbrücke über die   
    Salzach aus Sicherheitsgründen angehoben wurde.      
         
    Die massivsten Auswirkungen gab es allerdings im Pongau. In der Bezirkshauptstadt St. Johann wurde     
    Zivilschutzalarm ausgelöst, da Teile der Stadt überflutet wurden. 90 Personen mussten aus gefährdeten     
    Objekten evakuiert werden. Überschwemmte Ortszentren gab es ebenso in Altenmarkt und in Wagrain. Die   
    Wagrainer Straße wurde von Muren teils meterhoch verlegt und abschnittsweise auch komplett weggerissen. Auf   
    der Straße befindliche Fahrzeuge wurden von den Muren eingesperrt, ein PKW sogar mitgenommen. 84   
    Fahrzeuginsassen wurden unverletzt geborgen. Zwei schwer Verletzte gab es hingegen in Dienten, wo eine   
    Mure einen Kleinbus und einen PKW in einen Bach riss. Hier konnten fünf Personen gerettet werden. Zahlreiche   
    Straßenverbindungen waren nach den Unwettern unterbrochen. Bei Flachau wurde selbst die Tauernautobahn   
    verlegt. Insgesamt wurden in den beiden Gebirgsgauen rund 230 Gebäude beschädigt.      
         
    Die Regenmengen betrugen diesmal 59 bzw. 67 l/m² in Radstadt und St. Johann sowie 71 l/m² auf der     
    Rudolfshütte. Dazu gesellten sich Sturmböen bis 86 km/h am Kolomannsberg und 83 km/h in St. Veit.    
         
    Zu Unwetterschäden kam es auch in Ober- und Niederösterreich, in der Obersteiermark und in Tirol.    
         
    Quellen: www.orf.at      
         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Tagestemperaturen >> Gewitterstatistik  
     
     
           
    So, 01.08.21 Rückblick Juli: Schwül, gewittrig und warm  
     
         
    + 294,5 l/m² Regen      
    + 83 l/m² größte Tagesmenge      
    + 14 Gewitter      
    + 15,7°C mittlere Temperatur      
         
    Oftmals sehr schwüle, warme und damit brodelnde Luftmassen belagerten im zweiten Sommermonat des Jahres   
    unsere Gegend, was in der Trägheit der Wetterlagen in Österreich wiederholt zu teils schweren Unwettern führte,   
    von denen Hintersee weitestgehend verschont blieb und einen dampfigen, aber sonst eher unauffälligen Juli   
    verlebte.      
         
    Mit Beginn des Julis sorgte die Großwetterlage kurzzeitig für ein Ausräumen der schwülen Luft des Vormonats   
    durch ein von den britischen Inseln durchziehendes Tief, dem sogleich Hochdruck von Westen her folgte und   
    sich dem Skandinavienhoch anschloss. Doch schon ab Mitte der erste Julidekade kehrte der Alpenraum zurück   
    auf die Trogvorderseite eines neuen aus Nordwesten herbei ziehenden Tiefs und die Höhenströmung drehte auf   
    eine feucht-heiße aus Südwesten retour. Ein Hochkern über dem nahen Osteuropa verstärkte die Zufuhr. Um   
    den ersten Dekadenwechsel umliefen den west-/nordwesteuropäischen Trog mehrere Randtröge, die die im   
    Alpenraum liegende Luftmasse zusätzlich labilisierten. Dazwischen gab es aber auch kurze Zwischenhoch-  
    phasen. Konnte das steuernde Tief da noch über Südskandinavien abziehen, so blockierte der sich auch im   
    Nordosten ausdehnende Hochdruck diese Strecke und das nächste vom Atlantik die Britischen Inseln     
    erreichende Tiefdruckgebiet blieb über der Nordsee hängen, wo es zur Monatsmitte ein Ablegertief über   
    Frankreich ausformte, das sich an den Folgetagen über Mitteleuropa langsam südöstlich auf den Balkan     
    verlagerte und dabei von den Benelux über Deutschland, Österreich, Norditalien und der Balkanhalbinsel für   
    schwere Unwetter und vor allem im Westen Deutschlands für eine Flutkatastrophe ungeahnten Ausmaßes   
    sorgte. Im Rücken des schadensträchtigen Höhentiefs eroberte vom Ostatlantik her ein großes Hoch den   
    Nordwesten Europas, was sich mit Beginn des letzten Julidrittels langsam auf den Kontinent vor schob. An der   
    vorderen Hochflanke kamen noch Störungsreste des weit in Nordeuropa liegenden Tiefdrucks zu uns. Während   
    das Hoch nach Osteuropa weiter zog und die Strömung erneut auf eine sehr feuchte und aus Südwest     
    rückdrehte, stieß zu den Britischen Inseln abermalig Tiefdruck vor, der den einstigen Trog über West/-    
    Nordwesteuropa wieder zum Leben erweckte und die schwüle Witterung prolongierte, da der Tiefdruck über der   
    Nordsee in mehrere Zentren zerfiel, die vom starken Hochdruck über Nordost- bis hinunter nach Südosteuropa   
    an einem Weiterkommen gehindert wurden. Dadurch kam es in Österreich erneut zu teils kräftigen Unwettern.  
         
    Die Julibilanz Österreichs fiel regional recht unterschiedlich aus. Während im Westen und Nordwesten die   
    schwüle Luft für instabiles Wetter sorgte, war es im Süden und Südosten mehrheitlich oft heiß. Der Norden und   
    Nordosten bekamen eine explosive Mischung aus beiden Zutaten ab. So hinterließen die Unwetterstraßen ihre   
    Spuren und beispielsweise der 14. und der 26. Juli waren strenge Unwettertage, die in Niederösterreich     
    Großhagel bis 8 cm Korngröße brachten. Am Monatsende wurde auch der Südosten von Unwettern getroffen.   
    Kein Wunder also, dass die Niederschlagsverteilung diesen Juli ein uneinheitliches Bild abgab, was unter dem   
    Strich für Österreich eine positive Abweichung von 25 Prozent nach sich zog. Der Südosten war mit bis zur   
    Hälfte weniger an Regen der trockenste Teil diesen Monat, an der Alpennordseite gab es großteils bis zu drei   
    Viertel mehr an Niederschlag. Lokal bis zum Doppelte nund oder darüber regnete es entlang der Zugbahnen der   
    Gewitter vom Rheintal bis hin zum Donauraum. Nassester Ort war Alberschwende (Vorarlberg) mit 359 l/m².   
    Auffällige Starkniederschläge mit jeweiligen Stationsrekorden gab es über 48 Stunden am 17. und 18. Juli mit   
    163 l/m² in Kufstein (Tirol), sowie am Abend des 17. mit 80 l/m² binnen 3 Stunden an der Hohen Warte in wen   
    und 125 l/m² innerhalb von 12 Stunden am 18. in Amstetten (Niederösterreich). Wo Schauer und Bewölkung   
    herrschten, war auch die Sonnenscheindauer um dis zu ein Drittel reduziert. Im Südosten hingegen um das   
    gleiche Maß erhöht und dazwischen ausgeglichen. Sonnenreichster Ort war Neusiedl am See (Burgenland) mit   
    310 Stunden. Die Ost-West-Verteilung sah man ebenso bei den Temperaturen, die im Westen im Vergleich zum   
    Referenzmittel 1991-2020 einen durchschnittlichen und im Südosten den drittwärmsten Juli brachten.     
    Bundesweit erreichte der Juli 2021 mit einer Abweichung von +0,6°C den 16. Platz in der über 250-jährigen   
    Messreihe Österreichs. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961-90 war der Juli übrigens um 2,3 Grad zu warm.  
         
    Hintersee schloss sich jenen Regionen an, in denen der Juli heuer durchschnittlich warm ausfiel. Das hiesige   
    Temperaturmittel betrug 15,7°C und lag mit 0,2 Grad im Plus. Auch voriges Jahr landeten wir am langjährigen   
    Normalwert unserer Station. Nach einem heißen Juni belegte sein beinahe Namenskollege einen Mittelfeldplatz   
    unter Seinesgleichen. Die erste Monatsdekade befand sich genau im Soll, das Mitteldrittel war leicht zu kühl und   
    das letzte Drittel ein Stück zu warm. Die tiefste Temperatur des Monats gab es mit 8,3°C schon am 1. Juli, das   
    Maximum mit 30,4°C am 6. Juli. Dies war auch der einzige heiße Tag im Monat, dem 7 Sommertage zur Seite   
    standen. Beide Werte fielen leicht unterdurchschnittlich aus.      
         
    15 Prozent über dem Schnitt bilanzierte die Regenausbeute, die mit einer Summe von 294,5 l/m² das obere   
    Mittelfeld eroberte und die größte Menge im Juli seit 2017 (364,5 l/m² war. Der Niederschlag verteilte sich dabei   
    auf genau im Mittel liegende 19 Regentage. Den größten Tagesregen gab es dabei am 17. Juli mit 83 l/m², der   
    durch wolkenbruchartigen Starkregen am späten Nachmittag und Abend des Tages begünstigt wurde.     
    Außerdem war es die fünftgrößte Regenmenge eines Julitages.      
         
    In den Starkregen des 17. Juli angeheftet war eines der 14 Gewitter, die an 11 Gewittertagen über Hintersee   
    donnerten und blitzten. Einige Male waren die Gewitter mit kräftigen Güssen verbunden. So geschah es auch am   
    Nachmittag des 25. Juli, wo es zudem mehrere Naheinschläge aus einer Gewitterzelle gab.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Mo, 19.07.21 Hochwasser nach Wolkenbruch  
     
         
    Das Höhentief „Bernd“ hat seit Mitte letzter Woche eine Spur der Verwüstung durch mehrere Regionen     
    Mitteleuropas von Belgien bis Österreich gezogen. Schwerste Wolkenbrüche haben vor allem im äußersten   
    Westen Deutschlands ein Schlachtfeld hinterlassen. Tage später waren die Starkregenfälle an der     
    österreichischen Alpennordseite angelangt und sorgten auch hier für schadensträchtige Überflutungen, in deren   
    Nachbarschaft Hintersee verhältnismäßig glimpflich davon kam.      
         
         
    Wetterlage      
         
    Vor einer Woche lag der Alpenraum noch in Zwischenhocheinfluss an der Vorderseite eines praktisch ortsfesten   
    Troges über West-/Nordwesteuropa, der von einem vom Nordostatlantik herein ziehenden Tief wiederbelebt   
    wurde. Dabei war bereits an den Wochen zuvor immer wieder sehr feuchte und warme Luft aus dem     
    Mittelmeerraum nach Norden geführt worden. Das Tief zog noch ein Stück weiter nach Südosten zur Nordsee   
    und formte im selben Zuge über Westeuropa ein Ablegertief aus. das als Tiefdruckwirbel in höheren     
    Luftschichten auf den Namen „Bernd“ getauft wurde und ab der Wochenmitte das Wetter in Mitteleuropa     
    bestimmen wollte. Das Höhentief verlagerte sich zu Beginn der zweiten Wochenhälfte von Frankreich in den   
    Südwesten Deutschlands und die sehr feuchte und labile Luft ließ am Mittwoch und Donnerstag zuerst in     
    Ostdeutschland und anschließend in Westdeutschland die Wolkentürme mit Schauern und Gewittern regelrecht   
    explodieren. Am Freitag querte das Höhentief die westösterreichischen Alpen südostwärts nach Norditalien.   
    Vorübergehen stellte sich daher in Mitteleuropa eine Wetterberuhigung ein, die in den zuerst getroffenen     
    Unwettergebieten auch anhielt, während man sich in Österreich schon auf die am Wochenende folgenden   
    Regenmengen vorbereitete.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage zu Samstagmittag      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
    Bild: Wetterlage und Temperaturen in rund 1.500 m Höhe in Mitteleuropa Sonntagmitternacht.    
         
         
    Das Höhentief begann die sehr warme und mit Wasserdampf aufgetankte Luft von der Adria in einem Bogen um   
    die Ostalpen herum zu führen und schließlich ab Samstag in einer nordöstlichen Höhenströmung an die     
    Alpennordseite zu drücken, wo sich in der labilen Luftmasse sukzessive Gewitter und Starkregenzellen bildeten.   
    Die Zufuhr der instabilen Luftmasse hielt am Sonntag weiter an. Das Höhentief wanderte derweil auf den Balkan   
    und schwächte sich gleichzeitig ab. In seinem Rücken löste vom Ostatlantik her ein Hoch den einstigen Trog ab   
    und schlug sein Zentrum bei den Britischen Inseln auf. Die an dessen Vorderseite von Nordwesten einfließende   
    trockene Luft sorgte ab Sonntagabend für eine langsame Wetterberuhigung auch wenn die feuchte Luft im   
    Alpenraum noch bis Montag liegen blieb und letzte Schauer entstehen ließ.       
         
         
    Schütten von Ost nach West      
         
    Wir immer bei solchen Lagen war im Vorfeld eine detaillierte Vorhersage, wo die größten Niederschläge genau   
    vom Himmel fallen praktisch unmöglich und man musste die tatsächliche Entwicklung abwarten. Im Unterschied   
    zu anderen überregionalen Hochwässern gab es diesmal kein breites Regengebiet, das sich stur an die Alpen   
    legt und linear abregnet. Der hohe Feuchtegehalt fand daher in zahlreichen konvektiven Entwicklungen, also   
    Schauern und Gewittern, seinen Weg zu Boden. Die Entstehung dieser Zellen ist hierbei genauso dem Zufall   
    überlassen, wie die exakte Regenmenge, die sich aus ihnen am Ende ergießt.       
         
    So startete der Samstag zeitig in der Früh im Norden Salzburgs mit ersten kräftigen Regengüssen, die das   
    Ergebnis eines aus NO herein ziehenden Randtrogs waren, der am Abend zuvor noch in den ostdeutschen   
    Bundesländern für eine zweite Welle an Schauern und Gewittern gesorgt hat.      
         
    Ab dem Vormittag zogen dann in den Osten Österreichs von Ungarn und der Slowakei her zahlreiche Schauer   
    und Gewitter. Wolkenbruchartiger Regen machte in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland erste     
    Schwierigkeiten. St. Pölten brachte bis in die Mittagsstunden schon eine Niederschlagsmenge von rund 80 l/m²   
    zusammen.       
         
    Am Nachmittag verlagerte sich das Geschehen über Oberösterreich weiter westwärts nach Salzburg und Tirol.   
    Dort gingen am späten Nachmittag und am Abend regional extrem starke Regenfälle nieder, ehe das Wetter sich   
    am späten Abend wieder ein wenig beruhigte und die Intensität deutlich nachgab. Zudem trafen ganz im Osten   
    erneut heftige Gewitter ein, aber auch hier setzte sich eine gewisse Nachtruhe durch.      
         
    Am Sonntag blieb die Situation in den Katastrophenregionen im Westen angespannt, da jederzeit mit erneuten   
    starken Güssen gerechnet werden musste. Allerdings blieben diese aus und es regnete nur mehr in einer   
    verträglichen Stärke. Der Osten Österreichs musste sich dafür abermals mit kräftigen Regenschauern und   
    Gewittern herumschlagen.      
         
         
    Starkregenschauer und Wolkenbruch      
         
    Der Samstagmorgen war für die Einwohner zwischen Wolfgangsee und Hohen Göll bereits recht nass und ab   
    etwa 5 Uhr zogen wiederholt Starkregenschauer durch, die im Laufe des Vormittags schwächer wurden.     
    Zwischen Golling und St. Wolfgang kamen die ersten 30-40 l/m² an Niederschlag zusammen.      
         
    Ab dem späten Vormittag beruhigte sich das Wetter halbwegs und es zogen nur mehr leichtere Regenschauer   
    durch. Die Bewölkung blieb aber die ganze Zeit über geschlossen. Am Nachmittag flammte die Schauertätigkeit   
    wieder auf und es kam zu wolkenbruchartigen Regenfällen, die von der Stadt Salzburg her, wo am Flughafen   
    binnen  2 Stunden knapp 50 l/m² fielen, einsetzten und sich über das Berchtesgadener Land, den westlichen   
    Tennengau bis zur Osterhorngruppe hin ausbreiteten. Ab etwa 17 Uhr begann es in Hintersee immer stärker zu   
    regnen bis es schließlich wie aus kübeln schüttete, sodass sich in dieser Zeit an unserer Station 32 l/m²     
    ansammelten. Gegen 18:45 Uhr ließ die Intensität wieder etwas nach und der Regen machte ganz kleine   
    Pausen. Dennoch fielen bis 20 Uhr erneut 11 l/m².      
         
    Kurz nach acht Uhr abends entlud sich dann noch über dem Gemeindegebiet eine Gewitterzelle, die für etwa   
    eine Stunde mit starken Regen verbunden war, der nochmals 12 l/m² hinzu brachte. Danach sank die Kraft der   
    Schauer und über Nacht regnete es wie am Sonntag in mäßiger Intensität mit länger werdenden Pausen weiter.   
    Waren es am Samstag von der Früh bis zum Abend noch 83 l/m² an Niederschlag, so kamen innerhalb der   
    nächsten 24 Stunden nur mehr 37 l/m² zusammen. So konnte sich in unserem Ort eine nachhaltige Entspannung   
    der Hochwassersituation bereits im Laufe der Nacht auf Sonntag einstellen, da die zu befürchtenden neuen   
    großen Regenfälle am Sonntag ausblieben.      
         
    Durch die morgendliche Vorbefeuchtung traf der nachmittägliche Wolkenbruch in Hintersee auf einen gesättigten   
    Boden und ließ eine Sturzflut,die aber ein etwas geringeres Ausmaß hatte als jene vor zwei Jahren im August,   
    an den heimischen Gräben und Bächen zu Tal brechen und erzeugte ein größeres Hochwasser, was jedoch nur   
    zu minimalen Ausuferungen an kleineren Rinnsalen führte. Dennoch musste die Freiwillige Feuerwehr Hintersee   
    am Samstag mit 17 Einsatzkräften zu 2 Hochwassereinsätzen mit Auspumparbeiten ausrücken. Im Dorf war der   
    Kirchbach ausgeufert. Von groben Auswirkungen blieb Hintersee zum Glück verschont.      
         
         
    Der neue Halleiner Altstadtbach      
         
    Die starken Regenfälle, die sich am Nachmittag wie beschrieben ausbreiteten, trafen die Tennengauer     
    Bezirkshauptstadt Hallein am schlimmsten. Der vom Dürnberg durch das Stadtzentrum fließende Kothbach   
    schwoll gegen 20 Uhr extrem an und ein mit gerissenes Auto verklauste den Bachlauf, sodass der Kothbach   
    über die Ufer trat und als reißendes Gewässer durch die Straßen und Gassen der Halleiner Altstadt floss.   
    Zahlreiche Häuser wurden stark beschädigt, Fahrzeuge weg gespült. Mehrere Personen mussten aus einem   
    Lokal und von einer Mauer aus den Wassermassen von der Feuerwehr gerettet werden. Ein beherzter     
    Einwohner kam einem vom Wasser mit gerissenen Paar zu Hilfe. Alle Drei konnten sich selbst in Sicherheit   
    bringen, bevor sie in den Kothbach abgetrieben wären. Zivilschutzalarm wurde sogleich ausgerufen und auch   
    noch während des Sonntags aufrecht gehalten. Derweil kamen die Feuerwehren der Nachbarorte, die     
    Berufsfeuerwehr Salzburg und das Pionierbataillon 2 des Bundesheeres mit 66 Man zu Hilfe und begannen mit   
    den Aufräumungsarbeiten, welche noch tagelang dauern werden.      
         
    Auch auf der anderen Seite des Dürmbergs, im bayrischen Landkreis Berchtesgaden sah es nicht besser aus   
    und die Einsatzkräfte hatten vor allem in den Orten Berchtesgaden, Marktschellenberg, Bischofswiesen, Ramsau   
    und Schönau am Königssee mit Überflutungen und Murenabgängen zu kämpfen. Die Berchtesgadener Ache   
    erreichte dabei einen noch nie da gewesenen Pegelstand, der teils um 1,5 Meter höher lag als der bisherige   
    Rekord. Eine Person wurde ertrunken aus einem voll gelaufenen Keller geborgen. Es gab große Schäden an   
    Häusern und der Infrastruktur. Die Berchtesgadener Bahn wurde schwer beschädigt, die bekannte Rodelbahn in   
    Königsee ist nach dem Unwetter nur noch ein Totalschaden.      
         
    In Kuchl rückte die Feuerwehr bereits am Vormittag aufgrund der ersten kräftigen Starkregenschauer aus. In   
    weiterer Folge ging hier eine Mure ab und traf 3 Wohnhäuser, die Bewohner wurden evakuiert. Über die Ufer   
    tretende Bäche überschwemmten das Kuchler Quellschutzgebiet, wodurch das Trinkwasser am Sonntag   
    verunreinigt wurde. Weitere Murgänge gab es im Tennengau noch in Rußbach und in Hallein.      
         
         
    Muren und Hochwasser in Salzburg      
         
    Mit Ausnahme des Lungaus waren alle Salzburger Bezirke von dem Ereignis betroffen. Insgesamt mussten rund   
    2.500 Feuerwehrleute zu 1.000 Einsätzen ausrücken. Zu Erdrutschen kam es dabei neben den oben erwähnten   
    Gemeinden noch in Bischofshofen, Pfarrwerfen und St. Johann (Pongau) sowie in Dienten, Fusch und Saalbach   
    (Pinzgau).      
         
    In Mittersill wurde wie in Hallein am Samstag Zivilschutzalarm ausgelöst, da die Salzach die Rückhaltebecken   
    komplett auszufüllen begann. Erst Sonntagabend ging nach einer vorübergehenden Verschärfung der Situation   
    aufgrund neuer Niederschläge im Einzugsgebiet der Pegelstand ganz langsam zurück und ein Überlaufen der   
    vorgesehenen Überflutungsflächen blieb knapp aus. Die Hubbrücke über die Salzach wurde bereits am Samstag   
    angehoben, um den Wassermassen den Durchfluss zu ermöglichen. Das Gewerbegebiet wurde den Wassermassen preisgegeben, das Siedlungsgebiet konnte geschützt werden. In Mittersill sprach der hydrografische Dienst des Landes Salzburg von einem 50-jährlichen Hochwasser.  
         
    In Neukirchen (Pinzgau) und in Eugendorf (Flachgau) wurden die Erdgeschosse von Wohnhäusern in     
    Siedlungen überflutet. In Lofer (Pinzgau) musste ein Campingplatz evakuiert werden. In Bramberg (ebenso   
    Pinzgau) trat die Salzach über die Ufer.      
         
    Im Mittel- und Unterlauf der Salzach verflachte die Flutwelle aus dem Pinzgau allerdings und in der Stadt     
    Salzburg wurde das aktuelle Hochwasser mit einem Pegelhöchststand von 6,55 m als 10-jährliches Ereignis   
    klassifiziert. In der Landeshauptstadt wurde dennoch aus Vorsichtsgründen der mobile Hochwasserschutz   
    aufgebaut. Zu kleineren Ausuferungen kam es aber nur an Bächen in Gnigl und Parsch.      
         
    Die Auswirkungen des Regens sorgten in Salzburg für einige Straßensperren und Unterbrechungen im     
    Eisenbahnverkehr.      
         
         
    Kufstein gleicht Hallein      
         
    Die Regionen vom Tiroler Unterland über das Zillertal bis nach Osttirol hatten am Wochenende ebenso ihre liebe   
    Not mit den Regenmengen. Am heftigsten traf es Kufstein, dem es ähnlich erging wie Hallein. Kurze Zeit nach   
    der Keltenstadt wurde auch in Kufstein Zivilschutzalarm gegeben, da drei Bäche die Innenstadt überfluteten und   
    massive Sachschäden verursachten. In den östlichen Bezirken Nordtirols gab es zahlreiche Überflutungen und   
    Murenabgänge, die zum Teil Almen und entlegene Gehöfte von der Außenwelt abschnitten. Dies passierte auch   
    80 Personen in Kelchsau nach der starken Beschädigung einer Brücke. In Söll ging eine Mure ins besiedelte   
    Gebiet ab, gefährdete Gebäude wurden daraufhin evakuiert. Wie in Salzburg waren viele Straßen blockiert und   
    der Eisenbahnverkehr eingeschränkt. In Tirol gab es insgesamt über 530 Feuerwehreinsätze, die Hälfte davon   
    allein in Kufstein.      
         
         
    Ganz Österreich betroffen      
         
    Die Feuerwehreinsätze erstreckten sich über das gesamte Bundesgebiet. Selbst in Vorarlberg mussten die   
    Einsatzkräfte ein Dutzend Mal ausrücken, um primär in Dornbirn Überschwemmungen und in Lech eine Mure   
    von der Flexenstraße zu beseitigen. In Mallnitz (Kärnten) gingen einige Muren ab. In der Steiermark waren die   
    Obersteiermark und das Mariazeller Land von Muren und Überflutungen betroffen. Im Burgenland waren die   
    Feuerwehren in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung, Neusiedl und Mattersburg u. a. wegen umgestürzter   
    Bäume und voll gelaufener Keller im Einsatz.      
    Die Bundeshauptstadt wurde wie schon angerissen von zahlreichen teils heftigen Gewittern besucht, die in Wien   
    rund 1.400 Einsätze verursachten, um nach den Wolkenbrüchen Keller auszupumpen und Unterführungen vom   
    Wasser zu befreien. Dazu kam es in einigen Bezirken mitunter zu Stromausfällen.      
         
    Mit 1.200 eine ähnlich hohe Zahl an Einsätzen wie in Wien absolvierten die Feuerwehren in Oberösterreich, wo   
    es vor allem im Innviertel, dem Salzkammergut und dem Ennstal bis Steyr zu Problemen durch Ausuferungen,   
    volle Keller und Muren kam. Die Landesstraße nach St. Wolfgang musste dabei genauso gesperrt werden, wie   
    die B145 zwischen Ebensee und Traunkirchen nach einem großen Murgang. Entlang der Flüsse wie Enns, Inn   
    und Donau hielten die Hochwasserschutzvorrichtungen.      
         
    Ebenso leisteten die Schutzmaßnahmen am Donaustrom in Niederösterreich ihren Dienst, wo ein 2-5-jährliches   
    Hochwasser die Niederschläge von der Alpennordseite ab transportierte. Zu den bekannten Erscheinungen bei   
    Starkregen kam es auch im größten Flächenbundesland Österreichs, wo einige Bezirke betroffen waren und die   
    Feuerwehren zu vielen Einsätzen fahren mussten. Nicht mehr aus dem Zeughaus kam die Feuerwehr     
    Höbenbach im Bez. Krems, da sich auf den Straßen des Ortes und der umliegenden Gemeinden der     
    sintflutartige Regen eines Gewitters durchwälzte und alles mit sich riss, was ihm Weg lag. Der Ort stand bis zu   
    40 cm unter Wasser. Einige Orte Niederösterreichs wurden zum Katastrophengebiet erklärt.      
         
         
    Lokal hohe Regenmengen      
         
    Starkregenfälle haben, sofern sie nicht flächendeckend unterwegs sind, die blöde Angewohnheit, nicht direkt da   
    niederzugehen, wo sich eine Messstelle befindet. So müssen manch Werte via Radardaten greifbar gemacht   
    werden, damit man die teils katastrophalen Auswirkungen nachvollziehen kann. Der Hauptgrund dafür war aber   
    nicht die absolute Niederschlagsmenge, sondern die oft kurze Zeit, in der ein Großteil der Regenmenge vom   
    Himmel fiel und sofort dem Abflussgeschehen zugeführt wurde, da aufgrund der milden Temperaturen eine   
    Pufferung durch eine tief genug gelegene Schneefallgrenze total ausfiel. Selbst am Salzburger Sonnblick 3.106   
    m) blieben die Temperaturen im Plus.      
         
    In Höbenbach goss es demnach in 2 Stunden unfassbare 150 l/m². Für das Tiroler Unterland wurden verbreitet   
    auch 48-stündige Niederschlagssummen von  90-130 l/m² registriert. In der Spitze waren es im Raum Kufstein   
    bis zu 190 l/m². In dieser Größenordnung dürften ebenso die Regenmengen im Bereich des Dürnbergs gewesen   
    sein. Die nächste Station in Golling verzeichnete einen Ereignisniederschlag von 140 l/m². Die nasseste     
    Messstelle war aber Oberndorf/Melk (Niederösterreich) mit 176 l/m² vor Kufstein mit 165 und Kirchdorf (beide   
    Tirol) mit 161 l/m². Bad Ischl (OÖ) und Amstetten (NÖ) erreichten 137 l/m².       
         
         
    Höchste Tagesregenmengen in Österreich      
         
    Samstag, 17.7.   Sonntag, 18.7.      
    St. Pölten     84,8 l/m²   Amstetten     126,3 l/m²    
    Buchberg     75,8 l/m²   Kufstein     118,7 l/m²    
    Hirschenkogel   71,2 l/m²   Oberndorf an der Melk 112,9 l/m²    
    Semmering   67,8 l/m²   Kirchdorf     88,1 l/m²    
    Hall bei Admont   67,1 l/m²   Söll     86,5 l/m²    
    Krumbach     62,5 l/m²   Melk     84,1 l/m²    
    Golling     62,0 l/m²   Waidhofen an der Ybbs 82,3 l/m²    
    Bad Goisern   59,3 l/m²   Warth     82,1 l/m²    
    Mariazell     58,8 l/m²   Bad Ischl     80,9 m    
         
         
    120 Liter in Hintersee      
         
    Über das Ereignis betrachtet akkumulierten sich binnen 2 Tagen bei uns in Hintersee 120 l/m², was     
    durchschnittlich einem jährlichen Vorkommen gleich kam. Die 83 l/m² vom Samstag waren immerhin der     
    fünftgrößte Tagesniederschlag in einem Juli. Der Höchste seit 2019.      
         
         
    „Kriegszustand“ in Deutschland      
         
    Bevor Höhentief „Bernd“ die Alpenrepublik beehrte geschah am Mittwoch und am Donnerstag in den deutschen   
    Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine unfassbare Hochwasserkatastrophe. Am     
    schlimmsten waren die ganz im Westen gelegenen Regionen der Eifel, des Sauer- und des Bergischen Landes   
    betroffen. Im Landkreis Ahweiler wurden teils ganze Orte und Stadtteile von Sturzfluten in Folge von     
    Wolkenbrüchen praktisch ausradiert und unzählige Häuser sowie die Infrastruktur vollkommen zerstört. Der   
    namensgebende Fluss des Kreises schob mit einer doppelt so hohen Flutwelle als jemals bisher aufgezeichnet   
    alles nieder, was den Wassermassen in die Quere kam. In Erftstadt, nähe Köln, musste ein ganzer Stadtteil   
    evakuiert werden, da eine mit Wasser voll gelaufene Kiesgrube die Umgebung unterspülte und die darauf sich   
    befindlichen Baulichkeiten mit in den Abgrund zog. Eingestürzte Häuser nach Unterspülung waren ringsum im   
    Katastrophengebiet anzutreffen. Die Stromversorgung brach zusammen und mit ihr das Mobilfunknetz.     
    Staudämme drohten unter der Wasserlast zu brechen, eine Vielzahl von Menschen musste evakuiert werden.   
    Zwischenzeitlich wurden über 1.300 Personen als vermisst gemeldet. Hunderte Menschen wurden teils schwer   
    verletzt, über 160 fanden in den Fluten den Tod.      
         
    Die sich aus den Zubringern in den Rhein schiebenden Flutwellen sorgten mit etwas Verzögerung auch dort für   
    ein Hochwasser, das Strom abwärts im angrenzenden Osten Belgiens, im Speziellen in der Region Lüttich,  und   
    den Niederlanden für schlimme Zustände verantwortlich war. In Belgien kamen weitere rund 30 Menschen ums   
    Leben.       
         
    Seine Spuren hinterließ „Bernd“ auch in ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen   
    sowie in Bayern und dem tschechischen Böhmen.      
         
    Quellen: www.wetterzentrale,.de, www.orf.at, www.facebook.com (Seiten der ZAMG, des Feuerwehrverbandes Salzburg)  
         
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    Do, 01.07.21 Rückblick Juni: Schwüle Hitze und wenig Regen  
     
         
    + 78 l/m² Regen      
    + 3 heiße Tage      
    + 16,4°C mittlere Temperatur      
    +10 Gewitter      
         
    Nur zwei Jahre nachdem der Juni 2019 ungewöhnlich heiß und trocken verlief, bekamen wir heuer schon wieder   
    so ein Exemplar. Ab Mitte des Monats war es hochsommerlich temperiert und zum Teil drückend schwül. Die   
    daraus resultierenden Gewitter streiften Hintersee nur, sodass die Niederschlagsbilanz recht mager ausfiel.  
         
    Das kühle Frühlingswetter aus dem Mai ging pünktlich zu Junibeginn, wo ein letzter Trog nach Osten abzog und   
    ihm mächtiger Hochdruck folgte, der sich von Norden und Nordwesten her auf Kontinentaleuropa ausbreitete,   
    sodass die ersten Junitage trocken und bereits sommerlich warm verliefen. Der Tiefdruck wurde vom Baltikum   
    zum Mittelmeerraum abgelenkt, von wo ab Dekadenmitte feuchtere und labile Luft in den Alpenraum geführt   
    wurde. Schwacher Tiefeinfluss von Westen her und sachte Trogvorstöße über Skandinavien hinweg machten   
    das Wetter um den ersten Dekadenwechsel herum etwas unbeständig und schaueranfällig. Doch mit der   
    nordwestlichen Höhenströmung war es bis zur Monatsmitte bald getan. Das Ostatlantikhoch dehnte sich zuerst   
    bis zu den Britischen Inseln und Westeuropa aus, um sogleich von einem Islandtief platt gedrückt zu werden und   
    wiederum den Kontinent bis zum Baltikum und dem Mittelmeerraum unter Hochdruck verschwinden zulassen.   
    Der noch über Osteuropa liegende Tiefdruck begann die Strömung auf eine südliche Richtung zu wenden, ehe   
    ein neuer Trog über Westeuropa in der heißen Subtropikluft zu graben anfing. Das Schürfen in der     
    nordafrikanischen Luftmasse wirbelte auch etwas Saharastaub auf, der die Sonneneinstrahlung an den Tagen   
    der größten Hitze ein wenig dämpfte. Der Hochdruck hatte am Wendepunkt in das letzte Monatsdrittel seine   
    Zentren über NO-Europa und dem westlichen Mittelmeerraum aufgeschlagen. Durch die Wärmemauer blieb der   
    Trog über Frankreich praktisch ortsfest und die kleinen, von der Biscaya kommenden, Tiefs wurden nordostwärts   
    nach Südskandinavien gebeten, wo sie entlang deren Zugbahn mit starken Gewittern fuhrwerken konnten. Durch   
    die langsame Annäherung des Troges an den Alpenraum stieg aber auch hier die Zufuhr feuchter Luft an und   
    Unwetter waren die Folge. So wurde der Norden Österreichs vom Flachgau bis ins Weinviertel massiv getroffen   
    und im tschechischen Südmähren, nahe der österreichischen Grenze, bildete sich am 24. Juni durch eine   
    Superzelle ein Tornado der Kategorie F3, welcher auf einer Länge von 26 km eine 500 m breite Schneise der   
    Verwüstung zog und 5 Tote und 200 Verletzte forderte. Nach Abzug des Troges kam am letzten Wochenende   
    des Monats von Westen Zwischnhochdruck auf, der alsbald von einem nach Süden ziehenden Islandtief     
    untergraben wurde, das dann bei der Biscaya liegend erneut sehr feuchte und teils heiße Luft in den Alpenraum   
    steuerte.       
         
    Feuchte und für den Juni nicht normal hoch temperierte Luftmassen fanden nach einem moderaten Beginn   
    alsbald den Weg zur Alpenrepublik und verhalfen dem Juni 2021 mit einer Abweichung von +2,4°C zum     
    Referenzmittel 1991-2020 auf den dritten Platz in der 254-jährigen Messgeschichte Österreichs. Im Vergleich   
    zum Temperaturmittel der Periode 1961-90 betrug die Abweichung sogar +4,3°C. Der heurige Juni war damit   
    gleich warm wie jener aus 2017. Beide wiederum mussten sich nur mehr den Junis 2019 und 2003 geschlagen   
    geben. Damit befinden sich unter den ersten 10 seit Messbeginn 1767 acht Junimonate aus dem aktuell noch   
    jungen Jahrhundert. Einzig 1811 und 1822 konnten mithalten. Alle anderen waren deutlich kühler. Dies     
    unterstrich der Umstand, dass heuer zum Beispiel Innsbruck (Tirol) mit 8 Hitzetagen in Folge die längste     
    Hitzewelle eines Junis fabrizierte und eine solche Bestmarke zudem in Linz und St. Pölten aufgestellt wurde.   
    Allgemein verzeichnete man heuer doppelt soviele heiße Tage als im aktuellen Referenzmittel. Bis in die 1980er   
    Jahre waren Tage mit über 30 Grad im Juni ohnehin eine Seltenheit. Ein sattes Plus von 32% gab es außerdem   
    bei der Sonnenscheindauer, welche hinter 2019 (+42%) den zweitsonnigsten Juni seit Messbeginn 1925 in   
    Österreich zur Folge hatte. In Podersdorf (Burgenland) schien sich die Sonne mit 376 Stunden zu einem neuen   
    Sonnenscheinrekord für Juni. Kein Wunder, dass dort kaum noch Platz für Wolken und Niederschlag war. So   
    blieb die gleiche Gemeinde mit nur 2 l/m² der trockenste Ort Österreichs. Dagegen war es in Mittelberg     
    (Vorarlberg) mit 178 l/m² am nassesten. Die bundesweite Niederschlagsbilanz zeigte auf kleinem Raum große   
    Unterschiede, da meist nur Regionen, die heftige Gewittergüsse bekamen, eine ausgeglichene Bilanz erreichten.   
    Abseits davon war es teils sehr trocken. Generell zählte der heurige Juni mit einem Minus von 38 Prozent bei der   
    Niederschlagssumme zu den trockensten in Austria.      
         
    Ohne die heftigen Unwetter, die es in Teilen Österreichs gab, und auch durch das Ausbleiben frontaler Nieder-  
    schläge bilanzierte der Juni 2021 in Hintersee mit einer Regensumme von 78 l/m² und damit nur einem Drittel der   
    üblichen Niederschlagsmenge sehr trocken. Der heurige Juni wurde dabei einzig vom Vorgänger aus 2019 (46   
    l/m²) noch unterboten. Wir zählten zwar immerhin 14 Regentage (-4 Tage), an diesen blieb die gemessene   
    Menge meist jedoch gering. Den größten Tagesregen plätscherte es am 6. Juni mit 23 l/m². Dafür blieb es vom   
    30. Mai bis 4. Juni sechs Tage in Folge und vom 14. bis 21. Juni acht Tage en suite niederschlagsfrei.     
         
    Die Gewittertätigkeit verschonte das Gemeindegebiet von kräftigeren Entwicklungen und an 7 Gewittertagen   
    entluden sich 10 Zellen, wobei das Gewitter am Nachmittag des 10. Juni mit Starkregen und kleinkörnigen Hagel   
    das markanteste und einzige Hagelgewitter in diesem Monat war.      
         
    Am auffälligsten waren im ersten Sommermonat die Temperaturen, welche den Juni 2021 mit einem Mittel von   
    16,4°C zum drittwärmsten hinter 2003 (17,7°C) und 2019 (17,6°C) Juni unserer Messreihe machten. Da am   
    vierten Platz der Juni 2017 (15,6°C) folgt, haben sich in den letzten vier Jahren zum einstigen totalen Ausreißer   
    2003 noch drei weitere mit teils ähnlicher Qualität gesellt. Insgesamt schob sich der Juni 2021 unter die 10   
    wärmsten Monate, die es in Hintersee in den letzten 20 Jahren gab und liegt nun ex aequo mit dem Juli 2003   
    und dem August 2020 auf dem neunten Platz. In der Startdekade war es nur leicht zu warm, die beiden nächsten   
    Monatsdrittel brachten große Abweichungen nach oben. In diese Zeit fiel auch die höchste Tagestemperatur, die   
    das Thermometer mit 31,3°C am 19. Juni anzeigte. Es war einer von drei Hitzetagen. Zudem gab es 11     
    Sommertage. Den Tiefstwert verzeichneten wir gleich zu Beginn mit 4,0 Grad am 1. Juni.      
         
    Die erste Jahreshalbzeit brachte markant zu wenig Niederschlag und dank des kühlen Frühlings nur leicht über   
    dem langjährigen Schnitt liegende Temperaturen. In den letzten 10 Jahren war die erste Jahreshälfte nur     
    zweimal kühler als heuer (2012 und 2013)., in den zehn Jahren davor allerdings nur einmal wärmer (2007).   
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Di, 01.06.21 Rückblick Mai: Kühler Mai komplettiert frischen Frühling  
     
         
    + 263,5 l/m² Niederschlag      
    + 1 Gewitter      
    + 9,0°C mittlere Temperatur      
    + 1 Hitzetag      
         
    Sanfte Regen, kühle Winde und dazwischen drei Tage Hochsommer. So präsentierte sich der Mai 2021 und   
    setzte damit die feucht-frische Witterung des diesjährigen Frühlings fort. Wobei der Wonnemonat in absoluten   
    Zahlen am Ende gar keine so arge Bilanz aufwies, wie man das gefühlt hätte vermuten können. Die beiges-  
    chlossene Rückschau auf die blühende Jahreszeit vermag mit massig Neuschnee zu glänzen.    
         
    Das erste Drittel des heurigen Mai stand im Einfluss von mehreren Tiefs, die von den Britischen Inseln ostwärts   
    zogen und uns am Anfang auch gepaart mit einem Genuatief zahlreiche Fronten und Trogrückseiten mit feucht-  
    kühler Luft brachten. Die Zwischenhochphasen waren kaum erwähnenswert kurz. Mit dem ersten Dekaden-  
    wechsel glitt an der Vorderseite eines Sturmtiefs bei den Briten für einige Tage subtropische Warmluft in den   
    mitteleuropäischen Hochdruck und eine Föhnlage mit hochsommerlichen Temperaturen folgte. Die     
    anschließenden Eisheiligen blieben als Wetterereignis aus, da sich schlicht die Witterung des ersten     
    Monatsdrittels fortsetzte. Stabile Hochgebilde über dem Nordmeer, Westrussland und Südwesteuropa, wo das   
    Azorenhoch zeitweise bis auf den Ostatlantik ausgriff, sorgten für ständigen Tiefnachschub via der von den   
    Britischen Inseln nach Mitteleuropa verlaufenden Frontalzone. Es gelangten wiederholt in der kühlen     
    nordwestlichen Grundströmung Regenfronten und schaueranfällige Luftmassen in den Alpenraum. So blieb das   
    Temperaturniveau beinahe den gesamten Monat hinweg gedämpft und es gab anfangs noch bis in höhere   
    Tallagen, später zumindest immer bis ins Mittelgebirge die Möglichkeit auf Schneefall. Erst am Monatsende riss   
    die Großwetterlage mit einem durchs östliche Mitteleuropa abwandernden Tief ab.      
         
    Abgerissen war im Mai auch das in Teilen Österreichs vorhandene Niederschlagsdefizit, da der Nordosten und   
    absolute Osten bis zur Hälfte mehr und der Süden ein Viertel bis das Doppelte mehr an Niederschlag erhielt,   
    wobei der nasseste Ort am Kärntner Loiblpass mit 404 l/m² zu finden war.  Bundesweit lag die     
    Niederschlagsbilanz mit 22 Prozent im Plus. Ausgewogen fielen die Rückgänge beim Sonnenschein aus, sodass   
    Österreich mit -23% einen der 20 sonnenärmsten Mai der letzten 100 Jahre erlebte. Am häufigsten zeigte sie   
    sich in Andau (Burgenland) mit 209 Stunden. Mit einer Abweichung von -2,2°C zum Referenzmittel 1991-2020   
    gehörte der heurige Mai nach 1991 und 2019 außerdem zu den kühlsten der letzten 3 Jahrzehnte. Er führt damit   
    das untere Drittel der 250-jährigen Messreihe Österreichs an. Im Vergleich zum Mittel 1961-90 fiel der Mai 2021   
    mit einer geringen Abweichung von -0,8°C allerdings praktisch durchschnittlich aus.      
         
    In Hintersee verlief der Mai in Sachen Niederschlag gefühlt recht nass. Die reinen Zahlen zeigten das mit einer   
    Summe von 263,5 l/m² und einem kleinen Plus von 7 Prozent zum Schnitt allerdings nicht.       
         
    Dabei konnte der einzige Schneefalltag am 3. Mai nichts Messbares in Zentimetern beisteuern und nachdem   
    Stationsrekord von 2019 blieben wir den zweiten Mai in Folge schneefrei.      
         
    Demnach blieb es am Regen für die obige Niederschlagssumme allein zu sorgen und hier landete der Mai mit   
    einer Abweichung von plus 22% im oberen Mittelfeld. Den meisten Regen gab es dabei am 13. Mai mit 33 l/m².   
    Es ließen sich 22 Regentage (+4 Tage) zählen.      
         
    Durch die kühle Witterung kam auch im Mai die Gewittersaison nicht in Gang und es gab am Abend des 17. Mai   
    das einzige Gewitter des Monats. Dieses in Verbindung mit starken Wind, Regen und Graupel.    
         
    Eine Eins stand am Ende ebenso bei der Anzahl der Hitzetage, die mit dem Maximum von 30,2°C am 10. Mai   
    den erst siebten heißen Tag unserer Messreihe im Monat Mai vollbrachte. Die 30-Grad-Marke wird im Mai   
    durchschnittlich nur alle 3 Jahre überboten und dann zumeist in der zweiten Monatshälfte. Mit den am 9. Mai   
    vorangegangenen 29,4°C gab es heuer nicht nur zwei der zehn wärmsten Maitage unserer Station, sondern   
    auch den frühesten derartigen Hitzeschub seit 2003. Kurioserweise sank das Thermometer nur zwei Tage zuvor   
    auf das Minimum von 0,4 Grad. Es kam weiters zu durchschnittlichen 4 kalten Tagen und 3 Sommertagen.  
         
    Die mittlere Temperatur brachte mit 9,0°C und einer Abweichung von -1,4°C den vor 2006 (8,6°C), 2004 (8,5°C)   
    und 2019 (7,7°C) viertkühlsten Mai unserer Messreihe und zum dritten Mal hintereinander nachdem Rekord   
    2018 (13,4°C) einen zumindest leicht zu kühlen Mai. Damit legte sich der Wonnemonat erneut entgegen den teils   
    rapiden Erwärmungstrend in allen anderen Monaten. Die einzelnen Dekaden schlossen heuer nur im letzten   
    Drittel deutlich zu kalt. Die beiden Ersten waren minimal unter dem Langzeitschnitt.      
         
    Minimal unter dem Durchschnitt wäre der Frühling 2021 mit seiner Mitteltemperatur von 5,0 Grad auch im   
    Vergleich zum ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts gewesen. Da das zweite eine massive Erwärmung brachte,   
    lag der heurige Frühling damit in Hintersee um 1,2 Grad unter dem langjährigen Mittel, sodass es hierzulande   
    den viertkühlsten Frühling der Messreihe vor 2005 (4,6°C), 2004 (4,3°C) und 2006 (3,6°C) gab. Wer den Frühling   
    2021 als kalt titulierte, muss den Frühling des Vorjahres, der die gleiche Abweichung nach oben hatte, als heiß   
    einstufen. Mit 3 Sommertagen schaffte Hintersee gleich viele wie die Stadt Salzburg, Innsbruck oder Wien. Beim   
    Niederschlag waren wir mit 577 l/m² und einem Plus von 26 Prozent zwischen den beiden Vorjahren angesiedelt   
    und wichen vom Bundestrend ab. Der Niederschlag verteilte sich dabei auf 36 Regentage (-5 Tage), deren   
    Rückgang vor allem durch den April verursacht war. Anders gestaltete es sich bei dem neuen Frühlingsrekord   
    von 25 Schneefalltagen (+12 Tage), welche die bisherige Bestmarke von 23 aus dem Lenz 2006 hinter sich ließ.   
    Beim Schnee stach das diesjährige Frühjahr tatsächlich enorm heraus. War es doch mit einer Neuschneesumme   
    von 345,5 cm der schneereichste meteorologische Frühling seit 33 Jahren.      
         
    Der Frühling bot den Bewohnern der Alpenrepublik ein ungewohntes Bild, indem er mit einer Temperatur-  
    abweichung von -1,8°C zu aktuellen Referenzperiode 1991-2020 ähnlich wie zuletzt 1996 und 1991 zu kalt   
    ausfiel. Letztmals einen deutlichen Ausschlag nach unten gab es im Frühjahr 1987 (-3,3°C Abw.). In Relation zur   
    vorherergehenden Referenzperiode 1961-1990 wäre der heurige Frühling allerdings recht normal temperiert   
    ausgefallen, da sich diese Jahreszeit binnen des letzten halben Jahrhunderts in Österreich um durchschnittlich 2   
    Grad erwärmt hat. Schließlich ereigneten sich 8 der 10 wärmsten Frühlinge der 250-jährigen Messgeschichte in   
    den 2000er Jahren. Die Niederschlagsbilanz endete trotz des feucht anmutenden Mai mit -15%     
    unterdurchschnittlich. Nassester Ort war der Kärntner Loiblpass mit 532 l/m². Geringer war das Defizit mit -5   
    Prozent bei der Sonnenausbeute, bei der das Tiroler Silian mit 600 Sonnenstunden am meisten abstaubte.  
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Di, 11.05.21 Ein früher 30er wie selten  
     
         
    Das heurige Jahr scheint sich zu einer Kneippkur für Thermometer zu entwickeln. Auf Kalt folgt Warm und   
    sogleich wieder retour. Flockte es in der ersten Maiwoche fast noch bis ins Tal herunter, so drehte am Sonntag   
    und Montag der Südföhn auf und unsere Region erlebte einen der frühesten 30er in den letzten Jahrzehnten.  
         
         
         
    Wetterlage      
         
    Das bei Irland sich einparkende Sturmtief „Hubertus“, dessen Trog weit bis zur Iberischen Halbinsel ausgriff,   
    kurbelte am Wochenende an seiner Vorderseite eine kräftige Süd- bis Südwestströmung an, mit welcher   
    subtropische Luftmassen aus Nordafrika inklusive ein wenig Saharastaub nach Europa geblasen wurden und   
    beispielsweise im Alpenraum einen Anstieg der Luftmassentemperatur in 1.500 m Höhe von 16-18 Grad im   
    Vergleich zu den Vortagen bewirkte.       
         
    Unterstützend verhalf ein Hochdruckgebiet über Osteuropa dem Föhn an der Alpennordseite am Sonntag   
    endgültig zum Durchbruch, wodurch sich von Montag auf Dienstag über Bayern ein Leetief ausformte, dass die   
    Südströmung am Dienstag über dem Alpenhauptkamm zur Sturmstärke antrieb und den Wind in den üblichen   
    Föhnstrichen stürmisch aufleben ließ.       
         
    Im Gegensatz hielt das am Dienstag nordostwärts ziehende Leetief die schon wartende Kaltfront von „Hubertus“   
    noch zurück, ehe diese mit Föhnzusammenbruch in der Nacht auf Mittwoch dann anrücken konnte.    
         
         
    Hintersee als Österreichs Hitzepol      
         
    Die Anströmung passte diesmal genau und mit teils lebhaft durchgreifenden Südföhn stieg das Thermometer bei   
    uns in Hintersee am Sonntag schon auf 29,4°C. Damit waren wir an diesem Tag mit dem Vorarlberger Feldkirch   
    und noch vor Lofer mit 29,2°C der wärmste Ort in Österreich.      
         
    Am Montag kletterten die Temperaturen noch ein Stück höher und erstmals im Jahr 2021 wurde in Österreich die   
    30-Grad-Marke erreicht. Dabei lag der Hitzepol diesmal zwischen Untersberg und Katrin.  Um 14:20 Uhr knackte   
    Salzburg die Schwelle zum Hitzetag und die Station in Freisaal war mit schlussendlich 31 Grad die heißeste in   
    ganz Österreich. Knapp dahinter folgte Bad Ischl mit 30,9°C vor St. Wolfgang mit 30,6°C (beide Oberösterreich),   
    dem Salzburger Flughafen mit 30,5°C und Golling mit 30,1°C.      
         
    Aber auch Hintersee konnte sich in die illustre Runde einreihen, da das Quecksilber um 15:11 Uhr begünstigt   
    durch auflebenden Föhn 30,2°C anzeigte.      
         
         
    Salzburg ist Frühheizer Nummer 1      
         
    So früh im Jahr sind 30 Grad nicht gerade gewöhnlich. Am besten zeigt sich, dass an der Entwicklung des   
    durchschnittlich ersten Dreißigers in der Stadt Salzburg. Zur Mitte des letzten Jahrhunderts war der erste     
    Hitzetag im Jahr gemittelt Anfang Juli an der Reihe. Mittlerweile ist dies bereits ein Monat früher der Fall.     
    Selbstredend, dass ein Termin in der ersten maihälfte die Ausnahme von der Regel darstellt und (noch) ein   
    Ausreißer ist, wie der früheste 30er in der österreichischen Messgeschichte, der am 17. April 1934 eben auch in   
    Salzburg auftrat. Zu dieser Zeit gab es aber noch Jahre ganz ohne heiße Tage mit über 30 Grad.    
         
         
    7. Hitzetag in Hintersee      
         
    In Hintersee ereignet sich ein Tag mit zumindest 30 Grad im Mai nur durchschnittlich alle drei Jahre oder anders   
    gesagt, war es bisher nur 2003, 2005 und 2008 und dann am häufigsten am Monatsende der Fall. So wie beim   
    aktuell gültigen Mairekord von 32,5°C am 29. Mai 2008. Die 30,2°C vom Montag reihen sich damit nicht nur unter   
    die Top Ten im Mai ein, sondern es war nur einer von jetzt sieben heißen Tagen seit Beginn unserer Messreihe   
    2002.      
         
         
    Die 10 wärmsten Maitage in Hintersee      
         
    1 29.05.2008 32,5°C      
      27.05.2008 32,5°C      
    3 30.05.2008 31,0°C      
      05.05.2003 31,0°C      
    5 29.05.2005 30,5°C      
    6 10.05.2021 30,2°C      
    7 06.05.2003 30,0°C      
    8 22.05.2016 29,4°C      
      09.05.2021 29,4°C      
    10 30.05.2005 29,0°C      
      28.05.2005 29,0°C      
      24.05.2007 29,0°C      
      18.05.2002 29,0°C      
      14.05.2007 29,0°C      
      27.05.2005 29,0°C      
      29.05.2018 29,0°C      
         
         
    Früher Hitzeeinbruch selten      
         
    Ein derartiger Hitzeeinbruch, wie wir ihn am Sonntag und Montag mit 29,4°C und 30,2°C erlebten, ist im Tal von   
    Faistenau und Hintersee so zeitig im Jahr nur recht selten anzutreffen. Unsere Messreihe weist nur ein     
    gleichwertiges Vorkommnis auf, als es am 5. und 6. Mai 2003 31 bzw. 30 Grad hatte. Unter Einbezug der Daten   
    der Hydrografischen Station in Faistenau für die letzten sechs Jahrzehnte kommt ebenso nur mehr ein weiteres   
    Ereignis dieser Güte am 14. und 15. Mai 1969 mit jeweils 30 Grad hinzu.      
         
    Quellen: wetter.orf.at, www.austrowetter.at, www.wetterblog.at, www.facebook.com (Seite ZAMG)    
         
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    Sa, 01.05.21 Rückblick April: Der Winter hat Nachholbedarf  
     
         
    + 120 cm Neuschnee      
    + 10 Schneefalltage      
    + 4,0°C mittlere Temperatur      
    + 13 Frosttage      
         
    Das Teppich überzogene Liegemöbel, das Sigmund Freud Zeit seines ärztlichen Wirkens im Behandlungs-  
    zimmer drapiert hatte, wäre für eine gespaltene Persönlichkeit wie den April wohl der rechte Platz, um mal über   
    so Einiges zu reden. Das oft strapazierte Rangeln der Luftmassen im zentralen Frühlingsmonat konnte wohl ein   
    konträreres Bild als in den Aprilmonaten 2020 und 2021 nicht zeichnen. Gab es im Vorjahr noch viel Sonne und   
    ungewöhnliche Wärme, so dominierten heuer über zwei Drittel des Monats polare Ausflüsse mit Spätwinterwetter   
    und für die Jahreszeit außerordentlichen Schneemengen und einem in Zeiten treibender Erwärmung ungewohn-  
    ten Tiefgang der Temperaturen.      
         
    Mit Einzug des Aprils und dem beginnenden Höhepunkt der Osterzeit stellte sich auch die Großwetterlage um   
    und schon an den letzten der Kartage öffnete ein zum Baltikum ziehendes Tief an seiner Rückseite die Tür für   
    eine nordwestliche Höhenströmung, die vorerst nur zaghafte und in der ersten ganzen Aprilwoche für die     
    Jahreszeit ungewöhnlich starke Schneefälle brachte. Hochdruck hatte sich über dem Nordostatlantik bis nach   
    Grönland aufgeplustert, sodass sich vom Nordmeer her ein markanter Tiefkomplex nach Skandinavien schieben   
    konnte, welcher Mitteleuropa unter den mit Kaltluft gefüllten Trog versinken ließ. Eine kurzzeitige Vorderseiten-  
    lage, die sich zum ersten Dekadenwechsel aufbäumte und ein Hoch über den Balkan stützte, sorgte für ein recht   
    mildes Intermezzo mit südlicher Luft samt Saharastaub. Doch bald war dies vorbei und der nächste Tiefkomplex   
    mit Zentrum bei Skandinavien und einem bis zu einem zweiten Drehzentrum über der Iberischen Halbinsel   
    reichenden Trog, zog in den Alpenraum herein, wodurch die nächste Phase mit Schneefällen ausgelöst wurde.   
    Zusätzlich schaffte eine Italientiefentwicklung feuchte Luft aus dem adriatischen Raum nach Österreich. Hinter   
    der Monatsmitte eroberte der Hochdruck den Norden Europas bis nach NW-Russland zurück, weshalb die   
    Zufuhr der polaren Luft abgeschnitten wurde und der verbleibende Tiefdruck über Osteuropa in Verbindung mit   
    einem Tief über dem westlichen Mittelmeer mit der abgestandenen Kaltluft vorort arbeiten musste und sich   
    sukzessive eine Milderung unter weiterem Störungseinfluss durchsetzte. Ein von der Nordsee durchschwenk-  
    ender Trog zeichnete nach dem zweiten Dekadenübergang für wechselhaftes Aprilwetter verantwortlich, ehe sich   
    aus Nordwesten Hochdruck auf den Kontinent schob und die letzte Woche des Aprils unter Temperaturanstieg   
    freundlich und frühlingshaft gestaltete mit einem Schönheitsfehler am letzten Tag des Monats.      
         
    In Österreich war der April 2021 ein sehr seltenes Exemplar, indem er nicht nur zu kalt, sondern auch deutlich zu   
    trocken ausfiel. Ein kühler April geht normalerweise mit feuchten Verhältnissen einher, trocken bleibt es in   
    hochdrucklastigen und warmen Zeiten. So gab es Kombinationen wie diesmal nur in den Jahren 1861, 1875 und   
    letztmals 1982. Das bundesweite Niederschlagsdefizit betrug 53 Prozent, wodurch es der achttrockenste April   
    der Messreihe wurde. Staubiger war es zuletzt im April 2007 mit sogar -84%. Am Podium der trockensten   
    Aprilmonate flankiert wird der April 07 von seinen Vorgängern aus 1865 (-86%) und 1893 (-80%. Nassester Platz   
    Österreichs war der Sonnblick mit 128 l/m². Allgemein zeigt der April in Österreich einen Trend zur Nieder-  
    schlagsvermeidung. Im Vergleich zum Referenzmittel 1961-90 waren 17 der 21 Aprilmonate in den 2000er   
    Jahren zu trocken. Im Verhältnis zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 immerhin auch noch 13. Bezogen   
    auf die gültige Vergleichsperiode war der April 2021 zudem mit einer Abweichung von -2,7°C relativ kalt und der   
    frischeste seit 1997 in Österreich. Allerdings sind die Temperaturen vor allem im April innerhalb der letzten 3   
    Jahrzehnte massiv angestiegen, sodass der heurige April im Vergleich zum Mittel 1961-90 nur eine Abweichung   
    von -1,2 Grad aufwies. Der kälteste in Österreich gemessene April stammt übrigens aus dem Jahr 1817 und war   
    noch um knapp 4 Grad kälter. Die Sonnenscheindauer bilanzierte mit einem größeren West-Ost-Gefälle, wobei   
    von Vorarlberg bis ins westliche Kärnten es bis zu einem Viertel mehr an Sonne gab und im Osten des Landes   
    an gleichen Anteilen zu wenig. Bundesweit ermittelte sich ein Minus von 8 Prozent. Sonnenreichster Ort war   
    Rohrspitz (Vorarlberg) mit 231 Stunden.      
         
    Für die Ladenbachmetropole war der heurige April in Sachen Temperaturen lange Zeit auf einem absoluten   
    Negativkurs. Schließlich folgte einer recht kühlen ersten Dekade das kälteste zweite Monatsdrittel für einen April   
    in unserer Messreihe. Doch das nur mehr leicht unter Normal seiende Schlussdrittel brachte ex aequo mit 2008   
    und einem Mittel von 4,0 bei einer Abweichung von -2,4 Grad den drittkältesten April an unserer Station ins Ziel.   
    Noch frischer war es im April 2003 (3,6°C). Im Vorjahr fiel der April mit 9,2°C noch extrem warm aus. Der hiesige   
    April wollte demnach nicht so kalt werden wie der österreichische. Anhand der Daten der Hydrografischen   
    Station Faistenau fanden sich kalte Aprilmonate mit gleicher oder größerer negativer Temperaturabweichung in   
    den Jahren 1965, 1970, 1979, 1980 und 1982. Für den in der Österreichbilanz erwähnten April 1997 liegen keine   
    Werte vor.      
         
    Der April 2021 produzierte wie der in 2008 mit 13 die meisten Frosttage und mit 14 die höchste Zahl an kalten   
    Tagen seit 2017 (16). An Eistagen schrammten wir mit den beiden viertniedrigsten Tagesmaxima von +0,3°C am   
    6. und 7. April hauchdünn vorbei. Dafür sank am 9. April das Quecksilber auf den Monatstiefstwert von -4,7°C   
    und kletterte nur zwei Tage später auf das Maximum von +20,3°C hinauf.      
         
    Die mittlere Temperatur des ersten Quartals 2021 liegt heuer nur ganz leicht über dem langjährigen Schnitt, was   
    den kühlsten Jahresstart seit 2013 bedeutet. Noch im Vorjahr waren wir zur gleichen Zeit noch außerordentlich   
    überwärmt.      
         
    Abseits der Temperaturen sorgten die Schneefälle für das größte Aufsehen und unsere Messreihe bekam mit   
    einer Neuschneesumme von 120 cm bei einer Abweichung von plus 431 Prozent einen neuen Stationsrekord,   
    der den bisherigen Bestwert von 94 cm aus dem April 1997 deutlich hinter sich ließ und den laut der     
    Hydrografischen Station Faistenau ebenso recht schneereichen Aprilmonaten 1973 (121 cm) und 1977 (128 cm)   
    glich. Eine absolute Ausnahme stellt weiterhin der April 1980 mit 260 cm dar. Den größten Neuschneezuwachs   
    gab es mit 28 cm am 7. April und auch die 26 cm vom Tag danach sowie die 20 cm vom Vortag schafften den   
    Sprung unter die ersten Zehn der verschneitesten Apriltage. Es gab zum zweiten Mal nach 2001 in einem April   
    noch 10 Schneefalltage (+6 Tage). Die geschlossene Schneedecke konnte dazu an 19 Tagen beobachtet   
    werden. Ihren Höchststand erreichte sie mit 43 cm am 8. April.      
         
    Richtig mager fiel hingegen die Regenbilanz aus, denn es akkumulierten sich nur 28 l/m², ein Minus von 72%,   
    welche lediglich von den Regensummen im April 2008 (25,5 l/m² und 2007 (25 l/m²) unterboten wurden. Die   
    kleine Menge verteilte sich dabei auf 8 Regentage (-4 Tage).      
         
    Von den Regentagen waren zwei auch als Gewittertage zu registrieren. Das erste Gewitter des Jahres donnerte   
    am Abend des 1. April, dem Gründonnerstag, nur leise über dem Gemeindegebiet und ließ etwas Regen fallen.   
    Einen kräftigen Guss samt Graupelschauer, der vor allem in Richtung Oberasch kurzzeitig eine Graupeldecke   
    ausbildete, brachte die zweite Zelle im April, die am 22. April mit 9 l/m² diesen Tag zugleich zum regenreichsten   
    des Monats machte.      
         
    Gegenteilig zum österreichweiten Ergebnis lag die Niederschlagsmenge in Hintersee mit 104,5 l/m² bei -4%   
    Abweichung im erwartbaren Maß. Eine Kombination aus anfänglichen Regen und Schneefall machte den 6. April   
    mit 17 l/m² zum niederschlagreichsten Tag im April, der vom 23. bis zum 29. April auch noch eine 7-tägige   
    Periode ohne Niederschlag zu bieten hatte.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Fr, 09.04.21 Strammer Osterwinter mit einem dreiviertel Meter  
     
         
    Begann die vergangene Karwoche noch sonnig und recht warm, so kündigte sich zum Höhepunkt der Ostertage   
    eine Wetteränderung an, die mit Ende der Feiertage einen herben Rückfall in den Winter und damit für Schnee-  
    freunde ein verspätetes Triduum Sacrum brachte, während die Wärmeliebhaber wieder in die Fastenzeit zurück   
    versetzt wurden. Von Dienstag bis Donnerstag erlebten wir einen Vorstoß polarer Kaltluft, welche die größten   
    Schneefälle an drei aufeinander folgenden Apriltagen seit 41 Jahren begründete.      
         
         
    Wetterlage      
         
    Ein blockierendes Hochdruckgebiet zwischen Grönland und Irland hatte bereits an den Vortagen die atlantische   
    Tiefdruckmaschine aus dem Spiel genommen, sodass die Frontalzone weit hinauf in das europäische Nordmeer   
    ausweichen musste. Dort entwickelte sich abseits der Osterfeierlichkeiten das Sturmtief „Uli“, welches am   
    Ostermontag Norwegen erreichte. An seiner Vorderseite hielt sich über dem Alpenraum noch ein Zwischenhoch,   
    in welches mit einer föhnigen Südwestströmung vorübergehend warme Luft gesteuert wurde. Am Abend des   
    Ostermontags traf schließlich mit lebhaftem NW-Wind die Kaltfront ein und dahinter floss sehr rasch auf direktem   
    Weg aus Norden eine Luftmasse arktischen Ursprungs nach Mitteleuropa. Der der Kaltfront folgende Trog   
    gelangte in der Nacht auf Dienstag über unser Land ostwärts hinweg und fand seine Parkposition über dem   
    östlichen Mitteleuropa, sodass auf der Trogrückseite nicht nur die nördliche Strömung an den Folgetagen   
    erhalten blieb, sondern in diese eingelagerte Randtröge südwärts abliefen und an die Alpennordseite klatschten.   
    Das steuernde Sturmtief verlagerte sich unterdessen langsam über Nordskandinavien ostwärts und verlor erst im   
    Laufe des Donnerstags seinen Einfluss in Österreich durch Abzug seines Troges ostwärts und dem nachrückenden   
    Hochdruck aus Nordwesten.      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Großwetterlage an Mittwochmitternacht      
         
         
   
   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
      Bild: Temperatur der Luftmasse in 1.500 m Höhe an Mittwochmitternacht    
         
         
    Wetterwechsel mit Temperatursturz      
         
    Bei uns in Hintersee vollzog sich der Wetterwechsel von Ostermontag auf Dienstag binnen 18 Stunden, in denen   
    es erst am Nachmittag des zweiten Osterfeiertages mit +16,1°C noch frühlingshaft mild war und nach Durchzug   
    der Kaltfront am Abend rasch abkühlte. Die einsetzenden Regenschauer gingen auch zeitnah in nassen     
    Schneefall und über Nacht in Schneeschauer über, da bis zum Morgen das Thermometer auf -3,7°C gefallen   
    war. Im Vergleich zum Vortag ein Rückgang von 20 Grad.      
         
         
    Kaltluft flutet alle Höhen      
         
    Der Ausbruch der arktischen Kaltluft auf die Mitte des Kontinents war in allen Höhenlagen sehr markant und   
    sicher am oberen Bereich des zur Jahreszeit möglichen angesiedelt. So rasselten die Temperaturen etwa am   
    Kolomannsberg am Dienstag auf -6,5°c nach unten, an der Rudolfshütte auf -15,6°C und am Sonnblick auf –  
    20,5°C. Am Mittwoch verharrten die Temperaturen auf gleichem Niveau, um am Donnerstag eine     
    Frostabmilderung zu bringen.      
         
    Da es auch in rund 5 km Höhe eine Abkühlung auf etwa -40 Grad gab, war die Luftschichtung recht labil,     
    wodurch die durchwandernden Tröge sowie die Sonneneinstrahlung es leicht hatten, in der brodelnden Luft   
    zahlreiche Schauer zu generieren. Denn woraus im Sommer mehrheitlich Gewitter entstehen, kann in einer   
    Übergangsjahreszeit zu Schauern mit flockigem Niederschlag führen, wenn die Luftmasse kalt genug ist.     
    Entscheidend ist dabei mehr die vertikale Differenz als die absolute Temperatur in einer Höhe.    
         
         
    74 cm an drei Tagen      
         
    Am Dienstag und Mittwoch gab es richtiges Aprilwinterwetter mit einem schnellen Wechsel aus teils starken   
    Schneeschauern und trockenen Phasen, in denen sich eher am Dienstag auch kurz die Sonne zeigte, ehe der   
    nächste Schauer mit Wind ins Tal zog.  So sammelten sich am Dienstag 20 cm und am Mittwoch sogar 28 cm   
    Neuschnee.       
         
    An beiden Tagen blieb es dazu für April recht kalt und mit dem zweimaligen Höchstwert von +0,3°C waren es die   
    geteilt viertkältesten Apriltage unserer Messreihe (seit 2002). Zuletzt kälter war es am 19. April 2017 mit genau 0   
    Grad.      
         
    Die Nacht auf Donnerstag brachte nochmals für einige Stunden anhaltenden starken Schneefall, der am Vormittag   
    langsam ausklang, sodass erneut 26 cm Neuschnee hinzukamen.       
         
    Insgesamt summierten sich an diesen drei Tagen 74 cm Neuschnee, die die Schneedecke wieder für das ganze   
    Gemeindegebiet zurückholten und sie an unserer Station bis auf 43 cm am Donnerstagabend ansteigen ließen.   
         
         
    Schneereichster Wintereinbruch seit 1980      
         
    Einen neuen Tagesrekord für einen Apriltag gab es an unserer Wetterstation nicht, obwohl die 28 cm vom   
    Mittwoch nahe dran waren und sich auf den 3. Platz einreihten. Als größter Schneefall an einem Apriltag unserer   
    Messreihe (seit 1988) verblieben weiterhin die 30 cm vom 12. April 1994 gefolgt von den 29 cm am 7. April 2003   
    an der Spitze. Das aktuelle Ereignis konnte jedoch gleich drei Platzierungen unter den ersten Zehn einheimsen.  
         
         
    Größte Tagesneuschneemengen im April   Niedrigste Tagesmaxima im April    
         
    1 12.04.1994 30,0 cm   1 06.04.2003 -1,0°C    
    2 07.04.2003 29,0 cm   2 19.04.2017 -0,1°C    
    3 07.04.2021 28,0 cm   3 05.04.2003 0,0°C    
    4 06.04.2003 27,0 cm   4 06.04.2021 0,3°C    
    5 08.04.2021 26,0 cm     07.04.2021 0,3°C    
    6 15.04.1995 25,0 cm   6 08.04.2012 0,8°C    
      16.04.1997 25,0 cm   7 01.04.2013 1,1°C    
    8 19.04.2017 24,0 cm   8 20.04.2017 1,3°C    
    9 01.04.1995 20,0 cm   9 15.04.2008 1,5°C    
      04.04.1996 20,0 cm     02.04.2008 1,5°C    
      06.04.2021 20,0 cm      
         
         
    Da Wintereinbrüche im April jetzt keine Seltenheit darstellen, reichte diese Neuschneemenge demnach auch   
    nicht für eine Überbietung des Monatsrekordes, weil andere Aprilmonate es durchaus öfter schneien ließen,   
    wodurch sich eine Alternative ergab, die Schneesumme zu steigern. Größere Neuschneemengen hatte es in der   
    Regel bei Einzelereignissen, die auf einen oder zwei Tage begrenzt sind. daher fand sich in der Messreihe der   
    Wetterstation kein Vorkommnis, bei dem es in einem April an drei aufeinander folgenden Tagen derart viel   
    schneite. Einzig die Tage vom 6. bis 8. April 2003 kamen mit einer Schneesumme von 64 cm in die Nähe.  
         
    Die schneereichsten mehrtägigen Ereignisse entlockten wir den Daten der Hydrografischen Station Faistenau,   
    die uns in den bislang mit Abstand winterlichsten April zurückführten. 1980 schneite es vom 22. bis 25. April 97   
    cm, wobei es am 23. April einen halben Meter Neuschnee gab. Zuvor waren vom 3. bis 5. April schon 81 cm   
    Schnee gefallen. Zwischen dem 5. und 7. April 1979 flockte es 75 cm und wie heuer 74 Zentimeter waren es   
    vom 9. bis zum 12. April 1977, wie unsere Reise durch die letzten 5 Jahrzehnte ergab.      
         
         
    Frostnacht auf Freitag      
         
    Bis Donnerstagabend klarte der Himmel auf und die Nacht auf Freitag verlief durch die Bank frostig, weshalb es   
    in Österreich nur in Bregenz, Fraxern, Feldkirch (alle Vorarlberg) und der Wiener Innenstadt als Einziges frostfrei   
    blieb.       
         
    Gezittert hatten im Osten Österreichs jedoch Obst- und Weinbauern, da ihre Pflanzen Frostschäden zu erleiden   
    drohten. Waren diese doch infolge der unnatürlichen Wärme in Februar und März frühzeitig aus der Winterruhe   
    erwacht.      
         
    In Hintersee war es mit einem Tiefstwert von -4,7°C zwar für die Jahreszeit beachtlich frisch, es reichte aber wie   
    in ganz Salzburg zu keinen allzu ungewöhnlichen Marken. Im Osten Österreichs wurden dagegen stellenweise   
    neue Stationsrekorde wie in Bad Mitterndorf (-11,8°C, Steiermark) oder Windischgarsten (-9,9°C, Oberöster-  
    reich) erzielt. Der bundesweite Frostrekord für April von -19,7°C, aufgestellt in Seefeld (Tirol) am 8. April 2003,   
    lag außer Reichweite.      
         
    Ein Kuriosum erlebte St. Andrä im Lavanttal (Kärnten). Hier gab es am 31. März mit +25,5°c noch einen neuen   
    Wärmerekord für März und lediglich acht Tage später mit -7,1°C einen frischen Kälterekord für April. Damit   
    standen die Kärntner sinnbildlich für die Achterbahn der aktuellen Witterung.      
         
    Quellen: www.wetterzentrale.at, www.austrowetter.at, www.zamg.ac.at      
         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Tagestemperaturen >> Winterstatistik  
     
     
         
    So, 04.04.21 Weihnacht im Schnee, Ostern im Klee  
     
         
    Aber stimmt das wirklich? Wer erinnert sich nicht gerne an das frühsommerliche Osterfest im Vorjahr oder träumt   
    von rieselnden Flocken am Heiligen Abend? Wir haben für euch einmal in unserem Klimaarchiv gekramt und die   
    eingangs erwähnte Bauernregel für die letzten 25 Jahre auf den Prüfstand gestellt.      
         
    Eine Weihnacht im Schnee ist in unserer Gegend ja noch keine Seltenheit, Schneefall am Heiligen Abend in   
    Wirklichkeit aber beinahe eine Rarität, denn alleine geschneit hat es nur 1996. 2008, 2010, 2011 und 2018 gab   
    es Regen und ein bisschen Neuschnee. Meist verlief der 24. Dezember jedoch trocken oder mit etwas Regen.  
         
    So variabel wie der Termin für das Osterfest fallen kann, zeigte sich an den Ostersonntagen auch das Wetter.   
    Demnach standen die Chancen gut, dass der Osterhase öfter bei winterlichen Verhältnissen ausrücken durfte als   
    das Christkind. Immerhin in 6 von 25 Jahren schneite es (1997, 2005, 2008, 2012, 2013, 2015), wobei der   
    Ostersonntag am 8. April 2012 mit 20 cm Neuschnee sehr winterlich anmutete. 7x regnete es (1999, 2006, 2007,   
    2010, 2014, 2017, 2018). Dabei richtig ins Wasser fiel Ostern am 16. April 2017 mit 36 l/m² Regen. 1998, 2001   
    und 2004 gab es Niederschlag in flüssiger sowie fester Form. In den restlichen Jahren war das Wetter trocken   
    und mitunter sogar vorsommerlich warm. So zählen die plus 27 Grad vom Ostersonntag am 23. April 2000 zu   
    den wärmsten Apriltagen, sein Fell am meisten brauchte der Hase zu Ostern am 23. März 2008, wo es mit   
    morgendlichen -4 Grad am kältesten war. Frostige Ostern ereigneten sich 7 Mal, über 20 Grad hatten wir schon   
    5 Mal.       
         
    Am tiefsten in einer Schneedecke vergraben ließen sich die bunten Eier 2005, 2006 und 2009, als noch     
    zwischen einem halben und einem ganzen Meter Schnee herum lag.      
         
    Mit diesem kleinen Rückblick wünscht euch die Wetterstation Hintersee ein frohes Osterfest!      
         
     
         
    Fr, 02.04.21 Vorläufige Winterbilanz 2020/21  
     
         
    Der diesmalige Winter offerierte ein Wechselbad aus Witterungen. Dem sehr zeitigen Start Ende September   
    folgte ein langes, sehr mildes Nichts bis zu den Weihnachtsfeiertagen, das bereits einen nächsten Ausfall wie im   
    Vorwinter befürchten ließ. Doch im Jänner kam der Winter seinem nahmen angemessen mit normalen     
    Temperaturen und ernst zu nehmenden Schneemengen ins Land. Die gewonnenen Schneefreuden zerronnen   
    im Februar und frühen März unter teils massiven Wärmeeinschüben, ehe der Winter eine ungewöhnliche     
    Rückkehr antrat, die mit dem Märzausklang wieder in eine recht warme Phase überging.      
         
    Den ersten Schneefalltag des Winters 20/21 gab es bei einem Kaltlufteinbruch am 25. September mit 0,5 cm. In   
    der Nacht auf den 26. September kamen nochmals 1,5 cm hinzu, sodass es der früheste messbare Schneefall in   
    der Messreihe der Wetterstation wurde. Bislang war dies 1994 und 2003 jeweils am 6. Oktober der Fall gewesen.   
    Nachhaltig war der frühe Vorstoß allerdings nicht, denn weder im Oktober, noch im November kamen     
    nennenswerte Schneefälle zusammen und da selbst der Dezember mit nur 49 cm zu den acht schneeärmsten   
    seiner Zunft gehörte blieb der Start in den Winter enttäuschend. Der Februar tat es dem Dezember gleich und   
    mit mageren 29 cm fanden sich nur wenige Feber mit noch weniger Schnee. Bereits zum achten Mal in Folge   
    schaffte der Februar nicht mehr eine durchschnittliche Neuschneemenge.       
         
    Ganze 10 Jahre hintereinander passierte das im März. Im abgelaufenen Winter ragte der März als schnee-  
    reichster Monat des Winters mit 225,5 cm aber deutlich heraus und konnte neben dem Jänner mit 212 cm   
    als jeweils Sechste unter Ihresgleichen die Winterbilanz entscheidend aufbessern. Mit Plus 121 bzw. 72 Prozent   
    waren die Beiden jene Monate mit Zugewinnen, während die anderen Einbußen zwischen 61 und 98 Prozent   
    aufwiesen.      
         
    Der März 2021 erreichte damit fast im Alleingang bis auf 2 cm die Schneesumme des gesamten Vorwinters und   
    war im Winter 20/21 erstmals seit 23 Jahren wieder der schneereichste Monat eines Winters. Zuvor gelang das   
    bereits in den Wintern 1987/88, 1992/93 und 1996/97.      
         
    Die Neuschneesumme des Winters 20/21 belief sich schlussendlich auf 520 cm und war mit einem leichten   
    Minus von 7,8% im Mittelfeld angesiedelt.      
         
    Den größten Tagesschneefall gab es mit 55 cm am 26. Jänner. Insgesamt ereigneten sich 54 Schneefalltage (-3   
    Tage), der letzte mit 1 cm am 23. März. Die meisten Schneefalltage entfielen dabei mit 18 auf den Jänner.  
         
    Die Schneedecke hielt sich von ihren ersten Auftreten am 20. November mit einigen Unterbrechungen über 110   
    Tage (-20 Tage, Stand 31. März) an der Wetterstation geschlossen und erreichte am 26. Jänner mit 104 cm   
    ihren Höchststand. Einzig im Jänner und Februar blieb die Schneedecke den ganzen Monat über durchgehend   
    erhalten, taute Anfang März kurzzeitig ab und kam am 22. März mit 93 cm zu einen zweiten Höhepunkt.     
    Zwischenzeitlich waren im Februar schon weite Teile Oberaschs ausgeapert gewesen.      
         
    Verantwortlich für die verfrühte Frühlingseinkehr im Februar war eine drastische Wärmewelle, die neue     
    Tagesrekorde für diesen Monat brachte. Ähnlich mild war es schon im Dezember. Mit einem ausgleichenden   
    Jänner wurde der klimatologische Winter (Dezember bis Februar) 20/21 mit einem Mittel von 0,0 Grad zum   
    viertwärmsten unserer Messreihe hinter 2015/16 (+1,4°C), 2019/20 (+1,2°C) und 2013/14 (+0,7°C). Damit haben   
    sich die fünf wärmsten Winter in den letzten 7 Jahren ereignet, unter den 10 wärmsten befinden sich nur mehr   
    Winter seit 2012/13 zzgl. des Winters 06/07. Vergleicht man die erste Hälfte unserer zwei Jahrzehnte     
    umfassenden Messhistorie mit der zweiten, so sind die Winter um durchschnittlich 2,6 Grad wärmer geworden.  
         
    Auch die Mitteltemperatur des erweiterten Winters von November bis März ergab für heuer +1,1°C und lag damit   
    als Sechsplatzierte um immerhin 1,4 Grad über den Normal.      
         
    Die kälteste Temperatur zeigte das Thermometer diesen Winter mit -14,9°C am 13. Februar. Es war einer von 22   
    Eistagen (-14 Tage). Dazu kamen 99 Frosttage (-18 Tage). Wiederum fehlten diesen Winter zumindest zwei   
    Wochen mit Dauerfrost.       
         
    Auswertung bis zum 31.03.2021.      
         
    Links: >> Monatsvergleich Neuschnee >> Wintervergleich Temperatur >> Winterstatistik  
     
     
         
    Mi, 31.03.21 Rückblick März: Der Winter zeigt die Hörner  
     
         
    + 225,5 cm Neuschnee      
    + 209 l/m² Niederschlag      
    + 2,0°C mittlere Temperatur      
    + 1 Eistag      
         
    Malträtiert von kräftigen Wärmeeinschüben zeigte der Winter dem zu früh hereinbrechenden Vollfrühling nochmal   
    die Hörner und der März 2021 wurde in seiner Mitte ungewohnt schneereich und kühl. Erstmals seit einem   
    Jahrzehnt, in dem die Erwärmung ordentlich zu und der Neuschnee enorm abgenommen hatten, erinnerte der   
    März wieder an jene der alten Garde.      
         
    In den März ging es mit sich von Britannien her bis auf den Balkan ausbreitenden Hochdruck, der für eine   
    Verlängerung der Wärmewelle aus dem Februar sorgte. Tiefdruckzentren hielten sich über Skandinavien und   
    dem westlichen Mittelmeerraum hinauf bis zur Biskaya. Zur Mitte der ersten Dekade schafften es Tiefs im   
    Nordwesten wieder Störungseinfluss bis in den Alpenraum voran zu bringen und etablierten schließlich einen   
    Trog über Osteuropa, der knapp über den Dekadenwechsel hinaus für unbeständiges Wetter an der Vorderseite   
    eines Hochs über NW-Europa verantwortlich war. Ein sich dahinter befindliches Islandtief drückte den Hochdruck   
    mit einer kurzen Föhneinlage über den Kontinent ostwärts und zur Monatsmitte stellte sich eine recht winterliche   
    Phase ein. Wiederholt zogen nun Tiefs von Nordwesten nach Skandinavien und via Mitteleuropa stieß Kaltluft im   
    zum Mittelmeerraum reichenden Trog in den Alpenraum vor. Der Atlantik war durch ein blockierendes Hoch, das   
    von den Azoren bis Großbritannien und Grönland reichte, aus dem Spiel genommen. In Richtung astronomischer   
    Frühlingsbeginn kam der Hochdruck etwas mehr nach Skandinavien voran und der Trog wies einen Einfluss-  
    bereich vom Baltikum bis nach Nordafrika auf, in welchen erst ein Tief bei der Ukraine und später nochmals   
    Tiefdruck über dem Nordmeer weitere Fronten an die Alpen lenkten. Erst nach einigen Tagen im letzten     
    Monatsdrittel eroberte der Hochdruck von den Briten her Westeuropa und bekam alsbald auch die Mitte des   
    Kontinents unter seine Fittiche, sodass der Winter gehen musste. Auch wenn dieses Hoch nach Osten     
    abwanderte und ein Britannientief am letzten Märzwochenende minimal störte, setzte sich der Hochdruck bis   
    zum Monatsende endgültig durch, wo er schließlich von der Atlantikküste im Westen bis zum Ural im Osten   
    langte und dem Alpenraum eine sehr warme Periode bescherte.      
         
    Im Land zwischen Boden- und Neusiedlersee verlief der März 2021 mit einem Hin und Her zwischen Vollfrühling,   
    Winter und Frühsommer, denn die letzten Märztage brachten die ersten meteorologischen Sommertage mit   
    Höchstwerten über 25 Grad nach Österreich. Davor sorgte ein beinahe landesweiter Wintereinbruch für ein eher   
    kühles Märzgefühl, welches bei genauerer Betrachtung nur teilweise korrekt war. Bezogen auf das neue     
    Klimareferenzmittel 1991-2020 war der März mit einer Abweichung von -0,8°C tatsächlich etwas zu frisch. In   
    Relation zur Periode 1961-90 fiel er um 0,5 zu mild aus. Eindeutig und das zum achten Mal in Folge zeigte sich   
    ein minus beim Niederschlag, der den März um bundesweit 50 Prozent zu trocken machte. Über drei Viertel war   
    das Defizit dabei im Süden und Osten, allein die Nordstaulagen vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut   
    bilanzierten ausgeglichen und dort fand sich mit dem Vorarlberger Mittelberg und 181 l/m2 auch der nasseste ort   
    Österreichs. Bemerkenswert waren die 20 cm Neuschnee am 19. März in der Stadt Salzburg. Hier war dies   
    hinter den 26 cm vom 13. März 1988 die zweithöchste Tagesmenge in einem März. Führend bei der Zahl der   
    Sonnenstunden war Silian (Osttirol) mit 231. Generell schien die Sonne in Österreich um 9% länger als üblich.   
    Mit bis zu einem Drittel mehr bekamen der Süden und Südosten die meiste Sonne ab.      
         
    In Hintersee akkumulierten sich insgesamt 209 l/m² an Regen und Schnee, was um 40% über dem Durchschnitt   
    lag und es somit trotz der Hochdruckdominanz am Anfang und Ende einen zu feuchten März ergab. Mit 28 l/m²   
    war der 16. März der niederschlagsreichste Tag des Monats, dagegen blieb es vom 28. Februar bis zum 4. März   
    fünf Tage am Stück trocken.      
         
    Eher wenig zur Niederschlagsbilanz bei trugen die 47 l/m² an Regen, die mit einem minus von 66 Prozent den   
    niedrigsten Wert seit 2016 darstellten und den heurigen März zu einem der 5 regenärmsten machten. Ebenso   
    seit fünf Jahren gab es mit 6 (-4 Tage) die wenigsten Regentage. Der verregnetste tag war dabei der 12. März   
    mit 20,5 l/m².      
         
    Ganz anders sah es beim Neuschnee aus, denn der März konnte nach einer Dekade mit Schneearmut wieder an   
    alte Leistungen anknüpfen. Mit einer Neuschneesumme von 225,5 cm und einem Plus von 121% zum     
    langjährigen Mittel erlebten wir den schneereichsten März seit 12 Jahren (2009 mit 235 cm), der sich unter   
    Seinesgleichen hinter dem Rekord 1988 (395 cm) sowie 1995, 1998, 1993 und eben 2009 auf dem 6. Platz   
    einreihte. Der diesjährige März zeigte hierbei sein winterliches Gesicht, dass er seit dem letzten durchschnittlich   
    verschneiten März im Jahr 2010 komplett eingebüsst hatte. So waren die gemittelten Neuschneemengen für   
    März von den durchwegs stabilen Werten der 90er und 00er Jahre im Zeitraum 2011-20 um drastische 71   
    Prozent eingebrochen, sodass der heurige März im Vergleich zum Mittel bis 2010 nur knapp drei Viertel mehr an   
    Schnee brachte, im Gegensatz zum Mittel der letzten 10 Jahre war es beinahe das 6-fache, wodurch sich der   
    März 21 subjektiv wahrscheinlich noch winterlicher anfühlte.      
         
    Der Neuschnee rieselte dabei an 14 Schneefalltagen (+5 Tage) aus den Wolken, so viele wie seit 2013 nicht   
    mehr. Alleine an drei Tagen schneite es mehr als 30 Zentimeter, was es seit dem März 2009 nicht mehr tat.   
    Neben dem 16. März mit 32 cm und dem 17. März mit 33 cm war der 20. März mit 35 cm der verschneiteste Tag   
    in diesem Monat. Es war zudem die höchste Tagessumme seit den 38 cm vom 26. März 2009 und die     
    Rückeroberung des obersten Platzes in der Wertung des durchschnittlich schneereichsten Wintertages.    
         
    Die Schneedecke kämpfte am Monatsbeginn heftig gegen das Abschmelzen, weshalb der 7. bis 9. März als   
    Tage mit einer geschlossnen Schneedecke ausfielen und am Ende 28 übrig blieben. Nach dem Minimum zu   
    anfangs erreichte die Schneedecke am 22. März mit einer Höhe von 93 cm ihren Höchststand.    
         
    Am höchsten hinauf kletterte das Thermometer ganz am Ende des Monats und der 30. März mit +18,6°C sowie   
    das Monatsmaximum von +18,8°C am 31. März schafften gemeinsam den Sprung unter die 10 wärmsten   
    Märztage. Hingegen war das Minimum vom -6,7°C am 21. März zugleich der einzige Tag im März, wo die   
    Temperatur den gesamten Tag unter dem Gefrierpunkt blieb. Es war der einzige Eistag im März, der erste seit   
    2018. Hinzu kamen noch 23 Frosttage und 20 kalte Tage. Die mittlere Temperatur lag bei 2,0 Grad und mit einer   
    Abweichung von 0,3°C nur leicht im Plus, was demnach einen durchschnittlichen März bei uns ergab. Das erste   
    Drittel war markant zu mild, das zweite ein Stück zu kühl und die Schlussdekade ausgeglichen.    
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
    Links: >> Tagesniederschläge >> Mantsvergleich Regen >> Monatsvergleich Temperatur  
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    Mo, 01.03.21 Rückblick Februar: 5 Tage verhindern nächsten Wärmerekord  
     
         
    + 94,5 l/m² Niederschlag      
    + 29 cm Neuschnee      
    + 15,6°C neuer Tagesrekord      
    + 1,1°C mittlere Temperatur      
         
    Neben dem astronomischen hinkte heuer auch der meteorologische Frühlingsbeginn am 1. März eindeutig der   
    Realität hinterher. Nachdem der Februar 2020 in Punkto Wärme schon neue Maßstäbe gesetzt hatte, stemmte   
    sich diesmal ein fünftägiges Polarluftgastspiel erfolgreich gegen eine abermalige Verbesserung. Dennoch   
    brachte der zweite Monat des Jahres echtes Frühlingswetter ins Land, wo eine grassierende Schneearmut zur   
    Randnotiz verkam.      
         
    Der zweite Monat des Jahres übernahm die Großwetterlage des ausgehenden Jänners und die erste Woche war   
    von der recht milden Schlagseite der Frontalzone geprägt, da das Wetter von Tiefs aus Nordwesteuropa     
    bestimmt wurde. Die ursprünglich nur im Mittelmeerraum herrschende Hochdominanz dehnte sich ab dem ersten   
    Februarwochenende mit einem separaten Zentrum über Skandinavien aus. Der Tiefdruck wirbelte über NW-  
    Russland, weiterhin Britannien und der Iberischen Halbinsel. Von Letzterer zogen zwei Tiefs nordostwärts und   
    zapften die nordische Kaltluft an, welche vorerst bis ins nordöstliche Mitteleuropa vorankam. Denn im Alpenraum   
    hielt sich, unterstützt von Italientiefs, die warme Luft. Ein Unterschied von bis zu 25 Grad wurde aufgerissen.   
    Nach dem ersten Dekadenwechsel setzte sich der südskandinavische Hochdruck mehr in Richtung Mitteleuropa   
    durch und die Höhenströmung im Alpenraum drehte auf O bis NO, sodass für ein paar Tage eisige Frostluft   
    unser Land erreichte. Mit einer Hochzelle über Mitteleuropa riss die Kältezufuhr doch bald wieder ab und zur   
    Monatsmitte trat der schon über Westeuropa wartende Trog mit britischen Tiefdruck erneut ans Steuer. Ein   
    zweiter Trog behielt Osteuropa im Griff. Um den Schwenk in das letzte Februardrittel baute sich stabiler     
    Hochdruck, von Skandinavien bis Nordafrika reichend, an der Vorderseite eines großen Troges auf. Ein praktisch   
    ortsfestes Sturmtief bei Island mit iberischer Unterstützung schaufelte dabei subtropische Luftmassen samt   
    Saharastaub herbei und es kam zu einer ungewöhnlichen Wärmewelle mit frühlingshaften Temperaturen. Die   
    herbei gewehte Luft war um rund 25-30 Grad wärmer als während der kurzen Kältephase. Erst am letzten   
    Wochenende kühlte es mit dem abgeschwächten Frontenzug des unter Zersplitterung ostwärts ziehenden   
    Troges ein wenig ab.      
         
    Der Februar 2020 bestand in Österreich aus einer zu warm, einer kurzen kalten und einer viel zu warmen Phase,   
    die den zweiten Monat des Jahres im Vergleich zum neuen Referenzmittel 1991-2020 mit einer Abweichung von   
    +1,3°C als 32. weit vorne abschneiden ließ. Auf den Bergen war es sogar mit +3,3 Grad Abweichung der   
    siebtwärmste Februar der Messreihe. Dabei sprangen die Temperaturen mächtig hin und her und binnen 10   
    Tagen wurden mit -29,4°C am Dachstein (Oberösterreich) und +22,6°C in Köflach (Steiermark) die beiden   
    Extremwerte in diesem Monat gemessen. Die Wärmewelle im letzten Monatsdrittel brachte neben zahlreichen   
    Stationsrekorden erstmals 6 Tage hintereinander, in denen an zumindest einem Ort in Österreich die 20-Grad-  
    Marke überschritten wurde. Bisher gelang dies an 5 Tagen am Stück im Februar 1998. Durchschnittlich sollte es   
    jedoch nur einen einzigen 20er geben.  In Kombination mit der Wärme geriet der Februar auch sehr sonnenreich.   
    In weiten Teilen Österreichs gab es um bis zu 50% mehr Sonnenschein, im Flachgau zum Beispiel bis zu drei   
    Viertel mehr. Am längsten zeigte sich die Sonne mit 198 Stunden auf der Kärntner Kanzelhöhe. Im Gegenzug   
    mussten die sonnenverwöhnten Regionen auf bis zu 85% des Niederschlages und in Verbindung damit auch auf   
    bis zu 90% an Neuschnee verzichten, was den diesjährigen Februar mit einem bundesweiten Minus von 39   
    Prozent recht trocken ausfallen ließ. In einem Bogen von Norden bis in den Südosten lagen die Verluste mit bis   
    zu 50 Prozent geringer, einzig in Osttirol und Oberkärnten gab es ein Plus von lokal bis zu 100%. Dort fand sich   
    mit dem Loiblpass (Kärnten) der mit 200 l/m² nasseste Ort Österreichs.      
         
    Das Niederschlagsgebaren zeigte sich ebenso in Hintersee mit einer Summe von 94,5 l/m² und einem Rückgang   
    von 35 Prozent zurückhaltend. Der meiste Niederschlag fiel am 17. Februar mit 24 l/m². Dagegen blieb es von   
    18. bis zum 26. Februar 9 Tage en Suite trocken.      
         
    Der 13. Februar war zugleich der regenreichste Tag des Monats, in dem die Regenbilanz mit 69 l/m² mit -10%   
    mittelmäßig abschloss. Der Regen verteilte sich dabei auf 7 Regentage (+1 Tag).      
         
    Noch weniger zu verteilen gab es beim Neuschnee, wo sich an 5 Schneefalltagen (-6 Tage) nur 29 cm aufsumm-  
    ierten, die mit minus 77 Prozent zu den acht niedrigsten Mengen im Februar der letzten 34 Jahre gehörten.   
    Alleine 16 cm schneite es am 11. Februar, dem schneereichsten Tag des Monats. Entsprechend litt auch die   
    Schneedecke, die zwar den gesamten Monat noch als geschlossen verzeichnet werden konnte, allerdings dabei   
    vom Höchststand mit 52 cm am 1. Februar an unserer Messlatte komplett abschmolz und den Ortsteil Oberasch   
    gänzlich ausapern ließ.      
         
    Haken, wie dazu wohl kein Hase befähigt sein dürfte, schlug im Februar die Temperatur. Einem sehr warmen   
    ersten Drittel folgte ein leicht zu kühles zweites sowie eine extrem milde dritte Dekade, welche die mit Abstand   
    bisher wärmste unserer Messreihe war und eigentlich dem Mittel einer ersten Aprildekade gleichkam. Am Ende   
    stand, begünstigt durch den Kälteeinschub von 11. bis zum 15. Februar, mit einer Abweichung von +2,7 Grad   
    und einer mittleren Temperatur von +1,1°C der fünftwärmste Februar in Hintersee. Ohne dem Kältegastspiel   
    hätten wir ein Mittel von +3,2°C erzielt und damit den Rekord aus dem Vorjahr (+2,3°C) pulverisiert.     
         
    Die Extremwerte der Temperatur lagen wie schon bundesweit weit auseinander und dem Minimum von -14,9°C   
    am 13. Februar folgten nur acht Tage später ein neuer Februarrekord mit +15,6°C. Weitere fünf Tage schafften   
    außerdem den Sprung in die ersten Zehn. Zudem gab es mit 10 bislang noch nicht so derart viele Tage in einem   
    Februar mit über 10 Grad plus. Dem gegenüber standen 4 Eistage und nur 13 Frosttage.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Fr, 26.02.21 Wärmewelle lässt Rekorde schmelzen  
     
         
    Eine für die herrschende Winterzeit ungewöhnliche Wärmewelle prägte das Wetter seit dem letzten Samstag und   
    ließ in Hintersee nicht nur den Schnee, sondern auch die bisherigen Februarhöchstwerte unserer immerhin fast   
    20-jährigen Temperaturmessreihe dahin schmelzen.      
         
         
    Subtropikluft und Wüstensand      
         
    Eine recht stabile Großwetterlage ermöglichte subtropischer Warmluft aus Nordafrika samt Saharastaub an der   
    Vorderseite eines langen, vom quasi ortsfesten Sturmtief über dem mittleren Nordatlantik über die Britischen   
    Inseln bis zu den Kanaren reichenden, Trog in einer südwestlichen Höhenströmung weit nach Norden     
    auszugreifen. Die für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Luftmasse flutete weite Teile Kontinentaleuropas bis   
    hinauf nach Skandinavien, wo es von Schweden über Frankreich via Mitteleuropa hin nach Polen und auf den   
    Balkan bis hinunter nach Italien verbreitet neue Temperaturrekorde für Februar gab.      
         
    Unterstützt wurde die Warmluftpumpe zudem von einem von der Iberischen Halbinsel südostwärts ziehenden   
    Ablegertief und einem Hochkern über Südosteuropa, welcher Teil eines breiten Hochdruckgebietes vom     
    Mittelmeerraum bis nach Skandinavien war. Ein weiterer Trog über Osteuropa hinderte das System außerdem   
    an der Flucht nach Osten.      
         
         
    Frühling im Winter      
         
    Am Sonntag wurde mit einem Höchstwert von 15,6°C die erst vier Jahre alte Bestmarke von 15,4°C am 23.   
    Februar 2017 überboten und am heutigen Freitag nochmals egalisiert. Die restlichen Höchstwerte der     
    vergangenen Woche räumten die alten Top 10 der höchsten Februartemperaturen so richtig aus und gleich   
    sechs Tage schafften den Sprung hinein. Drei Platzierungen gehen noch auf das Konto des Februars 2020.  
         
    Die mittlere Temperatur während dieser Wärmewelle betrug 5,0 Grad und lag somit 6 Grad über dem     
    langjährigen Mittel für die dritte Februardekade. Eine derartige Welle hätte in einem Sommermonat Höchstwerte   
    von durchgehend etwa 33 bis 35 Grad entsprochen.      
         
         
    Die 10 höchsten Februartemperaturen in Hintersee      
         
    1 21.02.2021 15,6°C      
    2 23.02.2017 15,4°C      
      26.02.2021 15,4°C      
    4 25.02.2021 14,9°C      
    5 23.02.2020 14,4°C      
    6 22.02.2021 14,2°C      
    7 24.02.2021 13,9°C      
    8 17.02.2020 13,2°C      
      24.02.2020 13,2°C      
    10 22.02.2016 13,1°C      
      20.02.2021 13,1°C      
         
         
    Nur wenig Vergleichbares      
         
    Die Temperaturmessreihe der Wetterstation Hintersee ist zu kurz, um die heurige Wärmewelle besser einordnen   
    zu können, darum bemühen wir die Daten der Hydrografischen Station in Faistenau, deren Temperaturniveau   
    aber ein bisschen höher liegt, als das unsere.       
         
    Dennoch fanden sich in den letzten 6 Jahrzehnten nur drei vergleichbare Ereignisse. Die Wärmewelle von 19.   
    bis zum 28. Februar 1968 bot eine Mitteltemperatur von 5,4°C bei einem Tageshöchstwert von 16,8°C am 21.   
    Februar 1968 auf. Vom 21. bis zum 27. Februar 1990 erreichten wir dort ein Mittel von 5,2°C bei einem     
    Maximum von 15,3°C am 25. Februar 1990. Schließlich Blieb noch der bisher längste Wärmeeinbruch eines   
    Februars in unserem Tal und zwar die zwei Wochen vom 11. bis zum 24. Februar 1998, wo es in Faistenau ein   
    Mittel von 5,5°C bei einer Maximaltemperatur von 16,7°C am 21. Februar 1998 gab.      
         
         
    Teils neue Stationsrekorde im ganzen Land      
         
    Der Temperaturrekord für Februar fiel zwar nicht, allerdings erreichten 42 der 272 offiziellen Wetterstationen in   
    Österreich einen neuen Stationsrekord. Darunter waren Köflach (Steiermark) mit 22,6°C am 23.2. als Hitzepol   
    Österreichs und Bad Gastein mit 16,5°C als neben Bischofshofen und der Rudolfshütte einer von drei     
    Rekordverbesserern in Salzburg. Den höchsten Messwert gab es im Bundesland in der Stadt Salzburg mit   
    20,6°C vom Freitag.      
         
    Quelle: wetterblog.at, www.facebook.com (Seite der ZAMG)      
         
    Links: >> Tagestemperaturen      
     
     
         
    Mo, 01.02.21 Rückblick Jänner: Wie gewonnen, so zerronnen  
     
         
    + 212 cm Neuschnee      
    + 55 cm größte Tagesmenge      
    + -2,0°C mittlere Temperatur      
    + 13 Eistage      
         
    Es vermochte erstmals seit zwei Jahren wieder an vernünftiges, dem Ort angepasstes, Winterwetter zu erinnern,   
    was uns der Jänner zumindest knapp 4 Wochen lang bot. Wiederholte kleine Schneefälle, Frost ohne Eiseskälte   
    und freundliche Passagen prägten den Monat bis in den letzten Tagen nach einem satten Neuschneeereignis   
    eine sehr milde Westlage durchbrach, die das gewonnene Winterflair in Wind und Regen versank.    
         
    Die Großwetterlage begann das neue Jahr gemächlich mit einem etwas im Abseits der beiden Hochs über dem   
    Ostatlantik und Osteuropa liegenden Alpenraum, der bald in den Genuss in sich von Skandinavien her ausdeh-  
    nenden Hochdruck kam. Dort wurde ein Tief zeitig abgelöst und zum anfänglichen Tiefdruck im westlichen   
    Mittelmeerraum gesellte sich während der ersten Dekade ein Trogvorstoß ins östliche Mitteleuropa. Ein Wirbel   
    über Nordosteuropa unterstützte temporär die Zufuhr winterlicher Luft. Bis zur Jännermitte musste sich der   
    skandinavische Hochdruck verabschieden und wurde von einem breiten Trog Südwärts abgedrängt. Der   
    Tiefdruck stieß dabei vom Nordmeer in den Südosten Europas vor und bildete zwischen dort und den Briten   
    mehrere Drehzentren aus. Nach der Monatsmitte fand sich der Alpenraum wieder an der Südflanke des sich   
    über West- und Nordeuropa regenerierten Hochdrucks wieder und wurde von einer nordosteuropäischen   
    Trogspitze gekitzelt, welche sich bis ins Mittelmeer schummelte. Mit dem Wechsel in die dritte Dekade zog sich   
    der Hochdruck über dem Ostatlantik abermals zurück und ein Trog mit Zentrum bei Irland brachte eine föhnige   
    Vorderseitenlage ins Land. Die den Trog umlaufenden Randentwicklungen sorgten mit Schwenk in die letzte   
    Jännerwoche erst für Neuschneezuwachs, später kamen wir mit der Ostverlagerung des Trogs in die Zufuhr   
    milder Atlantikluft, welche am Ende Regen und Tauwetter verursachte.      
         
    In Österreich verlief der Jänner recht uneinheitlich. Während es in der Osthälfte und im Norden meist     
    unwinterlich und markant zu mild blieb, bekam die Westhälfte, die Mitte und der Süden über weite Strecken   
    gutes Winterwetter ab. Entsprechend war die Temperaturverteilung, wobei hier der Süden markant zu frisch   
    ausfiel. Bundesweit ergab sich in Bezug auf das neue Referenzmittel 1991-2020 ein mit einer Abweichung von –  
    0,3°C ganz leicht zu kühler Jänner. Im Vergleich zur Referenzperiode 1981-2010 war er hingegen um +0,4°C zu   
    mild und zum Zeitraum 1961-1990 gleich um +1,2 Grad zu warm. Die Unterschiede sind auf die deutliche   
    Erwärmung der letzten Jahrzehnte zurückzuführen. Die um 70% höhere Niederschlagsmenge ging von     
    Vorarlberg bis Salzburg und Oberkärnten oft als Schnee nieder. In diesen Regionen fiel das 2- bis 3-fache eines   
    durchschnittlichen Jänners. Im östlichen Bogen um die Alpen waren es zumindest bis zu drei Viertel mehr an   
    Niederschlag. Der nasseste Ort war der Kärntner Loiblpass mit 316 l/m². Bregenz freute sich mit 98 cm     
    Neuschneesumme über eine 5-fache Jännermenge. Die Stadt Salzburg mit 58 cm immerhin über das Doppelte   
    als üblich. Um bis zur Hälfte weniger gab es vom Flachgau bis ins Mostviertel vom Sonnenschein, der auch im   
    großen Rest Österreichs bis zu einem Drittel seltener anzutreffen war und der Jänner mit bundesweit -10 Prozent   
    eher trüb vorüberging. Nur regional im Westen und Südosten war die Sonnenbilanz ausgeglichen. Der Tiroler   
    Brunnenkogel war mit 121 Stunden der sonnenreichste Platz.      
         
    Ein regenfreier Ort war Hintersee an den ersten 19 Tagen des Jänners, in denen Niederschlag nur in der festen   
    Form herab rieselte. In Summe kamen 197,5 l/m² zusammen, ein Minus von 27%. Den meisten Niederschlag   
    gab es am 28. Jänner in Form von Neuschnee mit 28 l/m².      
         
    So bilanzierte der Auftaktmonat 2021 in Punkto Neuschnee mit 212 Zentimetern nach der herben Enttäuschung   
    im Vorjahr als sechst schneereichster Jänner unserer Messreihe bei einem Plus von 72 Prozent überraschend   
    stark. An 18 Schneefalltagen (+6 Tage) schneite es oft nur kleinere Mengen, doch am 26. Jänner haute es 55 cm   
    Neuschnee vom Himmel, was die respektable sechstgrößte Tagesmenge in einem Jänner bedeutete. An diesem   
    Tag erreichte die den ganzen Monat über geschlossen anwesende Schneedecke mit 104 cm ihren Höchststand.  
         
    Beim Regen endeten wir mit 52,5 l/m² und einem Rückgang von 37 Prozent im unteren Mittelfeld. Die größte   
    Tagessumme entfiel auf den 28. Jänner mit 20 l/m². Es war einer von 6 Regentagen (-1 Tag).      
         
    Das letzte Monatsdrittel brachte nach zwei etwas zu frischen Dekaden den Rückfall in neue Gewohnheiten und   
    ging deutlich zu warm mit einem ordentlichen Tauwetter ins Land, sodass die Schneedecke binnen weniger   
    Tage halbiert wurde.      
         
    In dieser zeit verzeichneten wir außerdem den Höchstwert von +7,1°C im heurigen Jänner. Das Minimum zeigte   
    das Thermometer am 15. Jänner mit -10,8°C. Richtig kalt war es demnach auch nicht. Immerhin zählten wir 28   
    Frosttage und 13 Eistage. Dreizehn mehr als letzten Jänner. Die mittlere Temperatur pendelte sich schlussendlich   
    bei -2,0 Grad ein und lag damit 0,5 Grad über dem langjährigen Schnitt.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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    Do, 07.01.21 Das Wetterjahr 2020 – Positiv auf Erwärmung getestet  
     
         
    Im Zeichen der neuen Klimanormalität wurde 2020 ab März in praktisch allen Belangen von den     
    gesundheitlichen und politischen Umwälzungen der Coronapandemie überschattet, sodass dem Wetterjahr 2020   
    und dem ungebrochenen Trend zur unnatürlich raschen Erwärmung des Erdklimas und vor allem des     
    Alpenraums kaum noch Aufmerksamkeit zuteil wurde, obwohl diese Herausforderung in den kommenden   
    Jahrzehnten eine immense Kraftanstrengung für unsere Gesellschaft sein wird.      
         
    Das Wetterjahr 2020 begann mit einem hochdrucklastigen Jänner, der in einen stürmischen Februar überging.   
    Beide gemeinsam hatten sie die dauerhaft fehlende Kälte, die in Verbindung mit fehlendem Schnee neue   
    Wärmebestleistungen hinlegten. So war wohl der Winter 2019/20, der eigentlich von einem Spätherbst in einen   
    Vorfrühling nahtlos übertrat, bezeichnend für die Art der kühlen Jahreszeit, welche in naher Zukunft als     
    Durchschnittswinter gelten wird.       
         
    Der März schickte die atlantisch geprägte feuchte Witterung aus dem Vormonat nach hause und bis Ende April   
    gab es sehr sonniges und für die Jahreszeit sehr warmes Wetter. Wechselhaft ging es durch mai und Juni, ehe   
    der Hochsommer mit heißen Tagen ins Land kam, was im August mit schwül-heißen Wochen gipfelte.     
         
    Mit Einkehr des ersten klimatologischen Herbstmonats brauchte der September eine wochenlange     
    Überredungskunst, um dem Sommer sein Ende klar zu machen und auf einmal war binnen 29 Stunden der erste   
    Wintergruß da. Der Oktober war mehr grau als goldig und es stellte sich wiederum eine unbeständige, aber   
    durchaus milde Witterungsphase ein, welche mit dem November vorbei ging.      
         
    Das letzte Sechstel des Jahres 2020 setzte die Schneearmut des Vorwinters fort und über weite Strecken   
    dominierte erneut ruhiges Hochdruckwetter, das nur kurze Unterbrüche hinnehmen musste. Die ausbleibende   
    Winterkälte  war auch hier sehr auffällig.      
         
    Der ausführliche Rückblick auf das zweitwärmste Jahr, das in Hintersee eine etwas zu geringe Niederschlags-  
    summe bei viel zu wenig Schnee und Winterkälte brachte, ist unter dem folgenden Link abrufbar.    
         
    Links: >> Das Wetterjahr 2020 - Positiv auf Erwärmung getestet    
         
     
         
    Fr, 01.01.21 Pandemisches Neujahr  
     
         
    Über das abgelaufene Jahr legt man am besten den Mantel des Schweigens in Form einer schalldichten   
    Schutzmaske. Entsprechend still verlief der Jahreswechsel auf der ganzen Welt und auch in der Ladenbac-  
    hmetropole.       
         
    Das Wetter bot mit einer frischen Schneedecke, einer mondhellen Nacht und -4,6°C um Mitternacht eine gute   
    Kulisse für ein Feuerwerk, das eigentlich nicht statt fand.       
         
    Einige Raketen sind dem Kameraobjektiv aber dennoch nicht entgangen und mit den spärlichen Eindrücken   
    davon wünscht die Wetterstation Hintersee allen Wetterfreundinnen und Wetterfreunden ein gutes neues Jahr 2021!  
         
    Links: >> Fotoalbum: 01.01.21 Pandemisches Neujahr    
         
     
         
    Do, 31.12.20 Rückblick Dezember: Föhnig milder Feiertagswinter  
     
         
    + 91 l/m2 Niederschlag      
    + 49 cm Neuschnee      
    + 0,8°C mittlere Temperatur      
    + 13,5°C Tageshöchstwert      
         
    Der Rausschmeißermonat des an vielen Ecken und Enden sehr ungewöhnlichen Jahres schmiss teils mit   
    unwetterartigen Mengen an Regen und Schnee um sich. Die Alpensüdseite erlebte zu Dezemberbeginn ein   
    Extremereignis mit lokal irren Niederschlagsmengen und neuen Rekorden. Derweil dümpelten wir an der   
    anderen Seite der Alpen weiter im „Wetter-Lockdown“ auf der Suche nachdem Winter in milder Luft vor uns   
    dahin.       
         
    Der Anfang des Dezembers stand noch im Einfluss des sich nach Osten zurück ziehenden Hochdrucks über   
    Skandinavien, wobei ein Höhentief bei Weißrussland die Zufuhr jahreszeitlicher Luft unterstützte. Derweil     
    platschte an der Vorderseite des Ostatlantikhochs eine Tiefdruckrinne vom Nordwesten Europas über dem   
    späteren Drehzentrum Frankreich ins Mittelmeer und eine schwere Südstaulage mit Föhnsturm an der     
    Alpennordseite schwang sich zum Nikolauswochenende hin auf. Dahinter setzte sich von Britannien her     
    Zwischenhocheinfluss durch, während ein Genuatief im Süden eine zweite Niederschlagswelle brachte. Der von   
    einem Islandtief ausgehende Trogvorstoß wurde schließlich mit Schwenk in die zweite Monatsdekade nach einer   
    kurzen Störung eines Randtiefs über der Nordsee durch ein Ablegerhoch vom Ostatlantik her zerbröselt und   
    dieses Hoch dockte an das mächtige Kontinentalhoch über Osteuropa und Westrussland an, sodass im Vorfeld   
    eines nächsten Troges, der von Island diesmal zur Iberischen Halbinsel gerichtet war, eine sehr milde und ruhige   
    Wetterphase eingeleitet wurde. Am vierten Adventwochenende zeichnete sich ein Wechsel ab, denn der     
    Hochdruck hatte sich mit seinen Zentrum nach Südosteuropa zurück gezogen und die nordwesteuropäische   
    Perlenkette, an der mit Beginn des letzten Dezemberdrittels mehrere Tiefs aufgefädelt wurden, gewann, auch   
    wenn zuerst durch ein Zwischenhoch unterbrochen, die Oberhand und die Weihnachtsfeiertage wurden durch   
    die über die Britischen Inseln in die Nordsee ziehenden Tiefs winterlich. Zur Mitte der dritten Dekade stellte sich   
    dann aus gleicher Richtung erneut Hochdruckeinfluss bei uns ein, der von einem nachrückenden Tief bis zum   
    Jahresende nicht unterbrochen werden konnte. Es wiederholte sich allerdings der vom Monatsanfang bekannte   
    Trogvorstoß über Westeuropa nach Süden, wodurch Mittelmeertiefs der Alpensüdseite erneute Schneefälle und   
    unserer Region freundliche Tage mit kurzen Schneegrüßen brachten.      
         
    Schnee und Regen in Hülle und Fülle gab es im Dezember in Österreich in den Südstaulagen von Tirol und   
    Kärnten und in abnehmender Menge auch in den daran benachbarten Regionen südlich und entlang des     
    Alpenhauptkamms. Einige Talschaften in Kärnten und Osttirol litten am meisten darunter. Hier fiel das 3- bis 9-  
    fache des für Dezember üblichen Niederschlags, wobei es wenig verwunderlich regional neue Monatsrekorde   
    gab. Den größten Batzen Niederschlag bekam Kornat im Lesachtal (Kärnten) mit 527 l/m² (alter Bestwert 367   
    l/m² aus dem Dezember 1960), was zugleich den nassesten Ort Österreichs bedeutete. Weitere neue     
    Monatsrekorde gab es in Kötschach-Mauthen mit 470 l/m² und Dellach mit 400 l/m², Döllach mit 357 l/m² (alle   
    Kärnten). Einen Allzeitrekord der seit 1854 bestehenden Station erzielte die Osttiroler Bezirkshauptstadt Lienz   
    mit 445 l/m², wo es außerdem mit 182 cm Neuschnee einen frischen Dezemberrekord schneite. Erbauliche   
    Neuschneerekorde für Dezember schafften zudem St. Jakob (211 cm), Virgen (225 cm, beide Osttirol) und   
    Kötschach (245 cm, Kärnten). Von all dem wenig mit bekam man nördlich des Hautkamms, wo der Dezember   
    mit verbreiteten Defiziten von einem Viertel bis zwei Drittel des üblichen Niederschlags eher trocken und auch   
    schneearm verlief. In den Gebieten, wo die Wolken oder Hochnebel die Sonne oft verdeckten, fiel die     
    Sonnenscheinbilanz im Dezember traurig aus. So schien sie in einem Bogen vom Nordosten bis in den Süden   
    Österreichs um ein Drittel bis nahe 90% weniger als normal. Die restlichen Regionen mussten maximal bis zu   
    einem Drittel preisgeben, eine ausgeglichene Scheindauer verzeichnete nur Vorarlberg, die Mitte Salzburgs und   
    das salzkammergut. Sonnenreichster Ort war hierbei der Feuerkogel (Oberösterreich( mit 98 Stunden. Die   
    Temperaturen brachten von Durchschnittswerten bis hin zu satten Wärmeüberschüssen von Südwest nach   
    Nordost betrachtet eine breite Palette. Bundesweit schloss der Dezember mit einer Abweichung von +1,6°C   
    unter den 35 mildesten in Österreichs Messgeschichte.      
         
    Hintersee gehörte bereits zu den Bereichen im Lande, wo die Temperaturabweichungen schon höher ausfielen   
    und so endete der Dezember mit einem Mittel von +0,8°C und einer Abweichung von plus 2,4 Grad, welches den   
    ganzen Monat relativ konstant in dieser Größenordnung über dem Normal lag, als drittwärmster Dezember   
    unserer Messreihe hinter 2015 (+2,7°C) und dem Vorjahr (+1,3°C). Die höchste Tagestemperatur ereignete sich   
    bei der Föhnlage am Nikolauswochenende mit +13,5°c am 6. Dezember, was zugleich den drittwärmsten   
    Tageshöchstwert eines Dezembertages mit sich zog. Am tiefsten sank das Thermometer hingegen am 27.   
    Dezember mit -8,9°C. Es war einer von nur vier Eistagen, dazu gesellten sich 25 Frosttage und 29 kalte Tage.  
         
    Die Niederschlagsbilanz brachte uns mit einer Summe von 91 l/m² bei einem Rückgang von 57% den     
    trockensten Dezember seit 7 Jahren. Der meiste Niederschlag fiel dabei mit 20 l/m² am Christtag. Dagegen blieb   
    es vom 4. bis zum 8 5 Tage und vom 14. bis zum 20. 7 Tage hintereinander niederschlagsfrei.    
         
    Als Regen oder Schneeregen tropften dabei 50 l/m² aus den Wolken, ein minus von 44 Prozent. Davon entfielen   
    17 l/m² auf den 13. Dezember, den regenreichsten Tag im Monat. Es gab insgesamt 7 Regentage (-1 Tag).  
         
    Die Neuschneemenge war für die hiesigen Verhältnisse schon wie im Vorjahr eine grobe Enttäuschung. So   
    schneite es diesen Dezember gerade 49 cm, was mit einer Abweichung von -61% einen der schneeärmsten   
    Dezember unserer Messreihe hinterließ. Durch die gute Verteilung auf 10 Schneefalltage (-2 Tage) hielt sich an   
    unserer Station dennoch über 22 Tage eine, wenn auch oft recht dünne, Schneedecke, die mit 15 cm am   
    Stefanitag sowie am 30. und 31. Dezember ihren Höhepunkt hatte. Keine Schneedecke gab es aber zum vierten Mal 
    nach 2002, 2015 und 2019 am Heiligen Abend, womit das Weihnachtsfest als Grün in die Statistik einging. Den   
    meisten Neuschnee rieselte es am 25. Dezember mit 15,5 Zentimetern.      
         
    Der heurige Vorwinter zählte mit mageren 53,5 cm an Schneesumme neben den Winterstarts der Jahre 1989,   
    2002 und 2105 zu den vier schwächsten.      
         
    Quelle: www.zamg.ac.at      
         
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